Schulmission: Devil Digger
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Diese Schulmission fand Anfang Oktober des Jahres 2008 unter der Leitung von Basti auf der Welt P06-106 statt. Eine längere Mission der Tau'ri, welche den Planeten von einem festen Lager aus untersuchte, entdeckte Kisten mit Kristallen, welche sowohl Daten, als auch in sich genetische Proben von Organismen der Welt enthielten. Zudem wurde ein Gerät zum Auslesen der Kristalle entdeckt. Es stellte sich heraus, dass diese Seker gehörten, der wohl einst auf der Welt aktiv war.
Inhaltsverzeichnis |
Aufgetretene Personen
- Eric Durance - Spieler Tarian
- Pierre Maoron - Spieler Jack Mahowk
- Timothy Sommerville - Spieler Basti
Zusammenfassung
Bei einer Forschungsexpedition auf P06-106 entdeckte der Geologe Pierre Maoron eine würfelförmige Höhle im Erdreich eines Canyons, welche eindeutig künstlicher Natur war. Während er sich zusammen mit Sergeant Durance vor grub, fand Captain Sommerville eine Kiste mit genetischen Proben, welche in Datenkristallen eingeschlossen waren. Der Major, welcher die Mission leitete, ließ das Gerät, welches schließlich aus der Höhle geborgen wurde, kurz untersuchen und dann nach Area 51 bringen.
Es handelte sich um Goa'uld Technologie Sokars. Das Gerät diente zum Auslesen der DNA Proben in den Datenkristallen. Anscheinend war das Sammeln von Proben verschiedenster Welten ein wichtiger Schritt in den genetischen Experimenten, die Sokar aka Seker immer wieder machte und aus denen zum Beispiel auch die Uni'Tas hervor gingen.
Devil Digger
Captain Sommerville begleitete Doktor Pierre Maoron durch einen kleinen Canyon. Die Sonne schien erbarmungslos von Oben auf sie herab und Sommerville zog sich seine grüne Basecap tiefer ins Gesicht, die MP5-N hing ihm über Schulter. 'Tim' nannte ihn der Geologe immer, und so sprach der Captain ihn ebenso weder mit Doktor, noch mit 'Maoron' an.
"Pierre, wir sind nun weit genug vom Camp entfernt", erschwoll wieder einmal die nörgelnde Stimme des Soldaten.
"Unsere Aufgabe ist es dort zu überprüfen, ob die Naquadahader lohnend ist oder nicht - ja, Sie sind Wissenschaftler und ja.. Sie sind Geologe. Dieser Canyon muss für Sie Fort Knox sein, aber er hat nichts mit unserem eigentlichen Auftrag zu tun. Wir sind seit drei Stunden unterwegs, die Jungs haben mit Sicherheit was Warmes gekocht und die Hitze hier ist unerträglich."
Es war nicht so, dass der Geologe irgendwelche Kommandobefugnisse über den Captain hätte, welche diesen daran hindern könnten, ihn ganz einfach zur Rückkehr auf fordern zu können - aber der Major, der die Mission leitete, hatte durchaus Kommandobefugnisse über Sommerville und hatte diesem aufgetragen, den Wissenschaftler auf einer kleinen Tour zu begleiten. Wenn es nicht gerade dunkel werden oder etwas Ungewöhnliches passieren würde, würde die Wanderung wohl weiter gehen. 'Steine, nichts als Steine, Erdschichten und Dreck,' dachte sich der Captain und verfluchte innerlich Pierre, jeden Wissenschaftler im Camp und all die Zivilisten im Center.
Natürlich hatte er nicht wirklich was gegen sie oder im persönlichen gegen Pierre Maoron, aber diese ständigen Babysitterjobs waren oftmals, gerade bei diesen Klimabedingten Widrigkeiten, mehr als er einfach und ohne zu murren ertragen konnte.
Etwas genervt schaute Maoron den Captain an. Es war doch immer das Gleiche mit den Soldaten, immer sollte alles schnell-schnell erledigt werden. Pierre konnte sich kaum vorstellen, dass der Captain auch nur den Hauch einer Ahnung davon hatte, was er gerade tat. Als ob der Geologe überhaupt die Zeit hatte, die Schönheit des Canyons genauer zu betrachten.
"Oh natürlich", erwiderte er in sarkastischem Ton, "ist ja auch so einfach. Ich brauch nur hier auf den Knopf drücken und schon hab ich alles, was wir brauchen."
Der Geologe wurde nun fast wütend.
"Verdammt Tim, wir sind hier nicht bei Star Trek! Ich muss den Boden noch selbst untersuchen statt mit 'nem Tricorder rumzufuchteln und gut ist. Meinen Sie, ich untersuche die Formation hier aus purer Freude?"
Naja, es war nicht NUR die Freude, am Rande hatte es durchaus etwas mit seinem Auftrag zu tun. Aber das würde der Captain wahrscheinlich nicht verstehen.
Hart rammte er den nächsten Bumper in die Erde. Das Gerät schickte eine Art Welle durch den Boden und anhand des Echos konnte Maoron erkennen, was sich unter ihnen befand. Er löste den Bumper aus und beobachtete dann auf dem Monitor die ersten Ergebnisse. Auf den ersten Blick unterschied sich nichts von den anderen Stellen, die sie untersucht hatten, als plötzlich etwas auf dem Schirm erschien, was Maoron auf gar keinen Fall erwartet hatte.
"Tim, ich glaub, wir haben ein Problem", sagte Pierre fast flüsternd und deutete auf den Monitor, auf dem ganz deutlich eine Höhle zu sehen war. Die Tatsache an sich war noch nicht verwunderlich, der Geologe hatte schon einige Höhlen gefunden. Das Besondere an dieser Höhle war, dass sie aussah wie ein exakter Würfel.
Sommerville überlegte sich, ob er noch einen bissigen Kommentar zu Pierres 'Über die Wissenschaft'-Ausführung abgeben sollte. Natürlich war ihm klar, dass er hier nicht mit einem Asgard unterwegs war - was in der Vorstellung des Captains viel angenehmer schien, denn ein Asgard würde wohl kaum Stundenlang zu Fuß marschieren - aber aus reinem Hobbie abseits des eigentlichen Auftrages Steine zu sammeln... das wäre als, würde Sommerville neben seinem Air Force Job noch als Sicherheitsmann in Kabul streife Schieben.
Der Soldat entschied sich gegen eine aggressive Antwort und gab sich damit zufrieden, dass der Geologe etwas gefunden hatte, was ungewöhnlich war und was, so hoffte Sommerville, ihm wieder eine Aufgabe zusteuerte - schließlich war er der Soldat und für alles zuständig, was erst einmal begutachtet werden musste.
"Sprechen Sie doch nicht gleich so detailliert über Probleme und sagen Sie bitte in kurzen Worten, was so tolles im Boden ist", meinte der Captain zu Pierre Maoron.
Pierre stutzte. Konnte der Captain es denn nicht sehen? Die Daten auf dem Monitor sprachen doch nun wirklich eindeutig für sich. Der Geologe seufzte und versuchte, das Offensichtliche zu erklären.
"Hier, sehen Sie?" Fragte er und deutete auf eine Reihe Zahlen auf dem Bildschirm.
"Dieser Hohlraum liegt genau unter uns. Er ist auf gar keinen Fall natürlichen Ursprungs, dafür ist er zu gleichförmig. Er bildet einen fast perfekten Würfel"
Pierre schaute hoch und dem Soldaten in die Augen.
"Das 'Problem' dabei ist, dass der Fels um diesen Würfel vollkommen unberührt ist."
Sommerville schien noch immer nicht ganz zu verstehen. Also erklärte Pierre weiter: "Tim, das ist eindeutig nicht das Werk der hiesigen Bevölkerung. Wir sind vielleicht nicht der einzige Besuch hier."
Captain Sommerville hörte sich an, was Maoron erklärte und filterte daraus hauptsächlich zwei Informationen aus: 'Es gab eine geheime und verborgene Kammer' und 'Diese Kammer war nicht von dem hier lebenden Nomadenvolk gebaut worden'.
"Ok Pierre. Versuchen Sie mit ihren Geräten einen Zugang oder etwas anderes brauchbares zu finden - und bleiben Sie dabei in Sichtweite, das ist ein Befehl. Ich werde ein paar Leute herbestellen."
Er griff zu seinem Funkgerät an seiner Brust und betätigte die Sprechtaste, sofort meldete sich das Basiscamp am Stargate.
"Sommerville hier! Doktor Maoron hat eine Kammer oder einen Raum im Untergrund des Canyons entdeckt. Sicher nicht von den Himali gemacht. Major, ich glaube, das wäre es wert einen Buggy mit Ausgrabungswerkzeug und Sprengstoff her zu schicken. Eine extra Knarre wäre angenehm, Sir, falls Sie Durance oder Glover erübrigen könnten... ich habe ein komisches Gefühl bei der Sache und einen der Geologen habe ich ja bereits hier."
Der Leader der Expedition sagte zu, einen Soldaten samt Ausrüstung zu schicken. Wahrscheinlich würde der Buggy innerhalb der nächsten halben Stunde hier ankommen.
Timothy Sommerville suchte sich einen großen Stein aus und setzte sich darauf - er fühlte sich gut. Es war die Aufgabe des Wissenschaftlers sich die Füße flach zu treten und den Boden zu untersuchen, während der Captain sich endlich zurücklehnen und einfach nur zusehen konnte.
Eric saß ziemlich entspannt in der Sonne, es war ruhig im Basis Camp. Zu ruhig für den Sergeant. Der General hatte was von Streng Geheimen Komandooperationen erzählt, als es um die Versetzung zum "Stargate"-Programm ging, Durance hatte sich auf Aktion gefreut, auf Krieg. Das war für den aufgedrehten jungen Sergeant der Grund für seine Bemühungen in der Air Force gewesen und das hatte ihn zum SGC gebracht.
'Wurster, die Wurst!' Schoss ihm ein dummes Wortspiel durch den Kopf, denn nach der Versetzung war er erst mit Schulungen über Aliens genervt worden, dann hatte er untätig im Cheyenne Mountain gesessen und nun war er auf einem riesigen Sandhaufen und grillte sich in der Sonne. Am Morgen war Captain Sommerville mit einem Wissenschaftler in den Canyon rüber gefahren, Eric durfte nicht mit, und nun wünschte er sich, dass den beiden irgendwas passieren würde, Überfall der einheimischen Nomaden, Himlili, oder so ähnlich, nichts schlimmes, aber genug, damit er was zu tun bekäme. Fast schämte er sich für den Gedankengang, daher zuckte er auch ziemlich zusammen, als der Major seinen Namen rief: "Sergant Durance, zu mir!"
"Auf dem Weg, Sir!" Antwortete er eilig, wischte sich den Schweiß von der Stirn und joggte zum Zelt des Majors. Erik war nicht der typische Klischee-Soldat, mit 1,68m eher klein, neigte man dazu ihn nicht ganz ernst zu nehmen. Dem Major konnte das nicht passieren, er kannte die Akte und wusste, das Durance Spezialist für Infiltration und Aufklärung war, daher sicherlich bestens geschult und als ehemaliger Soldat der Special Operation Command sicherlich auch körperlich voll durchtrainiert, unabhängig von seiner Erscheinung.
Nachdem der Sergeant sich Ordnungsgemäß gemeldet hatte, bekam er endlich einen Auftrag. Nicht das, was er sich gewünscht hatte, aber ein Anfang. Leicht hibbelig hörte er sich die knappen Ausführungen an, bestätigte das er verstanden hatte und sammelte die befohlene Ausrüstung, sowie seinen eigenen Krempel ein.
'Knappe drei Viertel Stunde fahrt, Zeit für ne schöne Kippe und ein bisschen Musik,' grinste Eric in sich hinein und packte eine Stange West, sowie seinen MP4-Player samt Boxen in seinen Rucksack. Anschließend verließ der Sergeant, mit etwas zu viel Tempo, das Lager Richtung Schlucht, sein M16 in der Halterung, die Feldmütze falsch herum und eine private Sonnenbrille in Wüstentarnoptik auf der Nase. Außer Sichtweite des Stargates hielt er noch einmal an, klebte die Boxen auf den Beifahrersitz, zündete sich eine Kippe an, dreht die Musik voll auf und raste dann weiter, völlig zufrieden und breit grinsend.
Eins musste Doktor Maoron Sommerville lassen, so nörgelig und gelangweilt er auch eben noch war, so hellwach und konzentriert war er jetzt. Typisch Soldat brauchte er einfach nur eine Aufgabe, also eine richtige Aufgabe, nicht unbedingt 'Wissenschaftler bewachen'. Aber Pierre erging es ja nicht anders, waren seine Untersuchungen eben noch von reiner Neugierde geprägt gewesen, suchte er nun eindeutige Hinweise oder Spuren auf den Erbauer der Höhle. Allerdings war das von hier oben gar nicht so einfach, alles was er zur Zeit tun konnte war, das Gebiet der Untergrundsuntersuchungen etwas zu erweitern. In relativ engen Kreisen setzte er so Bumper nach Bumper, aber außer dem komischen Würfel unter ihnen deutete nichts darauf hin, wie er gebaut wurde oder wer das getan hatte oder auch nur, wozu er eigentlich dienen sollte. Das größte Rätsel war dem Wissenschaftler, dass der Hohlraum geschaffen wurde ohne dem angrenzenden Fels auch nur einen Kratzer beizubringen. Er konnte also nicht herausgeschnitten, -geschlagen oder -geschmolzen worden sein. Er überprüfte gerade zum fünften Mal die Daten, die er bisher gesammelt hatte, als plötzlich ein fürchterliches Geschepper und Gekreische ertönte und der angekündigte Buggy erschien....
Wilde Punk und Metalmusik dröhnte lauter als der kleine Motor des Buggys, und stimmte Sergeant Durance derart Euphorisch, dass er, beim Captain und dem Geologen angekommen, ganz vergessen hatte, die Boxen wieder weg zu packen. Daher grölte eine raue Stimme: "Die, Motherfucker, die!" als Eric gerade Meldung machen wollte und vor Sommerville salutierte.
'Scheiße!' dachte er, aber zu spät...
Sommerville hatte das Gesicht verzogen, als der Buggy bei ihnen zum Stehen gekommen war. 'Prolet,' ging ihm durch den Kopf. Durance wirkte manchmal wie der schießwütige Soldat, wie er eigentlich nur in schlechten Hollywood Streifen auftauchen sollte.
"Lassen Sie gefälligst diese Anlage aus, Sergeant, wir sind hier auf einer Mission, nicht in einem abgewrackten U-Bahnabteil", sagte der Captain in scharfem Tonfall. Er war nicht in der besten Stimmung nach dem langen Tag und jegliches ungebührliche Verhalten stieß momentan auf seine vollkommene Ablehnung.
"Am Besten Sie laden schon mal den Buggy aus, damit Pierre seine Sachen vorbereiten kann, um uns zu dem Würfel hinunter zu bringen."
Der Tonfall des Captains war verständlich, und eigentlich war es auch nicht seine Art so aufzufallen. Sicher, Eric war nicht der disziplinierte Mustersoldat, aber es war immer bei einem Rüffel geblieben. So wie auch diesmal, zumindest sah es im Augenblick so aus.
"Sir, ja, Sir", bellte der Sergeant die Bestätigung den beiden entgegen und beeilte sich den Player von den Boxen zu trennen. Er hatte fast so was wie ein schlechtes Gewissen, er hatte schlicht im Rausch von Musik und Geschwindigkeit vergessen, die improvisierte Anlage wieder abzubauen. Die Ausgrabungsausrüstung war in zwei militärisch grün gestrichenen Kisten verstaut, und obwohl sie zusammen etwas zu schwer für ihn waren, unterließ er es nach Hilfe zu fragen. Es war seine Selbstauferlegte Strafe für den Fauxpas. Durance wankte, mit besagten Kisten beladen zu Pierre, welchen er schon einige Meter weiter unten im Canyon gesehen hatte. Er hatte nicht viel für Wissenschaftler über, weder für Geologen, noch Physiker oder sonst was, lediglich der Major aus SG-1 sah ganz niedlich aus, aber sie war noch dazu höherer Offizier und die mochte er genauso wenig.
Er stellte die Kisten neben einen Bumper, grüßte mit einer wortlosen Geste und lief zurück zum Buggy, um auch noch die Tasche mit dem C4 und den Zündern zu holen.
Der Captain saß derweil auf einem größeren Felsen inmitten des engen Canyons. Er griff in eine Brusttasche seines Kampfanzuges, zog eine halb zerdrückte Zigarettenschachtel hervor und klopfte sich daraus eine ungefilterte Chesterfield heraus. Gelassen steckte sich der Soldat die Zigarette zwischen Unter- und Oberlippe und kramte dann in einer seiner Hosentaschen nach seinem Zippo.
"Nun Pierre", meinte er an den Wissenschaftler gerichtet. Der Sargnagel in seinem Mund hüpfte dabei lustig auf und ab.
"Wir haben Werkzeug und Sprengstoff. Nennen Sie uns Soldaten bitte einen möglichst guten Weg an das Ding da unten heran zu kommen. Ich tendiere zu 'einfach' und 'schnell'."
'Gefunden,' dachte sich Sommerville und zog ein schimmerndes Sturmfeuerzeug aus der Tasche. Mit einer einzigen Bewegung seines Daumens öffnete er es und entfachte die Flamme. Das Feuer mit seiner linken Hand gegen den Wind schützend, lehnte er sich etwas nach vorn und zündete seine Zigarette an. Er machte einen tiefen Zug, lehnte sich wieder nach hinten, entließ den Rauch aus seinen Lungen und sah den Geologen durch die sich auflösenden Schwaden hindurch fragend an.
Genau diese Anweisung hatte Pierre erwartet, wie immer sollte alles schnell-schnell gehen. Allerdings würde die Geduld des Captains wohl noch etwas strapaziert werden.
Schnell hatte sich der Geologe die Ausrüstung angesehen. Wie schon so oft wünschte er, die Tok'ra würden sich endlich entschließen, ihre Tunneltechnik mit den Menschen zu teilen. Da das aber nicht der Fall war, griff er nach dem Messlaser, stellte ihn auf und richtete ihn nach seinen Messungen ein. Nun konnten sie jederzeit kontrollieren, ob sie sich noch in die richtige Richtung gruben und wann sie eine neue Richtung einschlagen mussten.
Die ersten paar Meter würden sie sich wohl durchgraben können, danach versperrten Felsplatten den Weg. Einfach durchsprengen konnten sie sich nicht, die Gefahr, dass der Hohlraum dabei einstürzen könnte, war zu hoch. Schließlich hatte sich der Geologen für einen Zickzackkurs entschieden, der sie um die größten Felsen herumführen sollte, durch die kleineren würden sie sich durchstemmen müssen. Aber zum Einen wäre der Winkel des Tunnels so nicht zu steil zum Anderen würden sie so keine Zeit mit Abstützarbeiten verlieren, da die Felsen genug Stabilität geben sollten.
"Es wird weder schnell gehen, noch einfach werden", sagte Pierre und stach mit einer Schaufel tief in die Erde. "Ich schätze mal, es liegen fünf bis acht Stunden Arbeit vor uns. Also, frisch ans Werk."
Eric grinste unverschämt, als der Geologe dem Captain eine Abfuhr erteilte.
'Nix mit schnell und einfach, nix mit Rumsitzen, rauchen und andere schuften lassen, verfluchter Yankee!' Dachte er. Eric war in Louisiana geboren und aufgewachsen, Sommerville dem Namen und dem Akzent nach nicht, daher fand der patriotische Südstaatler es nur passend, dass der Captain mit seiner 'typischen Yankeefaulheit' nicht durchkam. Er selber hatte sich bereits eine Schaufel geschnappt, war aber, nachdem der Offizier sich eine angesteckt hatte, noch mal zum Buggy gelaufen, um seine eigenen Kippen aus dem Rucksack zu holen. 'Irgendwas gutes muss ja auch der Vogel an sich haben, sei es nur, dass ich rauchen kann,' sprach er zu sich.
Jetzt war er wieder bei Pierre angekommen, die Lunte glomm schon, und Durance war wieder gelangweilt. Er hatte sich mehr erhofft als ein verfluchtes Loch, in einem verfluchten Canyon, auf einen verfluchten Planeten.
Nach einigen Spatenstichen sprach er Maoron mit seinem herben, leicht nasalen Akzent an: "Sorry, Doc, aber können wir nicht einfache eine gut dosierte und gerichtete Ladung nehmen. Geschickt gemacht kommen wir locker 10 bis 15 Meter tief."
Das war zumindest etwas, das er konnte, das Gewehr und Sprengstoff waren seine Spezialitäten gewesen, in den 'guten alten Zeiten' beim AFSOC.
"Theoretisch wäre das sicherlich möglich", meinte Pierre, während er eine versuchte, den klebrigen, festen Lehmboden von der Schaufel zu bekommen. "Wir haben dabei nur zwei Probleme. Das erste Problem ist, dass der Untergrund nicht stabil genug ist. Er besteht abwechselnd aus Fels und loser Erde. Eine zu große Erschütterung und alles bricht zusammen."
Wieder stach er in den Boden, wo sich allmächlich ein wirkliches Loch abzeichnetete und sprach dabei weiter: "Das zweite Problem ist, dass wir keinen Sprengstoffexperten dabei haben, soviel ich weiß."
Der Geologe stützte sich auf seine Schaufel und grinste den Sergeant fast schelmisch an.
"Und bevor Sie jetzt auf komische Ideen kommen", sagte er, "ich meine natürlich einen Zivilen."
Captain Sommerville nahm seine Zigarette mit der Rechten aus dem Mund und musterte Pierre mit skeptischem Blick. Fünf bis acht Stunden war nicht das, was er sich vorgestellt hatte und auch nicht das, was der Major im Kopf gehabt hatte. Timothy Sommerville entließ eine Rauchwolke aus seinen Lungen und sagte: "Wir haben drei Stunden, dann haben wir das Ding ausgegraben oder es wird Dunkel und wir kehren bis zum nächsten Tag ins Lager zurück."
Der Captain erhob sich von dem Stein, auf dem er saß, klemmte seine Zigarette wieder zwischen Ober- und Unterlippe und ging zu einer der grünen Ausrüstungskisten. Er öffnete sie und betrachtete kurz das Werkzeug darin. Dann ging er zu der Tasche mit dem C4 und nahm daraus zwei Päckchen und einen Fernzünder hervor.
"Bedienen Sie sich an dem Werkzeug Gentleman. Wir werden vorsprengen und dann werden wir den Rest ausgraben", orderte der Soldat an. Mit 'Wir werden vorsprengen' meinte er sich und mit 'wir' und 'den Rest ausgraben' meinte er die anderen zwei, wobei Pierre ja bereits eine Schaufel in den Händen hielt und schon etwas angefangen hatte. Er lächelte schief mit dem Glimmstängel im Mund und war sich zu gut bewusst, was die anderen über seine Arbeitsteilung wohl denken würden - es war gut, höherer Offizier zu sein.
Über die Stelle, an der der Geologe den Würfel entdeckt hatte, legte er die zwei C4-Päckchen, nachdem er für sie eine kleine Kuhle mit den Händen ausgehoben hatte. Er steckte den Fernzünder in den Plastiksprengstoff, nahm das dazu gehörige Gegenstück zur Fernzündung in die Hand und nachdem ausreichender Sicherheitsabstand eingenommen worden war, aktivierte er diesen.
Die Sprengung erfolgte mit einem sauberen Donnern, welches sie ein beachtliches Stück weiter brachte, ohne irgendwelche Steinschichten zum Einsturz zu bringen.
"Ran ans Werk meine Herren", meinte er und packte seine MP5-N, welche er über die Schulter gehängt hatte, "..ich untersuche die weitere Umgebung, die wir noch nicht gesichert haben. Womöglich gibt es noch mehr, was zu diesem Würfel gehört."
Pierre musste über die Unverfrorenheit des Captains den Kopf schütteln. Mit dieser Sprengung hatte er, obwohl der Geologe ihn gewarnt hatte, den Einsturz des Würfels riskiert. Nur mit viel Glück war dies nicht geschehen. Wie viel Glück sie wirklich gehabt hatten sah Pierre, nachdem er zur Kontrolle noch mal einen Bumper gesetzt hatte. Zwei der größeren Felsformationen hatten sich gelöst, sich dann aber gegenseitig abgestützt. Wenn sie sich etwas tiefer gegraben hatten, würden sie diese mehr als wacklige Zweisamkeit abstützen müssen, was aber nicht viel Arbeit war, ein Balken müsste eigentlich reichen. Insgesamt gesehen hatte die Sprengung ihnen gute vier Stunden Arbeit erspart. Trotzdem war der Geologe wütend auf den Captain.
Das Ergebniss gab ihm zwar recht, aber Pierre war noch immer der Meinung, dass das Risiko einfach zu hoch gewesen war. Dazu fühlte sich der Geologe in seiner beruflichen Kompetenz beleidigt, Sommerville hatte seine Warnungen völlig ignoriert, als ob seine Untersuchungen nichts wert gewesen wären. Aufgebracht schaute er dem Captain nach, der sich auf 'Erkundungsgang' machte, dann seufzte er und griff wieder nach seiner Schaufel.
"Na kommen Sie Durance", sprach er, "bringen wir's hinter uns."
Nach Erics Meinung hatte der Captain ziemlich einen an der Klatsche, der Sergeant war sicher kein Freund von Studierten, aber er hatte durchaus gelernt, das sie auf ihrem Gebiet meistens wussten was sie taten. Und auch militärisch war es hirnrissig beim Major einen Soldaten mit Sprengausrüstung, also auch entsprechender Ausbildung, zu beordern und ihn dann nicht seinen Job machen zu lassen.
'Dämlicher Yankee, du bist noch bescheuerter als ich erwartet habe,' dachte er.
Es war simple Wut über die Tatsache, das der Captain sich keine Mühe machte, auf sein kleins Team zu hören, er hatte im Rahmen einer Operation schon erlebt, wie die völlige Missachtung der spezialisierten Unteroffiziere einem ganzen Taem das Leben gekostet hatte, hier hätte es nur den Einsatz beendet, aber dennoch.
"Na kommen Sie Durance, bringen wir's hinter uns."
Das hatte Maoron gesagt und sich seine Schaufel wieder geschnappt, die er weggeworfen hatte, als der Captain sie in Deckung beordert hatte. Wieder zündete Eric sich eine Kippe an, es hatte schon einen Grund, warum er die ganze Stange eingepackt hatte und nahm dann seinerseits eine Schaufel auf: "Eigentlich sollten wir den Scheiß für den Vogel liegen lassen, der freut sich bestimmt 'nen Keks, weil er hier Gott spielen darf."
Er leiß seinem Frust deutlich an dem Sprengloch aus, stemmte die Schaufel in den lehmigen Boden. Man konnte sich bildlich vorstellen, wie er ähnliches mit Sommerville machte.
"Wer weiß, vielleicht haben wir ja Glück und die Einheimischen halten ihn für einen Elch oder sowas..."
Ein böses Grinsen untermalte seine Aussage.
"Aber kommen wir zur Wirklichkeit, was haben Sie mit den Felsbrocken vor? Ich buddel sicher nicht darunter."
Wie zur Bestätigung seiner Befürchtungen rutschte ein wenig Geröll zurück ins Loch.
Währendessen war Captain Sommerville weiter in den Canyon hinein gegangen. Er hatte kein Problem damit, Maoron und Durance mit den Grabearbeiten zurück zu lassen. Der Geologe musste sich damit sowieso ständig beschäftigen und der Sergeant war eine recht einfache Natur, die ihm optimal für das Ausgeben von Gräben und ähnlichen Arbeiten geeignet erschien.
Zwar war die Tageszeit unweigerlich voran geschritten, an den Temperaturen hatte sich jedoch nichts geändert. Unbarmherzig brannte das Sonnenlicht hinab auf Timothy, welcher schließlich nach einem zehn minütigen Marsch in der rechten Seitenwand der Schlucht eine Höhle entdeckte.
Der Offizier nahm seinen Rucksack vom Rücken, holte daraus eine Trinkflasche hervor und nahm einen großen Schluck einigermaßen frischen Wassers, bevor er das ganze Paket wieder schulterte. Mit einer kurzen Fingerbewegung aktivierte er die Taschenlampe an seiner MP5-N und ging ein paar Schritte in die Höhle hinein.
Das Licht an seiner Waffe erleuchtete die Steinwände und den sandigen, natürlichen Boden. Erstaunt blieb Sommerville stehen und betrachtete den Gegenstand, welcher in sein Blickfeld fiel. Der Lichtkegel fuhr einen Moment links und rechts im Kreis herum - es war nichts sonst zu sehen.
Langsam ging der Soldat auf den Gegenstand zu und untersuchte ihn neugierig. Er war vor allem eines, schwer, aber immernoch leicht genug um von Sommerville nach draußen ins Licht gezogen zu werden. Es war eine ein Meter auf einen dreiviertel Meter breite Kiste in typischem Goa'uld Design, auf deren Deckel ein Pentagramm, das Zeichen Sokars oder Sekers prangte. Der Captain kannte sich ausgezeichnet mit Sprengstoffen aus und hatte eine besondere Unterweisung in Goa'uld-Fallen erhalten. Bei der Kiste handelte es sich jedoch um eine vollkommen normale, welche nicht mit einer Sprengfalle versehen war.
Sommerville drehte das Pentagrammemblem und öffnete dann den Deckel, um sich den Inhalt an zu sehen. In Reih und Glied lagen auf samtenem, schwarzen Untergrund, dutzende Kristalle.
"Major", sprach der Soldat in sein Funkgerät, seinen Teamleader kontaktierend. "Pierre und Sergeant Durance sind mit den Ausgrabungen beschäftigt, ich habe in der Zwischenzeit eine Kiste mit Goa'uld Kontrollkristallen gefunden - anscheinend von Sokar. Es wäre ein zu großer Zufall, den unidentifizierten Würfel im Erdboden und eine Kiste mit Kristallen zu finden, ohne, dass zwischen diesen eine Verbindung bestehen würde..."
Der Major trug Sommerville auf, dass sie beides, Würfel und Kiste, so schnell wie möglich sichern sollten, um sie dann später zum Transport ins Lager vor zu bereiten.
Epilog
Der Planet P06-106 stellte sich als eine alte Welt Sokars heraus. Der Expeditionstrupp fand in den nächsten zwei Wochen weitere drei Kisten mit Kristallen und konnte auch die würfelförmige Höhle erschließen. Das dort gelagerte Gerät gehörte anscheinend direkt zu den Kisten und ihrem Inhalt - als eine Art mobiles Labor.
Es stellte sich heraus, dass die Kristalle nicht nur Goa'uld-Datenträger waren, sondern in sich gleichzeitig noch biologische Proben enthielten - anzunehmen, dass es sich dabei um Proben dieser Welt handelte. Zusammen mit dem Gerät konnte sowohl die gespeicherte DNA Sequenz auf den Kristallen ausgelesen, wie auch die eigentliche Probe getestet werden - anscheinend eine doppelte Sicherung, falls die Kristalle beschädigt werden sollten, aber die Proben noch zu gebrauchen wären.
Ein direkter Zweck konnte nicht erkannt werden, aber da Sokar mit seinen Uni'Tas und anderen Wesen schon beachtliche Fähigkeiten auf dem Feld der Gentechnik bewiesen hatte, war es an zu nehmen, dass Proben aller möglichen Pflanzen und Tiere die Grundlagen seiner Forschung bildeten.
Die Funde wurden durch das Stargate zurück zur Erde gebracht und der biologischen Forschungsabteilung in Area 51 überstellt.
Hintergrundinformationen
- Diese Geschichte wurde benannt nach dem Lied "Devil Digger" von der Band Judas Priest.
Artikel erstellt von Basti.
