Schulmission: Kidnap the Sandy Claws

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Diese Schulmission spielte Ende Dezember des Jahres 2007, kurz vor Weihnachten, auf dem Planeten M2U-412 der Pegasus Galaxie unter der Leitung von Vanillo, um die Spielerin MobbelZ in die Abläufe eines Forenrollenspiels einzuführen (tatsächlich fand die Schulmission im Februar 2008 statt). SGA-7 erkundete den regnerischen Planeten M2U-412, um die dortige Bevölkerung zu treffen, mit ihnen Kontakte und womöglich Handelsbeziehungen zu knüpfen. Unerwartet wurde das Team von einem Wraithdart entdeckt, der zwei der Teammitglieder erwischte. Lieutenant Evan Smith gelang es jedoch den Dart, ohne ihn zu zerstören, mit einem Jumper abzuschießen und zur Notlandung zu zwingen. Mit dem geborgenen Dart konnten die zwei Soldaten und auch drei entführte Bewohner des Planeten wieder rematerialisiert werden.
Es war für Evan Smith die erste Offworldmission der Atlantis Expedition, zuvor war er als Teil der Sicherheitstrupps in dem Stadtschiff eingeteilt gewesen.


Inhaltsverzeichnis

Aufgetretene Personen


Zusammenfassung

Evan Smith, 1973 in Kanada geboren, hatte das College nicht lange besucht. Er war kurz in die Fußstapfen seines Vaters, wie es auch sein Bruder getan hatte, getreten, doch anders als dem Wirtschaftsingenieur lag Evan das College nicht. Er brach es ab, zog in die USA und strebte dort eine militärische Karriere bei der Air Force an. Lange Zeit war er Teil einer Wacheinheit des Cheyenne Mountain. Mit der Zeit wurde er befördert und Teil der Sicherheitstrupps innerhalb des geheimen Stargate Centers. Schließlich bekam auch er die Gelegenheit, als Schutz für einige Wissenschaftler durch das Sternentor zu gehen. Da ihn das 'Babysitten' nicht forderte, nahm er die Gelegenheit sofort wahr der Atlantis Expedition beizutreten, als ihm die Chance gewährt wurde.

Gestrandet in der Pegasus Galaxie erkundete Evan Smith als Teil von SGA-7 unter dem Kommando von Captain Jack Reacher den Planeten M2U-412, auf dem es anscheinend ständig regnete, um die dort lebende Bevölkerung zu finden und eine Handelsbeziehung auf zu bauen. Unglücklicherweise entdeckte Second Lieutenant Evan Smith einen Wraithdart, der den Planeten ausspähte und das Atlantis Team schließlich entdeckte.
Durch den matschigen, aufgeweichten Boden daran gehindert schnell zum Jumper zurückzuflüchten, wurden zwei Mitglieder der Einheit, Katherine O'Conell und Ralph Lindson schließlich von dem Transportstrahl des Jägers erfasst und entführt. Es blieb an Evan Smith, dem einzigen im Team mit dem Antikergen, den Jumper zu starten und den Dart so abzuschießen, dass er möglichst in einem Stück blieb und der Datenpuffer des Transporters wieder ausgelesen werden konnte. Evan war zwar nicht geübt genug in der Steuerung des Schiffes, doch der Druck, die eigenen Teammitglieder zu töten, falls er versagen sollte, ließ ihn das Unmögliche möglich machen.
Anschließend, nachdem der Dart nach den Treffern notlanden musste, hatten Reacher und Smith einen anstrengenden Kampf gegen einen äußerst schlecht gelaunten Wraith-Piloten vor sich. Den Kampf gegen die körperlich weit überlegene Kreatur bestanden sie nur mit Glück und Mühe.
Zurück in Atlantis konnten die Wissenschaftler die beiden Soldaten retten - sowie drei Bewohner der regnerischen Welt, welche der Dart ebenfalls erwischt hatte. Mit deren Befreiung war auch eine Basis geschaffen für freundschaftliche Kontakte und einen Handel mit M2U-412.


Prolog

Der Kanadier Evan Smith wurde am 09. Januar 1973 in Kelowna in British Columbia geboren. Seine Familie achtete schon immer sehr auf akademische Leistungen. In der Schule erreichte er im Gegensatz zu seinem Bruder nur Mittelmaß, was allerdings nicht an mangelnder Intelligenz lag. Ihm waren immer viele andere Dinge eingefallen, die um einiges interessanter waren als zu lernen. Dennoch erreichte er einen guten Abschluss und ging auf den Wunsch seiner Eltern aufs College. Dort beschäftigte er sich ebenfalls mit Wirtschaft, so wie sein älterer Bruder Samuel und sein Vater David, doch bald wurde ihm klar, dass dies nicht seine Welt war. Er brach das College ab, zog in die USA und ging zum Militär mit der Begründung, dass er einfach kein Mensch war, der tagelang am Schreibtisch sitzen könne.
Er ging also zum Militär und absolvierte dort die Grundausbildung. Mehr durch Zufall stand er dann einige Jahre später als "Wachhund", wie er es selber nannte, vor dem großen Tor des Cheyenne Mountain. Zuvor hatte er noch einen Zettel unterschreiben müssen auch ja niemandem von dem zu erzählen, was er hier sah. Zunächst fragte er sich jedoch: Was sollte er überhaupt jemandem erzählen? Im Prinzip hatte er keine Ahnung, was in diesem Berg vorging. Er wusste nur, dass es geheim und äußerst wichtig war. Mehr als ein Mal hatte er abgedunkelte Limousinen in den Berg hineinfahren sehen. Mehrmals hatte er miterlebt, dass der Berg komplett abgeriegelt wurde. Aber das "Wieso" und "Weshalb" hatte ihm nie jemand erklärt.

Der Wahrheit kam er zum ersten Mal nahe, als er den Auftrag erhielt Colonel O'Neill zu dessen Demonstrationsflug der X–301 zu fahren. Mit Staunen hatte er das fremdartige Fluggerät betrachtet und durch Zufall von einem Techniker erfahren, dass dies ein Gleiter einer außerirdischen Rasse namens Goa'uld sein sollte. Er hatte es zunächst nicht wirklich geglaubt, dennoch war seine Neugierde geweckt worden.
Er versuchte in der nächsten Zeit einiges in Erfahrung zu bringen. Doch erst als er befördert wurde und eine neue Aufgabe erhielt, erfuhr er die ganze Wahrheit über das Stargate.
Seine neue Aufgabe: Er war erneut ein "Wachhund", doch dieses Mal war es das Stargate selbst, das bewacht werden sollte. Evan gehörte nun also zu jenen Männer, die bei jeder "Außerplanmäßigen Aktivierung von Außen" schussbereit vor dem Stargate standen und abwarteten, was geschah.

Tag für Tag sah er die Männer der SG–Teams durch dieses Stargate gehen um fremde Planten dieser Galaxie zu erforschen und wünschte sich endlich auch einmal an ihrer Stelle zu sein.
Dieser Wunsch wurde ihm bei seiner nächsten Beförderung erfüllt. Seine erste Mission bestand darin ein archäologisches Team zu ihren Ausgrabungen auf Planeten zu begleiten. Genauer gesagt zu P2X-886. Die Mission an sich war mehr als nur langweilig gewesen, dennoch würde er diesen vermutlich willkürlich gewählten Code nie wieder in seinem Leben vergessen: Sein erster Planet!

Es folgten noch eine Reihe weiterer, nicht gerade spannender, Missionen. Er blieb weiterhin der Mann im Hintergrund oder auch der "Babysitter für Wissenschaftler" und schon bald langweilten ihn auch diese Aufgaben. Er wollte mehr, wollte endlich auch einmal einer jener glorreichen Helden sein, von deren Geschichten er immer wieder in der Kantine hörte. Er wusste selbst, dass er sich mit diesem Wunsch kindisch benahm. Er fühlte sich wie damals, als er noch ein kleiner Junge gewesen war und unbedingt Feuerwehrmann werde wollte. Dennoch ließ ihn dieser Gedanke niemals los.
Als man dann Freiwillige für die Atlantismission suchte, stellte er sich sofort zur Verfügung. Vielleicht würde sich dort für ihn die Chance ergeben auch einmal einer der Helden zu sein...


Kidnap the Sandy Claws

'Ob es auf M2U-412 immer nur regnete?' Dies fragte sich zumindest Second Lieutenant Evan Smith, während er zum bewölkten Himmel hinauf blickte und dabei die Tropfen wegblinzelte, die ihm ins Gesicht fielen. Sein Team war nun schon seit zwei Tagen auf diesem Planeten unterwegs und der Regen hatte in dieser Zeit nicht für eine Minute aufgehört. Der Boden unter ihren Füßen war aufgeweicht und machte jeden Schritt zur Qual. Der Morast ging ihnen mittlerweile bis über die Fußgelenke und hatte ihre Schuhe schon eine Stunde nach ihrer gestrigen Ankunft vollkommen aufgeweicht.

Doch Smith wollte sich nicht beschweren. Endlich war auch er mal zu einer Mission eingeteilt worden und dass es ihn dabei ausgerechnet auf diesen Planeten verschlug, war nun einmal Pech.

Ihre Mission hier war einfach: Herausfinden, ob sich ein Handel mit den Einheimischen lohnen würde.
Zwar hatte man neben dem Tor einige Hinweise auf eine Zivilisation entdecken können, doch diese musste nun erst einmal gefunden werden. Der Lebenszeichendetektor half ihnen dabei mit seiner begrenzten Reichweite nur wenig.

Captain Jack Reacher, der Anführer ihres Teams, hatte zum Glück angekündigt, dass sie umkehren würden, wenn sie bis zum Abend keinen weiteren Hinweis gefunden hätten. Dann würde man den Jumper holen und zurückkehren um das Terrain großflächig absuchen zu können. Evan fragte sich, wieso man dies nicht von Anfang an hätte tun können. Dann wäre ihm zumindest die Erkältung erspart geblieben, die sich unweigerlich anbahnte.

Doch bis zum Abend würden noch drei Stunden vergehen – drei verdammt lange und äußerst nasse Stunden. Evan konnte bei dem Gedanken nur mühsam ein Seufzen unterdrücken.

Plötzlich nahm er ein, für seinen Geschmack, viel zu bekanntes Geräusch war. Abrupt blieb er stehen.
"Achtung! Waith-Dart!", rief er und ging sofort in Deckung, während er mit der schussbereiten P 90 auf das sich nähernde Sirren des Wraith horchte.

Erschrocken hörte der Captain von SGA-7 den Ausruf des Lieutenants und schnellte herum. Ja, er konnte den Wraithdart auch hören und dem Geräusch nach zu urteilen kam dieser näher. 'Wenn wir doch nur schon beim Jumper wären!', dachte sich der Captain in Gedanken fluchend.
"Alle in Deckung!", rief er aus, woraufhin sich die Mitglieder seines Teams sofort in Deckung begaben. Er ging fieberhaft in Gedanken die Situation durch. 'Der Schlamm wird uns gute Deckung geben, unsere Uniformen haben mittlerweile sowieso die gleiche Farbe, also haben wir den Vorteil, dass wir gut getarnt sind. Sollten uns die Wraith jedoch entdecken, sind wir auf einem Terrain wie diesem hilflos ausgeliefert, da hier an eine Flucht nicht zu denken ist.' Er hielt seine P 90 ebenfalls schussbereit, auch wenn ihnen das nicht allzu viel nützen würde, wenn der Wraithdart sie entdeckte.
Tief im Schlamm versunken kroch er zu Lieutenant Smith und sagte ihm so leise wie möglich:
"Lieutenant Smith, sie besitzen als einziger meines Teams das Antikergen und der Jumper ist unsere einzige Chance hier noch wegzukommen. Ich bitte sie um ihre ehrliche Meinung, glauben sie, sie schaffen es zum Jumper zu kommen, oder halten sie es für sinnvoller hier zubleiben und auf Tarnung zu setzen?"
Eigentlich hatte der Captain schon seine Entscheidung getroffen, doch es interessierte ihn, was Smith davon hielt. 'Wenn er auch zu dem Schluss kommt, dass wir es riskieren müssen, dann werden wir uns wohl oder übel zum Jumper durchschlagen müssen,' dachte er, als er das unheilvolle Surren des Wraithdarts näher kommen hörte. 'Warum müssen diese Schmarotzer eigentlich immer genau dann auftauchen, wenn man sie am wenigsten braucht!', fluchte er in Gedanken, auf Smiths Einschätzung wartend.

Eine Sekunde verschwendete Evan damit, den Captain verblüfft anzublicken, hatte er doch in keinster Weise damit gerechnet, dass dieser ihn nach seiner Einschätzung fragen würde. Dann schob er jedoch diesen Gedanken und die damit verbundene Frage beiseite. Darüber konnte er sich später den Kopf zerbrechen, jetzt hatte er jedoch keine Zeit dafür. Schnell wog er die Fakten gegeneinander ab und sagte dann entschlossen zum Captain: "Zum Jumper, Sir."

Zu dieser Entscheidung kam er nach dem altbewährtem Prinzip: Hoffe auf das Beste, rechne jedoch mit dem Schlimmsten. Im besten Fall war dies ein einzelner Jäger auf einem Erkundungsflug, der kein Interesse daran hatte seine Vorräte aufzustocken. Im schlimmsten Fall war er aber doch auf Nahrung aus und im allerschlimmsten Fall war dieser Dart nur der erste einer ganzen Invasionsflotte, die durch das Stargate oder von einem Hive-Ship aus dem Orbit kam um diesen Planten abzuweiden.

Und in diesem Fall würde es ihnen auch nichts bringen reglos im Schlamm liegen zu bleiben und darauf zu hoffen, dass die Wraith sie nicht sehen würden. Dies war nur eine instinktive Reaktion gewesen. Wenn sich eine Gefahr näherte, reagierte jedes Wesen erst einmal darauf, indem es in Deckung ging.

Doch so weit ihm bekannt war, arbeiteten die Jäger nicht mit visuellem Blickkontakt, sondern einzig über Sensoren, dessen Daten auf der Scheibe im Cockpit zu sehen waren. In diesem Fall hatten die Lebenszeichendetektoren sie sicherlich schon längst erfasst und es war im Prinzip egal, ob sie hier im Dreck lagen oder zum Jumper liefen.

Der Jumper würde ihnen zumindest Schutz bieten und sie konnten darüber hinaus dessen Tarnmodus aktivieren und somit abwarten, bis der oder vielleicht auch die Wraith wieder abzogen.

Und wenn es nur ein einzelner war, konnten sie aber eventuell auch den Versuch wagen ihn abzuschießen. Bewaffnung und Schild eines Jumpers waren seines Wissens nach besser als die eines Wraithjäger und er konnte sich schon die begeisterten Gesichter der Wissenschaftler vorstellen, wenn sie die Möglichkeit bekamen einen Dart oder auch einen Wraith genauestens unter die Lupe zu nehmen.

'Lieutenant Smith sieht es also genauso wie ich.' Es bekräftigte den Captain in seiner Entscheidung, dass eine zweite Meinung seine Schlussfolgerung bestätigt hatte, obwohl er seinen Entschluss auch durchgeführt hätte, wenn der Lieutenant anderer Meinung gewesen wäre. Er deutete den anderen beiden Mitgliedern seines Teams, dass sie ihnen nachfolgen sollten. Es war schwer sich in dem tiefen Schlamm fortzubewegen, doch darauf achtete Reacher nicht. Er war von Natur aus ein sehr bestimmter Mensch und ihr jetziges Ziel war es den Jumper zu erreichen und aus diesem Grunde nahm er die widrigen Umstände nicht wahr, unter denen sie dieses Ziel erreichen mussten.

Als Evan sah, dass sich der Captain dazu entschloss seiner Einschätzung zu folgen, fühlte er kurz einen gewissen Stolz in sich aufwallen. Doch ihm schien der Moment ein wenig unpassend, um sich mit solchen Gedanken zu beschäftigen und er nahm sich vor, dieses auf später zu verschieben, dann aber ausgiebig zu genießen.
Eilig kam er auf die Beine und folgte dem Captain. Der Schlamm saugte sich an seinen Schuhen fest und machte jeden Schritt zur Qual. Es kostete Evan Kraft mit den anderen mitzuhalten, vor allem da der Captain keine Schwierigkeiten damit zu haben schien.

Reacher überlegte und merkte, dass ihm eine bestimmte Information fehlte, deshalb fragte er Smith: "Lieutenant, wie gut können Sie mit den Antikerdrohnen umgehen?"
Er stellte diese Frage um zu evaluieren, wie gut ihre Chancen standen, den Wraithdart mit nach Atlantis zu nehmen, falls sie Glück hatten und es bei einem Dart blieb. 'Soweit ich weiß, besitzen die Darts eine überlegene Angriffskraft und wir würden selbst im Jumper wahrscheinlich keinen, höchstens einen Treffer aushalten. Doch die Wraithwaffen sind nur nach vorne gerichtet und haben nur einen minimalen Zielbereich, die Drohnen sind also durch ihre Flexibilität den Wraithwaffen überlegen. Diesen Vorteil müssen wir ausnutzen, doch ist uns das nur möglich, wenn Evan gut genug mit den Drohnen umgehen kann. Natürlich setzt das voraus, dass es ein Dart bleibt, doch falls das so sein sollte, ist das eine einmalige Gelegenheit die Wraithtechnologie zu erforschen.'
Falls es ihnen wirklich gelingen sollte einen Dart und möglicherweise sogar einen Wraith nach Atlantis zu bringen, wäre das ein großer Vorteil, da die Expedition dann in der Lage wäre mehr über die Technologie ihrer Feinde herauszufinden. 'Doch all diese Pläne werden nichtig, falls wir den Jumper nicht erreichen sollten. Hoffentlich schaffen wir es rechtzeitig,' dachte er noch.

Als der Captain Evan Smith wegen den Drohnen angesprochen hatte, hätte er dessen Worte beinahe überhört. Doch der Lieutenant antwortete schnell: "Drohnen? Es geht einigermaßen. Wenn es bei diesem Jäger bleibt, sollte ich durchaus in der Lage sein, ihn zu erwischen."
Jeder Jumper verfügt über 18 Drohnen, die durch Gedankenübertragung das Ziel selbstständig erfassten und zerstörten. Es erfordert jedoch eine gewisse Übung sich auf das Fliegen und gleichzeitig auf die Drohnen zu konzentrieren. Und Evan besaß bisher noch nicht sonderlich viel. Wenn Reacher ebenfalls plante diesen Dart eventuell zu bergen, dann durfte Evan ihn nicht zu stark beschädigen. Deshalb fügte er hinzu: "Zerstören auf jeden Fall, mehr kann ich aber nicht versprechen."

'Zerstören sollte also im schlimmsten Falle noch möglich sein, wenn wir den Jumper erreichen,' dachte sich Reacher. Momentan war das Team auf Smith angewiesen, da er der einzige war, der das Antikergen besaß. Es war gut, dass der Lieutenant anscheinend sofort verstanden hatte, was Jack mit seiner Frage bezwecken wollte, und ihm dementsprechend gleich die nötigen Informationen verschaffte, das sparte ihnen Zeit, die sie dringend brauchten.
Sie konnten mittlerweile nicht mehr all zu weit vom Jumper entfernt sein. Das Surren war inzwischen aber auch schon verdammt nahe, es schien sich jedoch nur um einen Dart zu handeln. Zumindest etwas.
Im Laufen schaute Evan zurück. Der dichte Regen und die grauen Wolken erschwerten die Sicht. Er glaubte eine Silhouette zu erkennen, war sich aber nicht sicher. Doch dann kam diese schnell näher und immer deutlicher zeichneten sich die Konturen des Dart ab. Im selben Moment sah er dann auch noch, wie dieser seinen Beamstrahl aktivierte.
'Wenn wir den Dart halbwegs unbeschädigt bergen könnten....' Der Captain kam nicht dazu, den Gedanken zu Ende zu denken, denn das Sirren des Darts wurde plötzlich wesentlich lauter und der Captain hörte, wie sich der Transportstrahl hinter ihnen aktivierte.

Evan stieß einen warnenden Ruf aus und konnte sich im letzten Moment noch zur Seite werfen, als der Strahl an ihm vorbeisauste und genau auf die anderen Mitglieder seines Teams zuhielt. Der Captain sprang im selben Moment wie Evan Smith zur Seite.

Da er an der Spitze der Gruppe war, konnte er so dem Strahl ausweichen, doch die beiden anderen Mitglieder seines Teams hatten nicht so viel Glück. Katherine O'Conell und Ralph Lindson wurden Mitten im Sprung vom Transportstrahl erfasst und landeten im Puffer des Wraithbeamers. 'Verflucht!', dachte sich Reacher 'Jetzt haben wir gar keine andere Wahl, als den Dart so abzuschießen, dass die Hauptsysteme erhalten bleiben, sonst bekommen wir unsere Leute da nie wieder raus! Hoffentlich reicht Smiths Geschick im Umgang mit Drohnen aus, um den Dart so präzise zu treffen.'
Durch dieses Ereignis verschlechterte sich ihre Situation schlagartig, und ihnen blieb nur noch eine einzige Möglichkeit übrig – dummerweise die ungünstigste. Reacher stand nach diesem Gedankengang sofort wieder auf und preschte wieder vor zum Jumper. Aber der Geräuschintensität nach zu urteilen zog der Dart soeben eine Schleife um wieder zurückzufliegen und auch noch die restlichen beiden Menschen abzuernten. 'Wir müssen es einfach zum Jumper schaffen,' ging es durch seinen Kopf und – Glück im Unglück – erspähte er durch den dichten Regen eben jenen am Rande einer Lichtung.

Evan rappelte sich sofort wieder auf, wischte sich mit einer unwilligen Handbewegung den Dreck aus dem Gesicht. Der Dart flog weiter, doch vermutlich würde es nicht lange dauern, bis er wieder hier war. Er sah sich nach seinen Teamkameraden um, stellte aber mit Schrecken fest, dass anscheinend nur noch Captain Reacher hier war. Die anderen beiden hatte anscheinend der Dart erwischt.

'Mist, das machte die ganze Sache nicht einfacher,' dachte Evan. Jetzt war er gezwungen den Dart nur so zu treffen, dass er zwar abstürzen, aber nicht zerstört werden würde. Ansonsten war er es, der für den Tod seiner Teamkollegen verantwortlich wäre. Keine besonders angenehme Situation. Er durfte auf gar keinen Fall versagen! Das Leben von O'Conell und Lindson hing davon ab wie gut er in der Lage war die Drohne zu steuern... Verdammt! Gar nicht gut!

Der Captain war mittlerweile längst auf die Beine gekommen und hetzte schon voraus weiter. Sofort kam auch Bewegung in Evan und er folgte ihm. Dabei horchte er die ganze Zeit konzentriert auf das Geräusch des Wraithjägers. Er schien jetzt eine Schleife zuende zu fliegen. Doch dann sah er auch durch den Regenvorhang hindurch die Konturen des auf sie wartenden Jumpers.
"Sir, dort!", rief er und beschleunigte seine Schritte.

Der Dart hatte die Schleife vollends gezogen und kam nun frontal in ihre Richtung. Der aktivierte Beamstrahl hielt genau auf sie zu. 'Jetzt heißt es alles oder nichts!' Der Captain wusste, dass es ein großes Wagnis war, doch Jack war sich sicher, dass das die beste Chance war, die sie hatten. Wenn sie es nun schafften dem Strahl auszuweichen, dann wären sie dazu in der Lage den Jumper zu erreichen, bevor der Dart erneut ihren Standpunkt passieren konnte. Kurz bevor der Transporterstrahl ihn erreichte, sprang der Captain beherzt nach rechts und – der Strahl verfehlte Jack! Kurzzeitig erleichtert, dachte Jack aber sofort an Lieutenant Smith: 'Es ist egal, ob ich es geschafft habe, denn das einzige, was momentan zählt ist, dass Evan zum Jumper kommt, sonst habe ich mein Team für immer verloren, und stehe selbst kurz vor diesem Punkt.' Er fluchte innerlich, denn er hasste es, dass er in einer solch hilflosen Position war, in der er nichts machen konnte. Selbst wenn er zum Jumper kam, konnte er ohne Smith nichts ausrichten. Wütend verdammte er seine eigene Ohnmacht. Doch zu seinem Bedauern blieb ihm keine Zeit um zu sehen ob sein letztes Teammitglied überlebt hatte, – 'Nein so darfst du nicht denken, noch ist niemand tot!' - denn nun konnte jede Sekunde über Sieg und Niederlage, Tod oder Leben entscheiden.

Evan war dicht hinter Reacher gewesen, als ihn das lauter werdende Sirren gewarnt hatte, dass der Dart erneut im Anflug war. Er wusste, dass er es jetzt nicht wagen konnte den Kopf zu wenden und nach ihm zu sehen. Er verließ sich ganz auf sein Gehör und im buchstäblich letzten Moment gelang es ihm zur Seite zu springen. Der Morast fing seine Landung ab. Aus dem Augenwinkel sah er, dass es auch Reacher geschafft hatte erneut auszuweichen. Sofort kam Evan wieder auf die Beine und rannte hinter dem Captain zum Jumper.

Weiter nach vorne stürmend schrie der Captain – für einen Außenstehenden müsste es so gewirkt haben, als ob er mit dem Regen sprechen würde – und hoffte inbrünstig, dass er eine Antwort erhalten würde.
"Lieutenant, sagen Sie mir bitte, dass Sie es geschafft haben dem Strahl auszuweichen?"
Der Captain wusste, wenn er nun kein 'Ja' hören würde, war die Situation hoffnungslos.

Der Dart flog nun erneut eine Schleife, würde schon bald wieder über ihnen sein. Sie hatten nur noch wenig Zeit.
Der Lieutenant hörte Reacher in diesem Moment rufen.

"Ja, Sir, ich bin noch da", antwortete er. Sie waren nun nicht mehr all zu weit vom Jumper entfernt. Sie konnten es schaffen. Evan holte die Fernsteuerung des Jumpers hervor. Die hintere Luke benötigte zum Öffnen einen kleinen Augenblick - nur Sekunden, die in ihren Fall jedoch von entscheidender Bedeutung sein konnten.

Beinahe wäre ihm das kleine Gerät aus der Hand entglitten, er konnte es jedoch noch auffangen und da sie nun nahe genug waren, öffnete er die Luke.


Epilog

Der Puddle Jumper stieg gerade noch schnell genug auf, sodass die Bordwaffen des Darts nur den Schlamm aufwühlten, wo das Antikerschiff noch einen Moment zuvor gestanden hatte.
Evan Smith gelang es, wohl getrieben von der Anspannung, mit dem Abschuss des Darts praktisch auch zwei Teamkollegen umzulegen, dem Wraithjäger mit zwei Drohnen nur die vorderste Spitze abzusäbeln und den Antrieb zu zerstören. Der Pilot selbst meisterte die folgende Notlandung jedoch gekonnt und Reacher musste sich zusammen mit dem Lieutenant nach ihrer eigenen Landung zuerst ein haarsträubendes Gefecht mit einem Wraith liefern, der, gelinde ausgedrückt, äußerst wütend war. Während Regen und Schlamm dem Wraith weder die Sinne trübten, noch ihn dank seiner Körperkraft stark abbremsten, war es für die beiden Menschen eine Tortur und sie konnten den Gegner nur mit Mühe töten, ohne selbst von diesem erwischt und ausgesaugt zu werden.
Der geborgene Dart und dessen Datenpuffer konnte zurück auf Atlantis von den dortigen Wissenschaftlern glücklicherweise dazu verwendet werden um die 'Gefangenen' zu rematerialisieren.
Wie sich herausstellte, waren damit nicht nur die beiden Soldaten von SGA-7 gerettet, sondern der Dart hatte wohl auch drei Bewohner der Welt M2U-412 entführt. Mit deren Rettung war eine gute Basis dafür gelegt, damit Atlantis einen freundschaftlichen Kontakt zu den Menschen des Planeten aufbauen konnte.


Hintergrundinformationen

  • Diese Geschichte wurde benannt nach dem Lied "Kidnap the Sandy Claws" von Danny Elfman bzw. dem Cover durch KoЯn.


Artikel erstellt von Basti. Kontrolliert von TheNarims am 03.03.2011.

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