Schulmission: P3X-6D1

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Diese Schulmission spielt Anfang Dezember des Jahres 2006 auf der Erde und dem Planeten P3X-6D1. Sie fand unter der Leitung von Marcus statt, um andere Spieler in das Forenrollenspiel einzuführen. Diese Schulmission zeigt anschaulich, wie auch Naturkatastrophen außerhalb des Einflusses der Menschen, in diesem Fall ein verheerender Waldbrand, ein Stargate-Team in Gefahr bringen können. Im Vorfeld der Mission nach P3X-6D1 wird darüber hinaus gezeigt, dass fahrlässiges Missachten von Befehlen und Missionsaufträgen zu Untersuchungen und Suspendierungen für Offiziere und Teammitgliedern führen können, ebenso werden aber mit der Geburtstagsüberraschung für Seros Lightwar und seiner gleichzeitigen Beförderung auch Aspekte des zwischenmenschlichen Zusammenlebens auf dem Militärstützpunkt des Cheyenne Mountains gezeigt.


Inhaltsverzeichnis

Aufgetretene Personen


Zusammenfassung

Second Lieutenant Seros Lightwar war nach einer Mission mit SG-11 zum Planeten P3X-773, bei der sie einen Jaffa des kleinen Goa'ulds Drejak gefangen nahmen, zurückgekehrt. Die Mission an sich hatte sich als Misserfolg herausgestellt, nachdem der eigentliche Auftrag daraus bestand, sich bedeckt zu halten und der Teamleader Captain Kris Ridon sich dennoch entschieden hatte, einen Jaffa gefangen zu nehmen und damit ihre Tarnung platzen ließ. Seros wurde nach seiner Rückkehr von seinem Teamkollegen Robby Anderson abgelenkt, während einige Freunde zusammen mit dem Stab des Centers eine Überraschung vorbereiteten. Schließlich, durch das Erklingen des Alarms, kamen Lightwar und Anderson zum Kontrollraum geeilt und Seros wurde damit in die Überraschung gelockt: gleichzeitig zu seinem Geburtstag wie auch seiner Beförderung zum First Lieutenant.

Da das Verhalten des Teamleaders von SG-11 dazu geführt hatte, dass durch sein Missachten der Befehle nun kein SG-Team mehr nach P3X-773 geschickt werden konnte, ohne sofort unter das Feuer der Krieger von Drejak zu geraten und damit jedwede weitere Infiltrationsversuche erst einmal nicht durchgeführt werden konnten, wurde gegen Kris Ridon eine Untersuchung eingeleitet und der Captain vorerst suspendiert. Die Teammitglieder wurden aus diesem Grund vorerst anderen SG-Teams unterstellt und sollten dort Verluste oder Ausfälle ausgleichen.

Auf diese Art landete Seros Lightwar bei SG-15, welches nach dem Verlust des gesamten Teams nun unter Lieutenant Colonel Rhylee Master neu aufgestellt wurde. Hinzu kamen noch der Captain Sasha Hogan und der außerirdische Mensch Chan Bahlum.

Der erste Auftrag des Teams bestand darin, den Planeten P3X-6D1 zu erkunden. Da sich die Teammitglieder bisher noch nicht kennengelernt hatten, gab es vor allem Probleme dadurch, dass Chan Bahlum, teils Wissenschaftler, teils Soldat immer noch Probleme mit den Gepflogenheiten des irdischen Militärs hatte.

Das Team entdeckte schließlich Rauch und schloss daraus, eine Zivilisation gefunden zu haben, deren Angehörige zu finden nun ihre oberste Priorität hatte. Sie mussten ihren Weg durch einen dichten Wald finden, der selbst am Tage nur wenig Licht hindurch ließ. Zu ihrem Erschrecken mussten sie feststellen, dass der Rauch kein Zeichen einer Siedlung oder eines Lagers war, sondern es sich um einen Waldbrand handelte, der mittlerweile stark angewachsen war und sich rasend schnell um sie herum entwickelte.

Das Team von Colonel Master konnte sich nur dank ihrer Atemmasken, die sie gegen den Rauch schützten, welcher sehr schnell den ganzen Wald durchflutete, und durch eine schnelle Flucht retten. Selbst die Wiese, auf der das Stargate stand, hatte schon Feuer gefangen, als die Soldaten dort ankamen. Während er seine Kameraden unverletzt zur Erde bringen konnte, erlitt Rhylee Master leichte Verbrennungen, da er als letzter durch das Wurmloch flüchtete.


P3X-6D1

Das Verhör

Seros Lightwar war für einige Zeit dem 11. SG-Team zugeteilt gewesen und vor kurzem von einer Mission auf dem Planeten P3X-773 wiedergekommen. Auf dieser Mission war es ihnen gelungen, einen Jaffa gefangen zu nehmen, wieso er dort war blieb jedoch bisher ungeklärt. Der Soldat befand sich nun genau aus diesem Grund auf dem Weg zum Büro des Generals, um die Erlaubnis für ein Verhör zu erhalten.

In denn Gängen war es heute erstaunlich leise. 'Normalerweise war im Stargate-Center immer was los?', dachte sich Seros. Doch heute war es fast so, als wäre die Basis ausgestorben. Seros dachte den ganzen Weg zum Büro von General O'Neill über die Worte des Jaffa nach: "Ihr werdet den Zorn von Drejak zu spüren bekommen, wenn er erfährt, dass ihr mich gefangen genommen habt! Ihr werdet bei lebendigem Leibe schmoren!" Daraufhin hatte Seros, weil er am Ende mit seiner Geduld war, den Jaffa mit der Zat betäubt. Plötzlich kam ihm eine Person entgegen, die er in Gedanken versunken nicht sofort erkannte.

Lieutenant Marron war es, der durch die Gänge des Stargate-Centers laufend immer dichter auf die Person zu kam, die er, als er sie deutlich sah, nicht kannte. Er grüßte kurz den Soldaten vor sich, der den gleichen Rang wie er hatte, mit einem "Guten Tag."

Seros grüßte zurück. Danach lief Marron auch schon weiter, er hatte noch einen wichtigen Termin mit einem Teamkollegen, den er auf gar keinen Fall versäumen wollte. Second Lieutenant Lightwar ging ebenfalls weiter, in Gedanken versunken, zum Büro General O'Neills. 'Wer war dieser Drejak, von dem der Jaffa geredet hatte?', fragte er sich. Nach ein paar Schritten kam er zur Treppe des Besprechungsraums, die er auch sogleich hinauf ging. Auf der Hälfte hielt er inne, denn er hörte, dass General O'Neill mit jemanden redete und zwar nicht in den besten Tönen.

"Was haben Sie sich dabei gedacht? Erstens sollten Sie nur beobachten und sich nicht einmischen! Ok, ich weiß das ist manchmal sehr schwer, aber das ist eine Notwendigkeit, um da draußen zu überleben! Zweitens sollte SG-11, wenn es Jaffa dort antrifft, SOFORT zurückkommen! Und was tun Sie? Zuerst mischen sie sich in die Angelegenheiten der Einheimischen ein und was dem Ganzen die Krone aufsetzt: Sie greifen Jaffa, die Sie eigentlich nicht angreifen sollten, an. Ok, Sie haben einen Gefangenen gemacht. Das ist sehr gut, aber trotzdem: Sie haben direkte Befehle wissentlich missachtet! Was haben Sie dazu zu sagen?" General O'Neills Gesicht spiegelte seinen Zorn sehr deutlich wider, aber es schien auch eine große Besorgnis darin zu liegen. Seros entschloss sich, nicht in denn Streit zwischen General O'Neill und Captain Ridon einzuschreiten, denn das könnte nicht nur die Sache verschlimmern, sondern auch seine Chancen, die Erlaubnis denn Jaffa zu verhören, sehr stark vermindern. Er schritt wieder langsam die Treppe hinunter, wo bereits eine ihm nur zu vertraute Person entgegen schaute.

Vom Ende der Treppe sah Sergeant Anderson, der wie der Lieutenant zum SG-11 Team gehörte, zu Seros hinauf. Leise flüsterte er ihm zu: "Na, ist gerade kein guter Zeitpunkt für ein Gespräch mit dem General oder?"

Er ging ein paar Schritte zur Seite, sodass der Lieutenant genug Platz hatte. "Am Besten, wir warten noch ein paar Minuten ... oder wir kommen morgen wieder." Dabei zog sich ein breites Grinsen über Andersons Gesicht. Nicht umsonst wurde er als ein Scherzkeks bezeichnet. Sobald es eine Möglichkeit für einen guten Spruch gab, ließ er ihn auch schon seine Teamkameraden hören.

"Na, das glaube ich aber auch! Da oben ist die Luft so dick, dass man sie schneiden könnte! Und ich glaube, dass dort noch die Fetzen fliegen!", antwortete Seros. Er mochte Anderson, denn er vermochte es in fast jeder Situation die Moral und die Laune der Gruppe zu verbessern. Seros nahm die letzten Stufen der Treppe im Eiltempo, da es sich anhört, als würde es oben in die nächste Runde gehen. "Hast Du Lust was Essen zu gehen? Ich lade dich ein!", meinte er, sah Anderson mit freundlichem Blick an und fragte sich, ob er schon Essen war.

Anderson dachte nach: 'Etwas essen?...' In diesem Moment machte sich sein Magen durch ein lautes Knurrgeräusch bemerkbar. "Ich glaube, ich könnte 'nen ganzes Pferd verspachteln", ulkte er über sich selbst. Er hatte schon eine ganze Weile hier gestanden und auf einen günstigen Augenblick gewartet, um mit den General zu sprechen. Doch das schien noch eine ganze Weile zu dauern. "Also auf zur Kantine." Anderson zeigte in Richtung Kantine, blickte noch einmal zu Seros und ging dann mit großen Schritten los.


Mittagessen

Seros versucht hinter Anderson her zu kommen. Als sie die Tür zur Kantine erreichten, merkte er, dass sie ganz leer war. "Hm, warum ist denn die Kantine so leer?" Seros schaute sich nochmals in dieser um, doch es war wirklich niemand in der Kantine, außer Anderson und ihm selbst. "Da fällt mir ein, vorhin auf dem Gang war auch niemand. Weißt du vielleicht, warum fast niemand im Center ist?"

Auch Anderson, war überrascht, dass niemand hier war. "Vielleicht gibt's irgendwo was umsonst?" Er ging in den Raum hinein und sah sich noch einmal genau um. Es lief ihm kalt den Rücken runter. Wo waren die alle...vielleicht war es auch nur ein Traum und er war beim Warten eingeschlafen.

"Autsch", Anderson hatte sich selbst gezwickt und konnte nun definitiv sagen, dass er wach war.

"Sehr merkwürdig das ganze...was wollen wir nun machen?"

"Tja, wenn niemand da ist, um uns was zu Essen zugeben, können wir uns ja einfach nehmen, was wir wollen!" Kurz nachdem Seros seinen Satz beendet hatte, erschien ein Grinsen über Andesons Gesicht: "Das ...stimmt..."

Daraufhin ging Seros zur Essensausgabe und sah sich das Essen an und was dort stand. Was sollte er sich nur aussuchen? Eigentlich hatte er nicht gerade großen Hunger, aber er wollte doch heute, da er nicht wusste wann er wieder was ordentliches zu Essen bekommen würde, mal richtig rein hauen. Er nahm daraufhin eine große Portion Spaghetti mit Tomatensoße. Er sah Anderson an, um sich gleich darauf an einen Tisch zu setzen.

Auch Anderson sah sich das ganze Essen an, das da hinter der Vitrine stand und das Wasser lief ihm im Mund zusammen...was sollte er nur nehmen? Er griff sich einen Teller und ging hinter die Vitrine, schnappte sich einen Löffel und füllte sich die unterschiedlichsten Dinge auf den Teller auf, der viel zu klein in seinen Augen schien. Zum Schluss hatte er einen großen Teller Mischmasch zu einem Berg angehäuft, schnappte sich eine Flasche Wasser und balancierte alles zusammen zu dem Tisch, an dem sich Seros befand.

Er wippte von einem auf das andere Bein, doch durch eine göttliche Fügung fiel nichts von dem Teller herunter, sondern landete mit einem Geräusch auf dem Tisch. Anderson setzte sich hin und blickte zu Seros hinüber: "Na dann wollen wir mal."

Seros musste innerlich grinsen. Wenn sich Anderson da mal nicht übernommen hatte. Aber Seros Gedanken drehten sich schon wieder um das fast leere Stargate-Center. Was ist hier los? Es scheint als wäre hier nur die Rumpfcrew da, aber es war doch Dienstag und nicht Samstag? Dem Lieutenant wurde allmählich sehr mulmig in der Magengegend. Er stocherte in denn Spaghetti herum, die er, warum auch immer, einfach nicht runter bekommen konnte. Es kam ihm vor, als würde ihm alles im Halse stecken bleiben. Aus Frust schob er die kaum angerührten Spaghetti zur Seite und fragte: "Wo sind denn alle? Ist denn heute irgendein Feiertag? Hat jemand Geburtstag? Hallo, Anderson?"

Anderson fing an loszulegen, zunächst nahm er einen Schluck Wasser und dann griff er sich die Gabel und das Messer. Langsam arbeitete er den großen Haufen von oben heran ab, der Turm wurde gleichmäßig immer kleiner, Anderson vergaß schon beinahe, dass Seros auch da war. Doch dann sah er zu ihm rüber, als er gerade wieder einen Happen genommen hatte. "Hast du gar keinen Hunger? Oder warum quälst du deine Spaghetti so?", sagte er und schüttelte gleichzeitig auf die Frage hin nur den Kopf. "Nein, ich weiß auch nicht was hier los ist."

"Ich kriege heute einfach nichts runter. Es kommt mir so vor als würde mir jeder Bissen im Halse stecken bleiben!", Seros ließ seinen Blick über die Tische der Kantine wandern. 'Hm was ist hier los? Das gefällt mir nicht! Warum ist hier niemand?' Seros schaute sich genauer um, sah im ersten Moment aber noch nichts. Doch plötzlich bemerkte er eine merkwürdige silberne Flüssigkeit neben der Essensausgabe. Seros stand vom Tisch auf und ging zu der Flüssigkeit hin, um sie genauer zu betrachten.

"Hmm, merkwürdig, sonst stellst du dich beim Essen doch nie so an." Anderson blieb weiterhin sitzen und nahm einen Happen nach dem anderen zu sich. Der Teller vor ihm wurde immer leerer, aber so langsam füllte sich sein Magen. "Was ist los? Wo willst du hin?"

Kurz bevor Seros an der Theke ankam, ging der Alarm los. Er hatte die silberne Flüssigkeit fast erreicht und wollte sie grad berühren. Anderson schmiss das Besteck zur Seite und sprang auf. "Los Seros, wir müssen zum Gateraum."


"Alarm! Außerplanmäßige Aktivierung des Stargates! Alle Mann auf ihre Posten!", hallte es mehrmals aus den Lautsprechern, bevor diese verstummten. Seros stand sofort grade da. Er drehte sich auf dem Absatz um und rannte mit einer Geschwindigkeit aus der Kantine heraus, zum Gateraum, die er sonst nur in Kampfeinsätzen zutage legte. Anderson wartete am Ausgang der Kantine bereits auf Seros und drängte ihn, sein Tempo zu erhöhen, schließlich musste etwas wichtiges passiert sein.

Der Second Lieutenant achtete bei dieser ernsten Situation nicht einmal auf Anderson. Wenn es die Goa'uld waren, dann war es ein Angriff und das würde bedeuten, dass sie jeden Mann im Gateraum brauchen würden. Im größten Tempo, das Anderson vorlegen konnte, lief er den Gang zum Kontrollraum entlang und öffnete die große Eisentür. Die Steuerungskonsole war mit zwei Airman besetzt, die auf die Monitore blickten und anscheinend Daten auswerteten. Der General befand sich ebenfalls hinter den Armaturen und blickte auf einen Bildschirm.

Anderson sah Richtung Gate, doch vor der Glaswand, durch die man auf das Stargate blicken konnte, war eine große Stahlplatte.

Seros trat gleich nach Anderson in denn Kontrollraum ein. Warum das Eisenschott, das die Scheibe vor dem Kontrollraum schützte, unten war, wusste er nicht. Normalerweise war bei einem eingehenden Wurmloch das Schott nur für die ersten zwei Minuten unten, bis die Situation geklärt war. Aber seit dem Alarm waren bereits fünf Minuten vergangen. Seros wurde immer unwohler und da niemand was sagte, wurde dieses Gefühle nur noch gestärkt. "Sir, was ist hier los? Werden wir angegriffen? .... Was ist hier VERDAMMT NOCH MAL LOS!"

Anderson beobachtete Seros, hätte dieser jetzt auf ihn geachtet, hätte er gemerkt, dass der Sergeant schmunzeln musste, als Seros herum schrie und dachte: 'Na den werden wir überraschen...'

Der General drehte sich zu Seros. O'Neill war ein verdammt guter Schauspieler, hatte er doch schon auf vielen Missionen anderen etwas vorspielen müssen. Er sah ernst aus und auch etwas nervös blickte er zu Seros. "Eine außerplanmäßige Aktivierung, die Iris konnte nicht aktiviert werden und das Schott haben wir daraufhin geschlossen..."

Ein Sergeant an dem Steuerungspult unterbrach den General. "Sir, das Wurmloch hat sich geschlossen, soll ich die Iris wieder aktivieren?"

"Ja verdammt, versuchen Sie es erneut und dann fahren Sie endlich diese Stahlwand hoch, damit ich etwas sehe."

Der Sergeant nickte und tat wie ihm befohlen wurde, kurz darauf bewegte sich das Schott langsam nach oben...

Das Schott bewegte sich gerade zu schleppend nach oben. Seros Körper war angespannt. Was würde durch das Stargate gekommen sein? Ihm kam es vor, als würde das Schott Stunden brauchen, um hoch zu fahren. Er schaute sich noch mal im Kontrollraum um. Als sein Blick wieder zu Gateraum wanderte, war das Schott bereits oben.

"ÜBERRASCHUNG! Alles Gute zum Geburtstag!", kam es wie aus einem Mund. All seine Freunde standen im Gateraum und gratulierten ihm zum Geburtstag. Plötzlich bemerkte Seros etwas Feuchtes auf seiner Wange. Er berührte es mit seinem Zeigefinger und stellte fest, dass es eine Freudenträne war. Er konnte es nicht mehr zurückhalten und er nahm seinen Arm vor's Gesicht, damit niemand sah, dass er anfing zu heulen. Eigentlich war er in solchen Situationen immer sehr sensibel. Plötzlich kamen seine Freunde in den Kontrollraum und umarmten ihn noch viele Male. Seros wischte sich schnell die Tränen aus dem Gesicht und zeigte sein bestes Lächeln. So glücklich war er schon lange nicht mehr gewesen.

Als sich das Schott immer weiter nach oben bewegt hatte, konnte Anderson es sich kaum noch verkneifen lautstark los zu schreien und seinem Freund zu gratulieren, doch er hatte sich noch gerade beherrscht. Als er dann die erleichternden Glückwünsche von den Personen aus dem Gateraum hörte, konnte er den Worten endlich freie Bahn gewähren und sie schossen nur so aus seinem Mund auf Seros ein, nachdem er auf ihn zugestürmt war und ihn, seinen besten Kameraden, umschlang. "Heeeeeeeeeeeeeeeeey, alles Gute zum Geburtstag! Dachtest wohl schon, wir hätten das vergessen, was?"

Mit einem breiten Grinsen stand Anderson nun vor Seros und sah den Mann an, normalerweise hatte er die Situationen, in denen er sich befand, unter Kontrolle, aber dieses Mal hatten sie ihn vollkommen überrascht.

Auch General O'Neill ließ es sich nicht nehmen, dem Geburtstagskind zu gratulieren. Er griff nach der Hand von Seros und schüttelte diese ein, zwei Male kräftig, dann ließ er wieder los. "Auch von mir alles gute Second Lieutenant... oder soll ich sagen, First Lieutenant?" Mit diesen Worten winkte O'Neill einen Sergeant heran, der Seros Lightwar die neuen Streifen ansteckte.

Dieser konnte sich vor Freude kaum mehr rühren. "Danke, Sir! Ich danke euch allen. Ich kann gar nicht sagen, wie sehr ich mich freue!", sagte er und wischte währenddessen eine Träne aus dem Gesicht. Er hoffte, dass niemand sie gesehen hatte. Plötzlich nahm ihn die Soldatin Lira, seine beste Freundin und zerrte ihn durch die Menge in die Kantine zurück. Alle folgten ihnen.


Ein neues Team

Captain Kris Ridon hatte aufgrund seines Vorgehens in der letzten Mission auf P3X-773, welche eigentlich als verdeckte Operation gedacht gewesen war, einiges zu erklären. Das Aufdecken des SG-Teams hatte dafür gesorgt, dass sie keinen Fuß mehr auf die Welt setzen konnten, ohne sofort von Stabwaffensalven niedergestreckt zu werden und der gefangene Jaffa war eine unbrauchbare Informationsquelle. Der Captain war vorerst für die Untersuchung suspendiert worden und die Teammitglieder zu anderen Einheiten des Centers versetzt. So hatte es Lieutenant Seros Lightwar zu SG-15 unter Rhylee Master verschlagen.

Die nächste Mission war bereits am auf die Beförderung Lightwars folgenden Tag angesetzt. P3X-6D1 war von einem MALP untersucht worden, welches kein Lebewesen im Umkreis des Stargates anzeigte. Die Flora und das Klima erinnerte an die Erde. Der Stargate-Raum war im Moment leer, die beiden Stahlschotts standen weit geöffnet da und nur durch das Panzerglasfenster des Kontrollraums hindurch konnte man jemanden sehen. Master betrat den Stargate-Raum als erstes, er hielt ein M16A4 mit einer Hand fest an seinen Körper und trug die gesamte Standardausrüstung geschultert, mit der jeder beim SGC ausgestattet wurde, wenn er auf eine außerplanetarische Mission geschickt wurde.

Auf seiner Uniform befand sich das Abzeichen eines Lieutenant Colonels, auf die er, wie jeder Soldat, sehr stolz war. Er hatte vor kurzem erfahren, dass er diese Mission leiten sollte und ein Team unter sich haben würde, das sich noch nicht kannte. Er hatte zwar die Personalakten der einzelnen Mitglieder seines Teams durchgelesen, doch war es seine Meinung, dass man erst einen Menschen kannte, wenn man eine Zeit lang mit ihm zusammen gearbeitet hatte, daher war er auf die einzelnen Kameraden sehr gespannt.

Der Major sah sich den gewaltigen Ring, wie jedes Mal vor einer Mission, genau an, er glaubte noch immer nicht, was er bereits alles durch dieses Gerät gesehen und erlebt hatte. Er hoffte, dass es auch dieses Mal wieder etwas Interessantes zu entdecken gab... natürlich im positiven Sinne.

Seros ging langsam in den Stargate-Raum. Sein Rucksack war nur mit dem Nötigsten gepackt. Sechs Ersatzmagazine, zwei Wasserflaschen, Fernglas, Erste-Hilfe-Koffer, den er hoffentlich nicht benutzen musste. Er hielt die P90 sehr fest, als könnte sie ihn beruhigen. Er sah Lieutenant Colonel Master und ging auf ihn zu: "Sir, First Lieutenant Seros Lightwar meldet sich wie befohlen, Sir."

Als sich die Tür geöffnet hatte, war Rhylee aus seinen Gedanken gerissen worden und hatte sich der Tür zugewandt. An zwei Wachen vorbei war ein Mann herein gekommen und direkt auf ihn zugelaufen, den er durch das Bild in der Personalakte erkannte. Der Colonel nahm ebenfalls Haltung an. "Lieutenant Lightwar. Stehen Sie bequem." Er musterte den Mann vor sich mit einigen schnellen Blicken, die seinen gesamten Körper wie ein Scanner zu analysieren begannen. "Sie sehen gut aus, Lieutenant, ich bin Lieutenant Colonel Rhylee Master, freut mich, Sie persönlich kennen zu lernen."

"Sir, danke. Ich freu mich bereits auf die Mission, Sir." Seros behielt seine Haltung bei. Während des Gespräches schaute er sich das Stargate an. Er war schon einige Male durch das Sternentor gegangen, doch er wurde immer nervöser, je länger er sich in diesem Raum befand.

Nun betrat auch Captain Hogan den Stargateraum mit einer P90 in der Hand und einer Zat'nik'tel im Seitenhalfter. Dazu trug er noch die Standardweste mit Notrationen, Taschenlampe und Magazinen für die P90. Außerdem trug er noch die Standardstiefel, die Rangabzeichen eines Captains und das SG-15 Abzeichen. Er sah sich um und fragte sich, wie wohl die anderen Mitglieder so wären, da merkte er, dass von den zwei Teammitgliedern die anwesend waren, einer der Lieutenant Colonel war, der das Team leitete. Hogan nahm Haltung an und salutierte: "Sir, Captain Hogan meldet sich zum Dienst, Sir."

Master nahm wie der Captain Haltung an: "Freut mich Captain, stehen Sie bequem." Nachdem ein weiterer, höherer Offizier im Raum war, schloss sich Seros sofort an, um eine noch strammerer Haltung zu ergreifen und salutierte zusätzlich vor dem Captain. Hogan seinerseits nahm eine bequeme Haltung an und sah sich Seros Lightwar an, sich wundernd, warum er immer noch so stramm dastand.

Der Colonel betrachtete, wie schon Seros Lightwar zuvor, den Captain von oben bis unten und war zufrieden mit dem, was er sah. Er wollte gerade die beiden ansprechen, während der Captain Seros dazu auffordern wollte, bequemer zu stehen, als erneut ein Soldat den Raum betrat und beide davon abhielt.

In seinen Akten vertieft kam Chan in dem Raum, in dem sich das Tor befand. Mit einem leisen "Oh" bemerkte er, dass auch schon einige andere sich an diesem Ort eingefunden hatten. "Hallo", meinte Chan, "Ich bin Chan Bahlum, ich soll mich bei Colonel Master melden." Chan sah in die Runde, um sich zu vergewissern, wer von den Anwesenden der Teamleader war.

Es verwunderte den Colonel schon sehr, dass dieser vor drei höheren Offizieren keine Haltung annahm und sie einfach anredete. Rhylee blickte kurz zu den anderen beiden und signalisierte ihnen mit seiner Hand, ruhig zu bleiben, schließlich wusste er nicht, wie diese darauf reagieren würden. "Sergeant Bahlum, ich bin Lieutenant Colonel Master...", sagte er, blickte Chan an und verfiel in ein Schweigen, um ihn zu erinnern, das er etwas vergessen hatte. Er hoffte, dass er es selbst erkannte, ansonsten müsste er ihn wohl zurechtweisen.

Auch Hogan gefiel nicht recht, dass der Soldat anscheinend das Salutieren bei der Grundausbildung geschwänzt hatte. Er hätte etwas dazu sagen wollen, als er dem Blick des Lieutenant Colonels begegnete und es sein ließ. Statt dessen setzte er einen etwas zornigeren Blick auf und musterte Chan Bahlum von oben bis unten.

Chan schaute Lieutenant Colonel Master mit Augenrollen an und fragt sich ob er ihn mit 'Sergeant' meinte. Als sich kein anderer meldet, sagte er: "Hallo, ich bin kein Sergeant, sondern First Flieger und komme nicht von der Erde. Hat man Ihnen das nicht mitgeteilt?" Chan war etwas verwirrt und fragte leise, ob das ein Problem wäre.

Hogan schaute sich den First-Flieger genau an, während des Gesprächs mit dem Colonel. Der Captain überließ es Master, das Gespräch zu führen. Etwas verwundert über die Situation sah Master den Mann vor sich an, er trug das Abzeichen eines Sergeants...merkwürdig, aber als er sich an die Personalakte zurück erinnerte, kam ihm der Titel First-Flieger bekannt vor. Auch an einen merkwürdiger Geburtsort, hinter dem ein merkwürdiges Zeichen war, erinnerte er sich wieder. "Hmmm, dass ist sehr merkwürdig, Sie tragen ein Abzeichen dieses Ranges an Ihrer Kleidung. Aber ich kann mich an die Informationen erinnern, die ich über Sie erhalten habe." Der Mann vor Master sah genauso verwirrt aus, wie er selbst, daher beruhigte er ihn etwas, wobei er damit gleichzeitig sich beruhigte.
"Nun denn, wahrscheinlich nur ein Organisationsfehler."

Seros Lightwar für seinen Teil nahm eine entspanntere Haltung ein, doch wusste er nicht, was er jetzt tun sollte. Wann würde nun das Gate aktiviert? Oder würde nun erst ein Check der Ausrüstung durchgeführt? "Lieutnent Colonel, was tun wir nun, Sir?", fragte Seros ihn mit einem Gesicht, das seiner Ungeduld Ausdruck verlieh.

"Lassen wir uns davon nicht abhalten und starten.", entgegnete der Teamleader. Rhylee blickte hoch zur Glaswand und hob seinen Daumen, um den Männern dahinter sein O.K. zu signalisieren. Dabei ließ Hogan seine Blicke im Gateraum etwas herum wandern. Besonders fasziniert war er vom Stargate selbst. Die Gravuren am Tor kamen ihm wunderschön vor, auch die Zeichen auf den Chevrons fand er beeindrucken, da viele von den Sternenkonstellationen am nächtlichen Himmel zu sehen waren.

Kurz darauf begann sich auch schon der Ring des Stargates zu bewegen und rastete bei verschiedenen Chevrons ein, bis schließlich das siebte Chevron aktiviert wurde und sich der Ereignishorizont etablierte. Seros zuckte kurz zusammen. Er war extrem nervös. Als dann der Anwahlmodus beendet war, für den Captain hatte es ein beeindruckendes Schauspiel dargestellt, trat Hogan auf die Rampe und nahm seine P90, die an einem Gurt vor seiner Brust hing, in die Hand. Der Captain konnte es sich nicht nehmen lassen, den Ring einmal zu Berühren. Langsam schwappte der Ereignishorizont vor dem SG-Team hin und her.

"Gut, Sie sind alle bereit, lassen Sie uns aufbrechen." Nach den Worten von Colonel Master ging Hogan schweigend auf den Ereignishorizont zu, bis er darin verschwunden war. Nach dem Captain Hogan durch das Stargate gegangen war, ging auch Seros langsam auf das Sternentor zu, die P90 im Anschlag. Kurz vor Ereignishorizont blieb er stehen und dachte: 'Was wir mich dort erwarten? Egal los gehts.' Seros machte einen Schritt nach vorne und war darauf hin in der blauen Oberfläche verschwunden.


Der Planet P3X-6D1

Master war mit großen Schritten nach der Anwahl des Planeten durch das Gate gegangen und als er auf der anderen Seite angekommen war, fuhr sein Blick schnell in alle Richtungen... alles ruhig, gut. Nachdem Hogan das Gate verlassen hatte, ging er erst ein paar Schritte weiter, um den Anderen Platz zu machen. Er behielt seine P90 im Anschlag, während er sich die Gegend anschaute.

Es schien alles ruhig zu sein, das einzige was sich regte war der Wind, der übers hohe Gras streifte. Der Planet war der Erde ähnlich. Sie befanden sich hier auf einer grünen Wiese, ein paar Bäume säumten den saftigen, langen Rasen. Weiter entfernt war ein Wald zu sehen, in der anderen Richtung Hügel. Die erste Frage war wohl, wo sie zunächst langgehen sollten.

Nachdem Rhylee keinerlei Gefahren in der Umgebung seines Teams feststellen konnte, betrachtete er das Umfeld vor sich und seinen Leuten genauer. Es war ein idyllisches Fleckchen, an dem sie sich hier befanden. "Vielleicht sollte ich hier meinen Urlaub verbringen", murmelte er vor sich hin. Mit kleinen Schritten ging er etwas weiter auf der Wiese, die vor dem Stargate lag und entdeckte einen kleinen See circa 100 Meter entfernt. "Was man wohl da schönes raus angeln könnte...?"

Während die anderen durch das Tor kamen, behielt Hogan die Gegend im Auge. Kurz nach Chan Bahlum kam Seros stürzend und stolpernd aus dem Wurmloch. Ihm war total übel, er wusste aber nicht genau, warum. Seros wusste nicht mal, wo oben und unten war. 'Was war den das? Ich hoffe, dass das nicht immer so ist', dachte der Lieutenant. Als sich das Schwindelgefühl gelegt hatte, versuchte Seros sich gerade aufzurichten, doch gaben seine Beine sofort nach, worauf er sich doch entschied, eine Minute sitzen zu bleiben. 'Wo ist eigentlich meine P90?', Seros schaute sich um, doch er sah sie nicht. "Wo ist meine Waffe?", sagte Seros sich weiter umschauend. Plötzlich entdeckte er sie neben dem Anwahlgerät liegend. Er kroch zu ihr hin und stellte zu seiner Erleichterung fest, dass sie nicht beschädigt war.

Als der Colonel hinter sich das Wort 'Waffe' hörte, drehte er sich zu seinem Team um, glücklicherweise war es falscher Alarm. "Sieht so aus, als hätte der Planet schon seit langer Zeit keine Goa'uld mehr zu Gesicht bekommen, vielleicht sogar noch nie, doch halten Sie die Augen auf."

Für Chan war dies eine Welt, wie sie auf seinem Planeten schon seit Jahrzehnte nicht mehr existent war. Er kannte die meisten Pflanzen nur aus Büchern. Mit einem "Wow" zeigte er seine Begeisterung dessen, was er erblickte. Mit der Zat-Waffe in der Hand ging Chan die Treppe vom Gate hinunter.

Rhylee ging zunächst ein paar Schritte weiter, um sich einen weiteren Eindruck von dem Planeten geben zu lassen und den Weg für die anderen freizumachen. Die M16A4 hatte er mit seinen beiden Händen fest im Griff, jederzeit bereit damit auf ein 'Problem' loszuschießen.

Hogan bemerkte etwas, das einem Weg ähnelte. Der Weg, wenn es denn einer war, schien schon seit vielen Jahren nicht mehr benutzt worden zu sein. Allerdings konnte er nicht genau sagen, wie lange der Weg nicht mehr gebraucht worden war, ob es einige wenige Jahre waren oder mehrere Jahrzehnte, da er nicht wusste, wie breit der vermeintliche Weg ursprünglich gewesen war. Er führten in Richtung der Hügel, die weiter entfernt in der Landschaft lagen. "Sir, ich glaube einen alten Weg entdeckt zu haben.", sagte der Captain.

"Sir", sagte Chan und dachte wieder daran, dass man ihn mit einem Sergeant verwechselt hatte. "Wonach suchen wir hier?" Er schaute an seiner Uniform hinunter, um sich zu vergewissern, was eventuell darauf hindeuten könnte, einem Rang eines Sergeant zu gleichen.

Der Colonel meinte zu Chan und Hogan schauend: "Gut, dann gehen wir diesen Pfad entlang, mal schauen, was wir nettes finden." Er blickte fragend zu Seros: "Zumindest wenn alle bereit sind, aufzubrechen."

Seros schüttelte kurz seinen Kopf. Ihm war zwar noch ein bisschen schwindelig, aber er war sich sicher, dass das schnell vergehen würde. Er versuchte sich aufzurichten und dieses Mal konnten ihn seine Beine tragen. "Ich bin bereit, Sir.", sagte Seros mit fester Stimme.

Mit einem Kopfnicken zu Seros deutete Rhylee diesem an, was er im nächsten Moment aussprach: "Gut, dann lasst uns weiter. Am Besten wir gehen zu einem höheren Punkt, um einen weiten Einblick in die Umgebung zu bekommen. Also vorwärts!" Mit einem großen Schritt Richtung Westen begann der Lieutenant Colonel den Fußmarsch. Ihr Ziel war eine Hügelkette, auf der sich ein kleines Wäldchen befand, so konnten sie einigermaßen in Deckung in die Ferne schauen. "Bin gespannt, was wir sehen werden..."

Als der Lieutenant Colonel den Befehl zum Abmarsch den Weg entlang gab, ging der Captain hinter Master und beäugte den Weg immer wieder, während er auch die Gegend im Blick behielt. Etwas später wandte sich Hogan an Seros, da dem Captain nicht entgangen war, wie der Lieutenant durch das Tor gekommen war. Seros ging langsam hinter den anderen her. "Gehet es Ihnen gut, Lieutenant Lightwar?", fragte ihn Hogan.

"Mir geht's gut! Nur ein bisschen schwindelig. Aber das geht schon, Sir." Seros wusste, dass seine Stimme seinen Zustand wahrscheinlich besser wiedergab, als seine Worte. Ihm wurde wieder schwindelig, doch bewahrte er die Haltung, sodass er nicht wieder hinfiel. Wenn Sie jetzt nicht weiter gehen würden, wären sie hier die perfekte Zielscheibe. Sie musste alle weiter und Seros wollte sie nicht aufhalten. 'Also Seros, jetzt reiß dich mal zusammen! Du bist ein Soldat und du wirst jetzt weiter marschieren. LOS'

"Wir sind nicht alleine hier", bemerkte Chan, als er einen kleinen Baum untersuchte.

Rhylee Master war vollkommen in seinen Gedanken gewesen, als ihn die Stimme von Chan aus diesen heraus riss. '...Wir sind nicht alleine hier...' Der Colonel drehte sich sofort zu Chan um und dann in dessen Blickrichtung, seine M16A4 war schussbereit und angehoben, es fehlte nur eine kleine Bewegung mit dem Finger...

"Deutliche Spuren von einem nicht all zu kleinen Lebewesen.", fügte Chan hinzu und kniete sich hinter dem Baum auf die Erde, um nach Spuren Ausschau zu halten. Als er nichts fand, war er etwas verwirrt.

Für den Teamleader war es eine Erleichterung. Es handelte sich um ein kleines Lebewesen... Rhylee senkte die Waffe wieder und blickte zu Chan: "Also weiter gehts", meinte er mit etwas genervter Stimme.

Seros ging langsam hinter den andere her. Ihm war nach wie vor schwindelig, aber es wurde mit jeder Sekunde, die verging, besser. Als Chan gesagt hatte, dass sie Gesellschaft hatten, konnte er sich der Illusion eines Hundes nicht ganz verschließen. Tatsächlich erspähte er etwas, das wie ein zu klein geratener Hund aussah. Der Soldat drehte sich wieder zur Gruppe um und marschierte weiter. "Mmmhh, was es hier wohl sonst noch für Tiere gibt? Ich hoffe nur, dass es keine Raubtiere sind!", sagte Seros mit einer Stimme, die nicht aufgeregt schien. Trotzdem überprüfte er noch einmal zur Sicherheit seine P90. Sie war nicht beschädigt und so hatte er keinen Grund zur Beunruhigung. Der Boden fühlte sich an, als wäre erst vor kurzem Regen auf ihn herab gefallen. Man konnte außer den Fußabdrücken der Anderen auch die Abdrücke von Tieren sehen. Seros nahm sich vor, etwas aufmerksamer zu sein, denn es gab mehr als nur eine Gefahr im Universum.

Hogan ging immer noch als Zweiter in der Gruppe. Als sie nach Westen zu den Hügeln kamen, hielt der Captain seine P90 im Anschlag und beobachtete aufmerksam die Umgebung. Auf dem Weg die Hügeln hinauf entspannte er sich immer mehr. Umso näher sie dem Wäldchen kamen, um so eher würden sie etwas Deckung und eine bessere Übersicht haben. Er ließ die P90 am Gürtel baumeln und nahm stattdessen die Zat'nik'tel in die Hand, ohne sie jedoch zu aktivieren.

Hogan war niemand, der unnötige Gespräche führte, weswegen er meistens schwieg, es sei denn, es gab etwas mitzuteilen. Auf dem weiteren Weg hielt Hogan weiterhin die Augen offen und blickte auch immer wieder auf den Boden, um eventuelle Fußspuren von Einheimischen zu entdecken, machte aber keine aus.

Die Gruppe hatte ein ganzes Stückchen hinter sich gelassen, erklomm die Hügelkette und hatte nach kurzer Zeit den höchsten Punkt erreicht. Nun konnten sie tief ins Land blicken. Vor sich sahen sie zunächst eine Wiese, dieselbe, auf der das Sternentor stand, dahinter einen riesigen Wald und dahinter...'Was ist das?...Rauch!', dachte der Colonel, schnappte sich sein Fernglas und suchte den grauen Faden am Horizont ab. Es war definitiv Rauch, doch aufgrund des Waldes konnte man nicht erkennen, woher er genau kam. Rhylee drehte sich zu seinem Team um: "Wir sind also wohl nicht die einzigen Lebewesen auf diesem Planeten und da wir nicht wissen, mit was wir es zu tun haben, heißt es ab jetzt doppelte Vorsicht!"

Der Colonel blickte in die Gesichter seiner Kameraden, alle zeigten unterschiedliche Gefühlsausdrücke, doch bei jedem konnte man deutlich Neugierde entdecken. "Also, wir werden uns in den Wald begeben und von dort aus zunächst weitere Informationen sammeln. Bis wir nicht wissen, ob sie uns gut gesonnen sind oder nicht, sollten wir auf jeden Fall Kontakt vermeiden...weiter geht's."

Seros spürte ein leichtes Unbehagen in seiner Magengegend und das hatte er so nur, wenn er nervös wurde. 'Scheiße, Rauch, bedeutet häufig Ärger und darauf habe ich zur Zeit wirklich keinen Bock.' Nachdem er sich wieder einmal vergewissert hatte, dass seine Waffe bereit war, nahm er sie in Anschlag und ging leicht geduckt auf den Wald zu. Kurz vor dem Rand hielt der Soldat inne und fragte denn Lieutenant Colonel: "Sir, wie weit ist es ungefähr bis zu dem Ort, wo der Rauch herkommt?"

Chan, der die ganze Zeit das Schlusslicht gewesen war und seine Nase nur dann aus seinen Unterlagen gehoben hatte, um zu sehen, wo die anderen entlang liefen, schaute sich einen kurzen Augenblick den Rauch an und fing wieder heftig an, in seinen Unterlagen zu blättern. Als er merkte, dass die anderen seiner Gruppe schon weiter gelaufen waren, begann er schnell sich der Gruppe anzuschließen. "Sir", sagte er noch im Laufen. "Sir, der Rauch", keuchte er. "Ich meine, ich glaube er ist nicht ohne Bedeutung."

Chan überlegte kurz und meinte daraufhin: "Schauen Sie sich doch das Wetter an, denen wird bestimmt nicht kalt sein? Wir haben circa 28 Grad." Chan begann wieder in seinen Unterlagen zu blättern und zeigte einen kleinen Artikel über ein Volk, welches mit Rauchzeichen kommunizierte. Rhylee gestand sich innerlich ein, an diese Möglichkeit nicht gedacht zu haben, doch bevor er etwas antworten konnte, meldete sich der Captain zu Wort...

Hogan behielt immer noch seine Zat in der Hand, während er mit der Gruppe weiterging. Die Umgebung ließ er dabei nie aus den Augen und ihm blieb dabei nicht verborgen, dass Chan Bahlum lieber in seinen Unterlagen blätterte, als darauf zu achten, ob sich Einheimische oder gefährliche Tiere näherten. Als Chan dann auch noch beinahe den Anschluss an die Gruppe verloren hatte, konnte sich der Captain einen Kommentar nicht mehr verkneifen. Hogan setzte einen ernsten Gesichtsausdruck auf und meinte: "Mister Bahlum. Erstens: stecken Sie nicht immer Ihre Nase in die Unterlagen, sondern achten Sie darauf, dass Sie die Gruppe nicht aus den Augen verlieren. Und behalten Sie die Gegend im Auge. Wir sind hier auf einem unbekannten Planeten, von dem wir nicht genau wissen, ob dieser bewohnt ist oder nicht und ob die Bewohner, wenn er denn bewohnt ist, freundlich gesonnen sind.
Zweitens: wenn dieser Planet wirklich bewohnt ist, muss dieser Rauch tatsächlich nicht gerade bedeuten, dass die Bewohner heizen. Aber wir wissen ja auch nicht genau, welche Zeit gerade auf diesen Planeten ist. Vielleicht wird hier im Moment Mittagessen gekocht oder es gehört zu einer Bestattungszeremonie." Danach hielt der Captain kurz inne und beruhigte sich wieder. Es tat gut, sich kurz Luft zu machen.

Ihr Teamleader war so in Gedanken versunken und auf die Umgebung vor ihm konzentriert, dass er es gar nicht richtig mitbekam, dass zwischen Bahlum und den anderen sich ein großes Loch aufgetan hatte. Seros musste sich ein Kichern verkneifen, da er das ganze recht lustig fand. Aber es war eine Mission und da sollte man wirklich mehr von seiner Aufmerksamkeit auf die selbige richten. 'Wer weiß, wann wir angegriffen werden?', dachte er. Man sollte stets das Schlimmste befürchten, denn man wusste nie, wann das Pech kommt und einen holt. Deswegen musste man stets vorsichtig sein und dass Chan das nicht war, gefährdete alle.

"Das mag alles richtig sein, aber wenn ich meinen Fisch zubereite", brauste es aus Chan heraus, "sind meine Rauchwolken nicht unregelmäßig, kann mir mal jemand das erklären?" Chan zeigte einen kleinen Bericht der Menschen auf P5X-882, die mit Rauchzeichen arbeiteten.

"Still jetzt! Keiner von uns kann sagen, was da vor uns liegt. Wir haben alle unsere Vermutungen, in Ordnung, aber wir dürfen nicht soviel Lärm machen. Vielleicht treiben sich einige Lebewesen im Wald herum... und wir wissen nicht, ob sie für uns eine Gefahr darstellen.", sagte der Colonel und blickte jeden seines Teames an. Er hatte keine Lust, dass die Gruppe wegen eines dämlichen Streites entdeckt werden würde. Die vierköpfige Gruppe lief den Hügel herunter, direkt auf den Wald zu. Hinter dem Wald mussten irgendwelche Lebewesen sein, doch was genau würde sie erwarten? Masters rätselte in seinen Gedanken umher, doch egal welche Vermutung er anstellte, es konnte auch ganz anders kommen. Er musste wohl warten bis sie den Wald durchquert hatten. Ohne ein weiteres Wort zu sagen, ging er weiter in den Wald hinein.

Der Wald war von vielen verschiedenen Pflanzen bevölkert, die Master noch nie gesehen hatte, was natürlich auch bedeutete, dass giftige Dinger darunter sein konnten. Immer in Deckung bleibend, ging er langsam weiter direkt auf die Position zu, von der er den Rauch hatte aufsteigen sehen.

Nach der kleinen Unterredung mit dem Captain und der Einmischung Rhylee Masters sagte Chan kein Wort mehr und war stillschweigend der Gruppe nach in den Wald hinein gegangen. Hogan sagie ebenfalls nichts mehr zu dem Thema, welches er angeschnitten hatte und ging weiter mit der Zat im Anschlag. Der Captain behielt die Gegend im Auge. Zum Glück war das Blätterdach des Waldes so lichtdurchlässig, dass man problemlos sehr weit sehen konnte, wenn man von den Stämmen der Bäume absah.

Die vierköpfige Gruppe schlug sich mit vorsichtigen Schritten durch das Unterholz, als es erneut zu einer Aufregung kam, die durch Chan ausgelöst wurde, als dieser ein Geräusch hörte. Unerwartet, nach kurzer Zeit in den von Ästen und Grün überdachten Umgebung, fiel Chan dieses auf. "Pst",zischte er leise, "da singt wer oder etwas." Bahlum überlegte, ob es überhaupt ein singen war. Er hatte schon viele Sprachen und Laute gehört und kennengelernt. Es fiel ihm schwer, den Klang genau auszumachen, da diese Laute in einer so hohen Frequenz schwangen, dass sie wohl nicht jeder sofort hören konnte. "Hört mal", sagte Chan, "was ist das?"

Daraufhin blieb Hogan stehen um etwas hören zu können. Das, was er hörte, kam ihm nicht so vor, als ob es von einem Menschen stammen würde, sonder eher von einem Tier das durch das Unterholzt streifte, um sein Revier zu markieren oder um sich etwas Essbares zu suchen. Allerdings sagte der Captain nichts dazu, weil er sich mit seiner Vermutung nicht sicher war. Aus reiner Vorsicht nahm er aber seine Zat fester in die Hand und machte sich bereit, sie auf Kommando zu aktivieren.

Seros hörte es auch: "Es hört sich fast an, wie Fledermausschreie oder?" Dem Soldat war nicht wohl bei dem Gedanken an Fledermäuse, er mochte sie einfach nicht. Er fürchtete sie sogar. 'Bitte, lass es keine Fledermäuse sein. Bitte!', bat er in Gedanken. Er hatte sehr schlechte Erringungen an diese Tiere. Seros ging ein bisschen langsamer. Er wollte nicht dort hin, wo diese Geräusche her kamen. Ihm fuhr ein grauenvolles Gefühl durch denn Magen.

Chan war ein wenig verwirrt, wie kam Seros auf Fledermäuse? Aber egal, denn Fledermäuse waren es bestimmt nicht. "Keine Angst, die Wahrscheinlichkeit in einer Atmosphäre, wie dieser, Fledermäuse zu treffen, ist nicht sehr hoch." Er dachte kurz über seine Worte nach und stimmte sich selbst mit einem kurzen Nicken zu. "Es klang eher wie, wie, ähmm? Keine Ahnung. Sir, wie würden sie einen kurz bevorstehenden Überfall formulieren?"

Seros sah Chan besorgt an: "Ich hoffe, dass du recht hast. Ich hoffe es wirklich." Ein Überfall wäre ihm lieber, als sich mit Fledermäusen herumschlagen zu müssen. Seros ging langsam weiter, aber seine Angst war ihm richtig ins Gesicht geschrieben. Er ging mit sich immer mehr verlangsamenden Schritten weiter. Er wollte dort trotz der Worte Bahlums nicht hin. Egal was dort war. Er wollte nicht zu dem Ding, das diese Geräusche machte. In Seros Gedanken spielte alles verrückt. Er malte sich die verrücktesten Kreaturen aus, die dazu in der Lage wären, solche Töne von sich zu geben. 'Ich sollte mich beruhigen und mich mehr auf die Mission konzentrieren,' tadelte er sich selbst.

Dass sofort wieder eine Diskussion darüber entstanden war, was es sein könnte, erregte den Zorn des Colonels. 'Ich hatte doch befohlen ruhig zu bleiben...,' grollte es hinter seinen Schläfen. Sollte es wirklich ein Mensch sein, würden sie diesen doch nur auf sich aufmerksam machen, indem sie redeten, verstanden das seine Teammitglieder etwa nicht? "Ruhe und in Deckung!", befahl er streng und harsch. Hogan ging nach den Worten des Colonels hinter den Busch, vor dem er stand und nickte zur Zustimmung, dass er weiter still sein würde. Die Geräusche, die der Captain hörte, klangen für ihn immer noch mehr als die eines Tieres, als von einem Menschen oder ähnlichen Wesen stammend.

Rhylee lauschte, konnte zunächst aber nichts hören, bis dann erneut ein Geräusch zu vernehmen war, zunächst ein Rascheln, dann ein Pfeifen. 'Was wenn es das Zeichen für einen Angriff war,' Master umfasste mit einem festen Griff seine Waffe und machte sich bereit. Plötzlich ein erneutes lauteres Rascheln... und dann stieß etwas aus dem Gebüsch hervor. Rhylee hatte den Abzug schon halb durchgezogen, als er erkannte, dass es sich um einen Vogel handelte, der in die Lüfte schoss. Er wartete kurz und hörte, ob noch andere Geräusche kamen, doch anscheinend hatte es sich nur um Tiere gehandelt. "Seid weiterhin vorsichtig...aber unterlasst endlich das Gerede."

Nach einiger Zeit wurde es allmählich dunkler, woraufhin Hogan durch eine Lücke im dichten Blätterdach zum Himmel blickte und sah, dass sich nur eine Wolke vor die Sonne schob. Nur kurz davon abgelenkt konzentrierte er sich wieder auf die Situation und die Umgebung. Wären sie noch außerhalb des Waldes gewesen, so hätten sie bemerkt, dass es keine Wolke war, die die Sonne verdunkelte, sondern der Rauch mittlerweile zu einer Wand geworden war, die sich über mehrere hundert Meter Breite zwischen den Bäumen erstreckte. Das Stargate-Team war noch ungefähr 500 Schritt davon entfernt, als der Wind wechselte und nicht nur den Brandgeruch zu ihnen trug, sondern auch Schwaden von grauem Rauch. Er biss in den Atemwegen und wurde so dicht, dass sie anhalten und ihre Gasmasken anziehen mussten.

Erst jetzt bemerkten sie die Hitze und ein rot-orangenes Licht irgendwo in den kratzenden Nebel, schimmerte gerade noch so schwach hindurch, dass man sich einbilden konnte, dass es Einbildung war - doch der Temperaturanstieg war klar zu spüren. "Rückzug... sofort zum Gate. Das sah nur vorher von außerhalb des Waldes aus wie ein Lagerfeuer zum Kochen oder als Zeichen... Das ist ein Gott verdammter Waldbrand. Los, los, los.", befahl Rhylee Master, schulterte seine M16A4 wieder und nahm die Füße in die Hände.


Epilog

Es war zu einer knappen Angelegenheit geworden. Als die vier, nur leicht verletzt, aber außer Atem, durch das Wurmloch auf die Rampe des Stargate Centers stolperten, waren sie verschwitzt und ihre Kampfmonturen voller Ruß. Das Feuer hatte sich von einem Waldbrand rasend schnell auf einen Flächenbrand hinzu gefressen. Aus der Feuerwand, die sich durch den Wald wälzte, war eine Zange geworden, die sich um die Menschen zu schließen drohte.

Nur mit äußerster Anstrengung, erschwert durch die schlechte Sicht, erreichten sie den Waldrand nach einer halben Stunde im Dauersprint um ihr Leben. Der Rauch, vom Wind in ihren Rücken getrieben, hatte sie vollkommen eingehüllt und jede Orientierung außer mit einem Kompass unmöglich gemacht... gleichzeitig hatte es bedeutet, dass dem Rauch wie eine Walze das tödliche Feuer folgte.

Die Bäume des Waldrandes standen bereits teilweise in Flammen, als sie aus dem Dickicht brachen und der Brand hatte zu allem Überfluss bereits auf das hohe Gras der Wiese übergegriffen, auf der das Sternentor stand. Sie konnten sich keine Pause leisten und müssten sofort von dem Planeten kommen, wollten sie nicht qualvoll verbrennen. Master hatte das Anwählen der Erde übernommen und seine Leute hindurch geschickt, bevor er selbst nachkam. Das Gras um ihn herum und vor den Stufen zum Ring empor brannte bereits lichterloh und der Colonel schaffte es nicht zurück ins Center, ohne sich schmerzhafte Verbrennungen an den Füßen zu zuziehen - doch die Wunden würden heilen.



Zusammengestellt von Basti. Kontrolliert von Silfides am 01.07.2011.

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