Mission: Things You See In A Graveyard
Aus Stargate Rollenspiel - Wiki
Diese Geschichte fand im Juli 2010 auf der Erde und der Welt Perricum statt, sowie bereits Monate zuvor auf dem Planeten Narxos. Die Einstiege aus der Mission resultierten zudem aus Bewerbungsübungen. TheNarims kümmerte sich dabei um Mortimer (Kapitel Cheyenne Mountain), Basti führte den Spieler Kyronimos (Kapitel Flucht zu den Ruinen der Vergangenheit) ins RPG ein.
Inhaltsverzeichnis |
Aufgetretene Personen
- Delek - Spieler Basti
- Dhana Castillo - Spieler Basti
- Frenthe - Spieler Basti
- Garshaw von Belote - Spieler Basti
- Gerard Logan - Spieler Mortimer
- Harash - Spieler Basti
- Immanuel - Spieler Kyronimos
- Ivy Dulcis - Spielerin Iustitia
- Jack O'Neill - Spielerin Katha
- Jacob Carter - Spielerin Katha
- Janet Fraiser - Spieler Basti
- Jayden Ryder - Spieler Basti
- Kor'tosh - Spieler Basti
- Lev Below - Spieler Basti
- Leyla - Spieler Kyronimos
- Lu'chat - Spieler Basti
- Manon Dlekj - Spieler MelC und Basti
- Norosan - Spieler Basti
- Per'sus - Spieler Basti
- Peter Kingsley - Spieler Basti
- Peter Olsen - Spieler Mortimer
- Rafalad - Spieler Basti
- Rangdip - Spieler Basti
- Ross Shepherd - Spieler Basti
- Sarah MacNaghten - Spielerin TheNarims
- Simon Mermin - Spielerin TheNarims
- Thoran - Spieler Basti
Zusammenfassung
Alle Posts bis zum 09.05.2012, 11:29 Uhr
Things You See In A Graveyard
Flucht zu den Ruinen der Vergangenheit
Acht Jaffa liefen durch einen leeren Block einer Stadt und hielten die Augen wachsam offen nach jeder Art von Bedrohung. Die Umgebung um sie herum war unbenutzt, mindestens dreiviertel der Gebäude der Stadt war unbewohnt. Nur dort, wie die Sklaven des Gottes wohnten, waren die Häuser wieder vollständig aufgebaut worden, der Rest bestand als zerfallene Ruinen als ewige Erinnerung daran, was denen geschah, die sich den Goa'uld entgegen stellten. Hunderttausende waren im ursprünglichen Krieg gegen den Lord ums Leben gekommen, doch obwohl sie nach den Jahrzehnten nach der Eroberung die Population hätten wieder zeugen können, war dies nicht der Fall.
Der Goa'uld dem die Jaffa dienten hatte kein Interesse daran, dass die Bevölkerung zu sehr wuchs - das hätte noch mehr Jaffa benötigt, um seine menschlichen Sklaven ständig unter Kontrolle halten zu können. Zumindest so lange, bis aus der Bevölkerung dieser Welt selbst ein ausreichender Strohm an Jaffa entstehen würde. Doch diese Kriegerkultur zu verwurzeln, eine Elite heran zu züchten, die von Kindesbeinen an zum Kampf geboren war, kostete Zeit. Die Goa'uld hatten Äonen.
Die acht Jaffa patrullierten über ein ehemaliges Firmengelände, über den großen Hof, bei dem längst der Betonboden durch Pflanzen aufgerissen und überwuchert war. Die Sonne stand gerade noch so am Himmel und war dabei für den heutigen Tag zu verschwinden. Manche strahlen fingen sich noch in den Scheiben des Fabrikgebäudes, von denen jedoch die meisten längst zerbrochen oder dreckig waren, nach Jahren ohne Pflege. Niemand kümmerte sich um diese Teile der Stadt, außer, dass sie immer wieder von den treuen und fanatischen Kämpfern der Goa'uld durchforstet wurden. Grund dazu gab es nicht, war doch seit Jahren jeder Widerstand auf der Oberfläche gebrochen und die Welt fest in der Hand des Lords, der sie einst bombardieren, die Heere der Menschen niedermetzeln ließ und sich dann aber zwei Jahre lang mit einem Untergrundwiderstand herumschlagen musste, bis seine Jaffa auch diese Reste von Aufbegehren ausgelöscht hatten.
Folter und Erpressung hatten damals viele Menschen dazu bewegt, dem Widerstand ihre Unterstützung zu entziehen und zum Wohl ihrer Familie Rebellen zu verraten, bis nichts mehr von den Aufständischen übrig geblieben war.
Der Tunnelbohrer brach mit großem Getöse durch die Oberfläche, kippte vorneüber in eine horziontale Postion, und rollte auf seinen Gleisketten noch ein paar Meter weiter, ehe er schließlich zum Stehen kam. Nun da die Motoren abgeschalltet wurden, und der riesige rotierende Bohrkopf ausrollte, senkte sich wieder Stille über die Szenerie. Auch im Inneren war es still. Noch immer geschockt, von den gewalttätigen Ereignissen, die ihre Flucht begleitet hatten verharrten die Insassen in ratlosen Schweigen. Bislang hatte ein stets gleicher Tagesablauf ihr Leben bestimmt. Aufstehen, Körperpflege, dann gemeinsames Frühstück mit Lagebesprechung und Aufgabenaufteilung. Laborarbeit, bis zum Abendessen, und dann noch ein wenig sportliche Betätigung bis zum Schlafengehen. Mit dieser Routine war es nun vorbei. Ihre so sicher geglaubte Heimat war verlohren, und sie mussten nun eine neue finden. Von den 48, die zuletzt in ihrer unterirdischen Siedlung gelebt hatten, gab es nun nur noch sechs, und niemand von ihnen hatte einen Plan was nun am besten zu tun sei.
"Vielleicht sollten wir uns die Umgebung mal ansehen", schlug Leyla schließlich vor. Zustimmendes Gemurmel erhob sich, doch niemand machte Anstalten irgendetwas zu unternehmen. So erhob sie sich selbst, und zwängte sich durch den engen Mittelgang zu der rückwärtig angebrachten Ausstiegsluke um sie zu entriegeln und aufzustemmen. Sie spähte hinaus. Die Jaffa waren von ihrer Position aus nicht zu sehen, und so bemerkte sie diese auch nicht.
"Ruinen", fasste sie ihre Beobachtungen für ihre Mitreisenden zusammen. "Wir sollten uns ein wenig umschauen, und uns einen Überblick verschaffen", schlug sie vor bevor sie aus der Luke kletterte und der Rest Anstalten machte ihr zu folgen.
Der Lärm des großen Tunnelbohrers war der Patrullie nicht entgangen. Gerade noch hatte sie sich auf dem Weg zum nächsten größeren Gelände machen wollen, einer ehemaligen Fabrik, wo vor rund 300 Jahren zuletzt Motoren für Flugzeuge gebaut worden waren, doch nun sprinteten sie zurück in die Richtung, aus der sie gekommen waren. Der von Rissen übersähte Hof des anderen Firmengeländes war nun noch mehr verunstaltet und bot im letzten Licht des ausgehenden Tages den Blick auf das metallene Gefährt, mit dem sich Leyla und ihre Begleiter in die scheinbare Freiheit gekämpft hatten.
"Kree Jaffa, Bradio (Achtung Jaffa, beeilt euch)", befahl der Anführer der Patrullie. Alle Krieger trugen eine Art von Maske auf ihrem Gesicht, die aus getrocknetem Lehm und Erde bestand, mit welcher sie sich eingeschmiert hatten. Nach dem trocknen wurde diese Gesichtsmaske brüchig, bekam Risse und sollte an die Vergänglichkeit des Leibes erinnern. Die Jaffa glaubten daran, dass sie im Nachleben einen gesunden Leib erhalten würden, wenn sie bereits zu Lebzeiten wie von Krankheit und Fäulnis gezeichnet umherwandeln würden. Es waren Jaffa des Goa'uld Lu'chat, Diener eines Gottes der Verwesung, Degeneration und Verrottung. Ähnlich ihrem Herrscher, der immer mit solch einer Gesichtsmaske zu sehen war, wenn ihn die Sterblichen denn einmal zu Gesicht bekamen, und sich in braune oder anderweitig trist wirkende Gewänder hüllte, gaben sich auch seine Krieger. Entsprechend hatten sie über ihren Rüstungen braune Mäntel oder Umhänge an und fünf der acht Kämpfer trugen lange Haare, bis zu den Schultern, die mit Lehm und Dreck verfilzt waren.
Auf ihre Rüstungen geschmiertes Blut, das von mehreren Tage im Freien gelegene Innereien von geopferten Tieren stammte, gab den Jaffa einen süßlichen Geruch von Verwesung und Tod.
Routiniert umstellten sie das ihnen unbekannte Gefährt auf dem Hof. Einer der Jaffa gab Meldung über ein Kommunikationsgerät an die Kaserne dieser Stadt, während der Anführer der Patrullie seine Stimme erhob: "Kor'tosh, Diener eures Gottes Lu'chat, fordert euch auf euch sofort zu ergeben."
Der Krieger konnte nicht gut in die Luke des Tunnelbohrers hinein sehen und war sich nicht sicher, ob überhaupt noch jemand darin war. Darum gab er zwei seiner Jaffa mit Handzeichen zu verstehen, die Umgebung und besonders das Fabrikgebäude zu dem der Hof gehörte zu untersuchen. Der Rest blieb um den Tunnelbohrer herum stehen, die Stabwaffen aktiviert und zum Schuss erhoben.
Als Leyla aus der Luke gespäht hatte, war der Platz noch leer gewesen, doch kaum, dass sie hinaus geklettert waren ertönten Stiefelschritte, und eine Gruppe seltsam aussehender Männer umstellte das Gefährt. Sie trugen dreckverschmierte, fürchterlich stinkende, Rüstungen unter ihren braunen Mänteln, und seltsame, morbide wirkende Masken, zumindest hoffte die Synthetin, dass es Masken waren, denn auf den ersten flüchtigen Blick war das schwer auszumachen.
Sie seien Diener ihres Gottes und sie forderten sie auf sich sofort zu ergeben, sprach sie einer von ihnen, offenbar der Anführer, mit energischer Stimme an. <i>Diener meines Gottes, wohl kaum, dachte Leyla bei sich. Ihre Art hatte niemals an Götter geglaubt, oder sonstigen Aberglauben angehangen, doch schien es ihr nicht ratsam mit diesen Männern darüber zu diskutieren. "Ja, ja, natürlich, wir ergeben uns", antwortete sie stattdessen sofort, und hob beschwichtigend ihre Hände. Ihre Gefährten reagierten zunächst nur mit erschreckten Blicken, erst als die Jüngste von ihnen die Initiative ergriffen hatte murmelten die meisten von ihnen zustimmend unternahmen aber sonst nichts weiter. Auf ihre Betrachter mochten sie wie eine Gruppe verstörter und orientierungsloser Lämmer wirken, und im Grunde waren sie das ja auch. Zeitlebens war alles in geordneten Bahnen verlaufen. Alles war berechenbar und mit Logik und mathematischen Formeln zu lösen gewesen. Dies war nun absolut nicht mehr der Fall, und diese Situation überforderte sie.
Auch Leyla wartete ab was ihre Gegenüber als nächstes tun würden, und wie sie am besten darauf reagieren könnten. Optionen hatten sie im Grunde gar keine. Sie waren nicht bewaffnet, und auch wenn, hätte das nicht viel geändert. Im Gegenteil Widerstand würde ihre Lage wohl eher noch verschlimmern. So blieb nur zu hoffen, sich irgendwie zu arrangieren, auch wenn das Erscheinungsbild der Männer die sie bedrohten dafür wenig Anhaltspunkte für Hoffnung bot. Doch sie war nicht bereit sich der Verzweiflung hinzugeben, auch wenn nüchterne Prognosen der Situation kein gutes Ende ahnen lies.
Kor'tosh sah sich mit seinen sechs Jaffa der gleichen Anzahl an Syntheten gegenüber, aber der Patrullienführer sah sich nicht gezwungen, die beiden Jaffa zurück zu rufen, welche er in die Fabrik entsendet hatte. Die Menschen vor ihm schienen unsicher, womöglich sogar tief geschockt, auf jedenfall spürte er in ihnen jedoch keine Präsenz von Larven oder ausgewachsenen Symbionten. Mit ihren Stabwaffen, der Kraft und Fitalität die ihnen Lu'chat geschenkt hatte, und ihrer Ausbildung, schätzte Kor'tosh diese Menschen in keinster Weise als Bedrohung ein. Womöglich ein Fehler, den einige Jaffa von ihren Herren erlernten, denn die Selbstsicherheit der Goa'uld war allzuoft ihr Untergang. Obwohl es die selbsternannten Götter wussten, und gegeneinander einsetzten, hatte sich diese Charakterschwäche selten gebessert, was wohl aber auch daran lag, dass ihre Selbstsicherheit sie zu dem gemacht hatte, was sie waren: Die unumschränkte dominante Macht der Milchstraße.
"Wer seid ihr, und was tut ihr in diesem Teil der Stadt? Die Ruinen sind für Sklaven verboten, sich hier aufzuhalten, wird mit der Häutung bestraft", sagte der 107-Jährige Anführer der Jaffa. Er winkte seine Mitstreiter etwas näher heran, sodass jeder der Jaffa einen der Syntheten als direktes Ziel vor sich hatte.
Kor'tosh war sich nicht sicher, aber an diesen Fremden irritierte ihn ihr äußeres. Ihre Sprecherin war seltsam hellhäutig, und passend zur Bevölkerung des Planeten Narxos, von denen große Teile im Dienste Lu'chats oft genug das Vergnügen hatten, schwere Arbeit im Freien verrichten zu dürfen.
"Also, wer seid ihr?", fragte der erfahrene Jaffa erneut mit bestimmter Stimme und einem aggressiven Tonfall.
OOC:
Ich habe mir schon gedacht, dass Kali schon vergeben ist, aber einen Versuch war es wert *g*. In RL bin ich männlich. Um Verwechlungen auszuschließen wäre da vielleicht ein männlicher Spielername besser. Wie wäre es mit Kyronimos. Das ist mein Künstlername in einer Onlinegallerie, würde also auch hier gut passen, falls der noch nicht vergeben ist.
Das mit dem Nacherzählen werde ich versuchen hier abzustellen. Ich habe es ganz gerne verwendet um die Einstellung meines Chars zu dem eben erlebten darzustellen.
Mit Häutung bestraft ?!, was für barbarische Methoden, dachte Leyla entsetzt. Ihre Lage schien wesentlich schlimmer zu sein, als bislang vermutet. Die 'Degenerierten' vor denen sie geflohen waren hätten sie einfach nur erschlagen. Hier jedoch drohte ihnen ein weit grausameres Schicksal. Aber noch war nicht alles verloren. Der Anführer wollte wissen wer sie waren. Die Antwort darauf würde über ihr Schicksal entscheiden, und musste daher wohl überlegt sein. Viel Zeit zum Pläneschmieden gab allerdings nicht, denn der Fragesteller schien reichlich ungeduldig.
"Wir sind Wissenschaftler", begann sie schließlich. "Geflüchtet vor Ungläubigen, die tief unter der Erde hausen", fuhr sie fort, wobei sie auf das Loch, dass der Tunnelbohrer hinterlassen hatte, deutete. "Wir sind hier um im Reich des allmächtigen Lu'chat Asyl zu ersuchen und ihm untertänigst unsere Dienste anzubieten", erklärte sie weiter. Wirklich glücklich mit ihren Worten war sie nicht, aber etwas besseres fiel ihr auf die Schnelle nicht ein. Die 'Degenerierten' würden sich, ihrer Einschätzung nach, ohnehin in wenigen Jahrzehnten selbst zugrunde richten. Sie jetzt an diese Barbaren zu verraten, würde das Ende nur ein wenig beschleunigen. Was sie selbst und ihre Gefährten betraf so hatten sie nur eine Chance wenn sie sich als möglichst harmlos und nützlich darstellten. Wissenschaftler würden im Ansehen dieser Primitiven sicher keinen so hohen Stellenwert haben wie Krieger, aber doch wohl hoffentlich mehr als den der erwähnten Sklaven, die anscheinend schon bei geringfügigen Verstößen mit drakonischen Strafen zu rechnen hatten. Auf jeden Fall würden sie einen Platz in dieser barbarischen Gesellschaft finden müssen um hier überleben zu können, das stand für die Synthetin außer Frage.
Kor'tosh war, gelinde gesagt, verwirrt. Er glaubte den Worten der Synthetin nicht, andererseits sah ihre Maschine durchaus aus, als wenn sie dazu verwendet würde, sich unter der Erde zu bewegen. Jedoch hatte der Jaffa noch nie gehört, dass es Menschen geben sollte, die unter der Erde von Narxos lebten. Als Lu'chat die Welt vor Jahrhunderten unterwarf, zerschlug er jeden Widerstand. Kor'tosh selbst diente dem Unterweltsgott auf dieser Welt seit 53 Jahren, und lebte über diesen Zeitraum mit seiner gesamten Familie hier. Mit seiner Frau und drei Söhnen, die zum Stolz ihres Vaters bereits alt genug waren, um als vollwertige Krieger in den Reihen ihres Gottes zu dienen.
"Ich habe noch nie etwas von Menschen unter der Erde gehört", entgegnete der Patrullienführer, nachdem er die Antwort Leylas kurz auf sich hatte einwirken lassen. Noch war er von der Aufrichtigkeit der Frau nicht überzeugt und Gesetz war Gesetz. Der Jaffa würde die Gefassten normal sofort einem Scharfrichter übergeben, sodass der Henker sofort mit der qualvollen Exekution beginnen könnte. Kor'tosh brauchte einen guten Grund, warum er die Gefangenen seinem Masterjaffa übergeben würde, und selbst dann wäre nicht sicher, dass sich Lu'chat überhaupt für diese interessieren würde. Andererseits würde der Gott wissen, ob Leyla und ihre Begleiter logen, davon war der Jaffa überzeugt.
"Sprich, Weib, wieviele sind noch geflüchtet, und wieviele Feinde sollen dort unter der Erde leben?", fragte der Krieger.
OOC:
[size=1]Dann mach mer fürs Wiki Kyronimos wenn du magst ;)
Fein, muss ich dafür irgend etwas tun, oder macht ihr das?
Stimmt schon zu ausgedehnte Wiederholungen machen das Mitlesen zu einer öden Angelegenheit.
Der Jaffa hatte noch nie etwas von Menschen unter der Erde gehört, wie er verkündete. Das überrasche Leya nicht. Aber immerhin schien er ihr so weit zu glauben, dass er weitere Fragen stellte. "Wir sind die einzigen", beantwortete sie seine erste Frage, ehe sie sich der zweiten zuwandte. "Es gibt drei Siedlungen unter der Erde. In der aus der wir kamen leben etwa 2300 Menschen, in den beiden anderen jeweils zwei bis dreitausend. Genauer kann ich das leider nicht sagen, denn mit Bevölkerungszahlen hatte ich nie viel zu tun. Es sind keine Soldaten, sondern Arbeiter und Bergleute. Es gibt noch einige Waffen, Gewehre und Pistolen, aus der Zeit des Krieges, aber wohl nur sehr wenige die damit umgehen können. Sie wären keine großen Gegner für euch. Gefährlich könnte bei einer Invasion jedoch die Tatsache werden, dass sie über größere Mengen an Sprengstoff verfügen. Wenn ihr sie erobern wollt, könnten wir euch helfen, indem wir euch einen Lageplan unserer Siedlung aufzeichnen. Bei einen schnellen und gezielten Vordringen dürften sie keine Möglichkeiten haben Sprengungen vorzubereiten" bot sie an. Sicher, es war kein feiner Zug, dass sie ihre ehemaligen Mitbürger nicht nur verriet, sondern den Eroberern auch noch dabei half, doch waren diese auch nicht gerade zimperlich mit ihnen umgegangen. So schuldete sie ihnen nichts. Wären sie geblieben, so hätten sie sie getötet, wie all die anderen, die ihnen zum Opfer gefallen waren. Zudem rechnete Leyla auch damit, dass sie nun wohl einem Höhergestellten vorgestellt werden würden, denn die Kompetenz eine, wenn auch kleine, Invasion zu befehligen traute sie dem Truppführer nicht zu. Vielleicht könnten sie mit diesem besser verhandlen, vor allem wenn sie bereits einmal ihre Nützlichkeit unter Beweis gestellt hätten. Mit etwas Glück würden sie villeicht sogar auf jemanden mit Weitblick treffen, den sie von ihrem Nutzen als Wissenschaftler überzeugen konnten. Es war nur eine vage Hoffnung mit vielen Unbekannten, aber immerhin besser als gar nichts.
"Das sind viele Menschen. Wenn sich deine Worte als wahr herausstellen, werden sie dafür bestraft werden, dass sie sich vor ihrem Gott verbergen wollten... und ihr sechs werdet womöglich Lu'chats Gnade erfahren", meinte Kor'tosh.
Für ihn war dies eine Win-Win-Situation. Falls Leyla log, so wäre es seine Patrullie gewesen, die Menschen in den verbotenen Gebieten der Stadt entdeckt hatte und zur Abschreckung würden diese öffentlich gehäutet. Wenn Leyla nicht log, so hätte Kor'tosh den Ruhm verdient, diese verborgene Population entdeckt zu haben. Womöglich würde Lu'chat ihn dafür belohnen, strebte der Jaffa doch schon lange danach, in die Reihen der Elite-Krieger des Gottes aufgenommen zu werden. Kor'tosh hatte Lu'chat noch niemals persönlich gesehen, und so ging es den meisten Jaffa, die nicht zur Leibgarde des Gottes gehörten. Lu'chat leiß sich meist von einem seiner Goa'uld Kommandeure vertreten, oder wenn er selbst in Erscheinung trat, so standen seine Wachen dicht um ihn, wie ein lebendiger Sichtschutz, um die Blicke der unwürdigen Sterblichen auf den Gott zu blockieren.
Schritte waren zu hören von dutzenden Jaffa-Stiefeln. Ein Kontingent aus 30 weiteren Kriegern traf bei dem Tunnelbohrer ein. Es waren Jaffa von anderen Patrullien, welche vom Befehlshaber der Kaserne dieser Stadt zur Position von Kor'tosh geschickt worden waren.
"Es wird Zeit zu gehen. Ich werde euch alle zu meinem Masterjaffa bringen, und diese Krieger werden die Umgebung absuchen. Wir werden sehen, ob es wirklich nur ihr sechs seid", sagte Kor'tosh.
Sie maschierten gut eine Stunde, bis sie zur Grenze des Stadtviertels kamen, das noch von Menschen bewohnt und wieder aufgebaut war. Eine weitere halbe Stunde später befand sich Leyla in einem mit Fackeln erleuchteten Raum im Kasernenkomplex der Jaffa, während ihre Begleiter in einer Zelle ausharren mussten. Kor'tosh hatte seinem Befehlshaber alles in Kürze so detailliert wie möglich erklärt. Dieser betrat schließlich sein Arbeitszimmer, in dem Leyla hatte warten müssen.
"Ich bin Masterjaffa Norosan. Wie ich verstanden habe, kannst du mir etwas über angeblich unter der Erde lebende Menschen sagen", begann der Befehlshaber der Kaserne, der praktisch der militärische Gouverneur dieser Stadt war. "Sag mir, welche Ressourcen haben sie, und wie kann ich meine Truppen in diese Siedlungen bringen?", fuhr er fort.
Leyla atmete kaum merklich auf, als der Truppführer verkündete, dass sie womöglich Lu'chats Gnade erfahren würden. Betrachtete man seine Anhänger, schien Gnädigkeit nicht zu den Haupttugenden dieses Gottes zu gehören, aber immerhin würde das bedeuten, dass sie am Leben, und unversehrt bleiben würden. Das war schon mal ein erster wichtiger Schritt, wie es weitergehen würde, das würde die Zukunft zeigen, aber zumindest hatten sie jetzt wenigsten eine, wenn auch eine reichlich ungewisse. Würden sie hier überhaupt die Möglichkeit haben in ihren angestammten Beruf zu arbeiten? Alles wirkte so primitiv und herunter gekommen. Vielleicht kannten sie hier noch nicht einmal Fahrzeuge. Zumindest kam keines um sie abzuholen, stattdessen ging es zu Fuß durch die Verfallene Ruinenstadt.
Auch der Raum, in dem man sie führte war wenig vielversprechend. 'Kennen die hier noch nicht einmal Elektrizität?', fragte sich die Synthethin als sie bemerkte, dass dieser ausschließlich von Fackeln erleuchtet wurde. Anscheinend sah man in ihr, trotz ihrer Jugend, so etwas wie die Anführerin ihrer Gruppe, denn sie war als einzige hierher gebracht worden war. Auch wenn es eine hohe Verantwortung bedeutete, da sich ihre Fehler auch auf ihre Begleiter auswirken würden, so war ihr diese Einschätzung dennoch ganz recht. So würde sie wenigstens selbst aktiv werden können, und müsste nich passiv abwarten und hoffen, das Andere das Richtige tun und sagen würden.
Der Mann, der schließlich erschien stellte sich knapp vor, und kam danach sofort zur Sache. Das war ihr im Grunde ganz recht, denn sie hatte keine Ahnung, ob irgendwelche besonderen Begrüßungs- oder Verhaltensregeln von ihr erwartet wurden. So konnte sie diese Unwissenheit überspielen, indem sie einfach dem Beispiel ihres Gegenübers folgte, und sofort auf seine Fragen einging. "In der Siedlung, aus der ich gekommen bin, gibt es etwa 2300 Menschen. Es gibt einige Waffen, noch aus der Zeit des Krieges. Sie wurden allerdings seit vielen Jahrzehnten nicht mehr benutzt, daher ist es fraglich in wie weit, sie noch funktionstüchtig sind. Außerdem wird es kaum jemanden geben, der damit umzugehen versteht. Als gefährlich könnten sich jedoch die Sprengstoffvoräte erweisen, zumal viele der Einwohner Bergleute sind und daher etwas von Sprengungen verstehen. Allerdings werden sie kaum mit einem Angriff rechnen. Ich könnte euch einen Plan der Siedlung und den wichtigen Positionen, den Waffen, und Sprengstofflagern, sowie dem Kraftwerk zeichnen. Sind diese Punkte erst einmal bestezt, ist der Kampf praktisch gewonnen", erklärte Leyla. "Schwieriger wird das hineinkommen sein, denn es gibt keine Zugänge", räumte sie ein. "Am einfachsten wäre es wohl wenn man unseren Tunnelbohrer benutzt um vorwärts zu kommen und den neuen Zugang zumindest erst einmal provisorisch so weit absichert, dass die nachfolgenden Truppen nicht Gefahr laufen verschüttet zu werden. Dabei könnten man den von uns benutzen Weg, der wahrscheinlich bereits an vielen Stellen wieder verschüttet sein wird, als Orientierung nutzen, um die Siedlung auch zu finden", schlug sie vor.
Der Masterjaffa nickte. Er ging hinter seinen Arbeitstisch und setzte sich in einen hölzernen Stuhl, der an einen römischen Feldherrenstuhl erinnerte. Rote Samtkissen machten das Möbelstück äußerst bequem, der Frau bot Norosan jedoch keinerlei Sitzgelegenheit an.
Der ganze Raum war geschmückt mit Wandteppichen, in einer Ecke stand eine Art von hüfthohem Kerzenständer, auf dem glühende Kohlen lagen. Auf einem anderen Ständer gleicher Bauart verrottete altes Obst und gab dem ganzen Raum dadurch einen süßlichen Geruch des Vergänglichen.
Leylas Einschätzung der Umgebung als relativ primitiv schien richtig. Der gesamte Kasernenkomplex war von den Jaffa und ihren Familien bewohnt, die alle nach alten Traditionen lebten, welche von weit entfernten Welten stammten.
Im Gegensatz dazu befand sich der bewohnte Teil der Stadt auf dem hohen, technologischen Stand der Bevölkerung von Narxos vor dem letzten großen Krieg gegen die Goa'uld. Jedoch waren ihnen Waffen und große Energiequellen verboten, und viel mehr als vor der Eroberung arbeiteten nun im Freien, beim Abbau von Ressourcen oder Nahrungsmittel, welche für Lu'chats Heimatwelt Orcul bestimmt waren.
"Als Sprecherin deiner Gruppe hast du sicher auch einen Namen, Weib. Wie nennt man dich und welche Rolle spielst du bei deinem Volk?", fragte der Masterjaffa.
Der Kommandant der Stadtkaserne wollte mehr über den Hintergrund Leylas erfahren, denn mit ihr über ein taktisches Vorgehen zu reden hielt er für unnötig. In seinen Augen war sie nicht nur nur ein Mensch, sondern nur eine Frau und wie bei den meisten Jaffa-Gesellschaften hatten die Frauen auch in Lu'chats Volk nichts mit dem Kriegswesen zu tun, sofern es nicht darum ging als letzte Verteidigungslinie das eigene Heim zu beschützen. Ganz davon abgesehen war sich Norosan auch überhaupt sich sicher, ob Lu'chat überhaupt eine Eroberung dieser Menschen wollte. Genauso gut könnte sein Gott ihm befehlen, sie einfach nur zu vernichten. Ein Ha'Tak könnte vom Orbit aus auf die Planetenoberfläche an einer geeigneten Stelle feuern, bis jede Form von Untergrundkomplex einstürzen würde. Norosan konnte sich vorstellen, das Lu'chat dies sogar auf Kosten dieser Stadt tun würde, sei es allein um für den Rest der Menschen auf dieser Welt ein Zeichen zu setzen, dass niemand sich dem Gott der Degeneration wiedersetzen sollte.
Andererseits überlegte sich der Masterjaffa bereits eine Taktik, wie er die Siedlungen erobern könnte, falls sein Gebieter es von ihm fordern sollte. Truppen über hunderte Meter steil in den Boden hinein marschieren zu lassen hielt er für zu gefährlich. Seine Jaffa wären dabei viel zu verwundbar. Aber ein Gang würde ausreichen, um den Materiestrohm eines Ringtransporters nicht mehr zu blockieren. Er würde mit dem Tunnelbohrer einen Ingenieurstrupp hinunter schicken, eine Plattform errichten lassen und könnte dann bequem seine Truppen mit dem Transporter hinunter schicken.
"Ich heiße Leyla, und ich bin Wissenschaftlerin", stellte sie sich auf seine Anfrage hin nun vor. Die Synthetin war sich nicht sicher ob ihr Gegenüber mit dieser Berufsbezeichung viel anzufangen wusste. Nach dem was sie bis jetzt gesehen hatte glaubte sie, dass er auf einem niedrigen technologischen Niveau lebte. Anderseits hatte es auch schon in der Antike Forscher gegeben, so sollte ihm das nicht ganz unbekannt sein. "Mein Spezialgebit ist die Genetik", fuhr sie fort. Ob er mit diesem Begriff etwas anfangen konnte? Ob sie ihn diesen erklären sollte, oder würde er sich dadurch belehrt und herabgesezt fühlen? Sie entschied sich dazu den Begriff erst einmal im Raum stehen zu lassen. Wenn es ihn interessierte würde er sicher fragen, und die Art wie er das tun würde, könnte ihr vielleicht Hinweise darauf liefern, wie sie es ihm am besten erklären konnte. "Auch meine Begleiter sind Forscher. Wir haben zusammen gearbeitet. Meistens als Team aber bei kleineren Projekten, oder Teilaufgaben auch schon mal alleine. Wir würden gerne unsere Arbeit in eure Dienste stellen", bot sie an. An weiteren Informationen über ihre alte Heimat schien der Meisterjaffa nicht weiter interessiert zu sein, nun stand offenbar die Frage im Raum was aus ihnen werden sollte. So hielt sie es nur für folgerichtig von sich aus ihre Dienste anzubieten.
Der Jaffa hatte für einen Moment die Augen zu Schlitzen verengt zusammengekniffen. Gentechnik? Lu'chat wäre definitiv daran interessiert. Norosan hatte selbst nicht die Ausbildung, um in ein Labor zu stehen. Er war als Krieger erzogen, er konnte Waffen einsetzen, sprach mehrere Goa'uld Dialekte und beschäftigte sich während der wenigen Stunden, die er nicht im Dienste seines Gottes verbrachte mit einem flötenähnlichen Musikinstrument oder den Totengesängen, einer Gedichtereihe des wohl berühmtesten Künstlers seiner Heimatwelt. Dennoch waren er oder andere Jaffa nicht dumm und ungebildet, und der Wert den Technologien darstellten, ihnen durchaus bewusst. Es war die Art der Götter den Sterblichen nicht direkt durch ihre Allwissenheit alles zu geben, aber die Goa'uld wiesen nach Norosans Ansicht nach ihren Dienern den Weg, den Pfad zum glorreichen Nachleben. Dazu gehörte auch das Streben nach neuen Welten mit weiteren Seelen, das Streben nach Macht und nach Wissen, welches die Götter dann jedoch nach ihrem Gutdünken teilten oder eben nicht, aufdass ihre Jünger davon nicht korrumpiert würden. In ihrer Allmacht und ihrer Allwissenheit entschieden die Götter jedoch auch oftmals, Wissen und die, welche es mit sich trugen, zu zerstören, um Schaden an ihren Gläubigen durch giftiges Gedankengut zu verhindern.
"Die Menschen auf dieser Welt dürfen recht fortschrittlich leben, mehr noch, als auf meiner Heimatwelt Orcul. Aber dadurch laufen sie auch Gefahr, nicht in die glorreiche Nachwelt eingelassen zu werden", meinte der Masterjaffa, "Lu'chat ist sicher darauf bedacht, diese Siedlungen zu suchen, und von jeglichem Schädlichen für sein Volk zu säubern. Sind die Siedlungen dort unten in den vergangenen 300 Jahren so ungeordnet gewuchert, wie ich es wohl erwarten sollte? Du sprachst von alten Waffen, aber was ist mit dem Rest deiner.... Gesellschaft?"
Habe ich etwas falsches gesagt? dachte Leya bei sich, als sie sah, wie sich die Augen des Masterjaffas zu Schitzen verengten. Vielleicht hätte sie das mit der Gentechnik nicht erwähnen sollen. Möglicherweise hatte er als religiöser Eiferer etwas dagegen. Doch hielt sich dieser Ausdruck nur einen Moment lang auf Norosans Gesicht. Entwarnung?
Auf ihr Angebot ging er nicht ein, stattdessen wechselte er das Thema. Heimatwelt Orcul? Was meinte er damit? Etwa einen anderen Planeten? Dazu wäre eine instellare Reise notwendig gewesen, denn soweit die Synthetin wusste gab es in diesem Sternensystem nur einen einzigen Himmelskörper auf dem Leben möglich war, und zwar jener auf dem sie sich gerade befanden. Er musste also doch wesentlich fortschrittlicher sein als es den Anschein hatte. Aber warum lebte er dann in dieser primitiven Umgebung? Wahrscheinlich war er von diesen Lu'chat hierher gebracht worden. Das erschien ihr eine logische Erklärung zu sein. Die Invasionstruppen, die vor drei Jahrhunderten diese Welt erobert hatten waren ja auch aus den tiefen des Weltalls gekommen. Die folgenden Worte des Masterjaffas ließen die Vermutung für sie zur Gewissheit werden.
"Ja, sie haben sich vermehrt, aber nicht allzusehr" begann Leyla auf seine Fragen einzugehen. "Tief unter der Erde sind die Resourcen an Nahrung und Atemluft begrenzt, und lassen ein ungezügeltes Wachstum nicht zu. Außerdem gab es von Anfang an zu wenig Menschen für eine stabile Bevölkerungsentwicklung. Inzest lies sich nicht vermeiden, und so kam es zu den entsprechenden Gendefekten und Degenerationen. Daher wurde Gentechnik sehr wichtig. Damit liesen sich die schlimmsten Auswirkungen bekämpfen, aber ist der Genpool erst einmal nachhaltig verunreinigt, bedarf es schon radikaler Maßnahmen zu denen die Mehrheit nicht bereit gewesen war. Am Ende gab man uns Forschern die Schuld. Die meisten wurden ermordet, nur uns sechs gelang die Flucht", berichtete sie. Die Herkunft und die Rolle, die ihre eigene Subspezies gespielt hatte lies sie absichtlich im Dunkeln. Wie würde er reagieren, wenn er es erführe? Vielleicht interessierte es ihn auch gar nicht so sehr. Eine Gefahr stellten sie gewiss nicht dar, die drei Siedlungen im Grunde auch nicht. Aber es mochte ihm Ruhm bringen sie zu zerstören. Der Patroullienführer hatte erwähnt, dass sie womöglich die Gnade Lu'chats erfahren würden. So lies man sie vielleicht leben und arbeiten, wobei man sich dabei mehr an ihren Leistungen als für ihre Herkunft interessierte, hoffte sie zumindest.
Der Jaffa Meister stand von seinem Stuhl auf, ging um seinen Arbeitstisch herum, machte zwei Schritte auf Leyla zu und betrachtete die Frau genau. Sie war hübsch und mit ihren hellen Augen, den platinblonden, kurzen Haar und ihren feinen Zügen besaß sie die Art einer noblen Erscheinung, welche den Göttern als Körper gefiel.
Er wollte seine Hand ausstrecken, ihr Kinn anheben, ihr Gesicht genauer ansehen und spüren, ob ihre Haut genauso zart und weich war, wie er sich dies vorstellte, doch Norosan ließ es. Es war nicht die Zeit, um sich mit einer Gefangenen zu verknügen. Zudem war es durchaus möglich, dass Lu'chat diesen Leib für einen anderen Goa'uld beanspruchen würde. Sein Gott hatte zwar nicht das Interesse an Schönheit, wie es die anderen Goa'uld hatten, aber er nutze durchaus deren Vorlieben, um die wundervollsten Sklaven als Geschenke darzubieten. Lu'chat selbst dürften die degenerierten Bewohner der Siedlungen gefallen. Norosan ertappte sich sogar dabei, wie er etwas Neid für sie empfand. Der Grund warum sich die Jaffa in Lu'chats Diensten schmückten als würden sie verfallen, war die erhoffte Belohnung, dann nicht als verfallende Leiber in die Nachwelt einziehen zu müssen. Sofern sie ansonsten leistungsfähig waren, wären die Degenerierten der unterirdischen Siedlungen womöglich absichtlich von Lu'chat gesegnet worden. So geboren, um von den Kriegern des Gottes befreit zu werden, und nach ihrem Tod einen geheilten Leib zu erhalten, weil sie zu Lebzeiten die Abartigkeit ertrugen.
"Und wie steht es mit der Technologie dieser Degenerierten?", fuhr der Masterjaffa in seiner Befragung fort.
Leyla verzog keine Mine und sah Norosan auch nicht direkt an, als er sie genauer musterte. Sie wusste nicht was in ihm vorging, nahm aber an, dass er nach Anzeichen von Lüge oder Unsicherheit suchte, und solche wollte sie ihn nicht liefern, schließlich sah sie es als überlebenswichtig an, dass er ihr glaubte. Das ihr Erscheinungsbild Begehrlichkeiten wecken könnte kam ihr nicht in den Sinn. Solche Gefühlsregungen waren in der Umgebung in der sie aufgewachsen war absolut tabu gewesen. So etwas war nur etwas für die Degenerierten, und wurde neben vielen anderen Faktoren als Beweis ihrer Minderwertigkeit angesehen.
Erst als der Masterjaffa die Befragung fortsetzte wandte die Synthetin ihren Blick wieder ihm zu. "In den meisten Gebieten hat sich in der Zeit seit der Siedlungsgründung nicht viel getan. Wirklich geforscht wurde eigentlich nur im Bereich Biochemie. Neben den bereits erwähnten Methoden zur Beseitigung von Gendefekten wurden auch Pflanzen wie Moose, Flechten und Pilze gentechnisch verändert um Atemluft und Nahrung liefern zu können. Daneben haben wir spezielle Bakterienkulturen entwickelt um mit ihnen Nahrungsmittlezusätze und Chemikalien zu produzieren. Bergbau und Ingenieurwesen, letzteres vor allem was Instandhaltung und Ausweitung von Siedlungen und den damit verbundenen Vorsorgungseinrichtungen für Wasser, Strom, Atemluft und Klimatisierung betrifft wurden weiterhin angewandt, aber kaum entwickelt. Alles andere existierte mehr oder weniger nur in Form von alten Aufzeichungen. Die Degenerierten waren dabei nur die Ausführenden. Musste etwas entworfen werden, oder gab es ein Problem, dann wandten sie sich lieber an uns anstatt eigenständig nach Lösungen zu suchen", berichtete sie. War das umfassend genug? War es das was ihn interessierte? "Die verwendeten Werkzeuge und Maschinen entsprechen ungefähr dem Niveau des Krieges. Einiges ist optimiert, und vor allem die Handhabung der Maschinen ist vereinfacht worden, damit sie auch damit zurecht kommen, aber im Großen und Ganzen hat sich nichts wesentlich verändert", fügte sie noch hinzu als ihr in den Sinn kam, dass ihr Gegenüber als Militär vermutlich mehr an praktischen und greifbaren Dingen interessiert sein würde als theoretische Möglichkeiten.
Vielleicht würde Lu'chat für sein Volk wollen, dass sich die Jaffa diese fortschrittlichen Erfindungen im Biochemie-Bereich zu eigen machten, überlegte Norosan. Schneller wachsende Nahrung in unwirtlichen Umgebungen wäre ein Vorteil sowohl für den Zivilen, als auch den militärischen Breich. Der Masterjaffa wusste zwar von Goa'uld, die auf diesem Bereich oder der Gentechnik allgemein sehr hoch entwickelt waren, aber wertvolle Dinge miteinander zu Teilen war nicht gerade der ureigenste Grundgedanke hinter der Philosophie der Götter. Norosan musste für sich selbst zugeben, dass die Dualität hinter der Allwissenheit und Allmacht seines Gottes und dem Mangel seines Volkes an Fähigkeiten, welche die Jünger anderer Götter genossen, kaum vereinbare Gegensätze waren. Aber der Glaube des Masterjaffa war stark und unnachgibig, und er maßte sich nicht an die Gründe dafür zu kennen, warum Lu'chat manches schenkte, und manches nahm.
"Kree Jaffa", brüllte der Anführer der hießigen Garnison plötzlich mit lauter Stimme, und kaum drei Sekunden später standen zwei groß gewachsene und muskulöse Krieger in seinem Arbeitsraum, die wie der Meister ihre Gesichter mit getrockneter Erde und Lehm geschminkt hatten.
"Schafft die Frau zu den anderen Gefangenen", befahl Norosan. Er hatte genug gehört, um es zumindest zu wagen, Lu'chat davon zu berichten. Der Masterjaffa wusste nicht, ob sich sein Gott überhaupt dafür interessierte, aber wenn dies der Fall war, würde sich Norosan damit womöglich die erhoffte Beförderung in die Leibgarde seines Gebieters verdienen.
Für drei Tage wurde Leyla zusammen mit ihren Begleitern in einer dunklen Zelle in der untersten Ebene der Kaserne festgehalten. Absolut ausbruchssicher, zumindest solange man kein C4 oder anderen Sprengstoff parat hatte, und keine Elite-Einheit in Platoonstärke, die sich durch die Massen von Jaffa kämpfen konnte.
Die Kaserne war aus einer Art von massivem Stahlbeton gebaut, umfasste mehrere Gebäude in der Stadt, die noch immer wie vor 300 Jahren Ulxelx genannt wurde, und war ebenso umgeben von einer gut 20 Meter hohen Mauer, auf der Stabkanonenstellungen in alle Richtungen wiesen. Rund 5.000 Jaffa waren hier stationiert, wovon nur die Hälfte aus Kämpfern bestand, die mittlerweile aus der eingepflanzten Kriegerkultur auf Narxos erwuchsen.
Nach drei Tagen ohne Sonne, mit nur einer äußerst schwachen Quelle von künstlichem Licht, und sprichwörtlich Brot und Wasser, öffnete sich endlich die Zellentür. Zumindest hatte Norosan die sechs nicht in Einzelhaft gezwungen.
Zuerst traten zwei Männer ein, hinter denen eine Gestalt in dunklen Gewändern inmitten des Eingangs stehen blieb, helles Licht von künstlichen Quellen im Gang hinter den Personen schien in den Raum. Der so auf ihre Front geworfene Schatten ermöglichte es nur zu sehen, dass der Mann im Hintergrund langes, wildes Haar trug und sehr groß war, während die beiden vorderen wahrscheinlich Jaffa waren. Zumindest wirkten die in der Dunkelheit nur schwarz erscheinenden Stangen wie Stabwaffen.
"Ich habe gehört, dass ihr euch eurem wahren Gott unterwerfen wollt!", sprach der Mann mit der Stimme eines Goa'uld.
Ob der Masterjaffa mit ihren Antworten zufrieden war oder nicht erfuhr Leyla nicht, denn sie wurde sofort im Anschluß der Befragung abegeführt und zu der Zelle ihrer Gefährten gebracht. Dort konnte sie ihnen alles erzählen was vorgefallen war, und ausführlich mit ihnen darüber diskutieren. Es blieb ihnen mehr als genug Zeit dafür. Das Fehlen der Sonne störte sie dabei nicht im geringsten, hatten sie diese doch in ihrer Vergangenheit nie gesehen, und empfanden die Zeit als sie den untergehenden Fixstern erblickt hatten, eher als unangenehm. Auch die schwache Beleuchtung entsprach durchaus ihren Gewohnheiten. Wasser und Brot als Ernährung empfanden sie ebenfalls nicht als Einschränkung. Zwar war ihre bisherige Ernährung vielseitiger, was Nährstoffe anging, doch geschmacklich war sie stets neutral gewesen, so dass sie in den drei Tagen den Unterschied kaum bemerkten. Da Leyla schon Erfahrungen mit den Repräsentanten dieser neuen Welt gehabt hatte wurde sie nun auch offiziell als Sprecherin für ihre Gruppe gewählt.
Das grelle Licht, das durch die schließlich geöffnete Tür einfiel blendete alle, und alle legten daher auch eine Hand vor ihre Augen, um diese zu beschatten, wobei sie den Blick senkten. Als offiiziell gewählte Sprecherin trat Leyla nach den Worten der, in dem grellen Licht nur schemenhaft erkennbaren, Gestalt ein Stück weit vor, wobei sie so gut es ging ihre Augen beschützte. "Das ist richtig", bestätigte sie die Worte der Gestalt mit der seltsam tiefen Stimme. "Viel zu lange haben wir einer fehlgeleiteten Gesellscharft gedient. Wir waren blind. Doch deren mordlüsterne Undankbarkeit hat uns die Augen geöffnet, so dass wir nun bereit sind unseren wahren Gott zu dienen. Wir danken ihm, dass er uns dieses Ungemach gesand hat, um uns sehend zu machen, und bitten gleichzeitig um Vergebung, dass wir diese Wahrheit nicht aus eigener Kraft gefuden haben" fuhr sie fort, wobei sie eine steife Verbeugung andeutete. Im Grunde waren es nur hohle Phrasen, patetisch vorgetragen, und in gemeinsamer Diskussion während ihrer Wartezeit über historische Epochen, in denen Glaube noch eine dominate Rolle gehabt hatte, abgestimmt. Doch hofften alle, dass diese Worte genau das waren, dass diese Gestalt von ihnen hören wollte.
Für Lu'chat war es wenigstens im Moment genug. Er zweifelte nicht daran, dass die Frau ihre Worte gut gewählt hatte und dies nur, um ihr Leben und das ihrer Begleiter zu retten. Aber um ihre absolute Unterwerfung ging es dem Goa'uld nicht, der weiterhin hinter seinen beiden Leibwächtern stehen blieb und keinen direkten Blick auf sich zuließ.
Die Dienste dieser Syntheten erschienen dem Lord wertvoll, aber er hatte nicht vor, sie sich durch Geschenke zu erkaufen oder zu versuchen, sie in die Kultur seines Volkes zu integrieren. Dies funktionierte bei der ersten Generation eines gottlosen Volkes meistens nur schwer. Viel einfacher gestaltete es sich, das Volk zuerst durch militärische Gewalt zu dezimieren und zu terrorisieren, es brachial in die Sklaverei zu zwingen und sich aus deren Nachkommen eine neue, gefügige Gesellschaft zu züchten.
Schon jetzt plante Lu'chat, wie er sich die Menschen gefügig machen würde. Druck für den Anfang, wenn dies nicht ausreichte Nish'ta für das weitere, und vielleicht würde Lu'chat den ein oder anderen als neuen Wirt für einen seiner Lieutenants nehmen. Die Syntheten mit ihrem Wissen als diplomatisches Geschenk für einen fremden Goa'uld zu nehmen, war absolut nicht in Lu'chats Interesse, ganz zu schweigen davon, das sein dass der dunkle Schatten im Hintergrund, dem er hörig war, sicher Leyla und ihr Wissen für sich beanspruchen würde.
"Mein Diener sagte mir, dass ihr von dem Volk stammt, dessen Existenz euer Gott so lange geduldet hat", sprach Lu'chat weiter, mit der typischen Goa'uld Arroganz in seiner Stimme, besonders wenn man bedachte, das der selbsternannte Gott vor einige Stunden zum ersten Mal von diesen Syntheten oder den Degenerierten gehört hatte. Mit der selben Arroganz und Selbstsicherheit fuhr er fort, diesmal richtete er seine Worte direkt an Leyla: "und dass du, Leyla, angibst, eine fähige Genetikerin zu sein. Wirst du und dein Gefolge mir ohne Bedinung huldigen? Du wirst mir mit all deinem Wissen dienen, und ihr zusammen werdet meinen Kriegern alles detailliert berichten, was sie wissen müssen, um diese Siedlungen einzunehmen."
Die Gestalt mit der merkwürdigen Stimme zeigte sich über Leylas Vortrag weder erfreut noch verärgert. Möglicherweise hörte er so etwas so oft, dass er es als selbstverständlich annnahm. Die Synthetin überlegte wer oder was er wohl war. 'Wahrscheinlich ein Priester', mutmaßte sie für sich, denn so eindrucksvoll, als das man ihn für einen Gott halten könnte fand sie seinen Auftritt nicht. Auf jeden Fall schien er höher gestellt als Norosan, da er diesen als sein Diener bezeichnete.
Als er sie fragte ob sie ihm bedingungslos huldigen würde schloss sie, dass er wohl doch mehr als nur ein Priester war, wie sie bis jetzt vermutet hatte. Für einen solchen wäre es reichlich vermessen sich selbst huldigen zu lassen, denn das sollte doch seiner Gottheit vorbehalten sein. Aber was auch immer er darstellen sollte, es war wichtig sich mit ihm gut zu stellen.
"Die Antwort auf alle eure Fragen lautet 'Ja' ", begann sie. "Wir werden alles in unserer Macht stehende tun, um euch zufrieden zu stellen", fügte sich noch hinzu, und meinte dieses Versprechen durchaus ernst. Schließlich hatten sie keine andere Wahl. Während der vorangegengenen Diskussionen hatte es zwar auch Zweifler gegeben, doch auch diese konnten keine vernünftige Alternative aufzeigen, so dass der Beschluß ihren neuen Herren so gut es ging zu dienen am Ende einstimmig gefasst worden war. Später, wenn man sich irgendwann einmal etabliert hätte, mochten sich vielleicht Möglichkeiten ergeben, doch daran war zu dieserm Zeitpunkt nicht zu denken.
Lu'chat ließ ein kurzes, hohles Lachen von sich hören. "Ich wage zu bezweifeln, dass ihr mich zufrieden stellen könnt. Aber ich werde euch mit der Zeit die Chance geben, es zu versuchen", entgegnete der Goa'uld. Wenn dieses Volk für 300 Jahre keinen Kontakt mit irgendetwas auf der Oberfläche hatte, so hatte es kaum bis keine Erfahrung mit seiner Spezies, dachte der Lord. Er hatte vor diesen Syntheten, und erstrecht den unterirdisch lebenden Menschen zeigen, was Gottfürchtigkeit war: Nicht einfach fromm einem Glauben zu folgen, sondern das Gericht und die Strafe Gottes wirklich zu fürchten.
"Kree, Chel nok (Los, bring ihn)", befahl Lu'chat und wies mit der Hand, an der er seine goldene Handspange trug, auf einen der männlichen Begleiter von Leyla. Der Lord wandte sich um und verschwand aus dem Eingang der Zelle, noch während einer seiner Leibwächter hinter ihm her ging, und der andere das ausgewählte Opfer grob packte und mit sich aus der Zelle schleppte. Wieder fiel die schwere Stahltür ins Schloss und ließ die anderen fünf Gefangenen in der düsteren Zelle zurück.
Der Mann wurde von dem Krieger in das Arbeitszimmer des Garnisonsführers gebracht, wobei von dem Masterjaffa jede Spur fehlte. Stattdessen stand inmitten des Raumes ein ganz in schwarz gekleideter Mann, der dem Gefangenen zuerst den Rücken zuwendete. Der Jaffa trat dem Syntheten in die linke Kniekehle und presste in an den Schultern zu Boden, woraufhin sich die dunkle Gestalt umdrehte.
"Ich bin Frenthe", sprach der schwarz Gekleidete mit der Stimme eines Goa'uld und ließ seine Augen gelb aufleuchten. Er wandte sich kurz zu dem Arbeitstisch um, hinter dem noch vor wenigen Tagen Norosan gesessen und mit Leyla gesprochen hatte, und hob einen darauf liegenen Stab auf. Der metallene Gegenstand war gut einen Meter lang und hatte drei stumpfe Zacken an einem Ende.
"Ich bin hier, um dich für Lu'chat zu verhören", fuhr der Mann fort, berührte mit der Stabspitze die Tischfläche und schon eine kurze Entladung des Foltergegenstandes hinterließ eine schwarz verschmohrte Fläche. "Wie soll ich dich nennen, Mensch, und was war deine Position in diesen unterirdischen Siedlungen?"
Was sollte das denn? Ratlos sahen sich die verbliebenen Syntheten an, nachdem die Stahltür ins Schoß gefallen war, an, und begannen kurz darauf eine Diskussion darüber was sie wohl falsch gemacht hatten. Wahrscheinlich war es ein Fehler Leyla als Sprecherin zu wählen. In vielen archaischen Kulturen galten Frauen als minderwertig, und womöglich hatte sich der Mann, der wohl ihr neuer Herrscher war, deshalb beleidigt gefühlt. Also sollten sie wohl besser einen neuen Sprecher wählen, der männlich und auch älter war.
Der Verschleppte leistete keinen Widestand. Zwar verstand er nicht, wieso man ihn so grob behandelte, doch unterlies er es tunlichst zu protestieren. Irdendwie würde er diese Barbaren besänftigen müssen. Er hatte zwar keine Idee wie, da ihm diese reichlich irrational vorkamen, aber irgendwie würde sich schon etwas ergeben. Als man ihn in die Knie zwang konnte er ein Keuchen nicht unterdrücken. Weniger aus Schmerz sonder eher aus Überraschung und dem Gefühl der Demütigung ob der unsanften Behandlung und der unwürdigen Haltung, in die man ihn drängte.
"Mein Name ist Immanuel, und ich bin Wissenschafter, so wie wir alle", beantwortete er die Fragen des Schwarzgewandeten.
"Ich werde euch alles sagen was ich weis. Ihr braucht nur zu fragen, und ich werde nach besten Wissen antworten", versprach er. Er hatte ein sehr ungutes Gefühl was den Stab, der offenbar Hochspannung erzeugen konnte, betraf, und hoffte dass die Demonstration an der Tischfläche nur eine Drohung war, um seine Zunge zu lockern. Wenn er bewies, dass sie bereits so locker war, wie sie nur sein konnte, dann sollte der Mann, der sich als Frenthe vorgestellt hatte, doch wohl einsehen, dass Gewaltanwendung überflüssig war. Bestimmt hatte dieser es sonst mit widerspenstigereren Gefangenen zu tun, bei denen dies Sinn machte, aber doch nicht bei jemanden, der voller Kooperationsbereitschaft war wie er, machte sich der Synthet Mut.
Frenthe nickte und sprach mit einem gefährlich sadistischen Ton in seiner Stimme: "Ich weiß, ich weiß."
Dabei ging der Lieutenant des Lords langsam auf Immanuel zu, der Folterstab fuhr gemächlich vor dem Gesicht des Syntheten von links nach rechts.
"Du verstehst, deinem Wort kann ich leider nicht so einfach vertrauen. Aber du siehst, wenn deine Worte durch Schmerz erkauft sind, dann erscheint das in einem vollkommen anderen Licht", mit diesen Sätzen auf den Lippen nickte er dem hinter Immanuel stehenden Jaffa zu, der seinen Druck auf die Schultern des Gefangenen erhöhte. Frenthe lächelte als er die Spitze des Stabs auf die Brust seines Opfers setzte. Dass Kleidung zwischen dem Folterwerkzeug und der Haut war, machte dabei keinen Unterschied. Die Energie des Stabs fuhr durch den Körper und wurde als orangenes Aufleuchten in Immanuels Augen und seinem Mund sichtbar. Die Folterung mit einem Schmerzstab gehörte zu den qualvollsten Erfahrungen, die man machen konnte und überschritt die Folterung durch Elektroschocks, das Herausreißen von Fingernägeln oder Brechen von Knochen bei weitem, ohne dauerhafte Schäden anzurichten - zumindest solange man den Kontakt sehr kurz hielt.
Manche Goa'uld nutzten den Stab der Qualen auch für Hinrichtungen, da das Werkzeug bei längerem Gebrauch auch den Symbionten in einem Wirt zur Strecke brachte. Bis die physischen Schäden tödlich, und nicht nur verkrüppelnd waren, dauerte es jedoch, was diese Art der Todesstrafe besonders langsam und schmerzhaft gestaltete.
Frenthe zog den Stab nach knapp einer Sekunde wieder zurück und ließ dem Mann kurz Zeit Luft zu schnappen. Nicht zuviel jedoch, denn der Symbiont stellte schnell seine Fragen. Schnell und viele. Er ließ Immanuel kaum Zeit, über jede einzelne nachzudenken. Frenthe führte sein Verhör so, dass dem Opfer kaum die Chance blieb, alles detailliert zu erklären, sodass der nächste Einsatz des Stabes kaum lange auf sich warten lassen würde.
"Wie sind die Siedlungen aufgebaut? Sind Gebäude in einem Hohlraum errichtet, in den man einfach hineingraben kann, oder habt ihr dort unten Bunker errichtet, deren Panzer erst aufgebrochen werden muss? Aus welchem Material sind die Befestigungen? Gibt es eine zentrale Energieversorgung oder mehrere Generatoren? Wieviele sind als Sicherheitskräfte fest eingeteilt? Wie hoch ist der Anteil der männlichen Bevölkerung? Gibt es zentrale Lagerstätten für Nahrung und Versorgungsgüter? Was für genetische Experimente habt ihr dort unten durchgeführt? Habt ihr Kontakte zum Volk an der Oberfläche? Wieviele Verräter gibt es in der Stadt?", fragte der Lieutenant.
Sein Gesichtsausdruck gab ihm den Anschein, als würde er dieses Verhör geniesen. Der Wirt des Symbionten war jung, wirkte kaum mehr als 35 Jahre alt und war sehr gutaussehend. Die schwarzen Haare trug Frenthe kurz, das schlanke Gesicht war sauber rasiert die grünen Augen blickten den Gefangenen aufgeweckt und interessiert an.
Dann kam auch schon die nächste Berührung mit dem Schmerzstab, diesmal nur kurz angetippt, beinahe, als wollte der Foltermeister die Gedanken seines Opfers durch die Energie antreiben.
"Nein! Nein! Das ist vollkommen überflü...", versuchte Immanuel zu protestieren, doch dann traf ihn schon die Berühung des Folterinstrumentes. Er hatte in seinem 41-jährigen Leben noch nicht viele Schmerzerfahrungen machen müssen. Hie und da mal eine Prellung, ein verstauchter Knöchel und einmal eine Verätzung bei einer unvorsichtigen Durchführung eines Experimentes, und das war es auch schon. So war er völlig unvorbereitet auf den unsäglichen Schmerz, der ihn nun erfasste. Er glaubte, ja hoffte sogar, ohnmächtig zu werden, doch ganz so gnädig war das Schicksal ihm nicht.
"Im Zentrum ist ein großer Hohlraum, mit eng zusammenstehenden Gebäuden, in den Randgebieten sind es Stollen, in deren Wände Wohnungen getrieben sind", begann er keuchend, und noch heiser vom Schreien mit den Antworten. "Einige Gebäude im Zentrum sind recht massiv, und aus Stahlbeton, aber Bunker im militärischen Sinne gibt es keine. Die Kuppel im Zentrum ist recht stark, Stahlbeton, einen knappen Meter dick, in den Randgebieten stellt natürlicher Fels oder Beton das Baumaterial dar. Die Städteplanung ist dort recht chotisch. Es gibt ein zentrales Kraftwerk, je ein Kernkraftwerk, in unserer und einer weiteren Siedlung, in der größten gibt es zwei Geothermikraftwerke. Sicherheitskräfte, ähm, in unserer Siedlung etwa 100. Bewaffnet mit Schlagstöcken und Tasern. Aber das war vor dem Aufstand. Einige wurden getötet, andere sind übergelaufen. Ich weis nicht wie viele, es war alles so chaotisch und unübersichtlich. Die Degenerierten hatten mehrere hundert Bewaffnete. Eisenstangen, Vorschlaghämmer, Bolzenschußgeräte, und andere improvisierte Waffen. Der männliche Anteil ist ziemlich genau die Hälfte. Die größten Lager sind bei den Produktionsanlagen, insgesamt ist die Verteilung aber dezentral. Unser Hauptziel war die Erschaffung eines perfekten Menschen mit Hilfe der Gentechnik, alles andere war nur von untergeorneter Priorität und wurde nur so nebenbei betrieben. Wir selbst sind die Ergebnisse unserer Forschung, und Leyla ist das jüngste und fortschrittlichste. Wir hatten bis heute niemals Kontakt mit dem Volk an der Oberfläche. In der Stadt gibt es nur noch Verräter oder Mitläufer. Alle anderen sind längst ermordet", leierte er hastig, ja fast panisch seine Antworten herunter. "Bitte! Nicht noch mal diesen Schmerz! Ich sag' euch alles! Wirklich alles!", flehte er anschließend.
Der Lieutenant lächelte bösartig. Er hob seine Hand beschwichtigend, auch wenn seine Geste eindeutig nur gespielt war. Der grausame Symbiont trug zwar mit seinem Wirt als einer der niederen Diener Lu'chats keine Handspange, aber dies machte ihn nicht weniger gefährlich.
"Ich meinte nicht Mitläufer in euren Siedlungen, sondern an der Oberfläche. Ich will dir erst einmal glauben, dass du denkst, dass es keinen Kontakt gab und keine Verräter", log Frenthe gespielt schlecht und machte Immanuel deutlich, dass er ihm kein Wort einfach so abkaufen würde. Er hatte nicht damit gerechnet, dass der Mensch sich die schnelle Fragenfolge hätte merken können, aber Frenthe machte durch seine Reaktionen klar, dass es ihn kaum interessierte, ob der Synthete ihm keinen normalen grund gab, ihn weiter zu foltern. Wenn es dem Lieutenant beliebte, dann würde der Mensch leiden.
Der Schmerzstab fuhr erneut von links nach rechts vor Immanuels Gesicht hin und her. Immer wieder aktivierte Frenthe ihn, ohne den Gefangenen damit zu berühren. Doch die Energieentladungen zuckten dennoch bedrohlich zwischen den drei Zacken.
"Es gibt zwei Dinge, die mich besonders interessieren: Nehmen wir an, die Armee meines Gebieters sprengt sich mit unseren mächtigen Waffen einen Weg hinunter. Der große Hohlraum würde es nicht überstehen, ohne den Großteil der Siedlung zu begraben? Wenn wir uns aber mit eurer Maschine hinab bohren, sind die Stollen dann auch sehr einsturzgefährdet?", fragte der Lieutenant, und bevor er sein Opfer antworten ließ, warf er die andere wichtige Frage ein: "Und was eure Hok'Tar Forschung angeht.... eure genetischen Verbesserungen von menschen, wie weit seid ihr dabei gekommen? Wie sehen eure Ergebnisse im Detaill aus?"
Die Furcht vor dem Schmerzstab war Immanuel deutlich anzusehen. Bei jeder Aktivierung zuckte er heftig zusammen, so dass der Jaffa schon ein wenitg Kraft aufwänden musste um ihn zu halten.
"Ja, wenn schwere Bomben die knapp eine Meile voll Erde und Gestein, zwischen der Oberfläche und der Kuppel überwinden könnten, würde sie einstürzen", bestätigte er. Es war ihm zwar nicht klar wie man die schützende Schicht so ohne weiteres überwinden konnte, war er doch kein besonderer Experte was Waffen im allgemeinen, und die Zerstörungskraft der Goa'uldwaffen im besonderen anging, doch hypothetisch gesprochen sollte das seiner Meinung nach schon so geschehen. "Das wäre das Ende der Siedlung. Zwar liegt rein flächenmäßig nur ein eher kleiner Teil, vielleicht ein Drittel oder ein Viertel, der Siedlung unter der Kuppel, doch sind dort neben dem Kraftwerk, der größte Teil der Sauerstoffproduktion und die Steuerzentralen für Klima-, Luft-, Wasserversorgung und ähnliches dort. Die Stollen sind sicher, schließlich leben dort Menschen. Es bräuchte schon gezielte Sprengungen um sie zum Einsturz zu bringen", berichtete er, ehe er sich den nächsten Thema zuwandte. "Was unsere Genforschung angeht, so sind wir in der Lage einen Menschen im Labor zu erschaffen, und innerhalb gewisser Grenzen, -wir kennen noch nicht alle Wechselwirkungen der verschiedenen Genkombinationen-, nach unseren Wünschen manipulieren. Wir sind in der Lage Erbkrankheiten zu eleminieren, das Immunsystem und die allgemene Lebenserwartung signifikant zu steigern. Konzentriert haben wir auf die Verbessererung der Gehirnfunktionen und können so intellektuelle Fähigkeiten erheblich steigern. Wir könnten auch andere Eigenschaften verbessern. Wenn ihr es wünscht könnten wir euch eine Kriegergeneration erschaffen, die bestmöglichsten Veranlagungen was Stärke, Ausdauer, Geschicklichkeit, Reaktionsvermögen und so weiter, besitzen. Natürlich wären es keine Superhelden mit übernatürlichen Fähigkeiten, aber mit den entsprechenden Trainigsprogrammen wären sie jeden 'Normalgeborenen' in der Summe deutlich überlegen. Dazu bräuchten wir ein entsprechend ausgerüstetes Laboratorium, und Zeit um unser Wissen zu rekonstruieren, und ein paar Testläufe durchzuführen. Unter günstigen Bedingungen müssten wir in etwa einem Jahr in der Lage sein, die ersten Embryonen dieser Serie in die Brutkammern zu stecken." Bei den Erzählungen über seine Forschung seine Forschung und deren Möglichkeiten schien die Begeisterung zumindest einen Augenblick lang seine Furcht vor dem Schmerzstab zu verdrängen. Die Erschaffung des perfekten Menschen war nach wie vor sein höchstes Ziel. Die Prioritäten waren dabei für ihn eher zweitrangig. Wenn ein Goa'uld sie vorgab, so war ihm das recht, solange er weiterhin an dem Ziel arbeiten könnte.
Frenthe dachte zuerst darüber nach, welche Probleme die Eroberung der Siedlung bereiten würde, bevor er sich Sorgen um ein Hok'Tar Projekt machte. Lu'chat könnte ein Mutterschiff schicken und vom Orbit aus gezielt mit dessen Waffen 'graben lassen'. Mit 200 Megatonnen Sprengkraft pro Salve wäre jeder dort unten dem Tode geweiht.
Der Lieutenant würde seinem Gebieter vorschlagen den ursprünglich, von Masterjaffa Norosan entworfenen, Plan durchzuführen. Ein Tunnel direkt zu einer der Siedlungen bohren, anschließend diesen von Jaffa sichern lassen und unten eine Transporterplattform aufbauen, sodass der Materiestrom der Ringe von der Oberfläche ohne Probleme bis in die tief liegenden Siedlungen reichen würde. Es wäre weit schwerer mit diesem Brückenkopf, als wenn es funktioniert hätte, sich mit Sprengsätzen oder dem Waffenfeuer von Schlachtschiffen einen Weg hinab zu bahnen, aber zumindest blieb so der unterirdische Komplex erhalten. Sofern die Angaben von Immanuel stimmten, sollten die Jaffa keine Probleme haben, jede Verteidigung zu zermalmen und dennoch wären die Opfer unter den Menschen geringer, als wenn die Siedlungen einfach ausradiert würden.
"Du denkst sehr praktisch. Aber warum, wenn ihr in der Lage dazu gewesen wärt, habt ihr soetwas", und bei diesen Worten drückte Frenthe den Folterstab in die Schulter des Menschen, ohne in jedoch zu aktivieren, "geschaffen? So... schwach, zerbrechlich. Wieso habt ihr nichts geschaffen, um euren Feinden in der Siedlung entgegen zu treten? Wieso willst du mir weiß machen, du wärst in der Lage ein Kriegswerkzeug zu bauen, und hast es nicht gemacht, als du es zu deinem eigenen Schutz benötigt hättest?"
Die schroffen Worte, der Vorwurf des Versagens, täuschten darüber hinweg, dass Lu'chat hier durchaus einen wertvollen Fang gemacht hatte. Frenthe wusste nichts davon, dass Lu'chat eine Marionette von Surtur war, einem Goa'uld, der selbst auf dem Gebiet der Gentechnik seines Gleichen suchte. Aber Surtur teilte sein Wissen nicht mir denjenigen, die unter seinem Zepter krochen, und Lu'chat wollte schon lange Kämpfer, die in sein Bild passten - äußerlich, wie auch in möglichst verbesserten Fähigkeiten. Das wusste auch Frenthe, und, dass der Gott der Degeneration selbst kein Gespür und keine Kreativität besaß, was die Arbeit in einem Labor anging. Lu'chat ließ für sich forschen und entwickeln.
Bei der neuerlichen Berührung des Folterstabes zuckte Immanuel in Erwartung eines heftigen Schmerzes zusammen. Als dieser jedoch ausblieb, entspannte er sich wieder, blickte vorsichtig auf, und begann dann hastig zu antworten. "Nun das lag zum einen an unseren Prioritäten. Wir mussten diese Technologie erst einmal entwickeln. Der Mensch ist ein unglaublich komplexes Lebewesen. Die Veränderung eines Gens kann unerwartete Nebeneffekte haben. Manche zeigen sich schon im Embryonalstdium, andere erst beim Heranwachsen. Das mussten wir zunächst erst lernen. So war es uns wichtig erst einmal den Intellekt zu steigern um Forscher zu gewinnen, die mit diesen Problemen fertig werden konnten. Zum anderen glaubten wir, das wir keine Feinde hätten, und somit auch keine Notwendigkeit bestand eine Schutztruppe für uns zu erschaffen. Von der Oberfläche nahmen wir keine Notitz, und mit den Degenerierten lebten wir in friedlicher Kooexistenz. Sie kümmerten sich um die groben Arbeiten, und wir halfen ihnen, wenn es ein Problem zu lösen gab, bei dem etwas Verstand erforderlich war. Es war so etwas wie eine Symbiose. Zumindest glaubten wir das, bis sie sich aus irgendeinem Grund, gegen uns wandten. Dann war es jedoch zu spät noch etwas dagegen zu tun", erklärte er, und hoffte innständig, dass seine Ausführungen Frenthe zufrieden stellen würden.
"Militärisches Denken gehört augenscheinlich nicht zu euren Stärken. Umso besser", entgegnete der Foltermeister. Großen Widerstand erwartete er nicht von dem Menschen. Er wollte eine genaue Beschreibung der drei Siedlungen, wenigstens die wichtigsten Orte aufgetragen auf einer skizzierten Karte. Frenthe hatte keinen Goa'uld-Handcomputer bei sich, und er zweifelte auch daran, dass er Immanuel die Sprache der Goa'uld innerhalb von fünf Minuten hätte beibringen können. Stattdessen ging er wieder hinter den Arbeitstisch des Masterjaffa. In einer Ablagefläche fand er ein paar Bögen Papier und ein Schreibwerkzeug. Anders als der Rest des archaisch wirkenden Raumes war dies eine Art teurer Füllfederhalter. Der Lieutenant dachte sich, dass es für die Administrative der Jaffa durchaus seine Vorteile hatte, in einer moderneren Welt stationiert zu sein. Einige Goa'uld hielten ihre Untergebenen so dicht an der Leine, dass man bei ihnen kaum mehr fand als Kohlestifte oder eine Tintenfeder.
"Du wirst jetzt eine Karte eurer Siedlungen zeichnen, mit den wichtigsten Orten... so genau du kannst. Und um deine Gedanken etwas anzuheizen", begann der Lieutenant, nachdem er wieder zu Immanuel geschritten war und das Papier, wie auch den Füllfederhalter vor ihm auf den Boden hatte fallen lassen. Er ließ dem Syntheten keine Zeit danach zu greifen, sondern presste erneut den Schmerzstab auf die Brust des Mannes und aktivierte ihn für eine Sekunde. Spätestens jetzt musste dem Gentechniker bewusst werden, dass die Goa'uld keinen Grund brauchten, um grausam zu sein.
"Falls du mich hinters Licht führen willst: Sollten bei der kommenden Offensive zu viele Jaffa aufgrund deiner Fehler sterben, dann werde ich dich mit diesem Werkzeug hinrichten, und ich werde mir dafür einen ganzen Tag Zeit nehmen. Vielleicht wird mir Lu'chat sogar erlauben, seinen Sarkophag zu benutzen, und dich wieder zum Leben zurück zu holen, damit ich erneut meinen Spaß mit dir haben kann", drohte Frenthe und ließ dabei die Augen seines gutaussehenden Wirtes grell aufleuchten.
Immanuel streckte bereits eifrig seine Hände nach dem Papier und den Füllfederhalter aus, als ihm erneut die Schmerzenswelle des Folterstabes übermannte. "Natürlich, natürlich" murmelte er, nachdem er sich von diesem Angriff einigermaßen erholt hatte, und kroch, sobald der Jaffa ihn frei gegeben hatte zu dem Papier um mit dem Füllfederhalter hastig darauf zu kritzeln.
"Es ist nicht hundertprozentig maßstabsgerecht, doch die Proportionen sollten im Großen und ganzen stimmen", begann er, sobald er fertig war, und machte sich eiligst daran die Details zu erklären. "Die wichtigsten Einrichtungen befinden sich unter der Kuppel. Hier ist das Kernkraftwerk, mit dem Umspannwerk und der Pumpstation für Grundwasser und direkt daneben das Wasserversorgungszentrum. Dort ist die Sauerstoffproduktionsanlage, die sich gleich neben dem Luftverteilungs- und Klimazentrum befindet. Das sind die Einrichtungen, die für die Siedlung überlebenswichtig sind. Wenn die Jaffa schnell und hart zuschlagen, und diese Punkte rasch besetzen sollte es keine allzu hohen Verluste geben. Die Randgebiete sind ein wenig chaotisch und labyrintisch. Wirklich verbürgen kann ich mich nur für den Weg, den wir gegangen sind. Das wäre hier. Die kürzeste Route verläuft so, aber noch schneller kommt man zum Zentrum, wenn man diese Wand hier durchbricht. Dazu könnte man einen Tunnelborer benutzen, oder auch Sprengstoff aus diesem nahe gelegenen Lager, falls eure Jaffa dafür nicht ihre eigenen Methoden besitzen. Hier ist übrigens das Waffenlager. Ich weis nicht, ob die Degenerierten es geplündert oder so belassen haben. Hier ist der Bahnhof und dort verlaufen die U-Bahn-Linien zu den beiden anderen Siedlungen. Wenn der Überaschungsangriff gelingt kann man mit einem Zug rasch in das Zentrum der anderen Siedlungen gelangen. Sind sie jedoch gewarnt, und haben genug Zeit, könnten sie jedoch die U-Bahntunnel sprengen, oder die Züge zum entgleisen bringen. So ein Unternehmen könnte also riskant werden. Alternativ könnte man auch über einen parallel verlaufenden Flucht- und Wartungstunnel vordringen. Dort jedoch nur zu Fuß. Die Degenerierten sind zwar recht brutal, aber ich glaube nicht, dass sie im Kampf gegen gut ausgebildete Krieger eine Chance haben. Die größte Gefahr sehe ich in ihrer Erfahrung mit Sprengstoffen. Die Lager dafür sind leider ziemlich verteilt. Man sollte ihnen also keine Zeit lassen Sprengungen oder Sprengfallen vorzubereiten. Sicherheitshalber sollte man die Jaffa auch anweisen, auf gespannte Drähte zu achten. Hier habe ich die Schalterstellungen eingezeichnet um die Luftzufuhr der Randgebiete abzuschalten. Mit Giftgas könnte man sie noch schneller ausmerzen, allerdings sollten eure Truppen dann mit Gasmasken ausgerüstet sein, da es zahlreiche Gänge gibt, durch die es zurück strömen könnte", berichtete er, wobei er immer wieder auf die beschriebenen Stellen auf der Zeichnung mit dem Füllfederhalter deutete.
Frenthe nickte. Es war genug, was ergehört und gezeigt bekommen hatte. Ein danke kam dem Lieutenant aber in keister Weise über die Lippe. "Merke dir, was du hier erlebt hast. Die Goa'uld dulden nur den totalen Gehorrsam von euch niederen Sterblichen. Mach das auch deiner Anführerin und den anderen deutlich", zischte Frenthe, stach noch einmal mit dem Schmerzstab zu, wieder ohne in zu aktivieren, und blickte dann zu Lu'chats Krieger.
"Schaff ihn zurück in die Zelle, und lass mir einen Handcomputer bringen", befahl der Lieutenant schroff.
Er betrachtete, wie der Jaffa den Syntheten unsanft auf die Beine hob und aus dem Raum zerrte, und wie die Tür des Arbeitszimmers schwer in ihr Schloss viel. Nur kurz darauf trat ein anderer Jaffa mit dem gewünschten Gerät ein, den der Wächter Immanuels auf dem Gang den Auftrag übertragen hatte, den Handcomputer zu beschaffen.
Nachdem er wieder allein im Zimmer des Masterjaffa war, wandte sich Frenthe zum Schreibtisch um. Er griff unter sein schwarzes Gewandt und zog daraus ein dunkelrotes Gerät hervor. Es war so klein, dass man es gut auf die Handfläche legen konnte, und es wirkte wie der Panzer eines großen Käfers.
Frenthe verband den Handcomputer mit dem Tok'ra Subspace Empfänger. Die Bezeichnung täuschte darüber hinweg, dass dieses Gerät auch verschlüsselte Daten aussenden konnte. So schnell er konnte, gab Frenthe, weder der Wirt, noch der Symbiont hießen in Wahrheit so, alle wichtigen Erkenntnisse über die Syntheten und die unterirdischen Siedlungen in den Handcomputer ein, zusammen mit seiner Einschätzung der Lage. Der Lieutenant befürchtete, dass Lu'chat diese Menschen nutzen könnte, um seine Jaffa zu verändern und sich einen taktischen Vorteil zu verschaffen. Schlimmer noch, sollte diese Forschung von Systemlord Hermes aufgegriffen werden, stünden immense Ressourcen dahinter, die das Ganze zu einem großen Problem für die Freien Völker der Galaxis machen könnte.
Frenthe sendete seine Geheiminformationen an den Hohen Rat der Tok'ra, löschte anschließend den gesamten Speicher des Goa'uld-Handcomputers und ließ seinen Subspace Empfänger wieder unter seiner Kleidung verschwinden, bevor er ging. Der Agent hatte Lu'chat zu berichten, was er erfahren in Erfahrung gebracht hat, und da einer von dessen Leibwächtern anwesend gewesen war, könnte der Tok'ra zu seinem Bedauern nicht ohne Weiteres Informationen enthalten.
Kaum das Immanuel zurück bei seinen Gefährten, und auch mit ihnen wieder allein war, begann er ausführlich über das Erlebte zu berichten. Er war zwar beschämt darüber so vieles unüberlegt enthüllt zu haben, doch erschien es ihm letztendlich für sein eigenes Überleben, und das der Anderen wichtig, das alle die gleiche Linie verfolgten. Schließlich könnte jeder von ihnen der gleichen Behandlung wie er unterzogen werden. Sollten dabei widersprüchliche Aussagen auftauchen, so würde das allen schaden.
So wirksam Folter auf den ersten Blick auch erscheinen mochte, so hatte diese Methode doch den entscheidenden Nachteil, dass man dabei nie sicher sein konnte, ob der Verhörte dabei auch wirklich die Wahrheit sagte. Um den Schmerzen zu entgehen würden viele alles sagen was von ihnen erwartet würde, egal ob es den Tatsachen entsprach oder nicht. So hatte auch Immanuel gehandelt. So hatte er beispielsweise keine Ahnung von der Stärke der Sicherheitskräfte vor dem Zeitpunkt der Rebellion, und die von ihm genannte Zahl war einfach nur geraten. Genausowenig wusste er um die Dicke der Kuppel. Ihm war nur bekannt, das sie dick, und aus Stahlbeton war. Er verstand wenig von Ingenieurswesen, und so erschien ihn ein Meter starker Stahlbeton als dick.
Seine Gefährten waren nicht gerade glücklich über seine Enthüllungen, doch lies sich daran nun nichts mehr ändern. Klar war nur geworden, dass die Goa'uld nichts anderes als totalen Gehorsam forderten, und dass man selbst dann nicht sicher vor Repressalien sein konnte. Immerhin wussten ihre neuen Herren nun wo ihre Stärken lagen. Wenn man sie in diesem Bereich für sie arbeiten lassen würde, so wäre zumindest ihre bisherige Zielrichtung, wenn auch mit anderen Prioritäten, und eventuell ihr bisheriger Tagesablauf wieder hergestellt. Offenkundig schien das für alle aktzeptabel. Leyla dachte dabei jedoch anders, aber sie wagte nicht in dieser Richtung zu fragen. Zum einen wollte sie die Illusion derer die eventuell wirklich daran glaubten nicht zerstören, und zum anderen befürchtete sie, dass sie möglicherweise abgehört würden. Daher erschien es ihr sinnvoller ihre Zweifel für sich zu behalten.
Im Angesicht Gottes
Wieder wurden die Gefangenen mehrere Stunden in der dunklen Zelle gemeinsam allein gelassen, bis endlich die schwere Tür aufgeworfen wurde. Vier Jaffa traten ohne etwas zu sagen herein, von denen zwei, helles Licht vom Gang in ihrem Rücken, ohne zu zögern auf einen der Männer zuschritten und ihn packten. Sie ließen gar nicht erst irgendwelche Gegenwehr zu, sondern zerrten ihn sofort aus der Zelle, um ihn zu Lu'chats Lieutenant zu bringen. Nach und nach würde Frenthe für seinen Lord alle verhören, bis auf Leyla.
Nachdem der Synthete weg war, trat eine dritte Person ins Blickfeld. Es war Norosan. "Leyla, dein Gott will, dass du vor ihn tritts", befahl der Masterjaffa.
Die Frau wurde von den drei Kämpfer einige Stockwerke nach oben geführt, bis sie bei einer Ringplattform ankamen. Norosan schob Leyla darauf, ebenso platzierten sich die beiden anderen Sklavenkrieger neben ihr, während der Masterjaffa zurück blieb, als sich die Ringe um die drei Personen herum aus dem Boden erhoben, sie in grellem Licht verschwanden und in einem Mutterschiff im Orbit des Planeten wieder rematerialisiert wurden.
Die drei wurden im Ha'Tak sofort noch einmal weiter teleportiert, zu einer anderen, internen Plattform. Ohne ein Wort zu sprechen führten die beiden Jaffa Leyla zur Brücke. Die Wände des Pel'Taks waren schwarz und nicht von Glyphen geziert, wie es oft auf Goa'uld Cheops-Class Mutterschiffen der Fall war. Stattdessen hingen in Holzrahmen Häute gespannt, die aussahen wie ein T-Shirt, bei näherer Betrachtung konnte man jedoch ausmachen, dass es Menschenhäute vom Rücken oder der Brust einiger bedauernswerter Opfer waren. Mit roter und schwarzer Farbe waren Muster und Goa'uld-Zeichen auf die toten Überreste gemalt. Neben einer künstlichen Lichtquelle an der Decke in der Mitte der Brücke, spendeten zehn Fackeln an der Wand Licht. Unter jeder dieser Feuerquellen befand sich ein Ständer mit einer Schale, in der entweder altes Obst vor sich hin gammelte oder Eingeweide und Organe von Tier- und Menschenopfern verrotteten. Fliegen und ihre weißen Larven labten sich an dem Festmahl. Der Geruch des Todes war allgegenwärtig.
Die beiden Jaffa brachten Leyla vor Lu'chat, der die Frau neugierig betrachtete, seine vier Leibwächter auf der Brücke hoben jedoch misstrauisch ihre Waffen. Ihr Gott hielt sie nicht davon ab, dieses feindliche Signal zu senden. Mit dem Schirm im Rücken, der einen Teil der Stadt Ulxelx zeigte, sowie einiger Statusanzeigen des Schiffes in der Sprache der Götter, drückte einer der Jaffa die Leyla hereingeführt hatten die Frau zu Boden.
Lu'chat sah ohne eine Mine zu verziehen auf den Mensch herab. Er sagte kein Wort, stattdessen trat dessen Primus Harash hervor, der wie die anderen Jaffa eine entstellende Gesichtsmaske trug.
"Unser Gott will von dir wissen, ob du und deine Leute in der Lage sind, eure Labors zu rekonstruieren? Er will wissen, ob ihr ihm zu Ehren einen Krieger nach seinen Wünschen schaffen werdet?", fragte der Krieger.
Der Synthet leistete keinen Widerstand. Zwar ahnte er aus Immanuels Bericht was ihm bevorstand, doch würde er daran nichts ändern können. Das Beste was er tun konnte war es so würdevoll wie möglich zu überstehen. Immerhin hatten sie die Zeit seit seiner Rückkehr dazu genutzt um sich abzustimmen, auch für den Fall das diesmal andere Fragen gestellt würden.
Leyla senkte demütig den Kopf, als ihr mitgeteilt wurde, das ihr Gott wünsche, dass sie vor ihm treten solle, um dann den Jaffa zu folgen. Der Ringtransporter war eine große Überraschung für sie, die sie für kurze Zeit aus dem Gleichgewicht brachte. Das überraschend auftauchende grelle Licht hatte ihre empfindlichen Augen geblendet, und es dauerte einige Sekunden bis sie wieder sehen konnte. Was war das? fragte sie sich verwundert. Irgendwie schien sie die seltsame Apparatur an einen anderen Ort gebracht zu haben. Alles war sehr viel düsterer als noch in der Kaserne, und die auf makabere Art zur Schau gestellten verwesenden menschlichen Überreste verwandelten diese Szenerie in einen Schauplatz der besser in Alpträume als in die Realität gehören sollte. Und dann noch dieser unerträgliche Gestank. Wie konnte man so etwas auf Dauer nur aushalten? Dieser 'Gott' muss ein Wahnsinnger sein, dachte sie bei sich. Ihr Gesicht blieb jedoch ausdruckslos.
Leyla wurde in eine Art Kommandozentrale zu einem großgewachsener Mann, der gewaschen wohl stattlich ausgesehen hätte, gebracht. War das der selbsternannte Gott? Seine neugierigen Blicke erwiderte sie nicht, sondern richtete stattdessen den ihren auf den Boden um eine eventuelle Provokation zu vermeiden. Sie überlegte, ob von ihr vielleicht eine bestimmte Haltung, wie eine Verbeugung oder ähnliches erwartet würde, doch einer der Jaffa brachte diese Gedankengänge zu einem schnellen Ende, indem er sie zu Boden drückte.
"Ja, das sind wir", begann sie auf die Fragen des Primus zu antworten. "Wir tragen das Wissen um unsere Forschung noch immer in unseren Köpfen, und es wäre eine große Ehre für uns unser bisheriges Lebenswerk zu seinen Gefallen fortzusetzen" fuhr sie fort. Ihre Stimme klang dabei zuversichtlich. So barbarisch diese Menschen hier auch waren, so besaßen sie doch das technologische Wissen um zwischen den Sternen zu reisen. Da sollte es doch sehr verwundern, wenn sie nicht auch die Gerätschaften stellen könnten, die für den Betrieb eines Gentechniklabors vonnöten waren. Möglicherweise, würde die neue Ausrüstung sogar fortschrittlicher sein, als jene, die sie bisher verwendet hatten.
Lu'chat hatte bereits darüber nachgedacht, was er mit diesen Syntheten anstellen würde. Die Möglichkeit ihnen einen Symbionten einzupflanzen hatte er früh verworfen. Es wäre zwar die beste Möglichkeit gewesen, sie gefügig zu machen und vollständig auf ihr Wissen zuzugreifen, aber der Gott des Verfalls hatte ein großes Problem: Surtur.
Sein finsterer Meister würde nie einfach zulassen, dass sich Lu'chat am genetischen Aufbau seiner Jaffa zu Schaffen machen würde, um sie stärker oder gefügiger zu machen. Surtur würde seinem Vasall diese Freiheit nicht ohne weiteres gestatten, also musste Lu'chat ihm die Syntheten als Geschenk bewahren - Ohne Symbionten. Der Feuerriese würde es nicht akzeptieren, dass Lu'chat dieses Geschenk mit der Brut seine Königin übergeben würde.
Der Primus Harash sah zu seinem Gott hinauf, der auf dem erhöhten Thron des Pel'Tak sitzend seinen Diener um zwei Köpfe überragte. Lu'chat nickte.
"Dein Diener sagte, eure Gruppe braucht ein Jahr, um die ersten Testsubjekte in embrionaler Form zu erschaffen. Das ist inakzeptabel!", fuhr Harash fort, "was kostet euch die meiste Zeit, bei eurer Arbeit?"
Lu'chat stand dank dem genetischen Wissen der Goa'uld ein breites Feld von Technologien offen, die von seiner Spezies schon erfolgreich verwendet worden sind, um andere Wesen zu verändern. Für einen Moment ertappte sich der Lord dabei zu überlegen, wie es wohl wäre eine Armee von brachialster Effizienz anzuführen, so wie sie sich der verhasste Seker mit seinen Uni'tas geschaffen hatte. Nun, auch ein Lord durfte träumen, und im Falle der Goa'uld hatten diese Wunschgedanken meist mit etwas zu tun, was ihnen eine Vormachtsstellung gegenüber ihren Konkurrenten einbringen würde.
Leyla dachte nach. Ein Jahr hielt sie für eine eher knapp bemessene Zeitspanne um eine Generation zu kreieren, die auch hielt was man sich von ihr versprach, und die einigermaßen frei von unbeabsichtigen Fehlern und unerwünschten Nebeneffekten war. Doch wurde dieser Rahmen nun als inakzeptabel betrachtet, und so musste sie nun schnell einen Weg finden, um ihn zu verkleinern, ansonsten würde ihr Projekt noch nicht einmal starten können. "Nun, diese Schätzung bezieht sich auf die Technologie die wir kennen", begann sie, um erst einmal irgendetwas zu sagen, und ihre Gegenüber nicht allzu lange warten zu lassen.
"Hilfreich wären DNS-Probem von Kriegern, die bereits gute Vorraussetzungen für ihren Beruf mitbringen. So hätten wir schon eine Basis, auf der wir aufbauen können, was einiges an Zeit sparen würde. Ein leistungsfähiger Computer, und die Unterstützung fähiger Programmierer zum Aufbau eines Simulationsmodells würde ebenfalls zur Verkürzung beitragen. Außerdem könnte der Einsatz von Wachstumsbeschleunigern bei den ersten Prototypen dazu beitragen das Simulationsmodell zu verfeinern, und damit zuverlässiger zu machen, und auch mögliche, unerwünschte Nebeneffekte der Genmanipulationen aufdecken. Bei letzteren hatten wir jedoch die Erfahrung machen müssen, dass die uns bekannten Methoden selbst Nebenwirkungen haben, die die Ergebnisse verfälschen könnten. Wenn ihr in diesem Gebiet fortschrittlicher seid, dann würde das die Entwicklungszeit erheblich verkürzen", meinte sie schließlich. Sie dachte dabei an den Sarkophag den Frenthe gegenüber Immanuell erwähnt hatte. Wenn diese Leute über ein Gerät verfügten, das Tote auferwecken konnte, dann sollten sie doch wohl auch über Methoden verfügen um einen Organismus schneller wachsen zu lassen. Doch wollte sie erst einmal die Antwort abwarten, ehe sie dies von sich aus einbringen wollte.
"Computer, fortschrittliche Programme und Scanntechnologien sollten kein Problem sein", begann der Primus, doch sein Herrscher hob die Hand und brachte ihn zum Schweigen. Langsam erhob sich Lu'chat von seinem Thron, dabei stützte er sich mit der Hand ab, an der er das goldene Kara Kesh trug.
Langsam machte er einen Schritt nach dem anderen die Stufen herab, dennoch blieb er ein weit größerer Mann als die meisten seiner Krieger auf der Brücke und besonders als Leyla. Die Augen in dem von einer düsteren Mine und der Gesichtsmaske aus Lehm und Dreck entstellten Gesicht glühten für einen Augenblick bedrohlich auf und die Stimme mit der Lu'chat sprach, war ebenso unerbittlich und arrogant, wie Leyla sie zuvor von der dunklen Gestalt in ihrer Zelle gehört hatte. Die Worte klangen nicht menschlich.
"Du wirst mit deinem Gefolge in einem Labor von mir arbeiten, unter der Anleitung einer meiner Diener. Du wirst deinen eigenen genetischen Code als Schablone nehmen, und du wirst für den Krieger weiteres Material von mir erhalten, um ihn stärker und regenerativer zu machen. Kein menschliches Material. Ich traue dir zu, dass du mir einen Hybriden schaffen kannst", sagte der Goa'uld, obwohl er alles andere als sicher war, ob sie dazu in er Lage wäre. Es war eine Sache, genetisches Material von Menschen zu zerteilen, die optimalen Bausteine herauszufiltern und wieder einzubauen in der Hoffnung, dass sie greifen würden. Es war etwas ganz anderes, DNS von anderen Spezies einzubauen. Aber Lu'chat wollte die Frau nicht vor eine Aufgabe stellen, ohne ihr auch einen Anreiz zu liefern, diese erfolgreich zu vollenden.
"Ich hoffe deine Leute kennen sich auch damit aus, die Psyche der Experimente zu gestalten. Die Krieger sollen ihre Intelligenz für das Schlachtfeld haben, und nur für dieses. Und solltet ihr scheitern, werde ich mir zumindest bei eurer Hinrichtung etwas Unterhaltung für die ganze Mühe holen", drohte der Lord.
Ihre eigene DNS als Schablone kombiniert mit nichtmenschlichen Material? Mit was? Einem Tier? Einen Außerirdischen? Mit so etwas hatte sie keine Erfahrung. Eine Tier-Menschkombination war denkbar, schießlich enthielt das menschlich Genom die gesamte evolutionäre Entwicklung vom urtümlichen Einzeller bis zu ihrer heutigen Form. Ging man weit genug in der Entwicklungsgeschichte zurück, so fanden sich auch gemeinsame Vorfahren. Das erklärte die relativ große Übereinstimmung der DNS auch zu Tieren, die sich anatomisch sehr von einem Menschen unterschieden. Aber wie wäre das mit einen Außerirdischen, der ja eine ganz andere evolutionäre Entwicklung genommen hatte. Könnte man so etwas überhaupt kombinieren? Und warum gerade ihre eigene DNS als Grundlage? Das Musterbild einer Kriegerin war sie nun wahrhaftig nicht. Intelligenz war sicher auch für einen Krieger wichtig, um Situationen schnell einzuschätzen zu können, vorhandene Mittel optimal einzusetzen, für taktisches und Strategisches Gespür. Vor allem für Offiziere wäre das sehr wichtig. Doch war zuviel Intelligenz für einen einfachen Soldaten nicht auch von Nachteil, zumindest aus der Sicht der Obrigkeit? Würde das nicht auch dazu führen, dass er sich seine ganz eigenen Gedanken machen und Befehle, ja seine Mission oder sogar seinen Dienst an sich in Frage stellen könnte? Schließlich waren es in der Geschichte häufig die Intellektuellen, von denen Revolutionen ausgegangen waren. Und dann auch noch die Forderung die Psyche genetisch zu manipulieren. Das war nun wirklich extrem schwierig und unberechenbar, und war aus genau diesem Grunde bislang auch tunlichst vermieden worden. Sicher, man könnte genetisch dafür sorgen, dass gewisse Hirnareale über- oder unterentwickelt sein würden. Ein Studium erblich bedingter Pychosen könnte dazu Aufschluß bieten. Man könnte eine Person damit agressiver und gewaltbereiter machen, und dafür sorgen, dass ihnen jegliches Mitgefühl für ihre Opfer abhanden kommen würde. Im Kampfeinsatz würden sie damit sicherlich den Erwartungen dieses Wahnsinnigen entsprechen. Aber in allen anderen Belangen, wäre solch eine Disposition höchst problematisch. Schließlich könnten sie dieses Grundverhalten nicht ablegen, und würden sich auch in der Etappe oder in Friedenszeiten so benehmen. Leyla glaubte nicht, dass so ein Geschöpf auf Dauer selbst, selbst für Lu'chat tragbar sein würde. Doch dieser duldete keinen Widerspruch, ja kündigte im Vorfeld bereits die Bestrafung für ein Versagen an. Würde sie ihm jetzt ihre Bedenken mitteilen, so wäre es wahrscheinlich ihre Haut, aus der das nächste Goa'uld-Banner seiner makaberen Sammlung gefertig werden würde.
"Ich fühle mich geehrt, dass ihr mich mit einer so großartigen Aufgabe betraut", antwortete Leyla ergeben, den Kopf demütig gesenkt, und den Blick starr auf den Boden gerichtet. Wirklich zuversichtlich war sie nicht. Die Herausforderung war einfach zu groß. Eine gewisse Hoffnung sah sie in dem Umstand, dass dieses Projekt unter der Leitung eines seiner Diener stattfinden sollte. Vielleicht hatte dieser ja Kenntnisse und Erfahrungen, die ihnen weiterhelfen und neue Lösungswege öffnen konnten. Vielleicht war dieser, der ja auch Wissenschaftler sein musste, wenn er einem solchen Forschungsvorhaben vorstehen sollte, ja auch umgänglicher und einsichtiger, und könnte vielleicht sogar Lu'chat zu einer etwas realistischerern Sichtweise bewegen. Andererseits war aber auch ihr Forscherdrang geweckt. Die Erschaffung eines Hybriden mithlife von fortschrittlicher, ihr wahrscheinlich noch unbekannter Technologie war eine faszinierende Aufgabe. Zumindest würde sie diese Vorstellung vor dem ihr drohenden Unheil, ein wenig ablenken können.
Lu'chat hatte dank Frenthes Bericht von Immanuels Verhör konkrete Vorstellungen mit denen er den Goa'uld betrauen würde, der in seinem Reich hauptsächlich für die wissenschaftlichen Aspekte zuständig war. Menschen wurden dank ihrer Umwandlung zu Brutkästen für die Larven mit sehr langem Leben gesegnet. Sofern ein Jaffa nicht im Feld starb, konnte er durch den jungen Goa'uld in seiner Bauchtasche 150 Jahre alt und mehr werden. Es war ein bedeutender Vorteil für die Ausbildung, Krieger zu schaffen, die Jahrhunderte an Erfahrung sammeln konnten, anstatt einen Soldaten nach Jahren der Ausbildung bereits nach zwei Dekaden austauschen zu müssen, weil er zu alt wurde. Ein Brutkasten, der von Natur aus die Lebenspanne normaler Menschen weit überschritt, würde dies noch verbessern. Zudem hatte Immanuel versprochen, dass es möglich wäre die Sinne, die Kraft, Schnelligkeit und Reaktionsvermögen zu verbessern.
Eine Probe bestimmter Sequenzen der Goa'uld DNS könnte zudem die Regenerations- und Widerstandsfähigkeit der Jaffa steigern, falls es den Syntheten gelingen würde, erfolgreich einen Hybriden zu schaffen. Mit richtig kalibrierten Goa'uld-Naniten wären Embryonen in Stunden, ausgewachsene Testsubjekte in Tagen zu erzeugen, und die Computer der Goa'uld würden es an Simulationsmöglichkeiten nicht mangeln lassen.
Was dabei Möglich war und was nicht, interessierte Lu'chat wenig. Er würde die Früchte dieser Saat ernten wie sie kommen würden. Selbst wenn das Produkt nur zur Hälfte dem Entsprach, was er wollte, könnte es ihm noch nutzen. Zudem mochte es der Gott der Degeneration mehr, sich Strafen zu überlegen, als Belohnungen.
"Gibt es Dinge in deiner alten Heimat, die du brauchst, um deine Aufgabe zu erfüllen?", wollte der Gott wissen.
Bei dem bisher erwähnten war das Aussehen noch nicht einmal zur Sprache gekommen. Lu'chat war neugierig auf die so genannten Degenerierten, und wenn sie aussahen, wie er sie sich vorstellte, so wäre deren äußeres Erscheinen die wahre Krönung für eine neue Kriegerklasse in seinem Reich. Keine Masken um dem Tod zu huldigen, was bereits aussah wie dem Totenreich entstiegen. Ob dies möglich war oder dass er sich womöglich hier zu viel wünschte, wie auch bei einer Mischung aus hochintelligentem Taktiker und Kämpfer, der gleichzeitig treu und zuverlässig war und kein Interesse an eigener Selbstbestimmung und Freiheit hatte, war dem Lord einerlei. Am Ende waren es doch die Goa'uld in seinen Diensten, die Offiziere unter seinen Jaffa oder der nächst beste Sklave, die dafür bezahlten, wenn seine Wünsche nicht erfüllt wurden, nicht der wünschende König selbst.
"Nein, die Degenerierten werden wahrscheinlich ohnehin alles bereits zerstört haben", antwortete Leyla auf die Frage Lu'chats. Hätten sie ihr altes Labor wieder bekommen können, dann hätten sie Zeit sparen können, die notwendig sein würde sich an die neue Technologie anzupassen. Doch war dies sicher der Ort, an dem ihre früheren Mitbürger wohl am meisten gewütet hatten. Diese konnten damit nichts anfangen, vielmehr stand es als das Zentrum der verhassten Herrscher, die sie bis auf Leyla und ihre kleine Schar ausgelöscht hatten.
Wie der mobide Möchtegerngott schon erwähnt hatte, besaß er bereits ein Biolabor. Dessen Technologie und Handhabung würde sie lernen müssen. In dem Punkt war Leyla jedoch zuversichtlich. Sie alle waren ja sehr intelligent und mit rascher Auffassungsgabe ausgestattet. Unter sachkundiger Anleitung würden schnell lernen mit den neuen Gerätschaften umzugehen. Dann würde die eigentliche Aufgabe beginnen, die ihr fast unlösbar schien. Wenn das zu kombinierende Genmaterial geeignet war, und der 'Diener' der ihnen zu Seite gestellt werden sollte auch über eigenes Können verfügte, dann sollte es eigentlich möglich sein zumindest die körperlichen Anforderungen des Wunschsubjektes zu erfüllen. Wie es um die Psyche dessen stand, würde sich erst nach Jahren zeigen. Schließlich spielten Erziehung und Ausbildung eine wichtige Rolle dabei. Zeit, in der sie sich vielleicht mit realistischeren Projekten beweisen konntne, oder auch schon eine Nachfolgegeneration geschaffen hätten, welche die fehlerhafte erste Serie ablösen könnte. Ein Spiel auf Zeit, aber mehr war in dieser scheußlichen Umgebung wohl nicht für sie heraus zu holen.
"Das klingt gut", antwortete Lu'chat und blickte dabei wieder arrogant auf die kleine Frau herab, "denn ich wollte dir ein Geschenk machen, bei dem nun keine weitere Rücksicht genommen werden muss."
Der Goa'uld winkte seinen Primus zu sich, zischte dem Krieger etwas ins Ohr und Harash ging mit einer Verbeugung sofort aus dem Pel'Tak. Der Lord hatte seinem ranghöchsten Jaffa aufgetragen, die Garnison von Ulxelx sofort in Bewegung zu setzen.
"Dein Gefolge wird in ein Gebäude der Stadt gebracht und kann dort mit einem meiner Diener beginnen, das Labor einzurichten. Ich hoffe sie sind auch ohne deine Hilfe dazu in der Lage... denn du wirst der Eroberung der Siedlungen durch meine Truppen beiwohnen", sagte der Lord.
In dieser Minute würde sein Primus den Masterjaffa anweisen, sich mit den Funktionen des Tunnelbohrers vertraut zu machen und ihn in Position zu bringen. Es sammelten sich bereits dutzende Jaffa an dem von Leyla gegrabenen Loch, und etwas davon entfernt sollte bald ein weiteres entstehen. Sobald der Pioniertrupp nach unten gegangen wäre und dort eine Ringplattform aufgestellt hätte, würden 3.500 Jaffa die erste Siedlung stürmen. Es würde mit Sicherheit nicht ohne Opfer bei der dortigen Zivilbevölkerung ablaufen, zudem hatte Lu'chat vor, einen Teil der Degenerierten öffentlich hinrichten zu lassen, um jeden Widerstandswillen bei den anderen im Keim zu ersticken.
Der Goa'uld zweifelte nicht daran, dass Leyla daran eine gewisse Genugtuung empfinden könnte, schließlich hatten die Syntheten die Degenerierten als ihre Feinde dargestellt. Aber wie Lu'chat die Tötungen gestalten würde, sollte auch gegenüber den genetisch veränderten Menschen seine Entschlossenheit und Bösartigkeit über deutlich machen. Von dem verräterischen Tok'ra in seinen Führungsreihen ahnte der Lord nicht das Geringste, sodass er sich sicher wähnte, dieses Projekt mit den Syntheten zu einer Steigerung seiner Macht nutzen zu können.
Ein Geschenk? Nun wagte Leyla erstmalig, seitdem sie von dem Jaffa auf den Boden gezwungen wurde, einen Blick nach oben zu dem selbsternannten Gott zu richten.
"Das werden sie zweifellos sein. Wir waren ein Team und ...", begann sie auf Lu'chats Bemerkung, dass ihre Begleiter ohne sie ein Labor einrichten sollten. Sie wollte zuerst noch hinzufügen, dass sie keine festgelegte Befehlskette hatten, und jeder dem anderen mehr oder weniger gleich gestellt war, und dass sie vor ihrer Flucht ganz und gar nicht so etwas wie eine Anführerin gewesen war, doch das würde ihr Ansehen bei dem morbiden Herrscher, der wahrscheinlich gar nichts anderes als strikte hierariche Strukturen kannte und gelten lies, möglicherweise senken. So sagte sie stattdessen: "... sie sind es gewohnt selbstständig zu arbeiten. Eine grobe Richtungsvorlage reicht, und sie machen sich von sich aus mit größtmöglicher Effektivität daran die gestellte Aufgabe zu bewältigen." Der Hinweis, dass ein solches Vorgehen von Untergebenen sehr viel wirkungsvoller, als ein allein durch Furcht vor Strafen motiviertes Verhalten sei lag ihr auf der Zunge, doch verkniff sie es, da es allzuleicht als Kritik an seiner Herschaftsweise aufgefasst werden konnte.
"Wenn ihr vorhabt die Siedlung zu erobern, dann könnte das für unser Projekt einen guten Bonus liefern", wandte sich Leyla nach einer kurzen Pause Lu'chats Ankündigung sie auf den Feldzug mitzunehmen zu. "Wir haben unsere Forschungsergebnisse in unserem Netzwerk gespeichert. Die Degenerierten werden zwar unsere Labors zerstört haben, aber bestimmt nicht den Hauptrechner, denn an dem hängen viele überlebenswichtigen Systeme, und das wissen die auch. Wir brauchen die Daten nicht unbedingt, da wir das Wichtigste in unseren Gedächtnissen haben, aber es kann nicht schaden unsere Erinnerungen mit Aufzeichnungen zu vergleichen und aufzufrischen. Außerdem hatten wir bereits ein recht zuverlässiges Simulationsprogramm geschrieben. Unsere Computer werden mit den euren nicht kompatibel sein, so dass man es nicht einfach überspielen können wird, dennoch wird es helfen die Entwicklungszeit zu verkürzen, da man die logische Grundstruktur und viele seiner Algorythmen übertragen kann. Zudem haben wir auch eine umfassende Datenbank von Gendefekten, die wir bei den Degenerierten ausmachen konnten dort gespeichert. Das wird uns helfen mögliche unerwünschten Nebenfekte der Genmanipulationen im vornherein auszumerzen. Zumindest was den menschlichen Anteil des geplanten Hybriden betrifft", erklärte sie. Die Möglichkeit an die Aufzeichnungen der bisher erlangten Erkenntnisse ihrer Art wiederzugewinnen, erfreute sie, und das nicht nur, weil es ihre bevorstehende Aufgabe erleichtern würde. Aber Lu'chat hatte mit seiner Einschätzung auch nicht ganz unrecht. Selbst wenn es sich Leyla wegen ihrer Erziehung, welche den Primat des Geistes hervorhob und Emotionen herabwürdigte, nicht eingestehen würde, hegte sie insgeheim doch Rachegefühle gegen die Degenerierten, und würde eine gewisse Genugtung empfinden, wenn sie mit ansehen könnte, wie sie durch die Hände seiner Jaffa fallen würden. Da sie nun nicht mehr ihren Blick starr auf den Boden gerichtet hielt, war ihre aktuelle Stimmung für einen geneigten Beobachter nur unschwer zu erkennen.
"Gut, dass du mitdenkst. Wenn du das Projekt schnell und erfolgreich beendest, werde ich dich vielleicht mit einer wichtigen Position in meinem Forschungsstab belohnen", sagte Lu'chat und seine Stimme klang ehrlich. Doch in Wirklichkeit überlegte er sich bereits die Worte, mit denen er Leyla und die Leben der anderen seinem Meister verkaufen würde. Lu'chat würde schleimen, Lu'chat würde kriechen und wenn es sein muss die Macht Surturs in höchsten Tönen loben. Hauptsache, der Feuerriese würde ihm diese Krieger lassen, denn noch fürchtete der Gott des Verrottens, was dieses Projekt auslösen könnte. Surtur könnte es als Gefahr seines Einflusses über Lu'chat sehen. Er könnte die Forschungsergebnisse für sich beanspruchen und seinen heimlichen Einfluss auf Systemlord Hermes geltend machen, um diesen zu Zwingen, Lu'chat auszulöschen.
Der Lord saß hier förmlich auch einem Schwarzpulverfass mit angezündeter Lunte. Es könnte alles oder nichts bedeuten - seinen Aufstieg als Lord oder sein Todesurteil, jenachdem ob es seinem Gebieter als Chance oder Gefahr erscheinen würde.
In seiner Gier nach Macht war Lu'chat jedoch bereit auf dieses Pferd zu setzen und das Rennergebnis abzuwarten.
"Du wirst nun auf den Planeten zurückkehren. Einer meiner Elite-Jaffa wird während der Militäroperationen dein Leibwächter sein und ständig für deine Sicherheit sorgen", sagte der Lord, wobei jedem bei der deutlichen Betonung der Worte 'ständig' und 'Sicherheit' klar werden sollte, dass Lu'chats Worte ebenso meinten, dass der Krieger darauf achten würde, dass Leyla nichts unvorhergesehenes machen würde.
Einer der Kämpfer auf der Brücke des Ha'Tak machte einen Schritt nach vorn, verbeugte sich ergeben vor seinem Gott und blickte dann die Synthetin auffordernd an, seine Stabwaffe fest im Griff. Er würde sie zum nächst gelegenen Ringtransporter bringen und dann mit ihr zur Kaserne teleportieren, um sie zum Tunnelbohrer zu geleiten.
"Ihr seid zu gütig Herr", antwortete Leyla auf die in Aussicht gestellte Stelle im Falle einer schnellen und erfolgreichen Erledigung der ihr gestellten Aufgabe. Das war zumindest eine Perspektive für die Zukunft. Zwar hielt sie diese noch immer für schwierig, ja beinahe unlösbar, doch auch das größte Problem konnte gelöst werden, wenn man es in handhabbare Teilprobleme zerlegte. Sie würde damit auch nicht alleine sein, schließlich waren ihre Gefährten ja auch exzellente Wissenschafter. Zudem würden sie ein neues Labor mit modernerer Ausstattung, die vielleicht Möglichkeiten bot, von denen sie bislang nur zu träumen gewagt hatten, erhalten. Irgendwie würden sie es schon schaffen. Die Frage ob sie ihren neuen Herren trauen konnte stellte sich der Synthetin erst gar nicht. Sie hatte in dieser Angelegenheit nicht die geringste Wahl. Die einzige Chance unversehrt und am Leben zu bleiben bestand darin, sich als möglichst nützlich zu zeigen.
Nachdem der für sie bestimmte Leibwächter vorgetreten war und sie mit seinem Blicken aufforderte ihm zu folgen erhob sich Leyla, verbeugte sich in gleicher Manier, wie dieser es zu vor getan hatte vor Lu'chat um sich dann mit dem Elite-Jaffa zu dem Ringtransporter zu begeben. Das er nicht nur als Beschützer, sondern wohl auch als Aufseher gedacht war, war ihr im Grunde ganz recht. Sie hatte nicht vor das Vertrauen. das der morbide Herrscher anscheinend in sie gesetzt hatte. auf die Probe zu stellen, indem sie unbeabsichtigt etwas tat, was diesem missfallen könnte. So hatte sie jemanden, mit dem sie ihr Handeln absprechen konnte. "Wie möchtest du von mir angesprochen werden?", fragte sie den Krieger, nachdem sie den Thronsall verlassen hatten. Für eine Konversation würde ein Name, oder zumindest ein Titel vonnöten sein.
Der Mann sah Leyla tief in die Augen. Besonders um seine Lieder herum, den Wangen und den anderen Stellen des Gesichts, die sich durch die Mimik oft verzogen, war die Lehm- und Erdmaske aufgebrochen, teilweise bröselte manchmal etwas davon herab wenn er sprach. Mindestens einmal am Tag erneuerte er die Mischung und schminkte sich damit das Gesicht der lebenden Verwesung auf die Züge, betend, dass ihm Lu'chat wenn die Zeit des ewigen Friedens kommen würde, einen starken, gesunden Leib schenken würde. Verflucht waren nach dem Glauben dieser Jaffa diejenigen, die nicht ihm Dienste Lu'chats starben, und wahrscheinlich dazu verdammt, die Unendlichkeit in Schmerzen und einem kranken Körper zu verbringen.
[color=teal]"Ich heiße Manon Dlekj, benannt nach meinem Großvater, der für unseren Gott 50 Feinde in der Schlacht von Ilos'Ul getötet hat", die Stimme des Jaffa war weder aggressiv, noch wirklich freundlich. Er schien die zugeteilte Aufgabe hinter sich bringen zu wollen, ohne sich übermäßig mit Leyla verbrüdern zu wollen.
Der Krieger teleportierte mit der Frau zum Planeten, diesmal ohne einen Zwischenstopp bei einem Schiffinternen Ringtransporter zu machen. Anscheinend war dies eine Sicherheitsvorkehrung: Man konnte von außen nicht direkt zu der Plattform beamen, die dem Pel'Tak am nächsten war, denn auf der Brücke würde sich Lu'chat oder zumindest der wichtigste Teil der Crew befinden - Jedoch gab es keinen Grund, die direkte Verbindung vom Ringtransporter nahe der Brücke zu verhindern, wenn die Aktivierung vom Schiff ausging. Hundertprozent sicher war es dennoch nicht, denn die Ringe tauschten aus, was jeweils in den Plattformen stand. Wenn sich zum Zeitpunkt der Aktivierung jemand auf der Fläche befinden würde, die auf dem Planeten aufgebaut war, wäre er nun im Schiff gelandet, so wie Leyla und Manon Dlekj in einem gleißenden Licht in der Kaserne auftauchten.
Wieder stand für die Synthetin ein Fußmarsch von einigen Minuten an, bis sie von der Militäreinrichtung der Stadt-Garnison zu dem Ort kamen, wo sie mit ihren Begleitern zum ersten mal in die Mündung einer Stabwaffe gestarrt hatten. Mittlerweile waren dort hunderte Jaffa, vielleicht mehr, und anscheinend waren bereits die ersten Trupps durch den Tunnel geschickt worden, den die Syntheten gegraben hatten. Da der Tunnelbohrer weit und breit auf dem ehemaligen Fabrikgelände nicht zu sehen war, schien klar, dass bereits ein zweites Loch geschaffen wurde.
Als Leyla und ihr Wächter zu Masterjaffa Norosan traten, der die ganzen Vorbereitungen leitete, waren Jaffa bereits dabei das erste Loch zu überbauen. Dort würde eine Plattform installiert werden, was wohl bedeutete, dass die Pioniere sich erfolgreich durch den Tunnel gekämpft hatten und ein Gegenstück an dessen Ende errichteten.
"Wieso hat man dich hierher gebracht?", fragte der Masterjaffa Leyla und blickte sie misstrauisch an. Augenscheinlich war er noch nicht ins Bild gesetzt worden.
50 Tötungen in einer Schlacht? Das sollte Leyla wohl imponieren, für sie war es jedoch nur eine Zahl. Kriegsgeschichte, war etwas, das in ihrer Ausbildung nur am Rande behandelt worden war, doch sie hatte zumindest so viel daraus gelernt, dass mit zunehmenden technologischen Niveau die Todesraten zunahmen. Für einen altertümlichen Nahkämpfer wäre das eine geradezu legendäre Leistung, für einen Maschinengewehrschützen, oder den Richkanonier eines schweren Geschützes wohl eher Alltag. Doch Manon schein auf die Leistung seines Großvaters sehr stolz zu sein, und so war es untern den Umständen in denen er gekämpft hatte wohl schon eine beachtliche Tat.
"Dann gehörst du also einer Familie an, in der das Kriegertum eine lange und ehrenhafte Tradition hat", meinte sie, eher als Feststellung denn als Schmeichelei. "Erlaube mir eine Frage. Welche Eigenschaften sind deiner Ansicht nach für einen Krieger besonders wichtig? Oder anders gefragt, würde dir Lu'chat den Auftrag geben einen Schüler auszubilden der dir und ihm auf den Schlachtfeld große Ehre erweisen soll, und du eine große Auswahl von Kandidaten hättest. Auf was würdest du bei deiner Entscheidung besonders achten?", erkundigte sie sich. Die Frage kam nicht von ungefär. Schließlich hatte sie ja die Aufgabe bekommen eine neue Kriegergeneration zu erschaffen. Viele wichtige Eigenschaften kamen ihr dafür in den Sinn.
Körperkraft, Geschicklichkeit, Reaktionsschnelligkeit, Widerstandsfähigkeit gegenüber Verletzungen und Schmerzen. Aber was davon war wirklich wichtig? Sollte das Verhältnis ausgewogen sein, oder gab es Attribute, auf die besonderer Wert gelegt wurde? Als Elitejaffa aus einer traditionsreichen Familie wusste Manon bestimmt bestens bescheid darüber was einen guten Krieger ausmachte. Doch würde er ihr das verraten? Er war bei der Besprechung dabei gewesen, und wusste daher was ihr Auftrag war. War er intelligent, so würde er sich ausrechnen können, dass eine erfolgreiche Ausführung ihres Projektes das Ende für seinesgleichen als Elite bedeuten würden. Vielleicht nicht für ihn persönlich, aber auf jeden Fall für seine Nachkommen. Anderseits war dies der erklärte Wille seines Gottes. Was würde für ihn überwiegen? Loyalität, oder die Zukunftsperspektive seiner Kinder, die gegen die gentechnisch optmierten Krieger keinen Platz mehr in den Reihen der Elitejaffas finden würden.
"Lu'chat selbst gab mir die Weisung der Eroberung beizuwohnen", antwortete Leyla auf die misstrauische Frage Norosans.
"Meinen bescheidenen Verständnis seiner göttlichen Weisheit nach zufolge soll dies dazu dienen die Kampftaktiken eurer Truppen kennen zu lernen, denn dies wird zur Erfüllung der persönlichen Aufgabe, die er mir gestellt hat unerlässlich sein", erklärte sie weiter. "Er stellte mir dazu einen Leibwächter zur Seite", fuhr sie fort und deutete dabei auf Manon. "Solltest du Zweifel an meinen Worten haben, oder es Instruktionen geben, die nicht für meine Ohren bestimmt sind, so bespreche dich ruhig mit ihm", fuhr sie fort. "Was die Eroberung betrifft, so hat sich ein Sekundärziel ergeben. Es ist nicht essentiel, aber für die Erfüllung meiner, von unserem Gott verordneten persönlichen Mission von Nutzen, und er wird es daher sicherlich als Pluspunkt werten. Es geht dabei um die unbeschädigte Einnahme des Hauptrechners. Imanuel, hat mir berichtet, dass er bei seinem Verhör eine Karte für euch gezeichnet hat. Andere meiner ... Getreuen wurden ebenfalls zur Befragung geladen, und ich gehe davon aus, dass sie ebenfalls Karten gezeichnet haben, die der seinen im wesentlichen entsprechen werden. Ich kann dir also zeigen in welchem Gebäude er liegt. Du solltest dort nach Möglichkeit also keine schweren Waffen einsetzen", ergänzte sie. In den Augen der Synthetin war der Masterjaffa ein eher besonner Mann. Schließlich hatte er sie einfach nur befragt, und nicht wie Frenthe bei ihren Gefährten Imanuel Folter angewendet. So ging sie davon aus, dass er ihre Worte verstehen, und dementsprechend handeln würde.
Original von MelC
Manon Dlekj machte nicht eine Sekunde einen Nachdenklichen Eindruck um über Leylas Frage zu grübeln. Einem Elitejaffa wie ihm war diese Frage schon oft durch den Kopf gegangen, wenn er Chalti unterrichtete, oder zusammen mit anderen Jaffa für den Tag trainierte, an dem er zu einem Master der Elite-Jaffa würde um durch gutes Training und noch bessere Taktik Lu'chat Jaffakrieger auszubilden gegen die jene der anderen alt aussehen würden. Gute Rekruten eines Masters und waren es nur 10 Elite-Jaffa konnten es leicht mit mehreren normalen Jaffa oder einer Hundertschaft der leichter bewaffneten Menschenkrieger aufnehmen.
[color=teal]"Das hängt ganz davon ab zu welchem Zweck Lu'chat mir den Befehl gibt die Jaffa zu unterrichten. Spezialisierte kleine Truppenteile für besondere Gebiete, Schnee-, Wüste oder ähnliches werden als Garnisonen für Welten ausgebildet. Die allgemeine Ausbildung der Jaffa setzt erst einmal auf körperliche Stärke, gefolgt von Ausdauer und Gehorsam. Das sind die wichtigsten Tugenden auf dem Schlachtfeld, mehr und länger aushalten als der Feind, standhalten in Unterzahl, ihn zermürben, später überrennen wenn man selbst genug Verstärkung hat." begann der Jaffa in seiner neutralen Sprechweise, wobei erneut kleine Teile seiner Gesichtsmaske abbröckelten.
[color=teal]"Zudem muss der Krieger wissen das er Teil eines großen Ganzen ist in einem Heer. Wenn die Jaffa in Zweierreihen marschieren, oder auf breiter Front vorrücken, auch wenn es aus Deckungsgründen keine gerade und nebeneinanderstehende Kampflinie mehr gibt so weiß er doch, das die Krieger rechts und links von ihm nicht nur Brüder, sondern sein Leben sind. Er kann sich auf den Kampf vor sich konzentrieren, weil seine Brüder ihm die Seiten schützen." führte Dlekj weiter aus, wobei er sich auf seine eigene Grundausbildung versah.
[color=teal]"Etwas anderes ist es, wenn jemand zum Master ausgebildet wird, oder gar zum Primus. Er muss sich noch strenger den wortwörtlichen Wünschen seines Gottes beugen, zudem eigenes taktisches Verständnis besitzen und im Notfall in der Lage sein seine Truppen allein zu führen sollte er kurzzeitig nicht in der Lage sein den Wortwörtlichen Befehl seines Gottes auf dem Schlachtfeld umzusetzen." damit war Dlekj auch schon am letzten möglichen Punkt angekommen in dem er Leyla grob in der Kriegskunst der Jaffa unterweisen konnte; Elite-Jaffa.
[color=teal]"Zuletzt gibt es noch die Elite-Jaffa, welche je nach Gottheit äußerst unterschiedlich trainiert werden. Meist sind sie neben der Spezialisierung auf bestimmte Kampfgebiete mit besseren aber auch teureren Waffen ausgerüstet und dienen als Garde ihres Gottes oder Krieger für besonders heikle Kämpfe, meist zur Schlachtentscheidung. Ihre Rüstungen sind oft leichter gehalten, um ihnen eine erhöhte Beweglichkeit zuzusichern und sie sind generell viel robuster. Seker zum Beispiel züchtete sich zu diesem Zwecke die Uni'Tas, die aggressiver, ausdauernder und mit erhöhten Sinnen- und Reflexen ausgestattet wurden um aus ihnen perfekte Krieger zu machen." wobei Dlekj so sehr er es unterdrückte Abwertjung ausstrahlte;
[color=teal]"Hok'Tar, perfekte Krieger sollten es sein, doch es war ein Fehlschlag, aggressiv waren sie und abhängig von der frischen Jagt nach Nahrung, Menschen als Nahrung, auch im Frieden. Meiner Meinung nach sind die jetzigen Jaffa die besten Krieger, nur ihre Ausdauer und Stärke müsste etwas verbessert werden, wie die der Unas. Seker hat versucht Menschen und Unas zu diesen Uni'Tas, zu vereinen, doch voller Fehler, wie ich denke. Die größten Vorteile, das individuelle Denken und Handeln, die Feinmotorik, die Menschen und Jaffa gegenüber den Unas gegeben ist ging zu stark unter, wie ich meine. Zudem muss eine Armee auch ruhen können, Wesen die immer jagen und töten müssen eignen für den Kampf nur, wenn man plant sie danach ebenfalls auszurotten, als Besatzungsmacht sind sie ohne jeglichen Wert, sofern man den nicht plant seine Eroberungen für immer zu verwüsten." schloss Dlekj seine Betrachtung. Es war nur die Reflektion eines einzelnen Jaffa auf den Versuch eines einzelnen Goa'Uld einen Hok'Tar zu schaffen, doch hatten alle solchen Versuche bisher zu ähnlichen Ergebnissen geführt. Entweder war die Zucht, oder der Unterhalt, die Ausreifzeit oder etwas anderes stets zu teuer, zu langwierig oder trotz massiven Ressourceneinsatz niemals in ausreichendem Maße für einen Großkrieg geschaffen, wie ihn die Systemlords untereinander täglich führten, zumindest nicht, wenn man mit einer solchen Armee plante den Krieg zu gewinnen. Selbst Eltie-Jaffa waren nämlich auf lange sicht kostengünstiger, schneller zu rekrutieren, loyaler oder einfach taktisch besser auf den Kampf vorbereitet und geschult als alle bisherigen Fehlversuche unter dem Namen Hok'Tar.
"Danke, damit hast du mir sehr geholfen" antwortete Leyla auf Dlekjs Vortrag. Körperkraft und Ausdauer waren es also, die verbessert werden sollten, ohne das andere Eigenschaften darunter litten. Das gab ihr schon einmal eine Richtung vor. Die höchste mentale Tugend, der Gehorsam, sah sie als etwas an, dass sich am besten durch Erziehung und Ausbildung als durch genetische Präposition herstellen lies, schließlich sollte taktisches Geschick, und im Bedarfsfall die Fähigkeit eigene Entscheidungen zu treffen nicht beeinträchtigt werden. Besonders interessant fand sie, dass es bereits Versuche gegeben hatte perfekte Krieger zu erschaffen. Der Jaffa schätzte die Ergebnisse dieser Bemühungen als Fehlschäge ein. Besonders den gesteigerten Nahrungsbedarf gab er als Minuspunkt an. Das ermahnte Leyla es mit den Modifikationen nicht zu übertreiben. Ein Übermaß an Musklen, und eine zu sehr gesteigerte allgemeine Leistungsfähigkeit benötigten natürlich auch mehr Energie, die in Form von zustätzlicher Nahrung dem Körper zugeführt werden musste. Vor ihrem geistigen Auge begann die neue Schöpfung, die Lu'chat von ihr verlangte bereits grobe Formen anzunehmen. Ausdauerend und stark sollte sie sein, kräftiger als ein Mensch, aber nicht zu sehr, um nicht durch einen zu hohen Nahrungsbedarf zu einem Versorgungsproblem zu werden. Nützlich wäre sicher eine Fähigkeit in Zeiten des Überflusses Energiereserven anzulegen, von denen sie bei schlechter Versorgungslage zehren konnte, ohne dass sich dabei ihre Leistungsfähigkeit verringerte. Vielleicht könnte man ihr auch eine etwas dickere Haut geben, was sie einerseits ein wenig unempfindlicher gegenüber Verletzungen machen würde, und auch als zusätzliche Isolation in verschiedenen Klimazonen, nützlich wäre. Wenn ein solches Wesen das Ausbidlungsprogramm der Jaffa durchlaufen würde, würde es einen normalen Menschen in den wichtigen Punkten übertreffen, und was die mentalen Anforderungen anging, so würde es auch bei einer unmanipulierten Psyche die gleiche Geisteshaltung annehmen wie die Elitekrieger der Goa'uld. Das problematische Herumpfuschen an Genen, die für bestimmte Hirnfunktionen und Charaktereigenschaften verantwortlich waren, würde demnach nicht nötig sein. So eine Schöpfung erschien ihr machbar.
Möglicherweise aber würde das Lu'chat aber nicht genügen. Wahrscheinlich stellte er sich eher so etwas wie ein Uni'Tas, nur ohne dessen Nachteile vor. Vielleicht könnte man den Möchtegerngott aber auch damit versöhnen, indem man dem zu kreierenden Wesen ein Aussehen gab, dass seinem Geschmack entsprach. Wenn das neue Geschöpf auch ohne Gesichtsmaske ein furchteinflößendes Äußeres hatte, dann würde ihm das sicherlich gefallen und vielleicht über manche unrealistische Forderung hinwegsehen lassen. Auf jeden Fall würde es sich in die bereits vorhandene Truppengattungen problemlos integrieren lassen, und wäre einen Menschen was Körperkraft und Ausdauer anging überlegen.
Original von MelC
Manon Dlekj nickte stoisch, wie man es von Teal'C einem der bekanntesten Rebellierenden Jaffa kannte und schritt dabei weiter an Leylas Seite.
[color=teal]"Versteht mich nicht falsch, Lu'chat ist der größte Gott und sein Plan sicher genauso richtig, wie vollkommen, daran wollte ich durch meine bescheidenen Worte auch nichts ändern." meinte der Jaffa zurückrudernd, nicht das Lu'chat nur deswegen nicht bekam, was er wollte, weil er seinen Unwissenden Mund geöffnet hatte.
[color=teal]"Ihr solltet seine Anweisungen Wortwörtlich umsetzen, stellt meinen Gott zufrieden, sonst erwarten euch die unvorstellbarsten Bestrafungen." warnte Dlekj jetzt, wobei er seine Stabwaffe demonstrativ umklammerte, dennoch wollte er der jungen Forscherin nicht allen Mut nehmen, was sich eventuell nachhaltig Negativ auf ihre Dienste für Lu'chat übertragen könnte.
[color=teal]"Ich denke er währe höchst zufrieden, wenn der gewünschte Krieger ein besserer Hok'Tar als die Uni'Tas währe, weil man ihm nicht seinen Menschlichen, oder Jaffageist nimmt, je nachdem womit ihr eher zu forschen gedenkt. Das Beste währe wohl ein Schnipsen und sie würden im Frieden in Winterschlaf verfallen, wie die Jaffa des Hypnos." lächelte Dlekj jetzt, doch was eigentlich ein Jaffa-Witz war könnte sich als gar nicht so dämliche Idee erweisen. Viele arten sparten durch lange, durch äußere Ereignisse bestimmte Schlafphasen ihren enormen Energiebedarf, der gerade für die ständische Kultur der Goa'Uld die größte Schwachstelle der bisherigen Uni'Tas-Forschung war. Es gab im einfachen Volk wenig technologisierte Planeten außer den Hauptwelten, Feldwirtschaft für die riesigen Jaffaheere war müßig und band viele zivile Kräfte. Die im Gegensatz zum normalen Jaffa-Heer enormen Ausgaben der Elite-Truppen oder gar einer ganzen Hok'Tararmee waren so enorm, das nur ein Systemlord sie sich leisten könnte, wenn überhaupt.
"Das mit dem Winterschlaf ist eine hervorragende Idee! So könnte man sie in Bereitschaft halten, und dabei gleichzeitig den Versorgungsaufwand niedrig halten", meinte Leyla und erwiderte Dlekj Lächeln. Mit einem Fingerschnippen würde das nicht funktionieren, wohl aber mit einem Enzym, das man über die Nahrung zuführen konnte. Erweckt werden könnten sie dann mit einem entsprechenden Gegenmittel, das man per Injektion verabreichen könnte.
"Lu'chats Worte waren etwas ... vage, und lassen viel Spielraum für Interpretationen. Ich glaube, dass er mich damit prüfen möchte, so dass ich beweisen kann selbst heraus zu finden was für ein Wesen ihm am besten dienlich sein kann", mutmaßte sie. "Deshalb sind deine Informationen auch so wichtig für mich. Dank ihrer konnte ich mir nun ein klareres Bild davon machen, was sich am besten in eure Streitkräfte eingliedern läßt. Dem Geschöpf den Menschen- oder Jaffgeist zu nehmen habe ich nicht vor. Das ist meiner Interpretation nach auch nicht Lu'chats Wille. Schließlich sagte er, dass die so geschaffenen Krieger ihre Intelligenz nur für das Schlachtfeld haben sollten. Das impliziert, dass sie einen Geist besitzen müssen. Mir war zunächst unklar, was genau er damit meinte, aber auch in diesem Punkt haben mir deine Worte weiter geholfen. Um eine Bereicherung für die Armeen unseres Gottes zu sein, ist es nicht wichtig das dieser besonders agressiv oder grausam ist. Stattdessen sollte er eher besonnen und kühl kalkulierend sein. Er muss in der Lage sein in Formationen zu kämpfen, sich auf seine Kameraden zu verlassen, und genauso auch bereit sein sie nach Kräften zu unterstützen. Er darf nicht einfach wild und ungestüm vorpreschen, sondern muss geduldig den richtigen Moment abwarten können bei dem sein Angriff den Feind größtmöglichen Schaden zufügen kann. Er muss selbstlos sein, bereit sich ohne zu zögern zu opfern, sollte die Situation es erfordern, aber auch nicht unnötige Risiken eingehen, oder sinnlos in den Tod rennen, denn nur ein Krieger der die Schlacht überlebt kann seinem Gott auch weiterhin dienen", fuhr sie fort. Durch das Gespräch mit Dlekj wurde ihr tatsächlich einiges klarer. Er wusste nicht nur, auf was es bei seinesgleichen auf dem Schlachtfeld ankam, sondern er kannte auch Lu'chat, und dessen Erwartungen. Beides war er offensichtlich bereit mit ihr zu teilen, wofür sie ihm sehr dankbar war. Im Grunde war er, und die Art, wie er sich ihr gegenüber gab eine Überraschung für die Synthetin. Sie hatte sich die Anhänger Lu'chats als wilde, grausame, Barbaren vorgestellt. Aber dieser Mann war offensichtlich intelligent, und besaß Einfühlungsvermögen. Er schaffte es die Dinge auf den Punkt zu bringen, und ohne Schnörkel und Polemik das Wesentliche darzustellen. Und mit all diesen Eigenschaften war er ein Elitejaffa. Somit erwartete Lu'chat vermutlich gar nicht, dass sie ihm einen psychopatischen Killer erschuf. Es würde wahrscheinlich ausreichen, wenn ablenkende Dispositionen wie beispielsweise künstlerische Talente oder übergroße Neugier einfach ausgeschlossen würden.
"Genug jetzt mit diesem Gelaber, ihr beide seid nicht hier, um euch zu verbrüdern", sagte Norosan harsch, um diesen gottlosen Spekulationen Einhalt zu gebieten. Es war nicht an einem Jaffa, über den Willen oder die Ziele seines Gottes zu diskutieren. Eigentlich sollte ein Krieger nicht einmal darüber nachdenken, nur blind gehorchen, doch wenn er es schon nicht besser konnte, dann sollte er seine Gedanken für sich behalten. Besonders Dlekjs falsche Einschätzungen störten den Masterjaffa. Falls Seker irgendwann wieder gegen die Systemlords schlagen sollte, der Elite-Jaffa wäre der erste, der durch sein fehlerhaftes Wissen den Tod finden würde.
Norosan hatte bereits gegen Uni'Tas gekämpft, und er wusste, dass sie Goa'uld waren, Dämonen der Götter, die effizienter zerstört hatten, als er es je zuvor gesehen hatte, und deren Taktiken alles mit eingeplanten, was die Jaffa Lu'chats damals an Plänen parat gehabt hatten. Aufgrund der Uni'Tas war Bastet, zu deren Lords vor sechs Jahren auch Lu'chat gehört hatte, innerhalb weniger Tage von einer Verbündeten des Satans zur seinem Opfer geworden - und dass Norosan nicht wie ein großteil der anderen Krieger seines Batallions hingerichtet worden war, verdankte er allein der rechtzeitigen Unterwerfung Lu'chats und seiner Übergabe der Territorien an Seker im Gegenzug zu seiner Freiheit, die er im Namen Bastets verwaltet hatte.
Der nächste große Sturm war der Untergang von Lu'chats nächstem Gebieter Azrael, diesmal durch die größte militärische Begegnung der Goa'uld seit Jahrhunderten, in der Schlacht von Sheol. Als großer Gewinner der für alle Seiten verwüsteten Kämpfe ging Ba'al als neuer Herr über Azraels Domäne hervor, und Lu'chat verlor erneut an Einfluss - obwohl er das Glück gehabt hatte, dem selbsternannten Todesengel die Treue zu entziehen, kurz bevor dessen Flaggschiff Throne und damit eine wichtige Machtstütze in der Schlacht zerstört worden war.
Jeder Zeit konnte wieder eine Flutwelle über seinem Gebieter zusammen brechen, dachte Norosan, und wenn es Uni'Tas sein sollten oder ein Goa'uld der soviel Macht angehäuft hatte wie Ba'al nach dem glücklichen Ausgang einer einzigen Schlacht, die das Schicksal der Galaxis für Dekaden beeinflusst hatte, so könnte der Masterjaffa nur hoffen, dass es Leyla gelingen würde auch nur annähernd die ihr gestellte Aufgabe zu erfüllen.
"Meine Jaffa haben Probleme beim zweiten Tunnel und mit dem Gerät. Der Eingang ist in der Ruine dieser Fabrikhalle... der Tunnel ist gerade einmal 600 Meter lang und reicht nur 50 Meter tief, als der Bohrer nicht mehr weiter fuhr", sagte der Masterjaffa, blickte die Synthetin auffordernd an und ergänzte mit einem bestimmten, keine Widerrede duldenden Ton: "Bring ihn wieder zum Laufen. Meine Truppen sollen nicht an einem einzigen Brückenkopf ihr Leben riskieren."
Das lass mal lieber Lu'chat entscheiden lag Leyla auf der Zunge, doch sie beherrschte sich diese Erwiderung gegenüber Norosan tatsächlich auszusprechen. Der Masterjaffa war offensichtlich über ihre Konversation mit Dlekj sehr verärgert. Ein solcher Ausspruch, hätte das nur noch mehr gesteigert. Er war, so wie sie es sah nicht der direkte Vorgesetze des Elitejaffas, da dieser einer anderen Einheit, nämlich der persönlichen Leibgarde des selbsternannten Gottes angehörte, dennoch konnte er diesem schaden, indem er einen entsprechenden Bericht sandte. So war es wohl nicht sonderlich klug diesen gegen sie beide auf zu bringen.
Seine Anweisung den Tunnelbohrer wieder zum Laufen zu bringen erregte Leyla dann doch. Sie war Wissenschaftlerin, und keine Mechanikerin, die sich mit solchen Gerätschaften besonders auskannte. Ihr erster Impuls war es dem Befehl folge zu leisten, und zu versuchen was sie konnte. Aber das würde wahrscheinlich nicht viel bringen, außerdem erinnerte sie sich an die Ermahnung Dlekjs, die Befehle Lu'chats wortwörtlich zu nehmen. Und dieser hatte ihre Anwesenheit hier als 'Geschenk' bezeichnet. Das würde wohl kaum bedeuten auf jeden Zuruf sofort zu springen. Zudem war ihr von dem hier als Gott verehrten Person eine wichtige Aufgabe erteilt worden. Von deren Erledigung hing ihre Zukunft ab. Leute wie der Masterjaffa würden daran nichts ändern können. Würde sie versagen, würden sie unvorstellbare Bestrafungen erwarten, wäre sie erfolgreich, so würden die Proteste dieses Mannes Lu'chat wohl kaum berühren. Außerdem gelangte sie zu der Erkenntnis, dass das Zeigen von Schwäche in dieser Umgebung gnadenlos ausgenutzt werden würde. Wenn sie also nicht ständig herumgeschubst werden sollte musste sie auch Stärke zeigen.
Trotzig verschränkte Leyla ihre Arme vor ihrer Brust. "Lu'chat hat meine Anwesenheit hier mir als Geschenk gewährt. Ich soll sehen wie du mit unseren Feinden umgehst. Und was bekomme ich als erstes zu hören? Deine Unzulänglichkeit mit den dir gegebenen Mitteln umzugehen", begann sie herausfordernd. "Hast du daran gedacht die Brennstoffzellen des Tunnelborers aufzuladen?", brachte sie die Ursache, die ihr als erstes für den Stillstand in dem Sinn kam zur Sprache. Andere Ursachen wären wesentlich schwerer zu beheben. So könnte es sein, dass der Tunnelbohrer auf Gesteinsschichten gestoßen war, die so hart waren, dass seine Bohrköpfe beschädigt worden waren. Diese müssten dann ausgetauscht werden. Aber das wollte sie nicht zu ihrem Problem werden lassen, vor allem weil es wohl nur schwer zu lösen sein würde.
Norosan schnaubte und ballte seine Rechte zur Faust, sodass sie leicht zitterte. Am liebsten hätte er dieser Frau Manieren beigebracht, doch er wagte nicht sie anzurühren solange er nicht einen besseren Grund hatte, als dass sie Frech ihm gegenüber auftrat. Der Befehlshaber der Operation zur Eroberung der Siedlungen atmete einmal tief ein. Sein Gesichtsausdruck blieb jedoch verärgert, was ihm zusammen mit der Maskerade die Erscheinung eines Psychopathen gab, wie man ihn sich Messer schwingend vorstellte.
'Wieso konnten es nie wertvolle und zu Tode eingeschüchterte Gefangene sein? Immer waren es immer die aufständischen, die wertvoll waren', ärgerte sich der Masterjaffa, und er versuchte dabei seinen Zorn herunter zu schlucken. Lu'chat wusste schon, weswegen er das Leben dieser Frau schohnte, zumindest versuchte sich Norosan mit dem Gedanken zu beruhigen.
"Lu'chat hat mir aufgetragen, dich mit zu nehmen, nicht dich zu unterhalten. Ohne einen zweiten Brückenkopf ist für dich der Gang unter die Erde genauso gefährlich wie für meine Jaffa, also bitte", sagte Norosan und sprach das letzte Wort so sarkastisch aus, wie er konnte, "wie läd man diese Brennstoffzellen auf?"
Der Masterjaffa rechnete mit vielen toten Kriegern, sollten sie nur durch einen einzelnen Ringtransporter hinuntergeschafft werden können. Norosan konnte nicht einschätzen, wie effektiv die hundert Sicherheitskräfte reagieren würden, die zu erwarten waren. Wenn diese den einzelnen Brückenkopf, sofern der Tunnelbohrer über jede Reperatur hinaus ungebrauchbar war, effizient attackieren würden, könnte die Siedlung sich genug Zeit erkaufen, um eine breite Masse von Zivilisten auf die Straße zu bekommen. Es würde ein Gemetzel werden, denn nachdem die professionelle Gegenwehr zerschlagen wäre, hätte Norosan mit der Bevölkerung zu kämpfen. sein ursprünglicher Plan hatte vorgesehen aus zwei Richtungen soviele Truppen in die Hauptsiedlung zu schaffen, dass die Sicherheitskräfte ihre Stellungen nicht lange genug halten könnten, um seine Jaffa auszubremsen. Wenn die Krieger die Straßen der Siedlung durchstreifen könnten, bevor eine breite Masse diese, zum Widerstand bereit, verteidigen würde, wäre die unterirdische Stadt mit minimalen zivilen Opfern unter den Degenerierten einzunehmen.
Und sofern Norosan unnötige Verluste bei seinen Jaffa und unnötige Opfer bei unschuldigen Zivilisten verhindern konnte, war der erfahrene Krieger erleichtert.
Es fiel Leyla schwer ein thriumphirendes Lächeln zu unterdrücken. Norosan war würend auf sie, konnte aber nichts unternehmen, außerdem hatte sie ihn bei einer Lüge ertappt, denn er war sehr wohl von ihrem Kommen unterrichtet worden, ganz im Gegensatz zu dem, wie er sich bei ihrem Eintreffen gegeben hatte. "Ich erwarte auch keine Unterhaltung", erwiderte sie selbstbewust seine Worte. "Vielmehr soll ich beobachten, wie sich deine Truppen im Kampf verhalten, um daraus Erkenntnisse für die Aufgabe, die mir Lu'chat zugedacht hat, zu gewinnen", stellte sie klar. "Eine Brennstoffzelle, wie diejenigen, die für den Tunnelborer verwendet wird, wird, durch Wasserstoff gespeißt. Man muss dieses Gas also nur durch hohen Druck, verwendet werden 700 Bar, wodurch es verflüssigt wird, zuführen. Dafür gibt es an der Rückseite eine Öffnung, durch die sie betankt werden können", erkärte sie. Wie Norosan an ausreichende Mengen Wasserstoff gelangen konnte, und diesen in verflüssigter Form zu den Tunnelborer bringen konnte, sah sie nicht als ihr Problem an. Er war der Leiter dieser Operation, und wenn er dafür keine Vorsorge getroffen hatte, war es auch an ihm eine passende Alternativlösung zu finden. Sie sah sich selbst nur als Beobachterin. Zudem schätzte sie das Unternehmen, selbst nur bei einem Brückenkopf, bei der Anzahl an Jaffa, die sich hier versammelt hatten, als keine schwierige Angelegenheit ein. "Der Widerstand wird meiner Einschätzung nach, eher gering sein. Die Degenerierten besitzen keine Kampferfahrung, und rechnen auch nicht mit einem Angriff, zudem dürften sie auch waffentechnisch weit unterlegen sein. Falls du also keine Möglichkeiten finden solltest die Brennstoffzellen aufzuladen sollte auch ein Brückenkopf ausreichend sein. Ich sehe da keine Probleme, und ich glaube nicht, dass Lu'chat mich hierher geschickt hätte, würde er es anders sehen, denn seine Weisheit übertrifft die von uns beiden mit Sicherheit bei weitem", fügte sie noch hinzu, um ihn von weiteren Forderungen abzuhalten.
[size=1]OOC: Vor lauter Lesen eurer Posts hab ich vergessen, was mein NPC gesagt hatte. Sehr gut aufgepasst und eingebaut, danke :)[/size]
Norosan verstand die genauen technischen Hintergründe dieser Antriebsart nicht, doch er wusste, dass die Technologie der Bevölkerung Narxos ähnlich funktionierte. Der Masterjaffa rief einen Krieger zu sich, dem er auftrug in das bewohnte Viertel der Stadt zu gehen und mit einem Ingenieur wieder zu kommen, der das Brennstoffzellen-Problem beheben könnte.
Der Befehlshaber der Garnison hatte nicht vor, sich auf das militärische Wissen der Synthetin zu verlassen. Selbst wenn sie recht hatte, und sich gegen die Jaffa keine angemessene Gegenwehr auflehnen würde, wollte der Masterjaffa auftreten, als würde ihm das Heer eines feindlichen Gottes gegenüber stehen.
Es dauerte nicht lange, bis seine Pioniere die Meldung mit einem Kommunikationsglobus durchgaben, dass sie kurz vor dem Ende des Tunnels die Plattform erfolgreich errichtet hatten, und noch nicht entdeckt worden waren. Norosan trug ihnen auf, die Position zu halten und nicht weiter vor zu rücken.
Weil Lu'chat wahrscheinlich keine Entschuldigungen hören wollte, warum sich der Angriff verzögerte, entschied Norosan auszurücken, jedoch das zweite Loch dennoch zu bohren und sobald es ging dort hindurch weitere Truppen zu schicken. 50 Jaffa teleportierten durch die obere Plattform in kleinen Schüben hinab, woraufhin der Masterjaffa eine Hand voll Krieger heranwinkte.
"Sie werden und hinab begleiten", sagte Norosan zu Leyla und Manon Dlekj, "anschließend wird die erste Welle die nähere Umgebung des Tunnelausgangs einnehmen, alle anderen Wellen folgen uns im Ringtransporter."
[size=1]OOC: Kannst du die Umgebung des Tunnels ein wenig beschrieben :) ? Ist ja sozusagen die Idee deiner Fantasie, du weißt so am besten, wie es aussehen soll, in was die Kämpfer dann marschieren.
PS: Viel Spaß bei deiner Reise. :)[/size]
Die Luft in dem Tunnel war stickig und staubtrocken. Beleuchtung gab es keine, auch weiter hinten, wo er offenbar in einen Gang mündete, war kein Schimmer zu erkennen. Wollten die Jaffa sich nicht durch die hier herrschende absolute Dunkelheit tasten, würden sie ihre eigenen Lichtquellen mitbringen müssen. Hilfsgeräte wie Lichtverstärkerbrillen oder Infrarotsichtgeräte würden nichts bringen. Für Ersteres gab es nichts zu verstärken, und gegen Letzteres sprach die Tatsache, dass die Wände die gleiche Temperatur wie ihre Umgebung hatten. Wände, Boden und Decke bestanden aus nacktem Gestein. In mehr oder weniger regelmäßigen Abständen waren Stützkonstruktionen aus Stahlrohren aufgestellt, um ein Einstürzen zu verhindern. Kein Geräusch, außer denen, die die Jaffa selbst verursachten war zu hören.
Die Gänge der Peripherie waren alle so ähnlich aufgebaut wie dieser hier. Bis sie zu ständig beleuchteten Gebieten kämen würden sie noch eine Weile lang vorrücken müssen. Der Karte nach, die von den Gefangenen gezeichnet worden war, führte der Weg zum Ziel erst geradeaus bis zur nächsten T-Kreuzung, dann rechts, weiter bis zur nächsten Abzweigung. Ein paar Dutzend Meter nach dieser würden sie schon ein erstes Etappenziel, ein kleineres Sprengstofflager, erreichen. Leyla gind davon aus, das Norosan all dies wusste, und sagte daher nichts dazu. Sollte er Fragen haben, dann konnte er sie ja stellen. Überhaupt wollte sie erst einmal abwarten wie es die Jaffa hielten. Würden sie schweigend vorrücken, oder wären leise Unterhaltungen zulässig, da eventuelle Gegner durch ihre Lampen ohnehin vorgewarnt werden würden. Diese Region war normalerweise verlassen, so dass sie besondere Vorsichtsmaßnahmen eigentlich nicht für nötig hielt. Aber einerseits konnte man ja nie wissen, und andererseits, wollte sie auch nicht aus der Rolle fallen, und Norosan so einen weiteren Grund für seinen Ärger auf sie geben. Was das Vorrücken anging, so nahm sie sich vor sich stets nach ihren Leibwächter zu richten. Er würde am besten wissen, wann es ungefährlich war und wann nicht. Erst wenn der Hauptrechner gesichert war würde sie Eigeninitiative ergreifen und sich daran machen die wertvollen Daten zu sichern.
Original von MelC
Manon Dlekj blieb so dicht an Leylas Seite, als währe er ihr Schatten. Schweigsam betrachtete er die ihm anvertraute Frau nun etwas genauer. Tatsächlich weiß sie leichte Ähnlichweit mit seiner ersten Frau auf, so das Dlekj sich fragte ob sein Gebieter deshalb ihn ausgewählt hatte sie zu schützen. Diese war vor Jahren von einem Seker/ Mammon auf Lu'chats Heimatwelt ebenso ausgerottet wurde, wie duzende weitere Welten anderer Lords.
Dlekj fand diese unterirdische Welt in der Leyla wohl bisher gelebt hatte schrecklich dunkel, stickig und abweisend. Es glich eher einer geschaffenen finsteren Hölle wie sie Sokar oder Seker einst auf etlichen Verbannungswelten schufen, den einem normalen Lebensraum, von vergleichen mit den himmelsgleichen vom Krieg verschonten Welten auf denen Dlekj schon mal kurzzeitig stationiert war mit blühenden Städten und Wirtschaftsaufschwung und unberührter Natur und warmen Sonnenschein ganz zu schweigen. Doch der Jaffa nahm stoisch hin, das sein Leben für seinen Gott enormer Entbehrungen bedurfte, die er bereit zu gehen war, wenn am Ende das Paradies auf ihn als fanatischen Diener und Krieger wartete.
In vollkommener Dunkelheit hatten die bisher zu den Pionieren gestoßenen Truppenteile ausgeharrt. Das einzige Licht, das in regelmäßigen Abständen den gebohrten Tunnel erleuchtet hatte, entstammte dem Transporter, wenn die Ringe aus dem Boden fuhren und in gleisender Helligkeit weitere Sklavenkrieger rematerialisierten.
Dann war es wieder Nacht, ohne Mond, ohne Sterne, und mit niemals wiederkehrender Dämmerung, zumindest bis der nächste Blitz weitere Jaffa herbei schaffte.
Die erste Welle war durch den Teleporter schnell zu einer Hundertschaft angewachsen und schließlich brüllte Norosan einen Befehl. Fast zeitgleich aktivierten rund ein Drittel der Jaffa tragbare Lichtquellen. Sie erinnerten an das breite, flache Ende einer Stabwaffe, sowie der hälfte der Stange. In der Mitte der Fläche war eine Art von Kristall angebracht, der sich in verschiedenen Intensitätsstufen dimmen ließ und nun für die ersten Momente durch die schiere Stärke des Lichts alle blendete. Die Träger hatten ihre Stabwaffen an Lederbändern schräg über den Rücken gehängt und ihre Zat'nik'tels gezogen, der andere Teil aktivierte seine Stabwaffen und brachte sie in Angriffsposition.
Der Masterjaffa zog eine Karte hervor, die er zwischen den Brustpanzer und sein Kettenhemd gesteckt hatte. Er faltete das Stück Papier auf und vergewisserte sich, dass er sich die Wege und Positionen richtig eingeprägt hatte. Anschließend steckte er die Zeichnung Immanuels zurück in seine Rüstung.
Die Truppe marschierte los, während hinter ihnen immer wieder der Ringtransporter zu hören war, zumindest noch für einige Schritte. Die zweite Welle war dabei, sich für einen Befehl Norosans vorzubereiten. Die Dunkelheit durch die er mit seinen Truppen ging, schien ewig, vor allem durch den Kontrast zwischen der starken Helligkeit der Stablichter und dem fehlenden Licht rund um die Jaffa herum. Sie gingen langsam und vorsichtig, eine kleine Truppe von fünf Mann immer mindestens 200 Schritte voraus, um die Hauptmacht vor Fallen oder Hinterhalten warnen zu können - und sei es durch ihr tapferes Selbstopfer. Die Minuten zogen sich lange, länger als Norosan es erwartet hatte, doch er war sich sicher, dass dies die Finsternis verursachte, und er die Strecke in genau der Zeit hinter sich brachte, die er dafür eingeplant hatte.
Schließlich tauchten erste Lichter vor ihnen auf. Immer noch in einiger Entfernung. Es musste das auf der Karte eingezeichnete Sprengstofflager sein, dachte sich der Masterjaffa. 'Sofern Immanuels Angaben zuverlässig sind', fügte er bei sich hinzu. Norosan gab den Befehl alle Lichter zu löschen, selbst wenn die Gefahr bestand, dass man ihre Lichtquelle entdeckt hatte, so wie sie Lichter der ersten Gebäude sahen. Zudem rief er Dlekj mit Leyla zu sich. "Dieses Sprengstofflager... es dient erstrangig zivilen Einsätzen, nicht wahr? Schätze, wieviele sind dort tätig? Vielleicht muss ich das Gebäude nicht feuernd und tötend einnehmen lassen", fragte der Befehlshaber.
Nun war sie also wieder zuhause. Zumindest in der Nähe davon, denn hier in den Tunneln der Randgebiete hatte sie sich bis zu ihrer Flucht niemals herum getrieben. So waren ihre Gedanken an diese Umgebung eher unerfreulicher Natur. Vor allem zu beginn, als der Gang immer wieder stroboskopartig in helles Licht getaucht wurde, um dann wieder in der Dunkelheit zu verschwinden. Als es dann schließlich los ging, war die Beleuchtung für ihren Geschmack zunächst viel zu hell, und so folgte sie eher unsicheren Fußes den Trupp, bis sich ihre Augen an die künstliche Helligkeit gewöhnt hatten. Die Nähe ihres Leibwächters, der wie ein Schatten an ihr hing, gab ihr ein Gefühl der Sicherheit, und half so ihre Gedanken an die schrecklichen Erlebnisse ihrer Flucht zu verdrängen. Mit so einem starken Beschützer an ihrer Seite konnte ihr hier wohl kaum etwas passieren. Sicher wäre ihr auch ohne ihm nichts geschehen, dafür würden die Jaffa schon sorgen. Dennoch war das Wissen das es jemanden gab, der sich ausschießlich um ihre Sicherheit kümmerte äußerst beruhigend.
Das Licht das schließlich auftauchte kam aus dem Gang, in dem auch das Sprengstofflager lag. Es stammte von schwachen Lampen, die regelmäßigen Abständen an der Decke montiert waren, und für eine trübe Dämmerbeleuchtung sorgten. Ein offen liegendes Stromkabel, dass sich an der Decke entlangzog, sorgte für ihre Energieversorgung.
"Ja, es wird zivil genutzt", bestätigte Leyla. Es gab in dieser Siedlung kein Militär, und damit auch keine militärische Nutzung. Doch das den Anführer, der vermutlich nur so denken konnte, klar zu machen würde nur eine überflüssige Diskussion in Gang setzten, und so behielt sie diese Belehrung für sich. "Es ist eigentlich nur ein Bedarfslager. Ein in den Fels gehauener Raum, der mit einer Stahltür verschlossen ist. Dort kommt an sich nur jemand hin, falls irgendwo in der Nähe Sprengstoff gebraucht wird, oder zum Auffrischen der Bestände. Aber es gibt in dem Gang eine regelmäßige Patroullie. Ich schätze, sie müsste ungefähr ein mal pro Stunde hier vorbeikommen. Sie besteht aus zwei oder drei Mann, die mit Tasern und Schlagstöcken bewaffnet sind. Zumindest war das so, als ich hier noch lebte. Wie es die Degenerierten damit halten, weis ich nicht", erklärte sie. Auch wenn Norosan das Lager unbehelligt einnehmen könnte, so würde er früher oder später mit dieser Patroullie rechnen müssen, denn es war noch ein ganzes Stück bis sie die Kuppel, deren Einnahme den Sieg markieren würde, erreichten. Dabei führte der Weg zunächst weiter durch diesen Gang. Nach knapp 500 Metern, in denen sie auch auf Nebengänge stoßen würden, würde Norosans strategische Entscheidung bestimmen welche Abzweigung zu nehmen war. Entschied er sich für den kürzeren Weg, der jedoch die Durchbrechung einer Mauer erforderte, oder den weiteren, bei dem man schon vorhandene Tunnel würde nutzen können.
Norosan schickte zehn Mann zu dem Sprengstofflager und ließ es sichern. Wie Leyla voraus gesagt hatte, war das Lager leer und eine Patrullie anscheinend noch in weiter Ferne. Der Masterjaffa ließ eine Hand voll Kämpfer bei dem Sprengstoff. An der Oberfläche hätte er dies vielleicht dazu genutzt, um das Lager in die Luft zu jagen und für eine Ablenkung, vor allem aber um für Angst und Terror zu sorgen, denn ein gelähmter Feind, der sich vor Furcht kaum rühren konnte, war das leichteste, denkbare Opfer.
Doch hier unten war sich Norosan nicht sicher, ob dadurch nicht ihr Weg zurück an die Oberfläche verschüttet werden würde und daher sah er davon ab. Er wollte jedoch unbedingt dafür sorgen, dass die Degenerierten es nicht irgendwie gegen nutzen würden.
Norosan entschied sich, an der Abzweigung mit seinem Kontingent angekommen, für den langen Weg. Er trug einem Boten auf, den er der zweiten Welle entgegen geschickt hatte, dieser den kurzen Weg zu befehlen. Im optimalen Fall würden seine nicht mehr ganz Hundert Krieger in die Siedlung kommen, der Gegner würde sich darauf einstellen und plötzlich wäre die zweite Welle mit ganzen 1000 Jaffa vor der Tür, um jede Verteidigung schlichtweg im Keim zu ersticken. Während sie durch den langen Nebengang liefen, Norosan zusammen mit Leyla und ihrem Leibwächter und zweiter Reihe, nur ein paar Jaffa vor ihnen, fragte der Masterjaffa schließlich: "Wie kann man an so einem Ort leben? Ohne Licht, keine Pflanzen, nirgends Vögel oder andere Tiere... zumindest nicht, dass ich sie gesehen hätte. Ist die Siedlung ebenso trostlos, wie der Rest dieser Dunkelheit?"
Wie man nur so leben konnte? Diese Frage hatte sich Leyla nie gestellt. Sie war in dieser Umgebung geboren, und hatte bis zu ihrer Flucht ihr gesamtes Leben dort verbracht. So war dies ihre natürliche Umgebung, während die Oberfläche ihr fremd und unheimlich erschien. Diese unglaublichen Weiten, ein Himmel, der nicht enden wollte, und in ihr die irrationale Furcht auslöste er könnte sie, allein Aufgrund seiner Ausdehnung, aufsaugen, von der Erde lösen und in den unendlichen Weltraum zerren. Natürlich wusste sie, dass diese Angst jeglicher Grundlage entbehrte, und Planetenoberflächen eben so aussahen. Sie hatte schon Filme darüber gesehen. Aber etwas auf einen Videoschim zu erblicken, und es tatsächlich zu erleben waren zwei ganz unterschiedliche Dinge. Dies jedoch Norosan begreiflich zu machen erschien ihr jedoch schwierig, und so versuchte sie es gar nicht erst. "Ähnlich", ging sie zunächst auf seine zweite Frage ein. "Unter der Kuppel ist es weiträumiger. Man hat versucht Flechten mit luminsizenten Eigenschaften dort anzusiedeln, aber aufgrund des mangelnden Nährstoffangebotes wachsen sie eher spärlich. Dennoch lassen sich vom Boden aus leuchtende Muster erkennen, so dass die Gebäude dort nicht in völliger Dunkelheit zu versinken scheinen. Die Siedlungen in der Peripherie bestehen aus Gängen wie diesem. Nur wesentlich breiter und höher, bis zu drei Stockwerke. Licht kommt von Deckenlampen oder auch aus den Fenstern der Wohngebäude", erklärte sie.
In dem Gang, den sie nun betreten hatten, war ein schwacher Luftstrom zu erspüren, der die Atmospähre, etwas weniger stickig erschienen lies. Die Beleuchtung war aber nach wie vor düster und trübe. Neben der Lampenkette war nun auch ein Rohr, das in regelmäßigen Abständen eine Reihe von Schlitzen aufwies, und offenbar für Belüftung sorgen sollte, an der Decke montiert. Bislang war der Trupp noch keiner Menschenseele begegnet. "Dort vorne, etwa vierhundert Meter weit entfernt, verläuft eine der Hauptstraßen, die zur Kuppel führen", machte Leyla den Masterjaffa aufmerksam. Anhand der Karte war diesem das sicher bewusst, auch dass linkerhand von der Kreuzung der Kuppeleingang nur einen Katzensprung weit entfernt sein würde. Aber vielleicht kannte er die genauen Entfernungen nicht, da die Zeichung eher eine Skizze als eine maßstabsgetreue Karte war. Die Synthetin hielt es für angemessen, dass die Jaffa sich nun auf ihren Angriff vorbereiten würden, doch hütete sie sich das deren Befehlshaber zu empfehlen. Er würde schon selbst am besten wissen wie seine Männer vorzugehen hatten. Wer genau lauschte, konnte nun auch beim weiteren Vorrücken den schwachen Wiederhall von Stimmen vernehmen, die offensichtlich von jenen stammten, die diesen Verkehrsweg nutzten. An der Beleuchtung schien sich jedoch, so weit man blicken konnte nichts zu ändern. Anscheinend waren auch die Hauptstraßen nicht besser ausgeleuchtet, als der Gang, den sie hier benutzten.
In der Fantasie Norosans hatte sich die Beschreibung der Synthetin nichteinmal so schlimm angehört. Wenn er sich eine Stadt bei Nacht vorstellte, die von leuchtenden Pflanzen durchzogen war und immer dadurch immer eine biologische, natürliche Note hatte, selbst wenn die Gebäude die vorher schöne Landschaft entstellt hatten, so gefiel ihm der Gedanke eigentlich.
Für seine Rolle als Militär war es aber eine Umgebung voller Gefahren. Dunkelheit bot für die anrückenden Angreifer durchaus Vorteile, aber die Bevölkerung war daran gewöhnt, Licht nur durch die Deckenlampen oder die Hausbeläuchtung zu erhalten. Die Jaffa würden nur so lange ihren Vorteil haben, wie sie sich anschlichen, doch sobald das Gefecht beginnen sollte, wären die Degenerierten in ihrer Siedlung diejenigen mit den besseren Karten. Für den Masterjaffa galt es wahrscheinlich mit der Übermacht durch die Stabwaffen so schnell wie möglich die Aufgabe der Menschen zu fordern.
Bevor sie auf die Hauptstraßen einbogen, deaktivierten die Krieger ihre Lichtquellen und aktivierten ihre Waffen. Kurz bevor er den Befehl gab das Zentrum der Siedlung anzusteuern, übermittelte ein Bote Norosan, dass seine zweite Welle in Position war, nachdem sie den kürzeren Pfad schnell hinter sich gebracht hatte.
Der Masterjaffa hatte sich entschieden die Hundertschaft zur Kuppel zu führen, während seine zweite Welle durch die Straßen ausschwärmen würde. Den größten Teil seiner Garnison hielt Norosan jedoch zurück, sie würden später beim Zusammentreiben der Bevölkerung eine Rolle spielen.
Der Masterjaffa ging zu Leyla und Dlekj und sprach zu den beiden: "Der Angriff wird gleich beginnen. Ich will, dass du im Hintergrund bleibst, Mensch und dass du sie von direkten Gefechten fern hältst, Dlekj."
Original von MelC
Manon Dlekj fand diesen Ort ebenso wie wohl Norosan schrecklich trostlos, so ganz ohne das gewohnte Licht. Selbst sagte Manon nichts, dachte sich aber seinen Teil, er vermutete, das die hier Lebenden Menschen wohl besser an die Dunkelheit angepasst wären, als die Menschen, mit denen er bisher zu tun hatte. Diese Annahme verflüchtigte sich aber, als in der ferne Stimmen und eine noch schwache Lichtquelle zu vernehmen waren. Das sie bisher niemandem begegnet waren, ja scheinbar niemand die äußeren bereiche dieser Siedlung aufmerksam be- und überwachte machte den Jaffa einwenig nervös. Es kam nicht oft vor, das Städte nahezu vollkommen unbewacht waren. Meist gab es dafür nur zwei Gründe, die Bewohner wussten nicht viel über die Galaxie und das ihnen die wahren Götter erscheinen würden um ihren Götzendienst zu beenden. Oder aber die Stadt war meist selbst eine einzige große Festung, in der jedes haus hart erobert werden musste, trotz des massiven Einsatzes von Elite-Jaffa. Das machte die Einnahme nicht unmöglich, sondern verzögerte sie lediglich, dennoch war es jedes Mal eine neue Herausforderung, der sich Manon im Dienste seines Gottes stellte, um dafür dereinst himmlische Belohnungen zu erhalten. Der Duft von Erde war hier unten zum erstenmal stärker als ohnehin durch die Erdmaske welche Dlekj trug und es roch zudem anders, als die Erde auf anderen Planeten. Stickiger, ja etwas faulig schmeckend kam Dlekj die Luft hier unter der Erde vor, doch das konnte auch Einbildung in dieser unbekannten Umgebung sein.
[color=teal]"Wie ihr befehlt Master Norosan!" nickte Dlekj, als Norosan ihm den befehl gab auf Leyla abseits des kommenden Schlachtfeldes aufzupassen. Sein Blick suchte geschult nach einer kleinen Niescha am Rande der Straße, hinter der Leyla auch bei einem verirrten Stabwaffenschuss Deckung finden sollte.
[color=teal]"Dort kannst du dich während der Kämpfe verschanzen!" befahl Dlekj, dem dabei nicht auffiel, welch martialische Sprache er als Jaffa gewöhnt gegenüber Leyla gerade nutzte, sicherlich hätte ein einfaches "bring dich dahinter in Sicherheit" den gleichen Effekt gehabt.
"Natürlich", bestätigte Leyla Norosans Anweisung. Sie hatte nicht vor, dem bevorstehenden Kampf näher als unbedingt nötig zu kommen. Schließlich war sie weder bewaffnet, noch besaß sie Kampferfahrung. Im Ernstfall wäre sie den Jaffa höchstens im Weg gewesen. So war sie keineswegs unglücklich über diese Anweisung, ja hatte im Grunde nichts anderes erwartet. Aus diesem Grund folgte sie auch ohne zu zögern, dem Befehl ihres Leibwächters, und schlüpfte folgsam in die Nische, die er für sie auserkoren hatte. Dort würde sie ausharren, bis es weiter gehen würde, was ihrer Einschätzung nach nicht allzulange dauern sollte.
Die Hauptstraße bestand aus einem zwölf Meter breiten und fünf Meter hohen Tunnel. Wände und Decke bestanden aus Beton, während der Boden war asphaltiert war. In der Mitte verlief eine zweispurige Straße, die von Bürgersteigen seitlich begrenzt wurde. Deckenlampen, von denen nur jede zweite in Betrieb war, tauchten ihn in ein düsteres Licht. Neben diesen verliefen dort noch eine ganze Reihe von Rohren, offensichtlich Versorgungsleitungen, die in angrenzende Wohngebiete führten. Rechts, von der Position der Jaffa aus, begann sich der Tunnel nach knapp hundert Metern zu weiten, und ging in ein Wohngebiet über. Links, in etwa dreißig Meter Entfernung lag der Eingang zur Kuppel. Von dort kam gerade ein Omnibus, der sich mit seinem Elektroantrieb beinahe lautlos mit einer Geschwindigkeit von etwas 40 km/h bewegte. Vom Wohngebiet aus schickte sich ein weiterer an in den Tunnel einzufahen. Ansonsten gab es keine Fahrzeuge mehr auf der Straße. Einige Passanten schlenderten arglos schwatzend auf den Gehwegen. Keiner von ihnen trug erkennbare Waffen mit sich.
"Sorge aber dafür, dass sie nicht alles verpasst. Unser Gott wollte ihr schließlich die Unterwerfung der Degenerierten vorführen", sagte Norosan, bevor er schließlich den Beginn der Schlacht ausrief. Die erste von drei, doch der Masterjaffa rechnete sich aus, dass der Angriff auf die beiden kleineren Ortschaften der Degenerierten besser verlaufen würde, wenn seine Krieger bei der ersten Aktion ihre Erfahrungen mit dieser unterirdischen Welt gemacht hätten. Zudem war er sich nicht sicher, ob er das kommende überhaupt als Schlacht bezeichnen sollte. Der Gegner war absolut unwissend über ihr Dasein, er bot ihnen keine Stärke auf, die sich den Jaffa entgegenstürzte, und Norosan zweifelte daran, dass sich dies noch ändern würde, wenn seine Truppen begannen, die Straßen zu terrorisieren.
Es dauerte nur ein paar Minuten, in denen Norosans Kontingent noch auf seiner momentanen Position verblieb, die Tausend jedoch bereits in die Straßen ausschwärmten, bis die ersten Schreie und das Geräusch von Stabwaffenfeuer an ihre Ohren drangen. Der Masterjaffa hatte seinen Kämpfern aufgetragen, die Opfer gering zu halten, jedoch hart und erbitterlich vorzugehen. Es war ein Seiltanz: Genug zu töten und zu verstümmeln, denen die Goa'uld-Soldaten in der Siedlung begegneten, um solch eine Furcht zu verbreiten, dass ein größeres Gemetzel an der Zivilbevölkerung nicht nötig war, um ihre Aufgabe zu erreichen.
Das Kernkraftwerk, die Pumpstation für das Grundwasser, das Wasserversorgungszentrum, die Sauerstoffproduktionsanlage, das Luftverteilungs- und Klimazentrum - sie waren das Ziel Norosans, die er nacheinander einnehmen und dann von dem größeren Kontingent besetzen lassen würde. Sein Ziel war es das Wasser sofort einzustellen, die Energiezufuhr zu den Wohnhäusern zu deaktivieren und die Sauerstoffproduktion abzustellen, bis die Degenerierten aufgaben. Zudem würde, sobald die Position gehalten ist, sein Pionierkorps eine weitere Ringplattform in der Mitte der wichtigsten Versorgungseinrichtungen aufbauen. Sofern die Degenerierten nicht einlenken würden, müsste Norosan Leyla und seine wichtigsten Offiziere evakuieren, bevor der Sauerstoffmangel tödlich werden würde. Erst danach würde er den Rest seiner Truppen hinauf schicken, auch auf die Gefahr, dass es nicht alle schaffen würden. Bei den Ausmaßen dieser Höhlensysteme war sich der Masterjaffa aber sicher, dass es Tage oder Wochen dauern würde, bis die Sauerstoffvorkommen bei deaktivierter Industrie verbraucht waren. Genug Zeit, um die Besatzung zu einem Erfolg zu führen. "Kree Jaffa, hatak (Achtung Jaffa, Angriff)", brüllte Norosan, und er ging seinen Soldaten voraus. Schnell waren sie beim Eingang zur Kuppel. Sie sahen Menschen auf der Straße, die verängstigt wirkten, weil sie die Schreie und die Geräusche des Gefechts in anderen Abschnitten der Siedlung hörten, aber nicht genau sahen, was vor sich ging. Eine Frau, welche die für sie absolut fremden Männer entdeckte, drückte ihr Kind an eine Wand und stellte sich schützend davor, doch es nützte nichts. Vier Salven der Ma'Tok Stäbe streckten sowohl sie, als auch ihr Kind gnadenlos nieder, während sich der Trupp Norosans ohne hast auf die Organe der Siedlung zubewegte: Die Versorgung mit Luft, Wasser und Energie.
Original von MelC
Manon Dlekj verstand nur zu gut, das sein Gott Leyla einen Beweis seiner Macht mit der Unterwerfung dieser Siedlung präsentieren wollte, die ihren Glauben an seine Göttlichkeit, wie die seiner Jaffa festigte.
[color=teal]"Selbstverständlich Master Norosan!" verbeugte sich Dlekj kurz mit dem Kopf und stellte sich schützend vor Leyla in ihrer Felsspalte. Achtete aber darauf, das sie zwischen seinem Waffenarm und dem Torso geduckt hindurchblicken könnte, um das Geschehen in Sicherheit zu verfolgen.
[color=teal]"Es wird keinen langen Wiederstand gegen die Macht unseres Gottes geben, dessen sei sicher!" erklärte Dlekj Leyla vollkommen überzeugt und mit entschlossener Stimme, oft schon hatte er solche Eroberungen gesehen und alle gingen stets gleich aus. Zuerst würden die Jaffa im Kampf versuchen die Grundversorgungsgüter; Nahrung-, Wasser- Energiestationen einzunehmen. Davon abgeschnitten könnte sich kein ernsthafter Wiederstand mehr formieren, müssten alle auch noch so entschlossenen Unternehmungen einer langen Gegenwehr zum Scheitern verurteilt sein, mangels schwindender Versorgungsressourcen. So würde letztlich die Zivilbevölkerung als erstes aufgrund Mangelerscheinungen und Leiden durch die Kämpfe einknicken und schließlich die Militärs wie schon so oft anhalten zu kapitulieren, sollten die Jaffa sie bis dahin nicht ohnehin schon überrannt haben.
"Das glaube ich auch" stimmte Leyla Dlekj zu. Schon vor dem ersten Kontakt war sie dieser Ansicht gewesen, und nun, da sie die Wirkung der Stabwaffen sah um so mehr. Tatsächlich kamen die Jaffa auch gut voran. Ihre Brutalität zeigte Wirkung. Niemand stellte sich ihnen in den Weg. Alle flüchteten, oder versuchten sich irgendwo zu verkriechen. Dennoch bewegte sich die Syntethin eher vorsichtig voran. Sie achtete darauf, niemals ganz vorne, und immer in der Nähe der nächsten Deckungsmöglicht zu sein. Mitleid mit den Niedergemetzelten hatte sie keine. Schließlich waren diese noch vor kurzem mit ihresgleichen ebenso verfahren. Angesichts der Feuerkraft der Stabwaffen überlegte sie vielmehr, ob Körperkraft für einen Jaffa wirklich so wichtig war, wie ihr Leibwächter es in ihren kurzen Gespräch üder die wünschenswerten Fähigkeiten der Krieger hervorgestellt hatte. Selbst, oder gerade, gegen einen gleichwertig ausgerüsteten Gegner wären Nahkämpfe doch wohl eher eine Seltenheit. Geschicklichkeit und Reaktionsschnelligkeit erschienen ihr da doch sehr viel bedeutsamer, denn ein solcher Soldat würde schneller und genauer schießen können als jemand, der ihn in diesen Eigenschaften unterlegen war.
Norosans Trupp hatte seine Ziele schon fast erreicht, als sich doch noch Widerstand regte. In einem größeren Verwaltungsgebäude hatte sich eine größere Gruppe der Degenerierten verschanzt, und belegten die Angreifer von den oberen Stockwerken und dem Dach aus mit Geweherfeuer. Direkt hinter diesem Widerstandsnest befanden sich die vitalen Anlagen, die es zu erobern galt.
"Das Gebäude solltet ihr nicht zuerstören, zumindest nicht den Keller, denn dort befindet sich der Hauptrechner, und auch das Kontrollzentrum für die Versorgung der Stadt", rief Leyla, die sich in einer Seitengasse vor den Schüssen in Sicherheit gebracht hatte, Norosan zu. Das Eindringen würde nicht allzu schwer fallen, denn die Vorderfront bestand aus Glas. Dahinter war die verlassen Empfangshalle zu erkennen, die jedoch bis zu dem im Dunkel liegenden Zugängen zum Treppenhaus kaum Deckung bot.
Einer der Jaffa in den hinteren Reihen hatte Leylas Worte gehört aus der Ferne gehört, ging nach vorn zur Spitze des Stoßtrupps. Während er sich zwischen den feuernden Jaffa hindurch schob und selbst auf die Fenster schoss, aus denen das Feindfeuer kam, brach einer seiner Kameraden nach einem Gewehrtreffer tot zusammen, der sein halbes Gesicht in einen roten, blutigen Matsch verwandelt hatte. Als er bei seinem Befehlshaber ankam, übermittelte er die Worte der Synthetin an Norosan. Dieser wandte sich kurz um und versuchte die Frau weit hinter sich auszumachen. Mehrere seiner Jaffa waren bereits verwundet, einer tot und drei würden ihren Verletzungen in den kommenden Minuten erliegen.
Der Masterjaffa befahl das Feuer auf das Gebäude zu konzentrieren und flüchtende Menschen auf den Straßen zu ignorieren, während er gleichzeitiges ein schnelleres Tempo anordnete. Obwohl sie sprinteten, schoss die schrumpfende Hundertschaft des Meisters zielsicher in die Fenster des großen Baus, bevor sie durch die Vorderfront eindrangen. Norosan hatte beim Ansturm insgesamt zehn Kämpfer verloren, weitere acht waren verletzt, doch als sie erst einmal in dem Gebäude mit dem Kontrollzentrum und dem Hauptrechner waren, waren sie zumindest keine Zielscheiben mehr auf offener Fläche. In den Gängen waren sie sowohl mit ihren starken Energiewaffen, aus auch der jahrzehntelangen Nahkampfausbildung im Vorteil.
In dem gesamten Gebäude gab es keine Beleuchtung. Nur durch die Fenster drang das düstere Licht der Umgebung herein. Vorsorglich waren auch die Sicherungen herausgedreht worden, um zu verhindern, das jemand einfach einen Lichtschalter betätigen konnte. In der Finsternis des Treppenhauses lauerten drei Gegner, welche die anstürmenden Jaffas mit halbautomatischen Pistolen unter Beschuß nahmen. Die ersten beiden achteten kaum auf ihre Deckung, so dass sie schon nach den ersten Schüssen niedergemäht wurden. Der dritte war vorsichtiger, doch zwang ihn eine Ladehemmung seiner Waffe zur Flucht, die durch eine Geschoß aus einer Stabwaffe rasch beendet wurde.
"Sie sind durchgebrochen! Rasch verriegelt die Tür!", war ein Ruf von unten zu hören. Die ersten Jaffa, welche in das Treppenhaus eindrangen sahen noch, bzw. hörten, denn viel war in der Dunkelheit nicht zu sehen, wie die schwere Stahltür, die zu dem Untergeschoß führte zugeschlagen wurde. Das metallische Klacken eines Riegelmechanismusses war zu vernehmen, gefolgt von einem Rumpeln, das vermuten lies, dass anscheinend Möbelstücke, oder ähnliches herangeschoben wurde, um die Tür zu verbarrikadieren. Von oben tauchten neue Gestalten auf, um die Angreifer unter Beschuß zu nehmen, doch verriet ihr Mündungsfeuer ihre Position, so dass sie für die erfahrenen Krieger zu einer leichten Beute wurden. Das war für die übrigen eine Warnung, die nun in der Dunkelheit lauerten und mit schußbereiten Waffen darauf warteten, dass die Jaffa zu ihnen hinaufkamen.
"Reißt die Tür ein... und bringt mir so viele wie möglich lebend", befahl Norosan seinen Jaffa in harschem Ton, "ich will die Möglichkeit haben etwas über ihre Familien heraus zu finden und diese für eine öffentliche Hinrichtung zu benutzen."
Im Gegensatz zu manch anderen Sklavenkriegern empfand der Masterjaffa keine Freude beim Töten, zumindest meist nicht. Er nutzte seine Position als Befehlshaber der Garnison von Ulxelx um den Zorn seines Gottes getreu der Befehle auszuführen, die er bekam, aber gleichzeitig brachte es Norosan oftmals in die Position, den Schaden zu minimieren. Würde der Masterjaffa Lu'chat vom Widerstand der Degenerierten berichten, wäre es durchaus zu erwarten, dass der Lord ihm befehlen würde, gut die Hälfte der Bevölkerung abzuschlachten. Würde Norosan seinem Gott aber von den Kämpfen berichten und davon, dass die Familien der Widerständler bereits vernichtet worden waren, so wäre der Blutdurst seines Gebieters damit womöglich zufrieden. Gleichzeitig musste sich der Masterjaffa im Moment aber eingestehen, dass er die Hinrichtungen freudig erwartete, denn seine Jaffa zu verlieren, das hasste Norosan, und kein Respekt den er vor dem Leben hatte, oder vor dem Tod und dem Nachleben, konnte ihn ihm Moment davon abhalten zu hoffen, bald persönlich auf einem großen Platz zu stehen, tausende der Degenerierten und seine Krieger um ihn herum - und mit eigener Hand die ersten Zehn Menschen hinzurichten.
Seinem Befehl folgend begann ein dutzend Jaffa mit ihren Stabwaffen auf die schwere Stahltür zu schießen und das Metall langsam zum Schmelzen zu bringen. Zwanzig weitere Jaffa standen bereit sofort eine geschossene Öffnung zu nutzen, um zuerst Schockgranaten in den dahinter liegenden Raum zu werfen und dann selbigen zu stürmen. Der Rest des Kontingents stürmte mit feuernden Waffen das Treppenhaus um die oberen Stockwerke einzunehmen.
Im ersten Stock wurden die Jaffa von zahlreichen Gegnern erwartet. Alle dort überlebenden Degenerierten hatten sich in der Nähe der Zugänge zum Treppenhaus versammelt. Dennoch waren sie keine wirklich große Gefahr für die Angreifer. Zum einen zeugte ihre Aufstellung von einem Mangel an taktischer und strategischer Weitsicht, zum anderen zeigten sich auch ihre beiden größten Schwächen. Die Unzuvelässigkeit ihrer Waffen, die sich in häufiger Ladehemmung und zwei Fällen sogar in Form von Rohrkrepierern manifestierte, und ihre mangelnde Treffsicherheit, die auf ihrer Unerfahrenheit mit Schußwaffen herrürte. Falls die Jaffa weiter in diesem Stockwerk vordrangen, so würden sie dort nur noch Tote entdecken und bemerken, dass ihr Gegenfeuer allein in diesem Stockwerk deutlich mehr Verluste verursacht hatte als sie selbst erlitten hatten.
Im zweiten Stockwerk gab es, zumindest im Bereich des Treppenhauses, keine Gegenwehr. Das flüchtige Leuchten, das ihre Geschosse verusachten enthülte nur verlassenes Terrain. Waren dort alle bereits tot, oder hatten sie ihre Strategie geändert, und lauerten weiter hinten in dem Labyrinth von Gängen und Räumen? Diese Frage konnte nur durch ein weiteres Vordringen beantwortet werden.
Die Stahltür, welche den Zugang zu dem Kellergeschoß versperrte begann unter den Waffenfeuer bereits zu glühen, und es würde nicht mehr lange dauern, bis sie zu schmelzen anfangen würden. "Hört auf! Sonst jagen wir hier alles in die Luft!", drohte ein Stimme dahinter. "Das wäre auch euer Tod, denn ohne Sauerstoff könnt ihr sicher nicht atmen, und spätestens, wenn das Kernkraftwerk hochgeht sterbt ihr. Der Strahlentod zieht sich über Monate hin, und ist äußerst unangenehm. Also lasst uns lieber verhandeln", fuhr der Sprecher fort.
Leyla war, da sie keine Anweisungen erhalten hatte, während des Sturmangriffs in ihrer sicheren Position geblieben. Erst jetzt, da sich die Kämpfe offensichtlich in das innere des Gebäudes verlagert hatten, wollte sie nachrücken. Bevor sie dies jedoch wagte wandte sie sich an ihren Leibwächter. "Können wir es wagen?", fragte sie nach während sie sich bereit machte zu dem nahe gelegenen Gebäude zu spurten.
Original von MelC
Manon Dlekj blickte geschulten Auges auf das Gebäude, in einigen Etagen tobten die Kämpfe, nach außen hin war es aber zunehmend Still. Die Fenster schienen vor Scharfschützen sicher, da sich die Kämpfe nach innen verlagert hatten, also hielt er es für sicher genug ein wenig aufzuschließen..
[color=teal]"Da die Kämpfe sich nach innen verlagert haben glaube ich das wir sicher aufschließen können, dennoch solltet ihr lieber hinter mir bleiben, falls doch noch jemand aus dem Inneren das Feuer auf die Straße eröffnet. Folge mir schnellen Schrittes!" befahl Dlekj Leyla mahnend und begann vor ihr herzuspurten, bloß nicht zu lange in ungedecktem Terrain aufhalten und Leyla dadurch gefährden.
Während sich die beiden langsam weiter dem Zentrum der Siedlung näherten, überlegte Norosan, was er tun sollte. Von seinen Offizieren der zweiten Welle erfuhr der Masterjaffa über Kommunikationsgloben, dass die Gegenwehr in den Straßen gering war. Viele Menschen waren entweder durch die Truppen in ihre Häuser getrieben, getötet oder gefangen genommen worden. Es gab Gegenwehr in einem Viertel, in dem sich anscheinend ein paar Sicherheitskräfte formierten, doch mit ihren Teasern hätten sie den Jaffa ebenso gut selbstgenähte Kissen entgegen werfen können. In einer der ältesten Wohngegenden gab es weit gefährlichere Gegenwehr mit alten Schusswaffen aus der Zeit vor der Goa'uld-Eroberung, gleich den Waffen, welche die Degenerierten verwendeten, die sich Norosan entgegengestellt hatten. Alles in allem gab es durch das schnelle Ausschwärmen der Jaffa und ihrer taktischen wie technologischen Überlegenheit nicht den massiven Aufmarsch an Sicherheitskräften oder einen zivilen Mob, oder welche staatliche Gruppierung auch immer auf die Beine gestellt worden war, um die Syntheten auszulöschen.
Dieses Momentum nutzend, beorderte der Masterjaffa 300 Krieger sofort von ihren bisherigen Positionen in der Stadt auf das Zentrum zuzuschwärmen und so jeden Widerstand schlussendlich zu zerquetschen.
Was die Situation im Gebäude des Kontrollzentrums anging, hatte sich Norosan entschlossen, keine Verhandlungen zu versuchen. Dies könnte sich Stunden ziehen, und dennoch kein Ergebnis bringen. Lu'chat würde mit Sicherheit diese Verzögerung bestrafen. Daher entschloss sich der Masterjaffa den Degenerierten in dem verbarrikadierten Raum eine simple Entscheidungsmöglichkeit zu liefern, während der Rest des Gebäudes abgesucht und besetzt wurde. "Ergebt euch freiwillig, bringt mir den abgeschnittenen Kopf desjenigen, der es wagte gegen den Vertreter seines Gottes Lu'chat zu sprechen und ich werde euch ein Geschenk machen: Eure Liebsten werden nicht Teil der Massenexekution werden, mit der Lu'chat diese Siedlung für ihren Widerstand bestrafen wird", brüllte Norosan in Richtung der glühenden Türe. Noch ein paar Salven, und seine Jaffa könnten Schockgranaten hinein werfen. Der erfahrene Kommandeur gab seinen Soldaten ein Zeichen sich bereit zu machen, um auf sein Signal sofort weiter zu machen.
"Was?! Ihr spinnt wohl", tönte derjenige, der eben noch Verhandlungen angeboten hatte, auf Norosans Aufforderung hin, hinter der Tür, in der sich nun erste Schmelzlöcher zu bilden begannen. Noch versperrten die vorgestellten Schränke aus Metallblech, die mit Handbüchern und Computerausdrucken gefüllt waren, und die nun durch die Hitze und den Beschuß anfingen Feuer zu fangen, Sicht- und Wurfmöglichkeit nach innen. [color=magenta]"Die brechen gleich durch, und wollen uns umbringen egal was wir ihnen bieten. Also lasst uns in Deckung gehen und unsere Haut so teuer wie möglich verkaufen", schaltete sich nun eine weitere Stimme ein. Fußgetrappel deutete an, dass dieser Aufforderung Folge geleistet wurde.
Die dreihundert Jaffa, die dem Zentrum zuschwärmten stießen auf keinen Widerstand. Doch sie entdeckten einen Flüchtlingsstrom, der sich auf die Bahnstation zubewegte. Von dort aus versuchten die Bewohner durch die Tunnel zu den beiden anderen Siedlungen zu entkommen.
Leyla rannte dicht hinter Dlekj her zu dem noch immer umkämpften Verwaltungsgebäude. Tägliche körperliche Ertüchtigung im Form von Aufwärmtraining und Gymnastik hatte zu ihrem Alltag gehört, als sie noch hier gelebt hatte, und so konnte sie recht gut Schritt mit ihm halten. Im Inneren suchte sie als erstes den Weg zu dem Kellergewölbe. Dort war zwar noch kein Durchgang zum Durschschlüpfen, das lies das glühende und schmelzende Metall nicht ohne Gefahr sich dabei erhebliche Verbennungen einzufangen, nicht zu, geschaffen, doch zeigte sich bereits eine Öffnung, welche das Hindurchwerfen von Granaten erlaubte. "Passt auf, dass ihr den Hauptrechner nicht zerstört", mahnt sie. "Das würde nicht nur die wertvollen Daten zerstören, sondern auch die Versorgung der Stadt gefährden. Hinter dieser Tür ist ein Vorraum. Der ist unwichtig, aber direkt danach folgt der Saal mit den Servern. Rechts und links sind noch Zugänge zu Lagern. Die Degenerierten können die Tür also von drei Stellen aus, gedeckt durch Türrahmen, und eventuell Kisten und umgestürzte Schränke, unter Beschuß nehmen", beschrieb sie, was Norosan und seine Männer bei ihrem Vordringen erwarten könnte.
"Nichts dergleichen wird passieren. Sie haben bereits den Fehler gemacht, sich mir nicht zu fügen und trotzdem ihre Drohung nicht sofort war zu machen", entgegnete Norosan und gab Dlekj, und damit auch Leyla, ein Handzeichen, dass ihnen unmissverständlich klar machen sollte zurück zu bleiben und sich nicht in Gefahr zu begeben.
Doch wie der Masterjaffa es gesagt hatte - die Degenerierten hätten ihre Drohung sofort in die Tat umsetzen sollen, anstatt dem noch weichen Stahl die Chance zu geben ein größeres Loch zu formen. Nun war das Loch groß genug um gemütlich ein oder zwei Schockgranaten in den Raum dahinter zu werfen. Die Goa'uld-Betäubungswaffen waren extrem effizient. Eine solche Granate, in der Sprache der Goa'uld Tok'Kal genannt, konnte eine ganze Halle säubern, und dabei würde das grelle Licht und der kreischende Ton sogar einen Jaffa oder einen Goa'uld in einem Menschenwirt augenblicklich betäuben. Das Nervensystem hatte sozusagen einen sofortigen Aussetzer, der nichteinmal ein letztes Fingerzucken zuließ. Für eine Geiselnahme oder ähnliche Situationen war die Schockgranate das perfekte Werkzeug, zumindest solange der Gegner keinen Totmannknopf gedrückt in der Hand hielt.
Auf ein kurzes Nicken hin warfen zwei Jaffa jeweils ein Tok'Kal durch das Loch in der Stahltür, welche auf größt mögliche Flächenabdeckung eingestellt waren und noch vor ihrem Aufschlag auf dem Boden aktiviert werden sollten.
Leyla atmete auf Norosans Worte hin erleichtert auf. Die Siedlung, die noch vor kurzem ihre Heimat gewesen war bedeutete ihr nichts mehr. Sie hatte sie bei ihrer Flucht verloren, und das sie überhaupt noch einmal hier her kommen durfte war nur einer Laune Lu'Chats zu verdanken. Nach erfolgter Eroberung würde sie zu ihren letzten verbliebenen Gefährten auf die Oberfläche zurück kehren um in den neu für sie eingerichteten Genlabor ihre Aufgabe in Angriff zu nehmen. Die gespeicherten Daten würden dabei eine große Hilfe sein, und allein das war es was sie hier an diesem Ort interessierte.
Der Geste des Masterjaffas leistete sie widerspruchslos folge. Die Synthtin hatte nicht vor sich in Gefahr zu bringen. Auf sie warteten noch ganz andere Aufgaben. Außerdem waren vor ihr die Experten was Eroberungen betraf. Die würden das schon hinkriegen, dessen war sie sich sicher. Was für Granaten in den Raum hineingeworfen wurden wusste sie nicht. Solange es keine EMP waren oder eine solche Sprengkraft besaßen das Untergeschoss zum Einsturz zu bringen sah sie keine Gefahr für die Computer. Sicherheitshalber hielt sie sich die Ohren zu, öffnete zum Druckausgleich den Mund, und wandte sich mit geschlossenen Augen ab.
Die Jaffa wendeten sich vorsorglich ab, denn als die Schockgranaten in der Luft explodierten - dieser Ausdruck passte nur auf den Lichteffekt, denn tatsächlich wurden die Granaten nicht zerstört und würden nach ihrem Einsatz, sobald sie wieder aufgeladen wären, erneut zur Verfügung stehen - drang das kreischende Geräusch auch an ihr Ohr. Durch das kleine Loch in der Stahltür war es stark genug, um in den Ohren der Krieger zu schmerzen, aber abgeschwächt genug, um auf der anderen Seite des metallenen Hindernisses und der massiven Wände nicht den Effekt zu erreichen, als in dem Raum der Degenerierten. Das Geräusch breitete sich dort aus wie eine Flutwelle und würde mit betäubender Intensität auch alle angrenzenden Räume durchfluten, sofern dorthin größere Öffnungen waren, als das geschmolzene Loch.
Auch die helle Energiewelle der Nicht-Tödlichen-Waffe strahlte teilweise durch das Loch in der Stahltür, und wirkte dabei wie ein massiver, weißer Laserstrahl von rund 40 Zentimetern Durchmesser, der so weit strahlte, bis er auf eine Wand traf und praktisch zwischen den Jaffa die links und rechts der Stahltür standen die Luft zerteilte.
Die Energiewelle des Tok'Kal verfehlte seine Wirkung nicht. Zwar hatten sich die Degenerierten aus dem Raum, in dem diese detonierte, zurück gezogen, um in den angrenzenden Türrahmen auf den Angriff zu warten, doch dort erwischte sie die Wirkung der beiden Granaten. Das kreischende Geräusch übertönte jenes ihrer fallenden Körper, so dass die Jaffa dies nur vermuten konnten.
Leyla war froh, sich die Ohren zugehalten zu haben. Zwar erreichte sie keine Druckwelle, wie sie dies in Berichten von Explosionen gelesen hatte, doch war das Geräusch allein so unangenehm, dass sie froh war sich dagegen abgeschirmt zu haben. Erst als es nachlies wagte sie sich wieder ihrer Umgebung zuzuwenden. "Was war das denn?" fragte sie unvermittelt. Ursprünglich an niemanden bestimmtes gerichtet blickte sie aber dennoch anschließend ihren Leibwächter fragend an. Von ihm erwartete sie am ehesten noch eine Antwort.
Original von MelC
Manon Dlekj nahm die Hände nach dem Einsatz der Granaten von den Ohren und blickte nach dieser Frage zu seiner Schutzbefohlenen, das sie die Schockgranate nicht kannte verwunderte ihn nun doch. Gerade ein unter der Erde lebendes Volk sollte doch Verwendung für solche Waffen finden, um Tunnel und Gebäude seiner Gegner zum Einsturz zu bringen, oder diese Auszuschalten, eben ohne die zu erobernden Gebäude zu schädigen.
[color=teal]"Ich war überzeugt ihr hättet Waffen ähnlich unserer Schockgranate, für den Kampf hier unten scheint sie doch geradezu ideal!" begann Dlekj seine Erklärung;
[color=teal]"Die Granate sendet Licht- und Schallmuster, die zusammen genommen die Sinnesorgane der Opfer in Reichweite so sehr überbelasten, das es das Bewusstsein vorübergehend verliert. Dafür bleiben zu erobernde Gegenstände und Gebäude unversehrt intakt. Es gibt kein Wesen das dem lange kampffähig wiederstehen kann, genau wie beim Zat!" lächelte Dlekj, der in diesen Waffen ein weiteres Zeichen für die Göttlichkeit und Überlegenheit seines Gebieters, mit dem man Leyla beeindrucken konnte.
"Wirklich eine beeindruckende Waffe", kommentierte Leyla das eben gehörte. "So etwas hatten wir nie. Es gab jedoch auch schon Waffen, die nur Menschen töteten und sonst alles heil liesen. Zum einen Giftgas. Es war meistens schwerer als Luft und drang so leicht in Schützengräben oder Bunker ein. Gasmasken konnten einen davor schützen, aber besonders heimtückische Varianten bestanden aus so kleinen Molekülen, das Filter nichts nutzen, und manche drangen sogar über die Haut in den Körper ein und verursachten so einen qualvollen Tod. Daneben gab es auch Biowaffen. Viren und Bakterien, die tödliche Krankheiten verbreiteten. Diese Waffen wurde allerdings geächtet, zum einen wegen ihrer Grausamkeit und zum anderen wegen ihrer Unberechenbarkeit. Giftgas konnte die eigenen Truppen in Gefahr bringen, wenn beispielsweise der Wind drehte. Bei Biowaffen bestand das Problem, dass die durch sie verursachten Seuchen schwer einzudämmen waren. Der einzige Schutz waren Impfstoffe, aber sollten die Krankheitserreger mutieren, was bei deren Vermehrungsrate nicht auszuschließen war, könnten diese wirkungslos werden. Ansonsten wurde, soweit ich gelesen habe, in Bunkerkämpfen häufig Flammenwerfer, oder Handgranaten, die in einen großen Radius eine Vielzahl von tödlichen Splittern zerstreuten, verwendet. Gebäude wurden damit nicht zerstört, aber alles was nicht besonders stabil war ging dabei auch zu Bruch", berichtete sie. "Was für Waffen verwendet ihr sonst noch?", erkundigte sie sich weiter, nun wieder auf ihre bevorstehende Aufgabe konzentriert. "Diese Stäbe scheinen eure Hauptwaffe zu sein. Wie viel Schuß haben die eigentlich? Wie oft kommt es, wenn ihr gegen gleichwertig gerüstete Gegner kämpft, zum Nahkampf? Wenn ich die Feuerkraft euer Waffen betrachte, denke ich, dass das meiste eigentlich durch den Fernkampf entschieden werden müsste", forschte sie weiter.
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Manon Dlekj nickte zustimmend, als Leyla ihn auf die Stäbe ansprach.
[color=teal]"Ja, die Stabwaffe ist unsere Hauptwaffe, sie soll Terror und Verwüstung sähen, den Feind radikal Dezimieren und ihm so Mut und Willen zum Wiederstand jeglicher Art rauben. Ihr Munitionsvorrat ist dank eines kleinen Naquadahzelle im Fußteil quasi unbegrenzt, zudem ist sie sehr zielsicher!" dabei präsentierte Dlekj seine eigene Stabwaffe, indem er sie am ausgestreckten Arm nach vorn hielt.
[color=teal]"Daneben besitzen wir neben der Schockgranate auch Granaten die dazu dienen Hindernis zu sprengen. Anschließend haben wir als Nahkampfwaffe, sollte es dazu kommen meist noch diese ausklappbaren Klingen, je nach Elitejaffa auch richtige Schwerter, Säbel oder ähnliches. Ist es der Wunsch den Gegner zu betäuben nutzen wir das Zat!" jetzt präsentierte Dlekj sein Zat, das er in der Unterarmschienenhalterung trug.
[color=teal]"Es dient meist dazu den Gegner gefangen zu nehmen, den der erste Schuss betäubt nur, während ein zweiter dicht gefolgt tödlich ist. Je nach Körpermasse und Standhaftigkeit des Gegners betäuben auch erst mehrere Schüsse, aber das ist reine Erfahrungssache. Ihre Munitionsvorrat ist ähnlich dem in der Stabwaffe konziüpiert, nur in kompakterer Form!"
Quasi unbegrenzter Munitionsvorrat? Leyla konnte das kaum glauben. Was war das nur für ein Energiespeicher, der diese Waffe speiste? Er musste unvorstellbar leistungsstark sein, wenn man bedachte, wie viel Energie wohl schon für einen einzigen Schuß gebraucht würde. Aber auch wenn sie sich die zugrundeliegende Technologie nicht vorstellen konnte, so hatte sie doch keinen Grund an Dlekjs Worten zu zweifeln.
"Wirklich beeindruckend", gab sie ehrlich zu. "Es wundert mich nur, das bei diesem Waffenarsenal noch weitere Vorkehrungen für den Nahkampf getroffen werden. Auch bei einem Sturmangriff, oder einem Gefecht in beengten räumlichen Bedingungen sollten Stabwaffen und Granaten doch eigentlich jeden Feind getötet haben bevor es dazu kommt. Und selbst wenn, wäre dann ein Zat nicht effektiver als ein Schwert?", äußerte sie anschließend die Frage, die sie beschäftigte. Sicher bei einem Gegner, der es schaffen würde, auf, ein, zwei Meter heran zu kommen, wäre die Stabwaffe zu unhandlich, aber die Zat würde man auch dann noch benutzen können. Wenn sie ebensoschnell schießen konnte wie eine halbautomatische Pistole sollte sie ausreichend sein selbst einen Feind zu besiegen, für den mehrere Treffer notwendig wären um diesen erst zu Fall bringen.
Original von MelC
[color=teal]"Die Stabwaffe selbst kann auch als Schlagwaffe im Nahkampf genutz werden, dennoch ist ihr Einsatz in engen Tunneln der Tok'Ra, verzweigten Bunkeranlagen von Festungen und natürlichen engen Höhlen äußerst begrenzt. Da aber die Wirkung eines Zat nicht annähernd so gewaltig und durchschlagend im Fall von Hindernissen wie Türen ist bedarf es zusätzlicher Waffen. Explosivgranaten für das Räumen von Hindernissen, oder größeren Gegnermengen, oder Schwerter im Nahkampf eben!" erklärte Dlekj während er sich die einzelnen Vorteile seiner Bewaffnung erneut ins Gedächtnis rief, schließlich wäre es wohl für Leylas Überlegungen eines perfekten Kriegers für seinen Gott unermesslich so vermutete er.
[color=teal]"Fast immer treten Jaffa in Gruppen auf, in Reihe oder Haufen, die sich im Kampffeld gegenseitig Unterstützung geben. Gerade in engen Kampfgebieten hat die Zat dann nicht genügend sagen wir Kraft es mit einer solchen Gruppe allein aufzunehmen. Außerdem kann in genannten Kampfgebieten die Stabwaffe aufgrund ihrer Nahkampfform sperrig sein und ein schnelles Wenden, oder verschanzen vor Beschuss verhindern. Braucht man dann noch mehr Durchschlagskraft als das Zat ist Zusatzbewaffnung geradezu Überlebenswichtig!" wusste Dlekj aus eigener Erfahrung.
[color=teal]"Verschiedenste Waffen für verschiedenste Situationen und Kampfgebiete sind ein Grundpfeiler unserer Stärke und Schlagkraft als Jaffa. Bei einer Bodeninvasion durch das Stargate auf einen von feindlichen Todesgleitern und Al'Kesh gehaltenem Luftreum zum Beispiel bekommen die stärksten Krieger unter den Jaffa Stabkanonen, eine durchschlagskräftigere große Version der Stabwaffe, die außer auf Lafetten nur mit beiden Händen hochgehalten werden kann und für die Infanterie ab und an sogar einen Tragriemen hat, um den Koloss besser tragen zu können. Er macht Schluss mit feindlicher Luftüberlegenheit und auf offenem Feld auch mit den stärksten und zahlenmäßig größten Horden feindlicher Krieger. Ihr wird auch euer neuer Krieger nicht wiederstehen können, so mancher Lord hat ganze Elitetruppen schon ausschließlich mit dieser Waffe bewaffnet und dadurch durchschlagenden Erfolg mit seinen kleineren, aber besser ausgebildeten und schnelleren Elite-Truppen erzielt!"
Norosan und seine Jaffa waren in der Zwischenzeit längst zu den Degenerierten vorgedrungen. Der Masterjaffa hatte die Anweisung gegeben, jeden von diesen zu fesseln und Norosan war zufrieden damit, dass er einige der Widerständler lebend gefangen nehmen konnte. Ebenso zufrieden war er mit dem Vorrücken seiner Truppen, die mittlerweile das gesamte Areal mit den wichtigsten Gebäuden der Hauptsiedlung eingenommen hatten. Die Größte von den dreien schien damit unter Kontrolle und Norosan gehte zumindest die Hoffnung, dass die anderen Siedlungen dadurch beinahe schon von selbst fallen würden. Dies wäre jedoch etwas, das er mit Leyla besprechen musste, um zu sehen, inwiefern die anderen Teile dieser unterirdischen Welt unabhängig von dem Kontrollzentrum, der hiesigen Wasser- und Energieversorgung funktionieren konnten. Als er einen Teil seiner Krieger in den Raum gelassen hatte, um die gefesselten Menschen zu bewachen, und zurück zu den restlichen Jaffa seiner Einheit, sowie der Synthetin und Dlekj zurückgekehrt war, hatte er zumindest die letzten Sätze des Elitejaffa aufschnappen können. 'Zumindest philosophiert er nicht wieder offen vor einer Fremden über unseren Gott', dachte sich Norosan.
"Aber man darf auch nicht vergessen", warf der hinzutretende Masterjaffa ein, "dass die Stabkanonen im Nahkampf praktisch nicht einzusetzen sind. Jeder Jaffa der in einer großen Feldschlacht war und sie überlebt hatte, wird sich an den Moment erinnern da sich das eigene Heer und die Feinde ineinander verrennen und vereinigen als seien sie eine einzige, zusammengehörende Masse. In diesem Moment spaltet die Stabwaffe mit einem hieb Schädel, bricht die massivsten Knochen. Die Stabkanone ist nur dann erfolgreich in der Schlacht, wenn die Feinde auf Distanz gehalten werden können."
Leyla hörte Dlekj aufmerksam zu. "Gegen solche Waffen hätte selbst ein Krieger mit übermenschlicher Robusheit keine Chance. Selbst schwer gepanzerte Fahrzeuge könnten ihnen wohl kaum widerstehen", stimmte sie ihm zu. "Das bringt mich zu der Frage zurück, welche Eigenschaften einen Krieger überlegen machen", fuhr sie fort. "Körperkraft wird wichtig sein, um diese Stabkanonen auch bedienen zu können. Ausdauer, um im Kampf nicht so schnell zu ermüden und möglichst lange durchhalten zu können. Geschicklichkeit und Reaktionsschnelligkeit erscheinen mir aber ebenso wichtig. So könnte er schneller und präziser schießen, als jemand, der ihm darin unterlegen ist, und das könnte in einem Feuergefecht den Ausschlag geben", fuhr sie fort. Das waren eine ganze Menge von Eigenschaften, die alle gleichzeitig zu optimieren schwierig werden würde. Worauf sollte sie sich dabei konzentrieren? Körperkraft schien ihr bei dieser Gleichung die am wenigsten wichtigste zu sein. Schließlich reichte die Kraft eines Menschen, wenn wohl auch nur knapp, ja bereits aus, um sie zu tragen. Mehr Muskelmasse bedeutete auch mehr Energieverbrauch, und das wiederrum vertrug sich weniger gut, mit der Forderung nach erhöhter Ausdauer.
Norosans Einwurf unterbrach die Überlegungen der Syntehtin. Nahkampf war, entgegen ihrer Vorstellung, also doch ein wichtiges Element einer Schlacht, zumindest in der Spätphase. Dass schwere Waffen unter diesen Bedingungen nutzlos waren, glaubte sie dem Masterjaffa dabei aufs Wort. Stabwaffen, die seiner Beschreibung nach sowohl als Fern- als auch als Nahkampfwaffe bestens geeignet waren, würden dann an Bedeutung gewinnen. "Hm, ich denke, dass es unter solchen Kampfbedingungen für einen Krieger sehr wichtig sein muss möglichst geschickt und reaktionsschnell zu sein", mutmaßte sie. "Während des Fernkampfgeschehens kann er dann schneller und präziser schießen, und im Nahkampf besser Ausweichen und flinker Angriffs- und Verteidigungsmanöver durchführen, als jemand, der ihn darin unterlegen ist", begründete sie ihre These und war gespannt ob ihr die beiden erfahrenen Kämpfer darin zustimmten oder Gegenargumente parat haben würden.
Norosan schüttelte den Kopf. "Egal wie schnell, stark oder gut bewaffnet. Die wahre Stärke schenkten uns die Götter durch unsere Gesundheit und unser langes Leben. Die Jaffa sind was sie sind, weil wir seit unserer Geburt für den Krieg ausgebildet werden, weil wir Erfahrungen sammeln können, wie es kein Mensch kann. Dieses Wissen und dieses Training lässt sich nicht einfach ersetzen. Egal wie stark oder schnell ein Feind sein mag, ohne eine gleichwertige Ausbildung ist er nichts im Vergleich zu einem Jaffa", antwortete Norosan.
Dennoch wollte er dieses Thema nicht weiter anheizen. Sie waren in einer Schlacht, bei der Eroberung von feindlichen Ländereien, Straßen, Häusern und Fabriken. Es gab einen Ort und eine Zeit für alles, aber Leylas Pflichten Lu'chat gegenüber waren an diesem Ort nicht die, einen perfekten Krieger zu entwerfen, sondern Norosan zu helfen, die Degenerierten zu besiegen und Lu'chats Glorie mitzuerleben.
Daher lenkte der Masterjaffa das Gespräch wieder in die Richtung, die seinen Pflichten entsprach. "Die Kämpfe hier sind fast vollendet, die Siedlung in meiner Hand. Wie abhängig sind die anderen beiden vom Herz dieser Siedlung? Kann ich ihnen die Energiezufuhr kappen, die Luftzufuhr stoppen? Kann ich sie so zur Aufgabe zwingen oder muss ich meine Krieger auch dorthin schicken?", fragte Norosan.
"Natürlich", stimmte Leyla Norosan zu, und bekräftigte diese Aussage mit einem Kopfnicken. "Selbst ein genetisch perfekt designter Krieger wird sein Potential ohne entsprechende Ausbildung niemals entfalten können. Ohne ausreichende Förderung wird selbst die beste Anlage verkümmern. Was auch immer mein Team und ich erschaffen können, wird nur dann eine echte Bereicherung für Lu'chats Armee werden, wenn sie das gleiche Training erhalten, wie es auch die Jaffa durchlaufen haben" fügte sie voller Überzeugung hinzu. Sie selbst wäre trotz all ihrer gentechnisch herangezüchteten Veranlagungen ohne ihre intensiven Schulungsprogramme niemals zu der Wissenschaftlerin geworden, die sie nun war. Das würde bei der geplanten Kriegergeneration nicht anders sein. Von genetisch vererbten Wissen, wie es die Goa'uld Königinnen ihrer Brut verleihen konnten wusste sie nichts. Menschen entwickelten sich aufgrund ihrer Erfahrungen und dem was man sie lehrte. Die genetischen Präpositonen waren nur die Basis, auf die die Erziehrung aufbauen konnte.
"Du wirst deine Krieger auch dorthin schicken müssen", wandte sich die Synthetin dem Themenwechsel des Masterjaffas zu. "Jede Siedlung ist vollständig autark. Diese sind nun gewarnt, da es Telefonleitungen zu ihnen gibt. Ihre Eroberung wird für dich also schwieriger werden. Der direkteste, und einfachste Zugang sind die U-Bahn- und die paralell verlaufenden Wartungstunnel. Genau damit werden sie allerdings rechnen. Sie werden sie mit genug Sprengstoff vermienen, um sie einstürzen zu lassen. Es sind jeweils zwei bis drei Kilometer bis zur nächsten Station. Wenn deine Truppen schnell genug diese Distanz überbrücken können hast du vielleicht eine Chance ihnen zuvor zu kommen. Im U-Bahntunnel ist das sehr riskant, denn sie könnten selbst, wenn sie noch nicht so weit sind, einen Zug gegen euch einsetzen. Der füllt den gesamten Tunnel aus, und selbst wenn eure Stabwaffen ihn stoppen könnten bevor er euch zerquetscht, so würde er dennoch euer Vordringen blockieren. Die Wartungstunnel sind sicherer, doch sie sind leider so schmal, dass ihr sie nur im Gänsemarsch passieren könnt, und auch weniger Sprengstoff benötigt wird, um sie einstürzen zu lassen. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass ihre Enden bereits vermient sein könnten. Ich kenne die geologischen Verhältnisse dort leider nicht. Wenn wir Pech haben, würden eure Granaten zum Sprengen von Hindernissen nur immer weitere Erdrutsche verursachen, die euch nur noch weiter zurück treiben. Wenn der Angriff allerdings gelingt, seid ihr sofort in der Kuppel und damit bei ihren vitalen Versorgungseinrichtungen. Der sicherste Weg wäre allerdings sie anderen Stellen anzugreifen. Zum Aufspüren würdet ihr allerdings Seismometer benötigen. Am besten wäre es wohl, wenn ihr damit die Kuppeln aufspüren könntet und euch mit dem hellen Licht dort rein transportieren könntet" erklärte sie. Aufgrund der mit dieser Transportmethode vrerbundenen Helligkeit hatte sie die Ringe nicht wahrnehmen können, und brachte daher nur das Licht mit ihnen in Verbindung. "Im direkten Kampf seid ihr ihnen haushoch überlegen. Trotzdem sollte euer Vorgehen auf jeden Fall schnell vonstatten gehen. Die Degenerierten sind unberechenbar! Es könnte sein, dass sie vorbereiten euch mit in den Tod zu reißen. Das könnte in einem Fall bedeuten dass sie eine absichtliche Kernschmelze des Kernkraftwerkes vorbereiten, oder im andern Falle die geothermischen Kräfte entfesseln. All das muss nicht zwangsläufig passieren, aber ich will dir die möglichen Gefahren für deine Jaffa nicht verschweigen", schloss sie ihre Einschätzung der Situation.
Norosan grübelte nach Leylas Worten für einen Moment schwer. Dies würde bedeuten, dass er noch mehr Jaffa aus der Garnison hier herunter schicken müsste, nachdem bereits ein Großteil in der Siedlung aktiv war. Womöglich würde er sogar noch Verstärkung aus anderen Städten oder vom Mutterschiff seines Gebieters benötigen. Dies war eine Entscheidung, die ihm nicht zustand, also ging er einige Schritte von der Synthetin und ihrem Leibwächter weg, zog seine kleine Kommunikationskugel hervor und nahm Kontakt zu seinem Herrscher auf.
Einige Minuten später kam er zurück. Er hatte sowohl von seinem Gott neue Befehle erhalten, als auch Anweisungen an seine Offiziere in der Stadt der Degenerierten weitergegeben.
"Lu'chat wünscht die Degenerierten dieser Siedlung für sich und all die Daten die du brauchst will er gesichert wissen", sprach der Masterjaffa an Leyla gerichtet, "doch er will nicht, dass wir uns länger als nötig mit den anderen beiden Siedlungen aufhalten. Er lässt uns Bomben von großer Zerstörung bringen, die wir in die beiden Siedlungen zu schaffen haben, um diese zu vernichten. Nur die Hauptsiedlung soll erhalten bleiben."
An der Stimme des Jaffa war für einen kurzen Moment sein Zwiespalt zu hören. Norosan würde die Befehle seines Gottes ausführen, genau so, wie er sie erhalten hatte. Aber gleichzeitig bedeutete dies hunderte von Menschen zu töten, die der Masterjaffa zuvor noch gehofft hatte retten zu können. Wohl für die Sklaverei, aber ein Sklave zu sein war besser als der Tod, denn in der Nachwelt gab es nur für diejenigen ein zweites Leben, die ihrem Gott würdevoll und mit perfekter Treue gedient hatten. Für all die anderen gab es nur das Leben solange auszukosten wie sie konnten, denn auf sie wartete im Nachleben nur Schmerz, Qual und ewige Krankheit. Norosan machte einen Schritt auf die Synthetin zu, sah ihr eindringlich in die Augen und sprach dann: "Also, hole, was du von hier brauchst. In Kürze werden meine Truppen damit beginnen, die Degenerierten zusammen zu treiben und an die Oberfläche zu schaffen."
"In Ordnung", bestätigte Leyla Norosans Anweisung. Die Ankündigung, die beiden anderen Siedlungen durch schwere Bomben zu vernichten berührten sie nicht, und so zeigten sich auch keinerlei Emotionen auf ihrem Gesicht. Sollen die Degenerierten doch alle sterben. Schließlich hatten diese für Ihresgleichen doch das gleiche Los vorgesehen. Sie hatte mit dem Leben hier abgeschlossen, und so war es ihr einerlei was aus ihrer alten Heimat werdern würde. Sie musste sich eine neue Zukunft aufbauen, und nur darum ging es ihr jetzt. Die Beschaffung der Datenbank würde ihr dies erleichtern, und so machte sie sich auch gleich auf dem Weg.
Ein kleines Problem würde es allerdings noch geben. Die mobilen Datenspeicher, die sie hier verwendeten würden wohl kaum zu dem Computer, der in ihrem zukünftigen Labor zur Verfügung stehen würde, kompatibel sein. So würde sie also etwas anderes benötigen. Um dies zu finden begab sie sich zunächst in einen der Lagerräume. Sie sah sich dort etwas um bevor sie zielstrebig zu einem Regal ging, in dem einige Laptops bereit lagen. Sie wählte sich einen davon aufgrund der aufgekleben Symbole, klappte ihn auf, und schaltete ihn ein, bevor sie mit einigen geübten Tastendrücken die darauf gespeicherten Daten und Programme überprüfte. Schnittstellendiagnostik! Richtig gewählt, und es ist auch noch genug Festplattenspeicher verfügbar, dachte sie für sich zufrieden. Die Dienstprogramme dieses tragbaren Rechners würden es erleichtern einen Adapter zu dem Laborrechner zu finden. Dort würde dann nur noch ein kleines Formatierungsprogramm geschrieben werden müssen, dass die überspielten Daten dort nutzbar machen konnte.
Glücklich über ihre Wahl begab sich Leyla nun in den Hauptrechnerraum, und steuerte dort eines der Terminal an. Sie versuchte sich zuerst mit ihrer alten Kennung einzuloggen, was ihr auch gelang. Klasse! Die Degenerierten haben meinen Account noch nicht gelöscht, das wird es für mich einfacher machen die Daten zu finden, als wenn ich eine Operatorkennung hätte benutzen müssen, dachte sie zufrieden, wobei ihr Gesicht einen thriumphierenden Ausdruck annahm. Ihre Finger flogen förmlich über die Tastatur, während sie sich auf die Suche nach der benötigten Datenbank machte. Innerhalb weniger Minuten hatte sie sie gefunden, und rief sie nun auf, um ihre Vollständigkeit zu überprüfen. In schwindelerregender Folge tauchten auf dem Bildschirm Aufnahmen von Gensequenzen, Texten, degenerierten Körperteilen, CT-Aufnahmen, Autopsieszenen, und frisch entnommenen Organen, die auf Aluminiumschalen abgelegt worden waren, auf. "Noch alles da", murmelte sie zufrieden, ehe sie den Laptop mit dem Terminal verband, um dann die Befehle zum Herunterladen der Datenbank eingab. Während der Downloadvorgang lief wandte sie sich nun freudestrahlend Dlekj zu, den sie bislang kaum beachtet, und wie selbstverständlich angenommen hatte, dass er ihr folgen würde, zu. "Die Mission war ein voller Erfolg. Diese Daten werden unsere Arbeit erleichtern und signifikant dazu beitragen unerwünschte Nebeneffekte zu vermeiden", begann sie. "Was hälst du von einem Krieger, der ein klein wenig kräftiger als ein Mensch ist, über erhöhte Kraftreserven und damit Durchhaltevermögen im Kampf besitzt, und sich deutlich schneller und geschickter bewegen kann. Sein Metabolismus würde dabei mehr, oder zumindest energiereichere Nahrung benötigen, als ein normaler Mensch, allerdings nicht sehr viel mehr, da wir durch Optimierung der Darmflora für eine besser Nährstoffverwertung sorgen könnten. Wenn seine Dienste nicht benötigt werden kann man ihn für einige Wochen bis Monate mittels eines speziellen Enzyms in eine Art Winterschlaf versetzten und ihn durch intravenöse Zuführung eines entsprenden Gegenmittels wieder aufwecken. Er könnte zudem auch sehr lichtempfindliche Augen haben, was ihm ein ungehindertes Sehvermögen bei niedriger Beleuchung ermöglicht. Ein zweites, halbdurchsichtiges Augenlid würd ihn auch bei normalen, bis leicht erhöhten Helligkeitsverhältnissen ungegehindert sehen lassen und seine Augen dabei gleichzeitig gegen physische und chemische Belastungen unempfindlicher machen. Vielleicht liese sich sogar eine Art neuronale Sicherung einbauen, die ihn gegen eure Schockgranaten resistent werden lassen werden könnte", skizzierte sie ihre aus dem kürzlichen Gesprächen gewonnene Zielsetzung. "Glaubst du, dass ein solches Wesen, nachdem es das Ausbildungsprogramm der Jaffa durchlaufen hat, für Lu'chat Armee eine echte Bereicherung wäre? Würdest du einen Schüler mit solchen Anlagen als vielversprechend betrachten?", forschte sie weiter. "Wie sollte er aussehen um unserem Gott zu gefallen? Ich stelle mir dabei etwas längere Beine, für eine größere Schrittweite und damit schnellere Fortbewegung, und ebenfalls leicht verlängerte Arme für eine größere Reichweite im Nahkampf vor. Die Haut könnte etwas dicker, faltig, und von bräunlicher Färbung sein, so dass sie der Erscheinung eurer Lehmmasken nahe kommt. Zudem könnte er markante Merkmale wie kräftige Wangenknochen und Augenbrauenwülste haben. Meinst du, dass das Lu'chat gefallen könnte", fuhr sie fort und blickte ihren Leibwächter dabei fragend an.
Original von MelC
Dlekj war trotzdem er keinen Mucks mehr von sich gab, ohne gefragt zu werden nicht mehr von Leylas Seite gewichen, bis sein Gebieter ihm etwas anderes Instruierte. Er war innerlich froh und erleichtert, als Leyla die Daten hatte, wegen denen sie hergekommen war. Je mehr er für seinen Gebieter als Leylas Leibwächter zum Erfolg dieser Operation beitrug, umso besser war es auch für seine eigene Karriere.
[color=teal]"Deine Überlegungen klingen gut, wenn sich ein solcher Krieger auch genau so umsetzen lässt, währe ihm ein Platz unter den Elitekämpfern von Lu'chat sicher!" fand Dlek, dem die Ideen außergewöhnlich imponierten, wenn es Leyla gelang sie auch so umzusetzen, wäre das großartig.
[color=teal]"Die Lehmmasken mit einer Hautfärbung nachzuahmen, dürfte unserem Gebieter dabei wohl besonders gut gefallen, denke ich mir. Es ist zwar nicht wichtig für den Krieger als solchen, doch wird mein Gebieter daran sicher einige Freude haben. Die längeren Gliedmaßen hören sich ebenfalls vielversprechend an zumal sie dem Krieger einen besseren Überblick über das Schlachtfeld ermöglichen!" war Dlek zuversichtlich und gab ihr ein zustimmendes Kopfnicken, bei dem seine Lehmmaske erneut teilweise in kleinen Stücken abbröckelte.
Leyla strahlte förmlich, als sich Dlekj zu der Skizzierung ihrer Ideen positiv äußerte. So hatte sie also bei ihrer bevorstehenden Entwicklung schon einmal ein Ziel. Die Umsetzung würde noch eine Menge Arbeit erfordern, aber wenn genug Zeit und Mittel zur verfügung stehen würden, dann war sie zuversichtlich das schon irgendwie zu schaffen.
Nachdem die Downloadsequenz abgeschlossen war stöpselte sie den Laptop aus, und meldete sich auch gleich darauf vom Terminal ab. "Nun können wir los" verkündete sie. "Weist du wo das Labor liegt, in dem ich arbeiten soll?", erkundigte sie sich. "Oder weist du wie wir das erfahren können?", fügte sie hinzu, als ihr aufging, dass er das wahrscheinlich genauso wenig wie sie wissen konnte. Schließlich waren sie gemeinsam nach der Audienz bei Lu'chat aufgebrochen, und dieser hatten vom Standort des Labors nicht ein Wort gesagt. Auf jeden Fall müssten sie erst einmal die unterirdische Siedlung hier verlassen. Dazu müssten sie sich wohl erst einmal bei Norosan melden, denn dieser würde am ehesten wissen wo der nächste Teleporterpunkt befinden würde, über den sie am schnellsten auf die Oberfläche gelangen konnten. Dlekj wusste sicher am besten wie da vorzugehen war. Zumindest vermutete die Synthetin dies. Ihre Gedanken beschäftigten sich bereits mit der bevorstehenden Aufgabe und den Mitteln die ihr dafür zur Verfügung stehen würden. So brannte sie geradezu darauf möglichst schnell an ihren neuen Arbeitsplatz zu kommen, und sich mit ihrem Team und dem Diener Lu'chats, der ihnen dabei helfen sollte, zu beraten. Was für Mittel würden ihnen wohl zur Verfügung stehen? Und was für ein nichtmenschlichen Material sollte in das neue Kriegerwesen integriert werden?
Original von MelC
Dlekj hatte bisher genauso wenig Informationen zu dem Labor erhalten, wie Leylas selbst, doch ging er davon aus, das Norosan etwas wusste und sei es nur ob sie sich für das Labor erneut bei seinem Gebieter melden sollten. Das zumindest war für den Jaffa eine logische Schlussfolgerung, jetzt wo die Kämpfe abklangen und Leyla alle benötigten Daten gerettet hatte.
[color=teal]"Ich bin Zuversichtlich, das Master Norosan uns genauer sagen kann, ob wir zurückkehren sollen zu weiteren Besprechungen auch eurer skizzierten Kriegerpläne, oder aber ob er uns direkt zum Labor weisen wir!" meinte Dlek und ging mit Leyla auf den Masterjaffa zu um ihn nach neuen Instruktionen zu befragen.
[color=teal]"Master Norosan, meine Schutzbefohlene hat laut eigener Aussage alle Informationen, die sie für die Pläne unseres Gebieters benötigt. Habt ihr Order das wir uns direkt in einen bestimmten Laborkomplex zum Ziele der Forschungen begeben, oder aber sollen wir zuerst zu Lu'chat zurückkehren, um mit ihm die Pläne meiner Schutzbefohlenen genauer zu besprächen?" fragte Dlek den Masterjaffa, während er sich dabei respektvoll kurz mit dem Oberkörper verbeugte.
Leyla nickte zustimmend zu Dlekj Einschätzung. Da er es nicht wusste, war sie genauso wie er, davon überzeugt, dass am ehesten Norosan ihnen mitteilen konnte was ihr nächster Schritt sein sollte. Die Daten waren gesichert, und sie hatte sich ein Bild von der Anforderung welche die Jaffa an ihre Rekruten stellten, sowie etwas über deren Art zu Kämpfen erfahren. Das erschienen ihr die Gründe zu sein, warum Lu'Chat sie hier her geschickt hatte. Es gab nun ihrer Meinung nichts mehr was sie hier noch halten sollte. Nun galt es die ihr gestellte Aufgabe zu erledigen.
Die Worte, mit welchen der Elitejaffa die Situation darstellte, empfand die Synthetin als gelungen, und sie hatte ihnen nichts mehr hinzu zu fügen. Er brachte sogar einen Aspekt ein, den sie gar nicht bedacht hatte, nämlich den, erst einmal zu den finsteren Herrscher zurück zu kehren. Eine unnötige Verzögerung in ihren Augen. Aber, wenn das so gedacht wäre, wohl weniger ein Zeichen der Ineffizienz sondern eher eine Unteschätzung ihres Arbeitseifers. Möglicherweise konnte sich Lu'Chat, dessen Herrschaftssystem offenbar nur auf Furcht und Einschüchterung beruhte nicht vorstellen, das es jemanden wie sie gab, die ihre Arbeit um ihrer selbst willen liebten. Wie auch immer, Norosans Antwort würde zeigen, wie es weiter gehen würde.
Norosan schüttelte leicht den Kopf. "Nein, wir werden noch etwas hier bleiben", entgegnete er. Es würde sicher ein paar Tage dauern, bis irgendwo in der großen Kaserne der Stadt an der Oberfläche etwas für die Syntheten eingerichtet wäre. Zudem wollte der Masterjaffa sicher stellen, dass Leyla keinen Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Wünsche Lu'chats hätte, und der Folgen eines Versagens. Zwar hatte der Gott seine Position durch Folter und Drohung bereits deutlich gemacht, nicht zuletzt auch durch den Angriff seiner Krieger auf die Siedlung der Degenerierten, aber es war in den Augen der Goa'uld niemals ausreichend Terror in den Herzen der Menschen, die ihnen folgten.
Norosan rief einen Jaffa zu sich und befahl ihm vor Leyla und Dlekj die Gefangenen aus diesem Gebäude auf einen großen Platz zu schaffen und die Truppen in der Stadt soviele Menschen dorthin bringen zu lassen, wie sie auf die Schnelle zusammen treiben konnten. Die Widerständler hatten ihre Chance erhalten, doch sie hatten auf ihn und seine Kämpfer gefeuert und die Chance ausgeschlagen. Nun würde der Masterjaffa mit ihnen ein Exempel statuieren. Und mit Leyla.
Während Norosans Kontingent die gefesselten Degenerierten an der Synthetin und dem Elitejaffa vorbei ins Freie führten, sofern man diese Höhle das Freie nennen konnte, winkte der Masterjaffa den Ehrengast mit sich und folgte nur langsam.
"Was glaubten du und dein Volk bisher vom Tod zu wissen?", fragte Norosan die Synthetin.
Noch etwas hier bleiben? Das war ganz und gar nicht in Leylas Sinn, und auch nicht der ihr gestellten Aufgabe förderlich. Sie wollte widersprechen, aber das hätte wohl nichts gebracht. So zeigte sich ihr Missmut nur in ihrer Körperhaltung und Gesichtsaudruck. Sie hielt es für klüger nichts zu sagen, um später eine eventuelle Zeiverzögerung ihres Auftrages unter anderem dieser Eindämmung ihres Schaffensdrangs als Ursache zuzuschreiben. Wirlich etwas bringen würde diese Argumentation wahrscheinlich nichts, doch für den Moment verschaffte ihr dieser Gedanke ein wenig Beruhigung.
Zumindest half es ihr Norosans Frage nach dem was sie, und Ihresgleichen von dem Tod zu wissen glaubten ernster zu nehmen. Ihr erster Impuls war zu antworten, dass der Tod das Ende des Daseins war, und dass danach nichts mehr käme. Alles andere wäre nur eine Illusion. Doch das war sicher nicht das, worauf der Maserjaffa hinaus wollte, und so überlegte sie sich ihre Antwort gut. Offensichtlich glaubten er, und all die Jaffa, dass dieser morbide Wahnsinnige namens Lu'chat wirklich ein Gott war. Fanatische Gläubige waren häufig davon überzeugt, dass ihnen ein glorreiches Dasein im Jenseits erwartete, während ihre Feinde dieses wohl in ewiger Verdammnis verbringen würden. Doch genau das zu sagen erschien ihr ein wenig unglaubwürdig.
"Nun", begann sie schließlich gedehnt. "bislang sind wir davon ausgegangen, dass der Tod, das Ende des Daseins bedeutet. Danach folgt nur noch die endlose Leere und das Vergessen. Das glauben wahrscheinlich auch die Degenerierten. Ihr könnt sie bei ihrem Sterben leiden lassen wie ihr wollt, danach erlangen sie ihrer Vorstellung nach die Erlösung durch das Nichts", fuhr sie fort. "Durch meine persönliche Begegnung mit Lu'chat bin ich mir dessen jedoch nicht mehr sicher. Möglicherweise erwarten sie danach noch weitere Qualen, die sie sich nicht ausmahlen können", ergänzte sie anschließend. Letzteres war nur eine Phrase, von der sie glaubte, dass Norosan sie hören wollte, doch ihre nachdenkliche Mine machte es schwer ihre wahren Gedanken zu erraten. Sie konnte sich vorstellen was nun folgen würde. Wahrscheinlich eine äußerst bestialische Form der Hinrichtung der Gefangenen. Möglicherweise war es das, was ihr Lu'chat als 'Geschenk' angepriesen hatte. Doch was aus den Degenerierten wurde, war ihr im Grunde egal. Sie waren für sie schon seit jeher minderwertige Geschöpfe gewesen. Natürlich empfand sie deren grausame Taten während ihres Aufstandes als furchtbar, und sie hegte durchaus Rachegefühle gegen sie. Aber Emotionen waren etwas, was ihrer Erziehung nach als Zeichen des Makels galt, was ein perfekter Mensch, also ihr Ideal, hinter sich lassen sollte, und so gestand sie sich diese nicht ein. Sie hoffte nur, dass diese Prozedur mögichst rasch vonstatten gehen würde, so dass sie sich danach ihrer Forschungsaufgabe würde widmen können. Natürlich würde der Aufbau des Labors, und die notwendige Einweisung dafür einige Zeit in Anspruch nehmen. Doch war es ihr lieber von Anfang an dabei zu sein, anstatt dieser Demonstration des Barbarentums dieser Krieger beizuwohnen. Eine Alternativ gab es aber wohl nicht, und so blieb ihr nichts anderes übrig, als dieses, in ihren Augen lästiges Schauspiel über sich ergehen zu lassen.
"Qualen werden die Lebenden zu erstragen haben, die sich Lu'chats Lehren zu entziehen versuchen", antwortete der Kommandeur der Garnison von Ulxelx, "unser Gott belohnt den Mut von Kriegern, womöglich wird er sogar die Degenerierten, die gegen uns kämpften in der Nachwelt nur mit geringen Leiden belegen, während ihre lebenden Familienmitglieder für Jahrzehnte und ihre Kinder über Generationen hinweg als Sklaven leiden werden, bevor sie noch schlimmeres im Reich der Toten erwarten wird."
Für ein paar Minuten gingen sie weiter, ohne dass der erfahrene Jaffa ein Wort sprach. Sie folgten der langen Linie von Gefangenen, die von Jaffa flankiert waren. Manche der Degenerierten waren noch leicht benommen oder gar vorübergehend Geblendet durch die Schockgranaten, doch die Sklavenkrieger Lu'chats lenkten die Menschen regelmäßig durch unsanfte Stöße ihrer Stabwaffen in die Richtige Richtung.
Der Platz den der von Norosan instruierte Jaffa auswählte war eine große Kreuzung zwischen den größten und wichtigsten Gebäuden der Siedlung. Dort wurden die Gefangenen in einer Reihe nebeneinander aufgestellt und langsam trieben die Krieger Norosans aus allen möglichen Ecken der Siedlung Zuschauer zu dem Platz. Es dauerte rund eine halbe Stunde, bis daraus ein Publikum von 300 Menschen und 200 Jaffa erwuchs.
"Lu'chat, euer Gott, fordert eure Treue und eure Dienste", erhob Norosan seine Stimme über die Menge, "und er duldet nichts als Ergebenheit und Gehorsam."
Während er dies langsam und deutlich sagte, war er vor der Reihe von gefangenen Widerständlern entlang gegangen, die Stabwaffe fest in seinem Griff, doch danach schritt er auf Leyla zu. Er sah der Synthetin tief in die Augen, seine Mine blieb wie versteinert, und streckte den Arm aus, der die Waffe hielt. "Nimm! Es ist dein Geschenk Lu'chats... du sollst persönlich zwei der Degenerierten niederstrecken", sagte Norosan, und eine gewisse Genugtuung war in seiner Stimme zu hören. Er zweifelte nach den Geschichten der Syntheten über die Degenerierten nicht daran, dass Leyla mehr als nur eine Rechnung mit diesen Menschen offen hatte. Aber er war sich auch sicher, dass es das erste Mal sein würde, dass die Frau einen anderen Menschen persönlich töten würde - wahrscheinlich etwas, womit sie bei dieser gesamten, schnellen und brachialen Expedition nicht gerechnet hatte.
Das die Ungläubigen nach ihrem Tode zu leiden hatten war kein neues religiöses Konzept, und wenn man die Gestaltung von Lu'chats Thronraum bedachte wäre es eine große Überraschung gewesen hätte Norosan als treuer Anhänger eben dies nicht geglaubt. Ein wenig verwunderlich fand Leyla jedoch die Vorstellung, das eben jene, die sich mit Gewalt gegen ihre Unterwerfung, und damit eben nicht den eingeforderten unbedingten Gehorsam zeigten, gewehrt hatten, im Jenseits besser gestellt werden sollten, als jene die sich widerstandslos fügten. Aber das gehörte wohl zu den verqueren und unlogischen Teil, der dieser Religion anhaftete. Möglicherweise war dies aber auch der Aspekt der speziellen Lehre, die für die Krieger gedacht war. Sklaven, die nur für niedere Aufgaben bestimmt waren, würde man wahrscheinlich eine andere Version einbleuen.
Die zusammen getriebenen Degenerierten tuschelten leise und verstohlen untereinander als sie die Synthetin, die offen inmitten ihrer Feinde stand, erkannten. Die Gefangenen blickten sie trotzig und hasserfüllt an. Es stand für sie fest, dass sie ihr allein diese Situation zu verdanken hatten. Genauso war ihnen klar, das sie diesen Tag nicht überleben würden. Einige von ihnen erfüllte diese Aussicht mit sichtlicher Verzweiflung, aber die meisten versuchten den Tod so würdevoll wie möglich entgegen zu treten.
Leyla bemühte sich sie so gut es ging zu ignorieren, und trug eine emotionslose Mine zur Schau, auch wenn sie innerlich ein kaum zu unterdrückendes Thriumpfgefühl empfand, dass jene, die sich an ihrer Art so vergangen hatten nun selbst zu Opfern geworden waren. Norosans Blick begegnete sie zunächst ausdruckslos, doch als er von dem Geschenk sprach zeigte sie deutliche Überraschung in ihrem Gesicht. Sie selbst sollte zwei erschießen? Ein wenig zögerlich nahm sie die Waffe entgegen. Sie war weniger schwer als sie befürchtet hatte, und, wie sie schnell feststellte, gut ausbalanciert, so dass man sie auch ohne große Kraft und Übung leicht manövrieren konnte. Wie schießt man eigentlich damit?, fragte sie sich. Ihr erster Impuls war Dlekj zu bitten sie in die Handhabung einzuweisen, doch sie widerstand ihm. Dieses Eingeständnis der Unwissenheit wollte sie hier nicht zeigen. Stattdessen rief sie sich ins Gedächtnis, was die Jaffa getan hatte, als sie ihre Waffen bei ihren Angriff abgefeuert hatten. Ihr Hand wanderte zu der Stelle, die auch sie bei dabei berührt hatten, und tastete dort ein wenig herum. Die Spitze klappte ein Stückchen weit auf, und das bedrohliche Zischen der kleinen Blitze, welche die Feuerbereitschaft verkünden ertönte.
"Hexe!" zischte sie einer der nahestehenden Gefangenen an. Ein wenig erschreckt von der unerwarten Äußerung lies die Syntethin, die ihre ganze Konzentration auf die Entschlüsselung der Funktionsweise verwendet hatte, die Waffe herumwirbeln, und schoß den Degenerierten aus nächster Nähe direkt in das Gesicht. Unfähig noch irgendeinen Laut von sich zu geben, sackte er in sich zusammen, wie eine Marionette, der man alle Fäden gleichzeitig gekpappt hatte.
Norosan hatte recht mit seiner Annahme, dass dies der erste Mensch war, den sie persönlich getötet hatte. Im ersten Moment war sie darüber einfach nur erschreckt, doch beinahe sofort wurde diese Emotion von etwas anderem überdeckt. Rache zu vollstrecken war ein herrliches Gefühl, musste sie sich eingestehen. Auch wenn sie sich dessen etwas schämte, so tat dies dem Hochgenuss des Augenblicks keinen Abbruch. Besondere Genugtuung bereitete ihr dabei die Reaktion der anderen Gefangenen. Diese hatten nicht erwartet dass die Synthetin in der Lage sein würde tatsächlich einen von ihnen zu töten. Sie hatten ihre Art für dekadent und verweichlicht gehalten, unfähig etwas anderes zu tun als in ihren Laboren herumzuwerklen und anderen Befehle zu erteilen. Zu erleben, dass dem nicht so war erfüllte sie mit offensichtlicher Furcht.
Für die Auswahl ihres zweiten Opfers nahm sich Leyla mehr Zeit. Der erste Mord war unüberlegt und aus dem Effekt heraus geschehen. Den zweiten wog sie sehr viel sorgältiger ab. Auch mit der Annahme, dass sie mehr als nur eine Rechnung mit den hier zusammen getriebenen offen hatte, hatte Norosan völlig recht. Gemächlich, beinahe würdevoll schritt Leyla mit einem bösartigen Lächlen auf den Lippen die Reihe der Gefangenen ab, und ergötzte sich an dem rauschhaften Gefühl der Macht Herrin über Leben und Tot zu sein und ihre ehemaligen Peiniger damit so in Furcht zu versetzen. Als sie schließlich ihr Opfer gewählt hatte, lies sie die Sabwaffe in einer flüssigen Bewegung herumwirblen, und schoß ihm aus kurzer Distanz in schneller Folge in Unterleib, Bauch und Brust. Anschließend reichte sie dem Masterjaffa seine Waffe zurück. "Ich danke dir, und vor allem dem allmächtigen Lu'chat für dieses große Geschenk", verkündete sie dabei feierlich, wobei sie ihre Worte mit einer leichten Verbeugung unterstrich.
Original von MelC
Dlekj war erst verwundert, das Norosan ihn und Leyla noch weiter vor Ort behalten wollte, doch dann verstand er seine Intention. Leyla etwas mehr über das Glaubensverständnis Lu'chats beizubringen könnte ihrer späteren Arbeit sicher positive Impulse geben. Zudem sah Dlekj mit Zufriedenheit, wie Leyla bei der Aufgabe vollkommen aufging. Er hatte Gerüchte gehört, das Götter wie Lep'Tis welche sich stärker als andere Goa'ld eigenen Neuerungen verschrieben hatten ihre Fähigkeiten immer selbst testeten, ihren Anhängern somit Beispielhaft voran gingen. Das wiederum war etwas, das nach Dlekjs Auffassung viel zu viele Magier und Wissenschaftler, denen er bisher begegnet war ihren Untergebenen anvertrauten. Doch jene die ihre Forschungen selbst betrieben und wie Leyla soeben erfuhren und begriffen hatte, was die Wesen, die sie schaffen sollte, einmal zu verrichten hätten, waren ihren Konkurrenten in den eigenen Reihen oder den Reihen anderer Götter stets überlegen. Norosan hatte damit also einen gewichtigen Teil an Leylas späterem Erfolg, vielleicht sogar noch gewichtiger al Dlekj mit seinen Erklärungen zu Lu'chats gewünschten Krieger.
Der Masterjaffa hatte sich leicht auf seine die Stabwaffe, die gerade erst abgefeuert worden war, gestützt, als er zu Leyla sagte: "Das Töten wird mit der Zeit einfacher. Aber es ist immer leicht, etwas zu zerstören das man hasst und umso schwerer jemanden zu töten, von dessen Volk man bis vor wenigen Tagen noch nicht einmal gehört hat."
Mit diesen Worten auf den Lippen erhob Norosan seine Stimme und rief laut die Worte: "Mol kek! (Tötet sie alle!)"
Daraufhin richteten die Jaffa seines Kontingents, mehr als achzig Jaffa, ihre Waffen auf das gute dutzend Gefangener, während die anderen 120 Krieger ihre Waffen auf die Menge richteten. Bei dem folgenden Schauspiel sollte keiner der Degenerierten Zuschauer auf die Idee kommen, dass es irgendeine Möglichkeit geben sollte die Hinrichtung zu stoppen. Keinen Augenblick später aktivierte das Erschießungskommando seine Stabwaffen und feuerte genug Salven auf das wehrlose Dutzend, um ihre Leichen so zu entstellen, dass von jedem offenen Begräbnis abzuraten wäre, sofern dies zur Kultur der Degenerierten gehörte. Zu einem Aufstand kam es nicht. Eine Hand voll der Zuschauer machte zwar einen verdächtigen Schritt nach vorn, doch die schnelle Reaktion ihrer Wächter, die blitzartig das Ende ihrer Stabwaffen vorschnellen ließen und mit rippenzersplitternder Wucht die Menschen trafen, ließ den Rest davon absehen, selbst verdächtige Bewegungen zu machen.
Norosan trug zwei seiner Offiziere auf, die Menschen zurück in ihre Häuser zu schicken. Für einen Tag sollten sie noch in dieser Siedlung sein können, um ihren Familien von dem gerade erlebten Schauspiel berichten zu können. Am nächsten Tag würden die Jaffa jeden Degenerierten dieser Siedlung zusammentreiben und an die Oberfläche bringen, und die anderen beiden Orte mit Massenvernichtungswaffen zerstören. Nach dem er seine Befehle erteilt hatte, machte sich der Masterjaffa zum Aufbruch bereit.
"Jetzt können wir in die Garnison zurückkehren", sagte Norosan zu Leyla, "oder ist dir noch etwas eingefallen, weswegen wir länger hier bleiben müssen?"
Leyla nickte zustimmend zu Norosans Worten. Er hatte völlig recht. Hätte ihr erstes Opfer sie durch seine Beschimpfung nicht aufgeschreckt, und sie so dazu gebracht ihn zu erschießen wäre ihr diese Angelegenheit viellicht schwerer gefallen. Hätte sie zudem nicht solchen Hass gegen diese Kreaturen empfunden, so hätte sie diese Morde möglicherweise überhaupt nicht über sich bringen können. Zumindest hätte sie hinterher Schuldegefühle gehabt. Diese hatte sie nun aber ganz und gar nicht. Die Degenerierten hatten ihren Tod mehr als verdient. Sie musste sich sogar eingestehen, dass sie ein wenig enttäuscht darüber war, dass die Jaffa das Ende der Übrigen nicht ein wenig grausamer gestalteten als sie einfach nur zusammen zu schießen.
"Von meiner Perspektive aus gibt es nichts mehr, dass mich hier noch hält", antwortete die Synthetin auf die Frage des Masterjaffas nach dem Aufbruch. So berauschend ihre Emotionen während ihrer beiden Morde auch gewesen waren, so unangenehm war der Nachgeschmack den sie, nun da sie vorbei waren, bei ihr hinterließen. Eigentlich hätte sie so etwas nicht spüren dürfen. Ihrem eigenen Ideal nach, müsste sie immer kühl und sachlich bleiben. Das sie sich dennoch zu solchen Gefühlen hatte hinreißen lassen sah sie für sich selbst als Makel, als Zeichen dafür, dass ihr Geist doch nicht so rein und domminant war wie sie es sich immer eingebildet hatte. So war sie ganz froh darüber, diesen Ort zu verlassen. Ihren Gefährten würde sie von diesem Ereignis jedenfalls nichts berichten, nahm sie sich vor.
Norosan, Leylas Wächter, die Synthetin und drei weitere Jaffa machten sich auf den Rückweg zur Tunnelbohrung. Bald würde ein Ringtransporter in der Mitte der Siedlung errichtet werden. Dieser Ort hatte Potenzial, dachte der Masterjaffa, vor allem die Art hier spezielle Nahrungsmittel anzubauen, ohne weitere Flächen an der Oberfläche in Ackerland umwandeln zu müssen. Es erinnerte Norosan daran, was er von der Art der Lebensmittelgewinnung in der größten Stadt der Galaxis gehört hatte. Selbst war er noch nie in Memphis auf dem Planeten Del'Mak gewesen, aber es hieß der Stadtplanet könnte ohne Lieferungen von außen Überleben, allein mit Lebensmitteln die in seinem Inneren, unter der Erde angebaut oder gezüchtet wurden. Womöglich könnte die Technologie dieser Degenerierten einen Aufschwung für Lu'chats Nahrungsproduktion bedeuten. Im Moment würde Norosan die Pioniere aber erst instruieren müssen, im Zentrum des Höhlenorts eine Teleporterplattform zu errichten.
Ohne Zwischenfälle erreichte die Gruppe nach ihrem Fußmarsch den Eingang des Bohrtunnels und teleportierte sich zuerst an die Plattform an der Oberfläche. Dort schickte er die drei Jaffa mit weiteren Anweisungen zur Garnison zurück. Sie sollten mit Jaffa und einigen Sklaven der Stadtbevölkerung außerhalb der Stadt ein Lager errichten, in dem man die Degenerierten zusammenpferchen könnte. Zudem sollten sie gut 150 Sklaven auswählen, welche der erste Teil einer weit größeren Gruppe wären, welche die Degenerierten in ihrer Siedlung ersetzen würden.
Norosan, der Elitejaffa und Leyla sprangen derweil mit dem Transporter in das Ha'Tak, das sich immer noch im Orbit befand. Als man Leyla wieder in das düstere Pel'Tak geführt hatte, saß der Gott der Verwesung dort entspannt auf seinem Thron und trank aus einem goldenen Kelch. Bei dem Dämmerlicht auf der Brücke war nicht auszumachen, um was für ein Getränk es sich dabei handelte.
"Dein Labor wird in einem Tag eingerichtet sein", sagte Lu'chat, der die Synthetin nichteinmal ansah, als Norosan sie vor ihm auf die Knie drückte, "ich hoffe die Hinrichtungen haben dich erfreut!"
Es ging also nicht gleich in das neue Labor, sondern erst einmal auf die Kommandobrücke des düsteren Herrschers mit den morbiden Geschmack. Leyla war zunächst unsicher welche Haltung sie ihm gegenüber einzunehmen hatte, aber Norosan zeigte ihr recht deutlich wie diese auszusehen hatte, und so nahm sie diese auch widerstandslos ein.
"Oh, ja, das haben sie", antwortete sie wahrheitsgemäß. "Darüber hinaus hat mir dieser Ausflug wichtige Erkenntnisse über die Anforderungen, welche an eure Krieger gestellt werden vermittelt", fuhr sie for. Vor allem Manon Dlekj, hat mir entscheidend dabei geholfen die wichtigsten Primärattribute zu finden", lobte sie ihren Leibwächter. "Ich sehe nun sehr viel klarer wie ein Wesen aussehen muss das in der Lage ist sich in die gegebene Struktur der Jaffa einzufügen, und dabei für eine deutliche Steigerung der Kampfkraft eurer Truppe sorgen kann. Mit diesen Informationen, und dem bei den Einsatz gesicherten Daten, bin ich zuversichtlich eine Kriegergeneration zu schaffen, die, sobald sie das Ausbildungsprogramm eurer Jaffa durchlaufen hat, euren Ruhm auf den Schlachtfeld signifikant steigern kann", schloss sie ihre Rede. Zusätzlich zu der demütigen, von dem Masterjaffa aufgezwungenen Haltung hatte sie dabei ihren Kopf zu Boden gesenkt. Erst als sie geendet hatte wagte sie einen vorsichtigen Blick nach oben um die Reaktionen ihres Gebieters abschätzen zu können.
Nach ihren letzten Worten blickte Lu'chat die Frau endlich an. Seine Mimik war undeutlich, das Gesicht und seine Züge durch das schummrige Licht schwer zu lesen, aber zumindest klang die Stimme des Goa'uldsymbionten nicht aggressiv, zumindest nicht mehr als gewöhnlich.
"Erheb dich", befahl und erlaubte der Lord Leyla gleichermaßen. Zumindest hatte ihm die Aussicht auf dieses genetische Projekt gefallen. Vielleicht könnte er damit bereits in einem Jahr einen Nachbarn überrennen. Nachbar war nicht der richtige Ausdruck, schließlich lagen zwischen Lu'chats Heimatwelt, oder gar dem Planeten Narxos, und den zwei bewohnbaren Welten seines benachbarten Goa'uld tausende von Sonnensysteme. Dennoch, es war der nächste der umliegenden Lords an seinem Territorium und er hatte bereits einmal drei Mutterschiffe auf den Weg nach Orcul geschickt, um die Heimatwelt des Totengottes einzunehmen. Das war 100 Jahre her und der Konkurrent hatte die Schiffe auf halben Weg wieder zurückbeordert, weil sein Systemlord und Lu'chats damalige Herrin Bastet einen kurzzeitigen Frieden eingegangen waren.
Dennoch: Wer mit einem genetischen Gedächtnis geboren wurde und unter normalen Umständen nicht in der Lage war zu vergessen, der vergaß auch einen 100 Jahre alten Zwist nicht so einfach. Ganz davon abgesehen, dass die Heimatwelt dieses Konkurrenten, der sich Ra'tak nannte, durchaus ansehnliche Ressourcen bot. Nachdem er vor ein paar Jahren noch Seker gedient hatte, war Ra'tak nun unter dem Banner von Phinix aktiv - wievielen Systemlords er zwischendurch die Treue geschworen hatte, wusste Lu'chat nicht zuverlässig und hatte auch nie versucht es herausfinden zu lassen.
"Ich werde meinen Foltermeister Frenthe anweisen, dich und deine Gehilfen gut zu überwachen und euch gegebenenfalls mit manchen Technologien zu helfen. Er ist recht geschickt in diesen Dingen", sagte Lu'chat. Die Syntheten würden die Goa'uld Nanotechnologie benötigen, um Zellkulturen möglichst schnell heranreifen zu lassen. Der Unterweltsgott der Degeneration hatte jedoch nicht vor, ihnen die direkte Steuerung über diese oder andere, empfindliche und durchaus auch sehr potente Technologien zu heben. Frenthe war mit Sicherheit kein Forscher, aber Lu'chat zweifelte nicht daran, dass sein Diener ausreichend durch seine Abstammung wüsste, um dieses Projekt dank seines Wissens zum Erfolg führen zu können. Dass sein Foltermeister und Lieutenant in Wahrheit ein Spion der Tok'ra war, ahnte der falsche Gott nicht im Geringsten.
Ein Foltermeister als Überwacher? Und dann ausgerechnet noch diesen Frenthe. Na wunderbar! Das sind ja tolle Aussichten, dachte Leyla verdrießlich, lies sich aber nichts anmerken. Widerworte würden nichts bringen, sondern die Situation eher noch viel schlimmer machen. So blieb ihr nichts anderes übrig als gute Mine zum bösen Spiel zu machen. Dem Lieutenant war sie noch nicht begegnet, aber was sie von Immanuel von ihm gehört hatte, reichte aus, um ihn mehr als unsympatisch zu finden. Sie rechnete mit einigen Reibereien während der zukünftigen Zusammenarbeit.
"Ich würde gerne mich so bald als möglich mit meinen Gefährten treffen um ihnen meine Erkenntnisse mitzuteilen, und unsere Vorgehensweise zu besprechen", bat sie den finsteren Herrscher. "Je eher wir anfangen, je eher können wir auch Resultate vorweisen", fügte sie als Begründung noch hinzu. Zum einen um ihren Arbeitseifer zu demostrieren, und zum anderen auch um jeden Verdacht, dass ihr eben geäußertes Anliegen unangemessen sein könnte, zu zerstreuen. Sie hoffte, dass sie bei dem Treffen auch endlich erfahren würde, welche andere, nichtmenschliche Genmaterial sie verwenden sollte, und welche Mittel ihnen für ihre Arbeit zur Verfügung stehen würden.
Für den Goa'uld klang die Bitte der Synthetin drängend und fordernd, und seinem Ego war das alles andere als zuträglich. Die Augen des Lords leuchteten für einen Moment gelb auf, und sein Tonfall wurde aggressiv und sarkastisch.
"Dein Arbeitswille ist bemerkenswert", sagte Lu'chat, "Norosan wird dich zurück zu deinen Begleitern bringen."
Der Goa'uld blickte zu Norosan, welcher immer noch hinter der Frau stand, und gab ihm auf Goa'uld Befehle. Diese beinhalteten, dass die Syntheten in ihrer Zelle verblieben, bis das neue Labor auf dem Gelände der Garnison eingerichtet wäre. Ebenso sollte den Menschen bis dahin jede Nahrung vorenthalten und nur geringe Mengen an Wasser bereitgestellt werden.
Nach diesen Anweisungen führte Norosan die Synthetin zurück zum nächsten Ringtransporter in Lu'chats Mutterschiff, um damit waren sie einen Moment später zurück auf dem Planeten. Diesmal hatten sie eine von drei Jaffa bewachte Plattform inmitten der Garnison angewählt. So war Leyla schnell zurück in der Zelle mit den anderen Menschen, und alles was eine Wache ihnen vorbei brachte, nachdem einige Minuten zuvor die Tür schwer ins Schloss gefallen war, war ein Tonkelch mit rund zwei Litern Wasser darin, den sich die Gefangenen zu teilen hatten. Nach wie vor waren sie in den selben, kleinen Räumlichkeiten, ohne sanitäre Einrichtungen und ohne Fenster oder andere Öffnungen, durch die frische Luft hereingekommen wäre. Lu'chat hatte vor den Gefangenen deutlich zu machen, dass Belohnungen und ein besseres Umfeld nur durch erfolgreiche Arbeit zu erlangen war, und gleichzeitig der Lebensstandart zu leiden hatte, wenn dies nicht geschehen würde. Sein Diener Frenthe war während dieser Zeit bereits dabei, das Labor einzurichten und nötige Geräte zu kalibrieren. Und er war im Geheimen bereits dabei zu planen, was er gegen die Fertigstellung von Lu'chats Hok'tar-Wünschen oder dem Ziel eines Überkriegers unternehmen konnte, ohne seine Tarnung zu gefährden.
"Es ist mir eine Ehre dem wahren Gott zu dienen", erwiederte Leyla ergeben mit einer tiefen Verbeugung. Was den Stimmungswechsel des finsteren Herrschers verusacht hatte konnte sie nur ahnen. Vielleicht hätte sie etwas bestimmtes sagen sollen, nachdem er von der Überwachung des Foltermeisters gesprochen hatte. Doch was er von ihr erwartet hatte konnte sie sich nicht vorstellen, und ihr wäre auf diese Ankündigung hin auch auf die Schnelle auch nichts Positives eingefallen. Auf jeden Fall war sie froh diesen abscheulichen Thronsaal mit seinem ekelhaften Verwesungsgeruches verlassen zu können.
Ihre Gefährten, noch immer und nun auch sich selbst wieder in alten Zelle anzutreffen enttäuschte sie sehr. Was sollte das? Sollten sie etwa so gut arbeiten können? Immerhin waren sie nun wieder zusammen und konnten ihre jüngsten Erfahrungen austauschen. Außer den Foltererlebnissen hatten die übrigen Syntheten nichts zu berichten, was sie reichlich unverständlich fand, zumal der Möchtegerngott angekündigt hatte, das sie mit seinem Diener zusammen beginnen sollten das Labor einzurichten, während sie der Eroberung der unterirdischen Siedlung beiwohnte. Warum hatte er sich anders entschieden?
Wenigstens hob die Aussicht wieder forschen zu dürfen die allgemeine Stimmung. Von der Eroberung der Siedlung berichtete Leyla nur knapp, und erwähnte die Hinrichtung nur ein einen Nebensatz. Es wurde auch nicht weiter nachgefragt. Viel interessanter waren die Eigenschaften, die der zu züchtende Krieger erhalten sollte. Schon bald waren die Syntheten voll und ganz in Diskussionen über die beste Vorgehensweise vertieft. Der Laptop mit der Gendatenbank wurde herumgereicht um Theorien zu verdeutlichen oder zu überprüfen und mögliche Gefahren aufzuzeigen.
Am nächsten Tag traten zwei Jaffa und Frenthe zu der Zelle heran. Mit einem lauten Knacken wurde das Schloss der schweren Tür entriegelt und die selbige geöffnet.
Frenthe brachte die Syntheten zu einem einstöckigen Gebäude inmitten der Garnison. Er hatte bisher als eine Art von Schlafsaal für Jaffa gedient, welche nun jedoch ausquartiert worden waren. Im Auftrag Lu'chats und unter der Regie seines Foltermeisters und Leutnants war dort der zukünftige Lebensmittelpunkt der Syntheten errichtet worden. Jeder erhielt eine kleine Schlafniesche, sie hatten Raum um zu Essen, was ihnen von der Küche der Garnison gebracht wurde. Vor allem aber gab es viel Raum zu Arbeiten. Unter ständigen Kontrolle durch zwei Jaffa wurden die Menschen durch das Gebäude geführt. In einem Raum hatte Frenthe Goa'uld-Computer aufstellen lassen. Zwar zweifelte er nicht daran, dass es etwas Zeit kosten würde, die Syntheten in diese Technologie einzuarbeiten, ebenso zweifelte der heimliche Tok'ra aber auch nicht daran, dass sie schnell lernen würden. Es gab in dem Labor Goa'uld Geräte, Heilspangen und andere Dinge, die nur er, dank seines Naquadahs im Blut, bedienen könnte. Ebenso gab es Zugriff auf Goa'uld-Nano-Technologie, welche Frenthe nach den Spezifikationen Leylas und ihres Gefolges kalibrieren könnte. Mit Hilfe der Nanoroboter würden Embrionen oder Zellkulturen in Windeseile herangereift sein. Alles in allem war der Spion nicht zufrieden. Er rechnete damit, dass die Syntheten spätestens in einem halben Jahr mit Hilfe dieser Geräte Ergebnisse erzielen könnten, mit denen Lu'chat mit oder ohne ihre Hilfe etwas anzufangen wusste. Und Frenthe musste etwas dagegen unternehmen.
Experimente
Endlich ging es heraus aus dem stinkenden Loch. Die Syntheten hatten zwar nicht das gleich Frischluftbedürfnis wie Oberflächenbewohner, aber zusammengesperrt in eine Zelle ohne ausreichende Belüftung und nur einen offenen Eimer für die Notdurft war selbst ihnen zuviel. So herrschte allgemein gute Stimmung endlich raus zu dürfen und natürlich auch endlich das Labor kennen zu lernen in dem sie arbeiten sollten und sich dort auch ihrer selbstgewählten Bestimmung widmen zu können. Was dieser Wahnsinnige, der diese Welt beherrschte mit den Früchten ihrer Arbeit anstellen würde, darüber machten sie sich lieber keine Gedanken. Eine Wahl hatten sie ohnehin nicht.
Das Vorhandensein von Schlafnischen sorgte zusätzlich für Erleichterung. Das konnte nur bedeuten, dass sie während ihrer Arbeit auch in den Ruhephasen hier bleiben konnten. Neugierig wurden auch die Gerätschaften beäugt. Einiges davon war ihnen schon von ihrem alten Labor her vertraut, vieles jedoch gänzlich unbekannt. Frenthe, der Mann, der sie überwachen und ihnen helfen sollte, sagte zunächst nichts, und so richtete Leyla das Wort an ihm. "Wir haben uns schon einige Gedanken über den neuen Krieger und seine Eigenschaften gemacht, und auch schon ein grobe Herangehensweise entwickelt", begann sie. "Gewiss kannst du dazu auch etwas beitragen, und Methoden aufzeigen wie wir mit all dieser Technologie hier am schnellsten voran kommen können. Lu'chat erwähnte das wir nichtmenschiches Genmaterial mit einarbeiten sollen. Um was handelt es sich dabei? Gab es bereits schon einmal Verschmelzungsversuche? Wenn ja, dann wären die Ergebnisse hilfreich um Fehler zu vermeiden und die gewünschten Eigenschaften optimal einzubetten", fuhr sie fort, und wartete seine Reaktion ab. Es gab noch eine Menge mehr, das sie fragen und anmerken wollte, doch für den Moment war die Herangehensweise und das fremde Genmaterial die Punkte die ihr am dringlichsten schienen.
Der als Leutnant in Lu'chats Führungsstab getarnte Tok'ra-Spion nickte.
"Es gab bereits erfolgreiche und fehlgeschlagene Versuche, aber wir haben keinen Zugang zu den Ergebnissen", antwortete Frenthe. "Es wird noch ein oder zwei Tage dauern, bis die Proben dieser anderen Spezies hier sein werden. Bis dahin solltet ihr euch alle mit den Geräten vertraut machen. Manche, wie die Heilungstechnologien, sind allein durch Goa'uld steuerbar. Und die Programmierung der wachstumssteigernden Nanobots ist verschlüsselt... wenn ihr ihre Fähigkeiten benötigt, müsst ihr mir sagen, wie sie kallibriert werden sollen, und ich kann dies entsprechend übernehmen", sagte der Agent.
Er wusste, dass es sich bei der Probe um Goa'uld-DNA handelte. Genauer gesagt von frisch und speziell für dieses Projekt gezeugten Larven. Lu'chat hatte seiner Königin befohlen geistlose Hüllen zu produzieren, ohne das Wissen ihrer Spezies, um zu verhindern, dass davon etwas in den neuen Überkrieger gelangen könnte. Schließlich sollte diese Soldat wie die Jaffa Lu'chat als Gott verehren können, und nicht das wahre Gesicht der Goa'uld kennen. Es bedarf nur einer Hand voll solcher Larven, um sie zu töten und das nötige Material aus ihren Leibern zu gewinnen - schließlich wären sie für nichts anderes zu gebrauchen. Als leere Hüllen die sie ohne ihr Wissen waren, könnten sie nicht einmal das Immunsystem eines Jaffa ersetzen.
Andere Goa'uld hatten bereits ähnliches versucht, um mit Hilfe von Hybriden perfekte Krieger zu schaffen. Der einzige, von dem Frenthe wusste, dass er wirklich Erfolg gehabt hatte, war Sokar mit seinen Uni'Tas-Wirtskörpern.
OOC: Sorry, da ich bis Freitag Besuch habe, komme ich kaum zum großen Schreiben. Ich versuche nun mal überall einen kurzen Beitrag zu machen, um meinen Mitspielern etwas Gelegenheit zum Schreiben zu geben :)
Frenthes Antwort war nicht gerade hilfreich. Er erwähnte zwar, dass es Versuche gegeben hatte, aber das sie keinen Zugang zu den Ergebnissen hätten . Außerdem teilte er auch nicht mit, um was es sich bei dem genetischen Material handeln würde. "Das ist schade, aber wohl nicht zu ändern", antwortete Leyla etwas niedergeschlagen. Das er von den Ergebnissen nichts wusste glaubte sie ihm. Auch wenn ihm bei einem Fehlschlag wohl nicht die gleiche Strafe wie sie erwarten würde, wäre das seinem Ansehen sicherlich nicht dienlich. Immerhin hatte er ja die Aufsicht über dieses Projekt. So konnte es nur in seinem Interesse sein, das dieses auch gelang. Das glaubte die Synthtin jedenfalls, denn von seiner wahren Rolle wusste sie ja nichts.
"Dann sollten wir die Zeit bis zum Eintreffen der Proben möglichst gut nutzen", empfahl sie dafür umso eifriger. "Wir müssten lernen mit dem Computer umzugehen. Welche Programme sind dort schon installiert? Außerdem brauchen wir eine Schnittstelle zu dem hier", fuhr sie fort, während sie dem Laptop hochhielt. "Das ist einer unserer Computer. Er funktioniert auf elektronischer Basis, und enthält Daten, die uns weiter helfen können", erklärte sie. "Was genau können diese Nanobots und diese Heiltechnologien bewirken? Bist du so ein Goa'uld, oder müssen wir erst einen anfordern?", erkundigte sie weiter. Von solchen Wesen hatte sie noch nie etwas gehört, und konnte sich deshalb darunter auch wenig vorstellen. Frenthe sah für sie wie ein Mensch aus, und so war ihr erster Impuls ihn auch für einen solchen zu halten. "Ich will dich mit dieser Frage nicht kränken, aber ich habe keine Ahnung was ein Goa'uld ist", kam sie möglichen Einwänden zuvor. "Das sind vielleicht ein wenig viel Fragen und Anforderungen auf einmal", räumte sie ein, um ihrem Gegenüber den Eindruck überfahren zu werden ein wenig zu nehmen. "Aber wir haben eine große Aufgabe vor uns, und nur wenig Zeit dafür. Außerdem kennst du sicherlich die Argumente die Lu'chat benutzt, um seinen Anforderungen zu untermauern", begründete sie ihre in seinen Augen möglicherweise ein wenig ungestüme Art. "Vielleicht sollten wir uns erst einmal in Ruhe zusammen setzten, und du erklärst uns alles was wir wissen müssen", war ihr Vorschlag zur Güte. "Vielleicht können wir dabei auch etwas zu essen und zu trinken bekommen. Davon gab es in der letzten Zeit leider etwas wenig. Außerdem wäre es wohl für deine Nase und unsere Arbeit, die ja eigentlich peinliche Sauberkeit erfordert, besser wenn wir frische Kleidung und Gelegenheit bekommen uns zu waschen", brachte sie noch ein Anliegen in eigener Sache vor.
Frenthe verzog nur die Augenbrauen. Er wusste nicht, welche Eigenschaften diese Syntheten in Menschen für normal hielten, aber wenn sie die Stimme des Symbionten oder die Fähigkeit durch Biolumineszenz die Augen grell aufleuchten zu lassen nicht als ausreichende Zeichen sahen, dass er oder Lu'chat nicht Leylas Spezies angehörten, so war es dennoch nicht die Aufgabe des Foltermeisters, ihnen den Unterschied zu erklären. Diese Menschengruppe musste, so sah es der Tok'ra, wirklich aus einer seltsamen Welt unter der Erde stammen.
Der Geheimagent hatte nicht vor, für Lu'chat die Arbeit eines Bekehrers zu übernehmen, gleichermaßen konnte er die Goa'uld nicht darstellen, als was sie wirklich waren, ohne seine Rolle auffliegen zu lassen. Und zudem wollte Frenthe keinen zu persönlichen Kontakt mit den Syntheten - schließlich würden sie womöglich bald auf der Abschzussliste stehen. Der Tok'ra wusste, wie der Rat in solchen Situationen für gewöhnlich entschied und wahrscheinlich würde er verhindern wollen, dass der Diener eines mächtigen Systemlords, und damit womöglich auch der Systemlord selbst, an einen strategischen Vorteil von großer Bedeutung kommen würde. Der Beste Ansatz dafür wäre die Vorschungsansätze der Syntheten einige Zeit zu beobachten, um die Menschen dann zu Liquidieren und das Labor in einem gut geplanten Sabotageakt zu zerstören.
So entschloss sich Frenthe die Fragen zu den Goa'uld gänzlich zu ignorieren, sie bei Seite zu wischen und sich auf das wissenschaftliche Projekt zu konzentrieren. "Ihr habt am Ende dieses Garnisosgebäudes einen kleinen Raum, in dem es fließendes Wasser und sanitäre Anlagen für euch gibt", sagte Frenthe schließlich. "Was die Computerprogramme angeht, sind diese in Goa'uld. Doch es ist möglich, dass ich sie in die Sprache der Narxos Bewohner übersetze. Sie können euch helfen, komplexe Simulationen durchzuführen. Die Nanobots und Heilgeräte kann ich verwenden, um spätere Test schneller heranreifen zu lassen", fügte er in seiner verzerrten Stimme hinzu. Sie klang nicht aggressiv wie es Lord Lu'chat bevorzugte mit seinen Sklaven zu sprechen, sondern eher distanziert. Der Spion hatte fest den Entschluss gefasst, das Mitleid das er für die Menschen empfand bei Seite zu schieben. Sie waren Figuren in einem Spiel von galaxieweitem Ausmaß, und als diese Figuren würden sie wahrscheinlich in einem Krieg verheizt werden, der bereits Jahrtausende andauerte und noch genauso lange weiter laufen könnte. Für die Tok'ra in den Reihen der Goa'uld war es wichtig, Distanz zu den Menschen und Jaffa zu halten, die bei Sabotageakten und Attentaten ihre Leben als Preis für die erhoffte Freiheit lassen müssten.
Natürlich erschien Leyla Frenthe schon allein aufgrund seiner verzerrten Stimme, und der, von ihren Gefährten berichteten Fähigkeit seine Augen aufglühen zu lassen, fremdartig. Dennoch war er ihr für ein echtes Alien zu menschlich. Auch wenn sie sich den Zweck nicht erklären konnte, so war es doch möglich, die beobachteten Effekte durch genetische Manipulation, chirurgische Eingriffe, oder technische Tricks hervorzurufen. Bei einem Wesen, dass sich in gänzlich anderer Umgebung entwickelt hatte, und über technologische Erfahrung verfügte, vermutete sie zwar auch Gemeinsamkeiten, wie das Vorhandensein von Händen, oder einem Augenpaar für binokulares Sehen, aber das ein solches Wesen auch über die gleiche Hautstruktur und -farbe, sowie auch die selbe Haarverteilung, also recht dichtes Haupthaar und sonst eher schwache Körperbehaarung, verfügte, hielt sie für extrem unwahrscheinlich. Dass das eigentliche Alien in Frenthes Inneren ruhte, während sein Wirt ein Mensch war, konnte sie ja nicht ahnen. Dennoch war er wohl das, was er als Goa'uld bezeichnete. Das schloss sie aus seinen Aussagen, dass er die Computerprogramme, die in deren Sprache gehalten wären übersetzen konnte, und auch, dass er in der Lage wäre die Geräte, die nur durch jene bedient werden konnten, verwenden könnte. Wahrscheinlich, so nahm sie an, handelte es sich bei ihm um eine Subspezies der Menschheit, so wie sie sich und ihre Gefährten auch betrachtete. Nur das seine Art mehr Technologie, und damit auch Macht angesammelt hatten. Seine Verwandschaft mit Lu'chat sah sie durchaus. Letzteren hielt sie jedoch für einen Wahnsinnigen. Das überwältigende Wissen, und wahrscheinlich auch persönliche Unzulänglichkeiten hatten ihn dahin getrieben. Frenthe hingegen schien ihr anders zu sein. Seine Postiton als Foltermeister, und die Berichte ihrer Gefährten liessen ihn zwar in ihren Augen in einem ungünstigen Licht erscheinen, doch hatte er sich ihr selbst gegenüber untadelig verhalten. Offensichtlich gab es also auch unter den Goa'uld große Unterschide. Bedauerlich dabei war jedoch, zumindest in ihrem Fall, dass, Verhaltensgestörte wie Lu'chat die Macht hatten, während relativ Vernünftige, wie Frenthe, nur eine Dienerrolle einnahmen. Vielleicht lies sich dieses Missverhältnis irgendwann einmal zu ihren Gunsten nutzen. Für den Augenblick blieb ihr jedoch nichts anderes übrig, als sich ihrer Aufgabe zu widmen. Wenn sie damit Erfolg hatte, könnte sie vielleicht aufsteigen und mehr Optionen gewinnen, zumindest würde sie in diesem Fall überleben.
"Sehr schön! Dann werden meine Gefährten und ich uns säubern", wandte sich Leyla Frenthes Schilderung der Waschmöglichkeiten zu. "Anschließend werden wir Blut, und wenn es nötig ist, auch Zellmaterial von mir entnehmen, um es dem Computersystem zuzuführen", fuhr sie fort. "Lu'chat hat verlangt, dass wir mein Genom als Ausgangsmaterial verwenden sollen. Wir haben schon einige Ideen, wie wir dies entsprechend modifizieren können, um das von ihm gewünschte Ergebnis zu erzeugen. Das könnten wir mit deiner Hilfe simulieren, wobei du uns die Grundlagen des Computersystems erklären kannst. Das größte Problem sehe ich in der Kombination mit dem uns noch unbekannten Genmaterial. Du hast erwähnt, dass es bereits Kombinationsversuche gegeben hat, dass uns aber keine Ergebnisse zur Verfügung stehen. So gehe ich also davon aus, dass uns eine Genomentschlüsselung dieses Wesens nicht zur Verfügung steht. Mit klassischen Methoden ist eine zielgerichtete Integrierung in diesem Fall unmöglich. Ich habe jedoch eine Idee, wie wir dennoch einen Hybriden erzeugen könnten. Dafür wären jedoch eine umfangreiche Serie von Simulationsdurchläufen nötig. Du müsstest uns also in dieses System einweisen. Sobald wir es verstanden haben, könnten wir eine Methode entwickeln. Die von dir erwähnte Möglichkeit mithilfe der Nanobots die Testreihen schneller heranreifen zu lassen, könnten dazu beitragen die Praxistauglichkeit zu überprüfen", erklärte sie. "Bei meinem Aufenthalt unter den Jaffa während der Eroberung meiner einstigen Heimat, konnte ich wertvolle Erfahrungen zu den bevorzugten Eigenschaften von Kriegern sammeln. Was Lu'chats Befehle angeht, so gehen sie davon aus, dass diese wortwörtlich befolgt werden. Wie ist deine Meinung dazu?", forschte sie nach. "Natürlich wirst du dich deinem ...", fügte sie rasch hinuzu. "... und natürlich auch unserem Gott ...", beeilte sie sich zu erklären. "... nicht widersetzen. Aber sicherlich hast du ein tieferes Verständnis als ein Jaffa, wobei ich damit deren gewiss ... ehrenhafte Auffassungsgabe nicht herabwürdigen möchte. Dennoch glaube ich, dass du hinter den gesprochenen Worten viel besser die eigentliche Absicht erkennen kannst", fügte sie hinzu. Auch wenn er der Diener und Foltermeister des morbiden Möchtegerngottes war, so hatte Frenthe doch bestimmt seine eigenen Interessen. Dabei ging die Synthetin allerdings fälschlicherweise davon aus, dass diese nicht gegen Lu'chat gerichtet waren, sondern, dass er vielmehr eine Karriere in dessen Reich anstrebte, bei dem die erfolgreiche Schaffung eines Superkriegers ein gewichtiger Baustein sein könnte.
"Lu'chat will seine Auflagen eingehalten wissen", antwortete Frenthe, "aber wenn du und deine Leute seine Wünsche noch übertrefft, dann werdet ihr dafür womöglich belohnt."
Der Tok'ra wusste, dass sies wahrscheinlich nicht den Tatsachen entsprach. Im Grunde wunderte er sich, dass Lu'chat den Syntheten nicht einfach Symbionten einsetzen lies und dadurch ihr Wissen zu bekommen. Zwar waren diese nicht zuverlässig, aber die großen Lords hielten ihre anderen Goa'uld-Diener meist an einem recht straffen und engen Zügel - zudem war der Selbsterhaltungstrieb der Goa'uld ein enormer Ansporn für die meisten ihrer Art. Goa'uld waren durchaus mutig, wenn ihrer Tapferkeit einen Gewinn an Einfluss und Reichtum bedeutete. Dagegen betraf ihr Mut sogut wie nie irgendetwas selbstloses.
Aber Lu'chat musste einen Grund haben, warum er sich lieber die Mühe gab, die Syntheten gefügig zu machen, anstatt den einfacheren Weg zu wählen. Für den Tok'ra war es durchaus wichtig heraus zu finden, was dahinter steckte. Dass der Lord die gefangenen Menschen später noch als unverbrauchtes Geschenk für seinen geheimen Meister verwenden wollte, falls dieser etwas brauchte um besänftigt zu werden, konnte Frenthe nicht wissen.
So würde der Spion versuchen, das Projekt und die Ziele des Gottes der Degeneration zu verstehen, und den richtigen Moment abzupassen, an dem die Tok'ra diesem ein Ende bereiten müssten.
"Macht euch sauber, danach könnt ihr mit der Arbeit beginnen. Ich werde eine der Wachen los schicken, um euch etwas aus der Kasernenküche bringen zu lassen", sagte Frenthe.
"Natürlich, natürlich, nichts anderes haben wir vor",antwortete Leyla auf Frenthes Anmerkung, das Lu'chat seine Vorgaben eingehalten wissen wollte. Etwas anderes dürfte er wohl kaum sagen. Doch sein Nachsatz dazu gab ihr eine gewisse Hoffnung. Anscheinend zählte wohl eher das Endergebnis als eine wortwörtlich Befolgung. Das fremde Genmaterial musste wohl verwendet werden. In wie weit war jedoch nicht definiert worden. Ohne Erfahrungen über vorhergegangene Kreuzungsversuche war so etwas äußerst riskant. Am sichersten erschien ihr dabei eine Simulation von Paarungen zwischen ihren optimierten Menschen und den noch unbekannten Organismus. Die besten virtuell erzeugten Mischlinge könnten dann als Ausgangsmaterial benutzt werden, das man letztendlich zur gewünschten Form bringen könnte. Dabei wäre man allen Anforderungen gerecht geworden und könnte ein brauchbares Ergebnis liefern.
"Das werde ich tun" erwiderte die Synthetin auf die Erlaubnis, beziehungsweise Aufforderung des Foltermeisters sich zu reinigen. "Und besten Dank", ergänzte sie zu seiner Erklärung ihnen etwas zu Essen bringen zu lassen, ehe sie sich zur Waschgelegenheit aufmachte. Auch ihren Gefährten erzählte sie von dieser Möglichkeit, so dass sie nicht die einzige war, die dorthin entschwand.
Wenig später kehrte Leyla, frisch gesäubert, und mit noch nassen Haaren zu Frenthe zurück. "Was brauchen wir für eine Genprobe? Blut? Haare? Eine Zellprobe? Zeigst du uns, wie man diese dem Computersystem zugänglich macht, und es bedient?", forschte sie nach. Im Grunde hielt sie letzteres für selbstverständlich. Ansonsten würden sie wohl kaum effektiv arbeiten können. Dennoch wollte sie dabei auch diplomatisch sein. Während sie noch auf die Antwort des Tok'ra wartete kamen mehr und mehr ihrer ebenfalls frisch gewaschenen Gefährten herbei um das Geschehen zu beobachten.
Der Foltermeister nickte. Frenthe war immer wieder froh, wenn er als Undercover Agent nicht dazu eingesetzt wurde, Unschuldige zum Verknügen seines Herrn zu foltern, was sein wahres Ich niemals zur Freude machen würde. Dank seiner langen Erfahrung mit Goa'uld-Technologien, vor allem darin, den Tok'ra unbekannte Errungenschaften ihrer alten Verwandten zu zerleben und heraus zu finden, wie diese Funktionierten - schließlich hatte Egeria ihren Sprösslingen nicht das bösartige, finstere Gedächtnis ihrer Art mit gegeben, um sie nicht zur Dunkelheit zu treiben, was gleichzeitig bedeutet hatte, dass es an den Tok'ra gewesen war, die Technologien der Goa'uld erneut und von sich selbst aus zu verstehen.
Und Frenthe war seit Jahrtausenden gut darin gewesen. Lu'chat konnte sich in der Zwischenzeit, da sein Lieutenant mit diesen Syntheten zu tun hatte, auf die Belustigung durch seinen Primus zurück greifen. Harash konnte gut mit seinen Fäusten und einem Folterstab umgehen, auch wenn der Gott der Degeneration durch Harash und ein armes Opfer sicher nicht die Unterhaltung zu erwarten hatte, als wenn sich Frenthe um die Schmerzen des armen Subjektes zu kümmern hatte.
"Eine Blutprobe von dir wird ausreichen, um sie mit den Computern zu analysieren. Es wird jedoch nicht so sein, dass diese einfach herausfinden können, was jedes einzelne Teilstück bewirkt, dies wird etwas Zeit benötigen", entgegnete der Tok'ra auf die Frage zur Gewinnung ihres Genmaterials. "Mit den Daten, die ihr und Norosan gerettet habt, dürfte es zumindest leichter sein, die Knochen- und Muskelstruktur zu manipulieren", fügte er an.
Original von Leyla
"Blut? Gut, dann sollten wir gleich damit anfangen", begann Leyla, und fing auch gleich damit an sich einen Ärmel aufzukrempeln, um die Armbeuge zur Entnahme frei zu machen. "Je eher wir damit anfangen uns mit dem System vertraut zu machen, desto besser. Ich bin schon gespannt darauf welche Möglichkeiten es bietet. Was die Manipulation der menschlichen DNS für dieses Projekt betrifft haben wir schon einen groben Plan. Dazu wäre eine Simulation von Muskel- und Knochenstrukturen sehr hilfreich. Wie sieht es mit Prognosen zu Organentwicklungen aus? Wir denken, dass der neue Krieger auch ein stärkeres Herz als der Mensch haben sollte. Auch was das Nervensystem angeht haben wir einige Veränderungen angedacht. Ich schätze mal, dass sich dies schwieriger simulieren läßt. Was uns allerdings wirklich Kopfzerbrechen bereitet ist die Kobmination mit der nichtmenschlichen DNS, zumal wir da keinen Zugriff auf früherer Versuche haben. Möglich ist es aber anscheinend. Ist das Genom dieser Kreatur bereits entschlüsselt, und stehen uns diese Daten zur Verfügung? Ansonsten dürfte es sehr schwierig werden. Manipulationen im Erbgut einer einzelnen Spezies ist schon nicht einfach, vor allem wenn es dabei um so eine komplexe wie einen Menschen handelt, wenn man unerwünschte Begleiterscheinungen ausschließen will. Kombinationen mit verwandten Arten ist komplizierter, aber machbar, da das Genom ja auch die Entwicklungsgeschichte beinhaltet, und man so auf gemeinsame Vorfahen zurückgreifen kann. Ich gehe mal davon aus, dass sich zu dem Wesen, dessen DNS wir integrieren sollen, keinerlei solcher Beziehungen herleiten lassen. In diesem Fall scheint mir der einzige Lösungsansatz zu sein, eine Paarung zwischen den beiden Spezies zu simulieren. Das wird dem Computersystem wahrscheinlich nicht gehen, so dass wir Sperma und Eizellen generieren, und das Ergebnis ihrer Vereinigung ausbrüten müssten, um die Ergebnisse studieren zu können. Was hälst du von dieser Vorgehensweise?", erkundigte sie sich. Während sie sprach hatten ihre Gefährten in dieser Zeit bereits die benötigte Blutprobe entnommen, und hielten die mit ihrem Lebenssaft gefüllte Spritze für Frenthe bereit.
Frenthe hatte geduldig zugehört, auch wenn sich der Tok'ra gewünscht hätte, dass es bei den Bewohnern der unterirdischen Siedlungen doch zumindest den Anstand gehabt hätte, eine Frage nach der anderen zu stellen, und dazwischen zu warten, was der Foltermeister zu sagen hatte. "Es existieren keine gemeinsamen Vorfahren zwischen den beiden Spezies, nicht die geringsten Gemeinsamkeiten. Und die DNA ist nicht vollständig zu entschlüsseln, da sie sich teilweise von Individuum zu Individuum signifikant unterscheidet", antwortete Frenthe. Das genetische Gedächtnis der Goa'uld, das in jedem Detail zehntausende Jahre von Lebenserfahrung gespeichert hatte, unterschied sich durchaus bei verschiedenen Blutslinien der Goa'uld, hatte andererseits auch viele Geheimsamkeiten. Doch in jedem Fall nahm dieser vererbliche Wissensspeicher weit mehr Bausteine ein, als zum Beispiel der Teil, der im menschlichen Genom die Instinkte abspeicherte. "Dass das Genom nicht komplett entschlüsselt werden kann, liegt daran, dass diese Spezies ein von Generation zu Generation vererbtes genetisches Gedächtnis besitzt. Aber wir wissen, welche Stücke der DNA Daten über die enormen Selbstheilungsfähigkeiten der Spezies enthalten, oder wie diese enorme Kraft und Ausdauer besitzt. Die Schwierigkeit wird es sein, diese Stücke in ein menschliches Objekt zu integrieren", fuhr Frenthe fort, drehte sich dann jedoch um und wies auf einen der Labortische. Dort standen Teller mit einer Art von Brot, das aus einer Getreideart gemacht worden war, die entfernt von der Erde abstammte und seit Jahrtausenden auf Narxos angebaut wurde. Dazu gab es eine Schale mit Salat, und eine mit Wurstprodukten. "Empfehlungen des Kasernenkochs", sprach der Tok'ra.
Original von Leyla
Es gab also weder gemeinsame Vorfahren, noch die geringsten Gemeinsamkeiten zwischen einem Menschen und der Leyla noch unbekannten Spezies, die mit ihrem Erbgut kombiniert werden sollte. Auch das Genom des fremden Wesens war noch nicht entschlüsselt, was wohl vor allem daran lag, dass es eine sehr breite Varianz zwischen deren Individuen gab. So etwas hatte die Synthetin schon befürchtet. Immerhin erfuhr sie welche Eigenschaften bei der zu integrierenden Kreatur geschätzt wurden. Auch wenn die dafür bekannten DNA-Sequenzen bekannt waren, half ihr das nicht wirklich weiter. Es war einfach unmöglich Teile eines Genoms einer absolut fremden Spezies in die Erbinformation eines so komplexen Wesens wie einen Menschen einfach so einzubinden. Bestenfalls waren Zufallserfolge, sehr viel wahrscheinlicher aber katastrophale und unvorhersebare Nebeneffekte zu erwarten.
Die angebotene Nahrung stellte für Leyla eine große Verlockung dar, und gierig, wegen ihres Hungerfühls, starrte sie einen Moment lang die Lebensmittel an. Doch ihr Forscherdrang, und ihr Pflichtbewusstsein hielt sie davon ab sich diesen zu nähern. Zudem vertraute sie auf die Solidarität jener ihrer Gefährten, die sich sogleich nach dem Eintreffen der Köstlichkeiten auf diese stürzten.
"Hm, was hälst du von der Idee zunächst zwei Indivduen zu erschaffen. Ein menschliches, und eines jener anderen Spezies. Jedes von beiden auf ihre wünschenswerten Eigenschaften optimiert. Anschließend lassen wir die beiden sich paaren, beziehungsweise produzieren Sperma- und Eizellen, die das erledigen. Ähnlich wie bei einer Zucht sollten sich dann die gewünschten Attribute bei dem Nachwuchs manifestieren. Wahrscheinlich werden wir mehrere Anläufe und bestimmt auch einige Manipulationen, die wir erst mit der Zeit entwickeln werden, benötigen. Aber mit der von dir erwähnten Nanobots und Heilgeräte sollten wir das eigentlich in der vorgegebenen Zeit schaffen können. Was meinst du dazu?", erkundigte sie sich. Während sie sprach hatte sich ihre Hoffnung erfüllt, und einer ihrer Gefährten hatte ihr ein mit Wurst belegtes Brot gereicht, von dem sie nun herzhaft abbiß, und sich trotz ihres Hungers sichtlich bemühte langsam zu kauen anstatt es einfach so herunter zu schlingen, während sie auf Frenthes Einschätzung zu ihrem Vorschlag wartete.
Frenthe musste sich eingestehen, dass er nicht genau wusste, was er antworten sollte. In dem hochintelligenten Hirn des Symbionten ratterte es gewaltig, während der Wirt des Tok'ra zu diesem Thema kaum etwas beizusteuern hatte. Eine direkte Paarung war von vorn herein ausgeschlossen, da unmöglich. Die Physiologie beider Spezies - Mensch und Goa'uld - war so unterschiedlich, so fremd, dass daran nicht im entferntesten zu denken war. Vielleicht wäre es einfacher gewesen, die Syntheten hätten gewusst, von welchem Wesen die Probe stammen würde, aber Lu'chats Anweisungen waren klar gewesen: die Gefangenen sollten nichts direkt mit einer Larve zu tun haben, sie nicht sehen und nichts über die Goa'uld erfahren. Der undercover Agend hätte auch nichts anderes erwartet und sein alter Ego Frenthe, den er bis zur Perfektion spielte, hätte auch nichts anderes getan. Schließlich war der Tok'ra gewöhnt so zu tun und sich auch so zu verhalten, als wäre er eines der Wesen, die er so sehr verabscheute. "Eine sexuelle Verbindung der beiden Spezies ist nicht möglich. Aber vielleicht würde es gehen, ein weibliches, menschliches Testsubjekt so weit heran zu züchten, um ihm Eizellen zu entnehmen und in diese das Genom der Probe einzuschleußen, wie es sonst ein Spermium bei der Befruchtung machen würde", antwortete Frenthe. Er war jedoch noch spektisch. Diese Art der ungezielten Verbindung hatte den Vorteil, dass die Natur womöglich ihren eigenen Weg finden würde, andererseits, und das sprach er aus: "Ich bin mir jedoch nicht sicher, ob das Ergebnis etwas lebensfähiges werden könnte. Womöglich können wir aber dann auch von dem zum Tode verurteilten Embryo aus weiter arbeiten, um die Fehler, die er hat, gezielt anzugehen."
Original von Leyla
Leyla hatte befürchtet, das eine direkte sexuelle Paarung der zu kombinierenden Wesen nicht möglich sein würde. Eine künstliche Befruchtung war wohl der einzig gangbare Weg. Das die daraus resultierenden Nachkommen nicht wünschenswert, oder wahrscheinlicher sogar, nicht einmal lebensfähig sein würden, damit musste wohl unter diesen Bedingungen gerechnet werden. Ein Umstand, der ihr alles andere als gefiel. Weniger deswegen, weil es ihre Aufgabe schwieriger machte, sondern vielmehr weil sie Verantwortung für ihre Forschung und Mitgefühl für ihre erschaffenen Kreaturen empfand. Es widerstrebte ihr ein Wesen zu kreiren, das allein aufgrund seiner Unvollkommenheit, die es letztendlich ihrem eigenem Unvermögen verdankte, nichts weiter als leiden und sterben konnte.
Oberflächlich betrachtet wirkte die Synthetin nachdenklich. Nur ein geübter Beobachter konnte die Gefühle von tiefer Trauer und Scham erkennen, die sie bei der Vorstellung, was sie dabei ihren Testsubjekten antun musste, empfand. Ihr heheres Ziel war es einen perfekten Menschen, oder auch weiter gefasst, ein perfektes Wesen zu erschaffen. Das aber über die Kombination zweier nichtkompatibler Spezies zu erreichen, und damit eine Serie leidender und lebensunfähiger Embyronen in Kauf zu nehmen erschien ihr falsch und verwerflich. Ihrem Wunschbild nach sollte jeder Zwischenschritt, so wie sie selbst im Grunde ja auch einer war, eine Verbessung sein. Aber welche Wahl hatte sie dabei schon? Das war die Aufgabe, die ihr zugewiesen war, und derjenige, der sie ihr erteilt hatte duldete dabei keine Kompromisse. So sehr es ihr auch missfiel, sie musste diesen Weg beschreiten! Kühles und emotionsloses Auftreten gehörte zu den Idealen, die man ihr von ihrer frühesten Kindheit an anerzogen hatte, und auch die Person, die ihr Gegenüber spielte, und für den sie ihn halten musste, hätte für ihre moralischen Bedenken kein Verständnis gehabt. So versuchte ihre Gefühle dazu zu verbergen, auch wenn es ihr aufgrund deren Intensität nur oberflächlich gelang.
"Das scheint mir der einzige Weg zu sein", meinte sie schließlich. "Hätten wir Zugang zu den Ergebnissen früherer Kombinationsversuche, könnten wir manches überspringen, so aber müssen wir wohl ganz von vorne beginnen", fuhr sie mit sichtbaren Bedauern fort. "Aber immerhin können wir, sobald wir ein geeignetes weibliches menschliches Basissubjekt haben genug Eizellen für eine Großserie entnehmen beziehungsweise heranzüchten. Es wird dann deine Aufgabe sein die Nanobots und Heilgeräte so einzusetzen die daraus resultierenden Proben rasch genug heranwachsen zu lassen, um ihre Tauglichkeit zu überprüfen und damit auch Lu'chats Zeitplan einzuhalten. Das wird keine leichte Aufgabe sein, für keinen von uns", fuhr sie fort.
[size=1]OOC: Lep'tis ?[/size]
Der Tok'ra hätte liebend gerne Zugang zu den bereits erfolgreichen Experimenten gehabt. Sekers Uni'Tas, Hybriden aus Unas, Menschen und manchen Genen der Goa'uld waren, zusammen mit einem Symbionten, die gefürchtetsten Elite-Truppen der Goa'uld. Würden die Tok'ra genau wissen, wie sie produziert und gezüchtet wurden, könnten sie wömglich damit eine Schwachstelle finden. Denn selbst wenn Seker momentan auf seine Kerndomäne rund um den Stadtplaneten Del'Mak beschränkt war, zweifelte niemand im Rat der Tok'ra, dass der Satan sich nicht ewig damit zufrieden geben würde. Mechané war besiegt, die Systemlords bekriegten sich wieder mit enormer Blutlust. Normal war dies die Erde, in die der Teufel versuchte seine Saat zu sähnen. "Zumindest wird dank der Nano-Technologie das Wachstum des ersten weiblichen Subjekts nur einen Tag dauern, bis dieses weit genug entwickelt ist, um die Zellen zu entnehmen. Vielleicht ist bis dahin auch die Probe da, mit der wir die DNA kombinieren können. Und mit dem ersten Teil können wir sofort beginnen", antwortete Frenthe mit der dunklen Stimme seines Symbionten.
Original von Leyla
OOC: Sorry! Ich mein' natürlich Lu'chat, war nur gedanklich tiefer in einem anderen Play hier im Forum, hab's aber auch schon korrigiert
"Nur ein Tag?", rief Leyla überrascht aus. Normalerweise braucht ein menschlicher Embyro neun Monate bis aus ihm ein, ohne Gerätschaften lebensfähiges Wesen wurde. Allerdings hatte Frenthe von Zellentnahmen gerdet, und das war schon viel früher möglich. Embrionales Bindegewebe war bekanntlich in der Lage jede mögliche Zellform anzunehmen. "Sprechen wir hier von einem ausgereiften Säugling oder einem Zellhaufen aus dem sich alles mögliche generieren läßt?", versuchte sie sich Klarheit zu verschaffen. "Ich würde vorschlagen, dass wir erst einmal überprüfen, ob unsere menschliche Manipulation überlebensfähig ist, und auch die gewünschten Attribute besitzt ohne das unerwünschte Begleiterscheinungen auftreten. Erst dann sollten wir anfangen Kombinationsversuche zu wagen. Wir bräuchten dafür also zumindest einen ausgereiften Säugling, und Prognosen, wie sich dieser bis zu seinem Erwachsensein entwickeln würde. Erst dann können wir sicher sein, eine brauchbare Basis zu haben, auf der wir auch aufbauen können", fuhr sie fort. Ihr Gegenüber hatte erwähnt, dass die Computerprogramme komplexe Simulationen erlaubten, jedoch nicht in der Lage waren eine Entwicklung allein aufgrund eines vorgegebenen Gencodes zu errechnen. Würden sie dann wenigstens die vorrausichtliche Entwicklung eines Säuglings zum Erwachsenen vorhersagen können? Die Synthetin hoffte dies, denn die Alternativen waren wenig erfreulich. Entweder man musste raten, denn ein Abwarten würde mit Sicherheit den Zeitrahmen des morbiden Herrschers sprengen, oder die Nanbots würden die Entwicklung auch nach dem Ausreifen noch beschleunigen, was zwar einigermaßen verlässliche Daten, aber auch ein bedauernswertes Geschöpf erzeugen würde.
"Solange das genetische Material nicht fehlerhaft ist, haben wir innerhalb eines Tages das Äquivalent eines rund einjährigen, menschlichen Neugeborenen", sagte der Alien. Da Leylas genetischer Code die Basis dieses neuen Lebens bilden würde, womöglich auch bereits mit Verbesserungen dank der Daten, welche in der Stadt der Degenerierten gesichert worden waren, wäre das Baby sehr viel weiter entwickelt als ein normaler Mensch. Der Tok'ra wusste nicht, ob die Syntheten bereits zur ersten Stufe dieses Experiments starke Veränderungen im genetischen Material einbauen wollten oder nicht, und er selbst war sich nicht sicher, ob es besser wäre, nicht sofort zu versuchen die gesicherten Daten aus der unterirdischen Siedlung zu nutzen. "Ich denke der Beste Weg wird es sein, diese Quelle für Eizellen sofort zu züchten, und schließend mit rund 100 verschiedenen Entnahmen die Verbindung mit der genetischen Probe zu wagen. Wenn wir Glück haben, gibt es Überlebende, oder wir können an den Exemplaren weiterarbeiten, welche zumindest am längsten am Leben blieben, bevor der kleine Organismus der Embryonen versagt", schlug Frenthe vor.
Original von Leyla
"Schon in einem Tag das Äqivalent eines einjährigen Babys", fragte Leyla überrascht nach. Das erschien ihr doch sehr phantastisch, doch hatte sie keinen Grund an den Worten ihres Gegenübers zu zweifelen. "Dann werden wir uns sogleich ans Werk machen!", fuhr sie fort. "Wie können wir die aus meiner Blutprobe gewonnene DNA unseren Vorstellungen nach modifizieren", fragte sie weiter. "Wir haben Ideen, welche Gensequenzen verändert werden sollten, aber das noch nicht aufgezeichnet, auch wenn ein Teil davon den Daten auch diesem Laptop entspricht. Müssen wir da erst eine Schnittstelle schaffen?", erkundigte sie sich, denn natürlich ging sie davon aus, dass all die Veränderungen über die laboreigenen Computer geregelt wurden. Wie sonst konnte eine Manipulation des Erbgutes wohl sonst vonstatten gehen?
"Hmmm", überlegte der Agent einen Moment. Man konnte in die primitive Technologie der Menschen dieser Welt nicht einfach einen Datenkristall stecken und abgespeicherte Inhalte überspielen. Jedoch hatten die Goa'uld als die größten Diebe der Galaxie, Erfahrung darin, sich Daten von allen möglichen Arten fremder Computersysteme zu stehlen. Wichtiger in diesem Fall war zudem, dass diese Welt lange in den Händen von Lu'chat war. "Sofern die Systeme der unterirdisch lebenden Menschen sich nicht Grundlegend von denen der Oberflächenbewohner verändert haben, können wir die Geräte einsetzen, mit denen wir Goa'uld uns Zugang zu den Daten der Menschen dieser Welt verschafft haben", fuhr Frenthe fort, "ansonsten wird sich alles etwas verzögern. Jedoch denke ich, dass ich einen unserer Computer innerhalb von ein paar Stunden mit der Technologie deiner Leute verbinden könnte." Am Ende basierten die meisten Computersysteme auf dem einfachen Prinzip: Strom oder kein Strom. So galt es eben, ein anderes Computersystem an die indiviuellen Programmierungssprachen verschiedenster Völker anzupassen - etwas, was die Goa'uld seit Jahrtausenden erfolgreich taten.
Original von Leyla
"Die Computertechnologie wurde bei uns nicht wesentlich verändert, und dürfte dem auf der Oberfläche entsprechen sofern diese sich ihrerseits seit dem Krieg nicht groß verändert hat", erklärte Leyla. "Hinzu kommt, dass ich einen Laptop gewählt habe, der für Schnittstellendiagnostik ausgelegt ist, und damit Möglichkeiten hat eine Datenübertragung auf fremde Systeme zu unterstützen", fuhr sie zuversichtlich fort. Dieses Problem schien beseitigt, und die Erschaffung eines Prototypen, der nach Eintreffen des zu kreutzenden Fremdorganismus mit diesem auf künstliche Weise gepaart werden konnte, stand nun wohl nichts mehr im Wege. Sicher wären eine ganze Reihe von Versuchen nötig, ehe aus den Kombinationsversuchen eine wünschenswerte Kreatur entstehen würde. Aber zumindest konnte man mit der Arbeit beginnen. Die Blutprobe, aus der man ihre DNA extrahieren konnte, war bereits entnommen worden. Das Werk konnte also in Angriff genommen werden.
"In Ordnung. Ich werde einem Jaffa auftragen, entsprechendes Gerät für die Datenübertragung auf unsere Laborsysteme zu bringen", sagte der Spion und fragte anschließend: "Ist sonst noch etwas für die ersten Phasen nötig?" Doch es war nichts mehr nötig und nachdem ein Krieger Lu'chats das nötige Equipment in das frisch errichtete Labor gebracht hatte, begann die Arbeit. Die Daten des Laptops wurden auf die Goa'uld Computer-Konsolen übertragen, welche Leyla und den anderen zur Verfügung standen. Frenthe ließ die Syntheten an ihren Ideen weiterarbeiten, während er Nanobots programmierte, die anschließend die Arbeit umsetzen sollten. Die Nanobots würden die Helix eines Genoms zerschneiden, neue Teile einfügen, alte Teile verändern oder Unnötiges Codematerial gänzlich auslöschen können. "Was machten du und deine Leute eigentlich zur Unterhaltung, als ihr noch unter der Erde wart?", fragte der Tok'ra mit seiner tiefen, fremdartigen Symbiontenstimme nach einigen Stunden stiller Arbeit Leyla.
Original von Leyla
"Zur Unterhaltung?", wiederholte Leyla sichtlich verwirrt Frenthes Frage. Zum einen hatte dieser Aspekt in ihrem früheren Leben keine große Bedeutung gespielt, und zum anderen überlegte sie, wass er mit dieser Erkundigung bezweckte. Wollte er nach Angriffspunkten suchen, oder einfach nur Smalltalk betreiben? "Nun ja, die Arbeit, unser großes Ziel einen perfekten Menschen zu schaffen, die nun durch Lu'chat eine neue Richtung bekommen hat, sahen wir als unsere Bestimmung, und diese nahm den größten Teil unserer Zeit ein", begann sie zögerlich. War es das, was er hören wollte? Wahrscheinlich nicht. "Ich hatte nie viel Freizeit, und es gab auch wenig, was man wohl als unterhaltsam bezeichnen konnte", fuhr sie fort. Diese Ergänzung erschien ihr nach wie vor unbefriedigend, aber was sollte sie ihm sonst erzählen? "Sport bot eine gewisse Art des Ausgleichs zu unserer intellektuellen Tätigkeit. Vor allem ein Dauerlauf in kaum, oder besser noch, unbenutzen Tunneln empfand ich als Entspannung. Der Körper war beschäftigt, und der Geist konnte frei treiben", erzählte sie. "Was machst du denn so zu deiner Unterhaltung?", stellte sie eine Gegenfrage. Noch immer war ihr nicht klar worauf er eigentlich hinaus wollte. Vielleicht würde seine Antwort, so er denn eine für sie verständlich gab, ihr Klarheit verschaffen. Was sie von ihm halten sollte wusste sie nicht. Nachdem, was sie von ihren Gefährten über ihn gehört hatte war er ihr als eine Art Monster erschienen. Dennoch schien er, recht umgänglich zu sein. Immerhin hatte er ihnen die Möglichkeit gegeben sich nach dem tagelangen Kerkeraufenthalt endlich zu waschen, und eine Mahlzeit servieren lassen, die geschmacklich alles in den Schatten stellte, was sie bislang kennen gelernt hatte. Letzteres war nicht besonders schwer, da die aus Pilzen, Flechten, und anderer niederen Lebensformen sowie den chemisch erzeugten, oder durch speziell gezüchteten Bakterien, produzieren Zusatzstoffen, zusammengestellte Nahrung ihrer Heimat zwar nahrhaft, aber nicht wirklich schmackhaft war. Seinem Aussehen nach erschien er wie ein Mensch. Nicht jene, die sie aus ihrer Heimat kannte, sondern eher wie jene, die vor dem Krieg, und wahrscheinlich noch heute, auf der Oberfläche lebten. Seine tiefe, verzerrt wirkende Stimme hingegen bildete dazu einen deutlichen Kontrast, zu der durch seine Optik hevorgerufene Vertautheit.
'Ich habe keine Unterhaltung, mein ganzes Leben ist es verdeckt zu arbeiten, und was die Goa'uld zu ihrer Belustigung machen, betrachte ich als barbarisch', dachte Frenthe und hätte es am liebsten genau so ausgesprochen. "Die Götter nutzen die Menschen, um sich unterhalten zu lassen", sagte der Tok'ra und beließ es dabei. Er dachte daran, wie Lun'chat manchmal Menschenopfer zu seinen eigenen Ehren darbieten ließ. Frenthe musste diesen als Teil der obersten Führungsriege oftmals beiwohnen. Er machte gute Mine zu bösem Spiel, aber er hasste jeden Moment und in diesen Augenblicken ganz besonders die Sache, der er sich verschrieben hatte. Es wäre viel angenehmer sich auf eine kleine Welt zurück zu ziehen und dort den Rest seines sehr langen Lebens in Frieden zu verbringen.
"Wenn ihr gute Arbeit leistet, kann ich dir und deinen Leuten vielleicht ab und zu eine Pause gönnen, und einem der Jaffa auftragen, mit euch ihre Nahkampfkunst zu üben", sagte Frenthe kalt und klang damit so, als würde er für die Syntheten allein etwas suchen, was sie noch zusätzlich motivieren würde. In Wirklichkeit überlegte er sich, wie er es diesen genetisch veränderten Menschen einfacher machen konnte - soweit ihm dies im Rahmen der Rolle möglich war, die er zu spielen hatte. Was er von ihrem Leben erfahren hatte machte dem Agenten deutlich, dass sie in Wirklichkeit nicht anders wie die Jaffa waren. Sklaven einer Welt, in die sie geboren wurden, deren Regeln sie sich ohne große eigene Wahlmöglichkeiten beugten und die Grenzen meist nicht einmal hinterfragten. Zu natürlich, zu fest vorgegeben waren die Mauern des hohlen, leeren Raumes, den die Unterirdischen, Degenerierte wie Syntheten, genauso wie die Jaffa, ihre Welt nannten und in den sie hineingeboren wurden. Frenthe hatte Mitleid mit dem Dasein, bedauerte, dass viele Milliarden gestorben waren und noch sterben würden, ohne die Wahrheit hinter ihrer Existenz zu erfahren, dass sie nur kleine Figuren waren, mit denen die Goa'uld erbarmungslos spielten. Mit denen auch die Tok'ra oftmals zu bereitwillig spielten. Der Spion wusste, dass der Moment kommen würde, an dem er dieses Projekt auf die ein oder andere Art im Auftrag des Hohen Rates seiner Spezies beenden würde. Vielleicht könnte er zumindest dafür sorgen, dass die Syntheten nicht mehr litten, als sie es nach dem Willen seines Lords mussten.
Original von Leyla
Die Antwort, welche Frenthe ihr gab, verstand Leyla nicht so ganz. In ihrer Vorstellungswelt gab es keine Götter. Ihre Religion war die Wissenschaft. Hier gab es jedoch Personen, wie Lu'chat, die sich als solche aufspielten. Betrachtete sich ihr gegenüber auch als eine Gottheit, oder was sonst wollte er mit seiner Antwort ausdrücken? Und welche Art der Unterhaltung war damit gemeint? Sollte sie und ihre Gefährten etwa auch zu seiner Unterhaltung beitragen? Der Goa'uld sagte nichts weiter zu diesem Thema, und sie fragte dazu lieber nicht weiter nach, auch wenn ihr ihr Unverständnis unschwer anzusehen war.
"Wenn es unserer Zeitplan zuläßt, wäre das sicher eine interessante Abwechslung", erwiderte die Synthetin vorsichtig auf das Angebot des Foltermeisters, denn sie war sich nicht sicher, ob sie solche Übungen unterhaltsam finden würde. Den Sport, den sie bisher betrieben hatte, war nicht sehr kämpferisch gewesen. Im wesentlichen hatte er aus Gymnastik und Konditionstraining bestanden. Bei der Eroberung ihrer Heimat hatte sie die Jaffa kämpfen gesehen. Dies war ihr brutal, ja barbarisch vorgekommen. Sie war sich nicht sicher ob sie so etwas überhaupt lernen wollte, und wie wohl diese Übungseinheiten aussehen würden. Immerhin trainierten die Jaffa ja schon von Kindheit an den Kampf, während sie und ihre Leute darin völlig unerfahren waren. Vielleicht stellte aber auch genau das Art der Unterhaltung dar, welcher der Goa'uld selbst genoss, und von der er zuvor gesprochen hatte. Sie wurde nicht recht schlau aus dem Mann mit der seltsamen Stimme, und auch nicht aus der Welt, in der sie sich nun zurecht finden musste. Von lezterer war ihr nur klar, dass sie von einem grausamen Despoten mit einem morbiden, ja für ihre Augen krankhaften, Geschmack, beherrscht wurde. Um sich von ihrer Verwirrung und Unsicherheit abzulenken, vergrub sie sich noch tiefer in ihre Arbeit. Zumindest dort, konnte sie Regeln und Gesetzmäßigkeiten finden, die ihr Vertraut waren, und so ihren Geist davon abhalten konnten über die Hilf- und Hoffnungslosigkeit ihrer Perspektiven nachzudenken.
[size=1]OOC: Da ich vielleicht bis zum 10.02 erstmal sehr mit Hausarbeit und Bachelorarbeit beschäftigt bin, mach ich nur einen kurzen Post. Falls da noch keine Antwort da ist, werd ich den nach dem 10.02 editieren und aufbohren ;)[/size]
"Das Training mit einem erfahrenen Jaffa könnte euch Syntheten darüber Aufschluss geben", antwortete Frenthe, "was für Eigenschaften in einem Krieger von Bedeutung sind. Es gehört zu den Jaffa als ergebene Krieger weit mehr, als nur das, was ihr beim Angriff auf eure alte Heimat sehen durftet."
Der Tok'ra dachte daran, dass es die spirituelle Kraft in den wandelnden Brutkästen war, die ihre Ergebenheit sicherte. Die als Jaffa geborenen Krieger würden sterben ohne einen Symbionten, aber in Wahrheit war es ihr oftmals kaum zu erschütternder Glaube an die Götter, der viel wichtiger war als ihre Abhängigkeit. Sekers Goa'uld-Krieger in den Uni'Tas-Wirten bewiesen, dass mit der richtigen Züchtung Glaube nicht anerzogen werden musste. Psychische Abhängigkeit konnte den Soldaten auch auf künstlichem Wege gegeben werden.
Original von Leyla
"Du meint also, was die Feinjustierung des zu erschaffenden Wesens betrifft?", erkundigte sich Leyla auf Frenthes Worte hin. "Das erscheint mir, mit Verlaub gesagt, etwas vermessen, den immerhin werden wir mit dem Rohentwurf, angesichts der bevorstehenden Probleme, genug Arbeit haben eine lebensfähige und zufriedenstellene Version zu schaffen", sezte sie zu einen milden Protest an. "Du hast selbst gesagt, dass wir bei Einhundert Kreutzungsversuchen nur mit einigen wenigen Überlebenden zu rechnen haben. Bei diesen nachträglich noch Veränderungen einzubauen, würde das Projekt, über die vorgebene Zeit, verzögern. Und das wäre sicher nicht im Sinne Lu'chats", fügte sie begründend an. "Wenn die erste Testphase gut verläuft, und wir verschiedene Linien zur Auswahl haben, könnte man diese Erfahrungen sicher berücksichtigen, dennoch denke ich, dass du selbst mehr darüber weist, was einen guten Jaffa ausmacht, als wir durch diese sporadischen Trainingseinheiten erfahren können", ergänzte sie dazu.
"Was einen guten Jaffa ausmacht ist mehr als eine Trainingseinheit - es geht um das Spirituelle in den Jaffa, das diesen über Jahre anerzogen wird", entgegnete der Tok'ra, "ihre körperliche Kraft und die Erfahrung im Kampf sind nichts ohne den Mut und ihre Ergebenheit. Daher sollten wir uns nicht nur einer überlegenen Muskulatur und dergleichen wittmen. Um Lu'chats Zielen gerecht zu werden müssen diese Truppen auch kontrolliert werden können und willenlos seinen Befehlen folgen."
Der Spion war gezwungen den effizienten Weg zu wählen, obwohl er, würde es nach seinem Willen gehen, sofort dieses Forschungsprojekt schlussendlich sabotiert und stillgelegt hätte. Doch der Hohe Rat wollte zum einen Frenthes Position in Lu'chats Rängen nicht einfach auffliegen lassen, andererseits erhofften sich die Tok'ra auch schlicht und ergreifend, dass der Lord des Handelsgottes Hermes Ressourcen in diese Übersoldaten stecken würde, bevor die Feinde der Goa'uld es ein für alle Mal beendeten. Womöglich könnten diese genetischen Forschungen sogar den Wissenschaftlern der Tok'ra zu irgendetwas nützlich sein.
Original von Leyla
"Ja, davon habe ich schon bei den Gesprächen mit dem mir zugeteilten Leibwächter schon gehört", bestätigte Leyla Frenthes Aussage zu den spirituellen Einstellungen der Jaffa. "Doch läßt sich das nur schwer genetisch verankern. Hinzu kommt, das Lu'Chat auch darauf bestanden hat meine DNS bei dieser Kreuzung zu verwenden. Was mich betrifft, so wurde bei meiner Schöpfung größter Wert auf eine hohe Intelligenz gelegt. Es ist also anzunehmen, dass unser Hybrid ebenfalls über diese Eigenschaft verfügt. Wesen mit hoher Intelligenz neigen jedoch dazu sich ihre eigenen Gedanken zu machen, und damit schwieriger kontrolliert werden zu können", gab sie zu bedenken. "Von der genetisch konstruktiven Seite aus, könnten wir lediglich versuchen die verstärkten Gehirnkapazitäten anderweitig zu binden. Sei es durch eine verstärkte Sinnesverarbeitung, oder der Schaffung zusätzlicher Extremitäten, wie beispielsweise eines zusätzlichen Armpaares, das ja ebenfalls Hinrareale zur Kontrolle benötigen würden. Beides wäre schwierig zu bewerkstelligen selbst wenn wir es allein mit menschlicher DNS zu tun hätten. Bei der geforderten Kombination mit einer unbekannten Spezies halte ich das im gegebenen Zeitrahmen für unmöglich. Wir werden größte Mühe haben überhaupt ein lebensfähiges Exemplar zu erschaffen, das den Anforderungen genügt. Dort auch noch zusätzliche Erweiterungen mit dem Ziel der Bindung von Hirnkapazitäten zu implementieren wird umfangreicher Forschungsarbeit und Versuchsreihen benötigen, die mehr Zeit verschlingen wird, als wir haben. Zudem wären deren Ergebnisse ungewiss, da wir mit unsren Hybriden dabei ja Neuland betreten müssen", fuhr sie fort. "Meiner Meinung nach wäre es wohl das beste, das wir unseren Hybriden so gut erschaffen wie wir können, und es dann den Jaffa überlassen ihn auch entsprechend den Wünschen Lu'Chats zu konditionieren. Das sollte zumindest kurz- bis mittelfristig den Anforderungen unserer Gottheit genügen, in der wir Zeit hätten um auf unseren Erfahrungen aufzubauen, um eine verbesserte Version zu liefern, wenn unsere erste Variante erste Fehler zeigt", empfahl sie. Im Grunde lief das auf nicht weniger als einer Täuschung des Gottes der Degeneration und Verrottung hinaus, indem man ihm zuerst ein scheinbar passables Exemplar lieferte, um es später durch ein verbessertes zu erstetzen, zu dessen Entwicklung mehr Zeit zur Verfügung stehen würde.
[QUOTE]Original von Jack Burton just... Der Agent nickte zustimmend. [color=limegreen]"In Ordnung. Deine Überlegung hat ihre Berechtigung. Unser Gebieter will eine Einheit, die zu schnellsten Anpassungen an feindliche Taktiken im Stande ist, und dazu selbst überlegene Taktiken zu entwickeln."[/color] Frenthe befürchtete, dass er die Syntheten unterschätzt hatte. Hatte er bei Lu'chats ursprünglichen Befehlen noch stark in Zweifel gezogen, dass irgendwelche Menschen, welche die letzten Generationen unter der Erde verbracht hatten, auch nur ansatzweise zu einem Projekt in der Lage wären, an dessen Ende ein Superkrieger das Licht der Existenz erblicken würde. Später, als er die Syntheten etwas beobachtet hatte, war er sich zumindest dahingehend sicher, dass sie vielleicht einen hybriden Krieger erschaffen würden, ähnlich den Uni'Tas. Eine Kriegsmaschine mit den Heilkräften eines Symbionten. Doch der Tok'ra war überzeugt gewesen, dass die Syntheten vielleicht den Weg gehen, aber das von Lord Lu'chat erhoffte Ziel nicht wirklich erreichen würden. Die Tok'ra waren nicht wie die Goa'uld, nicht so selbstverliebt und nicht so überheblich. Aus reiner Gewohnheit aber waren Menschen im Normalfall nicht auf der Top 10 Liste der Dinge, welche ein Tok'ra als besonders wissenschaftlich begabt betrachtete. Die Tau'ri von der Erde waren eine der wenigen Ausnahmen in einem Meer aus meist versklavten oder primitiv lebenden Menschen. Doch auch bei diesen waren die Tok'ra nicht gerade begeistert davon, wie achtlos die Erdenmenschen teilweise Technologien anderer Völker in ihre eigenen Maschinen integrierten. Es war gefährlich, und die Tau'ri hatten dies mehrfach schmerzlich feststellen müssen. Aber sie hatten großes Potenzial - zumindest manche spezielle Menschen.
Frenthe schien es, umso mehr er mit ihr redete, dass auch Leyla zu dieser Gruppe spezieller Menschen gehörte. Und dass sie dieses Projekt wirklich zu Lu'chats Zufriedenheit fertig stellen könnte. [color=limegreen]"Lu'chat wird die Hybriden mit Gehirnwäsche und Gedankenkontrolle gefügig bekommen - selbst wenn es ihm lieber wäre, sie würden bereits absolut ergeben geboren"[/color], sagte der Agent, während er die letzten Kallibrierungen an den Goa'uld-Nanobots abschloss. Seine an einer Konsole durchgeführten Programmierungen würden die Bots befähigen das Genmaterial so zu bearbeiten, Teile auszutauschen oder zu löschen, wie es die Syntheten brauchten. [/QUOTE]
[QUOTE]Original von Leyla [color=blue]"Wenn meine Gene bei unserem Hybriden die zu erwartende Wirkung erzielen, sollte unsere Schöpfung, eine nach menschlichen Maßstäben, überdurchschnittliche Intelligenz besitzen, die sie dazu in die Lage versetzen sollten"[/color], erklärte Leyla auf Frenthes Interpretation des Willens des morbiden Möchtegerngottes. [color=blue]"Intelligenz ist jedoch eine Fähigkeit, die sich in vielerlei Hinsicht auswirken kann. Um sie in die richtigen Bahnen zu lenken, bedarf es entsprechender Konditionierung und Ausbildung. Dennoch halte ich ein Wesen, das gleichzeitig hochintelligent und gefügig ist für einen Widerspruch in sich, denn Intelligenz beinhaltet auch die Fähigkeit zur Selsbtreflexion und der Bilung einer eigenen Meinung"[/color], gab sie zu bedenken. [color=blue]"In der Forschungsbemühung meiner Art gab es bereits Versuche unerwünschte mentale Elemente auf genetische Weise zu eliminieren. So haben wir versucht eine Generation zu schaffen, die frei von Emotionen war, damit sie sich besser, und ohne Ablenkung auf ihre Arbeit zu konzentrieren konnten. Das Ergebnis war, das jene einen deutlichen Hang zu Depressionen und Antriebslosigkeit, bis hin zu völliger Apathie entwickelten. Das zeigt, meines Erachtens nach, dass es sehr problematisch ist die Psyche genetisch zu beeinflussen, da die Nebenwirkungen unvorherbar sind. Wenn das bereits bei einer Manipulation von rein menschlichen Erbgut geschieht, wie viel komplizierter und konfliktreicher wird dass dann bei einem Hybriden sein?"[/color], fuhr sie fort. [color=blue]"Gehirnwäsche und Gedankenkontrolle mögen helfen, unsere Schöpfung in die gewünschten Bahnen zu lenken. Zu viel davon kann jedoch die geforderte Kreativität zerstören, und zu wenig einen Keim der Rebellion zurück lassen"[/color], äußerte sie sich zu seinem Lösungsvorschlag. [color=blue]"Aber im Grunde ist das nicht unser Problem. Wir erschaffen für Lu'chat dieses Wesen, so gut wir es vermögen. Was andere bei seiner Prägung für Fehler machen entzieht sich unserer Verantwortung"[/color], ergänzte sie. Ganz so gleichgültig wie sie tat, war sie jedoch gegenüber den zu erschaffenen Wesen nicht. Immerhin trugen diese zum Teil ihre DNS, und waren damit so etwas wie ihre Kinder, welche sie auf natürliche Weise niemals bekommen könnte. Auch wenn es wohl Monster sein würden, die nur zum Morden für einen geisteskranken Despoten geschaffen waren, so kam sie doch nicht umhin so etwas wie mütterliche Gefühle für sie zu empfinden. Wie gerne wäre sie mit einem der überlebensfähigen Exemplare von hier entkommen, um zu sehen, wie es sich in ihrer Obhut entwickeln würde. Aber diese Vorstellung würde wohl niemals mehr als ein bloßer Wunschtraum sein. Immerhin musste sie froh sein, wenn es ihr, und ihren Gefährten gelingen würde hier zu überleben. [/QUOTE]
[QUOTE]Original von Jack Burton just... [color=limegreen]"Emotionslosigkeit würde Lu'chat wohl so oder so nicht schätzen. Wenig ist gefährlicher als ein Jaffa in Zorn- und Rachegelüsten"[/color], sagte der Tok'ra. Frenthe kannte die Goa'uld dagegen gut genug um zu wissen, dass es dem Lord egal sein würde, ob seine Krieger von Depressionen geplagt oder anderweitig psychisch gestört enden würden. Mit Nish'ta und der Za'tarc-Technologie konnte Lu'chat sich der treuen Dienste eines Opfers versichern. Wahrscheinlich würde es dem Goa'uld erst recht gefallen zu wissen, dass seine Diener womöglich mit der Zeit größte Seelenqualen zu erleiden hätten - andererseits könnte es sie auch zu noch sadistischeren Kämpfern machen. Der Tok'ra war froh zu wissen, dass er an der Quelle dieses Projektes saß und zur richtigen Zeit all dieser Forschung ein Ende bereiten würde. Selbst wenn dies bedeuten konnte, dass die Syntheten sterben müssten, so würde Frenthe damit vielleicht tausende von Menschen vor mordenden und vergewaltigenden Horden von Überkriegern bewahren. [color=limegreen]"Die Nanobots sind soweit. Wie sollen wir weiter machen?"[/color], fragte der Agent. [/QUOTE]
[QUOTE]Original von Leyla [color=blue]"Für einen Krieger wäre das sicherlich nicht besonders geeignet"[/color], stimmte Leyla Frenthe zu. Keine Emotionen würden zwar auch das Ausbleiben von Mitleid, Scham und Reue bedeuten, aber solche Gefühle waren, so vermutete sie zumindest, bei den Streitern für Lu'Chat ohnehin nur recht schwach ausgeprägt, beziehungsweise wurden von anderen, stärkeren Emotionen überdeckt. So war es ihr nur recht, dass ihr Vorgesetzter bei diesem Projekt nicht andere genetischen Charaktermodifikationen forderte, wie beispielsweise eine verstärkte Agressivität, oder gar einen Hang zum Sadismus. Eine solche Neigung heran zu züchten hätte ihr Gewissen weit schwerer belastet, als ihre ursprüngliche Aufgabe, nämlich einen genetisch überlegenen Krieger zu erschaffen, welcher dazu geeignet war den Machtbereich, dieses widerlich morbiden Pyschopathen, der sich selbst als Gott aufspielte, zu erweitern. Bereits diese gefiel ihr nicht, aber welche Wahl hatte sie dabei schon? Ihre Arbeit war ihre einzige Möglichkeit in dieser grausamen Umgebung zu überleben, und ihr Selbsterhaltungstrieb war stärker als die moralischen Bedenken, die sie dabei empfand.
Der Hinweis des Tok'ra auf die Bereitschaft der Naniten, und was weiter zu tun sei, riss die Synthetin aus ihren trüben Gedanken. [color=blue]"Wir sollten unseren Prototypen damit zur Reife bringen"[/color], antwortete sie. [color=blue]"Ich bin gespannt darauf, wie sie arbeiten, und wie sich meine Tochter entwickeln wird"[/color], fuhr sie fort. Kaum ausgesprochen war ihr letzeres jedoch sofort sichtlich peinlich. Vor allem deshalb, weil sie gegenüber dem zu kreirenden Wesen tatsächlich so etwas wie mütterliche Gefühle empfand. Immerhin besaß es, wenn auch in modifizierter Form, ihre Erbanlagen, und war daher ein Nachkomme ihrer selbst, was sie auf natürlichen Wege nicht hätte empfangen können. Im Grunde war diese Empfindung irrational. Zum einen, da ihr Nachkomme, aufgrund der vorgenommenen Modifikationen sicher nicht ihrem Wunschbild entsprechen würde, und viel mehr noch, da es nur ein Zwischenprodukt ihrer Arbeit darstellte, das spätestens nach Erschaffung eines für Lu'Chat geeignet erscheinenden Endproduktes zum Tode verurteilt war. Somit waren ihre Emotionen diesbezüglich ihrer eigenen Einschätzung nach nicht nur unprofessionell und irrational, sondern auch für ihr eigenes Seelenheil in dieser Umgebung schädlich. Verdrängen, oder gar abschalten ließen sich diese Gefühle jedoch, zu ihrem Beauern, trotzdem nicht so ohne weiteres.
[color=blue]"Ähm, ich meine die letztere Äußerung natürlich nur im übertragenen Sinne, denn schließlich ist diese Kreatur nur ein Zwischenschritt, und nur ein Mittel zum Zweck"[/color], beeilte sie sich zu erklären. Dem Agenten, der sicherlich darin geschult war fremde Individuen einzuschätzen, würde ihre wahre Intension dabei bestimmt kaum entgehen. Wie er dies einschätzte war natürlich seine eigene Sache. Vielleicht sah er sie darin nur als naive Tagträumerin, möglichweise aber auch als Besitzerin eines freien Geistes, die nur darauf wartete, ihre Chance zum Entkommen aus dem Joch des morbiden Möchtegerngottes zu nutzten, wenn ihr nur eine solche in halbwegs erfolgsversprechender Form geboten würde. [/QUOTE]
[QUOTE]Original von Jack Burton just... Der Agent konnte ein kurzes, anerkennendes Lächeln über die mütterlichen Gefühle der Synthetin nicht verhindern. Der Tok'ra erkannte etwas Gutes in diesen Menschen, gepaart mit einer gewissen Unschuldigkeit, die ihm als Jahrtausende altem Soldaten in einem eben so lange andauernden Krieg verloren gegangen war. Eine Unschuld die er nie besessen hatte. Frenthe war zwar als Tok'ra geboren, dazu gehörte, dass Egeria ihn nie dem schädigenden genetischen Wissen der Goa'uld ausgesetzt hatte - ein Hauptgrund, warum die Tok'ra die soziopathischen Züge ihrer genetischen Verwandten nicht teilten.
Als nächstes wurde die Probe von Leylas Blut auf einer Art von Petrischale zusammen mit den Nanobots gegeben. Frenthe stellte das Glasgefäß auf einem der Arbeitstische ab, mitten auf einer runden, silbermetallischen Fläche, die etwa einen 30 Zentimeter Durchmesser besaß. Über einen kleinen Button aktivierte Frenthe ein Kraftfeld rund um die Petrischale. Darin wurde anschließend das perfekte Klima erzeugt, um die Probe vor der Zersetzung zu bewahren. Der Tok'ra ging zurück zur Hauptkonsole, an der er die Naniten programmiert hatte. Mit wenigen flinken Fingerbewegungen erschien mitten im Raum ein flaches, holographisches Bild. Genauer waren es bald zwei nebeneinander gestellte Bildabschnitte. Das eine schien eine extreme Vergrößerung des Inhalts der Petrischale zu sein. Man konnte still daliegende Blutkörperchen erkennen. Dazwischen waren kleine, dunkle Punkte, welche begannen in die Blutkörperchen einzudringen. Während sich das Bild weiter vergrößerte, bis man erkennen konnte, dass die dunklen Punkte winzige Maschinen waren, wurde das zweite Bild aufgebaut und entwickelte sich zu einer Doppelhelix vom Code des Lebens.
Frenthe zeigte den Menschen, wie sie den Nanobots befehle geben konnten, um den Code zu manipulieren. [color=limegreen]"Sobald ihr Syntheten die DNA bearbeitet habt, können wir sie in eine entkernte menschliche Eizelle einpflanzen und durch die Nanobots heranreifen lassen. Wenn der Embrio sich dann weit genug zu einem Neugeborenen entwickelt hat, können wir dem weiblichen Basissubjekt die ersten Eizellen entnehmen und eine Kreuzung mit der fremden Genprobe versuchen"[/color], sagte der Agent. [/QUOTE]
[QUOTE]Original von Leyla Das anerkennende Lächeln des Tok'Ra bemerkte Leyla zwar, doch konnte sie es nicht so recht deuten. Wüsste sie, was er in Wahrheit war, so hätte sie damit wohl mehr anfangen können, doch in der von ihm gespielten Rolle sorgte es bei ihr eher für Verwirrung und Unsicherheit. So entschied sie sich in ihrer Situation dafür es zu ignorieren. Stattdessen wandte sie sich lieber seinen folgenden Aktivitäten zu.
Das erste Bild erschien ihr und ihren Gefolgsleuten eher trivial. Die mikroskopische Darstellung eines Blutkörperchens war ihnen wohl vertraut. Lediglich die kleinen dunklen Punkte erschinen ein wenig seltsam. Erst die zunehmende Vergrößerung, und die Enthüllung, dass es sich dabei um extrem kleine Maschinen handelte, die in der Lage waren die DNS als solche zu manipulieren versetzte alle in geradezu kindliches Erstaunen. Eine solche Möglichkeit hätte sich keiner von ihnen auch nur ertäumen gewagt. Auch nach Frenthes anschließend geäußerten Worten hielt diese geradezu ehrfürchtige Entrückung eine Zeitlang weiter an. Leyla war die erste, der es gelang sich davon zu befreien. [color=blue]"Dann sollten wir diese mikrobischen Maschinen dazu benutzen unsere Modifikationen zu implementieren"[/color], schlug sie vor. Ihre Worte brachen dabei den Damm der Ehrfurcht, und des Erstaunens ihrer Begleiter, die daraufhin in hektische Betriebsamkeit verfielen, um die geplanten Modifikationen des Erbgutes auf diese Art vorzunehmen, um kurz darauf eine mit diesen Hilfsmitteln entsprechend veränderte DNA zu erzeugen, die zur weiteren Heranreifung in eine entkernte Eizelle eingebracht werden konnte. Mit sichtlicher Spannung erwarteten alle, wie die Naniten deren beschleunigte Ausbildung in dieser Umgebung bewerkstelligen würden. [/QUOTE]
[QUOTE]Original von Jack Burton just... Waren mit Blick auf die Blutkörperchen nur schwarze Punkte zu sehen - Ansammlungen von Nanobots - so wären diese nun komplett verschwunden, da sich die kleinen Maschinen in der ganzen Probe verteilen. In der größeren Auflösung konnte man die Naniten jedoch erkennen. Sie hatten die pyramidenform der Maschinen, welche der verstorbene Goa'uld Pelops genutzt hatte, um die Menschen auf Argos zu manipulieren oder die Seker dazu verwendete um seine Symbionten und Uni'tas-Körper schnell heranreifen zu lassen - doch diese hier waren nochmals kleiner. Sie dienten nicht einfach dem Zweck Zellteilungen und Wachstum zu beschleunigen, dafür gab es andere Naniten in dem Labor, diese hier waren Werkzeuge um Genmaterial aktiv zu beeinflussen. Wie die Syntheten sie angewiesen hatten manipulierten die Naniten die DNS in der Probe. Es dauerte einige Minuten, die Kleinstroboter waren nicht damit beauftragt sich selbstsständig zu replizieren und brauchten daher durchaus eine gewisse Zeit - dafür zerstörten sie auch keinen Teil der Probe, da sie sonst ihr Baumaterial aus den vorhandenen Elementen in der Schale bezogen hätten. Als der Computer anzeigte, dass der Vorgang abgeschlossen war, fragte der Spion die Menschen: [color=limegreen]"Sollen wir sofort damit fortfahren, aus dem Material und einer Eizelle einen Embrio zu erzeugen, oder gibt es vorher noch etwas, was ihr daran weiter bearbeiten möchtet?"[/color] [/QUOTE]
[QUOTE]Original von Leyla Fasziniert betrachteten sowohl Leyla, als auch ihr Gefolge das Wirken der Naniten. Bislang hatten sie chemische Methoden verwendet, die zwar auch ihren Zweck wunschgemäß erfüllten, angesichts dieser Technologie reichlich primitiv wirkten.
[color=blue]"Ich würde gerne sehen, wie sich aus unserem manipulierten Erbgut ein Embrio, und schließlich ein Säugling, entwickelt"[/color], erklärte die Synthetin. So gut ihre Kenntnisse im Bereich der Veränderung des Ebgutes auch waren, so gab es dennoch immer eine gewisse Unsicherheit dabei wie sich das dadurch erzeugte Wesen letztendlich entwickeln würde. Der Eingriff in die Gene eines solch komplexen Wesens wie den Menschen war keine einfache Sache. Allzuoft, das hatte ihre Forschungsgeschichte schon bewiesen, konnten selbst sicher geglaubte Manipulationen, zu unerwarteten Nebeneffekten, mit scheinbar unbeteiligten Genen führen, und das Ergebnis sich letztendlich als unerwünscht, oder sogar als nicht lebensfähig erweisen. Die aktuellen Modifikationen waren so weitreichend wie fast nie in ihrer Historie, und so konnte dort auch eine Menge schiefgehen. Selbst die Anwendung der unglaublich fortschrittlichen Naniten, die eine Menge der Gefahren, die durch die bislang verwendeten chemischen Methoden ausschlossen, oder umgingen, konnte dafür keine Garantie bilden. Erst ein lebensfähiger Säugling würde den Beweis für den Erfolg ihrer Vorgehensweise liefern. Zumindest einen vorrübergehenden, denn ob sich alle gewünschten Eigenschaften bei diesem auch so, wie erwünscht zeigen würden, das würden dann erst nachfolgende Untersuchungen zeigen.
Leyla hatte ihr Anliegen, rein äußerlich betrachtet, im sachlichen Ton vorgetragen. Einen geübten Beobachter, wie es ein Tok'Ra-Agent sicherlich war, würde jedoch nicht entgehen, dass sie dabei innerlich reichlich aufgewühlt war. Die Unsicherheit des Gelingens war nur ein Aspekt. Ein weiterer war die Sorge um das dabei entstehende Wesen an sich, das sie als ihr eigenes Kind betrachtete, auch wenn es nicht in ihrem Leib heranwuchs, was, wie sie wusste, unmöglich gewesen wäre. Natürlich war diese Betrachtungsweise nicht nur unvernünftig, sondern auch schädlich, vor allem für sie selbst. Doch das Wissen, dass jenes zu erzeugende Wesen aus ihrer, wenn auch reichlich veränderten DNS, entstand, erschuf eine emotionale Bindung, der sie sich nicht entziehen konnte. Wäre sie keinen wissenschaftsgläubige Atheistin, und hätte stattdessen an eine irgendwie geartete höhere Macht geglaubt, so hätte sie sicherlich zu dieser gebetet, um Trost und Zuversicht zu gewinnen. So blieb sie mit ihren Wahrscheinlichkeitsberechnungen allein, und konnte nur hoffen, dass das Ergebnis sich zum guten entwickeln würde. Doch selbst dann wäre ihre Tochter noch lange nicht in Sicherheit. Viel wahrscheinlicher wäre sie eher Ausschuß, denn diese sollte, selbst im Erfolgsfall nur ein Zwischenschritt darstellen, um deren Eizellen für die Kombination mit einem unbekannten, genetisch eigentlich nicht kompatiblen, Allien zur Verfügung zu stellen. Auch ein weiblicher Säugling war nicht in der Lage Eizellen zu produzieren. Dazu musste er sich zumindest bis zur Geschlechtsreife entwickeln. Die Naniten könnten vielleicht auch dies in kurzer Zeit bewerkstelligen. Doch was wäre mit der geistigen und sozialen Entwicklung?
[color=blue]"Wie ihr bereits erwähnt habt werden wir für die Kombination Eizellen benötigen. Solche können wir aber nicht aus einem Embrio, oder Säugling, sondern erst aus einem geschlechtsreifen Exemplar entnehmen. Eure Naniten, könnten sicherlich für beschleunigte Entwicklung sorgen. Die Erfüllung körperlicher Vorraussetzungen könnten wir bei einem solch überschnell entwickelten Wesen sicherlich verlässlich ablesen. Aber Lu'chat hat mehr von uns gefordert, nämlich auch hohe Intelligenz. Wir würden seinen Anforderungen also nicht gercht werden, wenn wir nur einen Teenager schaffen, der geístig und sozial auf dem Niveau eines Neugeborenen ist"[/color], gab sie zu bedenken. [color=blue]"Gibt es die Möglichkeit, während einer solch beschleunigten Entwicklung auch Wissen und Erfahrung zu implementieren?"[/color], erkundigte sie sich, wobei sie hoffte, das dem so war. [color=blue]"Ideal wäre es wenn wir, ein, sagen wir, dreizehn oder vierzehn Jahre altes Mädchen erschaffen können, das auch die gleichen Kenntnisse und Fähigkeiten wie ein Jaffaanwärter gleichen Alters besitzt. Damit könnten wir nicht nur über fruchtbare Eizellen verfügen, sondern auch überprüfen, ob unserer Prototyp den geforderten Ansprüchen entspricht"[/color], stellte sie in Aussicht. [/QUOTE]
[QUOTE]Original von Jack Burton just... [color=limegreen]"Nein, zumindest nicht mit der Technik die uns zur Verfügung steht"[/color], antwortete Frenthe und fügte aber noch hinzu: [color=limegreen]"Jedoch müssten die Eizellen in einem herangezüchteten Neugeborenen ebenso funktionieren. Das Reifen zu einem jungen erwachsenen Subjekt würde auch mit den Naniten ein paar Tage benötigen. Was jedoch wieder den Punkt einer erhöhten Intelligenz angeht: Dein Erbgut sollte das Wesen auf den richtigen Weg bringen, die andere Probe diesen vollends abschließen."[/color] Die DNA Probe einer Larve, ohne Wissen der Goa'uld, würde womöglich trotzdem die grundsätzlich vorhandene, äußerst ausgeprägte Intelligenz dieser Spezies auf einen Hybriden übertragen - falls ihnen das Projekt gelingen sollte. Frenthe hatte noch weiteres Hintergrundwissen zu Lu'chats Plänen. Im Grunde wollte der Gott der Verwesung den Versuch starten, die Art zu kopieren, von der die Goa'uld glaubten, dass Seker sie angewendet hatte, um seine Überkrieger zu erschaffen. So plante Lu'chat, sollte der erste Prototyp vielversprechend ausfallen, die zweite Generation mit Goa'uld-DNA zu kreieren, welcher eine von ihm versklavte Königin mit speziellem Wissen auszustatten hatte. Keine Erinnerungen an den Aufbau der Goa'uld-Technologie oder andere Herrscher und die Geschichte der Götter, aber über Waffeneinsatz, alte Schlachten und Jahrtausende von Schmerz und Entbehrung - denn auch von diesen Dingen waren ausreichend Bilder im Geist eines Goa'uld zu finden. Wenn auch zumeist als der auslösende Faktor. Es würde den Syntheten bestimmt schwer fallen, dachte Frenthe, ihrem Auftreten nach zu urteilen besonders auch Leyla, was sie in den kommenden Wochen in diesem Labor machen würden. Und es würde mit Sicherheit auch auf den Schultern des Tok'ra lasten. Doch der Spion musste sich wie ein Goa'uld geben, und für die Goa'uld waren Menschen nur bessere Nutztiere. Die Probe die der Agent von dem bearbeitete Blut nun entnahm, und zusammen mit der größeren Variante der Nano-Roboter in ein bis kurz vorher gekühltes Gefäß gab, in dem bereits einhundert gespendete Eizellen bereit waren, würde schnell, aber nicht lange, zu lebensfähigen Wesen heranwachsen. Frenthe ließ die Naniten ihre zuvor einprogrammierte Arbeit machen. DNA aus der Blutprobe in entkernte Eizellen einarbeiten. Dann dafür sorgen, dass die befruchteten Eizellen sich mit unnatürlicher Geschwindigkeit teilen würden. Zellhaufen, Embrio, Baby. Anschließend, wenige Stunden nach Beginn des Experiments, wär nur ein kleiner Teil der Eizellen noch am Leben. Frenthe rechnete nicht damit, dass bei allen die Befruchtung problemlos ablaufen würde. Nur bei einer Hand voll der aussichtsreichsten Exemplare würde er den Naniten den Befehl für weitere Wachstumsbeschleunigung geben, um am Ende, etwa einen Tag später, ein einziges Subjekt auszuwählen. Der Tok'ra wusste, dass dieses Wesen, dieses Baby, für die Syntheten wie wohl für die meisten Menschen und auch ihn selbst vor allem eines war: Ein wehrloser, schutzbedürftiger Mensch. Innerlich hatte er schon vor einiger Zeit, als für ihn sicher war, worauf dieses Projekt hinaus laufen würde, Streitgespräche geführt. Vor allem dem Wirt Frenthes viel es schwer zu tun, was zu tun war. Und auch der Symbiont war weit davon entfernt, an diese Sache mit der Lebensverachtung eines Goa'uld heran zu gehen. Doch die Sachlage war recht simpel - er hatte seine Rolle zu spielen und würde die Drecksarbeit übernehmen, um gleichzeitig selbige nicht den genetisch verbesserten Menschen anzulasten. Ein neugeborenes, menschliches Weibchen hatte ungefähr ein bis zwei Millionen Eizellen in seinen Eierstöcken. Frenthe würde ein solches Wesen zusammen mit den Syntheten züchten, um ihm dann eigenhändig chirurgisch die Eizellen zu entnehmen und das nunmehr unnütze Subjekt dann beseitigen. Wieder, und wieder, und wieder. Es konnte sein, dass sie dutzende Anläufe brauchten, noch bevor sie sich daran machten zwei völlig unterschiedliche Spezies zu kreuzen. Dann könnte es erneut mehrere dutzend Anläufe benötigen, bis daraus wiederum ein einigermaßen annehmbares Endprodukt entstand. Für Frenthe bedeutete dies, dass er im Namen der Rolle, die er in Lu'chats Reihen zu spielen hatte, zu mehrfachem Mord an wehrlosen Babys und Kleinkindern bereit sein musste. 'Im Moment wäre es viel einfacher, ein Goa'uld zu sein', sprach Frenthe in seinem Kopf mit seinem Wirt. 'Ja, dann würdest du diese Kinder und mich nur als reine Hüllen sehen', antwortete ihm der Mensch, mit dem er sein Leben teilte.
[size=1]OOC: Hast du was dagegen, wenn wir bald einen Zeitsprung von so rund vier Monaten einbauen? Denn bei der anderen Storyline wären wir endlich bald soweit, den Tok'ra-Überfall einzuleiten. :)[/size]
[/QUOTE]
[QUOTE]Original von Leyla Ob Eizellen eines Neugeborenen ausreichen würden hätte Leyla unter anderen Umständen als unmöglich angesehen, schließlich musste sich ein Mensch ja erst zur Geschlechtsreife entwickeln. Aber wer weis, was diese Naniten so anstellen konnten. [color=blue]"Hm, ich hätte da vielleicht einen besseren Vorschlag"[/color], wagte sie dann aber doch einen Einwand. [color=blue]"Wenn wir ein wünschenswertes Exemplar geschaffen haben, warum erzeugen wir aus der gleichen Serie dann nicht einfach eine reihe von Föten? Aus deren embrionalen Bindegewebe lassen sich bekanntlich schon mit relativ einfachen Mitteln sämtliche Zell- und Gewebearten, also auch funktionsfähige Eizellen entwickeln. Wir könnten so sehr schnell viel mehr Material entwickeln, und müssten unser ... Belegexemplar, in dieser Hinsicht nicht antasten, sonden könnten es sich natürlich entwickeln lassen, und so eventuell auch unerwünschte Begleiterscheinungen, die sich erst später zeigen könnten, auch besser entdecken"[/color], schlug sie vor. Somit müssten keine Säuglinge getötet werden, sondern lediglich unentwickelte Föten. Moralisch wäre das zwar auch nicht ganz unbedenklich, doch im Grunde nicht mehr als eine Abtreibung.
OOC: Gerne bin ich für einen Zeitsprung zu haben, damit mein Char endlich mal in eine andere Umgebung, und vor allem auch Kontakt zu anderen Spielern bekommt [/QUOTE]
[QUOTE]Original von Jack Burton just... Frenthe nickte. Nicht sonderlich begeistert, das hätte nicht zur Rolle gepasst, die er in diesem Stück zu spielen hatte. Doch er nahm den Vorschlag gerne auf, würde es doch bedeuten, er wäre nicht dazu gezwungen sein Gewissen mit der Tötung von aberdutzenden von jungen Menschen zu belasten.
In den nächsten Wochen und Monaten arbeiteten die Syntheten und der Undercover Tok'ra-Spion beinahe bis zur Ermüdung an dem Projekt. Es gab viele Rückschläge, mehrere Generationen die nicht in der Lage gewesen waren zu überleben. Andere Reihen waren erfolgreicher, konnten weiter entwickelt werden, verbessert. Manchmal waren nur Aspekte erfolgreich gewesen, die heraus genommen, ausgeschnitten wurden als würde man mit Papier basteln, um sie dann auf eine andere Oberfläche, einen weiteren Versuch aufzukleben, einzubauen und erneut auf einen weiteren, erfolgreichen Schritt zu hoffen. Nach vier Monaten schien der erste den Ansprüchen genügende Prototyp nur noch eine Frage von Tagen. Die regelmäßigen Berichte, welche Frenthe an den hohen Rat der Tok'ra übermittelte, waren immer drängender geworden. Der Rat hatte lange einen direkten Eingriff abgelehnt. Er war interessiert an den Ergebnissen. Egeria, ihrer aller Mutter, war gerettet worden von einem ihrer Nachfahren, der ihren Tod nicht hatte akzeptieren wollen. Doch ohne besondere Technologien dauerte es sieben Jahre, bis eine Larve herangereift war. Die Asgard hatten bei den ersten zwei Exemplaren ausgeholfen, aber es war teuer und aufwendig einen Symbionten schnell heranreifen zu lassen - weit schwerer als einen simplen Menschen. Auch bei den Goa'uld hab es nur wenige Herrscher, die einzelne Larven durch besonderer Technologien schneller reifen ließen. Lu'chats Projekt seinerseits hatte nicht einmal etwas direkt mit dem beschleunigten Wachstum von Symbionten zu tun. Aber dennoch war der Rat neugierig. Jedes Forschungsergebnis könnte ihn einen Schritt weiter bringen, schließlich waren die Tok'ra eine vom Aussterben bedrohte Spezies, die seit Jahrtausenden ihre Verluste nicht ausgleichen konnte.
Schlussendlich jedoch überzeugten die drängenden Meldungen Frenthes die Anführer des Agentenvolkes, endlich die Zerstörung des Projektes einzuleiten. Frenthe stand neben Leyla im Labor, während er darauf wartete, ein geheimes Subraumsignal zu erhalten. Bald würden die Tok'ra einen Bomber schicken, und es war an Frenthe die mittlerweile rund um das Labor installierten und voll funktionsfähigen Schildgeneratoren zu sabotieren.
[size=1]OOC: Ok, ich hab mal den Sprung eingebaut. Bei den Tok'ra/Menschen sind wir fast so weit - haben einen kleinen Crashkurs im Bomberfliegen zwischengebaut, als es hier noch ein wenig stockte.
Du kannst ruhig schreiben, was aus dem ersten Säugling wurde oder so :)[/size]
[/QUOTE]
Cheyenne Mountain
Vier Monate später
Original von Mortimer ooc: das folgende ist als Einstieg gedacht...sozusagen für Tag 1 im SG-Center. Eine Frage noch vorweg: Für die weiteren RPG Artikel, wann Kursiv, wann normale Schrift-? irgendwie bin ich da etwas verwirrt...
'Dieser verdammte Sand',dachte Peter Olsen als er sich den Sand von der Sonnenbrille wischte. Peter nahm den Sonnenschutz von seinem Nacken. Sonne war etwas, dass er gar nicht vertrug, aber hier in der felsigen Öde gab es genug davon.
Vor der Unterkunft des Majors stand ein Soldat, der ihm prompt salutierte, als Peter direkt auf den Eingang zusteuerte.
"Der Major erwartet mich", sagte er und der Soldat nickte. Peter betrat das Zelt und seine Augen mussten sich kurz an die neuen Lichtverhätnisse im Zelt gewöhnen.
Hinter einem einfachen Schreibtisch aus Holz stand Major Logan.
"Guten Morgen, Major. Sie hatten mich rufen lassen?" Peter salutierte.
"Ja. Setzen Sie sich Captain Olsen. Ich habe neue Befehle für Sie." Der Major bot Peter einen der Stühle an, die vor dem Schreibtisch standen, bevor er sich ebenfalls setzte.
Peter wurde hellhörig und blickte in die Augen des Majors. Der Major lächelte schief.
"Analyse, wie?" Peter senkte seinen Blick und lächelte etwas verlegen zurück. "Sie würde eh nie darauf kommen, wer sie angefordert hat."
"Nein?" Peter schaute nun verwundert zu dem Major. "Worum geht es?"
"NORAD will etwas von Ihnen und ich muss Sie leider hergeben. Scheint sehr wichtig zu sein, denn die Marschbefehle darf selbst ich nicht lesen." Der Major holte einen versiegelten Umschlag aus dem Schreibtisch und schob ihn zu Peter herüber.
Peter nahm den Umschlag entgegen, der scheinbar verschiedene flache Gegenstände enthielt.
Dann sah er auf das Siegel des Präsidenten.
"Das scheint ja wirklich etwas Besonderes zu sein." Natürlich gab es Gerüchte über geheime Einrichtungen bei der Army, die direkt dem Präsidenten unterstellt waren. Aber das er nun einen solchen Umschlag in den Händen hielt. "NORAD" wiederholte Peter leise.
Major Logan nickte, als er Peter verstanden hatte. "Mehr Informationen kann ich ihnen nicht mitgeben. Aber einen Rat: Das ist eine einmalige Chance. So eine Einladung bekommt man nur einmal im Leben. Vielleicht hätte ich doch nicht so viel Lobenswertes in meinen Berichten über Sie schreiben sollen. Und nun packen sie Ihre Sachen, der Heli wartet bereits draußen. Viel Glück, Captain Olsen, ich habe Sie gerne unter meinem Kommando gehabt." Der Major stand auf und streckte Peter seine Hand entgegen. Peter ergriff sie. "Danke Major. Ich habe auch gerne hier unter ihrem Kommando gedient und passen Sie gut auf mein Team auf." Major Logan nickte und blickte Peter Olsen kurz hinterher, bevor er sich wieder an seinen Schreibtisch setzte.
Peter hielt den Umschlag fest in der Hand. Er nickt dem Soldaten am Zelt nur kurz zu, als er an ihm vorbei ging.
Eine halbe Stunde später war Peter Olsen bereits in der Luft und auf dem Weg zum Versorgungsflughafen in Kundus, wo ihn bereits eine Militärmaschine erwartete.
Auf dem Flug in die USA hatte Peter genug Zeit, den Inhalt des Umschlages genauer zu betrachten: Ein Plastikausweis mit seinem Namen, sein Marschbefehl und kleiner E-Book Reader mit Fingerabdruckscanner waren der Inhalt.
Der Plastikausweis war der Zugang zum Militärstützpunkt in Cheyenne Mountain. Der Marschbefehl erklärte einiges. Aus ihm ging hervor, dass Peter zum Stargate Programm abkommandiert worden war.
'Zum Stargate Programm', dachte er. Peter Olsen konnte seine Freude darüber kaum unterdrücken. Damit hatte er nun wirkich nicht gerechnet. Er nahm den Reader in die Hand und drückte seinen Daumen auf den kleinen Scanner. Das Gerät war nun betriebsbereit und er musste seine Dienstnummer über den Touchscreen eingeben.
Eine Flut von Informationen eröffnete sich Peter. Es waren Daten und Fakten über das Stargate-Programm, die bestimmt nicht für die Öffentlichkeit gedacht waren. Zwischenzetlich schaltete sich das Gerät immer wieder ab und Peter musste den Zugang erneuern, wohl eine Sicherheitsmaßnahme.
Mit wachsendem Interessen und Erstaunen las er das elektronische Handbuch zum Stargate Programm. Teilweise nickte er während der Lektüre, als er verschiedene Chevron-Kombinationen auf dem kleinen Bildschirm sah.
Irgendwann wanderten seine Augen zum Schluss des Artikels und der Reader vibrierte kaum merklich in seiner Hand. Der Bildschirm wurde schwarz und ließ sich nicht wieder aktivieren.
Peter legte das Gerät zurück in den Umschlag und lehnte sich zurück in seinen Sitz. Er holte seinen PDA aus der Tasche und steckte die Ohrhörer ein. Bei dem Klang von Vivaldis 'Vier Jahreszeiten' schaute er aus dem Fenster und begann, über fremde Kulturen und Völker nachzudenken, die nicht auf der Erde beheimatet waren.
Original von TheNarims
[size=1]ooc: Herzlich Willkommen auf SGU, Mortimer.[/size]
IC:
Nach einigen Stunden Flug ging der Pilot der Militärmaschine, Simon Mermin, über der Grenze zwischen Texas und Colorado langsam in den Sinkflug. Zum größten Teil flog er heute leer. Nur ein paar Soldaten, die aus Kundus nach Amerika zurückkehrten und ein wenig Fracht waren an Bord. Erst in Amerika würde er wieder einiges Materialien aufnehmen um dann nach ein paar Stunden Pause eine ähnliche Route zurückzufliegen. Schon vor einer Weile waren sie durch die Wolkendecke gebrochen und am Horizont konnte er schon langsam die abwechslungsreiche Landschaft der Rocky Mountains zu sehen. Nun würde es nicht mehr lange dauern, bis sie in Colorado Springs auf der Peterson Air Base landen würden.
"Übernehmen sie kurz für mich, Lieutenant?", bat er seinen Co-Piloten, der kurz darauf die Steuerung des Flugzeugs übernahm.
Simon blieb noch einen Augenblick sitzen und beobachtete, wie sie immer weiter sanken, bevor er seine Anschnallgurte löste um nach hinten zu Captain Olsen zu gehen. Da es in Kundus mittlerweile schon längst Nacht war, hatten sich die meisten Passagiere zurückgelehnt um zu schlafen und auch bei dem Captain hatte er das Gefühl, dass er in Gedanken versunken, wenn nicht sogar eingeschlafen war.
"Captain.", sprach er ihn freundlich an und hoffte, dass er ihn trotz der Ohrhörer, die er trug, hören würde.
"Wir werden gleich landen. So wie Peterson mitgeteilt hat, werden sie dort schon von Major MacNaghten erwartet."
Obwohl Simon schon einige Transportflüge hinter sich gebracht hatte, war es selbst für ihn etwas ungewöhnlich, dass ein Offizier direkt am Stützpunkt abholt wurde, aber er arbeitete schon lange genug beim Militär um zu wissen, dass es nichts brachte genauer nachzufragen, wieso der Captain im Gegensatz zu den anderen von einem Air Force Offizier abgeholt wurde, obwohl Olsen eigentlich zu der Army gehörte. Aber wenn es für ihn von Interesse wäre, hätte man ihn sicher informiert, daher führte er nur seinen Auftrag aus und würde dann wieder in sein Cockpit zurückkehren um sein Flugzeug sicher auf der Peterson Air Base zu landen.
Original von Mortimer
Gedankenversunken sah Peter Olsen aus dem Fenster in dem er sich spiegelte. Die Zeit war im wahrsten Sinne wie im Fluge vergangen. Aber es war genug Zeit gewesen, sich darüber Gedanken zu machen was war und was kommen wird. Seine Gedanken kreisten immer wieder mal um ein Problem: Es gab einen Makel in seiner Biographie, die ansonsten einer beispielhaften Militärkarriere glich. Er hatte damals eigene Verhörtechniken zu Testzwecken ausprobiert, die bei PSYOP nicht implementiert gewesen waren und sich an das anlehnten, was er sich über Suggestion und Blitzinduktion autodidaktisch angeeignet hatte. Allerdings wurde nie etwas darüber in seiner Akte vermerkt. Also, was gab es da zu zweifeln. Peter schüttelte diesen negativen Gedanken ab. Sie hätten ihn nicht angefordert, wenn es darum gegangen wäre. Aber vielleicht war es zukünftig von Bedeutung.
Er fokussierte sich wieder und lenkte seine Gedanken auf etwas Positives: Musik. Mittlerweile lief ein Jazz-Konzert von Nigel Kennedy, das er er etwas leiser stellte, da das virtouse Spiel der Geige in diesem Fall ziemlich laut wurde. Peter bewegte seinen Kopf hin- und her. Es knackte leise. Dann lockerte er seine Schultern. Als er wieder aus dem Fenster schauen wollte, bemerkte er eine Reflexion auf der Scheibe. Jemand kam zu ihm. Peter orientierte sich zu der Person, die schon bei ihm stand, als er aufblickte.
Peter war kurz überrascht, als er den Piloten vor sich sah, dann erst besann er sich darauf, dass er sogar schon angesprochen worden war. Er fixierte den Piloten mit seinem Blick und ordnete dabei gedanklich die Wortfetzen, die breits zu ihm gesagt worden waren.
Nach ein paar Sekunden, die ihm selbst in diesem Fall länger vorkamen, entspannte sich Peters Blick wieder. "Wir landen also gleich. Danke für den Hinweis. Endlich wieder amerikanischen Boden unter den Füßen. Übrigens war es ein guter Flug", entgegnete er dem Piloten freundlich und begann sein Handgepäck zusammen zu packen.
Dann ließ er sich wieder in den Sitz fallen und schnallte sich an. Eine eventuelle Müdigkeit war nun nicht mehr sein Problem. Er war wieder in den USA und würde bald Dinge sehen, die er bisher eher für Science-Fiction gehalten hatte.
Original von TheNarims
Auf keinen Fall hatte Simon vorgehabt den Captain zu erschrecken, doch scheinbar war er zu sehr in Gedanken gewesen, dass er ihn überhaupt nicht erwartet hatte. Eigentlich war das auch nicht üblich, dass er sein Cockpit verließ um mit seinen Passagieren zu sprechen, aber da Peterson ihn darum gebeten hatte, hatte er sich darum kümmern müssen und sein Co-Pilot war sowieso mittlerweile wieder mit dem Fliegen dran, nachdem er sich eine Weile ausgeruht hatte. Bei einer Atlantiküberquerung wechselten sie sich eigentlich immer in einem gewissen Stundenrythmus ab, damit keiner von ihnen zu müde wurde und vielleicht, wenn sie in irgendeine Turbulenz geraten sollten, nicht richtig reagieren würde.
"Ja, in zehn Minuten dürften sie wieder amerikanischen Boden unter den Füßen haben. Es ist doch immer schön wieder zu Hause zu sein.", antwortete er mit einem kurzen Lächeln.
Glücklicherweise schien der Captain auch keiner von denen zu sein, die wegen einer Verletzung nach Hause zurückkehren mussten. Scheinbar war nur seine Dienstzeit dort vorbei oder er hatte Heimaturlaub bekommen. Simon wäre auch froh, wenn er endlich einmal wieder längere Zeit in Amerika verbringen könnte, doch noch hatte er keinen Urlaub, sondern musste weiterhin immer wieder seine Route fliegen. Aber zumindest konnte er die Flugzeit mithilfe des Jetstreams ein wenig verkürzen und das obwohl er dafür einen leichten Umweg fliegen musste.
"Danke, aber das Lob gebührt auch meinem Co-Piloten, er ist die Hälfte der Strecke geflogen." Zwar freute er sich über das Lob, aber er mochte es nicht so zu tun, als hätte er alles alleine gemacht, besonders da es sicher einige um Längen bessere Piloten gab. Eine Transportmaschine war bestimmt einfacher zu fliegen als ein Kampfjet oder auch ein Hubschrauber mitten im Kampfgebiet. "Ich muss nun wieder ins Cockpit. Auf wieder sehen.", verabschiedete er sich von dem Captain und ging, während Olsen sich anschnallte, zurück zu seinem Co-Piloten.
Nur wenige Minuten nachdem er wieder das Steuer übernommen hatte, begann er mit dem Landeanflug und setzte möglichst sanft auf der Rollbahn der Peterson Air Base auf. Er ließ sein Flugzeug noch etwas ausrollen und brachte es dann auf den Stellplatz, der ihm zugewiesen worden war. Als das Frachtflugzeug schließlich vollkommen zum Stehen gekommen war, sah Simon noch einmal kurz aus dem Fenster heraus und bemerkte, dass schon eine Offizierin zu der Laderampe ging, die auch als Hauptausstieg aus dem Flugzeug diente. Das musste dann wohl diese Major MagNaghten sein, die Captain Olsen abholen sollte.
Original von Mortimer
Der Pilot schien ein wenig überrascht, ob des Lobes und es schien ihm ein wenig unangenehm gewesen zu sein, ihn anzusprechen. Peter hatte überhaupt kein Problem damit gehabt.
Er ging gedanklich noch einmal durch, was er sich überlegt hatte, warum man ihn angefordert haben könnte: Seine lingusitischen Fähigkeiten könnten hilfreich sein, wenn es um das Übersetzen oder Entschlüsseln von geschriebener Sprache ging oder auch beim Verstehen von gesprochener Sprache. Das vorausschauende Handeln begründet durch eine Analyse von vorhandenen Fakten oder selbst gesammelten Informationen über eine Person oder über ein Volk, könnte ebenfalls wichtig sein oder werden. Peter schüttelte unmerklich den Kopf. So viele Evenualitäten, vielleicht sollte er sich einfach überraschen lassen.
Die Transportmaschine setzte auf und es gab einen kurzen Ruck, der durch die Maschine ging. Aus dem kleinen Fenster heraus konnte Peter sehen, wie die Maschine auf dem Rollfeld zum Stehen kam. Aus dem Towerbereich erschien eine Gestalt, die geradewegs auf das Flugzeug zuging. Nach Peters Schätzung könnte es sich bei der Person um den Major handeln, der ihn abholen sollte.
Die Laderampe wurde heruntergelassen. Nicht nur die anderen Passagiere nahmen ihre verstauten Privatsachen an sich, auch Peter schulterte seinen Seesack und spürte, wie sich darin die vertraute Form seiner Geigentasche abzeichnete. Selbst in der Hitze Afghanistans hatte er sie dabei gehabt, gepflegt und die Geige gespielt. Was im Lager anfangs sehr ungläubig aufgenommen worden war, entwickelte sich dann zu einer Einrichtung, um die Truppe bei Laune zu halten. Sie begleitete ihn immer, egal wohin.
Die anderen Soldaten, die mitgeflogen waren salutierten unten der Person, die am Fuße der Rampe stand, als sie das Flugzeig verließen. 'Das wird dann wohl Major MacNaghten sein. Körperhaltung, Kleidung und Statur sprechen für eine Frau. Mal sehen', dachte Peter als er dann auch die Rampe herunterging. Er kniff die Augen leicht zusammen, denn draußen war es doch erheblich heller als im Flugzeug. Dann beim Heruntergehen sah er bereits die Rangabzeichen auf der Uniform.
Als er dem Major gegenüberstand setzte er seinen Seesack vorsichtig ab. Er hatte recht gehabt: Eine Frau. "Captain Olsen, Sir", salutierte Peter. "Der Pilot informierte mich, dass Sie mich hier abholen würden."
Original von TheNarims
Geduldig wartete Sarah im Towergebäude auf die Ankunft des Militärflugzeugs aus Kundus. Eigentlich hatte sie nur etwas auf der Peterson Airbase zu erledigen gehabt und wollte danach sofort in das SGC zurückkehren, doch da offensichtlich in diesem Flugzeug auch ein neuer Offizier für das Stargate Center mitflog, hatte der General ihr auch noch den Auftrag erteilt diesen Offizier abzuholen. So wie man ihr mitgeteilt hatte, hieß er Captain Peter Olsen und war ein Mitglied der Army. Damit der Captain erfuhr, dass er auf der Airbase schon erwartet wurde, hatte sie das Towerpersonal darum gebeten, dass sie ihm Bescheid sagen würden. Vor kurzem hatte man ihr dann auch bestätigt, dass er informiert worden war und Sarah ging schon einmal zu einem großen Fenster im Erdgeschoss des Towergebäudes um abzuwarten, bis das Flugzeug kam.
Es vergingen noch einige Minuten, bis sie ein leichtes Summen in der Luft hörte. Noch bevor das Flugzeug zu sehen war, bekam sie durch das immer weiter anschwellende Brummen in der Luft mit, dass es im Anflug war. Erst kurz darauf konnte sie schon einen kleinen Punkt am Horizont erkennen, der immer größer wurde, bis das Flugzeug schließlich in den Landeanflug ging und kurz darauf schon auf der Landebahn aufsetzte. Sarah wartete noch, bis die Militärmaschine zum Stehen gekommen war und ging dann zu der bereits geöffneten Laderampe. Zwar salutierten ihr die Soldaten, die das Flugzeug verließen, aufgrund ihres Ranges immer wieder zu, doch keiner von ihnen schien Captain Olsen zu sein, bis plötzlich als einer der letzten noch ein weiterer Offizier das Flugzeug verließ und zielstrebig in ihre Richtung ging.
Mit einem freundlichen Lächeln erwiderte sie seinen Gruß und ließ ihre rechte Hand dann wieder sinken. [color=orange]"Freut mich sie kennen zu lernen, Captain. Ja, der General hat mir diesen Auftrag gegeben. Aber am besten gehen wir nun erst einmal zu meinem Auto. Ich kann mir vorstellen, dass sie einige Fragen haben.", schlug sie ihm vor, während sie langsam in Richtung ihres Autos ging, das sie auf dem Parkplatz der Airbase abgestellt hatte, denn hier konnten sie nur schlecht über Dinge reden, die der obersten Geheimhaltungsstufe entsprachen.
Original von Mortimer
Peter senkte ebenfalls seine Hand und erwiderte freundlich: "Sicher, Major MacNaghtan und davon eine ganze Menge."
Er schulterte wieder seinen Seesack und folgte der Majorin, die sich in Richtung ihres Wagens bewegte. Unterwegs machte er sich einige Gedanken, über die Fragen, die er ihr stellen wollte. Er wog dabei die relativ spärlichen und allgemeinen Informationen, die bestimmt nur als Vorbereitung für den Dienstantritt gedacht waren und versuchte präszise Fragen daraus zu entwickeln, die er der Majorin stellen konnte.
Also komprimierte er gedanklich das Wissen, das er während des Fluges erhalten hatte zu einer Art Mindmap, weil er sich so besser an Dinge erinnern konnte, wenn er sich Ankerpunkte schuf, auf die er dann zurückgreifen konnte.
'Stargate: Ausserirdische Technologie der Antiker, Überbrückung von interstellaren Entfernungen in Nullzeit, Galaxien umspannendes Netzwerk;Cheyenne Mountain: Stargate Center der USA; Russland: Stargate; Antarktis: Stargate und Antiker Waffentchnologie, Antiker: Hochentwickelte Zivilisation - Aufgestiegen - nicht mehr körperlich, Antiker-Gen in Menschen; Goa'uld: Feind, Symbionten-Wirt-Organsimus, Physische Regeneration, machtbesessen, Systemlords, fragiler Frieden untereinander, Intrigen.'
dachte Peter und ordnete seine Gedanken in sein System ein.
'Theoretisch wäre der Einsatz eines Profilers für Ausserirdische ein Alternative, um Taktiken zu planen. Vielleich ist es das.'
Viel zu plötzlich standen sie vor dem Wagen Major MacNaghtans und Peter musste seine Gedankengänge ebenso plötzlich abbrechen. Er zuckte vor Überraschung kurz zusammen und wäre fast gegen den Wagen gelaufen, denn er war wie automatischen neben dem Major hergelaufen, ohne auf seine Umgebung zu achten.
'Nur nichts anmerken lassen und die Situation sofort ändern.' war sein Gedanke. Peter lächelte spontan und fragte wie selbstverständlich Major MacNaghtan, ob sie den Kofferaum öffnen könne, so dass er seinen Seesack einladen konnte.
Nachdem er den Seesack vorsichtig im Kofferraum verstaut hatte, stieg Peter auf der Beifahrerseite ein und schloss die Wagentür. Er wartete bis Major MacNacghtan den Wagen angelassen hatte, schaute kurz zu ihr herüber, dann erst begann er mit den Fragen:
"Durch das Stargate war es möglich, mit anderen Völkern Kontakt aufzunehmen, darunter allerdings nicht nur friedfertige. Wenn ich das bisher richtig verstanden habe, befinden wir uns also nun in einem kriegsähnlichen Zustand mit mehreren ausseriridschen Völkern, die gerne die Erde erobern würden, nachdem sie auf uns aufmerksam wurden, darunter die Goa'uld, Ori und Replikatoren. Den momentanen Zustand verdanken wir der Waffentechnologie der Antiker, der Asgard und der Hilfe einiger Verbündeter. Aber für die Zukunft müssen noch andere Wege gefunden werden, die Gefahren von außerhalb einzudämmen. Ist das so richtig?"
[SIZE=1]ooc: bin ab morgen mittag bis Freitagabend nicht da - Ausflug. Vielleicht ist ja noch eine Sequenz bis dahin drin ) [/SIZE] ;)
Original von TheNarims
[size=1]OOC: Viel Spaß bei dem Ausflug. [/size]
IC:
Für Sarah war es äußerst verständlich, dass der Captain einige Fragen zu dem Stargate Projekt hatte. Als sie damals angeworben worden war, war es ihr ähnlich ergangen. Verschwörungstheorien und Vermutungen, dass schon längst Aliens auf der Erde waren, hatten sie früher nie interessiert und sie hatte sogar diejenigen, die sich so etwas ausdachten für verrückt gehalten. Die Mitarbeit beim Stargate Center hatte ihr gesamtes Leben und auch ihre gesamte Ansicht vom Universum verändert in einer Art, die sie eigentlich nie erwartet hätte. Dort draußen in der Galaxie gab es so viel zu entdecken, dass sie sich manchmal wünschte sie hätte doch eine Wissenschaft und nicht nur militärische Dinge auf der Akademie studiert.
[color=orange]"Das glaube ich ihnen gerne.", erwiderte sie noch, während sie zu ihren silberfarbenen Kombi ging. Während des gesamten Weges zu dem Auto hatte sie das Gefühl, dass der Captain vollkommen in Gedanken versunken war, daher schmunzelte sie auch nur kurz, als er fast gegen ihr Auto gelaufen wäre, sagte jedoch nichts dazu, denn dem Captain schien das doch ein wenig peinlich zu sein. Zumindest vermutete sie das anhand seines kurzen Lächelns und seiner sofort darauf folgenden Frage, ob sie den Kofferraum öffnen könnte. [color=orange]"Natürlich.", antwortete sie, schloss den Wagen über die Zentralverriegelung auf, öffnete den Kofferraum und wartete dann noch, bis der Captain seinen Seesack hinein gelegt hatte, bevor sie die Klappe wieder schloss und zu der Fahrerseite ihres Autos ging.
Während Captain Olsen zusammenfasste, was er scheinbar bisher über das SGC wusste, parkte sie schon einmal aus und fuhr in Richtung der Straße. Die Erfolge des Stargate Centers waren im Vergleich dazu, wie kurz sie erst mit dem Stargate arbeiteten, schon sehr groß gewesen, aber noch immer hatten sie sehr zu lernen. [color=orange]"Ja, das ist richtig. Nur mithilfe außerirdischer Technologie sind wir nun schon soweit, dass wir Raumschiffe bauen und die Erde einigermaßen verteidigen können. Aber die Goa'uld haben noch viel mehr Mittel. Wenn wir nicht vorsichtig sind, dann überrennen sie uns. Und es gibt neben den Goa'uld noch einige andere, vielleicht nicht so mächtige Feinde, die uns gefährlich werden können. Egal wohin wir gehen, wir können uns nie sicher sein, auf was wir stoßen und selbst unsere Verbündeten haben uns schon hin und wieder im Stich gelassen." Nur zu gut konnte sie sich daran erinnern, wie sie schon mehr als einmal Probleme bekommen hatten, weil die Tok'ra einige Hintergedanken bei diversen Missionen gehabt und sie ihnen diese Pläne meist auch erst viel zu spät mitgeteilt hatten. [color=orange]"Aber es gibt auch sehr viele faszinierende Dinge dort draußen zu entdecken. Manche Welten sehen der Erde äußerst ähnlich und dann gibt es andere, wo man schon, wenn man durch das Stargate kommt, merkt, dass es dort vollkommen anders ist.", meinte sie mit einem begeisterten Funkeln in den Augen. Obwohl sie nun schon zwei Jahre beim SGC war, war sie immer noch fasziniert von all den Möglichkeiten, die es dort draußen gab.
Original von Mortimer
"Ich wollte auch nicht zu negativ klingen. Aber der mir zugestellte Bericht war eben militärischer Natur und da geht es nur um Fakten.
Allerdings muss ich Ihnen zustimmen, es gibt Millionen von Möglichkeiten, die das Stargate bietet, warum sollten darunter nicht auch positive Dinge sein, die es eben zu entdecken gilt, seien es andere Völker, Kulturen, Technologien,"
Peter bemerkte beim Sprechen, wie sehr er die Begeisterung des Majors teilte. Endlich mal gab es die Möglichkeit etwas aus einem anderen Blickwinkel als der rationalen Analyse von Fakten zu betrachten und entsprechend zu handeln.
Nicht nur Profiling auf militärischem Gebiet, sondern der Umgang mit anderen Völkern und Kulturen und deren Verhaltensweisen bot ganz andere Handlungsmöglichkeiten. Vielleicht konnte er sich dann auch wieder verstärkt der Linguistik widmen.
Alles in allem freute sich Peter, dass er diese Möglichkeit bekommen hatte und das durfte ihm der Major ruhig ansehen, jetzt, wo er wusste, mit welcher Begeisterung sie bei der Sache war.
"Da habe ich ja richtig Glück gehabt, nun Teil eines solchen Abenteuers zu werden, auch wenn 'Abenteuer' den eigentlichen Ernst der Lage nicht richtig trifft, finde ich, dass es trotzdem zu einem werden kann. Es ist eben eine Definitionssache."
Peter sprach weiter und ihm kamen wieder einige Fragen in den Sinn. "Darf ich Sie fragen, Major, welchem Aufgabenfeld Sie beim Stargate Center zugewiesen sind? Und ob Sie vielleicht wissen, welches ich bekleiden werde, wenn ich dort bin?"
Er wollte nicht zu neugierig wirken, aber das waren auch Fragen, die ihn interessierten und der Major machte einen ganz umgänglichen Eindruck, warum sollte er sie also nicht stellen. Und außerdem bestand ja auch die Möglichkeit, dass sie zusammen in einem Team arbeiten könnten, dem wäre er sicher nicht abgeneigt. Aber das war leider nur reine Spekulation. Trotzdem fand Peter es wichtig, mit jedem Gesprächspartner eine freundliche Atmossphäre zu schaffen und das ging eben auch über solche Fragen.
Original von TheNarims
Bei den vielen Gefahren, die auf anderen Planeten lauern konnten, war es äußerst einfach allzu negativ zu klingen. Aber es war um einiges besser zu vorsichtig auf einem Planeten zu sein, anstatt die Missionen zu verklärt und fantastisch zu sehen, denn bei manchen Welten, die irgendeiner Epoche der Erde zu ähnlich waren, wurde man viel zu schnell unvorsichtig und achtete nicht mehr genau darauf, was das Volk dort vielleicht plante. Immerhin hatte sie auf den Missionen, an denen sie bisher teilgenommen hatte, gelernt, dass jedes Volk, so gut wie es auch erschien, meist irgendein Geheimnis hatte, das möglicherweise sogar für das Team gefährlich werden konnte.
[color=orange]"Da haben sie Recht. Ich habe schon Dinge gesehen und erlebt, von denen ich eigentlich immer gedacht habe, dass sie nach Hollywood gehören.", scherzte sie ein wenig, denn manches im SGC wirkten wirklich so als wäre es kaum möglich. Selbst die Gesetze der Physik schienen manchmal bis zum Äußersten gebogen zu werden, denn solche Dinge wie Hyperraumflug und Trägheitsdämpfer konnte sie sich mit ihrem High School Wissen über Physik auf keinen Fall mehr erklären. [color=orange]"Das Volk, das ich am interessantesten finde, sind die Nox. Da sie sehr zurückgezogen leben und eigentlich keinen Kontakt mit anderen Völkern haben, habe ich noch nie die Gelegenheit gehabt ein Mitglied der Nox kennen zu lernen, aber so wie ich in den Berichten gelesen habe, ist ihre Kultur vollkommen friedlich und trotzdem sehr weit entwickelt."
Sarah war froh darüber, dass Captain Olsen scheinbar auch von den vielen Möglichkeiten begeistert war und nicht nur die Gefahr hinter dem Stargate sah, denn die Reisen durch das Tor waren tatsächlich interessant, aber auch ein sehr riskant. [color=orange]"Ja, es ist wirklich ein Abenteuer und ich denke nicht, dass man sich irgendwann so sehr an die Reise durch das Stargate gewöhnen kann, dass man, bevor man auf eine Mission geht, nicht aufgeregt ist."
Gerne würde sie dem Captain auch die Frage beantworten, welche Aufgabe er im SGC haben würde, doch leider hatte man sie darüber nicht informiert, bevor sie zu der Peterson Air Base gefahren war. [color=orange]"Ich bin Second in Command von Colonel Stewarts Team, dort kümmere ich mich besonders um strategische Aufgaben und Taktik. Früher war ich auch Pilotin, aber seit ich im Stargate Center bin, bin ich nur noch sehr selten geflogen." In den letzten zwei Jahren war sie nur einige wenige Male geflogen und das eigentlich auch nur, weil sie ihre Fluglizenzen für manche Flugzeugtypen erneuern musste. [color=orange]"In welches Team sie kommen oder ob sie erst einmal nur im SGC arbeiten werden, kann ich ihnen nicht sagen. Dafür müssen sie mit dem General reden. Wenn wir beim Cheyenne Mountain sind, kann ich sie gerne auf Level 27 bringen. Außer sie wollen sich vorher noch ein wenig umsehen.", schlug sie ihm vor, während sie, nachdem sie Colorado Springs durchquert hatten, langsam auf die Bergstraße einbog, die sich in einigen engen Kurven den Berg hinauf zu dem Eingang vom Cheyenne Mountain Complex wand.
Original von Mortimer
Peter hatte Major MacNaghtan aufmerksam zugehört. Ab und zu wanderte sein Blick auf die Straße und die Umgebung. 'So viel zu NORAD', dachte er.
Peter wusste, dass NORADs Überwachung seit 2006 auf das Gelände der Peterson Air Base verlegt worden war. Der ehemalige Superbunker in Cheyenne Mountain diente offiziell nur für Traningszwecke und war sozusagen auf "warm standby", als alternatives Kommandozentrum. Niemand in der Öffentlichkeit ahnte, dass Cheyenne Mountain sehr aktiv war, bloß nicht auf dem Gebiet, was bekannt war, sondern sich dem Unbekannten im Weltraum widmete.
Bis vor etwa einem Tag wusste Peter selbst nichts davon, von dem, was sich dort unten befand.
Er hielt die Konversation am Laufen."Strategie und Taktik sind auch die Gebiete, wo ich meine Stärken habe. Wissen Sie, ich bin bei PSYOP für Interaktion und Kommunikation zuständig gewesen. Bezogen auf Einzelpersonen oder Gruppen. Ich lasse ich mich mal überraschen, wo ich landen werde. Aber wie Sie sich sicher denken können, können Sie mich gerne gleich nach unten bringen, denn ich will unbedingt den Komplex kennen lernen und mich beim General zu melden. Mal sehen, was für eine Aufgabe mir zugewiesen wird. Hoffentlich kein Schreibtischjob, sondern so etwas von dem, wie es Sie mir unterwegs erzählten," erzählte und sagte er mit einem Lächeln in Richtung Major MacNaghtans.
Der Wagen bog um eine Kurve und kurze Zeit später tauchte vor ihnen das Eingangstor zum Cheyenne Mountain Komplex auf. In ein paar Augenblicken würden sie den Wagen verlassen und Major MacNaghtan würde ihn dorthin bringen, wo Science Fiction Wirklichkeit geworden war.
Peter war so aufgeregt, wie an dem Tag, als er die Zusage für West Point bekommen hatte. Hier tat sich nun etwas auf, das für sein weiteres Leben von großer Bedeutung sein würde und vielleicht die Narben in seiner Psyche schwinden ließ, die ihm der ewige Kampf gegen den Terror, für den er einst ausgebildet worden war, zugefügt hatte. Anfangs war er noch unter den Freiwilligen gewesen, aber mit Kampf hatte das nichts mehr zu gehabt: Es war zu einem Krampf geworden. Deshalb kam dieser neue Einsatz gerade zur rechten Zeit. Peter seufzte leise, als der Wagen vor dem Eingangsposten hielt.
Der Reiseführer
Original von Mortimer
Der Wachhabende salutierte und der silberne Kombi passierte die Absperrung. Nachdem der Wagen abgestellt worden war gingen sie in die Anlage und wie sie gesagt hatte, führte Major MacNaghtan Peter auf Level 27, wo sich das SGC befand. Unten angekommen meldeten sie sich wieder bei einem Soldaten. Danach trennten sich ihre Wege.
Peter bekam sein Quartier zugewiesen und ihm wurde erklärt, wo er es finden würde. Peter versuchte, sich in dem metallenen Gangsystem zu orientieren. Zum Glück gab es einige Tafeln zur Orientierung, die er nutzen konnte. Unterwegs kamen ihm immer wieder Personen in Uniform entgegen. Es herrrschte geschäftiges Treiben hier.
Nach einiger Zeit stand er vor einer metallenen Tür mit Nummernschloss und gab seine Kennzahl ein. Mit einem Klicken öffnete sich die Verriegekung und Peter konnte sein neues Quartier beziehen. Er trat ein. 'Erstmal kein Tageslicht mehr, aber dafür auch keine Sonne und kein Sand,' dachte Peter und sah sich im den karg möblierten Zimmer um. Der metallene Charme der Army war überall im Zimmer zu sehen.
Er stellte seinen Seesack behutsam ab und öffnete die Verschnürung. Die übliche Vorgehensweise folgte: Erst wurde das Bett bezogen und dann die Kleidung einsortiert. 'Meine Gardeuniform dürfte mir hier eh nichts nützen,' sinnierte Peter, als er die Kleidung sorgfältig in die Fächer sortierte. Seinen PDA legte er in die Nachtischschublade, wo sich auch eine Bibel befand, die er kurz nachdenklich in der Hand hielt und dann zurücklegte. Die Geigentasche lag mittlerweile auf dem Bett und Peter holte nach und nach kleinere Dinge aus seinem Seesack: Ein Bild seiner Eltern, das er auf einen der Regalböden stellte, kleine Tonscherben und Steinstücke mit verschiedenen Schriftzeichen, die dort eingeritzt worden waren.
'Soviel alte Kulturschätze, die durch religiöse Fanatiker fast vollkommen zerstört wurden,' behutsam ordnete Peter die Stücke auf einem anderen Regal ein. Daneben platzierte er seine alte, ziemlich abgenutzte Version von "Sherlock Holmes", die er mit einem Lächeln und einem kurzen Blick zum Foto seiner Eltern dort hin stellte.
Zum Schluss nahm Peter eine Röhre von etwa einem Meter länge aus dem Seesack, öffnete sie und holte ein Futteral heraus, in dem sich zwei Bokken, ein kurzes und ein langes Holzschwert, die er zum Kenjutsu benutzte, befanden. Mit dem zugehörigen Ständer zusammen, stellte er sie in das letzte, freie Regal: 'Eine Trainingseinheit mit Florett oder Degen wäre auch mal wieder etwas, aber die Holzwaffen sind einfach praktikabler und transportabler,' , dachte er als er einen geeigneten Platz gefunden hatte.
Peter ging ins kleine Bad und duschte sich kurz ab, die Reise war doch anstregend gewesen. Dann ging er zu seinem Bett und holte die Geige und den Bogen aus der Tasche. Den Bogen bestrich er sorgsam mit Kolophonium und setzte dann die Geige an der Schulter an, um zu hören, ob sie verstimmt war.
Bevor Olsen großartig mit einer Übungseinheit beginnen konnte, klopfte es an seiner Tür. Major Peter Kingsley stand davor und wartete darauf, von dem Captain hineingerufen zu werden. Kingsley hatte als die rechte Hand des Generals den Befehl erhalten, Olsen das Programm zumindest in den Grundzügen zu erklären, dem Captain die wichtigsten Dinge zu weisen und ihn dann für eine kurze Besprechung zu Shepherd zu bringen. Der General empfing zwar nicht jeden einzelnen Mitarbeiter zu einem Gespräch, der irgendwann einmal im Cheyenne Mountain arbeiten würde, aber die Soldaten, welche Shepherd irgendwann auf fremde Welten und in potenzielle Lebensgefahr senden würde, wollte der erfahrene Befehlshaber zumindest einmal persönlich im Vorfeld auf ihre Aufgaben einschwören.
Original von Mortimer
[SIZE=1]ooc: So eine Situation lässt sich irgendwie schlecht mit Text füllen....[/SIZE]
Peter wollte gerade mit dem Bogen über die A-Saite streichen, als er Schritte vor seiner Tür bemerkte, denen ein Klopfen folgte.
Kurz besah er sich noch einmal seine Unterkunft und wie sie wohl auf eine fremde Person wirken würde. Er nickte und war zufrieden.
Eine persönliche Note war doch zu erkennen. Vielleicht würde er nun gleich erfahren, was sein Aufgabengebiet hier im SGC sein würde.
Er legte die Geige auf sein Bett und rief: "Herein!"' . Dann stellte er sich in Soldatenmanier hin und erwartete die eintretende Person.
[size=1]OOC: Kein Problem :) Als Tipp: Wenn man gerade nicht viel zur direkten Handlung schreiben kann, aber gerne mehr schreiben wollte und die Zeit da ist (wenn man grad nach 'nem 10 Stunden Tag von der Arbeit kommt, noch nicht gegessen hat und auch für den Rest des Abends keine Muse verspürt, groß was zu Posten, aber trotz des Zeitmangels wenigstens kurz einen Beitrag machen will, damit die Mitspieler nicht warten müssen - dann ist das natürlich was ganz anderes), dann sind auch kurze Beschreibungen des Chars immer gut geeignet - und vermitteln zudem etwas mehr charakterliche Tiefe... oder manchmal auch nur rein tiviale Informationen über das Privatleben der Figuren.
So könntest du beschreiben, was er in der Kindheit mal erlebt hat, welches Stück er denn gerade üben wollte und ob es zu seinen Lieblingsliedern gehört - genauso hättest du auch schreiben können, dass ihm beim Klopfen an der Tür daran denken musste, ob es wohl in Colorado Springs einen guten Pizza-Lieferservice gibt, und ob der seine Lieblingspizza mit viel Pepperoni und dreifach Käse, besonders stark gegrillt, auch anbietet. ;) Trivial, trotzdem unterhaltsam ... und der Mitspieler kommt vllt auch irgendwie dadurch selbst auf Ideen.. und sei es drum, dass er sich überlegt, dass er mal mit ner Figur und deinem Char zum Pizza Essen nach Colorado Springs gehen könnte :P
So.. genug der Theorie..[/size]
Als Kingsley die Tür öffnete, über die Schwelle schritt und den stramm stehenden Soldaten sah, sagte der Offizier sofort: "Stehen Sie bequem."
Kingsley musterte den groß gewachsenen, hageren Mann, der den knapp einen Meter und 75 Centimeter großen Major um einen gefühlten Kopf überragte. Kingsley war nur grob rasiert, Stoppeln bedeckten Wangen, Kinn und die Partien um den Mund herum. Der Army-Soldat wirkte dadurch etwas gröber, als wäre er von einem Kurzeinsatz hinter feindlichen Linien zurück und hätte gerade mal die Chance für eine kurze Katzenwäsche gehabt, denn seine Haare waren gekämmt, und er roch nicht nach tagealtem Männerschweis, sondern war geduscht und hatte auch etwas After Shave aufgelegt, auch wenn die Tinktur nicht zu seinem Aussehen passte, als hätte er eine Zeit 'after shaving' schon eine Weile nicht mehr gehabt. Sein grobes Auftreten, dass er ständig mindestens mit seiner Beretta bewaffnet durch die Basis ging und auch manche charakterlichen Eigenheiten ließ General Shepherd dem Major durchgehen und sah darüber großzügig hinweg, trat der Befehlshaber des Stargate Centers doch auf der anderen Seite immer auf, als hätte er sich vor gerade einmal fünf Minuten rasiert und den Schnurrbart gepflegt.
"Ich bin Major Kingsley, der Adjutant von General Shepherd", begann der Offizier, "ich bin hier um Ihnen einen Crashkurs über das Center zu geben, Captain. Haben Sie im Vorraus bereits Fragen?"
[size=1]OOC: Du hattest den Char 2mal in der Bib angelegt. Ich hab jetzt einen gelöscht - leider kann ich mir nicht anzeigen lassen, welcher der beiden in Posts verwendet wurde. Mein 50/50 Glück hat mich natürlich den Falschen nehmen lassen *g* Aber du kannst einfach durch Editieren der beiden Posts wieder den Chara hinzu bauen.[/size]
Original von Mortimer
Peter hatte seinen Besuch erwartet. Als der Major den Raum betrat, stand Peter in der typischen Pose, die einem Soldaten in Erwartung eines höherrangigen Offiziers schon beim Basistraining immer wieder beigebracht worden war. Es hätte allerdings auch jemand anders durch die Tür kommen können, aber das war jetzt egal. Etikette zählte. Bevor Peter sich nun darüber Gedanken machen konnte, wer nun durch die Tür kommen könnte, stand Major Kingsley im Raum. Peter salutierte und stand dann bequem, als er die Anweisung dazu bekam. Trotzdem kam er sich etwas blöd vor, nun, wo er vor dem Major stand und dachte: 'Hier scheint alles etwas anders zu sein.'
Dann nickte er kurz und bot dem Major einen Stuhl an, bevor er sich ebenfalls setzte.
"Ein wenig Informationsmaterial über das Stargate-Programm lag meinem Marschbefehl bei, aber das waren nur allgemeine Informationen. Etwas mehr erzählte mir Major MacNaghten, als sie mich von der Airbase abholte. Aber mein Wissen scheint wirklich nur bruchstückhaft zu sein, wenn ich jetzt hier so langsam die Ausmaße des Projektes und der Einrichtung begreife. Also würde mich interessieren, ob und wo es Archivmaterial gibt, das ich einsehen kann, um anhand von Berichten und Daten eigene Analysen über die Gegebenheiten zu entwickeln und um mich einfach nur fortzubilden, denn Unwissenheit ist kein Schutz vor dem, was einen erwartet, im Gegenteil. Entschuldigen Sie, aber ich brauche eben einen Schluck Wasser. Ich rede zuviel," sagte Peter lächelnd.
Dann holte er eine Wasserflasche und stellte zwei Gläser auf den Tisch. Er goss sich abwartend auf die Reaktion des Majors ein Glas Wasser ein und trank etwas, dann sprach Peter weiter: "Mal abgesehen von den ganzen Daten und Fakten über Außerirdische und neue Technologien, interessiert mich einfach, wie der Komplex hier aufgebaut ist, welche Strukturen vorhanden sind und wie die entsprechenden Prozeduren ablaufen, die es hier zu beachten gilt und natürlich die ganz wichtige Frage: Wo ist die Kantine und wie schlecht ist sie?"
Als er seine Frage nach dem Essen beendet hatte, bemerkte Peter tatsächlich ein leichtes Hungergefühl. War da nicht in Colorado Springs ein Asiate gewesen?
Beim Durchfahren meinte er einen gesehen zu haben. Sushi wäre jetzt genau richtig und dazu Reiskuchen.
Peter brach den Gedankengang ab und und ergänzte seine Ausführungen: "Aber ich denke mal, dass wird alles der Crash-Kurs beinhalten, den Sie mit mir durchexzerzieren wollen." Er schaute Major Kingsley abwartend an.
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Der Major, auf dem Stuhl vor Peter sitzend, lehnte sich etwas nach vorn. Die M9 war deutlich sichtbar in dem Halfter, welchen Kingsley um seinen rechten Oberschenkel trug. Er hatte die Fragen des Soldaten geduldig abgewartet und meinte nun: "Es gibt mehr als genug Archivmaterial, um Sie für die nächsten Wochen zu quälen. Sie werden nach ihrem Gespräch mit dem General Zugang dazu erhalten. Und natürlich erreicht die Bunkerkantine hier den erforderlichen Militärstandart auf der Mist-Skala. Aber manche finden sie anscheinend ganz in Ordnung."
Kingsley fuhr sich einen Moment mit dem rechten Handrücken über die Stoppeln auf seiner Wange. 'Vielleicht war es doch Zeit, mal wieder drüber zu gehen', dachte sich der Offizier dabei. Schließlich wollte er nicht ungepflegt wirken, er machte sich nur nicht viel daraus, jeden Tag eine Schönheitskur anzufangen, wenn er am Selben bereits wenige Minuten später in einem Kampfgebiet sein könnte.
"Sie waren wie ich in Fort Bragg, daher müssen Sie bedenken, dass dies keine Army Base ist. Die Fliegeruhren hier ticken manchmal einen Sprung anders. Aber wir sollten mit diesen Flyboys nicht zu streng ins Gericht gehen... zum Glück ist nun Shepherd am Ruder, er wird diese Scheiße wieder richten", sagte der Major mit deutlichen Worten.
Original von Mortimer
Peter entspannte sich, als er dem Major zuhörte. Er mochte diese direkte, offene und wie es schien, auch entsprechend ehrliche Art des Majors.
So wurde schneller deutlich, wie jemand dachte und handelte, ohne irgendwelche Verstellungen oder Verhaltensweisen, die nur der Ablenkung dienten.
Peter wollte kein Profil des Majors erstellen, aber mittlerweile passierte es schon fast unbewust, dass er begann eine Person unmittelbar im Gespräch zu beobachten:
Sprache, Intonation, Gestik und Mimik, eben das Ganze drumherum, das dazu dienen konnte, später einmal en Profil zu erstellen.
So nickte er einfach zustimmend. Häufig gab es indirekte Anspielungen auf das Verhältnis von der Air-Force zu Army nach dem Motto. 'Wir sind besser als ihr', aber Peter tangierte dieses Problem kaum. Letztlich musste man zusammenarbeiten, wenn es etwas zu erreichen galt, aber diese alte Rivalität war eben da.
'Das war dann der SGC-Crash-Kurs', dachte Peter, um dann zu sagen: Im Endeffekt ist es hier also nicht anders, als in anderen Bunkern der Air-Force, was die Struktur angeht, nur, dass es hier noch eine streng geheime Einrichtung gibt, die nun einem Army-General untersteht. Ich werde ich mich hier wohlfühlen," meinte Peter lächelnd, ”dann wird es ja Zeit, dass ich etwas über 'die Scheiße' beim General erfahre, die es zu richten gilt. Ich bin gespannt, wie mein Briefing beim General aussehen wird. Es sei denn, Major, dass Sie noch etwas mit mir klären müssen. "
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Kingsley war sich nicht sicher, ob er den scheinbaren Übereifer des Captains kritisch oder wohlwollend auffassen sollte. Während seiner Zeit im Irak und in Afghanistan hatte er so manche übereifrige Soldaten kennen gelernt, die dadurch in Teufels Küche geraten und nicht immer wieder daraus hervor gekommen waren.
"Sie sollten vor allem beachten, dass der General wert auf strickte Kommandostrukturen legt", betonte Kingsley. Der Offizier spielte mit der Aussage auch darauf an, dass er noch kein einziges 'Sir' von Olsen gehört hatte, etwas, das Kingsley durchaus in einem solchen Gespräch, das nicht vor anderen Soldaten stattfand, durchgehen ließ, dem General gegenüber aber schnell dafür sorgen würde, dass der neue SGC-Soldat nur als 'Auswechselspieler' Verwendung finden würde.
"Shepherd wurde aus dem Nahen Osten abgezogen, um hier den nächsten Krieg zu führen... und ich kann Ihnen sagen, der General ist der richtige Mann dafür, aber das hier ist eine vollkommen neue Form der Kriegsführung. Vergessen sie ein nukleares Wettrüsten von Massenarmeen oder asymmetrische Kriegführung. Sie sind nun Teil einer Frontlinie, bei der die Gegner vielseitig sind und in beide Richtungen ihre Taktiken ausbauen, und das in millionenfacher Intensität", sagte Kingsley, und seine Stimme klang hart. Der Major erhob sich und meinte dann zu Olsen: "Folgen Sie mir, Captain. Ich bringe Sie zum General."
[size=1]to be continued (tbc.) - [url=http://www.stargate-universe.de/sgrpg/wbboard/thread.php?threadid=7805&boardid=1353&styleid=17&page=2]im Büro des Generals (LINK)[/url][/size]
Original von Mortimer
[font=small] ooc: Hm… da scheint sich ein Missverständnis ergeben zu habe, da der Major die Fragen und die Erläuterung nach dem Crash-Kurs irgendwie übergangen hat oder lag es an dem 'Sir', dass ich ja komplett vergessen habe. Reicht nicht Rang oder Rang + Name bei Offizieren? Oder muss dann noch ein 'Sir' damit dran oder nur 'Sir' - bin da absoluter Laie….Aber weiter im Text und mal sehen, wie sich das Ruder herumbiegen lässt…[/font]
1. Auf dem Weg zum General
Peter zuckte innerlich zusammen. Er hatte dem Major gegenüber gerade komplett die militärische Rangordnung und und Adressierung vergessen. Die Betonung des Majors hatte dies deutlich zum Audruck gebracht. Er hatte eine Grenze übertreten und jetzt musste er die Situation irgendwie entschärfen.
Bevor sie das Quartier verließen, sagte Peter ernst: "Ich bitte um Verzeihung, Sir. Ich habe Ihnen gegenüber den nötigen Respekt vermissen lassen. Ich wollte nicht den Anschein erwecken übereifrig zu sein oder die Kommandostrukturen zu ignorieren. Ein Fehler, der sich nicht wiederholt, Sir. Vor allem, da mir aus dem, was Sie bereits sagten, klar geworden ist, dass Fehler nicht passieren dürfen, wenn wir es mit so einem wandelbaren Feind zu tun haben."
Dann wartete Peter eine Reaktion des Majors ab, bevor er ihm zum Büro des Generals folgte.
2. Büro des Generals
Peter folgte dem Major durch die verwinkelten Gänge des SGC. Immer wieder dachte er über sein fehlerhaftes Handeln, gegenüber dem Major nach und vermerkte sich gedanklich Notizen, um nicht noch einmal in eine solche Situation zu geraten. Vorgesetzte sind eben Vorgesetzte.
'Halte dich bloß zurück. Nicht nochmal so ein Ding. Beobachte und handle dann. Es geht hier um einiges. Den Trumpf, den du jetzt noch hast, ist die Tatsache, dass sie dich hier haben wollen und das wissen deine Vorgesetzten auch, sonst hätte der Major sicherlich auch anders reagiert',
dachte Peter und wartete geduldig die nächsten Schritte des Majors ab.
Nach einiger Zeit kamen sie vor dem Büro des Generals an. Peter blieb stehen und rührte sich nicht, als erst der Major den Raum betrat, die Tür schloss und wohl einige Worte mit dem General wechselte. Peter wusste nicht, worüber sie gesprochen hatten, aber dann öffnete der Major die Tür und gab ein Zeichen, dass Peter eintreten solle. Peter atmete tief durch, betrat den Raum und stellte sich in bester Soldatenmanier hin. "Captain Peter Olsen, General Shepherd, Sir!"
[size=1]OOC: Ich hatte im Kopf erst zum General und dann rumlaufen und hab das durcheinander gebracht. Holen wir dann nun nach dem Gespräch mit Shepherd nach. Zum Sir = Es muss auch nicht nach jedem Satz sein, kommt aber meist nach Sinneinheiten. Ein Ranghöherer wird meist entweder mit Sir, Rang oder Rang+Sir angesprochen... aber auch da kommt meist nach Sinneinheiten (eben wenn als eine Art Abschluss des gesagten) ein Sir bzw. wenn ein Sergeant von deinem Captain einen Befehl erhält, würde der auch normal mit "Ja, Captain" oder "Ja, Sir" oder wenn er absolut den Respekt raushängen lassen will - durchaus übertrieben klingend ... und vielleicht auch manchmal absichtlich provozierend so gemeint ;) - "Sir, ja, Sir" *g*[/size]
Der General nickte und sah den Soldaten streng an. Es war die übliche Mine, die der alte Haudegen aufgelegt hatte und ließ selten darauf schließen, was wirklich in seinem Kopf vor ging. Shepherd saß in seinem ledernen Sessel, hatte die Hände zusammengefalltet und die Unterarme auf seinen Schreibtisch gelegt.
"Freut mich Captain", sagte Ross Shepherd, der es bei der Begrüßung beließ, nachdem er sich nicht mehr vorzustellen brauchte. Er streckte eine Hand zu einer einladenden Geste aus, die auf einen der anderen Stühle im Raum wies, und sagte freundlich: "Setzen Sie sich."
Der Kommandeur des SGC wartete einen Moment, ließ den Offizier Platz nehmen und begann dann in medias res: "Ich weiß nicht, was Sie bereits alles erfahren haben, Captain, aber ihre Arbeit kann hier von größter Wichtigkeit für die nationale Sicherheit sein. Grundinformationen müssten Sie bereits erhalten haben, der schlichte Fakt ist: Außerhalb dieses Sonnensystems gibt es Völker, die mit einem einzigen Raumschiff unsere Zivilisation auslöschen können. Es gibt Reiche, deren Bevölkerung mehrere dutzend Erden ausmachen und die ein Heer befehligen, das tausend mal größer ist als alle Soldaten der Erde zusammen genommen. Und habe ich schon erwähnt, dass diese Territorien Ressourcen besitzen, mit denen wir nicht mithalten können, und ihre Herrscher selten bis niemals Interesse daran haben, Abkommen einzugehen oder diese auch einzuhalten?"
Shepherd musterte das Gesicht des groß gewachsenen Offiziers und dessen Reaktionen, bevor er zwei Atemzüge später fortfuhr: "Diese Einrichtung braucht Soldaten wie Sie. Fähige Kämpfer, die mehr können als nur zu Schießen. Die Technologien des Feindes verwenden, seine Psyche verstehen, seine Sprache lernen... diesen Krieg werden wir nur dadurch gewinnen können, dass wir den Gegner dazu bringen, sich so lange wie möglich selbst zu bekriegen und die Gesellschaft der Goa'uld mit Kommandooperationen zu schwächen."
Original von Mortimer
Nachdem er sich gesetzt hatte, hörte Peter den Ausführungen des Generals aufmerksam zu und nickte zwischendrin bestätigend. Nachdem der General geendet hatte, tat Peter einen tiefen Atemzug und sagte: "Darf ich sprechen, Sir?"
Peter wartete ab, bis General Shepherd seine Zustimmung gab, dann äußerte sich Peter zu dem bisher Gesprochenen.
"Wenn ich die Direktiven von PSYOP zugrunde lege, Sir, sieht es so aus, dass für die, von Ihnen erwähnte Strategie ein sehr fähiger Nachrichtendienst installiert sein muss, der in diesem speziellen Fall, naja, galaxienweit operiert, damit entsprechende Analysen für erfolgreiche Kommandoeinsätze im Vorfeld duchgeführt werden können.
Und wie sie bereits erwähnten, Sir, kann die Strategie nur die sein, mit kleinen Teams Nadelstiche zu setzen und Gesellschaften zu infiltrieren, um mit entsprechenden Maßnahmen Widerstand gegen die Goa'uld aufzubauen. Mit anderen Worten, Sir, Taktiken nutzen, wie sie auch von El-Kaida effizient genutzt werden.
Was die Goa'uld angeht, Sir, ist dann nach erfolgreichen Kommandoaktionen im speziellen Fall ein 'Bekennerschreiben' wichtig, das dann latente Spannungen zwischen konkurrierenden Systemlords weiter aufbauen kann, um die instabile Lage zwischen den Systemlords weiter zu destabilisieren und um eventuell neue Verbündete zu gewinnen.
Auch die entsprechende Propaganda darf nicht vergessen werden, die die Natur der Goa'uld öffentlich macht, angepasst an die örtlich vorhandene Medieninfrastruktur, wie das Schreiben von Viren oder Trojanern, um die Computersysteme unserer Gegner infizieren, nicht nur, um Informationen abzufangen, sondern auch, um Informationen zu verändern. Damals in Panama war das noch einfach, Sir, da gab es nur Telefon und Radio, aber das hier ist, wie Sie schon sagten, Sir, eine andere Liga, komplexer und gefährlicher."
Peter bemerkte erst jetzt, wie angespannt er eigentlich war und versuchte seinen Körper zu entkrampfen, indem er beim Einatmen den Kopf senkte, die Augen schloss, an Wellen dachte und beim Ausatmen, die Wellen auslaufen ließ.
Er räusperte und sagte: "Entschuldigen Sie, Sir, aber ich will Sie nicht mit taktischen Überlegungen langweilen, die Sie sich bestimmt bereits selbst gemacht haben, aber PSYOPs Aufgabe besteht darin, den kommandierenden Offizieren solche Überlegungen mitzuteilen, so wie ich es auch gerade getan habe."
Der General hatte Captain Olsens Ausführungen geduldig angehört, auch wenn er es als etwas viel empfand, war doch Shepherd hier derjenige, welchem der Soldat eigentlich zuhören sollte, und nicht umgekehrt.
Dennoch schenkte er Olsen ein kurzes Lächeln.
"Ich schätze Ihren Tatendrang, Captain, aber da draußen Funktioniert alles anders, als hier. Wir spionieren den Feind aus, aber ohne die Tok'ra können wir niemals ein ausreichendes Informationsnetz ausbauen. Davon abgesehen, dass Jaffa für unsere Propaganda noch weniger anfällig sind wie unsere Gegner im Nahen Osten. Auch hier sind wir auf verbündete Jaffa angewiesen, die die Kultur unserer Feinde nicht nur kennen, sondern selbst leben", antwortete der General. Er griff nach einer Schublade in seinem Schreibtisch und holte daraus einen Umschlag hervor, den er langsam über den Tisch zu Olsen hinschob.
"Das Goa'uld Imperium ist eine Spielwiese mit gigantischem Ausmaß. Überlassen Sie mir die Strategie, und ich überlasse ihnen die Gefechte. In diesem Umschlag sind Zugangscodes zu manchen Datenbanken für unsere Truppen. Machen Sie sich mit den Gegnern vertraut... in den folgenden Wochen werden Sie einen Crashkurs in Goa'uld erhalten. Aufgrund Ihrer Akte zweifle ich nicht daran, dass Sie sich zumindest ein Grundverständnis aneignen können... Zudem werden Sie bei Zeiten erste Erfahrungen mit Gatereisen machen dürfen", sagte Shepherd.
Original von Mortimer
Peter hatte an der Reaktion des Generals bemerkt, dass seine kleine Exkursion über PSYOP bei dem General nicht unbedingt auf Ablehnung gestoßen war, aber sie war ausführlicher geworden, als er selbst gedacht hatte.
Allerdings galt es nun, neue, eigene Modelle zu entwickeln. PSYOPs Modelle und Konzeptionen, wie sie bei irdischer Kriegsführung und in Krisenherden zum Einsatz kamen, fanden auf diesem intergalaktischen Kriegsschauplatz kaum noch Anwendung, sondern es mussten neue Konzeptionen entwickelt oder angepasst werden. Sozio-kulturelle Hintergründe der Jaffa mussten genauer aufgearbeitet werden, sowie die der Goa'uld und dabei sollten auch die Antiker nicht vergessen werden. Die Sprachsyntax und Sprachsemantik der Goa'uld, Antiker und auch Jaffa waren ebenfalls von hoher Wichtigkeit für die voraussichtlich jenseits des Sternentores stattfindenden Einsätze und Gefechte. Der General hatte auch genau auf diesen Punkt besonders hingewiesen. Damit war Petes Einsatzgebiet auch deutlich markiert: Linguistik, eben sein Spezialgebiet. Er müsste noch erfahren, ob bereits Übersetzungspgrogramme für die außerirdischen Sprachen und Schriften im Einsatz waren und wie man damit arbeitete, denn dass würde nicht nur den Lernprozess beschleunigen, sondern auch die weitere Arbeit verbessern. 'Gab es nicht bei SG-1 einen Archäologen und Sprachwissenschaftler?' Peter dachte kurz nach und erinnerte sich an den Namen der Person: 'Daniel Jackson'. Er hatte doch etwas über ihn in dem Dossier gelesen, das er mit dem Marschbefehl bekommen hatte. Daniel Jackson dürfte auf diesem Gebiet einer der Experten sein, dessen war sich Peter sicher.
Peter begann in Gedanken eine to-do-Liste zu erstellen, die es nun zu erledigen galt. Es lag also viel Arbeit in den Datenbanken vor ihm, die er, so motiviert wie er war, gerne leisten würde.
Einen Moment lang musste er den Umschlag wirklich nur fixiert haben, als er begonnen hatte, neue Objekte und Strukturen in seiner eigenen Mindmap einzubauen. Dann blickte er in das Gesicht des Generals.
"Jawohl, Sir!" war Peters kurze Antwort, als er den Umschlag schon fast vorsichtig ergriff und ihn an sich nahm. "Ich werde mich gleich an die Arbeit machen, sobald Major Kingsley mir das SGC gezeigt hat und mich mit dieser neuen Materie gezielt auseinandersetzen."
"Doktor Jackson hält sich, sofern er nicht auf einer Mission ist, meistens sehr beschäftigt in seinem Labor. Sie können versuchen, ob er bereit ist, etwas Zeit zu Opfern, um Ihnen ein paar Tipps zu geben, aber ob er diese hat, kann ich nicht garantieren", meinte der General. Es ging dabei nicht darum, dass ein Soldat akzentfrei sprechen lernen konnte, als wäre er mit der Goa'uld-Sprache aufgewachsen - wobei es Soldaten im SGC gab, die dies konnten - sondern Basisbegriffe zu verstehen.
"Keine Sorge, Sie werden diese Sprache nicht vollständig lernen müssen in wenigen Wochen - vielmehr brauchen wir aber Soldaten da draußen, die zumindest auf Dokumenten Zahlen, Koordinaten, Namen, Planeten und dergleichen erkennen können", erklärte der General und fügte hinzu: "Der Major wird Ihnen auch eine kurze Einweisung in die Funktion von Goa'uldwaffen geben. Wir haben in unserem Schießstand für das Training unserer Soldaten auch die gängigen Infanteriewaffen unserer Gegner."
Shepherd hatte bei seiner Übernahme des Stargate Centers auf ein gut funktionierendes System aus SG-Teams Zugriff erhalten. Die Soldaten waren bereits unter General O'Donald im Umgang mit vielen Technologien von außerirdischen Völkern geschult worden. Shepherd hielt dies für ausgezeichnete Ansätze, schließlich hatte die Stärke der Tau'ri bisher bei ihren Kommandoeinsätzen gelegen.
Guerilla-Kriegsführung war das Zauberwort, um den Systemlords bei zu kommen.
"Ich denke, Sie werden sich hier gut einfügen, Captain", meinte der Army-General zuversichtlich. "Haben Sie für den Anfang noch Fragen?", ergänzte er.
Original von Mortimer
[font=small] ooc: ist irgendwie komisch, kaum habe ich gepostet, muss ich kurze Zeit später den Text wieder ändern, was spontane Einfälle angeht….
Nebenbei eine Frage: Außerhalb von Missionen ist ein Charakter ja auch irgendwie im "Einsatz" - heißt das, dass man dann einfach postet, was er gerade wo macht…um eine gewisse Stagnation zu vermeiden, oder läuft alles parallel und eine Warteschleife muss eingehalten werden, so dass alle Stränge wieder zusammenlaufen? [/font]
"Ja, Sir, für den Anfang sind das viele neue Informationen und Eindrücke, die es ersteinmal zu verarbeiten gilt, aber vieles wird sich sicherlich von selbt erklären, wenn ich ersteinmal länger hier bin", antwortete Peter.
Fragen hatte er genug über das gesamte Center und Projekt, aber die würde er sich selbst beantworten, wenn er sich ausführlich mit den Inhalten der Datenbanken beschäftigt hatte. Der General war schon geduldig genug mit ihm gewesen und das wollte Peter nicht überstrapazieren. Trotzdem war alles aufregend und irgendwie entsprungen aus einem Kinofilm.
Allein der Gedanke daran, bald fremde Welten zu besuchen, war im positiven Sinne schon aufregend genug, bloß, dass die fremden Kulturen eher Nebensache waren, sondern ihre Welten waren Kriegsschauplätze und das war der negative Aspekt, der auch eine konstante Bedrohung für die Erde darstellte.
'Kenne die Waffen des Feindes und nutze sie', war ein Gedanke, der sich bei Peter einstellte, als der General mit ihm gesprochen hatte. Insofern war er ziemlich interessiert an die Einweisung des Majors und die Vielfalt an Infanteriewaffen fremder Welten, die der General erwähnt hatte. Zeit zum Training gab es bestimmt, aber vor der Praxis kam häufig die Theorie, selbst beim Waffentraining.
Der General hatte gesagt, dass Peter bei Zeiten seinen ersten Stargate-Einsatz hätte und dafür wollte er sich gut vorbereiten, denn Kenntnisse über Feind, Gelände und Kulturen waren überlebenswichtig bei Kommandoeinsätzen, wie sie der General erwähnt hatte. Die Erforschung fremder Welten schien eher sekundär zu sein, sondern das primäre Ziel war die Schwächung dieser Goa'uld, so dass die Erde sicher blieb.
Nachdem er kurz nachgedacht hatte, sagte Peter: "Sir, eine Frage habe ich allerdings: Wie sieht mein Einsatzplan aus, damit ich mich entsprechend vorbereiten kann?"
[size=1]OOC: (sorry, ich hol kurz etwas aus für die Theorie - ansonsten zu Long Story Short springen *g*).
Das kommt drauf an ob du "Gespielte Zeit" oder "Spielzeit" (um mal eine umgewandelte Erklärung aus der Literaturwissenschaft zu verwenden) meinst: In der Gespielten Zeit sind wir zum Beispiel Anfang Juli. Gespielte Zeit bezeichnet den Zeitrahmen, der in der Handlung vergeht. Die Handlung die hier passiert, geschieht mal schätzungsweise innerhalb von nur wenigen Stunden -> D.h. an einem Tag. Das ist auch bei den meisten Missionen so, dass die Gespielte Zeit nur wenige Stunden bis wenige Tage betrifft.
Die Spielzeit dagegen ist die Zeit, die wir Spieler brauchen, um das auszuspielen. Das kann ein paar Tage bis mehrere Monate dauern. Falls du ein schnelles Internet hast, kannst du ja im WIP-Forum mal Narims Mammuth-Aufgabe ansehen, die Geister Mission zusammen zu fassen. "Nur" Romanlänge mit rund 400 Wordseiten oder mehr. Begonnen etwa im April 2008 - Ende etwa März 2009 (aber das ist auch ein Mega-Beispiel).
[b]Long Story Short:[/b]
Konkret bedeutet dies nun, dass dein Char womöglich über einen Monat oder mehr von dir auf einer Mission gespielt wird und normal eben nicht noch wo anders, und in der "Gespielten Zeit" ist der Char dann Anfang Juli kurz sozusagen mit seinem Auftritt in der Timeline/Chronik vertreten, dann aber erst wieder einen bis X Monate später (a la Serienepisoden: Was ist in der Woche oder Zeit dazwischen?).
Natürlich war dein Char nun nicht in Stasis *g* Also war in dem Monat irgendwas und das kannst du dann auch sozusagen in der nächsten Mission auch thematisieren. Wenn dein Char sich nun gut bei einer Mission angestellt hat, wurde er bestimmt in der Zeit (vor allen wenn gar 'n halbes Jahr gespielt wurde) wieder eingesetzt für Erkundung hier, Sicherheitsunterstützung bei Vermittlung zwischen zwei streitenden Indianerstämmen dort... Urlaub in Hawaii zwischendurch :P ...
Falls ich dich nun falsch verstanden habe - deine Frage könnt ja noch darauf Zielen: was mach ich zwischen den Missionen? -- Dann: Zum einen kann dein Char sich mit interpersönlichen Dingen mit anderen Chars oder NPC ablenken ... in der Kantine, beim Trainieren.
Allgemein ist aber das Beste, wenn die Spieler sich auch nebenher schon beim Spielen immer Gedanken machen, was für ein Abenteuer ihnen gefallen würde und dies dann gerne auch selbst leiten. Die Staffs können dies nicht immer übernehmen (und wollen vielleicht auch einfach mal zwischendurch bei einer Mission 'nur' Spieler sein - sonst verlieren wir auch irgendwann den Spaß am Game).
So ist das Optimale keine große Wartezeit zwischen den Missionen, weil Spieler und Staffs gegenseitig mit kreativen Ideen aufwarten und jeder mal Gamemaster bei einer Mission ist.
Und die dann kürzere Phase zwischen den Missionen kann man nutzen, um sich mit Spielern etwas in der Basis zu tummeln, oder in der Wohnung des Chars etc. - Sich da mit anderen Spielern per PN oder Messenger zu verabreden ist immer das fruchtbarste.
Hoffe ich hab nicht zuviel gelabert ;) Auch wenn das RPGliche nun ein wenig kürzer wird :([/size]
"Bereiten Sie sich thematisch in den nächsten drei Tagen mit alten Missionsakten und dergleichen vor, Sie haben ja nun einen Nutzeraccount für das System", antwortete der General.
"Währendessen dürfen Sie sich mental darauf einstellen, dass Sie danach mit SG-18 auf eine Erkundungsmission geschickt werden. Durch das Gate zu gegen, für das erste mal, ist eine unglaubliche Erfahrung... es war eine meiner ersten Handlungen in diesem Kommando überhaupt", ergänzte Shepherd. Irgendwann musste das Schreiten durch das Tor zu einer Natürlichkeit für die Soldaten in den Stargate-Teams und für die Männer und Frauen werden, die zwar nicht fest zu einer Einheit gehörten, oder immer wieder durch das Gate geschickt wurden. Die Erfahrung zu sammeln, plötzlich in einer fremden Welt, von einer Sekunde auf die andere, anzukommen, war unerlässlich. Ein Soldat des Centers musste sich im Notfall innerhalb von ein Paar kurzen Augenblicken die Stargate Umgebung ansehen und eine Deckungsmöglichkeit gegen Feindfeuer sofort auf ihre Sicherheit einzuschätzen in der Lage sein.
Original von Mortimer
"Das klingt wirklich aufregend, Sir, wenn ich einmal den allgemeinen Ernst der Lage außer Acht lasse. Ich werde versuchen, mich entsprechend vorzubereiten", sagte Peter. Die Aussicht auf den ersten Einsatz jenseits der Erde war wirklich aufregend und das bereits in drei Tagen. Drei Tage waren allerdings genug Zeit, um tief in die Datenbanken einzutauchen und nach Informationen zu fischen. Recherche am Computer wie zu den Zeiten, als er in Fort Bragg anfing. Es hatte extra Lehrgänge über Kommunikationstechnologien gegeben, wie man sie effektiv für sich nutzen und auch, wie man sie gegen eine Zielperson, Zielgruppe oder TA's, wie sie knapp bei PSYOP genannt wurden, einsetzen konnte.
Der Gedanke an den Gang durch das Stargate hatte auch etwas Unberechenbares und Peter ließ sich gerade auf Missionen ungern überraschen, denn das könnte sich verheerend auf den Ausgang einer Mission auswirken. Aber so wie er es begriffen hatte, ist es so, als ob man die Augen schließt und plötzlich in einer komplett unbekannten Umgebung die Augen wieder öffnet. Dann musste innerhalb von Sekunden die Lage bewertet werden, um entsprechend zu agieren oder zu reagieren.
Noch hatte er etwas Zeit, um sich mit entsprechenden Verhaltensweisen und Regeln genauer zu beschäftigen, um nicht komplett unwissend durch das Gate zu stolpern.
"Sir, soll ich dann mit dem Rundgang durch das Center anfangen?", fragte Peter abwartend, falls der General noch etwas zu ergänzen hatte.
Shepherd nickte zustimmend mit dem Kopf und sah zu Major Kingsley. Dieser stand mit vor der Brust verschränkten Armen in der rechten Ecke des Büros, direkt vor einer der Türen, und hatte schweigend das Gespräch verfolgt. Der Offizier würde wie vom General gesagt Olsen zuerst den Umgang mit Stabwaffen und Zats beibringen, ihm danach die Krankenstation und die Kantine zeigen.
"Ja, Major Kingsley kann Ihnen die Sehenswürdigkeiten dieses Bunkers zeigen", antwortete der General, "weggetreten."
Kingsley hatte vor, den Torraum für den Schluss aufzuheben. Er selbst hielt das Sternentor zwar nicht für sonderlich spektakulär, war es doch nur ein Metallener Ring. Aber andere Empfanden das Stargate durchaus als etwas einzigartiges, das eine Attraktion in jedem Museum gewesen wäre. Aus Gründen der Unterhaltungswirksamkeit sparte sich der Major daher diese Alientechnologie als Höhepunkt auf.
tbc. im [url=http://www.stargate-universe.de/sgrpg/wbboard/thread.php?threadid=6981&boardid=1355&styleid=17]Schießstand[/url].
Original von Paris Auf dem Schießstand befanden sich mehrere Bahnen, die je nach Bedarf an unterschiedliche Waffentypen und Trainingsszenarien angepasst werden konnten. Hier befand sich auch eine Waffenausgabe, an der die Soldaten die Trainingswaffen, Munition und Ohrenschützer erhielten.
Original von Mortimer
Peter salutierte und nickte: "Jawohl, Sir" . Dann drehte er sich zu Major Kingsley und wartete ab, bis dieser mit ihm zusammen das Büro des Generals verließ. Jetzt lag es am Major, wo er ihn hinführen würde. Das SGC hatte bestimmt einiges an "Sehenswürdigkeiten" zu bieten, so wie es der General formuliert hatte. Von der Kantine hatte er ja bereits erfahren und auch, dass irgendwo die Waffenrtrainings stattfanden.
Peter folgte Major Kingsley und dachte kurz darüber nach, wo sie wohl als nächstes hingehen würden.
Der Major war wie er in Fort Brag stationiert gewesen, bevor er zum SGC kam, dem Verhalten nach zu urteilen, könnte der Major zu den Berets oder den Deltas gehören, jedenfalls zu den Specials der Army, folgerte Peter unterwegs durch das Gangsystem des SGC.
Auch die Gestik, Mimik und Artikulation des Majors sprachen Peters Ansicht nach für die härtere Fraktion der Army. Peter kam zu dem Schluss, dass Major Kingsley entweder mit ihm zur Kantine oder, wenn er sogar seine Beretta so offen trug, zur Waffenkammer oder zum Schießstand ging. Orte, die gerne von den Specials, so wie Peter sie in Fort Bragg erlebt hatte, frequentiert wurden.
Zehn Bahnen waren auf dem Schießstand, zu dem Kingsley den Neuankömmling führte. Fünf davon waren mit ihren Zielen auf eine Entfernung von 25 Meter fixiert, während die anderen fünf Bahnen mit mobilen Zielscheiben ausgestattet waren, die an einer Art von Seilbahn von 25 Metern bis auf 150 Meter frei eingestellt werden konnten. So war das Üben mit größeren Kalibern auch hier unter der Erde zumindest auf eine größere Strecke möglich, als in den meisten unterdachten Schießständen.
Gleich neben dem Schießstand war eine Waffenkammer, in der das SGC von jedem Waffentyp im Bunker zwei Trainingswaffen bereit stellte. Im Center angestellte Offiziere waren mit ihren Zugangskarten dazu in der Lage, die Waffenkammer zu jeder Zeit zu öffnen, während rangniedrigere Soldaten zu den allgemeinen Trainingstzeiten an den Airman wenden mussten, der gerade Dienst hatte und für die Ausgabe der Waffen zuständig war.
Zwar war ein Airman in dem Moment, als der Major mit Olsen beim Schießstand ankamen, auf seinem Posten bei der Waffenausgabe, aber Kingsley ging einfach hinein, ohne aufgehalten zu werden, nahm sich eine Stafwaffe und eine Zat und ging damit zu einer der Bahnen mit mobilen Zielscheiben.
"Hier, nehmen Sie die Stabwaffe und machen Sie sich etwas mit dem Gewicht und der Form vertraut. Diese Energiewaffe verschießt eine Art Energiebolzen, der selbst dicke Stahlplatten schmelzen lassen kann. Sie ist auf weite Entfernungen nicht so genau wie eine M4, und auch weit langsamer in der Feuergeschwindigkeit, aber in ihrem psychologischen Effekt dafür weit einschüchternder. Ganz zu Schweigen davon, dass die Stabwaffen speziell gebaut wurden, um im Nahkampf von den Jaffa als knochenzerschmetternde, potenziell tödliche Waffe verwendet zu werden", erklärte Major Kingsley.
Original von Mortimer
Peter nahm die Stabwaffe und wog sie vorsichtig in den Händen. Ihre Form war wirklich ungewöhnlich, die vordere, verdickte Spitze und das entsprechend, als Gegengewicht dienende, keulenförmige Hinterteil waren Peter in dieser Art noch nie begegnet. Durch diese Form hatte die Waffe den perfekten Schwerpunkt in der Mitte und konnte somit auch sehr gut, wie ein Kampfstab benutzt werden. Die metallenen Enden wären dann wirklich in der Lage, schwere Schlagverletzungen zu verursachen.
Peter hatte hier eine Fern- und Nahkampfwaffe außeriridischen Ursprungs in den Händen, die nur einem Zweck diente: effektives töten.
Früher hatte man Bajonette auf die Gewehre gesetzt, um einen ähnlichen Effekt zu erzielen, aber das hier war viel weiter entwickelt.
Die lange Form der Stabwaffe, die Peter an eine mittelalterliche Waffe erinnerte, ließ es zu, dass man sie wie ein längeres Gewehr anlegen konnte. Das Schießen "aus der Hüfte" war Petes Ansicht nach eher ungenau, weil das Zielen schwerer fiel. Aber wie der Major bereits erwähnte, verschoss diese Waffe Energiebolzen und deren Wirkung sprach für sich. Ein wenig wie eine Schrotflinte, ungenau, aber durchschlagende Wirkung.
Peter schaute an der Waffe entlang, nachdem er sie mehrmals in den Händen gedreht hatte, um sich an ihren Schwerpunkt zu gewöhnen.
"Angelegt lässt sie sich scheinbar wie ein Karabiner benutzen, Sir. Der Schwerpunkt ist interessant, wenn man sie gekonnt mit schnellen Drehbewegungen führt, scheint ihr keulenartiger Charakter gegen weiche Ziele wirklich effektiv zu sein, besonders, wenn der Träger der Waffe mit ihren Fähigkeiten vertraut ist", Peter reichte die Stabwaffe an den Major zurück, "Sir, können Sie mir den Umgang mit der Waffe demonstrieren?"
"Natürlich, reichen Sie mal her", antwortete der Major, nahm den Stab entgegen und zeigte dem Captain den Auslöser. Zuerst öffnete sich die Spitze des Stabes mit einem einschüchternden Geräusch und kurz zuckenden, elektrischen Entladungen.
"So aktiviert ist die Stabwaffe, auch Ma'Tok genannt, nun feuerbereit. Aber Sie haben recht, als Nahkampfwaffe eingesetzt beschädigt sie im schlimmsten Fall Innereien. Jaffa üben den Umgang mit dieser Waffe seit ihrer Kindheit, man sollte ihnen nie leichtfertig entgegen stehen", erklärte Kingsley.
Er ging zu einem Schalter am Stand seiner Bahn und ließ die Zielscheibe auf 30 Meter Entfernung fahren. Danach hob er den Stab, betätigte den Auslöser zweimal schnell hintereinander und landete zwei Treffer am Rand der Scheibe, welche beide die dünne Oberfläche zerfetzten. Daraufhin deaktivierte er den Stab wieder und reichte ihn an Peter Olsen weiter. "Hier, versuchen Sie es mal", sagte der Major.
Original von Mortimer
Peter machte es wie der Major und und ließ eine Zielscheibe auf seine Bahn fahren, bevor er die Stabwaffe, Ma'Tok, wie der Major sie genannt wieder in seine Hände nahm. Er schaute sie sich noch einmal genauer an und besonders die Stellen, die der Major zum Entsichern, zum Feuern und zum Sichern benutzt hatte. Dann legte er die Waffe so an, als wäre sie tatsächlich ein Karabiner. Peters rechter Arm war die verlängerte Stütze, die weiter vorne unter den Schaft der Stabwaffe griff und mit dem abgewinkelten, linken Arm stabilisierte er die Haltung und versuchte den Schwerpunkt der Ma'Tok dabei auszunutzen. Peter hob die Stabwaffe etwas an und versuchte, über das Ende hinweg das Ziel auf der Bahn anzuvisieren. Eigentlich hatte der Stab ein ziemliches Eigengewicht, aber dank der guten Ausbalancierung fiel das gar nicht so auf. Es klickte und knisterte, als Peter die Waffe entsicherte. Seine reche Hand suchte den Auslöser, während er versuchte das Ziel weiter zu fixieren. Mit einem Geräusch von schnell auseinanderstobender Luft verließ ein leuchtender Energiebolzen die Spitze der Ma'Tok und streifte die Zielscheibe zwar nur am Rand, aber durch die Hitze des Bolzens wurde fast die ganze Scheibe verkohlt. Peter war überrascht, ob der verheerenden Wirkung. Keine Frage, dass die Wirkung dieser Waffe nicht nur gegen Zielscheiben verheerend war.
Peter sicherte die Stabwaffe wieder und mit einem Klicken schloss sich die Spitze. "Sir, das ist wirklich etwas ganz anderes als unsere Schusswaffen, nicht nur die Zerstörungskraft, sondern auch der kaum fühlbare Rückstoß", entgegnete er dem Major erstaunt.
Dann legte erneut an, um den Rest der Zielscheibe mit einem Energiebolzen zu beseitigen. Diesmal war der Ablauf schon etwas flüssiger. Allerdings legte Peter die Stabwaffe auch bei diesem Schuss an und nahm sich Zeit beim Zielen, was in Kampfsituationen nicht immer der Fall sein konnte. Trotzdem ließ er sich die Zeit, um die Handhabung der Stabwaffe besser zu begreifen. Der dann folgende Schuss traf sein Ziel und der Rest der Zielscheibe flog in kleinen rot-orangenen Glutpartikeln auseinander. Zufrieden sicherte Peter die Waffe wieder.
"Sir, das wird zwar noch einiges an Trainingseinheiten für mich bedeuten, aber es ist schon ein außergewöhnliches Teil und die Handhabung beherrschbar", sagte Peter, als er dem Major die Ma'Tok zurückreichte.
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"Darauf können Sie einen lassen, Captain", sagte Kingsley. Der Major hatte selbst noch nie eine Stabwaffe im Kampf eingesetzt, aber er hielt es dennoch für wichtig, dass jeder Soldat der Teil des SGC war, den Umgang damit kannte.
Ross Shepherd war kein General, der sich ewig nur hinter seinem Befehlsstand versteckte. Zwar war sich der Befehlshaber des Stargate Programms durchaus bewusst, dass er kein einfacher Soldat mehr war, und es nicht mehr an ihm lag, irgendeinen Hügel in Vietnam zu erobert. Ebenso war er kein Major mehr, der Soldaten in den Kampf nach Panama City führte. Dennoch zog es der General vor, auch bei seinem Posten im SGC Offworldeinsätze in kontrolliertem Umfeld zu begleiten und sich persönlich ein Bild dieser Galaxie zu machen. An Kingsley lag es dann, seinen General immer und überall beschützen zu können. Für gewöhnlich mit seinen eigenen Waffen, wenn es nötig war, aber auch mit denen des Feindes.
"Der kaum spürbare Rückstoß macht den Umgang mit Stabwaffen einfach, perfekt für Goa'uld und ihre Massenheere. Ein Meister des Ma'Tok zu werden ist jedoch schwer. Dennoch, so ungenau die Stabwaffen auf Entfernung sind, sofern man nicht ein absolut beknacktes Glück hat, endet ein Treffer wenn nicht mit dem Tod, dann doch leicht mit einem verlorenen Arm", erklärte der Major. Nun zog er die Zat aus seinem Gürtel. Er zeigte Olsen wie man anhand eines Auslösers am hinteren Ende die seltsam zusammenkauernde Schlange öffnete, und sagte ihm, dass ein weiteres Betätigen die Waffe auslöste. Dann reichte er dem Captain die Zat mit den Worten: "Im Gegensatz zur Stabwaffe ist dies hier eher für kurze Distanzen gedacht. Den Effekt werden Sie auf der Zielscheibe nicht sehen, aber gegen Lebewesen wirkt der erste Treffer betäbend.. zumindest bei den meisten. Der zweite ist tödlich. Ein tritter, kurz nach den ersten beiden, dematerialisiert einen Gegenstand."
Original von Mortimer
Peter nahm die Zat entgegen und schaute sich die schlangenförmige Waffe genau an. Gesichert war die "Schlange" zusammengerollt. Wenn die Waffe entsichert wurde, richtete sie sich auf, wie eine Kobra, die ihr Opfer fixiert hatte, um ihr Gift zu spucken. Trotz dieser außergewöhnlichen Form war die Zat ergonomisch geformt und dadurch handlich. Sie war leicht und der Auslöser konnte gut betätigt werden. Keine sichtbare Wirkung auf der Zielscheibe hatte der Major gesagt. Ein Treffer war betäubend, zwei Treffer tödlich und der dritte Treffer löste das Ziel auf. Wieder eine Waffe, die, den ihm bekannten, technisch weit überlegen war.
Peter analysierte gedanklich die Aussagen des Majors über die Zat und ihrer Wirkung. Dann kam er zu dem Schluss, dass ihre Wirkung mit einem Taser oder einer dieser Schallkanonen vergleichbar sein könnte, bloß, dass der dritte Treffer einer Zat die komplette Dekomposition der Materie eines Körpers bedeutete, wie der Major die Wirkung erklärt hatte.
So wenig Peter auch von Physik und Chemie verstand, aber es schien Peter so, dass die Zat Atome in Schwingungen versetzte und je öfter man traf, desto höher wurde die Schwingungsfrequenz, bis zum Auseinanderreißen der atomaren Bindungen. Verschoss die Zat also eine Art elektrisches Feld oder basierte sie auf Schallfrequenzen? Es war an der Zeit, dies herauszufinden.
Peter ließ per Knopfdruck eine neue Zielscheibe auf seine Bahn kommen. Er dachte an die Worte des Majors und entsicherte die Zat. Die "Schlange" richtete sich mit einem Geräusch auf, dass Peter entfernt an das Öffnen einer Raumschifftür bei "Star Trek Klassik" erinnerte. Peter senkte die Hand etwas, um über den Schlangenkopf der Zat zielen zu können. Sie schien von der Handhabung her, einer normalen Handfeuerwaffe sehr ähnlich. Peter stellte sich erneut auf einen Rückstoß ein, verwarf aber den Gedanken, da es sich offensichtlich wieder um eine auf Energiewaffe handelte.
Er drückte ab. Ein blauer Energieblitz verließ knisternd den Schlangenkopf und zog seine Bahn Richtung Zielscheibe. Der Treffer an sich war nicht von Bedeutung, da der Blitz beim Kontakt die Scheibe mit einem elektisches Feld einhüllte. Peter drückte noch einmal ab und traf wieder. Das war der zweite Treffer, der ein Ziel getötet hätte. In kurzer Reihenfolge hatte Peter abgedrückt und tat dies nun auch ein drittes Mal.
Peter hatte anfangs nicht glauben können, was der Major gesagt hatte, aber es stimmte: Der dritte Treffer hatte die Scheibe aufgelöst. Peter sicherte die Waffe und reichte sie mit einem leichten Kopfnicken zum Major zurück.
"Sir, damit hat sich das uns zur Verfügung stehende Schusswaffenarsenal erheblich verändert, aber ich greife auch gern weiter auf eine MP5 oder, wie sie hier benutzt werden soll, P90 zurück. Mit diesen Waffen verändern sich allerdings Optionen im Einsatz."
"Soll?", fragte Kingsley. Der Major musste wohl deutlich machen, dass Olsen hier nicht mehr bei der normalen Army war, und das SGC als Ansammlung der Elite ähnliche in den Waffenvorgaben handelte, wie es bei Deltas oder anderen militärischen Top-Einheiten der Fall war.
"Für einen Offworldeinsatz dürfen Sie die Waffe Ihrer Wahl nehmen, solange es für den Kommandierenden der Mission in Ordnung ist. Es gibt einige Soldaten, die eine P90 schätzen, aber für mich ist das eine Waffe für Köche, Lazarettpersonal und die Freizeit", meinte der Major und schenkte Olsen ein kurzes Zwinkern bevor er weiter redete, "wenn Sie eine M249 für eine Mission brauchen, dann soll Ihnen gefälligst der zuständige Airman bei der Ausrüstungsausgabe auch eine Minimi geben."
Kingsley bevorzugte selbst die moderne Versionen des M16A4, mit Zielvisier und einem anmontierten Granatwerfer. Sie hatte die nötige Reichweite um Gegner auf Abstand zu halten, dank des Granatwerfers zudem die nötige Durchschlagskraft, um in jeder Situation ausreichenden Feuerschutz zu bieten. Der Major hatte seine Erfahrungen mit dieser Waffe gesammelt und mochte das Gewehr, trotz mancher Schwierigkeiten die es bei der M16-Reihe mit Ladehemmungen aufgrund von Verschmutzung und Abnutzung gegeben hatte.
Original von Mortimer
"Wenn ich Sie richtig verstanden habe, Sir, ist es mir also möglich, für eine Mission die Waffen auszuwählen, mit denen ich am besten umgehen kann. Also könnte ich zum zuständigen Airman gehen und eine HK G36C verlangen, denn die habe ich nämlich bei den Deutschen in Afghanistan kennen und schätzen gelernt. Mit der G36C war ich ganz zufrieden, wenn wir im Rahmen der gemeinsamen NATO-Missionen unterwegs waren: leicht, robust und mit zusammen geklappter Stütze nicht ganz so auffällig, wenn ich mit den Einheimischen redete", antwortete Peter dem Major.
Eigentlich war er kein Waffennarr oder Waffenexperte. Peter wählte seine Waffen passend zum Einsatz aus, denn bisher war er eher im Hintergrund tätig gewesen, nicht an vorderster Front, was nun der General in Anbetracht Peters zukünftiger Einsätze relativiert hatte.
Spontan, wie aus dem Nichts kamen dann wieder die Bilder aus Afghanistan, Bilder, die er häufig verdrängte oder verdrängen wollte. Der Krieg dort war nichts für ihn gewesen. Aber irgendjemand musste ja auf seine Arbeit aufmerksam geworden sein und hatte ihn für geeignet befunden, an diesem Projekt hier teilzunehmen. Jetzt war er hier im Stargate-Center und hatte innerhalb kürzsester Zeit mit außerirdischen Waffen hantiert, deren Existenz er nicht einmal ansatzweise für mögich gehalten hatte. Aber hinter dem Stragate existierte noch etwas anderes.
Peter bemerkte, dass er wohl einen Augenblick ins Leere gestarrt hatte und konzentrierte sich dann wieder auf den Major. Diesmal würde er abwarten und dem Major das Reden und Handeln überlassen, denn dieser schien wirklich nicht so der Freund von vielen Worten zu sein, sondern eher ein Freund von Aktionismus und legte großen Wert auf Respekt.
Bisher hatte der Major Peter ganz eindeutig die Fakten gezeigt: Das hier ist es womit wir es in diesem Krieg zu tun haben und damit müssen wir uns auskennen. Die neuen Gegner, die jenseits des Stargates lauerten, konnten alles sein.
"Wenn Ihnen das G36 gefällt, dürfen Sie das auch einsetzen. Ich persönlich bevorzuge zwar amerikanische Gewehre", antwortete der Major auf Olsens Frage und fügte dann hinzu, "aber wir laufen ja auch standartmäßig mit italienischen Pistolen herum." Dabei klopfte er sich auf die Beretta an seinem Oberschenkelhalfter. Der geheime Bunker unter dem Cheyenne Mountain bot an Waffenmaterial beinahe alles, was das militärische Herz begehrte. Von einem russischen Maschinengewehr bis zu Betäubungspfeilen verschießenden Waffen, die meist von Tierärzten verwendet wurden - Die Ausrüstungskammern des Stargate Centers waren voll von exotischen Kriegswerkzeug und was das SGC nicht bot, bargen die Luftwaffen- und Army-Stützpunkte in der Umgebung von Colorado Springs.
"Ich denke hier sind wir erst einmal fertig", meinte Kingsley. Er winkte den Airman heran, der für den Schießstand zuständig war und ließ ihn die Goa'uld-Waffen aufräumen. Für den nächsten touristischen Höhepunkt hatte der Major Doktor Fraiser und die Krankenstation ausgewählt, schließlich würde der Captain regelmäßig dort für die Routineuntersuchungen einiges an Zeit verbringen.
"Kommen Sie, ich werde Ihnen Major Fraiser vorstellen. Sie ist unsere leitende Ärztin und wird Sie immer wieder mit Ihren Nadeln malträtieren... mindestens nach jedem Tripp durch das Gate", sagte der Vorgesetze Olsens.
tbc. in der [url=http://www.stargate-universe.de/sgrpg/wbboard/thread.php?threadid=6972&boardid=1353&styleid=17]Krankenstation[/url].
Original von Paris
Die Krankenstation besaß neben einem großen Behandlungsraum auch über mehrere Isolationsräume und einen Operationsbereich, der technisch und hoch modern für jede Art von Notfällen gerüstet war.
Original von Mortimer
Peter wartete, bis der Major sich wieder auf den Weg durch die verwinkelten Gänge, des SGC machte, um ihm zu folgen. Zur Krankenstation also, ein Platz, den er nie gerne besuchte.
Obwohl er sich bester Gesundheit erfreute, war Peter nahezu penibel, was Hygiene anging. Vielleicht wurde er auch deswegen nur selten krank. Wie hatte er den Staub und Unrat in Afghanistan gehasst. Wenn der Wind wieder über die Straßen oder eher Pisten wehte, war Peter manchmal so vermummt, wie eine Einheimische in ihrer Burka gewesen, um dem Staub und den Gerüchen zu entgehen. Im Gegensatz dazu war hier unten alles schön steril - gefilterte Luft, klimatisiert und kaum Staub.
Irgendwie fühlte Peter sich hier wohl. Scheinbar schien alles möglich zu sein, von den offensichtlichen Gefahren mal abgesehen. Allerdings gab es auch Gefahren, die nicht offensichtlicher Natur waren, was Peter zu einer Frage an den Major bewog.
"Sir, gibt es ein entsprechendes Quarantäne Protokoll vor dem Gang zur Krankenstation, wenn ein Team von einem Offworld-Einsatz zurückgekehrt ist? Denn so ein Einsatz birgt sicherlich ein hohes Risiko, dass hier irgendetwas Fremdes eingeschleppt werden könnte", fragte Peter als sie bereits die Krankenstation betreten hatten.
Der Major schüttelte den Kopf. "Keine Sorge, Captain", meinte Kingsley, "Sie werden nicht sofort nach der Rückkehr durch das Gate in ein Plastikkondom gesteckt und hierher gekarrt. Solange Sie nicht etwas potenziell Gefährliches angefasst oder einem Erreger ausgesetzt waren, dürfen Sie selbst ohne ABC Anzug direkt hierher gehen."
Sie machten ein paar Schritte in die Krankenstation hinein. Eigentlich war es nur ein großer Raum, wo die Untersuchungen stattfanden oder gerade behandelte Patienten liegen würden, denn der größte Teil war nicht frei Zugänglich. Dazu gehörten Labors für verschiedene medizinische Tests oder auch ein modern eingerichteter Operationssaal.
Hinter einer weißen Stoffabtrennung, anscheinend lag dort ein Patient, dem man dieses 'Maximum' an Privatsphäre gönnte, trat Doktor Major Fraiser hervor. Die kleine Ärztin mit den wachen, braunen Augen und den braunen Haaren blickte neugierig von Olsen zu Kingsley. "Wie kann ich Ihnen helfen, Major?", fragte Janet.
"Major, das ist Captain Olsen. Der General hat mich gebeten, ihm das Center ein wenig zu zeigen, bevor er auf seine erste Mission geschickt wird. Nun wollte ich ihm zeigen, wer sich zuvor noch seinen Weichteilen wittmen wird", meinte Kingsley. Janet zog für einen Moment die Augenbrauen hoch. Der Adjutant gehörte nicht zu ihren liebsten Kollegen, er war rau und bishin zu ungehobelt. Sie hatte ihn nie in Aktion gesehen, doch bei der strengen Art von General Shepherd musste Kingsley einiges in der Verwaltung und im Feldeinsatz zu bieten haben, dass er sich so geben konnte, wie er es tat. Sie versuchte die all zu direkte Art des anderen Majors zu ignorieren, ging auf Olsen zu und reichte ihm die Hand.
Sie erwartete keinen strammstehenden Untergebenen, sondern wollte lieber ein Vertrauensverhältnis zu ihren zukünftigen Patienten: "Willkommen beim Stargate Programm, Captain. Ich hoffe Sie werden sich hier gut einarbeiten. Haben Sie bereits einen Termin für die Grunduntersuchung, bevor ich Sie für Offworld-Tauglich erkläre?"
[size=1]OOC: Ich plane gerade mit Leyla eine Mission. Zuerst gehts zu einem diplomatischen Besuch zu den Tok'ra (weswegen, weil nichts gefährliches erwartet wird, auch Charas ohne Offworlderfahrung mit können, ohne, dass es eine total unrealistische Story wird ;)), daraus entwickelt sich dann eine Art Befreiungs/Angriffsmission auf einer Goa'uld-Welt, in die auch die Tau'ri verwickelt werden.
Biste dabei *g* ?[/size]
Original von Mortimer
Peter erwiderte diese freundliche Geste und lächelte. "Danke, Major, aber wie Major Kingsley schon sagte, bin ich bisher nur auf Erkundungstour gewesen und habe mich noch nicht um einen Termin bei ihnen bemühen können. Das könnten wir aber gleich hier klären, denn der General plant wohl, mich in den nächsten drei Tagen das erste Mal durch das Stargate zu schicken. Und was die Einarbeitung angeht, Major, da sehe ich zwar einen Berg an Arbeit vor mir, aber auch der lässt sich abtragen ", antwortete Peter freundlich.
Er ließ kurz seinen Blick durch die Krankenstation schweifen. Ob auch hier außerirische Technologien im Einsatz waren? Oder lag der Schwerpunkt bei Technologien, die dem Kampfeinsatz dienten oder diesen unterstützten. Peter hatte die Erfahrzung gemacht, dass ein gutes Lazarett im Kampfeinsatz genauso wichtig war, wie eine funktionierende Waffe. Aber gerade in unwegsamen Gebieten stießen Sanitäter oder auch Militärärzte oft an ihre Grenzen, weil einfach das nötige Material zur Wundversorgung fehlte, von Sterilität mal ganz abgesehen. Vielleicht gab es ja nun Lösungen für dieses Dilemma.
"Werden auch hier auf der Krankenstation oder im Einsatz neue, beziehungsweise außerirdische Technologien zur Wundheilung- und Versorgung eingesetzt, Major, wie ich sie bereits in Waffenform in Aktion sehen und benutzen durfte?" fragte Peter Major Fraiser als er sich genauer umgesehen hatte.
[font=small] ooc: klar bin ich dabei :D [/font]
"Leider war es in der Vergangenheit immer wieder nötig, Heilstoffe gegen außerirdische Erreger zu entwickeln, teilweise auch mit Hilfe von Alientechnologie. Zudem haben wir hier auch immer ausreichend Dosen an Tretonin, einem Mittel, das die Abhängigkeit von Goa'uld-Larven für Jaffa ersetzt und Ersatzweise als ihre Immunabwehr funktioniert", erklärte Fraiser, während sie aus ihrem weißen Arztkittel einen Kugelschreiber zog. Sie knappte sich ein Blatt Papier von einem Schreibbrett, das auf einem silbermetallischen Schrank der Krankenstation gelegen hatten. Darauf schrieb sie eine Uhrzeit und ein Datum und reichte es dem Captain, während sie weiter über Tretonin sprach: "Wir haben dieses Mittel nicht nur für Teal'C, sondern auch für verwundete verbündete Jaffa. Die Jaffa Rebellen sind jedoch noch sehr zurückhaltend und stehen dem Medikament oft sehr ablehnend entgegen." Als Olsen das Papier entgegen genommen hatte, wechselte sie das Thema: "Kommen Sie morgen um Null-Neunhundert zur Krankenstation, dann kümmere ich mich um Ihre letzte Tauglichkeitsuntersuchung."
[size=1]OOC: Cool, gut. Jetzt muss ichs nur richtig spielen, damit Leylas RPGlicher Einstieg, dein Übergang und Iustitias Einstieg gut zusammen laufen. ;) Für Lichtkriegerin bau ich mal ihren Char NPC mäßig mit in die Mission ein... falls sie noch spielen will, kann sie dann gut mitmischen.[/size]
Original von Mortimer
"Jawohl, Ma'am. Ich werde pünktlich sein.", antwortete Peter freundlich und wollte die Ärztin nicht weiter von ihrer Arbeit abhalten.
Er sah herüber zu Major Kingsley, der hoffentlich den Rundgang gleich mit ihm fortsetzen würde, denn hier in der Krankenstation gab es nun keine Besonderheiten mehr zu bestaunen und Peter hoffte, dass er sie auch weiterhin nur für Routineuntersuchungen betreten musste.
Allerdings machte Major Fraiser einen so kompetenten Eindruck, dass man sich sicher sein konnte, hier im Notfall bestens versorgt zu werden. Das war etwas, dass man nicht immer erwarten konnte, besonders, wenn keine eigenen Ärzte aus der Truppe anwesend waren, sondern man fremdem Personal vertrauen musste, das sich an den Wunden zu schaffen machte.
"Nun Major, wir müssen so langsam auch aufbrechen. Ich muss diese Führungs bald zu Ende bringen und mich einigen Personalakten wittmen", sagte Kingsley. Die drei Soldaten verabschiedeten sich voneinander, und Kingsley ging zusammen mit dem Captain zum letzten Ziel.
Selbstredend gab es im Cheyenne Mountain Bunker mehr wichtige Orte, zum Beispiel verschiedene Trainingsräume, Ausrüstungslager, die Kantine oder verschiedene Labors. Doch der Major wollte Olsen auch Dinge überlassen, die dieser selbst erkunden konnte. Die kurze Einweisung durch Kingsley sollte zudem dazu dienen, den Probanten für ein SG-Team weiter einzuschätzen. Wie schnell der Offizier sich an die außerirdischen Waffen angepasst hatte, schätzte Kingsley bereits als sehr positives Zeichen ein.
Die beiden Soldaten schritten durch die kargen Gänge des Centers, ihnen kamen ein paar Wissenschaftler entgegen, und die Anzahl an Wachen verstärkte sich immer mehr, bis sie vor einem der großen Stahlschotts standen, die links und rechts in die gigantische Halle führten, in der das Sternentor stand. Beide waren geöffnet, und noch bevor sie hinein gingen, war zumindest ein Teil des Torraums einsehbar: Die ersten Meter der Rampe und fünf Marines, die zu den Wachen gehörten.
tbc. [url=http://www.stargate-universe.de/sgrpg/wbboard/thread.php?threadid=7970&boardid=1353&styleid=17#13]im Torraum.[/url]
Original von Mortimer
Peter folgte dem Major und versuchte sich orientieren, denn der Major hatte klar den Vorteil der Ortskenntnis und ging vollkommen selbstverständlich durch die sich verzweigenden Gänge der Bunkerkomplexes, ohne nur den Hauch des Anscheins zu erwecken, dass er sich verlaufen könnte.
Die Präsenz der Wachen nahm zu, wie auch deren Bewaffnung. Sie gingen durch ein großes Stahltor und blieben aprubt stehen. Peter stand unterhalb einer Stahlrampe, die mit einer leichten Schräge nach oben führte, und zwar direkt in den Torbogen des Stargates.
Fünf schwer bewaffnete Marines säumten den Weg zur Rampe. Peter blieb stehen und beachtete sie zunächst nicht weiter. Er schaute sich in dem Raum um, aber sein Blick blieb immer wieder beim Stargate hängen. Er schaute fasziniert auf das ausserirdische Artefakt, das man 1928 in Gizeh gefunden hatte. Ein Ring aus einer nichtirdischen Legierung, überzogen mit Symbolen, die sich mit einer drehenden Scheibe anwählen und verankern ließen. Wie ein großes Zahlenschloss, bloß die Kombinationen war hier astronomisch hoch, aber mit der Richtigen öffnete sich auch hier etwas: Ein Weg zu einem anderen Planeten. Peter sah die Zeichen und versuchte sie mit seinen Kenntnissen abzugleichen. Im Dossier stand etwas von Sternenbildern. Es waren Abstrakta, die die Koordinaten im Raum fixieren konnten. Koordinaten zu anderen Galaxien, anderen Gestirnen.
Das war wirklich überwältigend, wenn man bedachte, was das Stargate alles bewirkte und welche Möglichkeiten es barg. Peter haderte einen Moment mit sich selbst. Er durfte sich nicht darin verennen, nur die außergewöhnliche Apparatur vor ihm zu bewundern, sondern musste bedenken, dass mit dieser Apparatur eine ganze Menge Verantwortung für die Männer und Frauen, die damit täglich arbeiteten verbunden war. Das Stargate konnte beides sein: Fluch und Segen zugleich. Das durfte man nicht vergessen. Peter hatte das Gefühl, dass momentan der Fluch etwas ausgeprägter zu sein schien.
Trotzdem war er einen langen Moment sprachlos. Allein das Gefühl, nun hier zu stehen, war trotz aller Abwägungen, die er machte, unbeschreiblich.
"Sir, verstehen sie mich nicht falsch, aber ich habe irgendwie das Gefühl, als ob ich mich in einem Science Fiction Film von Roland Emmerich befinden würde und nicht in der harten Realität, wenn ich hier so stehe." sagte Peter an Major Kingsley gewandt.
[size=1]OOC: Nice :D[/size]
"Ich glaub den habe ich gesehen: Mutterschiffe so groß wie Städte, ein Schuss putzt ganze Metropolen weg, 'ne Nuke kratzt ihre Schilde nicht ein bisschen", antwortete Kingsley, "Sie haben recht, die harte Realität sieht anders aus: Die Goa'uld brauchen für soetwas nur ein Flugzeugträger großes Raumschiff."
Das Tor war momentan nicht in Betrieb und wäre es planmäßig auch bis zur nächsten vollen Stunde nicht. Zusammen mit Olsen machte der Major ein paar Schritte auf die Rampe.
"Ich kann Ihnen nichts über die physikalischen Erklärungen zum Stargate erzählen - und sie interessieren mich auch nicht. Was viel wichtiger ist, sind die für unseren Job wichtigen Aspekte: Materie kann nur von der Richtung durch das Tor gehen, welche das Wurmloch geöffnet hat. Funk und andere Signale gehen jedoch in beide Richtungen. Wir haben eine Iris, die so dicht am Wurmloch aufgebaut ist, dass sich dahinter fast nichts materialisieren kann. Dieser Schild wird nur nach einer posiviten Identifikation durch unsere Garagentüröffner, G.D.O., gehoben. Ansonsten stirbt man beim Aufschlag. Aber wir brauchen dies, um Bomben und ähnliches zurück zu halten. Die Kontrolle über die Iris befindet sich im Kontrollraum hinter einigen Zentimetern an Panzerglas. Der Gateraum ist ständig bewacht, mit Maschinengewehrstellungen ausgerüstet und weitere Sicherheitskräfte immer in der Nähe", erklärte Kingsley.
Er dachte daran, wie er selbst zum ersten Mal durch das Tor getreten war. Es war ein seltsames Gefühl gewesen, doch zumindest war es nicht tatsächlich, als würde man in eine Wand aus Wasser treten. Zum Glück waren einige Fehler in dem selbstgebauten D.H.D. des Stargate Centers behoben, denn nach einen Tripp halb mit Eis bedeckt durch das Stargate zu kommen, darauf konnte der Major gut verzichten.
Original von Mortimer
Peter ging ein paar Schritte die Rampe hinauf und schaute sich nun genauer im Gateraum um, ohne nur auf das Stargate selbst zu achten. Tatsächlich war die Rampe schwer bewacht. Die Iris war eine gelungene Sicherheitsmaßnahme, denn wie Peter es verstanden hatte, wurde Materie zerlegt, wenn sie durch das entstandene Wurmloch reiste und am Zielpunkt wieder aufgebaut. Mit der Iris konnte sicherlich einiges abgewehrt werden.
Da war sie wieder die harte Realität, die sich über jeden Forschungsdrang stellte. Die Gefahren von außerhalb waren so real, dass sie eine Vorrichtung wie die Iris zwingend notwendig machten.
Mit Sonden wurden die neuen Adressen zunächst untersucht, um die Gegend um das Tor herum wenigstens ein wenig zu sichern und zu erkunden. Aber das war natürlich zu wenig an Aufklärung, so dass nach einer vorläufigen Entwarnung SG-Teams durch das Tor geschickt wurden, um die neu angewählten Toradressen genauer zu untersuchen. Immer wieder neue, unbekannte Planeten und dadurch immer wieder neue Herausforderungen und Gefahren, denen man sich stellen musste. Aber auch dies war zwingend notwendig, wie Peter es einschätzte, wenn man versuchen wollte, mit dem Feind auf Augenhöhe zu bleiben, da vielleicht eine neue Adresse einen neuen Vorteil barg, den es zu finden galt.
"Sir, wie ist das, wenn man durch das Tor tritt, in Materie aufgelöst wird und dann am Ziel wieder richtig zusammengesetzt, ankommt? Ich habe da überhaupt keine Vorstellung, wie es sich anfühlen könnte", sagte Peter zum Major.
Kingsley musste einen Moment überlegen. "Ich glaube ich habe nichts gespürt. Ich könnte mir ein kribbeln einbilden, aber ich denke das war nicht wirklich das Tor. Sie werden auf der einen Seite in ihre molekularen Einzelteile zerlegt und auf der anderen in der komplett gleichen Konstellation wieder zusammengebastelt. Ich denke dadurch ist schon rein Technisch nicht möglich, dass sie etwas spüren - außer vielleicht, dass sie überhaupt nichts in dem Teil spüren, mit dem sie vielleicht zuerst durch den Ereignishorizont gehen, wenn der sofort dematerialisiert wird", meinte der Major. Da es bisher keine Berichte mit Fehlfunktionen in dieser Richtung gab - á la ständige Teleporterunfälle in Serien wie Star Trek, bei denen regelmäßig zwei Personen zu einem Hybrid werden, oder aus einer Person eine perfekte Kopie und das Original, oder die Psyche kopiert wird oder sonst etwas - machte sich Kingsley auch keine Sorgen, dass die Antiker dabei etwas verbockt hätten. Selbst etwaige unfreiwillige Zeitreisen aufgrund von Sonneneruptionen, durch die das Wurmloch ging, oder der Aufbau eines Wurmlochs, wenn das andere Stargate durch ein Schwarzes Loch beeinflusst wurde, waren die eigene Schuld des Centers. Das DHD hatte normal Sicherheitssubroutinen, die dann keine Verbindung zuließen. Nur das selbstgebaute DHD des Stargate Programms ignorierte manchmal diese Sicherheitsmechanismen.
"Mein Tipp ist aber zuerst einzuatmen und dann durchzugehen. Dann können Sie auf der anderen Seite gemächlich ausatmen und spüren bereits die veränderten klimatischen Bedingungen auf ihrer Haut. Ich habe mir sagen lassen, dass es unangenehm sein kann, von einem Augenblick zum nächsten Wüstenluft einzuatmen, wenn die Nerven auf der Haut die Temperaturunterschiede noch kaum an das Hirn geschickt haben", erklärte Kingsley.
Original von Mortimer
Peter lächelte: "Danke für ihren Tipp, Sir und Ihre Erklärung der Technik. Ich hatte schon ein wenig die Befürchtung, dass es Unfälle geben könnte, wo genau die Rematerialisierung fehlerhaft gewesen ist, wie bei der "Fliege". Aber die Antiker waren da wohl sehr auf Sicherheit bedacht, um so etwas auszuschließen."
Dann schaute er hoch zum Kontrollraum, hinter dem Panzerglas konnte er nicht nur das Flimmern von Monitoren, sondern auch geschäftiges Treiben der Personen dahinter erkennen. Von dort aus wurde also Stargate bedient. Es wurden die einzelnen Chevrons eingestellt, die eine Adresse bildeten und dann das Wurmloch etablierten. Peter war ein wenig aufgeregt, denn bald stand sein erster Tripp durch das Tor bevor und bisher konnte er sich nur durch Erfahrungen aus zweiter Hand ein Bild davon machen, wie es ist.
Peter sah auf die Symbole und fing an zu überlegen wie viele Kombinationen für Toradressen es geben könnte und das waren viele, sehr viele.
"Sir, wie viele Adressen wurden eigentlich bereits von SG-Teams besucht und wie werden die Adressen überhaupt ausgewählt?" fragte Peter Major Kingsley interessiert.
"Das kann ich Ihnen nicht genau sagen, Captain", antwortete der Adjutant, "ich glaube die 200 wurde bereits geknackt. Wir sind schon weit öfter durch das Gate gegangen, aber viele der Tripps gehen zu als bekannten Planeten von befreundeten oder verbündeten Völkern. Auch wenn wir hier eine inoffizielle Kriegssituation haben ist ein wichtiger Teil der Aufgaben des Centers auch Humanitäte Hilfe."
Kingley hatte auch nicht mehr im Kopf, wieviele mögliche Kombinationen das Sternentor genau besaß, aber es überschritt die 100 Milliarden. Und wieviele Planeten tatsächlich mit einem Tor versehen waren, wussten die Tau'ri allgmein nicht. Es konnten einige Tausend sein, es wäre möglich, dass es noch viel mehr waren - und das nur in der Milchstraße.
Für Kingsley war am entscheidensten, dass davon nur ein Teil bewohnt war, oder besser, nur noch ein Teil. Vielleicht war es das größere Stück vom Kuchen, aber in jedem Fall bedeutete schon ein einziger Planet am anderen Ende des Tores, dass die Vereinigten Staaten von Amerika nicht das Potenzial hatten, eine Welt nach einem interstellaren Konflikt zu besetzen und weiterhin die Krisengebiete dieser Welt abzusichern. Am Ende müssten alle menschlichen Völker und die Jaffa sich erheben, um diesen Krieg erfolgreich beenden zu können. Doch so einfach brachte man jahrtausende alte Religionen nicht zu Fall, vor allem, da die Glaubenssysteme der Goa'uld, anders als die der Erde, tatsächlich einen Kontakt mit den Göttern ermöglichten, die zu gerne ihre Macht zur Schau stellten.
Major Kingsley riss sich wieder zurück in die Gegenwart hier im Torraum und fragte Olsen: "Haben Sie noch weitere Fragen zum Tor, Captain?"
Original von Mortimer
"Nein, Sir. Und ich denke, dass ich ein paar Einblicke gewinnen konnte, in das, was hier passiert." meinte Peter ehrlich.
Nachdem Peter die Zeichen auf dem Tor nun in Natur gesehen hatte, begann sein Sprachinteresse wieder zu wachsen. Er wollte sich bald damit beschäftigen zunächst eine kleine Überetzungsroutine am Rechner zu schreiben, mit der er ein wenig Goa'uld übersetzen konnte. So etwas wie digitales Reisewörterbuch kam ihm sofort in den Sinn. Vielleicht würde das ja auch beim Lernen einiger Grundbegriffe in Goa'uld helfen, denn momentan hatter er sich noch nicht einmal einen Überblick über diese Sprache machen können, deren Kenntnis vielleicht über Erfolg oder Misserfolg entscheiden konnte. Genauso wichtig war die Sprache der Antiker, denn ihre technischen Errungenschaften bildeten die Grundlage für die Macht der Goa'uld, die sich dieser Technologie bedienten und kopierten, wie auch die Menschen. Es gab also noch einiges an Vorbereitung auf diesem Gebiet zu tun.
Als er seinen Gedankengang über seine nächsten Schritte beendet hatte, kam er sich plötztlich etwas hilflos vor, wie er so neben dem Major auf der Rampe stand, denn er hatte wirklich keine Frage mehr, sondern wollte lieber den Rest des Centers sehen, um bald seine Überlegungen in die Tat umsetzen zu können. Es lag also am Major, was als nächstes passieren würde und Peter würde ihn sicherlich nicht drängen, irgendetwas zu tun, denn diesen Fehler wollte er nicht zweimal machen.
"Gut, ich habe noch einige Papiere zu bearbeiten", antwortete Kingsley. Der Kommandeur der Alphabasis hatte mehr Personal und zusätzliches Material beantragt, nun stand es an General Shepherd dies zu befürworten oder abzulehnen, doch zuerst stand es an dessen Adjutanten die Möglichkeiten an Budget und fähigen Soldaten abzuwägen, um Ross 'Gold Eagle' Shepherd eine möglichst exakte Einschätzung geben zu können.
"Sie können in Ihr Quartier zurückkehren, Captain, und ihren Zugang zum Computernetzwerk testen. Machen Sie sich mit allem wichtigen vertraut, nutzen Sie die kommenden Tage, bis der General Sie zum ersten Mal ohne Schwimmflügel ins kühle Nass wirft", sagte der Major und dachte sich, dass das Bild zum blauen Ereignishorizont des Sternentores passte. "Sie können sich zudem frei in der Basis bewegen, sofern von oben keine anderweitigen Anweisungen für bestimmte Areale des Stützpunktes gegeben wurden", fügte Kingsley hinzu. Er salutierte relativ locker vor dem Captain, machte dann auf dem Absatz kehrt und verließ das ehemalige Raketensilo.
[size=1]OOC: Du kannst ja jetzt in deinem Quartier schreiben, was dein Char die kommenden drei Tage so trieb, zeitlich nach den drei Tagen wird dann die Missionskonferenz mit Shepherd und den anderen Teilnehmern stattfinden hätt ich mir jetzt so gedacht :)
PS: Hoffe dir gefällts bei uns und dass du dich hier gut einfindest - bei Fragen und Anregungen kannst du dich jeder Zeit melden.[/size]
Original von Mortimer Peter salutierte dem Major, bevor er den Torraum verließ. Es war gut, dass er noch ein paar Tage Zeit hatte, bevor es richtig losging, denn so viele neue Eindrücke mussten erst einmal verarbeitet werden.
[b] Noch 3 Tage [/b]
Während er durch die verwinkelten Gänge des Centers ging, versuchte er sich zu erinnern, wo die Kantine wohl gewesen sei. Nach mehrmaligem Überlegen, fragte er dann doch unterwegs einen Wissenschaftler, der ihm freundlich weiterhalf. Die Kantine war wirklich nicht aufregegend. Als er sie betrat, sah er nur eine junge Offizierin und einen Wissenschaftler, die in ein Gespräch vertieft waren. Er grüßte sie kurz, bevor er sich einen großen Becher Kaffee orderte, den er dann mit in sein Quartier nahm.
Als er die Tür geschlossen hatte, setzte er sich an den Tisch mit dem Computer und fuhr das Gerät hoch. Peter blätterte in der Akte und memorierte das Passwort für den Zugang zum System. Als dann die Datenbank des Centers vor ihm lag, war er geradezu überwältigt, was dort an Informationen vor ihm lag. Zielstrebig steuerte er auf die Einträge über die Goa'uld und Antiker Sprache zu und begann, Symbole und Phrasen, deren Übersetzung bekannt waren, zu kopieren, um sie später weiterverwenden zu können. Später am Abend merkte Peter, wie trocken seine Augen von der Arbeit am Rechner geworden waren. Früher schon war dieses Problem aufgetreten, das nicht nur er hatte, wenn er lange vor dem Monitor saß, aber dafür gab es zum Glück Augentropfen. Er benetzte seine Augen, was sofortige Abhilfe schaffte. Dann ging nocheinmal zur Kantine, schaute in die Glasfenster der Automaten und holte ein paar Münzen aus seiner Hosentasche, die er dann im Automaten versenkte. Mit einem Sandwich und einer Dose 7up ging Peter wieder in sein Quartier.
[b] Noch 2 Tage [/b]
Peter war sich nicht ganz sicher, wann er sich dann doch Schlafen gelegt hatte. Punkt 0600 klingelte sein Wecker und er hatte das Gefühl, als ob ern ur von Symbolen und Zeichen geträumt hätte. Die einzelnen Symbole der verschiedenen Sprachen, waren nicht so einfach zu kopieren, es gab keinen normalen Schriftsatz für sie. So musste ein eigener Schriftsatz generiert werden, den er auf seinem PDA benutzen konnte. Pixel für Pixel hatte er sich dann durch die Symbole gequält, bis ihn die Müdigkeit eingeholt hatte. Peter war noch nicht fertig mit der Transscription, aber er hatte ein Ziel.
Für den heutigen Tag hatte er sich Fitness, Waffentraining und eben die Linguistik-Software vorgenommen. Zwischendurch hatte er noch einen Termin um 0900 bei Dr. Fraiser wegen seiner Tauglichkeitsuntersuchung, doch vorher wollte er ein paar Übungen machen, denn das verkrmapfte Sitzen am Computer hatte seine Nackenmuskulatur ganz schön versteifen lassen.
Nach einem ausgiebigen Frühstück nahm er seine Holzschwerter mit in den Fitnessrraum und begann mit den Aufwärmübungen. Vielleicht gab es ja sogar hier die richtige Ausrüstung für Vollkontaktübungen wie in Fort Bragg, dachte er, als er begann, die verschiedenen Hiebewegungen und Figuren auszuführen.
0900 stand Peter bei Dr. Fraiser in der Krankenstation, wo sich seit seinem letzten besuch nicht verändert hatte. Sie war genauso freundlich wie gestern und untesuchte seine physische und auch psychische Fitness. Ihr Nicken während der Untsuchungen deute Peter als positiv. Abschliend attestierte sie ihm auch die Tauglichkeit für einen Außerwelt-Einsatz und würde dies dann weiter an den General leiten.
Peter ließ sich dann vom Airman an der Waffenausgabe eine Zat, eine Ma'tok und auch eine HK G36C geben, mit denen er einige Zielscheiben berabeitete. Für den kommenden Einsatz würde er beim Teamleader eine Zat und die HK als Bewaffnung beantragen. Mit der Zat gab es im Kampf Optionen und auch ihre Wikrung auf elektrische Systeme war nicht zu unterschätzen und die HK war unterstützend im Kampf gegen mehrere Gegner. So war die Bewaffnung ausgewogen, aber all dies würde sich entscheiden, wenn das Missionsbriefing abgeschlossen war.
Der restliche Tag zog sich damit hin, dass Peter weiterhin an seine Übersetzungssoftware schrieb, die ja eigentlich nichts weiter war, als eine Suchroutine, die es zu implementieren galt. Computerkenntnisse waren bei der Datenbeschaffung essentiell geworden, also wurde jeder PSYOP Rekrut entsprechend ausgebildet, um später im Feldeinsatz, die Netzwerke des Feindes anzapfen zu können. Damals, als alles mit PSYOP anfing, waren es noch Telefonleitungen gewesen, heute sah die Technik ganz anders aus, mal abgesehen von den außeriridischen Technologien. In Afghanistan hatte er Solarladegeräte schätzen gelernt, auch eine relativ neue Technik, aber jede Technik brauchte Strom, auch die kleinsten Dinge und da hatte sich der Einsatz dieser Geräte, als nahezu genial erwiesen. Peter hatte seinen kleinen schwarzen Sony in die Dockingstation gesetzt, die externe Tastatur ausgerollt und die Netzwerkverbindung aufgebaut. Der Datenaustausch klappte. Symbole flimmerten auf dem Bildschirm, die er für sich in eine eigene Datenbank verarbeitete.
[b] Noch 1 Tag [/b]
Der Tag verlief wie der Tag davor: Fitness, Training und Recherche. Es gab nur eine kleine Abweichung. Gegen Mittag hatte er die Beta-Version seiner Software auf den kleinen Rechner überspielt und sie lief scheinbar stabil. Damit dieser Tag auch einen würdigen Abschluss fand, nahm Peter seine Geige aus dem Futteral, stimmte sie und begann, aus dem Gedächtnis den ersten Satz des Sommers von Vivaldi zu spielen. Er dachte kaum daran, dass ihn irgendjemand dabei hören könnte, da das Summen der Belüftungsanlagen allgegenwärtig war.
Erste Schritte
[size=1]Weiterführung vom [url=http://www.stargate-universe.de/sgrpg/wbboard/thread.php?threadid=7970&boardid=1353&styleid=17&page=2#21]Torraum[/url] und Teil der Mission.[/size]
[b]Things You See In A Graveyard[/b]
Ross Shepherd wartete im Besprechungsraum auf die Leute, welche er für den diplomatischen Besuch ausgewählt hatte. Ein paar Tage nachdem der Adjutant des Generals Captain Olsen zu den wichtigsten Orten des Cheyenne Mountains geführt hatte, war dieser und andere zu einer Besprechung gerufen worden. Der General hatte mit den Tok'ra ein Treffen verabredet, auf der Welt, wo seit einiger Zeit ihre neue Basis aufgebaut war. Die Beziehungen waren nicht beendet gewesen, es hatte immer wieder Joint-Operations zwischen den Tau'ri und den Tok'ra gegeben, doch die Verbindung zwischen den Völkern war schon einmal besser gewesen. Shepherd, wie auch seinem Vorgänger O'Donald, stieß besonders auf, dass sie ihr neues Verstreck auf einem bewohnten Planeten errichtet hatten. Sei dies eine optimale Tarnung für ihre Tunnel, die Leitung des Stargate Kommandos betrachtete es - über den Wechsel im Generalsstab hinaus - als unethisch, sich hinter Zivilisten zu verbergen.
Schon wenige Minuten vor der angesetzten Besprechung hatten sich neben dem Lieutenant General das gesamte Team von Major David Purcell eingefunden. Der Teamleader blätterte bereits in der Akte, in der die genauen Anweisungen standen, Staff Sergeant Serj Tankian blickte in die Schweiz und dachte über ein Lied nach, das er vor einiger Zeit im Radio gehört hatte, sich aber nicht mehr daran erinnern konnte, wie es hieß. Sergeant First Class Tony Stone nippte an seinem Kaffee und US-Army Corporal Dario Benz wartete, dass es endlich los ging. Staff Sergeant Dhana Castillo und der russische Verbindungsoffizier Leutnant Lev Below waren ebenfalls schon anwesend. Es würde eine große Truppe werden, schließlich hatte sich der General gedacht, damit mehrere Fliegen auf einen Hieb zu erwischen. Zum einen endlich die Beziehungen mit den Tok'ra aufzufrischen, weswegen vor allem Ivy Dulcis und SG-18 mit an Bord waren. Ebenso würde dieser wohl eher langweilige Tripp ihm den russischen Soldaten beschäftigen, und Castillo, sowie Olsen wichtige Erfahrungen bieten.
Original von Mortimer
Als um 0600 sein Wecker klingelte, mischte sich das Klingeln mit den Klopfgeräuschen an der Tür. Peter war sofort hellwach und ging zur Tür, wo sich ein Soldat befand, der ihm salutierte und mitteilte, dass für heute eine Besprechung beim General angesetzt sei und drückte Peter eine Notiz mit der genauen Uhrzeit in die Hand. Peter nickte dem Soldaten zu, der dann wieder in den Gängen verschwand.
Die drei Tage waren schnell vergangen und nun stand seine erste Mission bevor. Peter musste ersteinmal tief durchatmen. Was hatte er nun in den drei Tagen großartiges geleistet? Nun gut, er hatte sich intensiv mit zwei außerirdischen Sprachen beschäftigt, wobei die Sprache der Antiker eng mit altem Latein verwandt war und demnach nicht ganz so abstrakt wie die Sprache der Goa'uld. Das "Wörterbuch" schien auch zu funktionieren, obwohl es momentan noch absolut semantikfrei war und nur rein nach Symbolen übersetzte, aber im Laufe der Zeit ließ sich dieses Defizit beheben und für den Anfang war es immerhin eine Basis, mit der sich Arbeiten ließ.
Peter schaute auf seine Uhr und rechnete durch, wie lange er noch Zeit hatte und was er noch vorher erledigen konnte. Er entschied sich für das Fitnesstraining. Im Trainigsraum bemerkte er, dass heute seine Bewegungsabläufe nicht so flüssig waren, wie sonst. Seine Gedanken kreisten bereits um die Besprechung und er hatte immer wieder Mühe, sich zu konzentrieren. Er brach das Training ab und duschte.
Pünktlich wie er sein sollte, stand Captain Peter Olsen dann im Besprechungsraum und salutierte, bevor er sich auf seinen zugewiesenen Platz setzte.
tbc.: [URL=http://www.stargate-universe.de/sgrpg/wbboard/thread.php?threadid=7972&boardid=1353&sid=5f40c78a43b4935bc7242398eb0e6a04&page=2]Besprechungsraum - Things You See In A Graveyard[/URL]
Zügigen, aber keinesfalls eiligen Schrittes marschierte First Lieutenant Ivy Dulcis durch das Stargate Center. Ziel der Militäranwältin war der Besprechungsraum und ihre Gedanken waren auch bereits bei der angesetzten Besprechung. Einige Minuten Zeit blieben noch, aber Dulcis wollte auf gar keinen Fall zu spät kommen und so ignorierte sie alles und jeden auf ihrem Weg.
Als der Besprechungsraum dann näher rückte, wurde Dulcis merklich langsamer. Ganz bewusst atmete sie mehrmals ruhig ein und aus um auch nach außen hin eine gewisse Ruhe ausstrahlen zu können. Niemand brauchte eine unruhige oder zappelige Diplomatin oder schlimmer noch: eine Diplomatin, die nicht mal ihren eigenen Tagesablauf regeln konnte und sich deshalb zu einer Besprechung abhetzen musste.
Bis zur eigentlich Besprechung war immer noch etwas Zeit, als Dulcis schließlich vor dem Besprechungsraum ankam. Sie rückte ihre Uniform zurecht, drückte den Rücken durch und stellte sich bewusst gerade hin ehe sie schließlich eintrat. Ordnungsgemäß begrüßte sie erst General Shepherd, dann Major Purcell und schließlich den gesamten Rest. Alles genau nach Vorschrift, ganz so wie man es von ihr erwarten konnte.
Kurz vor der angesetzten Zeit für die Besprechung fehlte schließlich nur noch Captain Olsen. Aber er hatte immerhin noch ein bis zwei Minuten. Major Kingsley kam zu diesem Moment die Treppe vom Kontrollraum hinauf, je zwei Stufen auf einmal nehmend. Nicht, dass es der Adjutant wirklich eilig gehabt hätte, aber er hatte es sich schlicht so angewöhnt und nahm die Stufen stehts schnell, wie er auch meist seine Schritte nicht gemächlich, sondern zügig und kraftvoll machte.
Peter Kingsley war nicht unbedingt der Soldat, den man für eine Ehrengarde aufstellen oder bei einer Parade marschieren lassen würde, er war eher dafür geboren mit einem schweren Rucksack, Zelt, Material, Kleidung und Proviant darin - sowie Munition, Granaten und C4 - 40 Kilometer zu marschieren, eine Stellung auszuheben und sich dort wenn es sein musste so lange mit einem MG zu verschanzen, bis die Hölle zu frohr oder er andere Befehle erhielt.
Der Major ging zum Platz des Generals, stellte sich neben den Befehlshaber, salutierte kurz recht locker und sagte dann: "Sir, die Tok'ra haben soeben das Treffen zur angesetzten Zeit bestätigt."
"Danke Major."
Kingsley nickte kurz und verließ den Konferenzraum anschließend, diesmal durch die nahe gelegene Tür, um mit dem Aufzug in eine der oberen Ebenen zu fahren. Er hatte an Sergeant Lyn Cassady noch ein paar Analyseaufgaben abzugeben.
Original von Mortimer
[font=small] ooc: hatte eigentlich in meinem Quartier-Text nen Einzeiler für den Übergang zum Besprechungsraum geschrieben….aber, was solls ;) [/font]
Das heiße Wasser lief aus der Dusche und Peter wunderte sich einen Moment lang, wie spät es wohl schon sein würde. Er ging aus der Dusche und schaute triefnass auf seine Armbanduhr, deren Sekundenanzeige, sich nicht weiter bewegte. Peter erstarrte einen Augenblick und hoffte, dass sich seine aufkeimende Befürchtung nicht erfüllen würde. Notdürftig mit einem Handtuch bekleidet, verließ er die Nasszelle, wobei immer noch Wasserrinnsale an ihm herab liefen, um eine funktionierende Zeitanzeige zu suchen. Der Blick auf die gefundene Uhr war allerdings alles andere als erfreulich: es waren nur noch 12 Minuten bis zum Briefing und die Zeit lief weiter gegen ihn. Mit einer gewissen Hektik schälte er sich in seine Unfiform und trocknete seine Haare so schnell es ging vor dem Spiegel. Da Major Kingsley erheblich ungepflegter aussah, befand Peter, dass er wohl so zum Briefing gehen könne. Mit schnellen Schritten lief er durch die Gänge und man konnte ihm ansehen, dass er es eilig hatte. Kurz vor dem Besprechungsraum erkannte er Major Kingsley, wie er wohl auch zum Besprechungsraum ging, aber nicht mit der Eile, wie Peter sie momentan verspürte. Peter war wahrschenlich der letzte, der zum angesetzten Termin eintraf. Der Major hatte kurz vor ihm den Raum betreten, als Peter auf die Uhr im Gang sah und bemerkte, dass er auf die Minute pünktlich sein würde. Er atmete noch einmal tief durch, als er den Raum ohne ein Anzeichen von Hektik oder Eile, betrat, wobei ihm Major Kingsley schon wieder entgegenkam, dem er kurz salutierte. Nach der förmlichen Begrüßung der Anwesenden nahm Peter ohne zu zögern einen freien Platz am Tisch ein.
[size=1]OOC: Hab ich net gesehen, dass da ein neuer Post war ;)[/size]
Nachdem sich alle Einberufenen eingefunden hatten, eröffnete der General die Besprechung. "Die Gespräche mit den Tok'ra sind sehr wichtig. Die Beziehungen sind im vergangenen Jahr und darüber hinaus teilweise kälter geworden, besonders unsere Kritik, ihre neue Basis auf einer bewohnten Welt zu errichten und die dortige Zivilbevölkerung damit zu gefährden, hat der Rat der Tok'ra als sehr unerwünschte Einmischung in ihre Angelegenheiten empfunden", begann Shepherd, "das Treffen auf ihrer Welt soll unsere Zusammenarbeit wieder verbessern. Major Purcell hat das Kommando und wird zusammen mit Lieutenant Dulcis die Gespräche führen. Gleichzeitig soll dieser doch recht sichere Tripp auch denjenigen mit weniger Offworld-Erfahrung eben selbige verschaffen. Sergeant Castillo und Leutnant Below - für Sie und den Rest von SG-18 werden die Tok'ra ein Programm anbieten, mit Informationsveranstaltungen zu... allen möglichen Themen, nehme ich an." Während der größte Teil des entsendeten Personals im Grunde Zuschauer waren, welche das Freizeitprogramm dieser professionellen Spione geniesen durfte, war es an Purcell und Dulcis die Allianz mit guten Worten wieder möglichst gut zum Laufen zu bringen. Aufgrund seines Ausbildungshintergrunds wollte Shepherd auch Captain Olsen dabei haben. Der General war der Ansicht, dass Olsen mit Sicherheit dort mehr mitnehmen würde, als bei einem Vortrag über Goa'uld Schiffsantriebe oder den Bürgerkrieg der Systemlords nach dem Fall der ersten Dynastie. "Major, Lieutenant", sagte er an Pucell und Dulcis gewandt, "glätten sie die Wogen, überzeugen sie die Tok'ra, wieder intensiver mit uns zusammen zu arbeiten. Aber, und das will ich betonen, unsere Vorbehalte gegen die Position ihrer momentanen Hauptbasis bestehen weiterhin und werden bestehen bleiben, solange sie sich in ihren Tunneln unter einer Siedlung verbergen. Captain Olsen wird sie beide dabei begleiten." Der Kommandeur des Centers blickte direkt zu Olsen und fügte hinzu: "Ich denke es wird fruchtbar für Sie sein, direkten Kontakt mit dem Hohen Rat der Tok'ra zu bekommen und unsere Verbündeten so nah es geht in Augenschein nehmen zu können."
Original von Mortimer
Peter erwiderte den Blick. Er wartete einen Moment ab, um zu erkennen, ob der General eine Antwort erwartete, dann nickte er
"Sir, das ist wirklich eine interessante Möglichkeit, die sich bietet, um Direktiven aus dem PSYOP Korps erstmalig im außerweltlichen Einsatz anzuwenden."
Dass der kommende Einsatz gleich dazu führen könnte, gerade den Verbündeten genauer kennen zu lernen, der sich auch am stärksten durch Geheimniskrämerei und Widersprüchlichkeiten hervortat, empfand Peter als absolut faszinierend. Das Verhalten der Tok'ra hatte immer wieder zu Irritationen in der Vergangenheit geführt. So viel hatte Peter bisher an Informationen gewinnen können, aber der direkte Kontakt, der sich nun ergeben würde, hatte eine ganz andere Qualität. Vielleicht war da mehr, was zwischen den Zeilen geschah und gerade dies wäre interessant herauszufinden, wodurch es sich äußern würde. Peter wartete ab, wie die Bespechung weiter verlaufen und welche Informationen der General noch zusätzlich über den Einsatz geben würde.
"Ich habe mir gedacht, dass es Ihnen gefallen würde", meinte der General und über seine bisher strenge und harte Mine huschte für einen Moment ein leichtes Zucken, das man hätte mit einem väterlichen Lächeln verwechseln können. "Nutzen Sie die Begegnung, sich mit ihrer Art und Vorgehensweise bekannt zu machen. Womöglich werden Sie abundzu mit den Tok'ra zusammen arbeiten und sich auf deren Arbeitsweise einlassen müssen."
Dabei hatte der General selbst noch wenig mit den seit Jahrtausenden aktiven Rebellen zu tun gehabt. Seit er im Februar diesen Jahres das Kommando über das wohl geheimste Projekt der Vereinigten Staaten von Amerika, bei genauer Betrachtung wohl sogar das geheimste Projekt des ganzen Planeten, übernommen hatte, gab es nur ein paar Operationen die Tok'ra und Tau'ri zusammen koordinierten und nur wenige Gespräche. Aus den Akten des SGC ging hervor, dass dies in vorherigen Jahren auch schonmal besser gewesen war.
"Sir, gibt es eine besondere Botschaft, die wir an den Rat der Tok'ra übermitteln sollen?", fragte Major Purcell.
Shepherd nickte.
"Das Pentagon rechnet nach der momentanen Entwicklung besonders den Systemlords Hermes, Phinix und Camulus besonderes Gefahrenpotenzial an. Daher sollen sie möglichst herausfinden, was die Tok'ra gegen diese Goa'uld planen und ob sie bereit sind mit uns dabei zusammen zu arbeiten", antwortete der Lieutenant General.
Voll konzentriert hörte Dulcis den Ausführungen zu. Hin und wieder nickte sie, allerdings weniger um ihrem Vorgesetzen ihre Aufmerksamkeit zu demonstrieren, sondern vielmehr für sich selbst als Verinnerlichung des Gesagten. Von diesem Nicken einmal abgesehen bewegte sich Dulcis Körper keinen Millimeter, doch in der ehrgeizigen Anwältin brodelte es. Sie wusste wie wichtig diese Gespräche waren. Wenn es ganz schlecht lief könnten sie gar einen Verbündeten verlieren und angesichts der derzeitigen Lage in der Galaxis war das ganz sicher gar keine gute Idee. Es würden aufregende Gespräche werden und Dulcis konnte es gar nicht abwarten. Am liebsten wäre sie gleich aus dem Raum gestürmt und durch das Tor gesprungen. Aber natürlich kam das nicht in Frage und so saß sie weiter äußerlich völlig ruhig da.
Als der General schließlich fertig war, richtete Dulcis das Wort an ihn: "Sir? Bezüglich einer potentiellen Zusammenarbeit gegen die Sytemlords: wie weit sind wir da bereit nach den Regeln der Tok'ra zu arbeiten? Es wäre für unsere Beziehungen sicherlich förderlich uns ihren Methoden anzupassen, aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass diese Methoden.. so gar nicht unserer Herangehungsweise entsprechen."
"Bei Joint Operations müssen wir uns natürlich etwas auf ihre Spielweise einlassen, aber über eines müssen sie alle sich bewusst sein", antwortete der General und richtete die folgenden Worte besonders an die Soldaten, welche anders wie SG-18 bisher noch keine Erfahrungen mit den Tok'ra gemacht hatten: "Die Tok'ra sind nicht gerade die ethischsten Personen. Sie führen ihre Sabotagen und Angriffe nicht nach unseren Regeln der Kriegsführung. Das bedeutet nicht, dass sie Unschuldige achtlos opfern, aber die Tok'ra tendieren leider dazu, Menschen schneller als entbehrlich einzustufen, als wir dies täten. Zum Glück konnten wir mit ihnen bisher die Abmachung erhalten, das Symbionten-Giftgas nur zur Selbstverteidigung einzusetzen, und nicht um damit einen Massenmord an den gegnerischen Truppen durchzuführen."
Shepherd wartete einen Moment, um seinen Worten die richtige Wirkung zukommen zu lassen.
"Sie sind alle Soldaten, ich denke ich brauche sie nicht daran zu erinnern, dass wir im Krieg tun, was nötig ist, um unsere Zivilisation zu bewahren - dazu gehört im Zweifel auch atomares, chemisches oder biologisches Waffengut einzusetzen. Aber es gehört auch dazu, diese Mittel als letzte Mittel zu verwenden, ausschließlich dann, wenn eine so schreckliche Tat nur zu dem Preis kommt, dass wir ohne sie unsere eigene Existenz opfern würden. Achten sie alle darauf, dass sie bei der Arbeit mit den Tok'ra nicht zu schnell aus den Augen verlieren, dass sie den Tod Unschuldiger nicht mehr einfach nur als bloße Opferzahlen auf dem Papier betrachten", betonte der General.
Original von Mortimer Sich in seinem Stuhl zurücklehnend, verfolgte Peter die Besprechung. Bei den letzten Worten des Generals wurde er hellhörig und nickte langsam. In Gedanken war bereits dabei, Gespräche zwischen den Tok'Ra und ihnen zu simulieren und wie die Tok'Ra sich wohl in solchen Gesprächen verhielten. Mit den Worten des Generals kam nun hinzu, dass den Tok'Ra jedes Mittel Recht erschien, das zur Vernichtung der Goa'Uld führte. Ob es nun bei solchen Einsätzen kollaterale Schäden gab und in welcher Größenordnung, schien für sie irrelevant zu sein. Diese Überzeugung würde auch in den Gesprächen eine Rolle spielen, weil sich die Tok'Ra entsprechend verhalten würden und es wäre dann von Vorteil, wie sich hier eine Möglichkeit entwickeln ließe, die die Kommunikationsbasis in eine andere Richtung beeinflussen würde. Auch die Einschätzung des Generals, was Opferzahlen anging, war schon bedrückend, aber irgendwie hatte man sich an Zahlen schnell gewöhnt. Wen scherte es noch, wenn wieder zu lesen war, dass sich ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt und dabei Unschuldige mit in den Tod gerissen hatte. Zu lesen waren Fakten, aber keine Schicksale, die sich dahinter verbargen. Aber so funktionierte Krieg eben. Peter schaute nachdenklich und fragte dann an den General gewandt: "Sir, von welcher Seite wurde dieses Treffen bei den Tok'Ra eigentlich initiiert? Vom SGC oder von den Tok'Ra selbst?" Er hatte mit dieser Frage gewartet bis der General seine Ausführungen beendet hatte und kein anderer im Raum diese Frage stellte, da der General sich dazu nicht deutlich ausgedrückt hatte. Wenn es die Tok'Ra wären, wäre sicherlich eine andere Absicht dahinter, denn so unterkühlt, wie die diplomatischen Beziehungen schienen, wären sie nicht diejenigen, die einen ersten Schritt taten.
"Ich denke man könnte es gegenseitiges Interesse nennen. Die Tok'ra haben das bisher leicht eingeschlafene Verhältnis etwas abgestaubt und die gemeinsamen Kanäle wieder öfter genutzt, worauf mir das Pentagon aufgetragen hat ein direktes Treffen mit der Führung unserer Alliierten zu verabreden", antwortete der General, "ich denke sie haben gewartet, dass wir den ersten Schritt machen."
Shepherd hatte das Kommando noch nicht inne gehabt, als die Tok'ra nach Perricum gezogen waren, um dort ihre neue Basis zu errichten. Der ehemalige Kommandeur des Cheyenne Mountain Stützpunktes war in seinen Berichten aus dieser Zeit lesbar ungehalten über diesen Zustand, auch wenn er sich den Verbündeten gegenüber so diplomatisch gegeben hatte, wie er konnte - und Sean O'Donald war ein besonnener, erfahrener General gewesen, der es verstanden hatte, sich auf dem politischen Parkett zu bewegen. Dennoch war die Kritik O'Donalds bei der Tok'ra Führung in den folgenden Wochen nach ihrem Spatensich auf Perricum ausreichend durchgedrungen, um sie zumindest etwas zu beleidigen.
Vielleicht waren es gerade die Tau'ri gewesen, welche die Tok'ra gezwungen hatten zu realisieren, dass all ihre guten Intentionen die Goa'uld zu vernichten nicht ausreichten, um die Opfer, die sie so schnell bereit waren ins Feuer zu werfen, und deren Hilferufe zu befriedigen. Niemand mochte es, seine guten Ziele von anderen zerstört zu sehen, welche mit den Fingern auf die dunkle Seite der glänzenden Ritter zeigten.
Innerlich machte sich Ivy eine Notiz als der General auf Olsens Frage antwortete. Es war durchaus gut zu wissen, von wem die Initiative zu diesem Treffen ausgegangen war, ließen sich daraus doch Rückschlüsse ziehen, wer womöglich ein größeres Interesse an dem Treffen hatte. Das war ein Punkt, der bei den Gesprächen unter Umständen wichtig werden konnte.
Betont ruhig faltete Ivy ihre Hände. Mit jeder Minute fiel es ihr schwerer hier einfach nur herum zu sitzen. Natürlich war diese Besprechung notwendig und wichtig, aber tatsächlich einem Tok'ra zu begegnen war dann doch noch eine Spur aufregender. Noch vor einem Jahr hätte Ivy nicht mal im Traum daran gedacht einmal an derart wichtigen Gesprächen teilzunehmen. Natürlich hatte sie auch damals schon große Ziele gehabt, aber Gespräche mit außerirdischen Verbündeten war definitiv keines von diesen Zielen gewesen. Aber wer rechnete denn auch schon ernsthaft mit so etwas.
"Gibt es sonst noch Dinge, die wir bei den Gesprächen Unbedingt beachten mussen, Sir?", fragte sie den schließlich den General, nachdem scheinbar niemand sonst diese Frage stellen wollte.
"Wenn es geht, finden sie so viel wie möglich über die Goa'uld und die momentanen Operationen der Tok'ra heraus", antwortete der General an alle am Tisch gerichtet. "Leider sind unsere Undercover Teams noch lange nicht so erfahren und routiniert wie diese Jahrtausende alten Spione. Bringen sie mit an Informationen, was ihnen allen einzufischen gelingt", ergänzte Shepherd.
Für die nächsten Minuten besprachen der General und besonders Major Purcell die Detaills ihrer Mission, der Kommandeur des Stargate Centers beantwortete immer wieder einige Fragen der Personen, die mit ihm am Besprechungstisch saßen, und schließlich beentete Shepherd das Briefing offiziell. Bevor sich alle von ihrem Platz erhoben, und er sich mit einem Salut beim General verabschiedete, sagte David Purcell an die Anwesenden gerichtet: "Ich erwarte jeden von Ihnen pünktlich in zwei Stunden im Torraum. Dies ist ein diplomatisches Treffen, also beschränken sie sich auf normale Bewaffnung. Also lassen sie die AT4 zu Hause."
Mit diesen Worten endete die Missionskonferenz und alle Teilnehmer konnten ihrer Wege gehen, bis der Startschuss bevor stand.
Mahlzeit
Original von Mortimer Nach der Besprechung verließ Peter mit anderen Mitgliedern der diplomatischen Mission den Besprechungsraum. Die verbleibenden zwei Stunden, wollte er nutzen, um nocheinmal kurz in der Kantine vorbeizuschauen, bevor er dann ausgerüstet im Torraum stehen würde. Normale Ausrüstung war vom General angewiesen worden. Peter wusste zwar nicht genau, was damit gemeint war, aber eben keine Kampfausrüstung. Er entschied sich dafür, neben dem Standard, auch eine Zat mitzunehmen, da die nicht besonders auffällig war und ein bisschen von seiner eigenen Hardware, denn bei den Tok'Ra gab es sicherlich auch einiges an lingusitischen Schätzen über die Goa'uld, die für ihn von Interesse wären. Gerade auf so einer Mission gab es bestimmt Zeit dafür, sich über die Tok'Ra und deren Wissen über die Goa'uld vertraut zu machen, insofern sie diese Möglichkeit zuließen, was eben nicht unbedingt der Fall war, so wie Peter mittlerweile den Eindruck bekommen hatte.
Peter ging durch die Gänge und kam schließlich an der Kantine an. Er holte sich einen Kaffee und ein Sandwich, das noch einen Hauch von Frische erweckte und setzte sich dann an einen freien Tisch.
Die Kantine war in diesem Moment praktisch voll, oder zumindest, auch wenn es noch genug freie Stühle hatte, war jeder Tisch wenigstens von einem Soldaten oder Mitarbeiter des Stützpunkts besetzt. Als Jayden Ryder die Räumlichkeiten betrat, sah er sich um. An einem Tisch saß ein Wissenschaftler, und der technikerfahrene Soldat wusste, dass dies einer der Zivilisten war, die sich förmlich in ein Dauerfeuer reden konnten, sobald sie einmal losschossen. An anderer Stelle waren ein paar Unteroffiziere zusammen an einem Tisch, ein Lieutenant trank in der Ecke Kaffee und laß in einer Akte, ein Major unterhielt sich an einem Tisch mit einer Forscherin. Jayden hatte keine Intention sich zu dem Major zu setzen und einen höheren Offizier bei einem offensichtlichen Flirt zu stören. Ebensowenig wollte sich Ryder zu einer eingeschworenen Gruppe von Unteroffizieren gesellen, mit denen er zuvor noch nie etwas zu tun gehabt hatte und wobei er nur ein Störobjekt in der Gruppe wäre.
Also, nachdem er sich etwas Mittagessen auf einem Tablett geholt hatte, ging er zu dem Tisch, an dem Olsen saß und fragte den Soldaten gleichen Ranges: "Haben Sie etwas dagegen, wenn ich mich zu Ihnen setze, Captain?"
Original von Mortimer
Noch sein Sandwich begutachtend, schaute Peter hoch, als er angesprochen wurde. Er musterte kurz den Soldaten, der am Tisch stand und erwiderte freundlich:
"Natürlich nicht, Captain. Setzen Sie sich doch. Hier herrscht momentan eine solche Betriebsamkeit, da ist es schon mit ein wenig Glück verbunden, einen Platz in der Kantine zu bekommen."
Peter schaut auf die Nahrungsmittel, die sein Gegenüber auf dem Tablett hatte und wägte ab, ob dieser eine bessere Entscheidung getroffen hatte, als er selber. Dann nahm Peter sein Sandwich und biss hinein. Beim Hineinbeißen bemerkte er, dass die sichtbaren Ränder der aufgeschichteten Salatblätter zwar schon begannen, ein wenig welk zu werden, aber die vom Koch benutzte Sauce überdeckte jegliche geschmackliche Andesrartigkeit.
So war eben das Essen beim Militär, dachte Peter, alles war irgendwie einheitlich, sogar der Geschmack.
Er trank dann einen Schluck Kaffee aus seinem Becher. Dieser war richtig gut, befand Peter und überlegte kurz, wie er mit seinem Gegenüber ein wenig Smalltalk beginnen konnte. Irgendwie war es schon komisch, so richtig viel geredet hatte er in den letzten Tagen hier im SGC eigentlich nicht, stattdessen hatte er viel recherchiert und sich in die neue Materie eingearbeitet.
Er wartete einen Moment ab, wo sein Gegenüber, nicht gerade am Kauen oder Trinken war, bevor er ihn ansprach und ihm seine Hand über den Tisch reichte.
"Peter Olsen, ziemlich neu hier beim SGC und im Team von SG 18."
Ryder hatte beinahe aus einem Reflex heraus die Hand ausgestreckt. Wie einfach es doch war, mit ein paar Worten eine nach Jahren der Erzeihung und Gewohnheit automatische Reaktion zu erreichen. Doch bevor sich beide in der Mitte des Tisches trafen, stockte Jayden. Nicht aus Unhöflichkeit, sondern weil er absolut überrascht war.
"SG-18? Ich habe gar nicht mitbekommen, dass eines der Teammitglieder ausfiel.. ich meine... Urlaub hoffe ich. Es hat doch niemanden von Purcells Einheit erwischt, oder?", fragte der Offizier. Er hoffte besonders, dass Staff Sergeant Tankian nichts geschehen war. Jayden hatte ein gutes Verhältnis zu dem rund zehn Jahre älteren Soldaten und wusste dessen Erfahrung, aber auch seine aufrichtige und freundliche Art zu schätzen. Nichts desto trotz waren auch die anderen Mitglieder von Purcells Team aus der Sicht Ryders in Ordnung, wobei er die kürzlich zugeteilten Soldaten Stone und Benz kaum kannte. Dennoch wünschte auch ihnen Captain Ryder nichts schlechtes.
Nach der Besprechung war Ivy Dulcis direkt zu ihrem Quartier gestürmt um sich geistig auf den Einsatz vorzubereiten.
Die Soldatin war allerdings noch nicht mal halb angekommen, als sie merkte wie jeder weitere Schritt ihren Kopf schier zum zerbersten brachte. Einige Meter lang ignorierte sie die bohrenden Kopfschmerzen, doch schließlich sah sie sich gezwungen stehen zu bleiben. Jede Erschütterung machte die Schmerzen nur schlimmer und Schritte verursachten nun einmal Erschütterungen. Es war also mal wieder so weit. Gedanklich ging Ivy die letzten zwei Tage durch und musste feststellen, dass sie wieder einmal viel zu wenig getrunken hatte. Ihre Arbeit hatte dafür einfach keinen Raum gelassen.
"Selbst Schuld.", murmelte Ivy kopfschüttelnd und wechselte dann die Richtung. Neues Ziel: Kantine.
Nach einer unendlich langen und langsamen Wanderung war Dulcis schließlich an ihrem Ziel angekommen. Dort ließ sie sich nicht nur eine Tasse, sondern gleich eine ganze Kanne Tee geben - die größte, die sie bekommen konnte. Irgendein Kräutertee, den sie zwar nicht mochte, der aber wenigstens helfen würde. Unendlich langsam drehte sie dann den Kopf und sah sich in der Kantine um. Sie hatte auf einen freien Tisch gehofft, aber natürlich gab es keinen mehr. Ein paar Tische weiter entdeckte sie jedoch Olsen mit einem weiteren Soldaten. Unendlich langsam wanderte sie also zu dem Tisch, bemüht die Erschütterungen möglichst gering zu halten. "Sirs, darf ich mich zu Ihnen setzen?", richtete Dulcis das Wort sowohl an Olsen als auch an Ryder. Zwar schaffte sie es irgendwie dabei nicht gequält zu klingen, für einem Moment aber spiegelten sich ihre Kopfschmerzen ganz deutlich auf ihrem Gesicht wider.
Original von Mortimer
"Oh, dass ich Sie mit meinem plumpen Versuch eines Smalltalks dermaßen überrascht habe, wollte ich eigentlich nicht", Peter lächelte etwas und antwortete dann auf die Frage von Captain Ryder, "Nun, ich bin SG 18 vom General für eine Mission zugeteilt worden, was nun genau mit dem Team ist, kann ich Ihnen leider nicht beantworten, da ich die einzelnen Mitglieder des Teams bisher kaum kenne. "
Peter verharrte mit seiner Hand noch einen Augenblick, um Captain Ryder die Möglichkeit einer Erwiderung zu geben, bevor er sich wieder hinsetzte und die Situation damit beendete. In der Kantinenatmossphöre hatte Peter es nicht für angebracht empfunden, dem anderen Captain zu salutieren, irgendwie war ihm diese ganze Prozedur mittlerweile in bestimmten Situationen einfach zu förmlich, auch, wenn man ihn dazu auf der Akademie gedrillt hatte. Aber scheinbar erzielte diese offene Art nicht immer den gewünschten Erfolg, wie sich gerade herausgestellt hatte. Obwohl Captain Ryder eher besorgt um ein Teammitglied von SG 18 zu sein schien und nicht irritiert, ob der eher zivilen Begrüßung. Bevor er sich noch weiter darüber den Kopf zerbrechen konnte, stand Ltd. Dulcis am Tisch und sah eher danach aus, als ob ihr Kopf zerbrechen würde.
"Natürlich Lieutenant Dulcis nehmen Sie doch Platz", sagte Peter und rückte ein Stück zur Seite um der Soldatin Platz zu machen.
Dann musterter er sie kurz und sagte mit einem leichten Ausdruck der Besorgnis auf dem Gesicht zu Lieutenant Dulcis:
"Mit Verlaub, ihr Gesichtsausdruck verheißt nichts Gutes. Sie sollten fit sein, wenn es in zwei Stunden losgeht."
"Besser mit ein paar Aspirin auf eine Tour gehen, als dort am Ende keinen kühlen Kopf zu haben", unterstützte Jayden den anderen Offizier.
Er war erleichtert, dass mit Major Purcell oder Sergeant Tankian alles in Ordnung war. SG-16 war bereits einmal auf einer Mission mit SG-18 gewesen, als Lieutenant Jake Hadley und Captain Alan Dolmayan noch zu Pucells Einheit gehörten. Das Team des Majors war in einen Hinterhalt der Goa'uld geraten und konnte gerade noch rechtzeitig einen Hilferuf durch das Gate schicken, bevor sie mit massivem Feuer beharkten und sie zurückfallen mussten, die rettende Heimat nur wenige Meter von ihnen entfernt. Colonel Hilton, aka 'The Bull', hatte mit seinem zehn Soldaten starken Kampfverband anschließend dafür gesorgt, dass Pucell und seine Männer wieder sicher zur Erde zurückkehren konnten - und dass zwei dutzend feindlicher Kämpfer ihre Heimat nie wieder sehen würden. Captain Ryder bedauerte, dass Dolmayan nur kurz darauf sein Bein bei einem Einsatz verloren hatte und dadurch aus dem aktiven Dienst ausschied. Das gehörte zum Risiko eines Soldaten, musste sich Ryder wie schon so manches Mal zuvor eingestehen, besonders wenn man wie im SGC an der Front arbeitete.
Wenigstens schien es aber Serj und David für den Moment gut zu gehen, und Jayden dachte daran, dass er mal wieder einen Pokerabend mit Serj planen sollte.
Ivy verzog ihr Gesicht leicht zu so etwas ähnlichem wie einem Lächeln und setzte sich dann zu den beiden Offizieren.
"In zwei Stunden bin ich wieder voll einsatztauglich, Sir. Ich muss nur meinen Flüssigkeitshaushalt etwas ausgleichen.", antwortete sie an Olsen gewandt.
Sofort nahm sie auch von dem Tee einen großen Schluck um ihre Aussage zu bekräftigen. Zucker wäre gut gewesen um den Geschmack wenigstens etwas zu überdecken, aber Ivy zwang sich den Tee ungesüßt zu trinken. Eine Kanne von diesem Zeug und ihr Kopf würde wieder normal funktionieren. So war es immer gewesen. Solange sich der Kopfschmerz noch nicht richtig festgesetzt hatte, genügte eine große Kanne Tee um das Problem zu beheben. Wobei Wasser mindestens genauso gut funktionieren würde, aber das bekam Ivy noch viel weniger runter als den Tee.
Nach einem zweiten großen Schluck Tee fasste Ivy sich gedankenverloren mit beiden Händen an den Kopf und massierte ihre Schläfen, als ihr schließlich dämmerte, dass sie den zweiten Offizier gar nicht kannte und sie sich eigentlich hätte vorstellen müssen. Ein Hauch von Röte zeigte sich auf ihrem Gesicht, ehe sie schließlich - nicht so militärisch zackig wie es eigentlich hätte klingen sollen - ihre Vorstellung gegenüber Ryder nachholte:
"Ich bin First Lieutenant Ivy Dulcis, Sir."
Es ärgerte die junge Soldatin nicht sofort an die Vorstellung gedacht zu haben. Aber die Kopfschmerzen ließen ihren Kopf eben nur sehr langsam arbeiten. Die Ergebnisse dieser langsamen Gedankenverarbeitung waren für gewöhnlich zwar immer noch weit über dem Durchschnitt, aber für Ivy völlig inakzeptabel. Nur ein Perfektes Ergebnis kam in Frage, egal worum es ging.
"Captain Ryder, sehr erfreut", antwortete der Soldat und schenkte Dulcis ein freundlich gemeintes Nicken, schließlich war er diesmal nicht perplex durch die Annahme, ein Bekannter sei gefallen.
Jayden war noch recht jung mit seinen 26 Jahren, hatte zusammen mit SG-16 aber eine Menge Mist durchlebt. Normale Erkundungsmissionen waren im Grunde nicht ihr Aufgabengebiet, daher bedeutete jede Mission zu der sie gerufen wurden im Grunde ein potenzielles Desaster. Jayden war der Transporter des Teams, oder auch der Feld-Ingenieur, jenachdem wofür man ihn brauchte. Er war äußerst geschickt mit elektrischen Geräten und Computern, und vor allem war er ein Pilot. Man sagte dem Mann aus Washington D.C. nach, dass er alles fliegen oder fahren konnte, dass in irgendeiner Weise dafür gedacht war.
Der Pilot sah sich die beiden anderen am Tisch nochmal an, während er sich eine Portion Spaghetti alla carbonara in den Mund schob. Olsen musste wirklich neu sein, ihn hatte er zuvor noch nicht gesehen. Aber an Dulcis war er schon ein paar Mal in den Gängen vorbei gelaufen, auch wenn er sich noch nie mit ihr unterhalten hatte.
"Sie beide arbeiten zusammen?", fragte Ryder.
Original von Mortimer
Peter wollte Lieutenant Dulcis nicht ins Wort fallen, wartete also einen Moment ab, bevor er dann vielleicht als erster auf die Frage von Ryder antwortete:
"Ja, Captain Ryder, für die anstehende Mission sind wir im gleichen Team, obwohl ich zugeben muss, dass das alles hier für mich ziemliches Neuland ist. Vor knapp einer Woche stand ich noch im Sand und zwischen den Felsen von Afghanistan und nun stehe ich kurz davor, durch ein außerirdisches Artefakt zu treten, um andere Planeten zu erkunden. Ist schon merkwürdig, was so in einer Woche passieren kann."
Peter schaute dann zu Dulcis herüber und wartete gespannt auf ihre Antwort. Er hatte sie zwar schon einmal kurz in der Kantine gesehen und auch beim Briefing, aber mehr als ihren Namen und ihren Rang wusste er auch nicht. Den Aussagen des Generals nach zu urteilen, schien sie eher zu den Diplomaten zu gehören und nicht zu den Kämpfern. Auch ihr Äußeres ließ für Peter diesen Schluss zu. Insofern könnten sie schon ein gutes Team bilden, wenn ihre Ausbildung tatsächlich in diese Richtung ging. Das war bestimmt kein Zufall, so wie Peter mittlerweile vom taktischen und strategischen Geschick des Generals überzeugt war.
Nachdem auch Ryder sich vorgestellt hatte, rang Ivy sich ein kurzes Lächeln ab, dann widmete sie sich aber wieder ihrem Tee.
Mit einem leichten Nicken bestätigte sie schließlich Olsens Ausführungen.
"Bis vor kurzem bin ich auch noch davon ausgegangen meine Zeit hauptsächlich vor Militärgerichten zu verbringen. Mit diplomatischen Treffen auf anderen Planeten hatte ich nicht wirklich gerechnet."
Nach einem weiteren großen Schluck Tee fügte sie schließlich noch an:
"Aber nur weil ich eigentlich Anwältin bin, heißt das nicht, dass ich völlig wehrlos bin, Sir. Ich bin trotz allem in erster Linie Soldatin und kann daher durchaus mit Waffen umgehen."
Inzwischen war ihre Tasse leer und so goss sich die Militäranwältin aus der Kanne nach. Zwar hatte sie den Großteil ihrer juristischen Ausbildung an einer zivilen Universität absolviert, aber dank ihren militärischen Ausbildern fühlte sie sich keinesfalls nur wie eine Zivilistin mit etwas militärischem Training. Sie war Soldatin und Ivy wollte auch als solche anerkannt werden.
Original von Mortimer
Peter zog eine Augenbraue hoch. "Ihre Wehrhaftigkeit in Ehren, Lieutenant Dulcis, dass habe ich auch gar nicht bezweifelt oder hatte es den Anschein? Vielleicht sind Sie die beste Scharfschützin hier im Center. Aber das sind Dinge, die vielleicht in Ihrer Akte stehen. Ich kenne Sie nun erst seit ein paar Minuten, da würde ich mir kaum erlauben, ein abschließendes Urteil über ihre Fähigkeiten zu bilden. Allerdings ist es immer von Vorteil im Vorfeld zu wissen, was ein einzelnes Teammitglied kann und was nicht, dass kann für den Ausgang einer Mission entscheidend sein", sagte Peter in einem nach wie vor freundlichem Ton. Dann lächelte er kurz und trank einen Schluck von seinem Kaffee.
Lieutenant Dulcis war also eine wehrhafte Anwältin, und der Unterton in ihrer Aussage sollte dies auch bekräftigen. Scheinbar war es ihr wichtig, dass eben noch anzumerken, obwohl Peter sich diesbezüglich ihr gar nicht gegenüber geäußert hatte. Es schien ein empfindlicher Punkt zu sein.
Jeder hier gehörte auf seinem Gebiet zu einer Elite, die man für dieses außergewöhnliche Projekt ausgewählt hatte und das bedeutete gerade für Militärangehörige, dass sie nicht nur ein Spezialgebiet hatten, sondern auch alle wussten, wie man sich nicht nur mit Worten zur Wehr setzen konnte, sondern auch mal Waffen sprechen ließ.
Heftig schüttelte Ivy den Kopf - eine Bewegung, die sie sogleich bereute als der Kopfschmerz stärker wurde und ihr Gesicht sich für den Augenblick zu einer Grimasse verzerrte.
"Nein, Sir, den Anschein haben sie überhaupt nicht erweckt. Ich habe nur die Erfahrung gemacht, dass viele Soldaten uns Militäranwälte ausschließlich in schönen Büros sitzen sehen und uns einen Kampfeinsatz nicht mehr zutrauen. Einer solchen Meinungsbildung wollte ich nur zuvor kommen. Bitte entschuldigen Sie meine ungenaue Ausdrucksweise."
Eine kurze Pause, um noch einen großen Schluck Tee zu trinken, ehe Ivy dann noch ein letztes "Sir." anfügte. Um nicht noch mehr dummes Zeug zu reden, entschied die Anwältin sich dann dafür, auf die Tasse in ihren Händen zu starren. Es war einfach keine gute Idee unter Kopfschmerzen mit Vorgesetzten zu reden, jedenfalls dann nicht, wenn sie sich nicht die nötige Zeit zum vorherigen Nachdenken nahm. Das Ergebnis waren einfach viel zu ungenaue und tollpatschige Aussagen, die im schlimmsten Fall dann auch noch irgendwen verärgern. Zwar wirkte Olsen nicht wirklich verärgert, aber dennoch ermahnte Ivy sich innerlich zu mehr Kontrolle über ihre Aussagen.
Original von Mortimer
"Wissen sie, Lieutenant Dulcis, ich habe auch ein paar Jahre an einem Schreibtsich von PSYOP gesessen und mich mit den Dialekten der arabischen Sprache beschäftigt und wie man in die einschlägigen Websites der Islamisten eindringen könnte, um dort entsprechendes Propagandamaterial zu lancieren. Daher könnte man mich auch eher als Schreibtischsoldaten bezeichnen." sagte Peter und schaute zur Soldatin, um ihr damit zu zeigen, dass er sie keineswegs nur nach ihrer offensichtichen Tätigkeit beurteilte.
Ohne die sitzende Truppe hinter den Schreibtischen wären viele Operationen gar nicht möglich, was die Planung und Logistik anging. Dulcis' Aussage traf aber irgendwie zu, er selbst hatte sich auch dazu verleiten lassen, ein wahrscheinlich vorschnelles Urteil über die Soldatin zu fällen, bis er kurz über seinen eigenen Werdegang nachdachte und Parallelen feststellte, was den Schreibtischjob anging. Richtige Kampfeinsätze mit Gefahrenpotential hatte Peter erst in Afgahnistan erlebt, wo die Gefahr hinter jedem Stein lauerte und man sich nie sicher sein konnte, wer Freund oder Feind war.
Captain Ryder hatte dem entstandenen Gespräch der beiden aufmerksam gelauscht, aber für den Moment keine Lust sich einzumischen. Stattdessen schob er nach und nach, Löffel um Löffel, sein Mittagessen in sich hinein. Er war nicht der Typ der auf klassisch italienische Art seine Spaghetti zu sich nahm. Er schnitt die Nudeln aus Hartweizengrieß lieber, um sie mit dem Löffel zu essen, denn er mochte es nicht, dass beim Aufrollen mit der Gabel soviel von der Soße und den Speckstückchen im Teller zurückblieben.
Für sich persönlich lächelte er über die Worte der beiden ein wenig in sich hinein. Als Pilot war er einst immer weit vom Kampfgeschehen entfernt gewesen. Er warf seine Bomben oder feuerte Raketen ab, aber das Gesicht seiner Feinde bekam er dabei im Grunde nie zu sehen. Dennoch war er nun unter dem Kommando von 'The Bull' und an der Seite von Soldaten, die mehr einem Animal Mother aus dem Antikriegsfilm Full Metal Jacket glichen, als einem strammstehenden Offizier und Gentleman. Und er hatte sich dort eingelebt, bewährt und seine Feuertaufe längst bestanden. Jayden war sich sicher, dass dies auch Olsen und Dulcis gelingen würde. Früher oder später hatte im SGC jeder seine Feuertaufe zu bestehen, das war praktisch ein Gesetz.
Ein wenig zaghaft lächelte Ivy Olsen an. Der Captain schien ganz nett zu sein vor allem aber klang es, als ob sie sich in beruflicher Hinsicht hervorragend ergänzen würden. Aber das würde sich im Laufe der anstehenden Mission und in der Zeit darüber hinaus sicher noch genauer zeigen.
Während sie die letzten Schlucke aus ihrer zweiten Tasse nahm, blickte Dulcis zu Ryder. Unwillkürlich runzelte sie die Stirn, als sie seine etwas eigenwillige Art Spaghetti zu essen bemerkte. Als Kind hatte sie so ähnlich gegessen, aber das war zwanzig Jahre her. Trotzdem verkniff sie sich jeden Kommentar. Es stand ihr einfach nicht zu, den Captain und seine Essgewohnheiten zu kritisieren. Wie gebannt blickte Ivy dennoch mehrere Sekunden lang auf den Teller, bis sie sich schließlich eine dritte Tasse Tee eingoss und dabei endlich die Augen von Ryders Teller abwendete.
Ganz langsam ließen auch ihre Kopfschmerzen nach. Noch verursachten zwar auch kleine Erschütterungen Schmerzen, doch Ivy konnte fühlen, dass es besser wurde. Noch ein paar Tassen Tee, etwas Zeit und dann würde sie wieder einsatzfähig sein. Und es würde auch immer noch genug Zeit blieben, um sich für den Außeneinsatz vorzubereiten.
Die kurzzeitig entstandene Stille, beinahe schon diese seltsam bedrückende Art von unangenehmem Schweigen, nutze Jayden schließlich, um sich ein wenig mit den beiden vertraut zu machen. Zwar hatte er bereits mitbekommen, dass beide, sowohl Olsen als auch Dulcis in ihrem vorherigen Leben nicht zu den Frontschweinen gehört hatten, aber es interessiert ihn, wofür die beiden wohl hier eingesetzt würden. Major Purcell und seine Männer waren sehr erfahren, von der Kommandooperation bis zurück zur normalen Erkundung, konnte sich Captain Ryder dem Trupp bei allem vorstellen. Aber der General würde sicherlich niemanden gleich beim ersten Mal auf eine Suchen-Und-Zerstören-Mission schicken, der noch nie durch das Tor getreten war - zumindest nicht solange er Alternativen hatte.
"Und was wird die kommende Mission für Sie beide bringen?", fragte der ehemalige Kampfjet-Pilot. Gleichzeitig musste er sich auch die Frage stellen, wohin es ihn wohl beim Nächsten mal verschlagen würde. Womöglich auf einen anderen Planeten um einen Goa'uld-Stützpunkt mit SG-16 auszuradieren, oder aber auch um einem anderen Stargate-Team zur Rettung zu kommen.
Original von Mortimer
"Oh", sagte Peter fast schon mit einem Lachen, als Captian Ryder die Stille mit seiner Frage durchbrach, " Manchmal ist so eine Konversation ganz schön schwierig," meinte er dann feststellend, "besonders, wenn man mit Leuten zusammen sitzt, die man noch nicht so richtig kennt. Aber um zurück auf ihre Frage zu kommen: Es ist eine diplomatische Mission, um das offenbar gespannte Verhältnis zu den Tok'Ra zu entspannen und wieder in ruhigere Bahnen zu lenken. Ansonsten denke ich mal, dass ich einges über die Tok'Ra lernen kann, was ihren Umgang mit den Menschen und auch ihre Art Gespräche zu führen angeht. Ich kann mich also der Beantwortung der Frage widmen, wie ein Tok'Ra eigentlich so ‚tickt'. Ist ein bisschen so wie bei einem der Psychologie Kurse auf der Akademie, wo wir Videos anschauten, um dann Verhaltensweisen vorherzusagen. Bei Menschen ist das wohl möglich, aber bei einem außerirdischen Volk, das sich absichtlich mit Geheimnissen umgibt, ist das eine echte Herausforderung. Ich lass mich mal überraschen"
schloss Peter und nahm einen Schluck von seinem Kaffee, der mittlerweile in einen eher lauwarem Zustand übergewechselt war und damit den anfangs noch gut zu nennenden Geschmack verloren hatte, so dass Peter das Gesicht ein wenig angewidert verzog, als er nichts ahnend von seinem Kaffee trank.
"Tok'ra, hmm", meinte Jayden nachdenklich. Er sah zuerst anschließend zuerst zu Ivy, dann zu Peter. Captain Ryder senkte seine Stimme ein wenig: "Seien Sie bei den Tok'ra vorgewarnt. Man sagt dieses Volk erzählt einem nie die ganze Wahrheit und hinter allem Steckt irgend eine zweite Botschaft, die den Tok'ra nützt, aber anderen nicht unbedingt. Das hat sich auch nicht geändert, obwohl schon die ein oder anderen US. Soldaten eine Symbiose mit diesem Volk eingingen... dennoch behandeln uns die Tok'ra nicht immer als vollwertige Verbündete."
Der letzte Bissen seiner Spaghetti verschand in seinem Mund, bevor Jayden hinzufügte: "Scheuen Sie sich also nicht viel zu hinterfragen. Das Verhältnis zwischen uns und diesen Agenten wäre nicht angespannt, wenn es dafür keine Gründe geben würde. Aber vor allem... lassen Sie sich nicht auf irgendwelche seltsamen Dinge ein." Der Captain zwinkerte einmal. "Und damit meine ich nicht sich eine Schlange in den Kopf setzen zu lassen."
Relativ nüchtern erwiderte Ivy nur:
"Man erfährt fast nie die ganze Wahrheit, egal mit wem man spricht."
Beinahe hätte sie auch mit den Schultern gezuckt, aber diese Bewegung konnte Ivy gerade noch unterdrücken. Stattdessen nahm sie lieber noch einen Schluck Tee.
Es war allerdings tatsächlich so, wie einer ihrer Professoren immer gesagt hatte: Jeder Mensch lügt - die einen bewusst, die anderen unbewusst. Es hat nur derjenige eine Chance der Wahrheit nahe zu kommen, der neben den Tatsachen auch Gefühle und Hintergründe der Zeugen und Täter ergründet.
Bei den Tok'ra war das sicher nicht viel anders. Außerdem empfand auch Ivy die bewusste Verschleierung der wahren Absichten seitens der Tok'ra durchaus als Teil der Herausforderung. Bei diesen Gedanken funkelten Ivys Augen vor Begeisterung, was so gar nicht zu ihrem nüchternen Tonfall zuvor passen wollte.
"Hatten Sie denn schon mit den Tok'ra zu tun? Und wenn ja in welcher Form? Ich denke jede zusätzliche Information könnte uns bei den Gesprächen nützlich sein.", fragte Ivy schließlich Ryder mit einem kurzen Seitenblick auf Olsen.
Original von Mortimer
Peter erwiderte Dulcis' Blick und nickte. Er hatte jetzt schon irgendwie das Gefühl, dass sie sich perfekt ergänzten. Sie hatte vor ihm das ausgesprochen, was er auch schon gedacht hatte. Vielleicht hatte Captain Ryder noch ein paar mehr nützliche Informationen, denn, so wie es den Anschein hatte, hatte er in der Vergangenheit schon einmal mit den Tok'Ra zu tun gehabt und scheinbar war diese Begegnung nicht so gut verlaufen. Aber das war bisher nur Spekulation, hier fehlten Fakten und Peter verfolgte diesen Gedankengang nicht weiter. Stattdessen trat langsam ein anderer Gedanke in den Vordergrund:
War dies wirklich nur ein Höflichkeitsbesuch bei den Tok'Ra?
"Ja, SG-16 wurde von den Tok'ra gebeten, einen ihrer Agenten aus der Klemme zu holen. Das muss jetzt...hmm.. eineinhalb Jahre her sein", antwortete Ryder auf die Frage des Lieutenants.
"Was sie uns aber nicht gesagt hatten war, dass der Agent seine Arbeit noch nicht abgeschlossen hatte und wir ihm plötzlich dabei helfen durften, drei Jaffa Platoons weg zu locken, damit er ein Forschungslabor sabotieren konnte", erzählte der Captain weiter.
Er wollte nicht den Eindruck erwecken, dass die Tok'ra bösartig waren, doch ihre Art der Ignoranz gegenüber ihren Verbündeten war doch beachtlich. Ein Soldat war es gewohnt, dass er nicht jeden Hintergrund für eine Mission bekam, oder ein Ziel auszuschalten hatte, ohne zu erfahren warum - aber es war durchaus ungewohnt einen Befehl zu erhalten für eine Mission, die nicht plötzlich durch ein unerwartetes Ereignis angepasst werden musste, sondern von Anfang an von einer fremden Partei vollkommen anders geplant worden war, diese es aber nicht für nötig hielt, das Missionsziel von Anfang an zu nennen.
Innerlich machte Ivy sich eine Notiz. Ganz offensichtlich musste man bei den Tok'ra ein wenig tiefer graben um tatsächlich ihre wahren Absichten zu ergründen. Vorsicht schien angebracht. Dennoch wollte Ivy den Tok'ra nicht offen misstrauisch gegenüber treten. Misstrauen war schließlich eine denkbar schlechte Basis für die Wiederaufnahme von Beziehungen.
Erneut war die Teetasse vor ihr leer und so goss sich Ivy ein letztes Mal nach. Noch ein paar Schlucke dann hatte Ivy endlich die Kanne geleert. Wie so oft nahm sich die Anwältin vor in Zukunft mehr auf ihre Flüssigkeitszufuhr zu achten, aber irgendann würde sie doch wieder mit einer Kanne Tee in der Kantine sitzen und gegen ihre Kopfschmerzen ankämpfen. Es war ärgerlich, aber Ivy schaffte es einfach nicht sich ans Trinken zu erinnern, wenn ihr Kopf mit ihrer Arbeit voll war.
Ein wenig geistesabwesend musterte Ivy schließlich die beiden ranghöhreren Offiziere. Im Grunde wusste sie fast gar nichts von den beiden. Olsen war noch kürzer hier als sie selbst und die anstehende Mission schien seine erste Torreise zu sein, aber sehr viel mehr wusste sie von Olsen nicht. Bei Ryder sah es noch düsterer aus: er war länger hier als sie und Olsen zusammen, aber das traf auf fast jeden auf dem Stützpunkt zu. Noch zwei Schluck Tee lang zögerte Ivy, ehe sie dann schließlich eine allgemeine Frage an beide Captains richtete: "Darf ich fragen, wo Sie jeweils herkommen?" Noch einem weiteren kurzen Zögern fügte sie dann noch an: "Nur aus reiner Neugier gefragt, Sirs."
Original von Mortimer
Peter lächelte und erwiderte freundlich auf Dulcis' Frage hin: "Bisher war ich in Fort Brag stationiert bei den Special Forces der Army. PSYOP, um genau zu sein. Die Leute, die sich damit beschäftigen, wie man das Verhalten von bestimmten Gruppen oder Personen verändern kann, in dem man über sie eine Vielzahl von Informationen sammelt und entsprechend nutzt. Mein Spezialgebiet ist Lingusitik und Kommunikation, was mir einen Job in Afghanistan eingebracht hat als Dolmetscher und Verbindungsoffizier, wenn es darum ging einen örtlichen Warlord zu überzeugen. Vielleicht ist es auch das, weshalb man mich hierher versetzt hat. Aber das wird sich ja bald herausstellen."
Zwar flammte im Gespräch sofort seine Erinnerung an Guantánamò auf und seine Tätigkeit als Verhörspezialist, die er aber sofort wieder verdrängte. Das war eine Sache, die wirklich nur ihn was anging oder diejenigen, die seine Akte kannten, sonst niemanden. Peter schaute dann auf seine Uhr und bemerkte, dass er sich vielleicht noch seine Sachen packen sollte, denn so langsam rückte der Zeitpunkt der ersten außerweltlichen Mission näher heran. Er trank seinen Kaffee aus.
"Ich will nicht unhöflich oder unkommunikativ erscheinen, aber da es meine erste Mission ist, will ich mich noch ein bisschen mental darauf einstellen und überlegen, was ich so mitnehme. Also, danke für die nette Unterhaltung Captain Ryder und Lieutenant Dulcis. Wir sehen uns."
Peter stand dann auf, brachte sein Tablett zurück und ging hinaus.
tbc: [URL=http://www.stargate-universe.de/sgrpg/wbboard/thread.php?threadid=8151&boardid=1354&sid=0bfe2bfbcb89f851e6bee8573ebccf1e&page=1#10]Quartiere[/URL]
"Auf Wiedersehen, Captain", sagte Ryder ihm noch mehr oder weniger laut und hörbar hinterher, bevor Olsen schließlich aus der Kantine verschwunden war. Danach gab er der Anwältin die Antwort, die er ihr durch die Aufbruchsstimmung des anderen Captains schuldig geblieben war.
"Ich stamme ursprünglich aus Washington, aber mit 19 ging ich dann zur Academy der Luftwaffe in unser schönes Colorado Springs", erzählte er. Ein Blick durch den Raum verriet dem Soldaten, dass die Mittagszeit anscheinend so langsam ihr Ende fand, und sich die Kantine schon etwas gelichtet hatte. "Schlussendlich landete ich dann hinter während meiner Ausbildung am Steuerknüppel einer F-18, später dann an den durfte ich eine Raptor fliegen. Aber nur kurzzeitig. Da die F-22 nicht im Irak und Afghanistan eingesetzt wurden, kam ich wieder an eine F-18 und wurde in im den Irak versetzt. Bis ich zum F-302-Programm versetzt wurde ... zumindest zu einem Grundtraining. Ich war kaum dort, da wurde mir schon der Marschbefehl zu einer Center Einheit gegeben", erzählte Captain Ryder weiter.
"Und Sie? Sie scheinen es nicht ganz so eilig zu haben wie Captain Olsen... also vielleicht können Sie noch ein wenig erzählen, woher Sie kommen?", fragte Jayden freundlich.
Ein wenig überrascht von dem plötzlichen Aufbruch sah Ivy Captain Olsen nur sprachlos hinterher, ehe sie ihre Aufmerksamkeit dann wieder Ryder widmete.
"Ein paar Minuten habe ich schon noch Zeit, Sir.", antwortete sie schließlich mit einem zaghaften Lächeln.
"Naja, gebürtig stamme ich aus Washington, aber den Großteil meiner Jugend habe ich in Chicago verbracht. Studiert hab ich dann wieder in Washington an der George Washington University. Danach bin ich der Air Force beigetreten, entsprechendes Training auf der Maxwell AFB und ja.. dann bin ich auch schon hier gelandet. Sozusagen direkt von der Schulbank weg.", beantwortete die Anwältin die Ggegenfrage von Ryder. Nach einem allerletzen Schluck Tee fuhr Ivy mit einem freundlichen Lächeln fort: "Im Gegensatz zu Ihnen kann ich also nicht mit Kampfeinsätzen vor meiner Zeit im Stargate Center aufwarten, Sir, aber dann werde ich entsprechende Erfahrungen eben hier machen müssen."
"Hmm.. dann stimmt es also doch", sagte Ryder in einem lockeren Tonfall, "D.C. bringt die hellsten Köpfe des Landes zur Welt."
Jayden überlegte kurz einen Moment und kam schließlich zu dem Ergebnis: "Wenn Sie gleich zur Air Force gegangen wären, wären Sie wohl ebenfalls bereits Captain." Nach einem Moment fuhr er fort: "Ich kenne mich bei den JAGs nicht so aus, zum Glück habe ich noch nie einen Anwalt gebraucht", sagte Jayden, "aber ist es nicht auch möglich, direkt bei einem der Teilstreitkräfte Jura zu studieren? Sie wollten wohl nicht schon immer zur Luftwaffe?"
Der Pilot war froh, dass er noch nie Beistand für irgendwelche Militärverfahren gebraucht hatte. Als jemand, der Bomben auf alle möglichen Ziele zu werfen hatte, mit der Gefahr dabei dutzende Zivilisten oder mehr zu töten, war dies durchaus eine realistische Befürchtung. Die Befehle kamen zwar von einem Kommandozentrum, aber am Ende, wenn ein Pilot versehentlich einen Konvoi von Zivilfahrzeugen anstatt von Aufständischen erwischte, so suchte jeder der diesen Fall untersuchte die Schuld zuerst bei demjenigen, der den Auslöser betätigte. Hätte er irgendwelche Abzeichen an der Seite der Fahrzeuge sehen müssen, um zu erkennen, dass es sich um einen Sanitätstrupp handlte oder sogar um die eigenen Soldaten, welche anschließend im Friendly-Fire starben? Hätte der Pilot seine Bedenken dem Kommandozentrum deutlicher zu verstehen geben müssen? Hätte er sich den Feuerbefehl erneut geben lassen müssen? ... Es gab viele 'müssen' bei solchen Szenarien und die Schuld war leicht auf diejenigen zu verteilen, welche eigentlich nur Befehle ausführten, aber einem Richter nicht ausreichend intensiv darüber nachgedacht hatten. Ein Soldat musste folgen, ohne Widersprüche, bis zu dem Moment, wenn etwas schief ging: Dann hätte er einen Befehl am Besten mit Hinweis auf die Regeln der Kriegsführung verweigert.
"Es gibt in der Tat mehrere Wege um ein JAG zu werden. Ich hätte auch erst zur Luftwaffe gehen können und mich dann weiterbilden lassen. Oder mich schon früher während des Studiums verpflichten können. Möglichkeiten gibt es da mehr als genug, Sir."
Ein Schmunzeln huschte über Ivys Züge als sie sich an die Zeit rund um ihren Schulabschluss erinnerte. "Aber wenn ich ehrlich sein soll, Sir, dann wollte ich nicht von Anfang an zur Luftwaffe. Vor allem glaube ich, dass meine Eltern mit Sicherheit durchgedreht wären, wenn beide Kinder direkt nach der High School zum Militär gegangen wären statt - wie sie immer sagten - etwas Vernünftiges mit ihrem Leben anzustellen."
Noch immer konnte Ivy die Gesichter ihrer Eltern bildlich vor sich sehen. Die Fassungslosigkeit in ihren Augen als ihr Bruder Charlie eines Tages am Esstisch stolz verkündete seinem Vaterland als Marine dienen zu wollen. Dann die ewigen Diskussionen über die Sinnfreiheit des Militärs.
Geändert hatte all das nichts. Charlie war trotzdem zum Militär gegangen und nur ein paar Jahre später hatte auch Ivy sich dann entschlossen beizutreten. Ihrer Meinung nach hatten sie und ihr Bruder auch nichts falsch gemacht: sie hatten beide einen sicheren Job in dem sie ihre Fähigkeiten voll ausschöpfen konnten. Das war weit mehr als viele andere in den Zeiten der Wirtschaftskrise von sich behaupten konnten.
"Ok, das ist etwas, was ich nicht ganz nachvollziehen kann. Aber ich stamme auch aus einer Soldaten Familie", sagte Jayden. Nach kurzem Nachdenken fuhr der Flieger fort: "Mein Dad ist Colonel in der Air Force, wie mein Grandpa zuvor auch schon. Als ich noch ein Junge war, ging mein alter Herr nach Kuwait um die Irakis zu bekämpfen... In meiner Familie weiß man mit soetwas umzugehen. Mein Dad ist stolz, dass ich Pilot geworden bin, und meine Mutter hat es auch akzeptiert."
Der 26-Jährige konnte sich gar keinen anderen Beruf mehr vorstellen, als zu fliegen, irgendwelche Gefährte zu fahren oder mit seinem Team auf fremde Planeten zu gehen. Am Liebsten war ihm all dies bei einem solchen Tripp auf einmal. Der Captain liebte es, wenn er die Chance bekam etwas neues zu fliegen. Todesgleiter, F-302, Ringgleiter, Al'Kesh. Leider hatte er noch keine Gelegenheit gehabt, ein Ha'Tak zu steuern, dies wäre wohl die Kröhnung seiner Laufbahn. Auch die Prometheus oder eine Daedalus hatte er noch nie selbst manövriert, aber diese reizten ihn auch nicht in dem Maße. Zuviele andere Menschen hatten bei diesen Schiffen bereits am Steuer gesessen. Ein Goa'uld-Mutterschiff hatten dagegen die wenigsten Mitglieder des Stargate Centers kontrolliert.
"Da können Sie wirklich froh sein aus einer solchen Familie zu stammen, Sir. Wenns nach meinen Eltern ginge wäre ich jetzt wohl Anwältin irgendeiner erfolgreichen Kanzlei. Vermutlich würde ich ene Menge verdienen, aber wenn ich ehrlich sein soll: ich denke das wäre mir zu langweilig."
Ivys Blick fiel auf ihre Teetasse. Zum Glück war nichts mehr von dem wenig schmackhaften Getänk darin, dafür aber ein grün-gräuliches Pulver am Boden der Tasse. Ein sichereres Zeichen dafür, dass nur irgendein billiger Beuteltee verwendet wurde. Aber immerhin hatte er seinen Zweck erfüllt: ihre Kopfschmerzen waren inzwischen weg.
Inzwischen wurde es auch langsam Zeit, die letzten Vorbereitungen für die anstehenden Gespräche mit den Tok'ra zu treffen. Also schob Ivy ihren Stuhl ein wenig zurück und lächelte Ryder entschuldigend an. "Verzeihen Sie, Captain, aber auch ich sollte mich jetzt auf die Mission vorbereiten. Es hat mich sehr gefreut." Nachdem sie Ryder anschließend Zeit zu einer Erwiderung gegeben hatte, lächelte sie noch einmal abschließend, ehe sie dann zuerst ihr Geschirr wegbrachte und schließlich die Kantine verließ.
tbc: [URL=http://www.stargate-universe.de/sgrpg/wbboard/thread.php?threadid=7970&boardid=1353&styleid=17&sid=74cbe0f78f6d39ac77adfb4c46388b26&page=2]Im Torraum[/URL]
Tunnel aus Kristall
[size=1]cf. [url=http://www.stargate-universe.de/sgrpg/wbboard/thread.php?threadid=7972&boardid=1353&styleid=17&page=2#40]Konferenzraum[/url][/size]
Pünktlich zur angesetzten Zeit kam Major Purcell zusammen mit den anderen Soldaten seines Teams in den Torraum. Es herrsche dort wenig Aktivität, nachdem vor einer halben Stunde ein Team von einer Mission zurückgekehrt war und ohne Umschweife die Halle geräumt hatte. Drei Airmans standen in einer Ecke Wache, ein Marine prüfte die Munitionszufuhr eines fest stationierten Maschinengewehrs neben der Rampe. Der Major hatte ein M16A4 mit Laserzielhilfe und einem aufmontierten Zielfernrohr geschultert, die anderen drei Soldaten trugen jeweils eine M4A1. Serj Tankian hatte bei seinem MG nicht auf einen M203-Granatwerfer verzichtet. Es blieben noch ein paar Minuten, bevor die Truppe zu den Tok'ra reisen sollte, und David Purcell nutzte die Zeit, um mit seinem Team nocheinmal das diplomatische Ziel ihrer Mission durch zu gehen und jeden ein weiteres Mal darauf Aufmerksam zu machen, dass er ihr bestes Benehmen erwartete.
Während das Team auf die anderen Teilnehmer des Tripps warteten, mittlerweile waren auch Dhana Castillo und Lev Below zu ihnen gefunden, trat Tankian zu seinem Teamleader heran. "Ich habe Alan vor ein paar Tagen in Springs gesehen. Es scheint ihm ganz gut zu gehen", sagte Serj. Purcell schenkte ihm ein Lächeln und nickte.
"Es ist eine Weile her, dass ich mit ihm zu Essen weg war. Aber wir hatten unter uns ausgemacht im nächsten Monat mal wieder einen Kaffee zu trinken", antwortete der Major.
"Was macht er mittlerweile?", fragte Serj.
"Abgesehen von der Versehrtenrente? Er ist wieder in seinem früheren Beruf tätig, aber es fällt ihm schwer", antwortete David.
Alan Dolmayan, Serj Tankian und David Purcell waren immer noch befreundet und versuchten so gut es ging Kontakt zu halten, obwohl sie nicht mehr zusammenarbeiteten, nachdem Alan bei einem Einsatz sein Bein verloren hatte. Sie hatten einige Zeit gut zusammen gearbeitet und das Militär war Alans Leben gewesen, abgesehen von seiner Frau, weswegen es David besonders leit getan hatte, dass nicht nur ein Freund und Kamerad so schwer verstümmelt worden war, sondern jemand, der seinen Job so sehr geliebt hatte.
cf. [URL=http://www.stargate-universe.de/sgrpg/wbboard/thread.php?threadid=7971&boardid=1353&styleid=17&sid=e5d6a98c07e9fb25d89535880d70a3c2&page=3]Kantine[/URL]
Sich ihre Uniform zurechtzupfend trat schließlich auch Ivy Dulcis in den Torraum. Auch wenn es eine rein diplomatische Mission war, so hatte Ivy dennoch nicht auf die übliche Standardbewaffnung bezichtet. Natürlich hatte sie nicht vor die Waffe einzusetzen, aber unbewaffnet zu gehen hielt sie auch nicht für ratsam.
Ordnungsgemäß begrüßte Ivy die bereits anwesenden Missionsteilnehmer, ehe sie sich schließlich dazu gesellte. Doch obwohl sie bei den anderen stand, hielt sie sich dennoch am Rand der kleinen Gruppe. Ihr Blick war auf das Stargate gerichtet, doch zumindest mit einem Ohr hörte Ivy den Gesprächen der anderen zu - nur für den Fall dass es für sie wichtige Informationen gab. Gedanklich war sie aber bereits größtenteils bei den anstehenden Gesprächen. Die Tok'ra. Das war eine völlig andere Liga als bei ihrer letzten Reise durch das Tor. Dann noch die Bedeutung der Gespräche - nicht nur für irgendwen, sondern für die zukünftigen Beziehungen der Erde. Einfach wunderbar. Noch immer ihren Gedanken nachhängend löste Ivy den Blick vom Tor und sah stattdessen mal hier und mal dort hin. Auch die anderen Teilnehmer gerieten hin und wieder in ihr Blickkfeld, aber immer nur kurz.
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Serj seinerseits schenkte Dulcis ein freundlich gemeintes Nicken, und als er sich wieder Purcell zuwandte, nickte dieser ihm zu. Der Major wusste, dass Tankian und Ivy sich bereits kannten, und der hilfsbereite Staff Sergeant mit ihr schon einmal etwas Nahkampftraining gemacht hatte. Ohne etwas weiteres zu sagen ging David zu Castillo und Below, um mit diesen noch einmal kurz darüber zu sprechen, was er in seinem Team für besonders wichtig hielt. Gerade mit dem russischen Verbindungsoffizier auf einer Mission zu sein, und sei es nur eine Gesprächsrunde mit den Tok'ra, war dem Major nicht sonderlich recht. Purcell wollte klar stellen, dass hier Washingtons Spielregeln, nicht die Moskaus, galten.
Währendessen ging Serj ein paar Schritte an den Rand der Gruppe, und stellte sich zu Ivy. "Na, sind Sie schon gespannt auf die Tok'ra, Lieutenant?", fragte der Elite-Soldat. Auch wenn er schon seine Negativerfahrungen mit dem Agentenvolk gemacht hatte, hielt er sie dennoch für wichtige Verbündete - und sie hatten das Herz, zumindest meist, am rechten Fleck. Von seiner Warte aus hatte Serj auch nichts gegen diplomatische Besuche, selbst wenn er dabei nur Bodyguard für die höheren Offiziere war. Der U.S. Marine hatte seinen Teil des Krieges gesehen, beinahe auf jedem Kontinent der Erde, und er brauchte die Gefahr nicht, um zu funktionieren. Er hatte keinen Geschmack daran Schlachten zu schlagen. Er war nur gut darin.
Fast ruckartig richtete Ivy ihre volle Aufmerksamkeit auf Tankian, als dieser sie unerwartet ansprach.
"Sehr sogar, wenn ich so ehrlich sein darf.", antwortete Ivy mit einem begeisterten Leuchten in den Augen. "Nach allem, was man so hört scheinen sie ein äußerst..." einen Moment lang suchte sie nach einem geeigenten Wort, ehe sie fortfuhr: "...interessantes Volk zu sein. Auch wenn viele hier ihnen nur bedingt zu trauen scheinen. Die anstehenden Gespräche jedenfalls versprechen sehr spannend zu werden."
Die Diplomatin warf einen kurzen Blick das Stargate, ehe sie sich wieder auf Tankian konzentrierte. "Vor allem da diese Gespräche auf einem anderen Planeten stattfinden."
Mit leicht schräg gehaltenem Kopf und etwas nachdenklicher im Tonfall fragte sie dann noch: "Gewöhnt man sich da jemals dran? An die Arbeit auf fremden Planeten meine ich."
Neugierig wartete sie auf eine Antwort. Insgeheim hoffte sie, dass sie sich nie so richtig daran gewöhnen würde. Jedenfalls nicht so sehr, dass es nichts besonderes mehr war und langweilig wurde. Die Arbeit auf fremden Planeten mit völlig fremden Völkern war eine ganz besondere Herausforderung und Ivy hoffe dieses besondere Gefühl nie zu verlieren.
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"Es wird irgendwann zur Routine", antwortete Tankian, "zumindest durch das Tor zu gehen. Was man dahinter sieht, nicht immer unbedingt. Da muss man sich daran gewöhnen, irgendwelche neuen Sachen zu sehen.... oder eben nicht. Manchmal kommt es mir vor, als sehr jeder Planet irgendwie nach einem Ort auf der Erde aus." Für einen Moment dachte er nach, denn er hatte bei ein paar Wissenschaftlern aufgeschnappt, dass sich dies durch Konvergenz erklären ließ, nur fiel dem Soldaten der genaue, biologische Begriff nicht mehr ein. Also versuchte er es zu umschreiben: "Aber irgendwie hat das was mit Paralleler Evolution zu tun. Verschiedene Spezies passen sich mit den gleichen Funktionen an ähnliche Umweltbedingungen an. Daher gibt es auch auf anderen Planeten Bäume mit Blättern." Serj war jedoch kein Wissenschaftler, und mehr als diese grobe Erklärung dafür, warum es auf einer fremden Welt aussehen konnte, wie in nord Kansas, konnte er nicht aufbieten.
"Hmm.", machte Ivy, während sie darüber nachdachte, ob sie Tankians Antwort als positiv oder negativ bewerten sollte.
"Nun", begann Ivy zögerlich, "aber auch wenn sich Flora und Fauna ähnlich entwickelt haben, so sind die Menschen auf anderen Planeten aber dennoch anderen Einflüssen ausgesetzt gewesen, so dass ihre Kulur sich anders entwickeln konnte. Auf diesem Bereich Gemeinsamkeiten und Unterschiede festzustellen und mit ihnen zu arbeiten wird sicher nicht langweilig."
Wie um sich selbst in dieser Aussage zu bestätigen, nickte Ivy ein paar Mal. Die Reise durch das Tor selbst mochte ja im Laufe der Zeit zur Routine werden, aber schließlich war das Tor letzlich nur Mittel zum Zweck. Ihre Fahrgelegenheit. Und nur weil ihre Fahrgelegenheit mit der Zeit an Reiz verlieren würde, galt das ja nicht zwangsläufig auch für ihre eigentliche Arbeit.
Ohne es richtig zu merken warf Ivy noch einen Blick auf das Tor. Es mochte ja im Grunde nur eine Fahrgelegenheit sein, aber zumindest war es eine wirklich außergewöhnliche Fahrgelegenheit.
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Nachdem Serj eine kurze Pause nachzudenken genommen hatte, nickte auch er. "Manche Menschen haben sich sogar in den Jahrtausenden körperlich anders entwickelt", sagte der Soldat, "ich habe von einem Volk gehört, das extrem lichtempfindlich ist und bei uns auf der Erde in wenigen Stunden erblinden könnte. Oder auch Menschen, die immun gegen die Übernahme von Goa'uld sein sollen... aber dafür wurden sie beinahe ausgelöscht und versklavt." Serj war jedoch kein biologischer Anthropologe, daher kannte er dies nur davon, dass er es von irgendwelchen Wissenschaftlern - im Gang oder in der Kantine - aufgeschnappt hatte. Persönlich war er der Ansicht, dass die meisten Menschen auf den anderen Welten genauso aussahen, wie die Menschen der Erde und sich nur durch ihre Kleidung, Kultur und Religion oder Sprache unterschieden. Aber wahrscheinlich hätte eine detaillierte Untersuchung des Genmaterials in den Menschen der anderen Welten durchaus merkliche Unterschiede zu Tage gebracht. Ganz zu schweigen von denen, die von Geburt an als Jaffa gezüchtet waren, und die ohne eine Larve noch vor Ende ihrer Pubertät sterben würden, weil ihr Immunsystem einfach aufgab.
Noch einmal nickte Ivy, diesmal deutlich enthusiastischer. Durch Tankians letzte Aussage war sich die Anwältin nun völlig sicher: ihr Job würde hier so schnell nicht langweilig werden.
Fast geistesabwesend ließ sie den Blick über die Missionsteilnehmer schweifen. Ihr Bruder wäre sicher auch gern Teil eines solchen Teams, auch wenn rein diplomatische Missionen ihn wohl eher langweilen würden.
Mit einem leichten Kopfschütteln brachte Ivy ihre Gedanken schließlich wieder in die Gegenwart. Warum machte sie sich denn Gedanken wie ihr ihre Arbeit irgendwann mal gefallen würde? Oder was ihr Bruder darüber denken könnte? Immerhin hatte sie jetzt eine Mission zu erfüllen. Ablenkung war nicht angebracht und so beschloss sie auch das Gespräch wieder auf missionsnähere Themen zu lenken: "Wie dem auch sei, erstmal haben wir ja nunmal mit den Tok'ra zu tun. Wie sind denn Ihre persönlichen Erfahrungen mit diesem Volk?"
Auch wenn Ivy schon vermutete, dass Tankian nicht viel anders über die Tok'ra dachte als alle anderen, die sie bisher dazu befragt hatte, so würde die Art wie er seine Meinung äußert der Anwältin durchaus einiges über den Elitesoldaten verraten. Jedenfalls hoffte Ivy das.
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Serj überlegte kurz. Er wusste, dass das Verhältnis zu und die Zusammenarbeit mit den Tok'ra für einige Menschen oft nicht einfach gewesen war. Aber der arabisch stämmige Mann seinerseits hatte bisher keine Probleme mit dem Spionagevolk gehabt, die er nicht auch im Wirrwar der Agentenwelt der USA erlebt hatte. Der Elite-Soldat wusste wie es war, in ein Land geschickt zu werden um die Drecksarbeit zu erledigen, mit einem Minimum an Informationen, ohne eine Angabe von Gründen und im Wissen womöglich niemals über alle Folgen seiner Taten in Kenntnis gesetzt zu werden oder von etwaigen andere, vor ihm geheim gehaltenen aber parallel ablaufenden Aktionen, zu erfahren. Das Stargate Center dagegen war, zumindest auf der Ebene derer, die durch das Gate gingen, eine Art Geheimgesellschaft, welche doch zumindest das meiste Wissen teilte. Es war wichtig, dass jeder in den SG-Teams wusste, wo im Fall der Fälle die für C4 anfälligsten Stellen im Inneren eines Al'Kesh waren - selbst wenn manche Personen niemals absichtlich in direkte Kampfhandlungen geschickt würden. Zwar hatte das Center mittlerweile soviel Wissen und Wagenladungen an Akten angehäuft, dass niemand alles im Detail wissen konnte, aber zumindest hatte jeder höher gestellte Soldat des Stargate Programms die Möglichkeit etwas über die Waffensysteme der Goa'uld zu lesen, oder wie die Replikatoren sich für gewöhnlich verhalten, was sie anlockt oder was sie ignorieren. Dieses Teilen untereinander, im krassen Gegensatz zu den geheimen Aktionen, welche die C.I.A. oftmals mit Mitgliedern der Teilstreitkräfte durchführten, hatte viele der SGC-Angehörigen in Tankians Augen aber blind gemacht dem gegenüber, wie es früher und außerhalb des Cheyenne Mountain Komplexes normal ablief. "Ich denke die Tok'ra tun, was getan werden muss und sie haben Mittel und Wege entwickelt, durch die sie seit Jahrtausenden einen Krieg gegen einen an Zahlen und Mitteln weit überlegenen Feind überlebt haben. Sie sind Verschwiegenheit gewohnt, und eben die Zusammenarbeit mit anderen Völkern nicht. Die Allianz mit uns ist auf die Lebensspanne eines Tok'ra gemünzt extrem jung... ich kann mir vorstellen, dass sie auch uns als kleinen Faktor einschätzen, der genauso schnell wieder verschwinden könnte. Es liegt an uns zu beweisen, dass wir zur Not die gleiche Ausdauer an den Tag legen werden wie sie, selbst wenn wir für gewöhnlich weit kurzfristiger Planen. Ich denke, Ma'am, das ist der Weg, auf dem wir am Besten mit ihnen zusammen arbeiten können", antwortete Serj dem Lieutenant.
Gerade so noch pünktlich zur vereinbarten Zeit betraten Captain Peter Olsen und Jack O'Neill den Torraum des Stargate-Centers. Der Colonel hatte seine linke Hand in der Hosentasche der blauen BDU vergraben, die er gerade trug, und hielt in der rechten einen noch leicht dampfenden Kaffeebecher.
Mit einem freundlichen Kopfnicken begrüßte er rasch die anwesenden Teammitglieder, wobei sein Blick lediglich bei Ivy Dulcis kurz etwas länger hängen blieb. Er konnte sich daran erinnern mal ihre Personalakte in den Händen gehabt zu haben... sie war Anwältin soweit er wusste... Keine Ahnung, warum man jetzt beim SGC sogar einen Judge Advocat brauchte, diplomatische Verhandlungen hatten sie zuvor auch schon geschafft, aber irgendeinen tieferen Sinn musste es wohl haben. Zumindest in den Augen derer, die an oberster Stelle das Sagen in dieser Einrichtung hatten. Aber immerhin war Dulcis Militäranwältin und kein reiner Zivilist, sprich sie hatte zumindest Ahnung von den Kommandostrukturen im Militär und konnte Befehle befolgen. Ganz im Gegenteil zu einigen Wissenschaftlern... O'Neill huschte ein Schmunzeln über die Lippen, als sich automatisch ein Bild von Daniel vor sein inneres Auge drängte. Ja, Daniel war ein perfektes Beispiel für die widerspenstigere Wissenschaftlervariante... Und Dulcis Militärangehörigkeit hatte noch einen weiteren Bonus, denn sie würde auch nicht nach einer Wegstrecke von gerade mal 500 Metern bereits die Arme in die Luft schmeißen und nach einer Pause schreien. Dieses Spielchen hatte Jack für seine Verhältnisse viel zu häufig mit Zivilisten gehabt. Besonders wenn es um irgendwelche Vertreter ging, die sich sozusagen mal einen fremden Planeten anschauen wollten um davon überzeugt zu werden, dass sich dieses Projekt hier auch immer noch lohnte, egal wie viele Milliarden Dollar seine Unterhaltung verschluckte.
Der Colonel ging nun auf Major Purcell zu und nippte dabei kurz an seinem Kaffe, ehe er den Offizier ansprach.
"Entschuldigen Sie, Major, ich habe Ihren Captain hier am Aufzug etwas aufgehalten", begann Jack nun scherzhaft, ehe er einen raschen Blick zum Kontrollraum hochwarf. Der Anwahlvorgang dürfte nun bald gestartet werden.
"Ich habe gehört Sie kümmern sich um die Verhandlungen mit den Tok'ra. Ein schweres Pflaster, wenn man an die letzten Unterhaltungen mit ihnen denkt... Also Hals- und Beinbruch! Und grüßen Sie Jacob Carter von mir, falls er Ihnen über den Weg laufen sollte."
Nach diesen Worten wanderte O'Neills Blick noch einmal zu Dulcis. "Ihr erster Kontakt mit den Tok'ra, hm? Ein gut gemeinter Ratschlag, nehmen Sie nicht alles für bare Münze, was gesagt wird. Natürlich gibt es dort auch einige, denen sogar ich mein Leben anvertrauen würde... - Nun ja, zumindest einen... Aber Sie werden sicher schnell feststellen, dass die Prioräten der Tok'Ra etwas anders ausgerichtet sind als die unseren."
Während der Colonel auf Ivys Antwort wartete, schüttelte David in dessen Rücken nur leicht den Kopf. Der Major schätzte die Erfahrung des Teamleaders von SG-1 und seine Leistungen, aber Purcell dachte so bei sich, dass dieses Verhalten 'typisch Jack' war. Er brauste an, er sagte etwas, und er siegte. Oder wenn er nicht auf einen Sieg aus war, dann kam es auch mal vor, dass er jemandem wie Major Purcell nicht mal die Gelegenheit gab, etwas zu erwiedern um sofort die nächst beste, junge Frau anzusprechen. David machte sich für eine Millisekunde Gedanken darüber, ob die Wahl Dulcis vor Castillo wohl durch die kurzen Haare gefallen war, und ob der Colonel sich allgemein eher für den kurzhaarigeren Frauentyp interessierte. David musterte O'Neill möglichst unauffällig, darin war der Major ein Könner, von oben bis unten, und gestand dem mehrfach verdienten Helden eine ausgezeichnete Fitness zu. Zwar wusste David wie fast alle im Center um den, diesmal glücklichen, Zwischenfall mit außerirdischen Kleinstlebewesen, die sich am Körper des Colonels zu schaffen gemacht hatten und ihm sprichwörtlich die Kraft eines 40-Jährigen zurückgegeben hatten - doch trotzdem, der 38-Jährige fand dies immer wieder erstaunlich, und beneidete Jack beinahe darum, dass das SGC diesen Effekt nicht mehr hatte kopieren können.
Ivy zeigte gerade den Ansatz eines Lächelns auf Tankians Antwort hin als Olsen mit O'Neill in den Torraum trat.
Ohne darüber nachzudenken grüßte sie die beiden Offiziere streng nach Vorschrift. Auch wenn sie im Vergleich zu so ziemlich jedem Soladten in dieser Einrichtung erst realtiv kurz beim Militär war, waren die Verhaltensvorschriften doch fest in ihr verankert. Während ihrer Ausbildung hatte Ivy sich so manches Mal gewünscht, dass sie schon während ihrer High School Zeit solche strengen Regeln gehabt hätte. Vielleicht wäre es ihr dann leichter gefallen sich in dieses völlig wahnsinnige soziale Gefüge einzugliedern. Nicht dass ihr damals der Kontakt zu Mitschülern gefehlt hätte - sie hatte ja genug anderes zu tun - aber auch Ivy musste sich inzwischen eingestehen, dass sie eigentlich nie so richtig irgendwo dazu gehört hatte. Erst die klare Gliederung des Militärs hatte ihr das Gefühl gegeeben ein Teil von etwas zu sein.
Um so seltsamer empfand sie nun den Anblick von Jack O'Neill. Er war einfach.. eine Spur zu locker. Kaffee gehörte nunmal in die Kantine, vielleicht noch in Besprechungsräume, aber auf gar keinen Fall in einen Raum mit einem Transportmittel zu anderen Planeten. Jedenfalls war das Ivys persönliche Einstellung. Auch sonst empfand sie O'Neills gesamte Körperhaltung und auch seinen Tonfall Purcell gegenüber als eher unangemessen. Aber da es ihr nicht zustand den Colonel zu kritisieren, richtete sich Ivy einfach noch eine Spur mehr auf und rückte ihre Uniform zurecht. Als sie dem Colonel schließlich antwortete, war jede Spur von Menschlichkeit aus ihren Zügen gewichen. Sie trug eine professionelle, aber emotionslose Maske. Dazu passend sprach sie in einem neutralen Ton, ganz so wie man es von einer Militäranwältin erwarten konnte: "Vielen Dank, Sir, ich werde Ihren Rat beherzigen. Aber ich wäre eine schlechte JAG, wenn ich immer alles glauben würde, ohne das Gehörte vorher kritisch zu hinterfragen. Aber dennoch vielen Dank, Sir."
Der Colonel hatte gerade einen Schluck seines Kaffees genommen, als Dulcis begann zu antworten. Und er hob leicht seine Augenbrauen an, während er der jungen Frau zuhörte und sie über den Becherrand hinüber ansah. Er ließ sich ein wenig Zeit damit den Becher wieder abzusetzen um sein Schmunzeln zu unterdrücken. Da hatte die junge First Lieutenant wohl recht, sie wäre ein schlechter Anwalt ohne ein wenig gesundes Misstrauen an den Tag zu legen. Und als schlechte JAG wäre sie sicher nicht in einer Einrichtung wie dieser hier gelandet.
"Dann haben Sie die besten Voraussetzungen für diesen Job, Lieutenant", begann der Colonel erneut. "Ich weiß nicht wie Ihr Zeitplan dort drüben aussieht, aber falls es möglich ist und er Ihnen noch vor den Verhandlungen über den Weg läuft, sollten Sie sich ein wenig mit Jacob Carter unterhalten. Er kennt beide Standpunkte, den unseren und den der Tok'ra. Und vielleicht hat er den ein oder anderen Tipp, wie wir mit diesem Volk wieder auf einen grünen Zweig kommen."
Jack warf erneut einen kurzen Blick hoch in den Kontrollraum, wo Walter mal wieder am Anwahlcomputer saß. Es reichte eine kurze Geste des Mannes um dem Colonel zu signalisieren, dass es für das Team nun losgehen konnte. O'Neill schweifte mit seinem Blick noch einmal über die Teammitglieder, bis er wieder bei Major Purcell angelangt war.
"So wie's ausschaut, kann's los gehen. Also dann, viel Erfolg! Um kommen Sie heil wieder zurück", wünschte er dem Team noch und verabschiedete sich zusätzlich auch mit einer kurzen Handgeste, ehe er auf einen Offizier des Sicherheitstrupps zuging und neben diesem stehen blieb. Er würde sich die Abreise noch rasch anschauen und dann wohl wieder seiner eigenen Arbeit nachgehen... Es gab noch ein paar Berichte, die er nachreichen musste...
Purcell seinerseits blickte zum Kontrollraum hinauf und dann sehr auffällig auf seine schwarze Armbanduhr. Eigentlich sollte es bereits los gehen, und auch General Shepherd stand bereits mit den Händen hinter seinem Rücken verschränkt in dem Raum und blickte durch das Panzerglas in den Torraum hinab. Der Mann an den Kontrollen, mit dem unmöglich langen Namen, zuckte seinerseits entschuldigend mit den Schultern. Chief Master Sergeant Norman Walter Davis Harriman hatte mit einigen Problemen zu kämpfen. [color=burlywood]"Entschuldigen Sie, Sir, aber unser Wahlcomputer ist gerade abgestürzt", war die Stimme von dem Techniker, der meist Walter Harriman genannt wurde, über die Lautsprecheranlage in der Stargate-Halle zu hören. SG-18 und seine Begleiter hatten keine Wahl noch ein paar Minuten zu warten, bis schließlich das System wieder hochgefahren, überprüft und für funktionstüchtig befunden war. Es dauerte nicht lange, und die neue Basis der Tok'ra war angewählt, sowie einige Grußworte per Funk durch den General übermittelt. "Viel Spaß, Major", waren die abschließenden Worte Shepherds, die er durch die Lautsprecher an Purcell richtete. Dieser salutierte stumm, wandte sich dann um und ging als erstes über die Rampe in den Ereignishorizont hinein.
[url=http://www.stargate-universe.de/sgrpg/wbboard/thread.php?threadid=8266&boardid=1371&styleid=23&page=1#1]tbc. im Torraum von Perricum.[/url]
In Erwartung des Anwahlprozesses drehte Ivy sich zum Stargate um und sammelte sich innerlich noch einmal. Ganz bewusst atmete sie ein und aus, während sie wichtige Eckpunkte der anstehenden Mission innerlich noch einmal durchging: Gespräche mit den Tok'ra. Verbesserung der Beziehungen...
Die Stimme aus der Lautsprecheranlage unterbrach die inneren Vorbereitungen der Anwältin, entlockte ihr aber auch ein kurzes Schmunzeln. Technik fiel immer genau dann aus, wenn man es nicht gebrauchen konnte. Offensichtlich galt das auch für die Technik des Militärs - ganz gleich wie viele Millionen sie verschlungen hatte.
Die zusätzlichen Minuten nutzte Ivy dann wieder für ihre innere Vorbereitung, ehe sie schließlich betont ruhig auf die Rampe trat. Ihr Herz klopfte deutlich schneller als noch vor ein paar Minuten und Ivy musste sich zwingen ruhig zu atmen. Ihr erster Eindruck bei den Tok’ra sollte schließlich nicht der einer übernervösen jungen Frau sein. Ihre innere Gefühlslage war eine Sache, ihr äußeres Erscheinungsbild eine völlig andere. Kurz bevor sie durchs Tor ging, richtete Ivy sich noch einmal auf, nannte sich selbst erneut die wichtigsten Punkte der Mission und machte schließlich den letzten Schritt durch den Ereignishorizont.
tbc. im Torraum von Perricum.
Von Kristall umgeben stand das Sternentor von Perricum viele Meter unter der Erde, zentral unter der Menschenstadt, in deren Schatten sich die Tok'ra verbargen. Dieser Planet hatte ursprünglich kein Tor gehabt. Die Menschen waren als Sklaven mit einem Goa'uld Mutterschiff vor Jahrtausenden auf diese Welt gelangt, gezwungen in gnadenlosen Dienst. Ihr Herrscher hatte die Welt vor den anderen Goa'uld geheim gehalten und niemals ein Sternentor dorthin gebracht. Einst hatte es Naquadah auf Perricum gegeben, doch bereits vor 8.000 Jahren waren die Minen versiegt, und mit dem Tod des Herrschers durch einen Diener Sokars geriet Perricum und sein Volk in Vergessenheit. Der Herrscher wurde getötet, weil er während der Goa'uld Inquisition nicht den Anforderungen an Macht und Stärke gerecht geworden war, die sein Supreme Systemlord an ihn gestellt hatte.
Schließlich war sie wiederentdeckt worden, doch diesmal von keinem Feind der Menschen, sondern von den Tok'ra. Zumindest waren sie nicht direkt Feinde des Volkes von Perricum, auch wenn die Tau'ri dem nur teilweise zugestimmt hätten. Als die Tok'ra begonnen hatten, hier eine unterirdische Basis im Schutz der Zivilbevölkerung und ohne deren Wissen wachsen zu lassen, hatten ihre Verbündeten von der Erde starke Kritik laut werden lassen. Ihrer Ansicht nach war es unethisch, wie die Tok'ra sich zwischen Unschuldigen verbargen. Dieses und schwindende Zusammenarbeit waren dafür verantwortlich, dass Monate später Major David Purcell durch das Sternentor kam, als erster von mehreren Angehörigen seines Teams, um gemeinsam wieder zurück zu einer guten Zusammenarbeit zu finden.
Ähnlich der Iris von der Erde und dem, was mittlerweile manche Goa'uld auf ihren wichtigsten Planeten besaßen, war auch das Tor von Perricum gewöhnlich von einem Energieschild geschützt, der nicht zuließ, dass sich etwas auf dieser Seite des Stargates Rematerialisieren konnte, solange der Irisschild aktiv war. Als der Major sich umblickte, war er beeindruckt von dem Anblick. Leuchtende Kristalle erhellten die ebenfalls aus Kristall gewachsene Stargate-Halle, und das Licht des Ereignishorizonts tat sein übriges.
Kaum durch das Tor getreten sah sich Ivy Dulcis zunächst flüchtig um, um einen ersten Eindruck ihrer neuen Umgebung zu erhalten. Dieser erste flüchtige Eindruck aber war ausreichend um die junge Anwältin in Erstaunen zu versetzen. Und zwar so sehr, dass sie beinahe direkt vor dem Tor stehen geblieben wäre anstatt Platz für die weiteren Teammitglieder zu machen.
Als sie dann ein paar Schritte weiter gegangen war und sie somit nicht mehr im Weg stand, gestattete Ivy sich einen genaueren Blick auf die Umgebung. Noch nie zuvor hatte sie so etwas gesehen. Nicht nur dass die Halle beindruckend groß war, die Leuchten und das Stargate tauchten den Raum auch in ein seltsam schimmerndes Licht. Die ganze Szene bekam dadurch etwas Unwirkliches und Mysteriöses - fast wie in einem Traum. Die Bewaffnung des Teams stand dabei in einem bizarren Gegensatz zu der so friedlichen Lichtstimmung. An die Halle angrenzend entdeckte Ivy einige schummrige Tunnel. Sie schienen deutlich niedriger und auch bei weitem nicht so geräumig wie die Halle zu sein. Auf den ersten Blick konnte Ivy keinerlei Unterschiede zwischen den Tunneln erkennen. Sich hier zu orientieren war sicher nicht ganz einfach. Dennoch nahm sich die Anwältin vor, stets die Orientierung zu bewahren.
Während sie sich mal wieder die Uniform zurecht rückte, konzentrierte sich Ivy schließlich auf die anwesenden Personen, bereit ihre ersten Erfahrungen mit ihrem Gastgebervolk zu machen.
Auch die anderen Menschen von der Erde staunten nicht schlecht, wie die manche Kristalle das Licht in verschiedenen Farben zurückwarfen, viele andere dafür aber auch Matt wirkten. Surreal beziechnete die Szenerie am besten. Während die Tok'ra Wächter mit ihren Stabwaffen, mehrere waren in der Halle an verschiedenen Ecken und den Durchgängen positioniert, die Menschen nur ansahen, aber nicht weiter reagierten, kam ein Mann auf die Menschen zu. Er war in verschiedenen Brauntönen gekleidet. "Willkommen auf Perricum", sagte der Mann mit der dunklen Stimme seines Symbionten und klang dabei, in einem Wort: sachlich. "Mein Name ist Delek und ich werde der Ansprechpartner für diese Konferenz und etwaige Bedürfnisse ihrerseits sein", stellte er sich und seine Funktion für die kommenden Tage vor. Sein Auftreten wirkte etwas überheblich, aber das war Deleks Art. Ihm gefiel es nicht, dass sich die Menschen immer wieder in die Arbeit der Tok'ra einmischten. "Wir haben für unsere Gäste einige Vorträge zu den Militärtechniken und Taktiken der Goa'uld seit dem Fall der zweiten Dynastie vorbereitet, und für die Gesprächsführer des Stargate Centers ein Treffen mit dem hohen Rat der Tok'ra. Wenn Sie Fragen haben, können Sie diese jedoch jeder Zeit stellen", fuhr der Agent mit seiner Willkommensrede fort.
Beim Klang von Deleks Stimme zuckte Ivy unwillkürlich zusammen. Auch bewegte sich ihr linker Fuß wie von selbst , um einen Schritt von Delek weg einzuleiten, doch Ivy schaffte es gerade noch, diese Bewegung abzubrechen. Ein solcher Schritt wäre nicht nur Äußerst unhöflich gewesen, er hätte auch eine Schwäche eingeräumt. Dennoch musste Ivy sich eingestehen, dass die Stimme ihres Gastgebers ihr Unbehagen bereitete. Bei jedem einzelnen seiner Worte hätte sie ihn am liebsten angeschrien, er möge doch endlich die Klappe halten. Stattdessen presste sie ihre Lippen aufeinander und versuchte wenigstens so zu wirken, als ob all dies völlige Routine für sie wäre.
Als Delek endlich aufhörte mit seiner Stimme in Ivy ein Gefühl wie quietschende Schulkreide auszulösen, warf die junge Anwältin einen Blick auf Purcell. Als der Major keine Anstalten machte etwas zu sagen, übernahm Ivy diese Aufgabe:
"Vielen Dank für die freundliche Begrüßung."
Nach einem höflichen Lächeln stellte sie dann den Major, das Team und schließlich sich selbst vor.
"Es ist uns eine Ehre hier sein zu dürfen. Ich bin davon überzeugt, dass unsere beiden Völker mit positiven Gefühlen aus diesem Treffen gehen werden.", fügte Ivy schließlich mit einem weiteren höflichen Lächeln an.
[size=1]OOC: Entschuldige die Wartezeit, mein Kopf will zur Zeit einfach nicht so wie ich.[/size]
[size=1]OOC: Kein Problem :) .. PS: Dein Browser zerhäckselt dir grad die Sonderzeichen ^^[/size]
Delek setzte zu einem Nicken an, das jedoch nur verhalten ausfiel.
"Vielleicht lässt sich das Verständnis zwischen den Tok'ra und den Tau'ri wieder verbessern", schloss er sich ihr dann doch etwas an. Der Major trat nach vorn, reichte Delek die Hand und stellte sich vor. Sein Auftreten war freundlich und er ignorierte die eher kalte Begrüßung des Agenten vollkommen.
"Lieutenant Dulcis", er wies auf die junge Frau, dann auf Peter Olsen, "Captain Olsen und ich werden bei den Gesprächen teilnehmen, die anderen an den Vorträgen."
"Dann folgen Sie mir bitte alle", sagte Delek und ging voran auf einen der Gänge zu. Nach nur wenigen Schritten wurden Tankian, Dhana und die Andere von einem Tok'ra empfangen und zu den Räumlichkeiten der Vorträge gebracht, während Delek mit Ivy, David und Peter weiter ging. Der Major war noch nie in einem Tok'ra Tunnel gewesen und war durchaus beeindruckt von dieser Art zu bauen. Gebäude die förmlich wuchsen, wie man sie eben gerade benötigte. Es gab in den Kristallgängen immer wieder Abzweigungen und angrenzende Räume, die niemals Türen besaßen. Die Tok'ra glaubten nicht an Geheimnisse untereinander - zumindest theoretisch. In der Praxis war es durchaus so, dass Teile des Hohen Rates auch gegenüber Tok'ra wie Jacob Carter so ihre Reservationen hatten, da sie glaubten seine Tau'ri Seite hätte Selmak zuviel Sympathie gegenüber den Menschen von der Erde gegeben.
Eben dieser ehemalige Air Force General kam Delek und der Tau'ri Delegation in diesem Moment entgegen.
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Jacob Carter war erst vor wenigen Minuten von seiner letzten Mission, auf der ihn zwei weitere Tok'Ra begleitet hatten, zurückgekehrt. Natürlich wusste er von dem Treffen, dass zwischen dem Hohen Rat der Tok'Ra und den Tau'ri stattfinden sollte, und auch davon wann in etwa die Tau'ri eintreffen würde. Und genau deswegen befand sich der ehemalige US Air Force General nun auf dem Weg zu ihrem eigenen Torraum, bzw. eher einer Torhalle.
Jacob wollte die Ankömlinge unbedingt begrüßen und ein klein wenig hoffte er auch jedes Mal, wenn sie mit der Erde Kontakt hatten, darauf, dass er einige bekannte Gesichter zu sehen bekam. Selmak wusste natürlich von diesem Wunsch und zog sich daher jedes Mal diskret zurück, um Jacob eine ungestörte Unterhaltung mit den Vertretern seines ehemaligen Heimatplaneten zu ermöglichen. Egal ob es sich dabei um seine Tochter Samantha und die anderen Mitglieder des SG-1 Teams handelte, oder um Soldaten und Wissenschaftler, die Selmak selbst nur aus der Erinnerung seines Wirtes kannte.
Als sich der ehemalige Offizier nun gerade schnellen Schrittes auf dem Weg zur Stargate Halle befand, kam ihm bereits Delek entgegen, gefolgt von einigen Personen in den vertrauten Uniformen der Tau'Ri.
Jacob ließ seinen Blick kurz über die Gesichter der Personen schweifen, wobei der Major Purcell erkannte. Er hatte schon das ein oder andere Mal mit dem Offizier zu tun gehabt, aber die weiteren Gesichter waren ihm unbekannt. Und von den verstohlenen Blicken, mit denen sie gelegentlich ihr Umfeld musterten, nahm er mal an, dass sie sich das erste Mal in einem Tok'Ra Stützpunkt befanden.
Als Jacob sich der kleinen Gruppe näherte wurde er langsamer und blieb schließlich vor den Männern und der jungen Frau stehen. Er nickte Delek kurz zur Begrüßung zu, ehe er als erstes Major Purcell seine Hand entgegen streckte.
"Freut mich Sie zu sehen, Major!", sagte Jacob nebenher mit einem freundlichen Lächeln auf den Lippen. Anschließend hielt er nun auch dem Lieutenant und Captain zur Begrüßung seine Hand entgegen.
"Willkommen in unserem neuen Stützpunkt, Lieutenant, Captain. Ich bin Jacob Carter, der Wirt des Tok'Ra Selmak, und ursprünglich ebenfalls von der Erde", stellte der Tok'ra sich ausführlich vor.
"Ich nehme an ihr seit direkt auf dem Weg zu dem Treffen mit dem hohen Rat?", fragte Jacob nun, wobei sein Blick wieder zu Delek wanderte. "Einwände, wenn ich euch ein Stück begleite?"
"Nicht im Geringsten, General", antwortete Purcell. Er und Jacob waren nie per du gewesen, doch selbst wenn Carter Senior nicht mehr zur Air Force gehörte, wäre es dem Major falsch vorgekommen, ihn mit 'Mister Carter' anzusprechen. Eben aus dem Grund behielt der Offizier das General bei, selbst wenn es sich dabei um eine rein respektvolle Anrede handelte, die keine Auswirkungen auf eine nicht mehr existierende Hierarchie zwischen ihnen beiden hatte.
An Dulcis und Olsen gewandt erklärte David, woher sich der ehemalige General und er kannten: "General Carter und ich haben uns in den 90ern kennen gelernt, als ich noch ein junger Offizier war. Es war ein gemeinsames Manöver zwischen Air Force, Navy und der Army, und ich war als Teil des Army Generalstabs vor Ort. Es war ein ziemlich größes Manöver. Zwei Schlachtschiffe der Navy als Feuerunterstützung, mindestens zwei Bomber und drei Jägerstaffeln, soweit ich mich erinnern kann, und 6.000 Kadetten aus Westpoint und relativ frische Rekruten."
Während er so redete, erhaschte er einen Blick auf Deleks Gesicht, der ihnen voraus ging. Der Agent verzog keine Mine, doch es war fast offensichtlich, dass er sich dafür anstrengen musste. Dem Major machte dies erneut deutlich, dass es nicht einfach war zwei Parteien, obgleich oftmals erfolgreich in ihrer Allianz, bei großen Differenzen auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Mit Sicherheit hatte Delek nichts gegen die Tau'ri, genauso wenig wie diese gegen die Tok'ra. Doch während sich die Menschen manches Mal hintergangen fühlten, wenn die Tok'ra nur mit der halben Geschichte zu etwas strategisch wichtigem herausrückten, war es das Spionsvolk, das sich hintergangen fühlte, wenn die Menschen ihrerseits einfach Schlachtschiffe entwickelten oder gegen Goa'uld vorgingen, ohne die Langzeitfolgen genau zu erfassen oder gar sich mit dem Hohen Rat zu besprechen.
Trotz all der mühsam eintrainierten Selbstbeherrschung und ihres Bestrebens einen professionellen Eindruck zu hinterlassen, könnte Ivy sich letztlich doch nicht mehr zügeln. Als ihre kleine Gruppe geführt von Delek in den Tunnel trat, ließ Ivy kurz ihre Hand über die Tunnelwand gleiten. Ein Reflex aus ihrer Jugend. Dinge, die sie interessierten, hatte die junge Ivy damals stets mit allen Sinnen erfasst - und das schloss den Tastsinn nunmal mit ein. Die erwachsene Ivy hatte diesen Drang zwar normalerweise unter Kontrolle, doch bei dem Tok'ra Tunnel konnte sie nicht anders. Diese Gebilde waren einfach zu faszinierend.
Erst die Ankunft von Jacob Carter unterbrach Dulcis bei ihren erstaunten Betrachtungen der Tunnel. Freundlich lächelte sie den ehemaligen Air Force Offizier an, als dieser ihr die Hand reichte.
"Es ist mir eine Freude Sie kennen zu lernen, Sir.", grüßte sie höflich, aber durchaus ehrlich freundlich.
Als sie dann weiter gingen, musste die junge Anwältin sich doch vermehrt über die Türen - oder vielmehr deren völliges Fehlen - wundern. Diese Art Offenheit passte nicht zu der eher verschlossenen Art mit der man ihnen bisher begegnet war. Aber vielleicht würde das Treffen mit dem Rat ja mehr Einblicke in das Wesen der Tok’ra zulassen. Ein besseres Verständnis von den Eigenarten ihrer Verbündeten wäre aber auf jeden Fall vorteilhaft für die Verbesserung ihrer Beziehungen zu den Tok'ra.
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Jacob nickte Purcell kurz dankend zu, als dieser meinte keine Einwände dagegen zu haben, dass er die kleine Truppe ein Stück begleitete. Anschließend wanderten seine Augen noch einmal kurz zu Delek, aber auch er schien keine Einwände zu haben. Oder diese zumindest nicht zu äußern, das war gelegentlich etwas schwierig heraus zu finden. Aber das lag wohl hauptsächlich mit daran, dass er als ursprünglicher Tau'ri anders von den Tok'ra gesehen wurde, als ein normales Mitglied dieses Volkes. Selbst Selmaks Meinung hatte inzwischen einen anderen Stellenwert, als noch vor ihrer Verschmelzung. Aber das war nicht zu ändern und Jacob wollte sich da auch nicht groß den Kopf drüber zerbrechen. Er tat hier seine Arbeit und das als Tok'ra. Nun, zumindest meistens, denn es gab da auch mal die ein oder andere Situation, in der er Informationen ohne vorherige Absprache mit dem Hohen Rat den Tau'Ri übergeben hatte, einfach weil er wusste, dass das Stargate Center andere Möglichkeiten hatte gegen die Goa'Uld vorzugehen als sie.
Sie waren Spione, sie sammelten Informationen und versuchten die Systemlords gegeneinander auszuspielen, wobei sie allerdings immer darauf achteten das Machtgefüge nicht ins Ungleichgewicht zu bringen. Denn nichts war für ihre Art des Vorgehens schlimmer als ein einziger herrschender Goa'Uld. Die Tau'Ri hingegen waren ein offensives Volk. Sie planten nicht, sondern handelten dann, wenn es aus ihrer Sicht heraus nötig war. Und das alles andere als Erfolgslos. So viele Systemlords wie in den letzten Jahren, waren ewig nicht gefallen. Und schon gar nicht durch die Hand eines "unterentwickelten" Volkes. Problematisch war nur, dass auch die Tok'Ra durch das Vorgehen der Tau'Ri bereits Verluste erlitten hatten... Das machte es diesem Volk, das Jahrtausende lang als Einzelkämpfer da stand, nicht unbedingt leichter, sich auf eine engere Zusammenarbeit mit den Menschen einzulassen.
Aber genau deswegen war er hier. Er und auch Selmak hatten es sich zur Aufgabe gemacht über viel Gedult und Zeit diese beiden Völker engere miteinernader zu verknüpfen und auch das Vertrauen zu fördern. Nur war das nicht gerade ein leichtes Unterfangen, wenn man an Zwischenfälle wie aktuell die Diskussion über diesen neuen Stützpunkt dachte... Jacob konnte beide Seiten in ihren Argumenten nachvollziehen und würde daher definitiv für keine davon Partei ergreifen.
Der ehemalige General lief nun etwas versetzt neben dem SG-Team her, während sie ihren Weg zum Treffen mit dem Hohen Rat fortsetzten, und hörte dem Major schmunzeln zu, während er von diesem alten Manöver erzählte. Wobei es für Jacob inzwischen wirklich ungewohnt war, mit seinem ehemaligen Rang angesprochen zu werden.
"Ja, relativ frische und hitzköpfige Rekruten, sollte man dazu sagen", ergänzte Jacob weiterhin schmunzelnd.
"Da wir bei der Führung etwas gewürfelt hatten, hatte ich den Major unter mir. Und ich muss sagen, ich hatte selten so viel Spaß bei einem Manöver. Besonders wenn man aus diesen kleinen Kriegsspielchen als Sieger hervorgeht."
Auch Jacob hatte erneut einen kurzen Blick zu Delek geworfen, aber der Tok'Ra schien sich aktuell nicht an dem Gespräch beteiligen zu wollen, sondern folgte stur einfach nur dem Weg zum Treffpunkt mit dem Hohen Rat.
Der ehemalige General wandte sich daher nun wieder dem SG-Team zu und sprach dieses mal wieder hauptsächlich die beiden neuen Gesichter an.
"Ich bin schon ewig nicht mehr im Dienst der Air Force, also das 'General' und 'Sir' können Sie weglassen. Es reicht als Anrede einfach 'Jacob', bzw. wenn mein Symbiont sich zu Wort melden sollte 'Selmak'. Das habe ich dem Major hier eigentlich auch schon ein paar Mal gesagt, aber irgendwie bleibt er trotzdem stur."
Erneut schlich sich ein Schmunzeln in Jacobs Mundwinkel, während er den Major noch einmal ansah.
Dann wandte sich der ältere Mann an die junge Frau im Team. Er hatte schon von ihr gehört. Jack hatte ihren Namen mal in einem Gespräch erwähnt, als ihre Versetzung ins SGC gerade erst beschlossen gewesen war.
"Sie sind Lieutenant Dulcis? Ich habe gehört Sie sind Diplomatin? Es freut mich, dass Sie für das Gespräch hier sind. Die Diplomatie, die normale Militärs gelegentlich betreiben, womit ich mich einschließen muss, war bisher nicht unbedingt immer voranbringend."
"Ganz wie Sie wünschen... Jacob.", antwortete Dulcis auf Jacobs Hinweis bezüglich seiner Anrede. Es fiel der jungen Anwältin aber dennoch schwer seinen wünschen nachzukommen. Sicher, Jacob war kein aktives Air Force Mitglied mehr, aber Ivy fand, dass er sich zumindest die Anrede "Sir" verdient hatte. Ein General verdiente nun einmal Respekt, auch wenn es nur ein ehemaliger General war. Doch Jacob war diesbezüglich eindeutig gewesen. Kein Sir, kein General.
Ein oberflächliches Lächeln zeigte sich auf Ivys Gesicht, als Jacob sie persönlich ansprach. Nach einem Nicken antwortete sie dann schließlich:
"Ja, ich bin Diplomatin. Aber wenn ich einmal offen sein darf: es gehört ein außerordentliches Talent dazu, Gespräche in einem diplomatischen Sinne zu führen, wenn man nicht dafür ausgebildet ist. Außerdem richtet sich das Hauptaugenmerk eines Soldaten abhängig von seiner Einsatzregion für gewöhnlich auf Wichtigeres als diplomatische Beziehungen - wie etwa dem Überleben seiner Männer."
Ivy warf einen kurzen Blick auf Delek und fuhr dann fort:
"Wobei es hier natürlich nicht um Leben und Tod geht. Dennoch hoffe ich zu einer Verbesserung unserer Beziehungen beitragen zu können."
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"Das ist ja wie Musik in meinen Ohren", kommentierte Jacob kurz, wieder mit einem breiten Lächeln auf den Lippen, "Danke, dass Sie meiner Bitte nachkommen, Lieutenant."
Direkt darauf wurde der ehemalige Tau'Ri allerdings wieder ernster, und auch Selmak passte sich dieser Stimmung an. Diplomatie war defintiv nichts, was man auf die leichte Schulter nehmen sollte. Und klar wurde man als Soldat in diesem Bereich geringfügig ausgebildet. Nur wie Dulcis es bereits richtig benannte, für einen Soldaten gab es eindeutig höherwertige Themen als Diplomatie, denn der Schutz und das Überleben des Teams standen definitiv an erster Stelle auf der Prioritätenliste. Mit diesem verband sich inzwischen automatisch auch das Streben danach nicht nur das eigene Team zu schützen, sondern auch den eigenen Planeten und letztendlich die eigene Rasse... und das war es, wo hier diesmal der Knackpunkt lag. Aus der Sicht der Menschen wurden die Bewohner des Planeten, der zukünftig als Stützpunkt für die Tok'ra dienen sollte, und die eindeutig zu der menschlichen Rasse zählten, einem zu hohen Risiko ausgesetzt. Und natürlich konnte Jacob diese Einschätzung auch nachvollziehen. Es war ein Risiko, ein verdammt hohes sogar, daran gab es nichts zu rütteln.
Aber andererseits musste man auch die Tok'ra verstehen. Auch wenn es dort draußen tausende Planeten gab, es kostete jedes Mal viel Zeit und Ressourcen eine Welt zu finden, die für eine geheime Basis geeignet war. Und so häufig wie in den paar Jahren, seit das Stargate-Center in den intergalaktischen Streitigkeiten mitmischte, mussten die Tok'ra noch nie in so kurzem Zeitrahmen ihre Stützpunkte aufgeben. Was sie nun definitiv erstmal brauchten, war eine beständige Welt, die ihnen eine beständige Sicherheit bot. Noch nie hatten die Tok'ra einen bewohnten Planeten als ihre Heimatwelt auserwählt und genau das war der Punkt... Hier würden die Goa'Uld definitiv nicht nach ihnen suchen! Und sie selbst würden zusehen müssen ihre eigenen inneren Sicherheitssysteme zu verbessern, um zu verhindern, dass sich ein Spion einschleichen konnte und diese Mühen nachher wieder zunichte machte.
"Ich bin sicher, dass Sie das schaffen werden, Lieutenant", begann der ehemalige General schließlich, "Ich habe selbst lange genug auf der Erde gelebt und kenne uns Menschen. Und ebensogut kenne ich das Militär. Wir verfallen leicht darin unseren eigenen Ansichten einen sehr hohen Wert zuzuschreiben und erstmal zu versuchen unser Gegenüber und dessen Wünsche den unseren unterzuordnen.
Nicht viel anders verhält es sich allerdings auch bei den Tok'ra. Dieses Volk hat sich den Goa'Uld über Jahrtausende im Alleingang entgegen gestellt. Dabei wurden eigene Regeln und Ansichten entwickelt, und auch diesem Volk fällt es schwer diese nicht in den Vordergrund zu stellen. Man könnte also sagen von ihrer reinen Natur her ist es nicht verwunderlich, dass es zwischen den Tok'ra und Tau'ri immer wieder zu Meinungsverschiedenheiten wie diesen kommt... Nur genau das ist es, was wir aktuell definitiv nicht gebrauchen können.
Da draußen tobt ein Krieg, egal wie sicher wir uns auf unseren Heimatwelten noch fühlen können, und wir alle stecken mittendrin. Wir können es uns nicht leisten uns zu zerstreiten, egal wie banal oder ernst das Thema sein mag. Wir brauchen eine funktionierende Zusammenarbeit zwischen unseren Völkern, wenn wir die Goa'Uld ernsthaft stürzen wollen."
Nach diesem Satz hielt Jacob aus dem Laufen heraus an. Auch Delek war bereits langsamer geworden. Sie waren angekommen, der Raum, in dem die Gespräche zwischen diesen beiden Völkern stattfinden sollten, lag nur noch wenige Meter vor ihnen.
"Auch wenn es sicher keine leichte Aufgabe wird, ich wünsche Ihnen viel Erfolg, Lieutenant. Ich muss mich an dieser Stelle leider verabschieden. Mir ist die Teilnahme an diesem Gespräch nicht gestattet und ich fürchte, ich habe auch noch einiges zu tun, was ich nicht länger aufschieben sollte", Jacob wanderte mit seinem Blick noch einmal zu Purcell, "Das gilt auch für Sie, Major. Also toi-toi-toi!"
Bedächtig nickte Ivy bei Jacobs Worten. Er hatte nicht ganz Unrecht was den Stellenwert der eigenen Sichtweise anging. Die Fähigkeit sich in andere hinein zuversetzen war heutzutage eher selten geworden. Jedenfalls dann, wenn es darum ging nicht nur zu sehen, dass das Gegenüber überhaupt eine eigene Sichtweise hat, sondern diese auch ernsthaft zu berücksichtigen. Viel zu häufig lief es nach dem Motto: "Oh du hast eine Meinung zu dem Thema? Schön, du liegst falsch, wir machen es wie ich es will." Und erstaunlicherweise funktionierte das System so auch. Der Schwächere - oder Klügere, je nach Sichtweise - gab nach und der Konflikt wurde irgendwie gelöst. Problematisch wurde es nur wenn zwei Parteien aufeinander trafen, die schon aus Prinzip nicht nachgeben wollten. Und wie Jacob schon richtig festegestellt hatte, lag hier genau ein solcher Fall vor.
Für einen kurzen Moment spiegelte sich pure Freude in Ivys Augen. Eine scheinbar auswegslose Situation. Die perfekte Herausforderung. Die Gespräche würden sicherlich eine ganze Weile dauern und an ihren Kräften zehren, aber Ivy war sich sicher etwas postives bewirken zu können.
An ihrem Ziel angekommen nickte sie Jacob schließlich freundlich zu.
"Nun, ich hoffe Ihre Verpflichtungen verhindern nicht, dass wir vor unserer Abreise noch einmal die Gelegenheit zu einem Treffen haben, Jacob. Es war mir jedenfalls eine Freude, Sie kennen zu lernen."
Beinahe hätte Ivy aus purem Respekt noch zum Abschied salutiert, doch sie hielt sich zurück und lächelte stattdessen nur.
Anschließend atmete sie noch einmal tief durch. Nun war es soweit. Die Gespräche waren quasi dabei zu beginnen. Nur noch ein paar Augenblicke bis sie auf die offiziellen Vertreter der Tok'ra trafen. Nur noch ein paar Augenblicke bis jedes Wort - ja jede noch so kleine Geste - über Erfolg oder Misserfolg dieser Mission entscheiden konnte.
[size=1]OOC: So, ich hab trotz meiner beschränkten Internetzeit irgendwie Zeit für einen kleinen Pos gefunden^^ Mehr dann wenn ich wieder daheim bin.[/size]
Auch Purcell verspürte eine leichte Aufregung, schließlich war er kurz davor die Erde vor dem höchsten Gremium eines anderen Volkes zu vertreten. Oder zumindest, wenn man das amerikanische Selbstverständnis bei Seite schob, dann doch die USA und das Stargate Programm. Und auch nicht er direkt - er war eher der Vertreter der oberen Offiziere, hier und da bei den Gesprächen vielleicht auch jemand, der hier und da eine Richtung vorgab, doch Dulcis war als erfahrenere Diplomatin sicher weit besser qualifiziert die richtigen Worte zu wählen, solche, die niemanden beleidigten und trotzdem den Standpunkt des Centers klar machten, als es David gewesen wäre.
Der Major fuhr sich einmal durch die Haare, räusperte sich kurz und schritt dann nach Delek durch den offenen Eingang in den Ratssaal.
[url=http://www.fimbulvetr.de/sgrpg/wbboard/thread.php?threadid=7993&boardid=1371&styleid=23#2]Tbc. der Hohe Rat der Tok'ra[/url].
Der Hohe Rat der Tok'ra
Original von curious Der Raum erschien wie einer von vielen in den verborgenen Tunneln der neuen Heimat der Tok'ra. Einige stuhlartige, felsige Erhebungen luden zum Verweilen ein. Ein großer Tisch war das Zentrum des Raumes, an dem gut und gerne eine kleine Festgesellschaft samt üppigen Buffet Platz finden könnte.
Und doch, auch wenn dieser Raum so wirken mochte, wurde er gemieden. Nicht aus Furcht, oder weil er wenig einladend war, vielmehr lag ein Hauch des Respekts auf dieser kleinen Halle. Es war jener Saal, der dem Hohen Rat der Tok'ra eine Versammlungsstätte bot. Hier tagte der engste Zirkel jener, die sich dereinst von ihren Blutsverwandten abwendeten, um Rat zu sprechen und Pläne zu schmieden. Nicht selten fanden sich Vertreter der Tau'ri in einer Ratshalle ein, um gemeinsam Freundschaft zu schließen und Aktionen zu planen. Sei es auf dieser Welt, oder sei es eine der vielen früheren Basen der Tok'ra gewesen. Und doch, es gilt zu bemerken, dass seit dem Umzug nach Perricum Vertreter der Ta'uri seltener geworden waren....
[url=http://www.fimbulvetr.de/sgrpg/wbboard/thread.php?threadid=8266&boardid=1371&styleid=23&page=1#13]cf. Stargate Halle[/url]
...Und um dies nun zu Ändern und Normalität in das Verhältnis zwischen Tok'ra und den Menschen der Erde zu bringen waren Purcell und die anderen Mitglieder des Stargate Centers nun hier. Die Probleme bestanden weiterhin. Eine im Grunde militärische Basis direkt unter der Stadt von unwissenden Zivilisten zu bauen war in den Augen der Menschen nach wie vor unverantwortlich. Es erinnerte weit mehr an die Methoden der Hisbollah. Raketen zwischen Krankenhäusern und Kindergärten aufstellen, um von dort aus Israel zu beschießen und die Israelis zu zwingen, entweder nichts zu tun oder bei der Bekämpfung der Raketenstellungen dutzende Zivilisten zu töten.
Das Problem bei der Tok'ra-Basis auf Perricum war, dass die Goa'uld im Gegensatz zu den Israelis kein Problem damit hatten tausende von Menschen zu ermorden, wenn es ihren Zielen diente. So war diese Basis allein ein klein wenig besser verborgen als unter der Erde eines unbewohnten Dschungels oder unter einem Berg - doch sobald die Tarnung aufflog, wären es Menschen, die dafür zu zahlen hätten.
Delek schritt direkt zu einem der Sitzplätze aus Kristall, die um einen sehr langen Tisch aus dem Boden wuchsen, der aus dem selben allgegenwärtigen Material entstanden war. Die Stühle hatten eine runde Fläche, ein Stumpf der wirkte wie ein Zylinder, und eine rechteckige, hohe Lehne. Der Tok'ra, der die Menschen am Gate abgeholt hatte nahm seinen rechtmäßigen Platz zwischen drei anderen Personen ein. Zwei hatten wie er einen männlichen, eine Person einen weiblichen Wirt. Es war nur ein Teil des Rates, schließlich hatten viele der anderen Tok'ra Aufgaben zu erledigen.
"Bitte nehmt Platz. Ich bin Garshaw von Belote", sagte die Tok'ra mit dem weiblichen Wirt. Sie sprach mit der Stimme ihres Symbionten und wies auf einen farbigen Mann neben sich. "Das ist der Hohe Rat Thoran, und neben ihm Per'sus. Delek haben Sie ja bereits kennen gelernt."
Purcell nickte seinen beiden Begleitern zu und wies auf die fest im Boden verwachsenen Stühle aus dunkelblauem und lilanen Kristall.
"Ich bin Major Purcell, das sind Lieutenant Dulcis und Captain Olsen. Wir sind sehr geehrt, zu diesen Gesprächen mit dem Rat der Tok'ra eingeladen worden zu sein."
"Es wurde Zeit, dass wir wieder auf einen normalen Stand der Beziehungen zurück finden", sprach Per'sus. Er war groß gewachsen, hatte breite Schultern und wirkte so erhaben wie der Präsident einer großen Nation. Thoran fuhr fort, alle sprachen sie mit den Stimmen ihrer Symbionten: "Wir sind uns bewusst, dass die Tau'ri zuweilen die Methoden der Tok'ra nicht verstehen."
Als Ivy Dulcis zusammen mit dem Rest der Gruppe den Raum betrat, zeigte ihr Gesicht keinerlei Regungen. Eine völlig neutrale Maske, auch wenn es in der jungen Anwältin in Wirklichkeit regelrecht tobte. Die Fremdartigkeit ihrer Umgebung, die Bedeutung der Gespräche und nicht zuletzt das Wissen, dass sie sich auf einem fremden Planenten befand, wühlten Ivy innerlich völlig auf. Zeigen konnte sie diese Regungen natürlich nicht, aber schließlich hatte sie genug Erfahrung darin ihre Gefühle vor anderen zu verbergen.
Auf Purcells Zeichen hin ließ sie sich dann auf einem der seltsamen Stühle nieder.
Wirklich bequem war der allerdings nicht. Als unbequem hätte Ivy ihn zwar auch nicht unbedingt bezeichnet, doch in gewisser Weise erzwang der Stuhl eine aufrechte und beinahe steife Haltung. Grundsätzlich war das zwar kein Problem, doch nach mehreren Stunden konnte eine erzwungen aufrechte Haltung durchaus gewisse Unannehmlichkeiten - ja sogar Schmerzen - verursachen. Doch damit würde Ivy sich befassen, wenn es soweit war.
Vorerst galt ihre Aufmerksamkeit jedoch den Vertretern der Tok'ra, denen sie ein respektvolles Nicken - gepaart mit dem Ansatz eines höflichen Lächelns - zur Begrüßung schenkte. Es war nicht zu übersehen, dass es sich hier um wichtige Persönlichkeiten handelte. Ihre gesamte Haltung drückte Autorität aus. Allerdings empfand Ivy die Stimmen ihrer Gastgeber noch immer als sehr nervenaufreibend. Hoffentlich würde sie sich im Laufe der Gespräche daran noch gewöhnen können.
"Nun, wir sind hier, um an genau diesem Punkt zu arbeiten. Ein besseres Verständnis der Methoden der jeweils anderen Partei wird unseren Völkern helfen wieder eine bessere Beziehung zueinander aufzubauen.", antwortete Ivy schließlich auf Thorans Feststellung. Ihre Stimme war dabei so neutral, wie irgend möglich. Völlig sachlich. Sie drückte hier keine Hoffnung aus, sondern einen Fakt. Jedenfalls sollte es so klingen. See waren nicht hier als Bittstellter, die hofften einen überlegenden Verbündeten zurück zu gewinnen. Nein, an diesem Tisch saßen die Vertreter zweier gleichwertiger Völker. Und auch wenn Ivy persönlich noch immer völlig überwältigt von den Eindrücken der Tok'ra und ihrer unteriridischen Stadt war, so würde sie als Vertreterin der Erde keinen Zweifel an der Gleichwertigkeit ihrer Völker aufkommen lassen.
"Aber die Tau'ri halten weiter an ihrer Kritik fest, dass es unverantwortlich sei, dass die Tok'ra ihre Basis auf Perricum errichet haben", fragte Delek kalt und versuchte damit die Menschen etwas in die Enge zu treiben.
Purcell räusperte sich kaum hörbar und entgegnete: "Wir sind nicht erfreut darüber ja, und stellen weiterhin die Bitte, ob der Hohe Rat erneut in Erwägung ziehen kann... schlicht in Erwägung ziehen... eine unbewohnte Welt als Hauptbasis auszuwählen."
"Die Tau'ri waren es selbst, die einen großen Teil der Tok'ra nach einem Angriff der Goa'uld bei sich aufnahmen", fing Thoran an, woraufhin Garshaw beschwichtigend einwarf: "Wofür wir den Menschen sehr dankbar sind."
Thoran nickte nur kurz leicht, lächelte einen Moment und fuhr fort: "Die Tok'ra waren als Spione seit je her immer direkt in den Reihen der Goa'uld, oder unsere Stützpunkte an entlegenen, für die Systemlords unbedeutenden Orten. Unser Aufenthalt auf Tau'ri, im Bunker des Centers, hat gezeigt, dass dies funktionieren kann - sich unter einer Bevölkerung zu verbergen. Es ist nichts, was die Systemlords erwarten, und nach den Verlusten unserer letzten Basen wurde es Zeit, umzudenken und unsere Erfahrung mit den Tau'ri für einen neuen Versuch zu nutzen."
Interessiert musterte Ivy ihre Gastgeber. Mehr und mehr hatte sie das Gefühl, dass Delek sie am liebsten auf einem einsamen Planeten aussetzten würde damit sie sich nicht mehr in die Angelegenheiten der Tok'ra einmischen konnten. Die anderen Tok'ra hingegen schienen ihnen nicht ganz so negativ gegenüber zu stehen. Und wenn doch, so verfügten sie wenigstens über genug diplomatisches Geschick diese Haltung nicht so offen zu zeigen.
"Nun, es besteht jedoch dennoch ein Unterschied zwischen damals, als wir euch aufgenommen haben, und der Situation heute. Wir wussten, welchem Risiko wir uns aussetzen, die Bevölkerung dieses Planeten weiß das nicht. Natürlich verstehen wir, dass diese Geheimhaltung eurem Schutz dient. Doch es gefährdet zugleich viele Menschen - ohne dass sie sich selbst dafür entscheiden konnten.", wagte Ivy einen vorsichtigen Vorstoß.
Nach einer kurzen Pause fügte sie dann schließlich an: "Und sobald die Goa'uld herausgefunden haben, dass ihr eure Taktik geändert habt, werden sie auch auf bewohnten Planeten nach euch suchen. Was eine weitere Gefährdung unzähliger unwissender Menschen bedeutet. Die Tok'ra haben schon weit länger mit den Goa'uld zu tun als wir, also werdet ihr auch weit besser wissen, welche Methoden die Goa'uld anwenden würden um euch zu finden."
Eindringlich blickte Ivy die Tok'ra nacheinander an, vor allem um ihre Reaktion auf das eben Gesagte mitzubekommen. Ganz bewusst hatte Ivy es vermieden Vorderungen zu stellen. Sie wollte den Tok'ra nur eine andere Sichtweise näher bringen. Ziel dieser Gespräche war schließlich eine Annäherung ihrer beiden Völker, kein völliges Zerwürfnis weil beide Parteien nur Forderungen stellten.
"Es ist sicher nicht im Interesse der Tok'ra, mehr Menschenopfer zu verursachen, als nötig sind um diesen Krieg zu führen", antwortete Garshaw ruhig. Durch den verzerrten Klang ihrer Symbiontenstimme war es für die Tau'ri nicht so recht möglich heraus zu hören, ob die Tok'ra durch die Darstellung des Lieutenants angegriffen war oder rein sachlich antwortete. "Es ist jedoch in unserem Interesse fähig zu bleiben, den Krieg auf unsere Art weiter zu führen", sagte sie zudem.
"Unsere Operationen sind von hier aus zuverlässig zu führen. Wir verlieren weniger Zeit und Arbeitskraft durch den Wechsel des Planeten, weil es lange dauern wird, bevor die Goa'uld von dieser Basis auch nur den Hauch einer Ahnung haben werden", ergriff Thoran das Wort. Ein 'sofern die Tau'ri die Adresse für sich behalten können' ließ er nicht über seine Lippen kommen. Der Tok'ra wusste, dass die Menschen sein Volk niemals freiwillig verraten würden, ebenso wenig wie die Tok'ra dies anders herum täten.
"Unsere neue Hauptbasis soll auch nicht das Hauptthema dieses Treffens werden. Vielmehr geht es darum, wie wir wieder verstärkt miteinander arbeiten und unsere Angriffe auf die Goa'uld besser koordinieren können", gab Per'sus zu bedenken und versuchte das Gespräch zurück auf einen Pfad zu bringen, bei dem beide Gruppen nicht ohne Ergebnis auseinander gehen würden.
Halbwegs zufrieden nickte Dulcis auf die Aussagen von Garshaw und Thoran hin. Eine großartig andere Reaktion hatte sie zwar nicht ernsthaft erwartet aber dennoch war sie froh, dass keiner der Tok'ra übermäßig emotional reagiert hatte. Zumindest nicht nach außen sichtbar.
Froh über den Themenwechsel lächelte Ivy dann Per'sus kurz zu.
"Aber natürlich", stimmte sie dem Tok'ra sogleich zu.
"Eine Zusammenarbeit, egal welcher Form, basiert immer auf Kommunikation. Funktioniert schon die Kommunikatin nicht oder nur schlecht, so kann auch die eigentliche Zusammenarbeit nicht funktionieren. Ich denke soweit stimmen wir alle noch überein.", fuhr die Soldatin mit einem allgemeinen Blick in die Runde fort.
"Dennoch scheint die Kommunikation zwischen unseren Völkern in der Vergangenheit.. nun ja, nicht immer optimal verlaufen zu sein."
Wessen Schuld die unzureichende Kommunikation war, ließ Ivy dabei offen. In diesem Punkt würden Tok'ra und Tau'ri sich vermutlich eh niemals einig werden. Wer gab denn schon gerne zu, Schuld an irgendetwas zu haben? Und darüber hinaus lag die Wahrheit wohl irgendwo zwischen völliger Schuld der einen und völliger Schuld der anderen Seite.
"Wir müssen uns also fragen, was wir konkret tun können, um unsere Kommunikation miteinander zu verbessern. Häufigere Treffen wären zum Beispiel durchaus ein Ansatzpunkt."
Erneut warf Ivy einen Blick in die Runde und wartete auf Rückmeldungen zu ihrem Vorschlag. Regelmäßige Treffen alleine waren wohl kaum in der Lage das angespannte Verhältnis zwischen Tok'ra und Tau'ri zu verbessern, aber irgendwo mussten sie ja anfangen.
Die vier Mitglieder des Hohen Rates tauschten Blicke aus. Es war eines der größten Probleme, dass die Tok'ra Probleme damit hatten anderen Völkern zu vertrauen. Egal wie Erfolgreich die Arbeit teilweise mit den Menschen der Erde gewesen war, es viel dem Agentenvolk weiterhin schwer ihnen alles offen zu legen. Schließlich deutete Garshaw ein leichtes nicken an, auch Per'sus nickte.
"Wir haben uns bereits vor diesem Treffen ähnliches überlegt", sprach Delek, "und denken eine gute Möglichkeit wäre, die Tau'ri vertrauter mit unserer Operativen Arbeit zu machen."
Purcell wusste nicht genau, was er sich unter dieser Aussage vorzustellen hatte. "Bitte erläutern Sie etwas, was Sie damit meinen", warf der Offizier ein.
"Das Problem zwischen unseren Völkern ist, dass wir unsere speziellen Fähigkeiten haben, und an diesen Festhalten. Die Tok'ra können keine Armeen stellen, die Tau'ri können niemals unsere Erfahrung mit den Goa'uld und ihrer Herrschaftsform einholen, aber wir können versuchen, einander neues bei zu bringen", erklärte Thoran.
"Wir sind bereit die Menschen in unsere Aktionen einzuführen, euch im Detail zu zeigen, wie wir arbeiten. Vielleicht werden manche Differenzen dadurch bereinigt", sagte Garshaw.
Es war mehr als deutlich zu spüren, wie zurückhaltend die Tok'ra den Tau'ri gegenüber waren. Eine Verschlossenheit, die wohl aber zum Wesen dieses Volkes zu gehören schien. Vor diesem Hintergrund wirkte ihr Angebot, die Tau'ri in ihre Aktionen einzuführen noch einmal ganz anders: es schien die Tok'ra einiges an Überwindung zu kosten dieses Angebot zu unterbreiten. Dass sie es doch taten ließ vermuten, dass das Agentenvolk durchaus ein ernsthaftes Interesse an einer Verbesserung der diplomatischen Beziehungen hatte. Ein gutes Zeichen.
Nach einem kurzen Seitenblick auf Purcell nickte Dulcis schließlich.
"Das klingt nach einem interessanten Vorschlag. Wie würde denn eine solche Einführung Ihren Vorstellungen nach konkret aussehen?", fragte die Diplomatin nach.
Nur wer Ivy Dulcis wirklich gut kannte, konnte aus ihrer Stimme ihre tatsächliche Freude über den Vorschlag der Tok'ra heraushören. Für jeden anderen klang sie einfach wie immer: völlig neutral. Durchaus interessiert zwar, aber in keiner Weise emotional betroffen. Gefühle konnte sie ja auch ausreichend im privaten Bereich zeigen. In beruflicher Himsicht empfand Ivy Gefühle als hochgradig unprofessionell.
"Wir werden euch mitnehmen zu einer unserer Kommandooperationen", sagte Per'sus. Der Tok'ra hatte bereits persönlich seine Erfahrung mit den Fähigkeiten der Tau'ri gemacht. Es war einige Jahre her und hatte einem wichtigen Agenten, dem Wirt Martouf, das Leben gekostet - sein Symbiont Lantash hatte nur knapp überlebt. Doch damit hatten die Menschen ein Attentat auf den Präsidenten der Vereinigen Staaten verhindert und die Gespräche zwischen diesem und Per'sus konnten doch noch stattfinden.
"Um was für eine Operation handelt es sich dabei?", fragte Purcell. So weit sich die Tok'ra mit diesem Angebot auch dem Stargate Kommando entgegen lehnten, so war es dem Offizier doch nicht ganz geheuer, einfach so auf einen fahrenden Zug aufzuspringen, von dem sie nicht genau wussten, in welche Richtung er fuhr. Zudem war der Soldat nicht ganz sicher ob er sich freuen sollte, den Beifahrer bei einer Kommandooperation zu mimen, bei der er noch nicht einmal in die genaue Planung eingeweiht war.
Daher fragte er weiter: "Und welche Rolle sollen wir dabei spielen?"
"Ein Lord von Hermes namens Lu'chat versucht sich momentan an genetisch gezüchteten Superkriegern. Sokar hat mit entsprechendem bereits in der Vergangenheit große Gebietsgewinne gegenüber seinen Feinden erlangt, daher wollen wir verhindern, dass wieder ein Goa'uld sich Infanterietruppen schafft, die den meisten anderen überlegen sind", erklärte Thoran und ließ Garshaw die Erläuterungen weiter ausführen: "Wir haben ein tarnbares Al'Kesh beim nächsten Planeten mit einem Chaap'ai positioniert. In wenigen Stunden könnte es bei der Welt des Lords sein. Zudem haben wir einen Agenten in den Reihen Lu'chats, der die Verteidigung rund um das Labor deaktivieren wird. Wir werden es mit dem Bomber zerstören, bevor die Forschungen ihre Serienreife erreichen."
[QUOTE]Original von Iustitia
Für den Bruchteil einer Sekunde zuckte Dulcis Augenbraue ein winziges Stück nach oben.
Diese konkrete Art der Einführung in die Arbeitsweise der Tok'ra hatte sie nicht erwartet. Und schon gar nicht so zeitnah. Dabei war es im Grunde genommen genau das, was sie hier erreichen wollten: bessere Zusammenarbeit mit den Tok'ra und gleichzeitiges Vorgehen gegen Hermes, einen vom Pentagon als besonders gefährlich eingestuften Goa'uld - oder zumindest ein Vorgehen gegen einen seiner Lords. Es war ein wirklich gutes Angebot der Tok'ra. Vielleicht zu gut. So wie Garshaw es erklärte, klang die Mission zwar eigentlich ganz simpel. Auch das damit verbundene Risiko schien sich noch in einem akzeptablen Rahmen zu bewegen. Doch irgendetwas in Dulcis sträubte sich gegen diese Sache. Noch einmal ging die Diplomatin das Angebot der Tok'ra gedanklich durch. Vermutlich war es schlicht die Tatsache, dass sie den Tok'ra während dieser Mission nahezu blind vertrauen mussten, die in Dulcis solch ein Widerstreben auslöste. Oder aber es war die mangelnde Vorbereitungszeit. Doch was es auch war, die Tok'ra kamen den Tau'ri mit ihrem Angebot sehr entgegen. Eine Ablehnung wäre wie ein Schlag ins Gesicht - und würde vermutlich zu einer weiteren Verschlechterung ihrer Beziehungen führen. Das war jedoch keinesfalls akzeptabel und so schob Dulcis ihre Bedenken vorerst beiseite.
[color=royalblue]"Nun,"[/color], begann die Diplomatin, [color=royalblue]"eine Armee von Superkriegern muss auf jeden Fall verhindert werden. Die beste Möglichkeit ist da natürlich bereits entsprechende Forschungen zu unterbinden. Wissen wir denn sicher, dass dieses Labor das einzige ist, das mit entsprechenden Forschungen befasst ist? Und dass bisherige Forschungsergebnisse noch nicht nach außen gelangt sind? Die Zerstörung eines Labors scheint schließlich wenig sinnvoll, wenn Lu'chat seine Forschungen auch ohne das Labor relativ zeitnah und ohne bedeutenden Wissensverlust weiter führen könnte."[/color]
Bewusst deutete Dulcis mit dieser Antwort durchaus Interesse an der angebotenen Missionsteilnahme an, zeigte wie Purcells vorherige Nachfrage aber zugleich auch dass die Tau'ri sich keinesfalls zum willenlosen Spielball der Tok'ra degradieren ließen. Sie waren schließlich gleichberechtigte Verbündete und als solche hatten die Tau'ri durchaus ein Recht auf ein gewisses Mindestmaß an Informationen, ehe sie sich komplett auf das Angebot der Tok'ra einließen.
[/QUOTE]
[QUOTE]Original von Jack Burton just...
[color=darkred]"Es gibt im Moment noch nur dieses Labor und wir haben einen Agenten direkt vor Ort"[/color], sagte Per'sus, [color=darkred]"Lu'chat scheint für den Moment das Projekt geheim halten zu wollen. Wir vermuten, er sucht noch etwas, was er seinem Gebieter geben kann - ansonsten müsste Lu'chat befürchten, dass Systemlord Hermes die Technologie und die Krieger vielleicht für sich einfordert."[/color]
[color=royalblue]"Wir sind natürlich sehr erfreut, dass die Tok'ra mehr mit uns zusammen arbeiten möchten, aber wir müssen uns auch einig sein, dass zivile Opfer so weit wie möglich verhindert werden müssen"[/color], meinte Purcell.
Die Tok'ra Garshaw ließ ihr Haupt kurz etwas sinken und sprach dann mit der Stimme ihrer Wirtin: [color=purple]"Das Labor ist in einem Militärkomplex, zwar innerhalb einer Stadt, aber wir können mit dem Al'kesh präzise genug zuschlagen, um höchstens die umliegenden Kasernen in Mitleidenschaft zu ziehen."[/color]
[color=royalblue]"Wie werden wir da wieder heraus kommen. Sobald der Bomber sich enttarnt wird der Lord doch einen Gegenschlag einleiten"[/color], warf der Major ein.
[color=darkblue]"Lu'chat hat nur selten ein Mutterschiff in dem Sonnensystem. Unser Agent wird zudem die Geschütztürme der Basis zusammen mit den Schilden über dem Labor deaktivieren. Einzig Gleiter könnten ein Problem werden, doch bevor diese bemannt und gestartet sind, solltet ihr bereits wieder umgekehrt sein"[/color], entgegnete Delek.
[/QUOTE]
[QUOTE]Original von Iustitia
Es war eine erfreuliche Abwechslung als Garshaw mit der Stimme ihrer Wirtin sprach. So erfreulich, dass Ivy am liebsten erleichtert aufgeatmet hätte. An die Stimmen der Symbionten konnte die Diplomatin beim besten Willen nicht gewöhnen, auch wenn inzwischen durchaus einige Worte gewechselt worden waren.
Auch inhaltlich stimmten die Ausführungen der Tok'ra Ivy ein wenig positiver gegenüber dem Angebot. Diese positive Stimmung änderte sich jedoch gleich wieder.
Deleks Worte schürten nicht nur wegen seiner Stimme erneute Bedenken in Dulcis. Worte wie 'nur selten' und 'sollten' hörte sie in diesem Zusammenhang nicht gerne. Dennoch hielt sie das Risiko im Grunde genommen noch immer für vertretbar.
[color=royalblue]"Lässt sich vorher konkret feststellen, ob sich ein Mutterschiff in Reichweite befindet? Oder ist es gegebenenfalls möglich die Mission noch kurzfristig und ohne weitere Risiken abzubrechen?"[/color], hakte die Diplomatin trotzdem nach.
Anschließend warf sie einen Blick zu Major Purcell um seine Position zu dieser Mission besser abschätzen zu können. Verspürte er ein ähnliches Widerstreben in sich wie sie selbst? Oder war Ivy aufgrund der für sie so ungewohnten Situation einfach etwas übersensibel? [/QUOTE]
[QUOTE]Original von Jack Burton just... Der Teamleader nickte ihr zu und schenkte ihr ein freundliches Lächeln, weil er nicht genau wusste, wie er ihren Blick zu deuten hatte. Er war kein Telepath, aber es ging nicht anders, als der Militäranwältin. Selbst in ihrer scheinbar offenen Art war die den Tok'ra eigene Verschlossenheit tief verwurzelt, egal wie sie es darstellen wollten. Details zurück zu halten, ihre Zusammenarbeit mit den Menschen auf eine 'Need To Know'-Basis zu stellen, war in der Vergangenheit das Übliche gewesen. Ihre nun scheinbar so offene Art war aus einem anderen Blickwinkel betrachtet geradezu unverschämt: Den Tau'ri wurde eine bereits vollständig ausgearbeitete Mission in Feindgebiet vorgesetzt, potenziell gefährlich - höchst gefährlich womöglich - und alles wurde als ein Neuanfang der Offenheit zwischen den beiden Verbündeten dargestellt. Wenn sie ablehnen würden, hätten die Menschen den schwarzen Peter, nicht die Tok'ra.
[color=purple]"Unsere Sensoren können feststellen, ob sich ein Ha'Tak im System befindet, ein Abbruch ist in dem Moment aber nicht mehr möglich. Der Bomber muss so nah wie möglich an der Welt aus dem Hyperraum springen. Sobald wir aber in den Normalraum kommen, muss jedoch sofort zugeschlagen werden. Wenn wir zögern, könnten die Jaffa womöglich Abwehrmaßnahmen einleiten"[/color], antwortete die Tok'ra Garshaw auf Ivys Frage.
Das Ratsmitglied Per'sus fügte hinzu: [color=darkred]"Der Plan ist in den Normalraum zu springen, einen schnellen Sinkflug zur Basis durchzuführen, die Forschungslabore zu zerstören und dann in den Tarnmodus überzugehen."[/color]
Anschließend fragte Captain Olsen, ob es nicht möglich wäre für den Spion am Boden durch eine Sabotageaktion die Sensoren zu stören, woraufhin Thoran erklärte: [color=orangered]"Leider nicht. Auf der Oberfläche befinden sich mehrere Sensorphalanxen, ebenso befinden sich dort einige Al'Kesh oder Gleiter mit ausreichenden Scannern am Boden. Würde jemand alle Sensoren auf der Welt deaktivieren können, wäre der nächste Schritt der Jaffa, die Schiffe sofort in den Orbit zu schicken."[/color]
[size=1]OOC: Ich steuer mal kurz Olsen, aber auch nur so wenig wie möglich, damit das hier nicht an realismus verliert ;) Wäre etwas seltsam, wenn ein Captain sich überhaupt nicht zu Wort meldet. Hoffe Mortimer macht irgendwann mal wieder mit...[/size] [/QUOTE]
[QUOTE]Original von Iustitia
Es fiel Dulcis nicht leicht Purcells Nicken und Lächeln zu deuten. Jedenfalls wirkte der Major weder übermäßig angespannt, noch sonderlich entspannt. Natürlich kannte Ivy den Major noch nicht besonders gut, doch sie war sich sicher, dass der erfahrene Soldat deutlich entspannter wäre, wenn diese Mission denn tatsächlich so einfach zu erledigen wäre wie die Tok'ra sie glauben machen wollten. Also lag sie mit ihrem Gefühl bezüglich der Mission wohl nicht völlig daneben.
Tatsächlich klang die Mission mit jeder Minute, die sie darüber sprachen, immer ungünstiger, immer riskanter. Wenn sie lange genug weiter reden würden, standen sie womöglich nicht mehr nur Lu'chat und einem Mutterschiff gegenüber, sondern gleich einer ganzen Flotte und Hermes selbst. So jedenfalls kam es Ivy inzwischen vor. Dieses Gefühl resultierte allerdings wohl aus der Art der Informationsfreigabe: die Tok'ra lieferten immer nur hauchdünne Informationsscheibchen - und selbst das nur wenn sie denn unbedingt mussten.
Aber Ivy wollte mehr über die konkrete Planung der Mission wissen, und da die Tok'ra wohl nicht von sich aus mehr darüber sagen würden, fragte die Militäranwältin eben nach:
[color=royalblue]"Nun, abgesehen von dem Plan zur Vorgehensweise, für wann ist diese Mission genau geplant? Und wer würde daran teilnehmen?"[/color]
Ob sie wirklich an dieser Mission teilnehmen würden, konnte Ivy zwar nicht entscheiden. Wirklich groß war ihr Ermessensspielraum allerdings sowieso nicht. Entweder sie stimmten der Mission mit all ihren möglichen Risiken zu, oder aber sie lehnten ab, was mit Sicherheit zu einer weiteren Verschlechterung ihrer Beziehungen mit den Tok'ra führen würde. Wenn sie die Tok'ra als Verbündete halten wollten, mussten sie sich mit der Mission also einverstanden erklären. Ganz gleich welche Bedenken sie gegen die Mission hegten. Und so begann sich Ivy ganz allmählich mit dem "ob" der Mission abzufinden und konzentrierte ihre weitere Vorgehensweise stattdessen darauf, möglichst genau und konkret zu erfahren wer wann was wo zu tun hatte - und ob bei den Planungen der Tok'ra noch Spielraum für einen eigenen Willen der Tau'ri war.
[/QUOTE]
[QUOTE]Original von Jack Burton just...
[color=darkblue]"Wir wollten das Al'kesh in drei Stunden bemannen und dann starten. In zwölf Stunden müsste der Planet dann erreicht sein"[/color], sagte Delek. Seine Art den Menschen zu antworten schien nach wie vor stets eher einer ihnen gegenüber ablehnenden Natur zu entstammen. Wärme, Nachsicht und Verständnis den Tau'ri gegenüber wirkten bei dem Tok'ra schlicht nicht vorhanden zu sein. Es war offensichtlich, dass das Ratsmitglied nicht zu den größten Befürwortern der Allianz gehörte. Zweifelsohne wusste auch Delek, dass die Zusammenarbeit mit den Menschen ihre Vorteile hatte und Profit längst eingefahren war. Aber die Art die Menschen von der Erde mit in ihre Aktionen einzubinden hätte nach den Wünschen Deleks mit weit weniger Informationen ablaufen können – etwa so, wie es die Tok'ra am Anfang der Kontakte mit den Tau'ri immer gehandhabt hatten.
[color=royalblue]"Ich würde dann gerne kurz zur Erde zurückkehren, um alles mit General Shepherd zu klären"[/color], sagte Purcell und die Tok'ra stimmten zu. Der Teamleader verabschiedete sich, während Olsen die Zeit nutzte, um sich genauer erklären zu lassen, was für eine Art Superkrieger-Projekt Lu'chat verfolgte. Da die Tok'ra ihren Agenten direkt an der Quelle hatten – getarnt als Goa'uld, der die Forschungen leitete – konnten sie im Detail erklären, dass Lu’chat einige hoch entwickelte Menschen, selbst künstlichen Ursprungs, in seinen Dienst gezwungen hatte. Und dass diese, die sich Syntheten nannten, große Erfahrungen in der Gentechnik hatten. Die Tok'ra waren anfangs abwartend gewesen, hätte es für sie doch keinen Grund zu handeln gegeben, wenn das Projekt nicht auf dem Weg gewesen wäre, erfolgreich zu sein. Den Syntheten war es gelungen einen Mensch-Goa'uld-Hybriden zu schaffen, ähnlich der Methode, die der gefürchtete Goa'uld Seker bereits genutzt hatte, um seine Uni’tas-Krieger zu entwickeln. Die Soldaten der Syntheten versprachen größere Ausdauer, Kraft und Effizienz als die Jaffa, und zudem, so berichtete der Spion der Tok’ra, sollten Gehirnwäsche oder Drogen für absolute Ergebenheit sorgen.
Etwa eine Stunde nachdem er gegangen war kehrte David Purcell durch das Stargate zurück in die Tok'ra-Basis. Der General hatte angeordnet, dass der Major mit einem Teil seiner Leute bei dem chirurgischen Angriff der Tok'ra mit gehen sollte. Es gab dabei zwar nicht viel für die Menschen zu tun, aber die Teilnahme an der Präsentation abzulehnen, so die Ansicht des Generals, der zu ähnlichen Schlüssen gekommen war wie Dulcis vor ihm, würde die Tok'ra höchst wahrscheinlich beleidigen und wäre nicht förderlich, die Beziehungen wieder in einen grünen Bereich zu rücken. Begeistert war Shepherd von der Informationspolitik ihrer Verbündeten jedoch nicht gewesen, und sein bei der Unterredung anwesender Adjutant Kingsley hatte es mit den deutichen Worten "die füttern einem doch nur verdammten Bullshit" auf den Punkt gebracht.
Nun, da sich Purcell wieder zu den Ratsmitgliedern, Dulcis und Olsen gesellte, warf er sofort die Entscheidung des Generals in den Raum, welche die anwesenden Tok'ra, mit Ausnahme Deleks, sichtlich erfreute. [color=royalblue]"General Shepherd hat entschieden, dass wir mit einem Teil meiner Männer"[/color], sagte der Major, wobei er damit nicht die weiblichen Mitglieder seiner Einheit auszuschließen gedachte, [color=royalblue]"an der Vorführung teilnehmen werden. Dulcis, Olsen, Tankian und Ich werden dabei sein, den Rest meiner Leute belasse ich hier, um den Vorträgen und der Rundführung weiter aufmerksam zu folgen."[/color]
[/QUOTE]
[QUOTE]Original von Iustitia Nur zu gerne wäre Dulcis mit Major Purcell mitgegangen, einfach nur um von den immer noch an ihren Nerven zerrenden Stimmen der Tok'ra weg zu kommen. Stattdessen saß sie weiter hier und hörte sich Ausführungen zu Superkrieger-Forschungen an. Ohne Zweifel waren diese Informationen auch wichtig, aber Ivy hätte sie sich lieber angehört, wenn diese Informationen von menschlichen Stimmen vorgetragen worden wären. Doch diese Wahl hatte sie nunmal nicht und so hörte sie eben den Symbiontenstimmen mit ausdrucksloser Miene, aber durchaus aufmerksam, zu. Hin und wieder warf sie sogar eine Frage ein, doch die meiste Zeit überließ sie das Gespräch Captain Olsen.
Als Purcell von der Erde zurückkehrte, blieb Dulcis kaum genug Zeit dem Major einen erwartungsvollen Blick zuzuwerfen, da verkündete er auch schon ihre Missionsteilnahme. Keine große Überraschung. Tatsächlich hätte Dulcis wohl bei jeder anderen Entscheidung protestiert. Natürlich nicht in respektloser Weise und schon gar nicht vor den Tok'ra - vor ihren Verbündeten sollten sie schließlich möglichst als Einheit auftreten - wohl aber in einem etwas privateren Rahmen mit dem nötigen Respekt. Auch die Auswahl der teilnehmenden Personen empfand die Militäranwältin als durchaus angemessen, auch wenn ihr diesbezüglich kein Protestrecht zustand. Die Personenauswahl war allein Sache ihrer Vorgesetzen. Sie war nur die Diplomatin, die noch einmal ganz ausdrücklich auf die negativen Auswirkungen einer anderen Entscheidung hinweisen konnte, doch die Personalfrage spielte dabei im Grunde keine Rolle. Dennoch war sie fast froh über die Auswahl. So würde sie vielleicht die Gelegenheit erhalten Captain Olsen näher kennen zu lernen um so auch zu erfahren ob sie sich beruflich wirklich so gut ergänzten, wie Dulcis das vermutete. Aber auch Tankians Teilnahme erfreute Dulcis in gewisser Weise. Zwar kannte sie den Soldaten eigentlich nicht besonders gut, doch kannte sie ihn immer noch deutlich besser als die meisten anderen. Außerdem war er ein guter Soldat und es schadete nie gute Soldaten bei sich zu haben.
Nachdem Purcell mit seiner kurzen Verkündung fertig war, wendete sich schließlich Dulcis noch einmal an die Tok'ra:
[color=royalblue]"Ich bin sicher so kurz vor dem geplanten Abflug stehen noch einige letzte Vorbereitungen an. Wir sind dabei natürlich gerne behilflich."[/color]
Zumindest anbieten konnten sie ihre Hilfe ja, auch wenn Ivy zweifelte, dass die Tok'ra sie annehmen würden. Und wenn doch, so doch wohl nur mit Widerwillen und aus ähnlichen Beweggründen wie denen, aus denen die Tau'ri an der Mission teilnahmen.
Es stimmte schon was man allgemein sagte: die Diplomatie war ein einziges Minenfeld. Stete Vorsicht war geboten, konnte doch ein einziger falscher Schritt das Ende bedeuten. Und wie bei einem Minenfeld so musste man auch in der Diplomatie lange, beschwerliche und höchst unerfreuliche Umwege in Kauf nehmen, wollte man überhaupt ans Ziel gelangen.
[size=1]OOC: Herrje, da hat mich die Frühjahrsmüdigkeit erwischt, daher hats etwas länger gedauert als geplant...[/size]
[/QUOTE]
[QUOTE]Original von Jack Burton just...
[color=purple]"Das wird nicht nötig sein."[/color], entgegnete Garshaw, [color=purple]"das Al'kesh ist gewartet und in bestem Zustand. Es muss im Grunde nur noch an seinen Zielort gebracht werden und seine Waffen werden mit größter Zuverlässigkeit ihren Zweck erfüllen."[/color]
[color=darkred]"Wir könnten die restliche Zeit dafür nutzen, dem Vortrag einer unserer besten Agentinnen beizuwohnen. Ihre Kollegen dürften bereits dort sein. Sie hat den unerwarteten, und vor allem steilen Aufstieg des Goa'uld Hermes analysiert und versucht diesen mit den bisherigen rund 8.000 Jahren seiner Existenz zu vergleichen"[/color], schlug Per'sus vor, doch David ließ sich schnell einen cleveren Vorschlag einfallen, um dem zu entgehen. Er hatte bisher nicht viel Gutes über die Vorträge der Tok'ra gehört. Die meisten Warnungen hatte wohl Jack O'Neill ausgesprochen und Purcell konnte sich nur zu gut denken, dass diese mit Sicherheit nicht allgemeingültig waren. Ein Doktor Jackson hätte eine Lesung über die vergangenen 8.000 Jahre eines Systemlords und selbsternannten Gottes wahrscheinlich extrem faszinierend gefunden - aber das größte Problem war wohl die Langatmigkeit der Tok'ra. Ein gnetisches Gedächtnis war doch im Grunde ein Ozean voller Details. Details welche die Tok'ra über die Jahrhunderte miteinander geteilt hatten, und der Major befürchtete dahinter die einschläfernde Schwäche mancher Redner dieses Agentenvolkes: Wenn sie sich nicht für die Tau'ri bremsten, dann hielten sie ihre Vorträge wahrscheinlich so, wie für ihresgleichen - und dabei ging es zwangsweise darum sich mit Details um Details zu überbieten.
[color=royalblue]"Ich habe meinen Leuten bereits aufgetragen, fleißig mitzuschreiben. Daher wäre mir eine andere Einführung lieber: Die zwei Stunden für einen Crash-Kurs in Gefechtsmanövern der Tok'ra mit Al'kesh zu nutzen"[/color], schlug Purcell vor und fügte, um die Sache besser zu verkaufen hinzu: [color=royalblue]"Die Tok'ra gehören zu den erfahrensten Piloten überhaupt. Selbst in dieser kurzen Zeit dürfte soetwas für unsere Flugerfahrenen, wie auch die unerfahrenen Soldaten eine Bereicherung sein."[/color]
Sowohl er als auch Tankian hatten in Simulatoren zumindest rudimentäre Trainingseinheiten mit Al'kesh genießen dürfen, doch für sie wäre es wohl wie für Olsen und Dulcis das erste Mal am Steuerknüppel eines echten Bombers. Der Major warf Dulcis einen kurzen Blick zu und ließ ein schnelles, aber möglichst unauffälliges Nicken folgen, in der Hoffnung die Offizierin würde irgendwelche Worte finden und hinzu fügen, um seinen Vorschlag zu bekräftigen und sie vor dem schrecklichen Schicksal des Vortrags zu erretten.
[size=1]-edit- Null Problemo :D[/size]
[/QUOTE]
[QUOTE]Original von Iustitia
Dulcis hatte das Zeichen des Majors sehr wohl registriert, zeigte dies zunächst jedoch in keiner Weise äußerlich. Ihr Gesicht veränderte sich nicht im geringsten und auch sonst reagierte sie mit keiner noch so kleinen Geste auf das Zeichen. Dennoch war der jungen Anwältin sofort klar, was Purcell bezwecken wollte. Und wenn sie ganz ehrlich war, hatte sie auch überhaupt keine Lust auf einen Vortrag über Hermes. Sicher war es immer gut etwas über den Feind zu erfahren, doch Ivy würde sich später lieber die Mitschriften durchlesen als mehrere Stunden lang ununterbrochen einem Tok'ra zuzuhören. Bei einem Gespräch konnte sie sich wenigstens selbst aktiv beteiligen, bei einem Vortrag hingegen müsste sie ausschließlich passiv den Tok'ra ertragen - eine sehr unangenehme Vorstellung, wie sich Dulcis eingestehen musste.
Ein paar Herzschläge später nickte sie dann plötzlich mehrfach und sehr viel heftiger als bisher. Für einen Moment entglitt ihr scheinbar ihre so professionell ausdruckslose Mimik und es zeigte sich deutlich Begeisterung in ihren feinen Gesichtszügen.
[color=royalblue]"Oh eine solche Einführung wäre wirklich fantastisch. Nicht nur dass es mich persönlich sehr interessiert, ich bin außerdem davon überzeugt, dass es uns einen sehr viel tieferen Einblick in die Arbeitsweise der Tok'ra bieten würde. Immerhin sagt die Art wie mit einem Gefährt oder einer Technologie im allgemeinen umgegangen wird, sehr viel über das entsprechende Volk aus."[/color], bekräftigte Dulcis schließlich den Vorschlag von Purcell.
Ganz bewusst ließ sie die Beigeisterung auch in ihrer Stimme hörbar mitschwingen, ganz gleich ob sie diese nun tatsächlich empfand oder nicht. Tatsächlich war ihr an dem Crash-kurs an sich nicht viel gelegen. Sicher, es war eine aufregende und womöglich einmalige Gelegenheit, doch Ivy empfand schlicht nicht die gleiche Begeisterung wie etwa noch vor den Gesprächen mit den Tok'ra. Juristische und diplomatische Herausforderungen und Gelegenheiten lösten in ihr einfach größere Emotionen aus als der doch eher technische Umgang mit einem Al'kesh.
Doch trotz ihrer eigentlich nicht wirklich vorhandenen Begeisterung blickte Dulcis die Tok'ra nun erwartungsvoll der Reihe nach an. Beinahe wie ein Kind, das in Erwartung einer besonders tollen Belohnung vor den Eltern steht.
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[QUOTE]Original von Jack Burton just...
Per'sus blickte zu seinen Nebensitzern. Diese nickten nach kurzem Bedenken mehr oder weniger deutlich oder senkten im Falle Deleks auch nur zu einer kurzen, zustimmenden Andeutung den Kopf.
Die Tok'ra konnten durchaus nachvollziehen, dass die Menschen, selbst nach einigen Jahren der Erfahrung mit Goa'uld-Technologie, gerne noch mehr Einblick darin erhalten würden. Selbst wenn es dem Agentenvolk nicht immer recht war, dass die Tau'ri teils blind mit Dingen weit über ihrem Verständnis experimentieren, war doch ein wenig Schützenhilfe nicht verkehrt. Vor allem, wenn es nur um die Anwendung, nicht Manipulation ging.
[color=darkred]"In Ordnung, wir werden unserem Piloten mitteilen, dass er die Tau'ri schon vor dem angesetzten Zeitpunkt zu erwarten hat - und dass er euch etwas Zeit und Aufmerksamkeit schenken soll"[/color], sagte Per'sus. Der Tok'ra hatte eine stattliche Erscheinung. Sein dunkelblonder Wirt war ein Mann mit breiten Schultern, der Schnitt seiner Gewandung schürte diesen Eindruck noch. Die Kleidung war in verschiedenen Brauntönen gehalten, um den Hals trug er zudem eine äußerst große Hette mit verschiedenen großen Metallmünzen, die kleinsten mit einem Durchmesser von rund sechs Zentimetern, die zentrale, größte Münze wohl zehn Zentimeter messend.
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[QUOTE]Original von Iustitia Ein freudiges Lächeln huschte über die Züge von Dulcis. [color=royalblue]"Vielen Dank, das ist wirklich sehr freundlich. Ich bin sicher wir alle werden dabei viel lernen können."[/color], bedankte sich die junge Frau höflich. Noch immer war in ihrer Stimme Begeisterung zu hören, jedoch schon weit weniger deutlich als noch einen Moment zuvor.
Ohne es richtig zu merken verfiel die Diplomatin mit jedem folgenden Atemzug wieder mehr in ihre Gewohnheiten. Die Freude und Begeisterung verschwand nach und nach wieder aus ihrem Gesicht, bis nur noch eine neutrale Maske übrig war. Zu lange schon hatte sich Ivy diese ausdruckslose Miene antrainiert. Inzwischen war es für sie fast unmöglich für länger als ein paar Minuten Gefühle sichtbar nach außen zu tragen, wenn sie sich nicht bewusst darauf konzentrierte. Im Moment jedoch war ihr Kopf viel zu sehr voll von anderen Dingen, als dass sie sich auf sichtbare Gefühle - vor allem wenn sie diese gar nicht so intensiv empfand - konzentrieren konnte. Und so blickte Dulcis schließlich wieder als professionelle Diplomatin in die Runde, so als ob ihre fast kindliche Vorfreude vor ein paar Augenblicken nie existiert hätte.
Anschließend wendete sich Dulcis von den Flugmanövern ab und sprach noch einmal die eigentliche Mission an: [color=royalblue]"Wir möchten den Tok'ra noch für diesen Einblick in eure Arbeitsweise danken. Ich bin überzeugt diese Mission wird dazu beitragen, dass unsere Völker wieder zueinander finden werden."[/color] [/QUOTE]
[QUOTE]Original von Jack Burton just...
Die Menschen mussten noch warten, bis die Tok'ra durch ihr Tor mit ihrem Piloten Kontakt aufgenommen hatten, dann wurden sie von Delek wieder zurück zum Tor geführt.
Vier der Tau'ri gingen wie geplant durch das Tor, die anderen durften weiter als Gäste im neuen Tok'ra-Stützpunkt bleiben.
Das Ziel war ein einstiger Goa'uld-Planet, auf dem jedoch nie in großem Stil Menschen angesiedelt worden waren. Svarog hatte vor 400 Jahren einen kleinen Außenposten auf der Welt Slovdjor errichtet, eine Plattform für Ha'Tak, um Truppen möglichst schnell ein- oder auszuladen und eine Festung, um Jaffa dort unter zu bringen. Doch der Außenposten hatte nach wenigen Jahren seinen Nutzen im Konflikt mit einem kleinen Lord erfüllt und war seitdem verlassen.
Nun war er gerade nahe genug bei ihrer Zielwelt, um diese mit einem Al'Kesh möglichst schnell zu erreichen.
Das Tor stand nahe einer Küste, sehr hoch über dem Wasser. Felsen fielen steil hinab, gut 50 Meter in die Tiefe. Die Umgebung erinnerte an das mediterane Italien oder Griechenland. Es gab nicht allzu dichte Gräser, trockene Büsche und kleine, nur sporadisch herumstehende Bäume. Es war angenehm warm, doch die salzgeschwängerte Meeresluft war frisch genug, um kein erdrückendes Hitzegefühl zuzulassen.
David kam zuerst durch den Ereignishorizont des Stargates. Die Öffnung blickte in Richtung Landesinnere, doch als er sich umsah warf er zuerst einen Blick auf das leicht aufgewühlte Meer. Es war schön hier. Am Rand des Kliffs, mitten in der Luft aber noch so nahe am Rand schwebend, dass man wohl einsteigen könnte, befand sich das ungetarnte Al'Kesh.
[/QUOTE]
[QUOTE]Original von Iustitia
Kurz nach Purcell trat auch Ivy aus dem Ereignishorizont. Noch während sie ein paar Schritte von dem Tor wegging, ließ sie flüchtig den Blick schweifen. Meeresrauschen drang an ihr Ohr und ohne weiter zu überlegen schloss die Anwältin für einen winzigen Augenblick die Augen und atmete tief ein. Es fühlte sich beinahe an wie Urlaub. Sie stand hier in de Sonne, irgendwo unter ihr das Meer, und atmete die salzige Luft ein. Noch ewig hätte sie einfach dastehen und dieses Urlaubsgefühl genießen können, doch Ivy öffnete stattdessen wieder die Augen und sah sich ein zweites Mal um. Das hier war nunmal Arbeit und kein Urlaub.
Dabei war Dulcis nichteinmal der Typ Mensch, der nach seinem letzten Urlaub bereits die Tage zum nächsten am Kalender abzählte. Im Gegenteil. Meistens war sie so sehr mit ihrer Arbeit beschäftigt, dass sie nicht mal im Entferntesten an Urlaub dachte. Und wenn sie dann doch frei hatte, war sie in Gedanken meist trotzdem bei ihrer Arbeit. Doch das änderte auch nichts daran, dass Ivy einen schönen Urlaub durchaus zu schätzen wusste.
Bei ihrem zweiten Blick über ihre Umgebung fiel der Anwältin vor allem das Al'kesh auf. Es war schlicht beeindruckend. Flugzeuge hatte Ivy im Laufe ihres noch jungen Lebens viele gesehen, doch das war definitiv etwas anderes. Es war ein Raumschiff - technologisch gesehen mindestens drei Klassen über irdischen Raumschiffen. Zumindest wenn man von den Schiffen ausging, von denen auch die Öffentlichkeit auf der Erde etwas wusste. Scheinbar völlig unbeeindruckt von dem Abgrund unter ihm hing das Al'kesh einfach in der Luft, so als ob es auf festem Boden stünde.
Als alle auf dem Planeten angekommen waren, setzte sich Dulcis schließlich langsam in Richtung des Raumschiffs in Bewegung. Wegen diesem Gefährt waren sie schließlich hier und nicht um die schöne Aussicht zu genießen. [/QUOTE]
[QUOTE]Original von Jack Burton just...
Aus dem Bomber kam den Tau'ri ein rund 1,65 Meter großer Mann entgegen. Er hatte schwarzes, auf nur einen Millimeter herunter geschorenes Haupthaar und einen Ziegenbart. Er trug die sandfarbene Tarnkleigung, welche die Tok'ra oft an hatten, wenn sie auf Wüstenplaneten operierten - oder auch in vielen anderen Umgebungen.
Der Agent hatte eine dunkelbraune, beinahe schwarze Augenfarbe. Der kleine Mann lächelte freundlich und begrüßte die Menschen.
[color=brown]"Ich grüße euch. Mein Name ist Rangdip, mein Symbiont heißt Rafalad"[/color], sagte der Wirt. David reichte ihm die Hand.
[color=royalblue]"Sehr erfreut. Ich bin Major Purcell, das sind Captain Olsen, Lieutenant Dulcis und Sergeant Tankian."[/color]
Der Tok'ra nickte allen zu und sagte dann: [color=brown]"Viel Zeit bleibt uns nicht. Aber ich werde mein bestes tun euch etwas von meiner Erfahrung im Umgang mit Goa'uld-Fluggeräten zu vermitteln. Wir sollten jedoch gleich beginnen."[/color]
[color=royalblue]"Vielen dank. Tankian und ich haben bereits etwas Erfahrung durch Simulatoren, daher denke ich, dass wir ein altes Prinzip einhalten: Ladies first."[/color]
[/QUOTE]
[QUOTE]Original von Iustitia Höflich nickte Ivy dem Tok'ra zu, doch der größte Teil ihrer Aufmerksamkeit lag noch immer auf dem eigenartigen Fluggerät. Aus der Nähe betrachtet war es sogar noch beeindruckender. Dennoch entging der Anwältin nicht, dass Rangdip nach Jacob Carter der erste Tok'ra war, der sowohl Wirt als auch Symbiont vorstellte. Das war schonmal ein Pluspunkt für den Agenten.
Als Major Purcell beschloss, dass sie als erste eine Flugstunde bekommen sollte, warf Ivy einen kurzen Blick zu ihrem Vorgesetzten. Es war ihr eigentlich überhaupt nicht recht direkt als erste dran zu sein. Sie hatte keinerlei Erfahrung mit Fluggefährten irgendeiner Art und eigentlich hätte sie sich gerne den ein oder anderen Handgriff von einem ihrer erfahreneren Kollegen abgeschaut. Dennoch widersprach Ivy nicht. Stattdessen zwang sie sich Rangdip kurz anzulächeln.
[color=royalblue]"Nun,"[/color], begann sie, [color=royalblue]"dann wollen wir mal beginnen. So haben wir vielleicht alle noch die Möglichkeit hier Erfahrungen zu sammeln."[/color]
Mit einem erneuten kurzen Lächeln zog sich Ivy ihre Uniform zurecht und blickte den Tok'ra erwartungsvoll an. Irgendwie würde sie es schon schaffen sich hier nicht völlig durch ihre Unerfahrenheit zu blamieren. So schwierig konnte es ja nicht sein dieses Ding zu steuern. Dieses außerirdische Ding, das zufällig ein hochentwickeltes Raumschiff war. Ein Kinderspiel. Das jedenfalls versuchte die ehrgeizige Soldatin sich einzureden, während sie ein zweites Mal ihre bereits perfekt sitzende Uniform zurecht zupfte. [/QUOTE]
[QUOTE]Original von Jack Burton just...
Der Tok'ra führte die Menschen in das Al'kesh und zur Brücke des Bombers. Diese war einladend groß und vollkommen anders als man zum Beispiel die mit Geräten vollgestellten Kommandozentren von Kriegsschiffen der US. Navy oder auch der geheimen Raumschiffe der Air Force erwartete. Es gab viel Raum, die Wände waren golden und mit Goa'uld Symbolen verziert. Nur die Insignien des ehemaligen Besitzers fehlten. Als der Bomber noch Asmodis gehört hatten, gab es einige Symbole welche die Krieger des schmachvoll gefallenen Goa'uld immer an ihren Gott erinnern sollten. Als die Goa'uld-Rebellen das Al'kesh gestohlen hatten, waren diese Symbole unter den ersten Dingen, die aus dem Schiff verschwanden.
Mit einer einladenden Geste vorderte der Tok'ra Dulcis dazu auf sich auf den Pilotenplatz zu setzen.
[color=brown]"Diese rote, etwas leuchtende Kugel vor dir dient der Steuerung"[/color], erklärte der Wirt Ivy.
[color=brown]"Ich habe bereits Bauskizzen eurer Jäger gesehen, man könnte es also mit einem Steuerknoppel vergleichen"[/color], fuhr Rangdip fort, [color=brown]"es geht aber viel mehr um Gefühl. Durch leichtes drehen, und neigen lässt das Schiff sich in jede Richtung steuern. Große Bewebungen sind dazu nicht nötig, also nur vorsichtig sein. Drehe die Kugel etwas nach vorn und versuche sie nur etwas zu dir zu ziehen, um einen leicht ansteigenden Kurs einzuschlagen."[/color]
[/QUOTE]
[QUOTE]Original von Iustitia Interessiert blickte sich Ivy auch im Innenraum des Bombers um, während der Tok'ra sie zur Brücke führte. Sie wusste nicht genau, was sie eigentlich erwartet hatte, aber auf jeden Fall nicht das. Sicher keine goldenen Wände mit seltsamen Symbolen. Und ganz sicher nicht so viel Platz.
Als die junge Frau schließlich den Pilotensitz ansteuerte, hatte sie das Gefühl, ihre Beine würden jeden Moment unter ihr nachgeben. Äußerlich schritt sie allerdings weiter mit scheinbar festen schritten umher. Nur die Art wie Ivy sich auf den Pilotensitz setze - ja sich fast auf diesen fallen ließ - konnte einem aufmerksamen Beobachter verraten, wie erleichtert die Diplomatin tatsächlich war keine weiteren Schritte mehr machen zu müssen. Wenn sie saß, konnten ihre Beine wenigstens nicht mehr unter ihr nachgeben.
Nur mit Mühe unterdrückte Ivy ein Zittern, als sie ganz vorsichtig die Hände auf die Steuerkugel legte. Rangdips Vergleich der Kugel mit einem Steuerknüppel mochte ja gut gemeint gewesen sein, allerdings half er der Diplomatin überhaupt nicht. Natürlich war auch sie schon geflogen, aber immer nur als Passagier. Einen Steurknüppel hatte sie noch nie in der Hand gehabt. Mehrere Male atmete sie bewusst ruhig ein und aus, ehe Ivy dann die Kugel dann leicht nach vorne drehte und dann etwas zu sich zog. Genau nach Rangdips Anweisungen benutzte sie dabei nur minimale Bewegungen. Lieber eine etwas zu zaghafte Bewegung als eine zu heftige, die das Raumschiff womöglich gegen die nahe Klippe setzen würde.
[color=royalblue]"So in etwa?"[/color], fragte Ivy dennoch zur Sicherheit bei dem Tok'ra Agenten nach. Nur kurz warf sie ihm einen Seitenblick zu, vermied es aber ganz bewusst ihre Teamkollegen anzusehen. Es würde sie nur noch nervöser machen, wenn sie wüsste ob und wie diese sie ansahen.
[/QUOTE]
[QUOTE]Original von Jack Burton just...
[color=brown]"Sehr gut"[/color], sagte der Wirt, während sich der Bomber langsam von der Klippe weg bewegte und in den Himmel stieg.
[color=brown]"Du hast vor dir einige weitere Schalter"[/color], fuhr der Agent fort und betätigte einen davon, sofort erschien auf, so könnte man es betrachten, Frontscheibe holographisch dargestellt das Bild einer rießigen Landmasse. Kleine Goa'uld-Zeichen waren teilweise Höhenangaben, ein gesondertes Zeichen wies die Position des Chaap'ai aus, praktisch direkt neben einem Symbol, das für das Al'kesh stand. Andere Zeichen für andere Fluggeräte, Siedlungen oder Energiesignaturen waren nicht zu sehen.
[color=brown]"Soweit die Scanner zeigen, sind wir das einzige Schiff auf dem Bildausschnitt und da keine Warnung erfolgte, auch das einzige in diesem System. Hinter der Sonne könnten sich aber zum Beispiel durch deren Strahlung geschützt Schiffe verbergen, die wir von hier nicht entdecken würden."[/color]
Der Tok'ra wies mit ausgestreckter Hand auf zwei weitere Buttons.
[color=brown]"Damit aktivierst du die Schilde und damit die Waffen. Also los Lieutenant, bring das Schiff in Gefechtsbereitschaft."[/color]
[/QUOTE]
[QUOTE]Original von Iustitia Ein wenig irritiert blickte Ivy auf die plötzlich erscheinende holographische Darstellung. Schnell war klar, welches der Zeichen das Schiff darstellte. Auch dass eines der anderen wohl das Tor sein musste, begriff Ivy schnell. Doch die anderen kleinen Zeichen waren ihr ein völliges Rätsel. Sicher, es waren Schriftzeichen, aber Ivy konnte sie einfach nicht lesen. Trotz all ihrer Anspannung machte die Anwältin sich daher eine innere Notiz: im Laufe der nächsten Monate würde sie auf jeden Fall auch diese Schriftzeichen gründlich studieren.
Doch zunächst galt ihre Aufmerksamkeit dem Al'kesh - oder genauer der Steuerungseinrichtung des Bombers. Auf die erneute Erklärung des Tok'ras hin betätigte Ivy zunächst den Button für die Schilde. Anschließend wartete sie einen Moment, ehe sie auch die Waffensysteme aktivierte. Unwillkürlich manövrierte Ivy das derart gefechtsbereite Al'kesh noch vorsichtiger, beinahe so als könnte eine zu hektische Flugbewegung das Gefährt zu einer spontanen Explosion veranlassen.
Doch auch wenn Ivy sehr vorsichtig im Umgang mit dem Al'kesh war, so wich doch zusehends die Anspannung aus ihr. Ganz allmählich gewöhnte sie sich an den Gedanken, gerade ein Raumschiff zu steuern. Und wenn Ivy ganz ehrlich war, so hatte sie tatsächlich in gewisser Hinsicht Spaß daran.
[color=royalblue]"Über welche Waffen verfügt das Schiff denn ganz genau? Und welche Reichweite und Durchschlagkraft haben die?"[/color], hakte die Anwältin nach.
Vermutlich gab es die entsprechenden Informationen irgendwo in den Datenbanken im Stargate Center, aber erstens hatte Ivy die nicht hier und zweitens konnte sie auch gleich den Fachmann fragen, wenn er ihr schon Flugstunden gab.
[/QUOTE]
[QUOTE]Original von Jack Burton just...
Der Wirt antwortete: [color=brown]"Im Schiff-zu-Schiff-Kampf, aber auch über Entfernungen von vielen hundert Metern werden die beiden Stabkanonen eingesetzt. Sie sind in der Lage gegnerische Gleiter zu zerstören oder auch die Schilde eines anderen Al'kesh mit wenigen Salven aufzubrauchen. Darüber hinaus gibt es Plasmabomben. Diese Energiewaffen lassen sich im Vorbeiflug abwerfen."[/color] Der Tok'ra betätigte ein paar Tasten und markierte etwas von der Oberfläche auf dem Schirm.
[color=brown]"Die Plasmabomben sind speziell dafür konstruiert viel Energie auf eine kleine Fläche zu übertragen. Sie eigenen sich kaum als Flächenbombardement, außer mit einer großen Anzahl von Bombern, dafür sind sie jedoch sehr effizient bei Chirurgischen Attacken. Die Goa'uld können damit unsere Tunnel zerstören, Bunker und Stellungen gezielt bekämpfen - ja die Plasmaladungen sind sogar speziell dafür konstruiert, gegen die Schilde Mutterschiffe eingesetzt zu werden"[/color], fuhr Rangdip fort, [color=brown]"mehrere Bomber können auch ein Ha'Tak schwächen und beschädigen. So... nun darfst du aber einen Übungsangriff fliegen. Ich habe dir eine Lichtung nahe des Gates markiert. Das Geheimnis sind wie immer kleine, feine Steuerbewegungen. Versuche einen Steilen, direkten Sinkflug auf das Ziel. Es ist markiert, wenn die Zielerfassung bereit ist und die Plasmaladungen treffen würden, wird dir das auf dem Schirm angezeigt. Betätige dann den Auslöser, zieh den Bomber sofort steil, aber in einer runden Bewegung nach oben und simuliere eine Flucht zum Orbit."[/color]
[/QUOTE]
[QUOTE]Original von Iustitia
Es waren nicht wenige Informationen, die der Tok'ra lieferte, doch Ivy nickte gelehrig, während sie die Informationen innerlich speicherte. Als Anwältin war sie es gewohnt mit neuen Informationen regelrecht bombardiert zu werden und diese neuen Informationen auch gleich zu verarbeiten und zu benutzen.
Dementsprechend drehte Dulcis mit dem Bomber zunächst eine lange Kurve oben am Himmel. Dadurch wollte sie sich ein besseres Gefühl für die Steuerung des Raumschiffes in Kurven verschaffen. Direkt danach ging Ivy dann auch gleich in den Sinkflug über. Die markierte Lichtung kam näher und näher bis schließlich wie von Rangdip vorhergesagt das Schiff auf dem Schirm signalisierte, dass ein Abschuss nun treffen würde. Ohne weiter darüber nachzudenken betätigte Ivy daraufhin den Auslöser. Immerhin hatte Rangdip es so gesagt und Menschen waren keine in der Nähe, die Ivy versehentlich hätte schädigen können. Hemmungen, eine Waffe abzufeuern hatte sie sowieso schon lange nicht mehr – das hatte man ihr während der Grundausbildung beim Militär gründlich ausgetrieben. Unmittelbar nach dem Abschuss leitete Ivy dann die simulierte Flucht zum Orbit ein, auch wenn diese zwar steil, aber in einer weit weniger runden Bewegung als geplant erfolgte. Als Ivy ihren Fehler bemerkte, grummelte sie unbewusst in sich hinein. Auch wenn es ihr erstes Mal am Steuer eines Fluggefährtes war, so genügte diese simulierte Flucht nicht den hohen Anforderungen, die die Anwältin an sich selbst stellte.
[/QUOTE]
[QUOTE]Original von Jack Burton just...
[color=brown]"Gut für den Anfang, du hast die Ziele getroffen"[/color], lobte der Tok'ra mit der Stimme seines Wirtes, wenn auch etwas zurückhaltend, [color=brown]"du hast eine schnelle Auffassungsgabe. Mehr Übung und Zeit und du würdest sicher eine gute Pilotin werden."[/color]
Der Agent sah zu den anderen Menschen an Bord, dann wieder zu Ivy.
[color=brown]"Möchtest du noch eine weitere Übungseinheit fliegen?"[/color], fragte Rangdip.
[/QUOTE]
[QUOTE]Original von Iustitia
Auf das Lob des Tok'ra hin nickte Ivy nur knapp. Sie hatte nicht vor Pilotin zu werden, aber dennoch stellte es sie zufrieden, dass Rangdip in ihr offensichtlich die nötigen Fähigkeiten dazu erkannte.
Auch sie warf einen kurzen Blick zu den übrigen Personen an Board des Bombers und schüttelte dann bestimmt den Kopf.
[color=royalblue]"Unsere Zeit ist knapp bemessen und ich möchte durchaus auch dem Rest des Teams die Möglichkeit geben diese einmalige Erfahrung zu machen."[/color], antwortete Ivy höflich.
Diese Aussage war zwar nicht gelogen, hauptsächlich aber wollte die Anwältin nur schnell wieder vom Pilotenstuhl herunter. Irgendwie hatte sie es bislang geschafft sich bei diesen Flugübungen nicht völlig vor ihren Teamkameraden und insbesondere vor ihrem Vorgesetzen zu blamieren und Ivy wollte dass es dabei blieb. Und etwas lernen konnte sie schließlich auch, wenn sie jemand anderem zusah. Natürlich würde ihr dann die praktische Übung fehlen, doch da Ivy zwar für die Air Force arbeitete, aber keine Pilotin war, brauchte sie auch nicht unbedingt praktische Erfahrung im Fliegen von Raumschiffen.
[/QUOTE]
[QUOTE]Original von Jack Burton just... Wobei es bei dem geheimsten aller geheimen Programme bei dem sie arbeitete durchaus nicht verkehrt war, gewisse Basics im Umgang mit Goa'uld Vehikeln und Waffen zu besitzen. Es war immer wieder vorgekommen, dass dieses Wissen Leben gerettet hatte.
Serj und der Major ließen Olsen den Vortritt, da dieser ebenfalls noch keine Erfahrung mit der Bedienung eines Al'Kesh hatte, und dann war es bald darauf auch schon Zeit, ihre Mission zu beginnen.
Der Tok'ra übernahm wieder das Steuer des Bombers und setzte Kurs auf den Planeten Narxos.
[size=1]tbc. [url=http://www.stargate-universe.de/sgrpg/wbboard/thread.php?threadid=8178&boardid=1028&styleid=14&page=8#154]Planet Narxos[/url][/size]
[/QUOTE]
Im Tiefflug
[QUOTE]Original von Leyla Leyla war froh, dass ihr Vorschlag angenommen worden war. Den Plan, der ursprünglich für ihre Genmanipulatierten vorgesehen war, wollte sie sich lieber gar nicht erst ausmahlen. So blieb also das Kind, in dem die auf rein menschlichen Erbgut vorgesehenen Veränderungen vorgenommen worden waren, am Leben, und in ihrer Obhut. Die ersten Test hatten gezeigt, dass es ihren Vorgaben nach, gut gelungen war. Wie sich die Manipulationen im Laufe des Wachstums entwickeln würden, das müsste sich noch zeigen, aber die Prognosen waren vielversprechend. Zumindest eines zeigte sich schon recht früh, wenn auch nicht unbedingt zur Begeisterung der Anwesenden. Das Neugeborene schien recht kräftige Lungen zu haben, was dazu führte, dass es sehr laut, und auch ziemlich ausdauernd auf seine Bedürfnisse aufmerksam machen konnte. Aufgrund dieser Eigenschaft bekam die Kleine den Namen Sirena, wobei jedoch allgemein die Kurzform Sira benutzt wurde. Zwar war das Babygeschrei bei weitem nicht so betörend, wie der Gesang der mystischen Fabelwesen, die auch in den altertümlichen Legenden von Narxos ihren Platz hatten, aber das waren die Töne der technischen Warngeräte, die aus der gleichen Quelle ihre Bezeichung erhalten hatten, ja auch nicht. Als Gemeinsamkeit blieb jedoch die Lautstärke.
Die aus rein menschlichen Erbgut bestehenden Vorserie, der Sira angehörte, war ob Können, Glück, oder beides, praktisch auf Anhieb gelungen. Sehr viel schwieriger erwies sich die Schaffung eines Hybriden aus den beiden so unterschiedlichen Genmaterialien. Die Ergebnisse der ersten Kreuzungsversuche waren kathastrophal gewesen. Kaum eines der Exemplare war über frühe Fötenstadien hinausgekommen, bevor sich zeigte, dass die verwendete Genkombination zu so massiven unerwünschten Nebeneffekten führten, das sich daraus unmöglich etwas Lebensfähiges entwickeln konnte. Analysen zeigten dabei rasch, dass das Problem nicht am Ausgangsmaterial lag, sondern in der Form der Kombination der genetisch nicht kompatiblen Lebensformen. Veränderte, und verbesserte Methoden führten zwar zu mehr lebensfähigen Exemplaren, doch zeigte sich, dass dadurch viele der erwünschten Eigenschaften des menschlichen, von den Syntheten allgemein als Sira-Stamm, bezeichneten Form verloren gingen, während andere, als die von der zu kombinierenden nichtmenschlichen Form, gewünschten Form zutage traten. Teils äußerte sich dies in Deformationen. So gab es in den frühen Serien häufig Exemplare, die ohne Beine, dafür aber mit einem langen, dicken Schwanz, und langgestreckten, schlangengleich beweglichen Rumpf geboren wurden. Andere hatten Flossen statt Arme, und zudem noch eine Rückenflosse. Erst mit der Zeit gelang es nach und nach jene Gensequenzen der nichtmenschlichen Komponente auszuschließen, oder wenigstens zu unterdrücken die solche Entgleisungen verursachten. Die danach erzeugten Serien sahen zumindest humanoid aus, doch besaßen sie nur zum Teil jene Eigenschaften, welche von der Fremdform, welche von den Syntheten, die noch immer nicht wussten, um was für ein Wesen es sich dabei eigentlich handelte, ADNA genannt wurde, erwünscht waren.
[color=blue]"Überprüft bitte, was die Naniten vollbracht haben"[/color], bat Leyla den neben ihr stehenden Frenthe, und wies dabei auf das Okular, durch das sie bis eben noch gestarrt hatte. Tiefe Augenringe, und eine noch kränklich blassere Gesichtsfarbe, als die, die sie als Albino ohnehin schon hatte verrieren ihre Erschöpfung. Sie hatte in den vergangenen vier Monaten mindestens genauso hart und ausdauernd gearbeitet wie ihre Gefährten. Darüberhinaus war meist sie es gewesen, die sich darum gekümmert hatte, wenn der Säugling, den sie als ihre Tochter ansah, und deren Existenz ihm gegenüber immer mit der Rolle eines wichtigen Belegexemplars verkauft worden war, während der Ruheperioden lautstark nach einem Windelwechsel verlangt hatte, oder auf diese Art einfach nur den Wunsch nach körperlicher Zuwendung ausgedrückt hatte. Ausreichenden Schlaf hatte sie auf diese Art nicht einmal ansatzweise finden können. Ihrer Leistungsfähigkeit hatte das bislang noch keinen Abbruch getan, doch verrieten ihre körperlichen Symptome, dass dies wohl nicht mehr allzulange so bleiben würde. [color=blue]"Die implementierte Kombination des Sira-Stamms mit der ADNA erscheint mit vielversprechend und sollte endlich zu dem langerwarteten Durchbruch führen"[/color], äußerte sie sich zuversichtlich. Wie auf ein Stichwort begann in genau diesem Augenblick aus einem der Nebenräume ohrenbetäubenden Babygeschrei aufzubranden. [color=blue]"Entschuldigt mich kurz, unser Kriegerbasisprototyp hat anscheinend wieder Hunger"[/color], verkündete sie kurz und war, in einer Geschwindigkeit, die man ihrer erschöpften Erscheinung kaum zugetraut hätte, und noch bevor er reagieren konnte, aus dem Raum geeilt.
Kurz darauf verstummte das Geschrei, und Leyla kehrte mit dem gierig an einer Flasch nuckelnden Baby auf ihrem Arm, zurück. Bei der Geburt war das Kind noch wie ein normales menschliches Neugeborenes erschienen. Vielleicht nicht ganz so rosig, sondern eher ein wenig blasser. Doch bei dem erst viermonatealten Kind zeichnete sich bereits ab, dass es sich nicht wie normale Menschen entwickeln würde. Die Hautfarbe war eher gräulich blass, Die Wangenknochen waren bereits gut entwickelt, und auch die ersten Anzeichen, der genetisch einprogrammierten Augenbrauenwülste und der breiten, starken Stirn begannen sich zu zeigen. Dachte man diese Entwicklungen weiter, so würden die allermeisten Menschen, die sich daraus entwickelnde Frau wohl als ziemlich häßlich ansehen. Lu'chat allerdings könnte sie durchaus gefallen, sofern er seinen morbiden Geschmack auch bei dem anderen Geschlecht beibehielt.
[color=blue]"Was meint ihr? Könnte die gewählte Kombination das gewünschte Ergebnis erzielen"[/color], erkundigte sich die Synthetin neugierig. Zwar waren weder ihre Augenringe gewichen, noch ihre kränkliche Gesichtsfarbe verschwunden, doch wirkte sie dennoch ein klein wenig frischer als zuvor, fast so, als würde sie durch das Kind auf ihrem Arm neue Kraft schöpfen können. [/QUOTE]
[QUOTE]Original von Jack Burton just...
[color=limegreen]"Ich bin mir nicht sicher"[/color], meinte der falsche Goa'uld nachdenklich in seiner verzerrten Menschenstimme, [color=limegreen]"wagen wir den Versuch und sehen, was sich daraus ergibt."[/color]
Wie selten zuvor konnte man Frenthe tatsächlich ansehen, dass es in seinem Hirn - in den zwei Hirnen - mächtig arbeitete. Nicht jedoch wegen des Kriegerprojektes, sondern weil dieses in wenigen Stunden geschichte wäre.
Alles war vorbereitet. Die Sprengsätze an den Schildgeneratoren dieses Gebäudes, kleinere Sprengladungen an verschiedenen Stabkanonenstellungen und Stabkanonentürmen, die im Boden verborgen auf dem großen Hauptplatz der Kaserne standen. Er musste nur einen Knopf betätigen, und der Schutz des Labors, sowie ein beachtlicher Teil der ersten Verteidigungslinie der Kaserne wären zerstört. Das würde nicht ausreichen, wenn man diesen Stützpunkt einnehmen wollte, aber vollkommen, um einen Bomber ein Gebäude verwüsten zu lassen.
Wenigstens würde es schnell gehen, die Syntheten und Leilas Baby würden nicht leiden müssen. Der Auftrag war klar - nichts übrig lassen. Keine Aufzeichnungen, keine Prototypen, keine Proben. Der Agent, welcher das Al'kesh steuern würde, hatte den Befehl so viele Energiebomben auf einen Schlag über dem Labor frei zu lassen, dass nichts mehr davon übrig bleiben würde. Innerhalb von wenigen Sekunden wäre jeder und alles darin tot und zerstört.
Nur ein geringer trost für Frenthe, der dafür sorgen würde, dass die Sabotage und der Anschlag auf die Jaffa Rebellen weisen würden. Er hatte Leila, ihre Leute und auch das Baby zu leiden gelernt. Statt sie retten zu können, würde er dafür sorgen, dass Lu'chat wohl dutzende der diensthabenden Jaffa hinrichten lassen würde für ihr Versagen, und danach würde Frenthe weiter als niederer Goa'uld verkleidet bei diesem Monster dienen müssen. Mit ungewisser Zukunft und ohne die Sicherheit, jemals lebend aus diesem Undercoverauftrag heraus zu kommen.
[/QUOTE]
[QUOTE]Original von Leyla Leyla bemerkte wohl, dass es in Frenthes Kopf reichlich arbeitete. Doch da sie seine wahre Mission nicht kannte, ging sie davon aus, dass er die Erfolgschancen ihres Projektes beurteilte. [color=blue]"Nun, dann startet es"[/color], bat sie ihn, denn er war der einzige der die Naniten wirklich kontrollieren konnte. Hoffnung flammte dabei in ihrem Blick auf. Denn würde die aktuelle Kombination ihre Erwartungen erfüllen hätten sie Lu'Chats Aufgabe so gut wie erledigt. sie würde also keines grausamen Todes sterben müssen, sondern könnte weiter leben. Allzugroße Erwartungen auf Belohnung durch den morbiden Möchtegerngott setzte sie nicht, doch wie jedes Lebewesen klammerte auch sie sich an ihre Existenz, und diese schien durch einen Erfolg zumindest fürs erste gewährleistet zu sein. [/QUOTE]
[QUOTE]Original von Jack Burton just...
[color=limegreen]"In Ordnung. Ein weiterer Test dann, vielleicht haben wir ja Glück"[/color], antwortete der Spion.
Er gab die entsprechenden Ordern über eine Konsole ein, woraufhin die Nanobots Signale erhielten, die ihnen genauestens vorgaben, wie sie vorzugehen hatten. Tausende und Abertausende von Miniaturmaschinen machten sich an die Arbeit und begannen damit Lebendes zu anderem Lebenden umzugestalten. Das Ergebnis war schnell ersichtlich. Beinahe in Minuten. Dadurch, dass nicht 100 Prozent abstarb.
Es gab einen beachtlichen Teil von Fehlern, aber weniger als in allen vorausgegangenen Wochen, und es wirkte so, als könnte es der Durchbruch sein. Er ließ den Versuch erneut mit einem Hologrammprojektor vergrößert mitten im Raum darstellen und machte einen Schritt zur Seite, damit er Leyla nicht die Sicht versperrte.
Was war Zeit. Die Hand des Agenten wanderte von den Syntethen unbemerkt unter seine Gewänder, griff nach einem dort verborgenen Sender und aktivierte ein codiertes Subraumsignal. Es war das Zeichen für den Rat der Tok'ra, dass er in, von nun an, genau acht Stunden die Verteidigung des Labors lahm legen würde.
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[QUOTE]Original von Leyla Gebannt betrachtete Leyla die Darstellung des Hologrammprojektors. Das dabei Beobachtete begeisterte sie. Zwar waren sie noch immer weit von der geforderten Lebensform entfernt, doch die Tatsache, dass zumindest ein Teil der Hybriden überlebt hatte, schien ihr zu beweisen, dass sie eine große Hürde genommen hatten. Endlich war es ihnen gelungen lebensfähige Exemplare der bislang als unmöglich erscheinenden Kreuzung zu erzeugen. Das war ein gewaltiger Schritt nach vorne. Natürlich müsste noch beobachtet werden, wie sich die nachfolgende embryonale Entwicklung gestalteten würde. Die Wahrscheinlichkeit war groß, dass bis zur Ausreifung eines Babys dabei noch einiges schief gehen konnte. Doch so weit wie jetzt waren sie bisher noch nie gekommen. Die Analyse der noch funktions- und entwicklungsfährigen Zellhaufen würde entscheidende Erkenntnisse darüber liefern, wie sie weiter vorzugehen hatten. Die Erfüllung ihrer Aufgabe erschien damit nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Dadurch erschien ihr eigenes Überleben, und das ihrer Gefährten, zumindest für absehbare Zeit, ermöglicht. Vorausgesetzt, der morbide Möchtegerngott gewährte ihnen die Zeit, die sie zur Erfüllung seines Auftrages benötigen würden. Das einen neue Bedrohung am Horizont erschienen, war, die ihrer aller Tod binnen weniger Stunden zum Ziel hatte, ahnte die Synthetin in ihrer aufkeimenden Hoffnung nicht im geringsten. [/QUOTE]
[QUOTE]Original von Jack Burton just...
[color=limegreen]"Wahrhaft ein erstaunliches Ergebnis"[/color], kommentierte Frenthe, [color=limegreen]"wir sollten alles exakt aufzeichnen und mit den vorherigen Protokollen abgleichen, um die Fehler nicht zu wiederholen."[/color]
Der Tok'ra nickte den anderen Syntheten zu.
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[QUOTE]Original von Leyla [color=blue]"Auf jeden Fall!"[/color], stimmte Leyla Frenthe zu, und auch unter den übrigen Syntheten erhob sich zustimmendes Gemurmel. Es wurde nicht lange gezögert bis alle zusammen strömten, um Daten abzugleichen, Ursachen zu diskutieren, und Prognosenmodelle zu modifizieren. So müde und erschöpft viele der Genetiker auch gewesen sein mochten, dieser Erfolg hatte etwas eindeutig belebendes. Sie waren für die Forschung geboren und erzogen worden. Die Erschaffung des perfekten Menschen war ihr erklärtes Ziel. So befanden sie sich also alle in ihrem Element. Auch wenn das geforderte Ergebnis dieses Projektes nicht ganz mit dem ihren übereinstimmte, so war es doch hinreichend verwandt um sie zu faszinieren und mit Hingabe zu erfüllen. [/QUOTE]
[QUOTE]Original von Jack Burton just... cf. [url=http://www.stargate-universe.de/sgrpg/wbboard/thread.php?threadid=7993&boardid=1371&styleid=23&page=2#34]Einer unbewohnten und der Tok'ra Welt[/url].
Als sich das Hyperraumfenster des Tok'ra-Bombers dicht am Planeten Lu'chats öffnete, wurde sofort Alarm auf den Stützpunkten von Narxos geschlagen.
Für die größte Garnison bei der Stadt Ulxelx, zumindest dem, was von der einst so schönen und großen Stadt noch übrig war, brachte der Alarm jedoch nicht viel.
Frenthe hatte sich unter dem Vorwandt weitere Mess- und Scanngeräte für den Schlussspurt ihres Projektes zu holen, aus dem Labor zurückgezogen. Der Alarm war das Signal, Sprengladungen waren an den Generatoren für die Schilde des Labors platziert und an den Stabkanonenstellungen und Waffentürmen der 5.000-Mann-Garnison.
Es war ein gigantisches Feuerwerk, das gleichermaßen die Verteidigungsfähigkeit der Jaffa zerstörte, als auch für eine kurzzeitige, vollkommene Verwirrung sorgte - zumindest beinahe.
[color=brown]"Alles oder nichts"[/color], sagte Tok'ra an Bord des Bombers mit der Stimme seines Wirtes, [color=brown]"es geht los."[/color]
Das Al'kesh verlor rapide an Höhe, steuerte die Stadt Ulxelx im Sturzflug an, direkt auf die Garnison zu. Erste Gleiter erschienen auf den Scannern des Bombers, als die Attacke nur noch Sekunden entfernt war. Einige Salven von Stabkanonen kamen ihnen ebenfalls schon entgegen.
Der Symbiont Rafalad als weit erfahrenerer Pilot übernahm die Kontrolle und wich den Schüssen so gut es ging aus.
Dann erschien auf dem Schirm eine weitere, starke Energiesignatur direkt inmitten der von massiven Mauern umgebenen Garnison. Einer der Generatoren war wieder zum Leben erwacht oder niemals ausreichend beschädigt worden. Der Schild um das Labor fuhr hoch, weit schwächer als zuvor aber dennoch aktiv.
[color=brown]"Mai'tac!"[/color]
Rafalad blieb auf Kurs, zwei drei Salven aus irgendwelchen Gebieten der Stadt trafen den Bomber, richteten aber keinen schlimmen Schaden an der Panzerung an. Das Schiff tauchte fast in die Garnison ein, zog keine 30 Meter über dem Boden abrupt wieder hoch.
Der Tok'ra ließ die Energiebomben los. Dreiviertel der Salven verpuffte an dem Schild des Labors bevor dieser zusammen brach, die letzten Bomben zerfetzten den hinteren Teil des danach ungeschützten, flachen Gebäudes.
Der Tok'ra konnte nur hoffen, dass es ausreichte, um die Syntheten und die Forschungen zerstört zu haben, denn für einen zweiten Angriffsflug fehlte die Zeit. Sofort begann das Al'kesh mit dem steilen Flug Richtung Orbit.
Dann schlug sie ein. Die eine, glückliche Salve von einer Kanonenstellung am Boden, direkt in die Antriebe am Heck des Bombers. Das Schiff begann an Geschwindigkeit zu verlieren, dann leicht abzusinken und dann, enorm schnell, gen Grund zu trudeln. Es dauerte nur Sekunden, bevor das Al'kesh mit enormer Wucht in den von Ruinen durchzogenen Teil der Stadt rauschte. Die schwachen Schilde fingen etwas von der vernichtenden Aufprallenergie ab, doch nachdem sie ausfielen und das Schiff mehrere leerstehende Gebäude regelrecht durchsäbelte, wurde die Hüllenpanzerung meterlang an mehreren Stellen aufgeschlitzt.
[/QUOTE]
[QUOTE]Original von Iustitia
Zeit war eine seltsame Sache. Mal verliefen ganze Tage wie im Flug, mal zogen sich Sekunden wie Jahre hin.
Als der Bomber endlich an seinem Zielplaneten angekommen war, erschien es Ivy Dulcis als ob die Zeit beinahe stehen blieb. Unendlich zäh zog die Zeit sich dahin. Hundertstel Sekunde für hundertstel Sekunde schleppte die Zeit sich voran und zeigte das Geschehen fast wie in Einzelbildern.
Sehr viel deutlicher als noch vor wenigen Augenblicken konnte Ivy den Herzschlag in ihrer Brust spüren. Kräftige, gleichmäßige Schläge, so deutlich spürbar als wenn der wichtigste Muskel im Körper des Lieutenants jederzeit aus selbigem herausspringen würde. Erstaunlicherweise schlug Ivys Herz jedoch nicht schneller als gewöhnlich, oder zumindest kam es Ivy nicht so vor. Doch die Zeit war eine seltsame Sache und zwischen all den Einzelbildern in diesem zäh dahinfließenden Zeitsirup die Häufigkeit des eigenen Herzschlages tatsächlich realistisch einzuschätzen war eine Kunst, die wohl nur wenige Menschen beherrschten.
Unbewusst hielt sich Ivy an irgendwas in Reichweite ihrer Hände fest während auf dem Schirm immer neue Anzeigen aufleuchteten und ihren Piloten auf diverse Dinge hinwiesen. Endlich drehten sie ab um die Flucht anzutreten, doch der klebrige Zeitsirup hielt sie unerbittlich gefangen. Sie kamen einfach nicht voran und so überraschte es Ivy auch nur wenig als der Bomber getroffen wurde.
Der Absturz selbst war eine surreale Erfahrung: noch immer weigerte sich die Zeit schneller als in Zeitlupe zu laufen doch auch wenn Ivy so gefühlt viel mehr Zeit hatte zu denken, so änderte dies doch nichts daran, dass sie ihren Körper nicht schnell genug dazu bringen konnte zu reagieren. Während die Gedanken der Militäranwältin also rasten, zerrte die pure Gewalt des Aufpralls an ihrem Körper und Ivy musste hilflos miterleben, wie sie von den Füßen gerissen und gegen eine Wand geschleudert wurde. Noch ein letztes 'Oh verdammt' schoss der jungen Frau durch den Kopf, ehe der Kontakt mit der Wand ihr die Luft aus den Lungen trieb. Reglos blieb sie an der Wand liegen, während das Raumschiff noch einige Ruinen durchpflügte und schließlich zum Stehen kam.
Staub und kleinere Steine wirbelten rund um das abgestürzte Fluggerät herum auf und vernebelten die Sicht auf dieses. Wo immer die Außenhülle aufgerissen war, drang der Staub durch die Risse auch in das Innere des Al'kesh und reicherte die Luft dort mit feinsten Staubpartikeln an.
[/QUOTE]
[QUOTE]Original von Jack Burton just...
'What the fuck?', dachte Purcell und jeder Gedanke schien sich durch einen Wald aus NATO-Draht wühlen zu müssen. Der Kopf des Majors schmerzte ihn als wäre er mit einem Baseballschläger maltretiert worden. Es war schwer die Gedanken zu Ordnen und sich darauf zu konzentrieren, was passiert war. 'Wo bin ich?'
David sah sich um, und langsam erkannte er die zerlegte Umgebung. Al'Kesh... Tok'ra... Lu'chat. Der Grund warum er hier war wurde vor seinem inneren Auge langsam aber sicher sichtbar und klar. Der Major sah sich weiter um und entdeckte die anderen auf der Brücke verteilt liegen. Olsen bewegte sich leicht, also kroch David auf den bewusstlosen Serj Tankian zu, der sich direkt neben ihm befand. Der Puls war stabil. David wischte dem Sergeant Blut aus dem Gesicht, fuhr mit seiner Hand hinauf bis zu seiner Stirn. Nur ein mittlerer Cut, der stark saftete, aber nicht weiter schlimm war.
Der Major suchte sein Umfeld weiter ab. Irgendwo hinter Trümmern sah er den Tok'ra-Agenten liegen, aber eine andere Person hatte für ihn höhere Priorität. Mühsam richtete sich Purcell auf, er war noch wacklig auf den Beinen. Der Schlag gegen den Schädel musste wirklich brachial gewesen sein.
Aber seine Füße ließen ihn nicht im Stich, selbst wenn der Boden sich wie aus Gummi anfühlte. So war er kurz darauf bei Ivy und beugte sich zu der an die Wand gelehnten Offizierin herab.
[color=purple]"Sind Sie in Ordnung, Lieutenant?"[/color], fragte der Major.
[/QUOTE]
[QUOTE]Original von Iustitia Sie war sich nicht gewusst gewesen die Augen geschlossen zu haben, doch der Aufprall musste Ivy für kurze Zeit das Bewusstsein geraubt haben. Als sie dann die Augen stöhnend wieder aufschlug schien wenigstens die Zeit wieder in halbwegs normalen Bahnen zu verlaufen. Dafür tat der Anwältin nun aber jeder einzelne Knochen in ihrem Körper weh. Davon würde sie bestimmt den ein oder anderen blauen Fleck davon tragen. Doch die Hauptsache war, dass sie überhaupt noch hier war.
Erst jetzt registrierte sie Purcell. Auf seine Frage hin tastete die Anwältin nach ihrem Kopf, konnte aber keine feuchten Stellen und somit keine blutenden Kopfwunden entdecken. Langsam nickte sie.
[color=royalblue]"Ja, Sir, ich denke schon. Was ist mit den anderen?"[/color], antwortete sie schließlich, während sie sich halb auf die Beine rappelte.
Für einen Moment verzog Ivy dabei das Gesicht. Nicht nur jeder Knochen, nein auch jeder Muskel schien regelrecht zu brennen vor Schmerzen. 'Das geht vorbei. Einfach weiter atmen, dann hört das gleich auf.', versuchte sie sich dabei selbst einzureden. Natürlich würde es nicht aufhören. Vermutlich hatte die Soldatin sich mehr als nur eine Prellung zugezogen, doch daran wollte Ivy im Moment nicht denken. Erstmal mussten sie sehen, dass sie alle hier raus und nach Hause kamen. Und das am besten alle an einem Stück.
[/QUOTE]
[QUOTE]Original von Jack Burton just...
[color=purple]"Olsen ist schon recht agil, Tankian hat eine Platzwunden am Kopf. Hoffentlich nicht mehr."[/color]
In Gedanken fügte der Major hinzu: 'Vielleicht wäre es jetzt an der Zeit nach dem Tok'ra zu sehen.'
[color=purple]"Lieutenant, werfen Sie bitte mal ein genaues Auge auf den Sergeant, ich seh nach unserem Meisterpiloten"[/color], sagte Purcell, kämpfte sich zu Rafalad und seinem Wirt Rangdip vor. Der Agent lag unter einer gefühlten Tonne an Metalltrümmern, doch zum Glück war der Verstand von David noch nicht in der Lage, absolut Objektiv die Situation zu bewerten. Tatsächlich waren es vielleicht 200 Kilogramm an Schutt, bestehend hauptsächlich aus drei größeren Metallstücken, die David von dem Spion zog. Und anschließend zog der Major Rangdip aus dem kleineren Trümmerhaufen. Der Tok'ra sah wirklich übel zugerichtet aus, sein Gesicht von Kratzern übersäht, die Kleidung zerrissen und blutig. Aber dass er vor Schmerzen stöhnte und zumindest schonmal ein kleines Danke durch die zusammengekniffenen Lippen brachte, war ein gutes Zeichen.
Währendessen öffneten sich die Augen von Serj Tankian mit einem unregelmäßigen, rapiden Flattern. Er rührte sich nicht, doch seine Augen huschten hin und her, suchten die Umgebung ab, und man konnte deutlich erkennen, dass dahinter ein Hirn versuchte mit aller Mühe zusammen zu puzzeln, was zur Hölle passiert war. [/QUOTE]
[QUOTE]Original von Iustitia Nach einem kurzen Orientierungsblick tastete Dulcis sich zu Tankian vor. Eine Hand hatte sie dabei Richtung Wand ausgestreckt um sich notfalls an dieser abstützen zu können.
Kaum bei Tankian angekommen ließ sich Ivy neben dem Soldaten auf die Knie sinken. Es war offensichtlich, dass es ihm nicht allzu gut ging - doch zumindest war er am Leben und bei Bewusstsein.
[color=royalblue]"Staff Sergeant Tankian? Können Sie mich verstehen?"[/color], fragte Ivy während sie sich über Tankian beugte. Zu ihrer eigenen Überraschung klang die Militäranwältin dabei erschreckend besorgt. Es war eigentlich nicht ihre Art sich während einer Krisensituation ernsthafte Sorgen um irgendetwas oder irgendjemanden zu machen. Für gewöhnlich sorgte ihr scharfer Verstand stets dafür, dass die Krise schnell überwunden wurde. Sorge war da eine Emotion, die bei einer schnellen Analyse und daraus folgender Auflösung einer Krise nur hinderlich war und folglich machte Ivy sich in einer Krise auch keine Sorgen, sondern behielt einen kühlen Kopf.
Noch während sie auf eine Antwort oder wenigstens auf eine Reaktion Tankians wartete, griff Dulcis nach einem kurzen Zögern nach dem Kopf des Sergeants und drehte ihn vorsichtig so, dass sie sich die Wunde genauer betrachten konnte jedoch nicht so weit, dass eine eventuell vorhandene Verletzung im Halswirbelbereich verschlimmert werden würde. Fast schon automatisch wanderte Ivys freie Hand zu ihrer Weste. In einer der Taschen fand sie schließlich was sie suchte: eine sterile Wundabdeckung. Es war eben doch immer gut auch bei rein diplomatischen Missionen die übliche Standardausrüstung mitzunehmen. [/QUOTE]
[QUOTE]Original von Basti
[color=sienna]"Ohh... Fuck"[/color], gab der Sergeant von sich, als seine Kopfwunde versorgt wurde. Er versuchte sich auf die Ellenbogen hoch zu stellem und ihm wurde schwummrig. [color=sienna]"Was zur.. oh ne, wir sind in dem Al'kesh, nicht wahr?"[/color], fragte Tankian benommen, doch bevor er eine Antwort erhalten konnte, stand der Major hinter Dulcis. Und neben ihm, auf Purcell gestütz, stand der Tok'ra, sowie im Hintergrund Olsen.
Der Wirt Rangdip blutete kaum noch aus seinen Wunden, dafür sorgte der Symbiont bereits, aber dass es dem Mann übel ging, war offensichtlich.
[color=purple]"Wir müssen hier weg"[/color], betonte David Purcell, [color=purple]"Lu'chats Jaffa sind mit Sicherheit gleich hier. Wir müssen unsere Sachen packen und uns irgendwie zum Gate durchschlagen."[/color]
[/QUOTE]
[QUOTE]Original von Iustitia
Statt einer verbalen Antwort nickte Ivy nur zustimmend ehe sie sich dann Tankian schnappte um ihn vorsichtig wieder auf die Füße zu stellen. Auch wenn er deutlich besser dran war als der Tok'ra, so hielt Ivy es dennoch für besser, Tankian zu stützen - ob er das nun wollte oder nicht. Ein Verletzter lief außerdem auch deutlich schneller wenn er sich nur darauf konzentrieren musste einen Fuß vor den anderen zu setzen und nicht auch noch auf Orientierung achten musste.
Viel Ausrüstung mussten die Soldaten zum Glück nicht zusammen raffen und so konnten sie sich schnell auf den Weg zum Sternentor machen. Kaum aus dem Al'kesh raus ließ Ivy den Blick kurz schweifen. Ihr Absturz hatte nicht unerheblichen Schaden angerichtet - sowohl an der Umgebung als auch an dem Bomber selbst. Doch Zeit für eine genauere Schadensanalyse blieb nicht. Sie mussten zum Tor. Doch wo genau befand sich das? Ivy vermutete irgendwo in der Richtung, aus der sie mit dem Al'kesh gekommen waren, doch sicher war sie sich nicht. Fragend blickte die Anwältin zu Olsen und Purcell, nachdem sie mit einem Nicken in die Richtung gedeutet hatte, in der sie das Tor vermutete. Allerdings war es auch nicht unwahrscheinlich, dass auch die Jaffa aus dieser Richtung kommen würden. Eine schwierige Lage. Dennoch musste innerhalb der nächsten paar Herzschläge eine Entscheidung bezüglich der Richtung fallen, sonst - das war Ivy schon längst klar - hatten sie keine Chance diesen Planeten noch lebend zu verlassen.
[/QUOTE]
[QUOTE]Original von Basti
Der Major bestätigte Ivys Vermutung mit einem Nicken. Er wusste genau was sie dachte und dachte das Selbe. Die Schneiße der Zerstörung war ihr Wegweiser, in welche Richtung sie zu gehen hatten. Doch die Distanz war nicht abzuschätzen. Die toten Bezirke der Stadt in deren Mitte sie sich befanden wuchsen um sie herum aus dem Boden. Ruinen alter Hochhäuser, Wohnviertel und Fabrikanlagen. Hier musste einst eine florierende Gesellschaft gelebt haben, war Davids erster Gedanke, als sein Blick über die Szenerie schweifte und die Weite der Betonlandschaft nur dadurch abzuschätzen war, weil die Schneiße des Bombers den Blick auf mehr frei gab. Ansonsten standen hoch um sie herum die Ruinen von Gebäuden.
So würde es wohl auch auf der Erde aussehen nach ein paar Generationen, wenn die Goa'uld die Menschheit versklaven würden.
Der Tok'ra hatte unterdessen mehr Orientierung, vielleicht, weil er sich bis auf den letzten Moment auf die Anzeigen des Al'kesh konzentriert hatte, vielleicht auch nur, weil er so tat.
[color=green]"Das Tor ist in der Nähe der Garnison, und wir sind davon rund fünf Kilometer entfernt. Die größte Strecke ist Teil der unbewohnten Ruinen der Stadt, hier haben wir viele Verstecke. Aber ein Stück müssen wir durch den noch belebten Teil"[/color], meinte der Agent.
[/QUOTE]
[QUOTE]Original von Iustitia
Also etwa 5 Kilometer bis zur Rettung - kein Problem. Normalerweise. Aber normalerweise war Ivy auch nicht auf einem fremden Planeten. Einem feindlichen fremden Planeten, den sie gerade angegriffen hatten und auf dem sich unzählige schwer bewaffnete Jaffa befinden mussten. Sie selbst waren stattdessen nur mäßig bewaffnet und teilweise auch noch verwundet. Kurz gesagt: 5 Kilometer bis zur Rettung konnten hier durchaus ein Problem darstellen.
Doch wie man so schön zu sagen pflegt: das Leben ist kein Ponyhof. Wirklich problematisch würde es auch erst im belebten Teil werden. Ganz automatisch fing Ivys Verstand an, mögliche Vorgehensweisen durchzuspielen. Keine war allzu vielversprechend an diesem Punkt. Doch anstatt in Panik zu geraten beschloss die Anwältin sich erstmal darauf zu konzentrieren überhaupt bis zum belebten Teil vorzudringen. Ihnen würde bis dahin schon noch etwas einfallen, wie sie es zum Tor schaffen konnten. Und wenn nicht - nun ja dann mussten sie eben einfach improvisieren. Mit den örtlichen Gegebenheiten arbeiten. Nicht planlos, sondern gut durchdacht spontan. Keine einfache Aufgabe, doch nach einem kurzen Blick in die kleine Runde wusste Ivy, dass dieses Team dazu in der Lage war. Abgesehen von ihr selbst waren es alles erfahrene Soldaten und Purcell war außerdem ein fähiger Anführer.
[color=royalblue]"Dann machen wir uns wohl besser auf den Weg."[/color], meinte Dulcis schließlich in einem völlig neutralen Tonfall und machte ein paar erste Schritte Richtung Garnison. Dabei schrie jede Faser im Körper der jungen Frau eigentlich nach dem genauen Gegenteil: hinsetzten und erst aufstehen wenn es nicht mehr weh tut. Bewegung würde sicher nicht helfen die Schmerzen zu lindern, doch Ivys Verstand wusste, dass es nicht anders ging. Hinsetzten konnte sie sich noch genug, wenn sie zurück auf der Erde waren.
Und so setzte sie weiter einen Fuß vor den anderen, zunächst ein paar Meter von der Schneise weg um dann grob parallel zu dieser Richtung Garnison zu wandern.
[/QUOTE]
[QUOTE]Original von Basti
Die Gruppe musste schon früh zwischen den Trümmern halb eingefallener Häuser Schutz suchen, als die ersten Todesgleiter über sie hinweg kreischten. Noch war es hell, doch es dämmerte bereits und das konnte das bisschen Glück sein, welches den Menschen und dem Tok'ra das Leben retten würde. Vielleicht.
Ernüchternd war dagegen schonmal, dass sie die Absturzstelle keine 100 Meter hinter sich gelassen hatten, und bereits Gleiter über dem Bomber kreisten und nach ihnen ausschau hielten. Die Bodentruppen des Goa'uld Lu'chat durften nicht weit sein, schätzte Major Purcell.
David hatte für sein M16A4 mit Laserzielhilfe und dem aufmontierten Zielfernrohr gerade einmal vier Magazine bei sich. Für seine Pistole nur ein Ersatzmagazin. Alles, was er am Körper getragen hatte oder in den Trümmern des Bombers hatte finden können. Sein Rucksack, den er auf der Brücke abgestellt hatte, war beim Aufprall wie manch anderer Ausrüstungsteil seiner Leute durch einen der großen Risse geschleudert und vollkommen zerfetzt worden. Anfangs war Purcell froh gewesen, dass es keine Person nach draußen geschleudert hatte, nun konnte er aber nur darüber fluchen, dass sie unterbewaffnet und untermunitioniert waren. Ziel musste es sein, Feindkontakt so lange es ging zu vermeiden und sich keine großen Feuergefechte zu leisten.
Der Teamleader führte die Gruppe wieder aus dem Schatten ihrer Deckung heraus, als die Todesgleiter wieder eine große Runde drehten und außer Sichtweite waren. Die Gestrandeten gingen keine fünf Minuten durch ein paar alte Gassen, bevor der Major nicht mit einer harschen Handbewegung das Zeichen gab still stehen zu bleiben. Purcell lauschte kurz, dann wies er hektisch mit Handsignalen seine Leute an, ihm zu folgen. So schnell er konnte suchte nach einem Versteck und fand den Eingang zu einer alten Handwerker-Werkstatt offen. Nicht, dass es um sie herum nicht ausreichend verlassene Gebäude gegeben hätte - aber alles in ihrer Nähe hatte noch überreste von Türen, Glassplitter in den Fenstern oder Bretter davor. Eindringen wäre eine Leichtigkeit gewesen, doch man hätte sie in der Hast Meilenweit gehört...
Und gerade als die Flüchtenden hinter den dreckigen und beschädigten Fenstern der Werkstatt in Deckung gingen, schritt eine Einheit von mindestens 15 Jaffa die Gasse entlang und an ihnen vorbei.
[color=purple]"Kein Mucks"[/color], flüsterte David mit angespannter Mine und legte den Sicherungshebel seiner Waffe um. Das leise Klicken und seine Haltung, jederzeit bereit aufzuspringen und zu feuern, verrieten, dass sich der Major für alle Eventuallitäten einstellte.
[/QUOTE]
[QUOTE]Original von Iustitia
Ivys Herz schlug noch ein paar Takte schneller, als sie sich mit dem Rest ihres Teams in Deckung rettete. Inzwischen kam es der jungen Soldatin beinahe so vor, als schlüge ihr Herz nicht mehr in ihrem Brustkorb, sondern direkt in ihrer Kehle: ein dicker fetter pulsierender Kloß, der kurz davor war Ivy die Luft abzuschnüren.
Noch während sie Purcell mit einem stummen Nicken bedeutete, dass sie verstanden hatte, flutete eine neue Welle von Adrenalin ihren Körper und bereitete diesen so auf eine mögliche Konfrontation vor: jede Faser war gespannt, bereit beim kleinsten Anlass entweder Flucht oder Gegenangriff einzuleiten. All ihre Sinneswahrnehmungen erfolgten gewissermaßen durch einen Tunnel: einerseits hörte Ivy sehr viel deutlicher als sonst die Jaffa, die an ihrem Versteck vorbei marschierten, andererseits aber waren alle Sinneseindrücke komplett auf die Gefahr beschränkt. Selbst wenn sie es gewollt hätte, so hätte Ivy nicht sagen können, ob irgendwo ein Vogel sang oder eine Maus im Schutt wühlte. Alles was sie wahrnahm, waren die schweren Schritte der Jaffa, die nur einen Steinwurf entfernt - einen sehr kurzen Steinwurf - an ihnen vorbei gingen und nach ihnen suchten.
Flüchtig warf Dulcis einen Blick auf ihre Verletzen. Jetzt ein unterdrücktes Stöhnen oder auch nur ein Zucken des falschen Körperteils könnte Geräusche verursachen, die die Jaffa draußen auf jeden Fall auf sie aufmerksam machen würden. Kein guter Gedanke.
Ein Feuergefecht konnten sie nun wirklich nicht gebrauchen. Was wenn sie ihre Position nicht halten konnten? Durch den Eingang konnten sie dann wohl nicht wieder raus, da von dort die Jaffa kommen würden. Aber wohin? Suchend ließ Dulcis den Blick erneut kurz schweifen. Da! Auf der anderen Seite des Raumes glaubte die Soldatin Überreste einer Tür entdeckt zu haben. Davor befanden sich jedoch etliche Überbleibsel der Werkstattseinrichtung. Den Weg würden sie sich also frei machen müssen und das würde nicht leise werden. Aber falls es wirklich soweit kommen würde, hätten die Jaffa sie sowieso schon entdeckt und dann wäre der Lärm auch nur ihr geringstes Problem.
Für den Moment hoffte Ivy einfach, dass die Jaffa einfach an ihnen vorbei marschierten und sie selbst so ihre Odyssee Richtung Tor fortsetzen konnten.
[/QUOTE]
[QUOTE]Original von Basti [size=1]OOC: Scheint als seien wir zwei hier vollends allein, aber das ziehen wir halt voll durch ;) Und bei deinem Folterknecht hab ich vor ein paar Tagen gepostet :)[/size]
[b]RPG[/b]
Der Wunsch des Lieutenants wurde erfüllt, Lu'chats Krieger zogen an ihrer Position vorbei, doch schon als sich Purcell wieder erheben wollte, erzitterte das Gebäude in dem sie sich befanden. Steinchen von vor Jahren aus der Decke herabgefallenem Putz vibrierten auf dem alten Boden und hüpften munter umher, als im Tiefflug ein Al'kesh-Bomber über sie hinweg raste. 'Die Goa'uld ziehen echt alle Register', dachte sich der Major.
Er wartete noch einen Moment, dann stand er vollends auf und blickte durch eines der Fenster hinaus. Die Luft schien rein.
[color=purple]"Ok, bei der Präsenz schaffen wir es niemals zum Tor. Der Lieutenant und ich sind noch fit genug für das, was ich vor habe. Serj, du bringst den Rest auf direktestem Weg zum Tor, haltet euch bedeckt"[/color], erklärte Purcell seinen Plan, [color=purple]"Dulcis und ich werden uns etwas in die andere Richtung schlagen, in 30 Minuten die Aufmerksamkeit auf unsere Position ziehen und dann in doppelter Geschwindigkeit kehrt machen, um zum Tor zu gelangen."[/color]
[/QUOTE]
[QUOTE]Original von Iustitia Ein Ablenkungsmanöver. Das machte Sinn und war wohl die einzige Chance, dass überhaupt jemand von ihnen wieder nach Hause kam. Am schwierigsten würde es natürlich für Purcell und Dulcis selbst werden, das Tor zu erreichen. Die Soldatin war sich dessen vollkommen bewusst und doch wirkte sie äußerlich völlig ruhig als sie Purcell zunickte. Die Wahrscheinlichkeit, dass so wenigstens Tankian und die anderen heil aus der Sache rauskamen wurde durch ein Ablenkungsmanöver deutlich gesteigert. Und falls Purcell und Dulcis es nicht schaffen sollten, nun, dann war es immer noch besser nur zwei Männer zu verlieren als ein ganzes Team. Menschlich gesehen sicherlich immer noch eine Tragödie, aber rein logisch betrachtet die deutlich bessere Alternative.
[color=royalblue]"Wir sollten uns am besten jetzt gleich auf den Weg machen. Sonst finden sie uns doch noch bevor auch nur irgendjemand von uns auch nur in Sichtweite des Tores ist."[/color], kommentierte Dulcis den Plan des Majors und signalisierte damit, dass sie bereit war.
Jeder Herzschlag, den sie in diesem Versteck verbrachten, war einer zu viel. Zeit für einen gemütlichen Kaffeeklatsch oder große Diskussionen über einen Plan hatte man auf feindlichem Gebiet einfach nicht - schon gar nicht wenn der Feind aktiv nach einem suchte. Je schneller sie jetzt handelten desto besser waren ihre Chancen sich schon morgen wieder über das Kantinenessen beschweren zu können. Wenn alles absolut perfekt lief vielleicht sogar alle gemeinsam.
[size=1][b]OOC:[/b] Schade, dass der Rest verschwunden ist, aber wir zwei werden die Sache schon schaukeln. ;)[/size]
[/QUOTE]
[QUOTE]Original von Basti
Serj kramte in seinem Rucksack, zog zwei Pakete C4 und Zünder hervor und reichte sie seinem Major. Purcell wunderte es nicht, dass Tankian trotz der ursprünglich nicht als Kampfmission geplanten Operation gut ausgestattet war, Olsen dagegen reichte Dulcis nur eine einzelne Granate. David hatte selbst ein Paket C4 dabei, damit kamen sie auf drei beachtliche Ladungen, ein paar wenige Granaten und sonst nur die Munition für ihre Waffen. Um Aufmerksamkeit zu erregen würde es reichen.
[color=purple]"Serj, du weißt was zu tun ist. Bring Olsen und Rangdip soweit es geht zum Gate, wir werden so schnell wie möglich aufschließen. Captain, tut mir leid einen Sergeant über Sie zu stellen, aber Tankian hat die meiste Erfahrung hier und ist als einziger Teil meines Teams"[/color], sagte Purcell und der Captain nickte stumm. Serj griff seine Sachen und ging den beiden anderen voraus aus dem Gebäude heraus, während der Major Ivy mit sich winkte und in die entgegengesetzte Richtung ging - zurück dorthin, von wo sie gekommen waren. In die Richtung, in die gerade erst eine Einheit Jaffa gegangen war.
David sah noch einmal über seine Schulter und hoffte, dass alles klappen würde, dass Sergeant Tankian die beiden anderen in Sicherheit bringen konnte - am besten nach Pucells Plan, doch hoffentlich zumindest irgendwie, auch wenn damit etwas falsch laufen sollte.
[color=purple]"Wir hängen uns der Jaffa-Patrullie an die Fersen und warten einen geeigneten Zeitpunkt ab"[/color], sagte der Major zu Dulcis und richtete seinen Blick wieder gerade aus auf den Weg und die Gebäuderuinen vor sich.
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[QUOTE]Original von Iustitia
[color=royalblue]"Ja, Sir."[/color], antwortete Dulcis knapp.
Im Gegensatz zum Major hatte es sie eher überrascht, wie gut Tankian ausgestattet war. Sicher, sie selbst war auch nicht völlig unbewaffnet in diese ursprünglich rein diplomatische Mission gegangen, aber bei weitem nicht so gut vorbereitet wie Tankian. Für das nächste Mal nahm die Soldatin sich vor, sich ebenfalls besser auf den schlimmsten Fall vorzubereiten - wenn es denn ein nächstes Mal gab.
Vorsichtig aber zügig setzte Ivy einen Fuß vor den anderen. Bei all dem Geröll und den nahen Jaffa war es nur zu leicht durch einen falschen Tritt zu früh die Aufmerksamkeit zu erregen.
'Charlie hätte hier sicher seinen Spaß', dachte die junge Frau. Der Bruder der Militäranwältin lebte förmlich für Szenarien wie diesem - auch wenn sich seine Einsätze auf die Krisengebiete auf der Erde beschränkten.
Mit einem angedeuteten Kopfschütteln vertrieb Dulcis die Gedanken an ihre Familie. Ihre Aufmerksamkeit gehörte ins Hier und Jetzt. Sie musste sich auf die Gefahr konzentrieren: die Jaffa vor ihnen, sehr wahrscheinlich mehr Jaffa irgendwo hinter ihnen, die Bomber. Ivy hatte nun wirklich mehr als genug andere Ding im Kopf zu haben als ihren Bruder Charlie.
Ein Geräusch irgendwo hinter ihnen erregte Ivys Aufmerksamkeit. Inzwischen kannte sie es nur zu gut: ein heransausender Gleiter, der in wenigen Augenblicken schon bei ihnen sein würde. Nicht sicher, ob Purcell die Gefahr auch wahrgenommen hatte, sprach Dulcis den Major mit einem kurzen [color=royalblue]"Sir."[/color] an, ehe sie auch schon in Deckung ging. [/QUOTE]
[QUOTE]Original von Basti
Es lief wie geplant und klappte zumindest bei David und Ivy wie am Schnürchen. Der Rest des Teams bewegte sich jedoch recht langsam in die entgegengesetzte Richtung. Die Verletzten bremsten sie auf dem Weg zu Tor aus.
Die beiden waren bald wieder dort, wo ihr Bomber abgestürzt war. Und es wurde mit jedem Schritt schwieriger, nicht aufzufallen. Die Jaffa Präsenz war mittlerweile erdrückend. Es war nicht mehr nur die Patrullie, der sie gefolgt waren zwischen den Trümmern, sondern die beiden SGC-Soldaten mussten auch immer wieder anderen kleinen Krieger-Grüppchen ausweichen. Purcell nahm an, dass sie mit dem vorher gesichteten Al'Kesh bei der Absturzstelle abgesetzt worden waren. Zum Glück boten die Ruinen genügend Möglichkeiten sich zu verbergen.
Von einer mehrstöckigen, eingefallenen Position aus, von der Purcell und Dulcis sowohl das gecrashte Raumschiff, als auch einige Jaffa beobachten konnten, entschied sich David loszuschlagen. Wahrscheinlich war es einst ein kleines Mehrfamilienhaus gewesen, nun war es nur noch ein altes Skellet, und was davon übrig war hatte der Major im Untergeschoss mit dem verfügbaren Sprengstoff verkabelt.
[color=purple]"Suchen Sie sich ein paar Jaffa rechts des Al'Kesh aus... ich nehme mir Ziele links. Dann haben wir vielleicht eine Minute bevor wir aus diesem Gebäude raus und verschwinden müssen. Die Jaffa werden unsere Position durchsuchen - boom - das sollte den Goa'uld ausreichend Glauben machen, dass wir nicht weit von der Absturzstelle weg kamen und unsere Stellung halten"[/color], sagte Purcell zu Ivy.
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Hintergrundinformationen
- Diese Mission wurde benannt nach dem Song "Things You See In A Graveyard" aus der Rockoper Repo! The Genetic Opera.
Artikel erstellt von Basti.
