Mission: Die versunkene Stadt
Aus Stargate Rollenspiel - Wiki
Diese Mission fand im Mai des Jahres 2004 auf der Erde statt. Auf dem Grund des Atlantischen Ozeans werden die Ruinen einer geheimnisvollen Stadt der Antiker entdeckt. Doch die Stadt ist nicht so verlassen, wie es anfangs den Anschein hat.
Aufgetretene Personen
- Alia Elliot - Spielerin Schirin
- Auron - Spieler Robert
- Bardock - Spieler Robert
- DarkAngel - Spielerin Sigi
- Lokutus - Spielerin Sigi und Spieler Robert
- Melissa Becket - Spielerin Sigi
- Janet Fraiser - Spielerin Katha
- Jeff Jefferson, Techniker des U-Boots - Spielerin Sigi
- Mike Conners - Spieler Marcel
- Nora Wright - Spielerin Leilani Jones
- RD22 aka Ru'Dee - Spielerin Sigi
- Ryan Alexis - Spielerin Svenja
- Sean O'Donald - Spieler Basti
- Tidus - Spieler Robert
- Wakka - Spieler Robert
Zusammenfassung
- Die Vororte von des Citiy-Schiffes Altantis auf der Erde werden verschüttet, ebenso DarkAngels Raumschiff. - Ein späteres Beben bringt das Raumschiff wieder zum Vorschein, DarkAngel wird geheilt und erweckt.
Das SGC entdeckt auf dem Grund des Atlantischen Ozeans die Ruinen einer geheimnisvollen Stadt der Antiker und schickt ein Team zur Erkundung hinunter. Doch die Stadt ist nicht so verlassen, wie es anfangs den Anschein hat. Hier lernen wir die Alteranerin DarkAngel kennen, die drei Teammitgliedern Tests unterzieht, um herauszufinden, ob sie würdig sind, Technologie zu erhalten. Zum Ausgleich darf die Antikerin die Erde durch das Sternentor verlassen.
Die versunkene Stadt
Prolog
In der Blütezeit der Alteraner, vor etwa 50 Millionen Jahren, errichteten diese auf der Erde eine Kolonie, die später ihre neue Heimatwelt in der Milchstraße wurde. Doch die Erde wurde nicht zufällig ausgewählt: Einer obskuren Furlinger-Legende nach, existiert in diesem Sonnensystem einer der Überlappungspunkte der Zehn Universen und die Kolonie sollte damals zu seiner Überwachung dienen. Als die Furlinger sich aber aufgrund innerer Streitigkeiten immer mehr in ihr Territorium zurückzogen, geriet der ursprüngliche Grund für die Kolonisierung - der Glaube an die Zehn Universen - allmählich in Vergessenheit.
Die Antiker errichteten auf der Erde im Laufe der Zeit mehrere Städte, eine davon, Atlantis auf einer Insel im Nord-Atlantik zwischen den Kontinenten. Als sich jedoch vor etwa 5 Millionen Jahren in der Milchstraße eine tödliche Krankheit ausbreitete, verließen viele Antiker (teilweise durch den Aufstieg) die Erde und die City-Schiffe (u.a. auch die Hauptstadt Atlantis) wurden in die Pegasus-Galaxie verlegt. Zurück blieben nur kleine, aber immer noch beeindruckende Reste, die ehemaligen Vororte der City-Ships. Zwischen 200.000 und 8.100 v. Chr. kehrten viele Alteraner auf die Erde zurück und bevölkerten diese Vororte.
Doch gegen die Machtübernahme der Goa'uld konnten die wenigen lebenden Alteraner gegen 8.000 v. Chr. schließlich nichts mehr unternehmen. Um der Verfolgung durch die Goa'uld und einer daraus resultierenden Verschmelzung zu entgehen, nutzten viele der Alteraner das Stargate-Netzwerk um die Erde zu verlassen. Die Siedlungsströme von der Erde wurden vom verbliebenen Rat der Alteraner überwacht, die zurückgebliebenen Städte auf der Erde nach Möglichkeit vernichtet. Gegen Ende der Evakuierung schickte Lokutus, der Vorsitzende des hohen Rates der Antiker, seine Tochter DarkAngel in Begleitung ihres Roboters RD22 zum Antarktischen Außenposten, den übrigen Vororte des City-Schiffes Atlantis. Sie hätte dort einige kleine Aufgaben erledigen und sich dann in eine andere Galaxie begeben müssen, um mit einem Insektenvolk diplomatische Beziehungen aufzubauen, das als eine der wenigen höher entwickelten Spezies galt, bei die verbliebenen Antikern eventuell eine neue Zufluchtsstätte finden konnte. DarkAngel sollte nämlich in wenigen Monaten, nach der Abdankung von Lokutus, einen Sitz im hohen Rat einnehmen und diese Reise war der Abschluss ihrer Ausbildung.
DarkAngel war über diesen Auftrag nicht sehr begeistert, hatte sich aber dem Willen ihres Vaters beugen müssen. Der Weg von ihrer Heimatwelt Antika zur Antarktis der Erde und danach in die Galaxie des Insektenvolkes war mit dem Schiff beschwerlich, doch notwendig, denn es existierte in der Ziel-Galaxie noch kein Stargate. Die Schiffe der Antiker waren rar, was sie noch hatten, brauchten sie, um sich vor den Goa'uld zurück zu ziehen. Daher hatte ihr Lokutus widerstrebend seinen kleinen privaten Mini-Jet mitgegeben, mit dem er schon einige Rennen gewonnen hatte.
DarkAngel und RD22 verbrachte nur wenige ereignislose Tage in dem letzten, bewohnten Außenposten auf der Erde. Am Tag ihrer Abreise, als DarkAngel gerade mit ihrem Roboter das Raumschiff betrat, geschah jedoch eine Katastrophe, bei der ein uralter Vulkan auf dem Kontinent ausbrach, auf der die Vororte von Atlantis einst erbaut worden waren. DarkAngel befahl dem vollautomatischen Mini-Jet sofort zu starten, doch es war schon zu spät: Plötzlich ging alles rasend schnell. Die Erde bebte und Magma wurde in den Himmel gestoßen. Dadurch wurde der Untergrund des Außenpostens instabil und begann im Meer zu versinken. Während alle anderen Antiker evakuiert werden konnten oder im Verlauf der Katastrophe ihr Leben verloren, blieb DarkAngel alleine für lange Zeit verschüttet. Als sie erkannte, dass es für sie keinen Ausweg aus der verschütteten Stadt gab und niemand sie retten würde, versuchte sie aufzusteigen. Sie gehörte zu den körperlich sehr weit entwickelten Antikern und besaß prinzipiell zumindest die Chance, einen eigenen Aufstieg zu schaffen, ja sie hatte schon einige Male Energieform angenommen, jedoch den letzten Schritt zum Aufstieg aufgrund ihrer Liebe zu ihrem geheimen Gefährten Auron verweigert. Doch auch dafür war es schon zu spät. Als sie sich gerade in der Mitte der Transformation befand, halb körperlich, halb energetisch, traf sie etwas von der halb zerstörten Stadt, welche nach wie vor instabil war, so stark am Kopf, dass sie in Ohnmacht fiel und die Transformation nicht beenden konnte. Durch das austretende Magma hatten die Systeme des Raumschiffes, in dem sie sich befand, eine schwere Fehlfunktion erlitten. Als die Alteranerin das Bewusstsein verlor, nahm der Computer an, dass sie tödliche Verletzungen erlitten hatte. Gemäß einer veralteten Programmierung fror er DarkAngel daher sofort ein. Die Vororte wurden immer weiter verschüttet, da der Grund für lange Zeit instabil geworden war. Das Raumschiff der Alteranerin war von den Wassermassen in eine Felsspalte gespült worden. Ein weiteres Erdbeben verschüttete das Raumschiff endgültig.
Lange Zeit ruhten die Vororte auf dem Meeresgrund. Auf der Erdoberfläche erinnerte man sich nur noch in Legenden an die Stadt der Antiker. Doch die Stadt selbst wurde von den automatischen Reparaturrobotern langsam wieder aufgebaut und in ihren ursprünglichen, paradiesischen Zustand versetzt. Vor etwa 300 Jahren konnte auch endlich wieder der Energieschild in Betrieb genommen werden, der die Wassermassen von der Station fern hielt, was die Arbeit den Robotern ungemein erleichterte. Von da an ging die Arbeit um einiges schneller voran. Kurze Zeit später wurde auch der Tarnschild wieder in Betrieb genommen, der die Station unentdeckbar machte und jegliche Energiesignale unterdrückte. In den letzten Jahrzehnten waren schon einige Unterwasserfahrzeuge über die Überreste von Atlantis hinweg gefahren, hatten sie aber nie entdeckt, da man außerhalb des Tarnschildes nur eine uninteressante, riesige Felsformation erkennen konnte.
Die Antikerin erwacht
Die Stadt in der Antarktis ruhte nun schon seit einiger Zeit auf dem Meeresgrund. Die Reparaturroboter hatten sie in den ursprünglichen Zustand zur Blütezeit der Antiker versetzt - nein sie sogar verbessert - und waren nun inaktiv, da es kaum noch etwas zu tun gab. Nur wenige waren damit beschäftigt, die Maschinen zu warten und die verschiedenen Gärten zu Pflegen. Alles wartete auf die Rückkehr der Alteraner – doch sie kamen nie.
Eines Tages jedoch bebte die Erde direkt unter den Überresten der Antikerstadt mit ungewöhnlicher Heftigkeit, was zu großer Zerstörung in der Stadt selbst führte. Im Maschinenraum fielen Brocken aus der Decke und trafen viele der Maschinen. Auch das Gerät für die Erzeugung des Tarnschildes wurde irreparabel beschädigt und die Tarnung fiel innerhalb von Sekunden aus. Dummerweise waren keine Ersatzteile mehr vorhanden und konnten aufgrund ihrer Kompliziertheit mit den vorhandenen Mitteln nicht nachgebaut werden. Zum Glück blieb der Energieschild dafür intakt. Allerdings konnte dadurch nicht verhindert werden, dass Energiesignale abgesetzt wurden und "Atlantis" auf dem Meeresgrund sichtbar wurde.
Ein weiteres, schwächeres Beben einige Tage später legte das Raumschiff von DarkAngel frei, das sich in einer Felsspalte in der Nähe befand. Sensoren entdeckten den Mini-Jet sofort und identifizierten ihn als Alteraner-Technologie. Es wurden Bergungsroboter losgeschickt, die das Raumschiff in die Stadt brachten und es öffneten. Als erstes fanden sie RD22, der wegen einer unbedeutenden, durch das Beben hervorgeführten, Fehlfunktion deaktiviert war. Eine kurze Diagnose brachte hervor, dass der Fehler schnell behoben werden konnte.
Gleich darauf entdeckten die Roboter die eingefrorene DarkAngel. Sie wurde sofort auf die vollautomatische Krankenstation der Stadt gebracht. Der Zentralcomputer taute DarkAngel, nachdem er sie untersucht hatte, innerhalb weniger Minuten auf. RD22's Fehlfunktion war mittlerweile behoben worden und daher konnte er anwesend sein, als der Computer die Alteranerin weckte.
DarkAngel erlangte schnell das Bewusstsein und sah, dass sie sich auf der Krankenstation befand. "Was ist passiert?", fragte sie.
Der Computer erklärte ihr mit sanfter Stimme die Geschehnisse zur Zeit des Bebens. "Weil Du mitten im Prozess des Aufsteigens eingefroren wurdest und so lange Zeit in diesem Zustand verbracht hast, wurden Deine Zellen beschädigt. Als Folge davon kannst Du nicht mehr vollständig aufsteigen. Meinen Berechnungen zu Folge wirst Du den physiologischen Stand zum Aufstieg nicht mehr erreichen können." Der Computer beendete seinen Minutenlangen Vortrag.
"Kannst Du das wieder heilen?", fragte DarkAngel besorgt.
"Nein, mir ist das mit den vorhandenen Mitteln nicht möglich. Dafür müsstest Du dich nach Antika oder eine der Furlingerwelten begeben."
"Gut, dann werde ich mich mit dem Mini-Jet sofort dorthin begeben und..."
Der Computer unterbrach sie. "Dies ist leider nicht möglich. Das letzte Erdbeben hat den Jet fluguntauglich gemacht."
DarkAngel seufzte. "Das wird meinem Vater aber nicht gefallen. Echt toll. Na gut. Dann zeige mir den Weg zum Sternentor. Ich werde sofort abreisen."
"Auch dies ist im Moment leider nicht möglich, da sich das Sternentor außerhalb unseres Einflussbereich befindet."
Der Computer bat DarkAngel sich zu setzen und begann ihr die Geschichte der letzten paar tausend Jahre in groben Zügen zu erläutern. Das Meiste bezog sich auf die Entwicklungsgeschichte der Erde. Doch der Computer konnte sich auch Zugriff auf viele Computer der Erde verschaffen und somit DarkAngel auf den neuesten Stand der Galaktischen Politik bringen, soweit er den Tau'ri bekannt war. Nur zu den Computern im Stargate Center hatte das System von Atlantis keine Verbindung aufgebaut, um keine Aufmerksam auf sich zu lenken...
Überzeugungsarbeit
Die Archäologin Alia Elliot saß in ihrem Büro im SGC über einem Berg von Akten, Büchern, Satellitenbildern und Zigarettenschachteln. Der Qualm, der sich mittlerweile nach 19 Stunden Arbeit in ihrem Büro angesammelt hatte, war so dick, dass man ihn mit einem Buschmesser hätte zerschneiden können. Sie war zwar unbeschreiblich chaotisch und scherte sich um keine Vorschriften, weshalb sie auch immer eine Lederjacke zu ihrer BDU-Hose trug. Doch Alia wusste genau, wie viel sie drauf hatte. Sie war Spezialistin auf ihrem Gebiet und das ließ sie auch jeden spüren! Um das Thema, mit dem sie sich gerade beschäftigte, herrschte auf der Erde schon seit Jahrtausenden wilde Spekulationen und Geschichten: es ging um die im Ozean verschollene, geheimnisumwobene Stadt Atlantis ... und Alia wusste, dass sie knapp vor einer Lösung und der Entdeckung dieser Stadt stand.
Die Archäologin nahm ein Satellitenbild in die rechte Hand und eine seismologische Aufzeichnung in die linke. Abwechselnd betrachtete sie die Bilder und legte das Satellitenbild weg. Dann griff sie zu einem Bericht über undefinierbare Energiesignale unter der Meeresoberfläche des Atlantiks. Sie zog an ihrer Zigarette... "Das ist es!"
Alia stand blitzschnell auf, schnappte ein paar Zettel, die sie hastig in eine Aktenhülle stopfte und verließ das Büro. Sie ging zielstrebig in die Kantine, schaute sich schnell um und steuerte dann mit den Akten in der Hand den Tisch an, wo Colonel Ryan Alexis, der Medic Sergeant Mike Conners und Captain Nora Wright saßen.
"Morgen! Ist hier noch frei?" Sie wartete keine Antwort ab und nahm Platz. Die Archäologin sah eine Kaffeetasse vor Ryan auf dem Tisch stehen und griff zu. "Kaffee - genau das brauche ich jetzt ... ich darf doch?..." Wieder ohne eine Antwort abzuwarten nahm sie ihre Zigarette aus dem Mund und trank einen großen Schluck aus der Tasse. Dann zog sie tief von ihrem Glimmstängel und blies den Rauch, ohne darauf zu achten wohin, in die Luft.
"Ich hab's gefunden, Ryan!" Sie nahm die Akte und knallte sie vor Ryan auf den Tisch. "Vor einigen Tagen wurden unter dem Atlantischen Ozean heftige vulkanische Aktivitäten gemessen...", sie zeigte Ryan die Aufzeichnung, "....kurz darauf empfing das STCP in Florida Energiesignale mit einem uns unbekannten Muster vom Meeresgrund. Genau an der Stelle wo das Epizentrum des Erdbebens war...und das ist hier...." Se zeigte auf eine Satellitenaufnahme, worauf ein großer roter Kreis gezeichnet war und ging davon aus, dass der Colonel wusste was sich dahinter verbarg.
Ryan sah Alia entgeistert an. "Also erst mal..." Er stützte den Ellenbogen auf den Tisch und griff mit einer Hand nach dem Glimmstängel, nahm ihn ihr aus dem Mund und drückte die Zigarre auf dem Unterteller aus. "...ist hier Rauchverbot und zweitens: wovon redest du hier eigentlich?"
Alia gefiel es zwar absolut nicht, dass Ryan ihre teure Zigarette ausdrückte, ohne dass sie sie zu Ende rauchen konnte, jedoch überging sie dies fürs erste und grinste ihn nur breit und etwas herausfordernd an. "Klar, dass du das wieder nicht kapierst! OK, nochmal gaaaaaanz laaaaaangsam....zum mitschreiben! Ich – habe – Atlantis - gefunden! Und zwar genau hier!" Sie tippte mit dem Zeigefinger auf den roten Kreis ihres Zettels. Mike nickte Alia lächelnd zum Gruß zu, zog aber auch gleichzeitig absichtlich auffällig seine Kaffee-Tasse näher zu sich.
"Versuchen Sie es erst gar nicht, Sergeant, sie kriegt ihn sowieso." Ryan schmunzelte und sah dann von der Karte zu Alia. "Atlantis? Da auf der Karte? Einfach so? Wie bist du darauf gekommen?", fragte er skeptisch.
Alia sah die auffällige Geste von Conners. "Keine Angst Mike, so nötig hab ich's auch wieder nicht!" sagte sie und wandte sich dann augenrollend wieder an Ryan. "Das hab ich dir doch vorhin versucht zu erklären, pass doch mal auf, man(n)! Siehst du die Übereinstimmung zwischen Erdbeben und Signal nicht? Außerdem lässt laut Bericht des STCP das Signal ein Vorkommen von Maschinen vermuten. Und ich habe mir sämtliche Angaben zu U-Booten, Forschungsdrohnen oder was auch immer menschliches da unten gewesen sein könnte, angesehen und es befand sich zu dem Zeitpunkt KEINE dieser Maschinen im Umkreis von 20km um diesen Punkt..." Sie hoffte, dass der Colonel es nun endlich verstand.
"Du behauptest also allen Ernstes, dass du Atlantis entdeckt hast... warum gerade jetzt? Warum hat es vorher noch niemand entdeckt? Die hatten wohl kaum einen Stromausfall." Antwortete Ryan grinsend. "Okay, ich glaube dir ja schon, und ich ahne was du vorhast. Reisegruppe Atlantis, packt eure Taucherbrillen zusammen!" meinte er an alle gewandt.
"Ha! Ich wusste, dass du fragen würdest, warum wir erst jetzt herausfinden konnten, wo Atlantis liegt. Du bist echt zu berechenbar, Colonel!" Alia grinste ihn frech an. "Das Erdbeben muss unheimlich heftig gewesen sein. Sieben auf der Richterskala... mich würd's nicht wundern, wenn da in Atlantis einiges kaputt gegangen ist. Und selbst wenn wir nur Ruinen finden - was ich nicht glaube, weil die Mythen alle von einer hoch entwickelten Kultur berichten - eine Stadt von den Erbauern des Stargates, den Antikern, das wäre der Fund des Jahrhunderts!! Wir müssen da einfach hin Ryan!!"
Man konnte Nora an der Nase ansehen, dass sie keine Lust hatte im Wasser zu planschen. Aber wenn die Pflicht rief ... "Hast du den General schon in Kenntnis gesetzt, Alia?", fragte sie.
"Nein....sagen wir es so.....der General..." , sie flüsterte die nächsten vier Worte, "Dieser alte verklemmte Spießer ist momentan nicht so gut zu sprechen auf mich. Darum wird das Ry....ähm Colonel Alexis für mich übernehmen!" Alia drehte ihren Kopf zu Ryan und grinste ihn wieder frech an. "Nicht wahr?"
Ryan zog beide Augenbrauen nach oben. "Ich? Nur weil du den Feueralarm ausgelöst hast? Ich kann das ganze geografische Zeugs doch gar nicht erklären...."
Nora grinste: "Das ist dem General doch egal, Sir. Hauptsache das ganze wird von Ihnen vorgeschlagen. Wir wissen doch alle, dass der General Sie besonders schätzt, Sir."
"Er schätzt mich nur, wenn ich kein Chaos anrichte.", antwortete Ryan und zwinkerte. "Ich werde mein Glück versuchen....das klappt schon..."
"Und Sie denken wirklich, dass wir die Erlaubnis zu so einer Mission bekommen? Ich meine, wir sind von der US Air Force. Das geht doch mehr die Navy was an, wenn überhaupt. Solch archäologischen Funde sind doch eher was für internationale und vor allem öffentliche Forschungseinrichtungen", meinte Mike und nahm einen tiefen Schluck Kaffee.
Alia gab ihm einen freundschaftlichen, aber nicht sanften Schlag auf die Schulter. "Wir können da keine Zivilisten oder andere Militärs dran lassen! Wer weiß was sich da unten verbirgt und diese Stümper würden sowieso nur Panik machen..."
"Sicher, wahrscheinlich wimmelt es da unten auch noch von Schlangenköpfen...aber gut...dann räuchert Ally sie halt aus.", warf Ryan grinsend ein und machte sich mit den Akten auf zum General.
Alia nahm sich eine Schachtel Zigaretten aus der Hosentasche und fummelte die letzte Zigarette heraus. "Na dann fange ich gleich mal an, mich auf den Einsatz vorzubereiten.", sagte sie und zündete die Zigarette an.
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Ryan klopfte an die Tür zu General O'Donalds Büro. "General O'Donald, Sir!" Er salutierte mit einem Aktenordner unterm Arm. "Sir, ich habe interessante Neuigkeiten."
"Schießen Sie los, Colonel." sagte der General erwartungsvoll. Er legte einige Papiere zur Seite und lehnte sich in seinem großen Stuhl zurück.
"Danke. Ähm... also vor ein paar Tagen hat die US Navy merkwürdige Signale vom Grund des Atlantiks empfangen. Unsere archäologische Forschungsabteilung hat sich unter anderem damit befasst. Elliot, Foster und Jones sind sich alle einig und sicher, dass es sich bei dem Signal um Atlantis handeln muss, Sir. Hier sind die Satellitenbilder und Signalaufnahmen." , Ryan breitete die Akten auf dem Tisch aus und erklärte sie dem General. "Wir würden der Sache gerne auf den 'Grund' gehen, Sir."
Der General zog die Augenbrauen hoch und überflog die Akten kurz. "Was vermuten unsere Archäologen, um was es sich dabei handelt?"
"Sie wissen es nicht genau, Sir, aber sie denken, dass sich dort unten eine antike Stadt befindet, wie es die Legende besagt. Immerhin muss es dort sehr fortgeschrittene Technologie geben, wenn sie es so lange vor uns geheim halten konnten. Es gab ein Erdbeben und das ist höchstwahrscheinlich der Grund für den Defekt in ihrem Sicherheitssystem. Allein wegen der Technologie sollten wir uns dort umsehen... und vielleicht gibt es auch noch Überlebende."
"Sagen Sie bitte nicht, dass diese Theorien alle von Dr. Elliot stammen!", meinte der General teils skeptisch, teils etwas schmunzelnd. "Colonel, sind Sie sicher, dass das kein Schlag ins Wasser wird und keine Verschwendung von Geldern?"
Ryan grinste breit. "Sir, ich hatte auch meine Bedenken wegen Elliot. Aber Sie müssen zugeben, dass sie gute Arbeit leistet. Und Foster und Jones sind ebenfalls in das Projekt involviert und bestätigen ihre Theorie. Können sich drei unserer besten Archäologen irren, Sir? – Und wenn es doch nur ein Hirngespinst ist, machen wir eben einen kleinen Badeurlaub." Er bemerkte den vielsagenden Blick von seinem Vorgesetzten. "Sir, ich vertraue Elliot. Wenn sie sagt, dass Atlantis bei diesen Koordinaten liegt, dann ist es da."
"Das will ich schwer hoffen." , sagte der General. Er überlegte kurz. "Womöglich kann Sie ein Forschungsschiff der Navy dorthin bringen und mit einem kleinen U-Boot könnten Sie dann hinunter tauchen. Sie haben zwar nur grobe Koordinaten, aber wenn es sich um etwas so großes handelt, sollte es zu finden sein. Deswegen werden Sie sofort zurückkehren, wenn dort nichts ist. Kein Badeurlaub! Das SGC braucht jeden Mann."
"Aye, Sir! SG-3 ist abmarschbereit und wird sich auf den Weg machen... und dabei hab ich schon meine Taucherbrille eingepackt." Gespielt beleidigt sah Ryan den General an und verließ das Büro.
Der Abstieg
SG-3 stand abmarschbereit am Hafen und warteten auf das U-Boot. Alia stand in grüner BDU Hose, schwarzer Lederjacke, ihrem Cowboyhut und ihrer Ausrüstung bei den Anderen und versuchte gerade, sich im Wind des Hafens eine Zigarette anzuzünden - was einer geübten Raucherin wie ihr natürlich auf Anhieb gelang. "Wo bleibt denn das U Boot?"
"Da vorne kommt es schon." , meinte Ryan genervt. "Sei doch nicht so ungeduldig!" Er zeigte auf ein ankommendes U-Boot Typ XXI (knapp 80m lang und gerade mal 7m breit), das sich ihnen schnell näherte. Alia sah zu Ryan und hielt ihren Hut fest, damit er nicht weg flog. "Doch, bin ich aber! Ich meine: einer DER Funde, den die Menschheit in den letzten Jahrtausenden gemacht hat - und dieses Sche...." , sie räusperte sich, "..blöde U-Boot kommt nicht."
"Eben ... da kommt es auf fünf Minuten auch nicht mehr an." , brummte er, lehnte sich lässig an das Geländer neben dem Hafenbecken und ließ sich den Wind durch die Haare wehen. "Jetzt hab ich ein Problem: bisher hab ich meiner Tochter immer was mitgebracht. Was soll ich ihr aus Atlantis mitbringen?"
"Vielleicht gibt's in Atlantis ja einen Souvenirshop..." Alia lachte über ihren Witz und zog wieder kräftig an ihrer Zigarette. Als sie sah, dass das U-Boot endlich anlegte, schnappte sie sich ihre Ausrüstung. "Na dann kann's ja losgehen!"
"Haha!" , frustriert stieg Ryan die Rampe hinauf und kletterte in das Innere des U-Boots, dicht gefolgt von Mike Conners und Nora Wright. Alia stieg als letzte mit brennender Zigarette ein. "Und hier hast du..." , Ryan griff nach Alias Zigarette, drückte sie aus und warf sie durch die offene Luke hinaus ins Meer. "...Rauchverbot." Der Colonel grinste sie dabei zuckersüß an.
"Rauchverbot? RAUCHVERBOT? Weißt du, was mit dem letzten Menschen passiert ist, der mir etwas von einem Rauchverbot erzählen wollte?"
Ryan sah sie völlig unbeeindruckt an. "Nein, das weiß ich nicht. Keine Diskussion, Alia!"
Alia wollte etwas erwidern, riss sich aber dann zusammen und kramte in ihrer Hosen. Als sie das Gesuchte gefunden hatte, wedelte sie damit Ryan vor der Nase herum. Er nahm die Packung und las darauf 'Nikotin-Kaugummi'. Alia riss ihm mit einer schnellen Bewegung die Packung wieder aus der Hand, nahm einen Kaugummi in den Mund und salutierte spielerisch vor Ryan. "Yes, Sir!"
"Geht doch..." Er grinste die Archäologin gespielt triumphierend an und ging dann auf die Brücke, um mit dem Captain zu sprechen. Kurze Zeit später verließ das U-Boot den Hafen.
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Alia befand sich gerade in einem der engen Mannschaftsräume des U-Bootes und versuchte ein Buch über alte Antike Schriften und Kulturen zu lesen. Dabei kaute sie ungeduldig auf ihrem Nikotin-Kaugummi herum. "Bähh ... ich hasse diese Dinger!" Sie nahm ihre Schachtel Zigaretten aus der Lederjacke und wollte gerade eine Zigarette herausnehmen, als sie inne hielt und nach oben an die Decke zu den Feuermeldern schaute. "Ach nein, lieber nicht ... Alia du schaffst das!" Sie packte die Zigaretten wieder weg und klebte sich stattdessen ein Nikotin-Pflaster auf den Arm. Dann las sie weiter.
"Ist auch gesünder so.", meinte Mike, der neben ihr saß und an einer Tasse Kaffee nippte. "Ganz zu schweigen davon, dass dich der Captain des U-Bootes wahrscheinlich umbringen würde."
"Ally du wirst es doch mal ein paar Stunden aushalten ohne uns ausräuchern zu wollen!" , sagte Nora grinsend, als sie in diesem Augenblick den Raum betrat.
"Genau, das kann doch nicht so schwer sein." Ryan tauchte hinter Nora auf und lugte in die Kabine. "Der Captain meint, dass wir in vier Stunden bei den Koordinaten eintreffen werden. Wenn du es bis dahin nicht aushältst, kannst du ja mal kurz den Kopf aus dem U-Boot stecken."
Alia verdrehte die Augen. "Haha! Deine Witze sinken anscheinend mit dem U-Boot Ryan!"
Mike, der bisher interessiert aber vollkommen ohne Ahnung Alia beim Lesen der Schriften 'unterstützt' hatte (er stand rum, wunderte sich über die komischen Buchstaben und zwang sich, die Archäologin nicht ständig mit Fragen zu nerven und zu unterbrechen), fragte schließlich doch etwas: "Und Du glaubst, da unten könnte wirklich eine altertümliche und gleichzeitig fortschrittliche Stadt sein, die noch nicht entdeckt wurde?"
Alia sah von ihrem Buch auf. "Natürlich! Du etwas nicht, Mike? Nachdem was wir schon so alles gesehen haben, halte ich NICHTS mehr für unmöglich!"
"Na ja, da waren wir ja auch schließlich in der ganzen Galaxie unterwegs." , meinte der Medic zwinkernd. "Hier sind wir auf der Erde. Und eine Stadt, die moderner ist als jede unserer - eine Antiker Stadt vermutetest du doch?"
Ryan trat in den Raum, kletterte in eine der oberen Kojen und streckte sich dort aus. "Und wer soll da unten auf uns warten? Goa'uld? Asgard ... Nox ... Tollaner ... Antiker ... Furlinger? Hast du wieder irgendwelche wilden Spekulationen auf Lager, Ally?"
"Ja!", antwortete Alia auf Mikes Frage und wandte sich dann an Ryan: "Na was denkst du? Dass uns in einer alten, angeblich von den Antikern erbauten Stadt, Hula tanzende Seth-Jaffa mit Schnupfen erwarten?"
"Hey, vielleicht ist die Stadt ja auch gar nicht von den Antikern gebaut. Die Goa'uld haben sich doch sowieso alle Rechte an der ganzen Antiker-Technologie untern den Nagel gerissen. Ich würde mich nicht darauf verlassen." Der Colonel verschränkte die Arme hinter dem Kopf.
Alia warf wieder einen Nikotin-Kaugummi ein, weil der erste langsam seine Wirkung verlor. "Ja, da könntest du Recht haben. Aber dann sag mir bitte, warum sie über Jahrtausende da unten bleiben und nicht versuchen, die Herrschaft über die Erde an sich zu reißen!"
Ryan gähnte leise und schloss die Augen. Es waren immerhin noch über drei Stunden Zeit. "Vielleicht können Sie nicht schwimmen, oder ihnen gefällt es da. Seth hat auch nicht die Weltherrschaft an sich gerissen."
Wie auf Kommando begann Alia mit schwafeln. "Ja, aber er hat es versucht und wenn man sich die Geschichte der ägyptischen Götter ansieht und auch der griechischen, dann stellt man ein hohes Streben nach Macht fest, welches die Systemlords auch auf ihre Jaffa übertragen....Horus zum Beispiel..." .....ca. 20 Minuten später... "...und genau das ist der Grund, warum in Atlantis nur Antiker sein können....und keine Goa'uld! Ryan das müsste sogar dir einleuchten, oder??" Sie sah hoch zu ihm, konnte aber nicht erkennen, dass er die Augen geschlossen hatte. Es machte sie jedoch stutzig, dass er die ganze Zeit so ruhig gewesen war, während sie sprach.
Ryan hatte derweil schon bei den Worten 'streben nach Macht' abgeschaltet und war längst eingeschlafen. Da sich Alia wunderte, warum Ryan nicht antwortete, stand sie auf und ging zu seiner Pritsche. Als sie dort ein leichtes Schnarchen hörte, war sie erst sauer. Doch dann kam ihr eine Idee und sie grinste kurz fies zu Mike und Nora. "Na warte...!" Sie sah in einer Ecke einen vollen Putzeimer stehen. Ohne ein Wort zu verlieren goss sie den ganzen Inhalt des Eimers auf Ryan, welcher dadurch pudelnass wurde. "Guten Morgen, Colonel!"
Sonne, Palmen ... ein Urlaub in der Karibik ist doch was Feines. Kein Stress, keine nervigen Goa'uld, keine wahnsinnigen Ärzte und Archäologen und keine Zigarettenqual. Das Paradies auf Erden. – Platsch - Mit einem halben Herzinfarkt und hustend erwachte Ryan aus dem angenehmen Traum. Er schnellte hoch und stieß sich dabei zusätzlich den Kopf an der Decke. "Was, wo, wie?" Er strich sich das Wasser aus den Augen und schrie dann los: "DR. ELLIOT!"
Alia schloss kurz die Augen als Ryan so schrie, blieb aber trotzdem stehen und grinste weiter. "Ich bin hier und nicht schwerhörig. Und das da...", sie zeigte auf seinen Kopf und setzte ein schmerzverzerrtes Gesicht auf, "wird bestimmt ne Beule!"
Der Colonel schnaubte kurz wütend auf. "Und ob das eine Beule wird!" Er zog sich schnell das durchnässte T-Shirt aus und warf es ihr ins Gesicht. "Mann! Du bist ja schlimmer als meine Tochter und die ist mit ihren acht Jahren schon SEHR schlimm!" Beleidigt sprang er von der Pritsche und stand nun direkt vor Alia. "Konntest du nicht warten, bis ich meine Taucherbrille auf hatte?"
Alia fand die Aktion mit dem T-Shirt nicht so lustig, nahm es aber als kleine Rache hin. "Deine Tochter entwickelt sich dann ja prächtig...", sie grinste Ryan frech an und tat dann gespielt hochnäsig: "...und nein, ich konnte nicht warten. Kleine Sünden bestraft Gott sofort!"
"Na toll, dann gab es wenigstens eine kleine Belustigung für die Frauen unter uns", meinte er sarkastisch, ging zu seinem Rucksack und zog sich ein anderes schwarzes T-Shirt über. "Und meine Tochter ist wirklich ein Wolf im Schafspelz, wenn ich das so sagen darf. MannOmannOmann...aber ihr kann ich einfach nicht böse sein...", er sah wieder zu Ally. "Ganz im Gegensatz zu anderen Personen."
Sie sah ihn mit einem Dackelblick an. "Ach komm schon Ryno! Kannst du diesem Blick widerstehen und MIR lange böse sein?"
"Wenn du mich so nennst....JA!", antwortete Ryan. Das U-Boot näherte sich weiter den Koordinaten. Ein Offizier kam herein und teilte SG-3 mit, dass sie in etwa einer viertel Stunde etwas sehen müssten. "Also: packt eure Sachen, wir reisen ab!", befahl der Colonel.
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Es hatte einige Stunden gedauert, um DarkAngel auf den neuesten Stand zu bringen und sie wurde immer ungeduldiger. Was interessierte sie die Geschichte dieser Rückständigen! Während der Erläuterungen des Stationscomputers hatte sich die Antikerin in den Kontrollraum von Atlantis begeben. Er war kreisrund und sehr einfach ausgestattet. An den Wänden gab es ein paar große Monitore. Einer zeigte den Orbit des Planeten Erde, in dem sich einiges an Müll angesammelt hatte und auch die klapprige Raumstation ISS. Ein weiterer Monitor zeigte die Position der Erde im bekannten Universum und woanders wurden aktuelle Ereignisse gezeigt (meist kriegerische Handlungen!).
DarkAngel warf nur einen flüchtigen Blick auf diese Bilder und wandte sich dann gleich wieder verächtlich ab. Wo war sie da nur gelandet. Ihr Ziel war der Stuhl in der Mitte des Raumes, von wo aus sie die ganze Station kontrollieren konnte und, wenn nötig auch ein Nickerchen halten konnte. Endlich hatte der Computer seinen Bericht abgeschlossen.
"Also, wenn ich es richtig verstanden, dann ist das Sternentor im Moment versteckt unter einem großen Berg und wird von der größten und mächtigsten Nation dieses Planeten kontrolliert und der Rest der "Menschheit", wie sie sich selbst nennen, weiß nichts von allem?", fasste DarkAngel zusammen.
"So ist es.", bestätigte der Computer.
DarkAngel atmete erleichtert auf. "Na dann gibt es ja keinerlei Probleme! Für mich wird es keine Schwierigkeit sein, unerkannt in den Berg einzudringen und dann schnell durch das Tor zu verschwinden. Und selbst wenn sie etwas merken ... Sie werden mir sowieso nichts tun können!"
"Davon würde ich abraten.", wandte RD22 ein.
"Und warum, oh Du mein weiser Berater?", fragte DarkAngel genervt.
"Wir sollten dieses Volk nicht vor den Kopf stoßen und uns zum Feind machen. Eines Tages könnten sie uns vielleicht nützlich sein." antwortete RD22 geduldig.
"Außerdem habe ich gerade aus verschiedenen Transmissionen der Menschen erfahren, dass Atlantis entdeckt wurde. Sie haben ein Fahrzeug losgeschickt, um den Ursprung unserer Signale zu erforschen.", warf der Computer ein.
"Na toll. Das heißt sie stehen bald bei uns auf der Matte und ich krieg nie meine Ruhe" seufzte DarkAngel. Dann fragte sie RD22 hoffnungsvoll: "Können wir sie nicht einfach abschießen und sie so los werden?" RD22 sah sie nur streng an und würdigte dieser Aussage keine Antwort. "Na dann eben nicht. Und wieso könnten wir sie denn überhaupt brauchen? Ich meine, sie sind noch auf einem dermaßen niedrigen Stand der Evolution ... Bis sie unseren Stand der Technik und Reifegrad erreichen, dauert es sicher noch Jahrtausende!" DarkAngel klang dabei sogar noch überheblicher als sonst.
RD22 erklärte ihr geduldig, dass die Menschen sehr zielstrebig und ein erfinderisches Volk seien, die nicht so schnell aufgaben. Irgendwann würden sie den Alteranern sicher nützlich sein und es wäre intelligent, sie schon heute, wenn auch unbewusst, auf die Seite der Alteraner zu ziehen.
Plötzlich meldete sich der Computer wieder zu Wort. "Das Gefährt der Menschen nähert sich uns. Sie werden in etwa 10 Minuten Atlantis erreichen und in ein paar Minuten in Sichtweite der Stadt kommen."
DarkAngel seufzte tief, musste sich anscheinend aber ihrem Schicksal fügen. "Na gut. Schalte alle Verteidigungssysteme ein, wir wollen ja keine Überraschungen erleben." Dann kam DarkAngel eine Idee. "Also, Ru'Dee, töten können wir sie nicht, richtig?" Der Roboter nickte.
DarkAngel fing unwillkürlich an zu grinsen: "Das heißt aber noch lange nicht, dass wir nicht unseren Spaß mit ihnen haben können." Die Antikerin wandte sich an den Computer. "Sag mal lebt Sepia eigentlich noch?"
"Nein, Sepia ist schon lange verstorben. Es existieren nur noch wenige von ihrer Spezies. Es befindet sich aber noch Octavio, ein entfernter Verwandter von ihr, in der Nähe. Er ist uns ebenfalls freundlich gesinnt und kann in Kürze hier sein."
DarkAngels Grinsen wurde breiter. "Sehr gut. Bitte ruf ihn und gib ihm folgenden Auftrag, er soll aber einigermaßen sanft vorgehen..."
RD22 versuchte sie von ihrem Vorhaben abzubringen, weil es sich nicht schickte, aber diesmal ließ die Antikerin sich nicht reinreden. Jetzt zählte erst mal der Spaß, und vielleicht würde es auch die Menschen davon abbringen, weiter nach Atlantis zu suchen...
Ein bisschen Spaß muss sein...
Octavius ruhte am Meeresgrund und genoss die Dunkelheit, die ihn umgab. Da erreichte ihn die telepathische Nachricht des Atlantischen Hauptcomputers mit einer Bitte. Da die Riesenkrake die Alteraner schon seit über zehntausend Jahren kannte (er war einer der Ältesten und auch letzten seiner Art) und ihnen wohlgesonnen war, kam er seiner Bitte gerne nach. Außerdem hatte er mit den Menschen sowieso noch ein Hühnchen zu rupfen, weil sie sein Meer immer mehr verschmutzten und für einen Spaß war er immer zu haben. Octavius war um einiges intelligenter als es ihm die dominierende Spezies des Planeten je zutrauen würde. Aus diesem Grund hielt er sich die meiste Zeit auf dem Meeresgrund auf und versteckte sich vor den Menschen.
Er machte sich in Höchstgeschwindigkeit auf und erreichte das U-Boot der Menschen, kurz bevor sie in Sichtweite von Atlantis gerieten. Bevor die Menschen begriffen was mit ihnen geschah, hatte die Riesenkrake das kleine U-Boot schon mit seinen Armen umschlungen und machte sich langsam auf, in Richtung Oberfläche. Dabei achtete Octavius aber peinlich genau darauf, dass er das Gefährt der Menschen nicht zu stark beschädigte.
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Alia wollte gerade ihre Sachen zusammenpacken, da fing das ganze Boot zu wackeln an und sie wurde durch den Raum geschleudert. "Was ... zum ... Teufel ... soll das!" Sie schlug sich an einem Metallrohr das Knie auf. "Au, verdammt!"
"Wooooow" Ryan fiel erst nach hinten und dann nach vorne direkt auf Ally zu und riss sie ungewollt zu Boden. "Sorry..." Er rappelte sich wieder auf und hangelte sich ans Bullauge. "Draußen muss doch was los sein." Ryan presste die Nase fest an die Scheibe, als plötzlich ein Auge direkt vor der Scheibe erschien. "WOOOOOW!" Erschrocken stolperte er zurück und fiel über einen Stuhl. "Was zum Geier ist DAS?!"
Auf der Brücke wurde fieberhaft gearbeitet. Aus den Torpedorohren wurde Wasser herausgeschossen, um die Krake zu "kitzeln", denn ein Torpedoabschuss wäre reiner Selbstmord.
Octavio hatte schon etwa ein Drittel des Weges bis zur Oberfläche zurückgelegt, als er plötzlich ein Kitzeln an zwei seiner Fangarme fühlte. Die Riesenkrake zuckte vor Überraschung etwas zusammen, was dazu führte, dass die Menschen im U-Boot kräftig durchgeschüttelt wurden. Als er merkte, dass die Menschen für das kitzeln verantwortlich waren, schüttelte er das U-Boot nochmals "leicht" und setzte dann seine Reise zur Oberfläche fort.
"Was ist da los?" Nora kippte vornüber und landete bäuchlings auf dem Boden. Mike war beim ersten Rütteln von seinem Platz geworfen worden und stand gerade wieder auf. Als das U-Boot ein zweites Mal durchgerüttelt wurde, es riss ihn wieder zu Boden und er keinen Halt fand stürzte er schmerzhaft gegen ein Rohr.
Alia lag immer noch am Boden versuchte sich nun aber aufzurappeln indem sie sich an einer Pritsche hoch hangelte und daran festhielt. "Danke Ryan. Du bis ja echt ein Kavalier der hohen Schule.", meinte sie ironisch und fügte an, als sie Nora's Frage hörte: "Würd' mich auch interessieren!"
"Ich habe ein Auge gesehen ... ein riesiges Auge von einer riesigen Krake!!!" Ryan hielt sich an einem Rohr neben dem Bullauge fest und blickte wieder hinaus. "Die ist fast so groß wie das U-Boot, mindestens 60 Meter lang!"
Alia konnte sich ein lautes Auflachen nicht verkneifen. "Und du sagst zu MIR, ICH hätte wilde Spekulationen auf Lager!" Sie hielt sich, immer noch lachend, an der Stahlkonstruktion der Pritsche fest.
Innerhalb des U-Boots war es mittlerweile wieder einigermaßen ruhig geworden und Mike zog sich sofort an einem Bullauge hoch, um nach draußen zu sehen. "Wow ist das groß!", sagte Mike, der nur einen Teil der Riesenkrake sehen konnte. "Colonel Alexis hatte gar nicht mal so unrecht mit seiner Vermutung. Die sicher 50-60m lang, wenn nicht mehr."
"Das ist ein Witz oder?" Nora sah zu den beiden Männern, die wie gebannt an den Bullaugen hangen. "Es ist kein Witz? Ally, sag mal: stand da nix von ner Kraken-Alarmanlage?"
Alia schaute nun ganz und gar nicht mehr belustigt. "Nein, es scheint echt kein Witz zu sein!" Sie ging ebenfalls zu dem Bullauge und betrachtete das Tier. "Wow! Jacques Cousteau hätte seine helle Freude! Was machen wir gegen das Vieh, Colonel?" Alia sah Ryan fragend an.
"Wer?" fragte Ryan ohne seinen Blick von dem Vieh abzuwenden, wartete aber erst gar keine Antwort ab. "Keine Ahnung. Abwarten und Tentakeln grillen? Ich weiß nicht. Was kann man gegen so ein Vieh ausrichten? Was mich wundert ist, dass es uns noch nicht zerquetscht hat, sondern an die Oberfläche schleppt."
Mike sah noch mal zu dem Monster nach draußen und dann zu seinen Teammitgliedern. "Das einzige was es macht ist, dass es uns von unserem Zielort wegschleppt. Vielleicht ist Atlantis sein "Zuhause"?"
"Du kennst Jacques Cousteau nicht? ... Oi ..." Alia rollte mit den Augen, hatte aber in dem Moment keine Lust zu erklären, dass Cousteau ein berühmter Meeresforscher war. "Du bist der Colonel hier! Wir als dein Team sind auf dich angewiesen, also lass dir gefälligst was einfallen. Wofür wurdest du ausgebildet ... wie unprofessionell ..." Die Archäologin wandte sich kopfschüttelnd von dem Bullauge ab und ging zu Nora, welche noch etwas weiter hinten im Raum stand und sagte dabei tonlos: "Ein Octopus in Atlantis! Das wird ja immer schöner..."
Nora überlegte fieberhaft, ob sie etwas erzeugen konnte, womit sie das Riesending vertreiben konnten. ... Kraken waren kaum erforscht, da sie vor dem Licht der meisten U-Boote schnell genug fliehen konnten ... Bei Nora machte es Klick! So konnten sie das Krakending abschütteln. "Colonel, darf ich einen Vorschlag machen..." Sie wartete entgegen dem Protokoll nicht ab, sondern redete gleich drauflos. "Wir könnten versuchen, sämtliche Leuchtscheinwerfer auf maximale Leuchtkraft hochdrehen ... Und zusätzlich ein Hochfrequenzsignal senden ... Der Octupus kann vermutlich die Einwirkung der verschiedenen Sinne nicht leicht verarbeiten. Sollte ich richtig liegen, fühlt er sich wie ein Mensch auf LSD ... Andererseits könnten auch nur die Scheinwerfer durchbrennen, Sir."
"Eine Krake auf LSD? Das hört sich nicht wirklich beruhigend an, aber gut einen Versuch ist es wert." Ryan rannte zum Captain und gab ihm den Befehl, alle Suchscheinwerfer auf maximale Leuchtkraft zu stellen und ein Hochfrequenzsignal zu aktivieren.
Alia sah Nora überrascht und respektvoll an. "Tolle Idee, Nora! Ryan du solltest dir ein Beispiel an ihr nehmen! Hoffen wir das es klappt! Jetzt brauch ich ne Zigarette!!" Sie nahm eine Packung Zigaretten aus der Hose.
"Wir sind in einem U-Boot, du kannst doch hier nicht rauchen wollen!" rief Mike gespielt empört.
"Vergessen Sie es Conners: Sie kann und sie wird." Ryan sah gebannt aus dem Fenster und achtete nicht auf Alia. "Vielleicht kann sie die Krake ja mit dem leuchtenden Glimmstängel verscheuchen..."
Alia sah sich die Zigarette an und überlegte. "Nein! Da steh ich drüber! Den Gefallen tue ich euch nicht." Sie aß den nächsten Nikotin-Kaugummi und der klebrige Knödel in ihrem Mund wurde immer größer. Doch zur Sicherheit pappte sie noch ein zweites Nikotin-Pflaster auf ihren anderen Arm und hoffte auf baldige Wirkung. "Zieht der Octopus ab, Ryan?"
"Kratz an ihrem Ego und du hältst sie vom Rauchen ab, das merk ich mir.", murmelte der Colonel und sah dabei immer noch aus dem Fenster. Einige Sekunden später rief er: "Positiv! Er hat das U-Boot freigelassen und dreht ab!"
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Octavio war schon fast an der Oberfläche des Meeres angelangt, da wurde er plötzlich von einem hellen Licht geblendet und er hörte ein extrem störendes Signal. Das musste von den Menschen kommen, da war sich die Riesenkrake sicher. Widerstrebend löste sich das Tier vom U-Boot und machte sich auf, wieder in den Tiefen des Meeres zu verschwinden.
Bevor Octavio sich jedoch außer Reichweite des U-Bootes begab, gab er dem Gefährt der Menschen mit seinen riesigen Tentakeln noch einen leichten Schubs. Dieser bewirkte, dass das U-Boot mit großer Geschwindigkeit an die Meeresoberfläche schoss und sogar einen leichten Sprung aus dem Wasser machte. Die ganze Mannschaft im U-Boot wurde noch einmal richtig durchgeschüttelt, Leitungen brannte durch und einiges an unwichtigeren Geräten ging zu Bruch, dann war alles vorbei.
Octavio schaute dem U-Boot kurz nach, berichtete telepathisch dem Atlantischen Zentralcomputer (wobei er sich das telepathische Äquivalent eines menschlichen Kicherns nicht verkneifen konnte) und versank dann langsam wieder in den Tiefen des Meeres.
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Alia wollte Ryan gerade etwas erwidern, als das U-Boot wieder durchgeschüttelt wurde und sie durch den halben Raum geschleudert wurde. Dabei stieß sie sich bei einem Stahlrohr den Kopf so hart das sie eine blutende Platzwunde davontrug. Als sich das Boot wieder beruhigte, rappelte sie sich auf und sah den Schlamassel. "Ach verdammte ... Sch ... neewittchen! Mike, könntest Du mir mal bitte ein Pflaster geben, damit ich hier nicht so rumsaue. Das musste dieser Wabbelkopf von Octopus natürlich noch machen bevor er sich verkrümelte!"
Auch die anderen Mitglieder des SG-Teams wurden durch den Raum geschleudert und verletzten sich, zum Glück nur oberflächlich, an den verschiedenen Geräten und Rohren. Ryan lag keuchend am Boden und sah sich um. "Ist jemand verletzt?" Er rappelte sich wieder auf und ging zu den Anderen. "Manmanmanman ... dass die Kraken es aber auch immer gleich übertreiben müssen!"
"Nein, geht schon, aber das Schiff sieht ziemlich mitgenommen aus" antwortete Mike und deutete dabei auf verschmorte Kabel und defekte Geräte die an der anderen Wand standen.
"Lass dich mal von Conners untersuchen, Alia. Ich sehe mich mal auf der Brücke um.", sagte Ryan mit einem Blick auf die Archäologin. Nachdem er sich davon überzeugt hatte, dass es dem Rest des Teams gut ging, begab er sich zur Brücke.
"Das ist ja nicht mal ne Fleischwunde", sagte Mike und ging zu Alia. Ein wenig desinfizierende Salbe und dann ein Pflaster drauf, ein Verband war nicht nötig. "Es ist doch in Ordnung wenn ich das Morphium stecken lass oder?" meinte er zwinkernd. "Sonst alle OK?"
Alia war nach der Behandlung über Conners Kommentare nicht sehr erfreut. "Ich bin doch keine Memme, Doc! Natürlich bin ich OK! Ich will hier nur nicht alles vollbluten. Ich hatte schon schlimmere Verletzungen und kein Arzt war in der Nähe!" Etwas beleidigt stand sie auf. "Dieses blöde Vieh!"
"Tja, hätte das Vieh mir 'nen unfreiwilligen Tauchgang beschert, hätte ich es vermutlich mit bloßen Händen erwürgt." Nora grinste und lehnte sich an das andere Bullauge, um nach draußen zu sehen.
Da das U-Boot nicht sehr groß war konnte man sich durch Rufen zwischen allen Decks unterhalten. "Ist irgendwas Wichtiges kaputt?" rief Alia Ryan hinterher.
Ryan verdrehte genervt die Augen, als Alias Stimme durch das gesamte U-Boot hallte. "Nein, alles Okay ... alles Wichtige ist noch funktionstüchtig!" Er klärte noch etwas mit dem Captain und lief dann zurück zu den anderen. "Wir tauchen wieder. Sind alle versorgt, Sergeant?"
"Roger Colonel, alle versorgt. Ich werd mal im Boot die Runde drehen und sehn, was sich sonnst noch so machen lässt." meinte Conners, nahm grinsend vor den Anderen einen Verband heraus und zog ihn demonstrativ straff, bevor er sich auf den Weg machte.
"Gut, tun Sie das." Als der Medic weg war rollte Ryan genervt mit den Augen. "Typisch Ärzte! Die reinsten Blutsauger: haben sie einmal Blut geleckt, dann wollen sie immer mehr." Ein Ruckeln ging durch das U-Boot und es nahm eine Schräglage an. Es tauchte wieder unter und versuchte erneut Atlantis zu erreichen.
"Wie lange wird es jetzt dauern bis wir Atlantis erreichen?", wollte Alia wissen.
"Ohne weitere Zwischenfälle sollten wir den Graben, in dem du den Eingang ja vermutest, in ca. einer halben Stunde erreichen.", antwortete er.
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DarkAngel hatte anfangs leicht amüsiert beobachtet, wie die Riesenkrake das U-Boot von der Station wegschleppte. Sie glaubte nicht wirklich, dass dies die Menschen von einem weiteren Abstieg abhalten konnte, aber man konnte natürlich immer hoffen. RD22 dagegen schaute sie nur missbilligend an, ohne jedoch etwas zu sagen.
Nach ein paar Minuten allerdings langweilte sich die Alteranerin wieder. Sie räkelte sich ein wenig auf dem Kontrollstuhl als ihr Blick auf einen der Bildschirme fiel. Dort lief gerade ein Bericht über ein Unglück in einem riesigen Vergnügungspark in Japan, und das brachte DarkAngel auf eine Idee. "Computer, gibt es noch einen funktionsfähigen Lumerosus auf der Station?", fragte die Alteranerin.
"Ja. Wir haben einige dieser Geräte hier. Die Bewohner der Station haben sich mit jedem Versorgungs- und Ablösungstramsport auch immer die neuesten Upgrades schicken lassen. Zwei der Geräte sind noch voll funktionsfähig."
"Gut, dann schaff einen hierher." DarkAngel schaute sich suchend um. "Wir können ihn ja dort in die Ecke stellen."
"Glaubst Du wirklich, dass das gerade jetzt eine gute Idee ist...", wandte RD22 ein, wurde von DarkAngel jedoch sogleich wieder unterbrochen. "Das ist mir egal. Es kann ja noch eine halbe Ewigkeit dauern, bis die Menschen mit ihrem primitiven Fahrzeug hier eintreffen, und ich habe keine Lust, mich in der Zeit zu Tode zu langweilen."
Der Roboter schaute DarkAngel wieder, wie so oft in letzter Zeit missbilligend an. "Nun, Du könntest die Zeit sinnvoller nutzen, indem Du weitere Informationen über dieses Volk sammelst und ein paar Szenarien entwirfst, wie wir beim ersten Kontakt vorgehen sollen."
"Das überlasse ich gerne Dir.", sagte DarkAngel spöttisch. RD22 wollte gerade etwas erwidern, da öffnete sich die Tür des Kontrollraums. Zwei weitere Roboter kamen herein und stellten in der bezeichneten Ecke den Lumerosus auf.
"Wann werden die Menschen in Sichtweite gelangen?", fragte DarkAngel den Computer.
"Nach meinen Berechnungen werden sie etwa in einer halben Stunde am Rande des Tales auftauchen."
"Müssen wir sie denn wirklich unbedingt rein lassen?" fragte DarkAngel etwas quengelnd. Ru'Dee nickte wortlos. Die Alteranerin seufzte geschlagen. "Na schön. Wenn die Menschen den Schild erreicht haben, warte erst einmal ab, was sie tun. Vielleicht geben sie ja auf, wenn sie merken, dass sie den Schild nicht durchdringen können. Wenn nicht, dann öffne einen kleinen Teil des Schildes, lass sie herein und führe sie sofort und ohne Umschweife hierher zu mir. Ist das akzeptabel für Dich?"
"Natürlich. Aber Du solltest nicht..." DarkAngel hörte den mahnenden Worten des Roboters gar nicht mehr zu. Sie hatte sich schon dem Lumerosus zugewandt. Die Maschine in der Ecke des Raumes sah im Prinzip aus wie eine Dusche und war durchsichtig. Sie war quadratischem Ausmaßes und etwa zwei Meter hoch. DarkAngel verwandelte sich in ihre Energieform als sie den Lumerosus betrat und schaltete die Maschine ein.
RD22 sah dem entstehenden Lichterspiel aus dem gleißenden Licht, das von DarkAngel ausging, und den bunten Lichtern der Maschine einige Sekunden lang zu und ging dann wieder Kopfschüttelnd an seine Analysearbeiten.
Ankunft in der verlorenen Stadt
Das U-Boot war kurz davor sein Ziel zu erreichen und Alia sah gespannt aus dem Bullauge. Der Kaugummiknäuel in ihrem Mund wurde wieder größer, weil das Adrenalin in ihrem Blut weniger wurde. Doch um so weiter sie sanken, desto gespannter wurde sie. "Huhuu...gleich ist Showtime!"
"Und wir sitzen bei der Premiere in der ersten Reihe." Ryan trat neben die Archäologin ans Fenster und sah hinaus auf den Graben. Das U-Boot steuerte um 22° nach Steuerbord. "Wir scheinen den Eingang entdeckt zu haben." Vor ihnen blinkte etwas in einer Felsspalte auf, die durch das Erdbeben freigelegt worden war. "Wow ... du hattest wirklich Recht, Ally!"
Alia grinste über das ganze Gesicht und schlug Ryan zwar freundschaftlich aber mit zu viel Emotion und Schwung auf die Schulter. "Na klar! Wie konntest du nur daran zweifeln!?" fragte sie, ohne den Blick von der Felsspalte zu nehmen.
Ihr Schlag auf seine Schulter machte Colonel Alexis nicht viel aus, aber es freute ihn, dass sie so aus dem Häuschen war. "Jetzt fehlt nur noch das Spielzeug und ein Lolli." Er grinste sie kurz an und sah wieder aus dem Fenster. "Wie ein kleines Kind in einem Spielzeugladen..."
Alia machten seine Bemerkungen nichts. Dafür hatte sie viel zu gute Laune. "Ich möchte dich mal in einem Forschungslabor für militärische Waffen erleben..." Sie wandte den Blick vom Fenster ab und ging ein paar Schritte in den Raum. Dann nahm sie den Kaugummi aus dem Mund und warf ihn in einen Mülleimer. "Den brauch ich nicht mehr. Atlantis befriedigt meine Sucht mehr als eine ganze kubanische Tabakplantage!" Mit einem strahlenden Lächeln auf dem Gesicht wühlte sie in ihren Sachen und machte sich noch vor Ryans Aufforderung abmarschbereit.
Das U-Boot der Menschen näherte sich der Felsspalte, die sich an der Ecke eines Berges am Meeresgrund befand. Die meisten der Menschen schauten gespannt auf die Felsspalte, weil sie dort auf Grund des Blinkens den Eingang nach Atlantis vermuteten. Was sie nicht wissen konnten war, dass sich in der Spalte nur noch ein kleines Stück des Raumschiffes befand, mit dem DarkAngel abgestürzt war. Dieses Stück Metall reflektierte nun das gelbe Licht auf der anderen Seite des Berges, das vom riesigen Schutzschild von Atlantis ausgestrahlt wurde.
Das U-Boot der Menschen befand sich jetzt direkt vor der Spalte. Nur die Spitze des U-Bootes ragte über die Ecke des Berges hinaus. Alia Elliot und die anderen ihres Teams bereiteten sich gerade auf den Ausstieg vor, da warf einer der Techniker, der am Bug etwas reparierte, zufällig einen Blick nach draußen. Was er dort sah überwältigte ihn dermaßen, dass er einige Sekunden kein Wort herausbrachte und sich nicht mehr bewegte. Vor ihm breitete sich ein großes Tal aus. Dort drin befand sich eine riesige Kuppel, die gelb leuchtete und durchsichtig war. Man konnte auf diese Entfernung nicht viel sehen, da der Energieschild alles ein wenig verzerrt und verschwommen durchlies, aber der Techniker konnte deutlich ein paar kleinere Wohngebäude erkennen, die sich um ein sehr großes Gebäude in der Mitte aufreihten. Der Rest der Fläche schien von den verschiedensten, wunderschönen Gärten besetzt zu sein.
"OH Mann", flüsterte der Techniker mit dem Namen Jefferson fassungslos.
"Was ist da los?" fragte Conners.
Jefferson konnte seinen Blick nicht von der Stadt wenden. "Das müssen Sie sich unbedingt ansehen, Sir!"
Der Captain des U-Bootes sah fragend zu dem Techniker und ging an das entsprechende Bullauge. "Heilige Maria!" Der Anblick verschlug ihm fast die Sprache. "Landen Sie das U-Boot und versuchen Sie mit dem Greifarm an den Schild anzudocken." Der Greifarm wurde ausgefahren und berührte den Energieschild, doch er kam nicht durch.
SG-3 sah inzwischen ebenfalls den Energieschild. "Wahnsinn, hier sollte ich mir ein Ferienhaus kaufen.", sagte Ryan.
Alia ließ ihre Ausrüstung Ausrüstung sein und starrte gebannt die gelbe Kuppel an. "Manmanman... Dr. Jackson wird sterben wenn er das hier sieht!" Sie sah, dass der Greifarm keinen Erfolg mit der Suche nach einem Durchgang hatte und blickte sich etwas in der Felswand neben dem gelben Gebilde um. Als sie etwas entdeckte, wandte sie sich an Jefferson. "Leuchten Sie mir diesen Bereich bitte aus."
Der Techniker leuchtete auf die Stelle, die sie ihm zeigte und Alia griff nach ihrem Camcorder, um auf einen glatten Stein mit einer kurzen Inschrift zu zoomen. "Ha, ich hatte wieder Recht! Das ist dieselbe Schrift, wie sie auf der Steinplatte von Dr. Jackson mit der Geschichte von der "verlorenen Stadt Atlantis" stand. Zum Glück steht uns durch Colonel O'Neill eine Übersetzungshilfe dieser Sprache der Antiker zur Verfügung." Alia lief zu ihrem Rucksack und holte einen eingebundenen Notizblock heraus. Sie begann sogleich, den Satz zu analysieren. "Vielleicht hilft uns das ja bei dem Finden eines Eingangs."
"Alle Mann fertig machen für den Ausstieg!" befahl Ryan seinem Team, schulterte währenddessen seinen Rucksack und kontrollierte seine Waffen.
Mike sah staunend zum Fenster hinaus. "Ich glaube ich hätte Archäologe werden sollen.", sagte er mit offenem Mund, entsicherte gleichzeitig aber sein MG mit einem schwungvollen Hieb.
"Dann wären uns unglaubliche Qualen erspart geblieben, Conners. Hätten Sie sich das nicht früher überlegen können?" scherzte Ryan.
Conners stand auf der Stelle stramm und sagte laut aber scherzend: "Negativ, Sir." Er salutierte. "Zu quälen ist meine Bestimmung, Sir. Dazu wurde ich erzogen, trainiert und ausgebildet, Sir. Ich bin Medic mit Leib und Seele, Sir..." Das Ganze hatte er, ohne weiter Luft zu holen, von sich gegeben, stand danach aber wieder locker wie eh und je da und grinste den Colonel an.
Ryan konnte sich ein kurzes Lächeln nicht verkneifen, machte dann aber gleich wieder ein ernstes Gesicht, als er sich an die Archäologin wandte. "Schon was herausgefunden, Ally?"
Alia sah Mike nur kopfschüttelnd an, dann widmete sie sich wieder ihrem Camcorder. "Nein, nicht wirklich, Ryan! Da steht nur "Sprich oder stirb!" . Keine Ahnung was uns das sagen soll..." Sie ließ frustriert den Block in ihrem Rucksack verschwinden und machte sich fertig.
"Vielleicht müssen wir das Ding "An-Pingen" mit nem besonderen Code, oder vielleicht genügt es auch was rüber zu rufen. Nur wer stellt sich freiwillig? Ich meine "Sprich oder Stirb" ist ziemlich eindeutig. Ich will nicht der sein, der was falsches sagt." warf Mike ein.
Alia war genervt von so viel Feigheit. Sie stellte sich vor ein Fenster uns sagte laut in Antiker Sprache, so dass es die Anderen nicht verstanden. "Wir sind friedliche Reisende und bitten um Einlass!" Keine Reaktion. "Öffnet die Tore!" ... keine Reaktion ... "Sprechet zu uns." ... keine Reaktion ... "Jemand Zuhause?" ... keine Reaktion ... Sie war frustriert und sprach wieder verständlich. "Ach verdammt, das scheint nicht zu funktionieren. Da findet man nach abertausenden von Jahren Atlantis ..." Alias Stimme wurde immer lauter und böser "....und dann kann man wegen so einem verdammten "Sesam öffne dich" Spruch nicht rein!"
RD22 hatte den vergeblichen Versuchen der Menschen, Atlantis zu betreten, eine Weile zugeschaut. Der Roboter war beeindruckt, dass die Frau Alteranisch sprechen konnte. Das hatte er nicht erwartet. Da er merkte, dass ihre Frustration zunahm, entschloss er sich, sie endlich einzulassen. DarkAngel war ja sowieso beschäftigt. Also wandte er sich einer Konsole zu. Der Roboter aktivierte einige Knöpfe zufällig genau in dem Moment, in dem Alia die Kontrolle verlor. So geschah es, dass ein Teil des Schildes sich in der Sekunde rot färbte (so dass die Menschen hintereinander den Schild an dieser Stelle durchdringen konnten), als Alia die Worte "Sesam Öffne Dich" ausgesprochen hatte. Dann gab er dem Computer einen weiteren Befehl und machte sich auf den Weg, die Menschen in Empfang zu nehmen.
Ryan sah auf den Energieschild und wirkte sichtlich überrascht, als sich eine Art Tür öffnete. "Wow, Leute, da ist eine Tür." Fragend sah er sein Team an. "Das hatte jetzt aber nichts mit Sesam öffne dich zu tun, oder? Wie auch immer. Sachen packen und mitkommen!" Ryan besprach noch Einzelheiten mit dem Captain des U-Bootes, dass sie dort warten würden. Das U-Boot fuhr so an die "Tür" heran, dass eine Luke geöffnet und die Menschen bequem den Durchgang passieren konnten. Ryan durchschritt als Erster die Tür nach Atlantis, die P90 entsichert und einsatzbereit. Er wollte keine bösen Überraschungen erleben. Der Rest des SG-3 Teams folgte ihm nacheinander mit ihrer Ausrüstung.
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Ryan trat staunend durch die Tür und sah sich um. Es sah aus wie das reinste Paradies, allerdings traute er dem Anschein nicht. "Haltet die Augen offen ... die sind bestimmt nicht erfreut uns zu sehen..."
Mike ging neben ihm her, seine Waffe im Anschlag und entsichert. "Denkst du, die lassen uns rein um uns ne Falle zu stellen?" fragte er Alia.
Alia kam durch das Tor und war erst einmal verblüfft von dem, was sie da sah, ließ ihren Blick aber dann auf Mike Conners wandern und meinte abweisend: "Woher soll ich das wissen? Bist du der Soldat oder ich? Bisher habe ich nichts von den Antikern gelesen, was sie als feindlich erscheinen lässt, aber ich betone: ...bisher..." Sie ging ein paar Schritte vor.
"Jemand sollte ihr ne Zigarette in die Hand drücken, damit sie sich n wenig abregt..." meinte Mike und zwinkerte Ryan dabei zu.
"Wir wollen sie doch nicht gleich bei unserer ersten Begegnung ausräuchern, Leute." scherzte der Colonel und merkte etwas enttäuscht an: "Hier ist ja nichts los ... kein Empfangskomitee?"
Alia ging neben Ryan her "Na ja wart's ab, das kommt bestimmt noch!" Conners hatte sie auf eine Idee gebracht und daher zündete sie sich eine Zigarette und zog genüsslich daran. "Hach, endlich!"
Ryan sah Alia fragend an. "Du lockst absichtlich ein Saubereinsatzkommando hierher? Was für ein erster Eindruck ... aber dann bekommen wir sie vielleicht wenigstens zu Gesicht...."
RD22 sah die Menschen von weitem und ging langsam auf sie zu. Wie erwartet hatten sie nicht ihre Waffen abgelegt, daher gab er per Funkgerät einen weiteren Befehl an den Zentralcomputer. Innerhalb von Sekunden kamen 4 kleine Waffenplattformen angeflogen, die die Menschen einkreisten und mit ihren eindrucksvollen Waffen bedrohten. RD22 nahm sich viel Zeit und ging nun extra langsam auf die Menschen zu, da sie ihn noch nicht entdeckt hatten.
Sergeant Conners hob sein MG und zielte auf eine der schwebenden Waffenplattformen. "Sir, was sollen wir machen?"
"Wow ... also das Empfangskomitee hab ich mir anders vorgestellt! Behaltet die Plattformen im Auge, FEUER NUR AUF MEIN KOMMANDO!" Ryan trat mit der Waffe im Anschlag neben Alia. "Nun...dann unterhalt dich mal mit ihnen."
Alia sah Ryan verdutzt an. "Klar, jetzt soll ich gehen? Du spinnst doch!" Sie sah, dass er es ernst meinte und trat ein paar Schritte vor, so dass fast alle Waffensysteme auf sie gerichtet waren. "Ich hasse es, wenn ich bei der Arbeit unter Druck gesetzt werde." Sie war sichtlich etwas nervös, schaffte es aber in Antikisch zu sagen: "Wir sind in friedlicher Absicht hier. Wir wollen gerne mehr über eure Kultur lernen." Dabei dachte sie: "super ich quatsche mit Maschinen, die ihre Läufe auf mich gerichtet haben über Kultur."
RD22 sah, dass die Situation zu eskalieren drohte. Er hatte die Menschen mit den Plattformen nur einschüchtern wollen. Daher verwarf er den Gedanken, einfach auf die Menschen zuzugehen, sondern teleportierte sich unbemerkt in ihren Rücken.
"Das ist schön zu hören", sagte der Roboter in reinstem Englisch zu den Menschen, die sich bei seinen Worten schnell umdrehten und ihre Waffen auf den Roboter richteten. "Trotzdem muss ich euch bitten, die Waffen abzulegen."
"Du solltest uns nicht so erschrecken...!" meinte Ryan angespannt, während er auf den Roboter zielte. "Wir legen unsere Waffen ab, wenn wir nicht mehr bedroht werden. Könntest du diese Plattformen wegschaffen? Damit wäre der Situation sicherlich geholfen."
RD22 dachte eine Sekunde darüber nach und nickte dann. "Dies ist ein akzeptabler Vorschlag." Da der Computer über eine offene Leitung des Roboters alles mithörte was gesprochen wurde, drehten sich die Waffenplattformen um, verschwanden mit hoher Geschwindigkeit und konnten von den Menschen nach ein paar Sekunden nicht mehr entdeckt werden. RD22 wandte sich wieder den Menschen zu und sah sie fragend an.
Alia sah, wie die anderen die Waffen senkten und entspannte sich ebenfalls etwas. "Wer bist du? Bist du der einzige hier? Siehst du immer so aus? Und was das Wichtigste ist: ist das hier Atlantis, die geheimnisvolle Stadt der Antiker?" Alia wusste, dass sie die Fragen wie mit einer Maschinenpistole auf den Roboter feuerte, der wieder mal 3 Kopf größer war als sie und vor ihr stand.
Der silberfarbene Roboter hob abwehrend die Hand. "Ich bin RD22, aber ihr könnt mich auch gerne Ru'Dee nennen. Eure Fragen werden beantwortet werden, aber nicht hier. Sobald ihr all Eure Waffen hier abgelegt habt, können wir in den Kontrollraum gehen, wo es etwas bequemer ist."
"Ru'Dee?" fragte Ryan skeptisch. "Ein eigenartiger Name für einen Roboter..." Er sah zu seinem Team und dachte über den Vorschlag nach. Sie hatten keinerlei Versicherung, dass ihnen nichts geschah. Andererseits hatte der Roboter bereits guten Willen gezeigt. Missmutig knirschte er mit den Zähnen und flüsterte zu Alia: "Meinst du, dass wir ihm trauen können?"
Bei dem Namen Ru'Dee musste Alia grinsen, dann wandte sie sich auch leiser sprechend an Ryan. "Na ja, mein alter Fahrlehrer hieß auch Rudi. Wenn er nur ein Prozent so ist wie er würde ich sagen: nein, aber ... ich denke nicht, dass er uns umbringen lässt, nur weil wir beim U-Boot die Warnblinkanlage vergessen haben." meinte sie grinsend und bekräftigte noch einmal: "Ja, ich denke wir können ihm trauen." Um ihren Worten Nachdruck zu verleihen, nahm sie ihre Pistole vorsichtig aus dem Holster und legte sie vor sich gesichert auf den Boden. Nora Wight und Mike Conners warteten unterdessen auf das Zeichen ihres Colonels, die Waffen zu senken.
Ryan musterte Alia nachdenklich. "Du und ein Fahrlehrer ... er hat wohl kläglich versagt.", zog er sie auf, um die Situation ein wenig zu entspannen. "Gut, wir legen unsere Waffen ab. ALLE", sagte er speziell zu seinem Team und deutete mit einem vielsagenden Blick auf den Roboter.
Der Colonel löste den Gurt der P90 und legte sie so auf den Boden, dass Ru'Dee jede seiner Bewegungen gut einsehen konnte. Seine Pistole, das Messer und die Zad folgten schnell mit der Waffenweste, in der sich noch Granaten und C4-befand. Bei Robotern wusste man ja nie: er hatte bestimmt einen hochentwickelten Metalldetektor oder Ähnliches.
Als Mike seine Waffen nieder legte, fragte er den Roboter so freundlich wie möglich: "Wir bekommen die doch wieder, oder? Das Jagdmesser war ein Erbstück meines Ur-Groß-Vaters!"
Ru'Dee sah zufrieden, dass die Menschen seiner "Bitte" folgten und all ihre Waffen ablegten. "Natürlich bekommt ihr eure Waffen zurück. Sie werden hier auf euch warten, bis ihr diesen Ort wieder verlasst, und keiner wird sie anrühren." Durch einen weiteren stummen Befehl veranlasste der Roboter, dass ein Wagen kam, der die Menschen zu DarkAngel bringen sollte.
"Gut ... dann zeig uns deine Welt." Ryan stieg als erster auf den Wagen. "Reisegruppe Atlantis bitte aufsteigen! Das Sight-seeing beginnt!"
RD22 quittierte Ryans Kommentar nur mit einem Kopfschütteln. Die Menschen hatten einen eigenartigen Humor, fast so schlimm wie DarkAngel. Der Roboter wartete bis alle Menschen das Fahrzeug bestiegen hatten und setzte sich dann an das Steuer. Das "Auto" war ein hellgrauer Wagen ohne Dach, das man hier unter der Kuppel auch nicht brauchte. Die Sitze waren bequem und es gab mehr als genug Platz für alle.
RD22 beschloss aus zwei Gründen, mit langsamer Geschwindigkeit zum Kontrollzentrum zu fahren. Erstens wollte er DarkAngel so spät wie möglich stören, damit er ihre schlechte Laune nicht noch Wochen später ertragen musste. Und zweitens wollte er den Menschen ein wenig Zeit lassen, sich zu akklimatisieren und die Wunder zu bestaunen, die es hier gab.
Für die Menschen gab es auf beiden Seiten viel zu sehen. Es gab die verschiedensten Gärten, die alle unterschiedlich angelegt waren. Dort gab es nicht nur Pflanzen von der Erde, die auch heute schon teilweise ausgestorben waren. Nein, die Antiker hatten viele der schönsten Blumen und andere Zierpflanzen aus der ganzen Galaxie hier zusammengetragen. Unsichtbare und für Lebewesen nicht bemerkbare Kraftfelder sorgten dafür, dass jede Pflanze die für sie perfekte Umwelt erhielt. Das benötigte (UV- bzw. Sonnen-)Licht wurde von dem Schutzschild geliefert.
Der Wagen fuhr an einigen Blumengärten vorbei und passierte dann auf der linken Seite einen kleinen Wasserfall, der in einem See endete, wo die Menschen die schönsten und größten Seerosen erblickten, die sie je gesehen hatten. Rechts dagegen war ein kleines Wäldchen aus verschiedenen außerirdischen Bäumen.
"Wow, nett hast du's hier", war Ryans einziger Kommentar, als er die Landschaft bestaunte. "Sieht fast genauso aus wie die Center Parks in Colorado Springs." Sie fuhren weiter und immer wieder taten sich vor ihren Augen naturelle Wunder auf. Ryan war sehr beeindruckt davon, doch es offen zu zeigen lag ihm nicht wirklich.
Der Wagen passierte noch einige weitere Gärten und erreichte dann die ersten Wohngebäude. Es gab nur noch sehr wenige, da die Population der Stadt nach der Rückkehr aus der Pegasus immer nur relativ klein geblieben war. Alle Wohnhäuser waren individuell geformt. Kurze Zeit später erreichten sie das Kontrollzentrum von Atlantis. RD22 stieg aus dem Wagen aus und öffnete die Tür. "Wir sind da. Bitte folgt mir."
"Hübsch hier", meinte Mike "glauben Sie, ich kann hier einziehen wenn ich im Ruhestand bin?"
Alia ignorierte die unprofessionellen Kommentare der beiden Soldaten und stieg aus dem Wagen. Sie hatte wieder eine Frage, welche Sie nicht zögerte dem Roboter zu stellen. "Ru'Dee, wie viele Einwohner gibt es hier? Ich meine, es sieht alles wunderschön aus, die Straßen, die Gebäude ... Aber man sieht keinen einzigen Menschen - oder was auch immer. Die Stadt scheint vollkommen ausgestorben ... Woran liegt das?" Sie stellte sich neben ihn und sah zu ihm auf. Mit ihren 1,54m blieb ihr auch nichts anderes übrig.
Ru'Dee überlegte kurz, wie viel er den Menschen von der Geschichte Atlantis erzählen sollte und beschloss, alles ganz allgemein und kurz zu fassen. "Vor langer, langer Zeit lebten tausende Antiker in dieser Stadt. Doch im Laufe der Zeit hat sich diese Zahl aufgrund von Kriegen, Krankheiten und den Aufstieg der Erleuchteten stetig verringert." Der Roboter sah auf den kleinen Menschen neben sich herab. "Heute stehen die meisten Häuser leer. Es gibt nur noch einige wenige Roboter und natürlich DarkAngel, die euch in wenigen Augenblicken empfangen wird."
Ru'Dee betrat mit den Menschen den Kontrollraum. In der Zwischenzeit hatten andere Roboter sechs bequeme Stühle, die um einen runden Tisch aufgereiht waren in einer Ecke aufgestellt. Ru'Dee bat die Menschen sich zu setzten und ging dann auf den Lumerosus zu. Er klopfte an den durchsichtigen Apparat, in dem man immer noch die gleißende Energieform der Antikerin und verschiedenfarbige, tanzende Lichter erblicken konnte.
Als sein mehrmaliges Klopfen keine Reaktion hervorrief, schüttelte Ru'Dee resignierend den Kopf - und schaltete die Maschine einfach aus. Man konnte deutlich ein überraschtes und zorniges "Hey" aus der Maschine hören, dann öffnete sich die Tür. Die Menschen reckten neugierig ihre Köpfe, um zu sehen, wer oder was aus der "Dusche" kommen würde.
Streitereien und andere Schwierigkeiten
Als DarkAngel den Lumerosus verließ nahm sie wieder ihre menschliche Form an. "Was soll denn das RD? Ich war sooo nah dran, den Highscore zu knacken!", sagte die Antikerin in ihrer Muttersprache in einem nörgelnden und auch ein wenig wütendem Ton. Der Roboter machte sie darauf aufmerksam, dass ihre 'Gäste' angekommen seien. "So, sind sie das, hmmm?!" Man konnte DarkAngel deutlich ansehen, dass sie nicht wirklich begeistert war.
Ryan sah DarkAngel etwas unbeholfen und sprachlos an. Er verstand kein Wort von dem was sie in einem wütenden Tonfall sagte. Einen Antiker hatte er sich anders vorgestellt. Aber gut, er hatte nicht damit rechnen können, dass sie genau so aussah, wie er sich das dachte. "Ein SnobAntiker, ich fass es nicht." murmelte er leise zu seinem Team.
Alia verstand nicht alles, aber vieles von dem, was DarkAngel mit Ru'Dee schimpfte. Sie beugte sich zu Ryan und sagte leise: "Die ist nicht erfreut, dass wir hier sind."
"Ähm ja ... hallo DarkAngel. Ich bin Colonel Ryan Alexis und das ist mein Team: Captain Nora Wright, Sergeant Mike Connors und Doktor Alia Elliot.", stellte er DarkAngel jeden einzeln vor. "Wir sind friedliche Forscher und würden gerne mehr über dich und dein Volk lernen ... und über Atlantis natürlich."
Um die Situation etwas zu entspannen und Ryans missglückte Begrüßung zu verbessern sprach Alia in antikisch: "Entschuldigt die Störung. Wir sind geehrt dich kennen zu lernen!" Sie senkte etwas den Kopf, um zumindest so zu tun als sei sie ehrfürchtig. In Wirklichkeit dachte Alia genauso wie Ryan. Die beiden anderen Mitglieder von SG-3, Mike Conners und Nora Wright hielten sich im Hintergrund und überließen dem Colonel und der Archäologin das Reden.
Die Antikerin näherte sich den Menschen und schaute sie sich einige Sekunden gelangweilt an. DarkAngel war sich bewusst, dass die Menschen nicht viel von ihr hielten, aber ehrlich gesagt, das war ihr so ziemlich egal. Deren Meinung war ihr sowieso nicht wichtig. Aber zumindest konnte sich die Kleine benehmen und sie sprach Antikisch. Sie hatte also ihre Hausaufgaben gemacht, was DarkAngel respektieren konnte, selbst bei einem so rückständigen Wesen. Sie seufzte leise, nahm sich aber dann zusammen. Je schneller sie das hinter sich brachte, desto eher kam sie nach Hause - wenn es überhaupt noch ein Zuhause gab. Die Antikerin wandte sich an Alia und senkte ebenfalls, allerdings kaum merklich, den Kopf. "Willkommen auf Atlantis", sagte sie auf Englisch.
Ryan grübelte darüber nach was Alia gerade zu DarkAngel gesagt hatte und wie ein Antiker zu so einem Namen kam. "Vielen Dank für deine ... Gastfreundschaft." meinte Alexis knapp. Er wusste nicht so recht, wie er ihre Art beschreiben sollte. Gastfreundlich war sie nun wirklich nicht, aber beleidigen wollte er sie auch nicht.
Alia sah DarkAngel abschätzend an und dachte: 'Ok, sie scheint jung zu sein, sie mag Computerspiele, sie hat sicher nix dagegen, wenn ich eine rauche.' Sie untermalte ihre Gedanken mit der Frage: "Ich darf doch, oder!?" Sie zeigte bei der Frage - oder soll man Feststellung sagen - eine Packung Zigaretten her und nahm sogleich eine in den Mund, die sie anzündete, bevor DarkAngel oder Ryan etwas erwidern konnten.
DarkAngel lächelte Ryan leicht zu, um das Eis ein wenig zu brechen und forderte die Menschen mit einer Handbewegung nochmals auf, sich zu setzten. Sie wollte sich auch gerade auf einen der Stühle setzen und ging dabei an Alia vorbei. Dabei war sie gerade seitlich von der Archäologin als diese unerwarteter Weise ihre Zigarette anzündete. Erst bemerkte die Antikerin es nicht aber Sekunden später konnte sie den ekelhaften Rauch mit ihrer empfindlichen Nase riechen. Als sie sah, dass dies in absichtlicher Weise von dem kleinen Menschen kam, wurde sie wütend. Ohne nachzudenken zog sie eine Waffe - und schoss Alia glatt die Zigarette aus dem Mund! Die Energiesalve löste die Zigarette komplett, bis auf etwa einen Millimeter vor deren Mund, auf und zerstörte an der gegenüberliegenden Wand einen der Monitore. DarkAngel steckte die Waffe wieder weg und ging geradewegs auf Alia zu und sah ihr kalt direkt in die Augen. "Wage es nie wieder, auf Atlantis diesen Luftverpester zu entzünden", sagte die Antikerin mit kaum zu beherrschender Stimme.
Ryan verkrampfte sofort als DarkAngel Alia die Zigarette aus dem Mund schoss und trat sofort neben sie. Das sah er ganz und gar nicht als eine friedliche Handlung an und das wurde in seinem Blick auch mehr als deutlich. "Sie wird aufhören zu rauchen und SIE schießen nicht mehr auf uns, sonst könnte es für beide Seiten ungemütlich werden.", meinte er in ruhigem aber deutlichem Tonfall. Was fiel ihr eigentlich ein? Gut, sie waren unerwünscht, das war ihm durchaus bewusst, aber Freundlichkeit vortäuschen und im nächsten Moment eine Zigarette aus dem MUND schießen! Das ging definitiv zu weit!
Ru'Dee war entsetzt über die Entwicklung der Dinge und versuchte die Situation zu entschärfen. "Ihr müsst DarkAngels Überreaktion verzeihen, aber wir befinden uns hier in einer abgeschlossenen Station unter dem Meer und die Luftfilter sind beschädigt. Da die Reparatur noch eine Weile dauern wird, muss an Luft gespart werden." Er ging auf DarkAngel zu, legte ihr die Hand auf die Schulter und fing an, auf sie in einer, den Menschen unbekannten Sprache, beruhigend einzureden.
Alia blieb ruhig und gelassen, während der Rest des Teams doch etwas angespannt war. Sie spuckte den Zigarettenstummel, der in ihrem Mund übrig gebliebene war, aus und meinte cool: "Hey...ganz ruhig Misses 'Hilfe verpeste meine Luft nicht'! Mich bringt das Zeug um und ich mach auch nicht so einen Aufstand, also komm wieder runter! Ich hab's kapiert, kommt nicht mehr vor, okay?"
Dann sah sie zu Ru'Dee. "Das ist schon ok, solange sie nicht jemand von uns mit diesem Teil ...", Alia zeigte auf DarkAngels Waffe, "...zerbröselt!" Während Ru'Dee auf DarkAngel beruhigend einredete, flüsterte sie den Anderen von SG-3 leise zu: "Verdammter Mist, schon wieder 40 Cent für nix verpulvert! Ich hasse die Antiker schon jetzt..."
DarkAngel sah ein, dass sie etwas überreagiert hatte, aber diese Menschen gingen ihr einfach tierisch auf die Nerven und sie wollte endlich hier weg. "Ja, ist ja schon gut ", sagte sie seufzend auf Englisch zu RD22 und streifte seine Hand von ihrer Schulter. Sie konnte sich aber nicht verkneifen ein leises "blöde Blechbüchse" hinterher zu schicken, was der Roboter absichtlich überhörte.
Dann wandte sie sich an Ryan, der neben ihr stand. "Entschuldige meine Überreaktion, aber ich habe nun mal eine empfindliche Nase." Und mit einem spöttischen Seitenblick zu Alia: "Und selbst eure primitive Medizin sollte mittlerweile erkannt haben, dass dieses 'rauchen' nicht nur den Verursachern schadet, sondern auch den Lebewesen, die sich in seiner Nähe befinden."
"Und reg dich nicht wegen diesem Schuss auf", sagte sie wieder zu Ryan. "Meine Güte: wenn ich euch wirklich hätte schaden wollen, hätte ich euch einfach in den Keller geschmissen und den Schlüssel vernichtet oder euch einfach aus Atlantis geworfen und zwar ohne Fahrzeug oder irgendwelchem Schutz. Also was soll die Aufregung!" Ryan wollte etwas heftiges erwidern doch DarkAngel kam ihm zuvor. "Schon gut, schon gut. Zu eurer Beruhigung gebe ich euch mein Ehrenwort, dass euch auf Atlantis nichts geschehen wird. Und ein Antiker bricht niemals sein Wort. Zufrieden?" Um ihre Worte zu unterstreichen und ihren guten Willen zu beweisen, ging die Antikerin auf Alia zu und heilte mit einer Handbewegung die Wunden, die sie sich durch die Krake zugefügt hatte. Es blieben keine Narben zurück. Das selbe tat sie mit allen anderen Verwundeten des SG-Teams.
Bei den Worten 'primitive Medizin' horchte Mike schlagartig auf. Hatte er Jahre studiert um sich so was anzuhören? Er rutschte ein wenig auf seinem Stuhl nach vorn und meinte gelassen und etwas ironisch: "Ach, soo primitiv ist unsere Medizin gar nicht. Nur dürfen wir nicht alles ausschöpfen, zum Beispiel Gehirnwäschen an jedem Raucher vollführen um diese zu 'heilen'."
"Okay, Stopp, es reicht jetzt!", sagte Colonel Alexis laut und eindringlich. "Jeder sollte sich beruhigen und sich schnippische Bemerkungen ersparen. Die Lage ist schon genug eskaliert! Wir müssen unsere Mission erfüllen und sollten sie nicht absichtlich verkomplizieren!" Er lief ein Stück durch den Raum, um einen klaren Kopf zu bekommen. Hier drehten wirklich alle durch! Lag das an diesem Ort oder wie sollte man das erklären? "Zurück zu dir, DarkAngel. Wir sind hier, um etwas über dein Volk zu erfahren. Möglicherweise ergibt sich eine produktive Handelsbasis von Wissen, Technologie oder ähnlichem."
DarkAngel musste bei Conners Kommentar unwillkürlich grinsen, was keiner von den Menschen erwartet hatte. "Menschen mit einem Ansatz von Humor! Wahnsinn, es gibt also doch noch ein wenig Hoffnung für sie", murmelte sie fast unhörbar, eher zu sich selbst. Ryan bekam das dummerweise nicht mit, weil er der Antikerin während seiner Schimpftirade den Rücken kehrte. Währenddessen sorgte Ru'Dee dafür, dass etwas zu Essen und Getränke auf dem runden Tisch bereit gestellt wurden.
Als DarkAngel hörte, was Ryan zu ihr sagte, bezüglich Austausch von Technologien und der gleichen, konnte sie sich ein Augenrollen nicht wirklich verkneifen. Was würden die Menschen den Antikern schon bieten können... Um den Soldaten nicht noch mehr zu provozieren riss sich DarkAngel jedoch zusammen und hielt ihren Kommentar, der ihr auf der Zunge lag, sowie ein spöttisches Lachen gerade noch zurück. "Na schön, was wollt ihr Wissen?" Sie setzte sich auf einen der Stühle, lehnte sich zurück und stellte sich auf einen elend langen und öden Tag ein.
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Alia saß gegenüber von DarkAngel und musterte diese. Die Antikerin konnte nicht wissen, dass sie mit dem Satz 'Was wollt ihr wissen?' einen großen Fehler gemacht hatte. "Danke für das Heilen. - Wir hätten allerdings einige Fragen: Ist das hier Atlantis und wenn ja, warum ist es hier und was soll es bezwecken ... und warum bist du die einzige hier? Eine Frage brennt uns allerdings schon lange auf der Zunge: Haben die Antiker das Stargate Netzwerk erbaut? Außerdem..." Alia wollte gleich die nächste Frage stellen, denn: wenn sie einmal in Fahrt gekommen war, konnte sie fast niemand stoppen.
"Oh Gott!" platzte es aus Ryan heraus und er hob sofort warnend die Hand in Allys Richtung, mit einem unmissverständlichen Gesichtsausdruck. "Wir wollen DarkAngel ja nicht mit Fragen beerdigen, oder? Eins nach dem anderen..."
Bei Alias Schwall von Fragen fingen DarkAngels Mundwinkel verdächtig an zu zucken. Sie wandte sich amüsiert an Alexis. "Redet sie immer so wie ein Wasserfall, ohne Punkt und Komma? Und das alles in einem Atemzug... Respekt!" kommentierte sie den Redefluss der Archäologin amüsiert, aber nicht leise genug, um von Alia überhört zu werden. Mit einem leicht spöttischen Funkeln in den Augen versuchte sie sich an all die Fragen zu erinnern. "Um Deine Fragen zu beantworten: Ja, wir Antiker waren es, die das Stargate entwickelten und begannen, das Netzwerk im gesamten Universum zu errichten. Eine bedeutende Erfindung, die wohl vieles Vereinfachte..." Man konnte DarkAngels Stolz auf die Errungenschaft ihres Volkes deutlich heraushören. Dann runzelte DarkAngel jedoch die Stirn. Sie konnte sich beim besten Willen nicht mehr an die anderen Fragen erinnern! "Ähm, was waren noch mal deine anderen Fragen?", fragte sie etwas verlegen.
Ryan grinste verräterisch und konnte sich ein leises Lachen nicht verkneifen. Ein Snobantiker mit einem Gedächtnis wie ein Sieb. Sie war definitiv kein Soldat oder Wissenschaftler. "Ja, sie redet immer so, und sie hat noch nicht mal angefangen, Glaub mir! Dann wäre es jetzt endgültig vorbei!" Er warf ihr einen vielsagenden Blick zu, sah belustigt zu Alia und wiederholte ihre Fragen kurzerhand. Ein bisschen auftrumpfen mussten sie auch, wie sollte man sonst einen Snob beeindrucken? "Ist das hier Atlantis und wenn ja, warum ist es hier und was soll es bezwecken. Und warum bist du die einzige hier?" Colonel Alexis grinste breit und lehnte sich zurück.
DarkAngel streckte Ryan auf dessen vielsagenden Blick hin nur kurz die Zunge heraus, verkniff sich aber jeglichen weiteren Kommentar. "Wie ich schon mindestens einmal erwähnt habe: ja, das hier ist Atlantis. Was die anderen Fragen angehen; sie hängen stark zusammen und es ist eine sehr lange Geschichte. Ich will euch nicht mit irgendwelchen Details langweilen sondern werde euch nur ne grobe Zusammenfassung geben. RD22 bitte korrigiere mich, wenn ich mich an etwas falsch erinnere..."
Mit Hilfe des Roboters, der einige Male das Erzählen übernahm, erklärte DarkAngel grob die Geschichte von Atlantis - von der Kolonisierung der Erde bis zum Untergang von Atlantis und dem Unfall vor einigen Tagen. Sie erzählte zwar, dass man sie nach einiger Zeit aufgetaut hatte, behielt aber den Schaden an ihren Zellen vorerst noch für sich. Auch wenn sie sich nur an die gröbsten Fakten hielt, dauerte es knapp eine viertel Stunde, vor allem weil Alia immer wieder versuchte, DarkAngel zu unterbrechen, was sie nur mit einem bösen Blick quittierte.
"Das hört sich ja sehr interessant an." kommentierte Ryan das Gesagte und war innerlich nicht sehr begeistert über die Geschichtsnachhilfe. Das war Ally's Job und sie war kaum noch zu bremsen. DarkAngel hatte SG-3 wie versprochen nicht mit Details gelangweilt ... nein, sie hatte Ryan mit der ganzen Geschichte gelangweilt. Er war kein Fan von Archäologie und dem ganzen Geschichtskram und auch hier konnte sein wissenschaftliches Interesse nicht geweckt werden. Doch er interessierte sich für die Technologie. "Mit was für einer Technik wurdest du denn eingefroren? Ist sie mit der Asgard-Technologie zu vergleichen? Thor hat uns einige schöne Sachen gezeigt."
Alia hatte gespannt DarkAngels Worten gelauscht. Als sie gerade eine Frage stellen wollte, fiel ihr Ryan mit der seinen ins Wort. "Hey! Ich bin hier fürs Fragen stellen zuständig!" Sie sah Ryan zickig an und wandte sich dann an die Antikerin. "Also: Mit welcher Technik hast du dich eingefroren, wie funktioniert das?" 'Moooment', dachte sie, 'warum frage ich das überhaupt? Das interessiert mich doch gar nicht!'.
DarkAngel rollte nur mit den Augen. Das hatte ja nicht sehr lange gedauert, bis sie wieder das leidige Thema Technologie erreicht hatten. Die Menschen erwarteten doch nicht wirklich, dass sie ihnen all die Technologie der Antiker auf einem Silbertablett servierten. Sie schnaubte verächtlich. "Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung und im Prinzip interessiert mich auch nicht, ob unsere Technologie irgendeiner anderen in diesem Universum ähnelt. Hauptsache sie funktioniert wie sie funktionieren soll."
Ryan grinste über die in Rage geratene Ally, die Fragen stellte, deren Antworten sie eigentlich nicht interessierten, nur um irgendetwas zu fragen. Wenig begeistert sah er zu DarkAngel, die es anscheinend auch nicht interessierte. War er hier der einzige Technikfreak? Da wäre ihm ein Gespräch mit Carter lieber! Er würde zwar nur zwei drittel des Gesagten verstehen, aber immerhin besser als das hier.
"Okay, DarkAngel ... ähm ... du scheinst nicht sehr glücklich damit zu sein, ganz allein auf diesem, deiner Meinung nach primitiven, Planeten, fest zu sitzen. Warum verlässt du die Erde nicht einfach? Du bist doch ein Antiker: Du könntest aufsteigen und durch Universum fliegen, auch wenn es eher unkomfortabel ist." Er spielte auf den Snob in ihr an und hoffte so, dass sie sich verplappern würde, denn er nahm ihr nicht ab, dass das schon alles war. Irgendwas passte an ihrer Geschichte noch nicht.
DarkAngel hatte keine Lust mehr auf weitere unnütze Gespräche mit diesen Menschen, denn sie langweilte sich schrecklich. Nein, sie wollte endlich durch das Sternentor und runter von diesem Planeten. Da kam ihr die Frage des Soldaten gerade recht, auf die sie aber nur recht ausweichend reagierte. "Du hast Recht, ich habe nicht vor, noch lange hier zu bleiben. Ich werde den Planeten durch das Sternentor verlassen. Bringt mich dorthin und ihr seid mich endgültig los. Brechen wir am besten sofort auf." DarkAngel stand auf.
Alia schaute die Antikerin erstaunt an. "Hey Darky, immer langsam mit den jungen Pferden! Warum sollten wir dich unser Stargate benutzen lassen? Du hast doch genug eigenes Spielzeug hier rumliegen, damit wirst du doch wohl irgendwas anfangen können, so fortschrittlich wie du vorgibst zu sein!?" Alia sah sie herausfordernd an und genoss es, DarkAngel mit etwas in der Hand zu haben, denn nun war sie wohl auf die Menschen angewiesen.
DarkAngel hob verwundert die Augenbrauen. Wie konnte der Menschen es nur wagen, sie herauszufordern. Und dann auch noch ihren wundervollen Namen so abzukürzen. Was für eine Unverschämtheit! Aber wo Alia Recht hatte, hatte sie Recht, was DarkAngel natürlich nie zugeben würde. Daher schluckte sie ihre Wut herunter und sagte in einem neutralen Ton: "EUER Stargate? Soweit ich weiß AL! waren es immer noch wir, die das Sternentor entwickelt, gebaut und auf diesem Planeten aufgestellt haben. Seit froh, dass wir euch gestatten, es weiterhin zu benutzen. Im übrigen könnte ich auch ohne eure Erlaubnis durch das Tor gehen. Aber RD22 besteht darauf, dass ich euch wenigstens frage."
'AL?', dachte sich Alia 'auch mal ne coole Version.' Sie stand fies grinsend auf und stellte sich vor DarkAngel. "Also bei uns auf der Erde sagt man, wenn jemand etwas gefunden hat, dann gehört es ihm. Denn ... wenn der Besitzer zu doof ist, darauf aufzupassen, hat er seinen Besitz nicht verdient." Sie lächelte DarkAngel nun freundlich an, um die Spannung aus der Situation zu nehmen. "Aber es freut mich, dass du uns zuerst fragen willst."
Ryan wurde die ganze Situation zu brenzlig. Er stand auf und stellte sich zwischen die beiden Streithähne. "Ladies, wir wollen uns bei der ersten Begegnung ja nicht gleich die Köpfe einschlagen oder? Ally - hinsetzen und abregen!" Er warf ihr einen unmissverständlichen Blick zu und in seinem Ton schwang ein deutlicher Befehl mit.
"Roger, Sir! Reg mich ab!" Alia salutierte ungekonnt zu Ryan und setzte sich wieder.
"Das du ohne Erlaubnis das Stargate benutzen kannst halte ich ebenfalls für unwahrscheinlich, DarkAngel.", fuhr Colonel Alexis fort. "Bei allem Respekt", 'und der ist nicht sehr groß' ,dachte er sich. "Wir haben uns ebenfalls weiterentwickelt und einige Geräte von anderen Völkern erhalten, die dir leicht Schaden zufügen können, auch wenn du uns an sich überlegen sein magst. Aber es gibt sicherlich einen Weg der Einigung."
DarkAngel quittierte Ryans Worte mit einem abfälligen Grinsen und wollte entsprechend darauf antworten. Doch da fiel ihr RD22 ins Wort, der sich bisher zurückgehalten hatte. Damit die Situation nicht wirklich in einer Rauferei endete, griff er nun wieder ein. "DarkAngel, es reicht! Dieser Ryan hat Recht. Wie er so schön sagte: reg dich ab, das ist es nicht wert. Und was euch Menschen angeht: sagt doch endlich einmal, was ihr wirklich wollt! Ihr seid doch garantiert nicht den weiten Weg hierher nach Atlantis gekommen, um euch Geschichtslektionen geben zu lassen."
"Tja, also ... Ally ist definitiv wegen des Geschichtslexikons hier. Aber wir sind von der AirForce hergeschickt worden, um etwas über Atlantis, seine Bewohner, mögliche Friedensverträge und Handelsmöglichkeiten herauszufinden. Und das würde ich auch gerne tun. Da du nicht viel Wert auf Technologietausch legst schlage ich dir einen Handel vor: Wir lassen dich durch das Stargate gehen ... und du gibst uns die Koordinaten für deinen Heimatplaneten.", schlug Ryan vor. Wenn sie die Koordinaten hätten, wäre das ein riesen Erfolg für das gesamte Stargate-Programm. "Wir sind schon einigen von deiner Art begegnet. Zum Beispiel Anubis ... wobei er ja nun nur ein Halbantiker ist. Na ja ... aber Oma Desala kennst du doch bestimmt."
Alia gab Ryan mit dem Fuß einen leichten Schubs und lenkte somit die Aufmerksamkeit auf sich. "Entschuldigung, Sir! Ich weiß, dass ich den Befehl habe, die Klappe zu halten. Aber du hast Daniel Jackson vergessen: Er ist Mitglied von SG-1 und war für ca. 1 Jahr Antiker, nachdem er wegen eines radioaktiven Zwischenfalls gestorben war. Also ich kann mir vorstellen, dass er dort den ein oder anderen Kumpel hat!" Sie sah mit hochgezogener Augenbraue von Ryan zu DarkAngel.
"Technologieaustausch? Was könntet ihr uns schon an Technologie bieten, was wir noch nicht haben oder brauchen könnten?", fragte DarkAngel überheblich und fuhr gemäßigter fort. "Das mit der Technologie müsst ihr verstehen. Wir haben strikte Regeln, die es uns verbieten, unsere Technologie an primitive --- äh ich meine natürlich JUNGE Völker weiter zu geben. Das könnte einfach zu großen Schaden zufügen und zwar nicht nur ihrer Kultur. Das haben wir durch schlechte Erfahrung lernen müssen."
DarkAngel lief in Gedanken versunken auf und ab und redete einfach weiter, ohne auf die Menschen zu achten. Sie erinnert sich an etwas, was ihr der Computer bei seiner Zusammenfassung der Ereignisse über eine Gruppe innerhalb einer der Regierungen der Erde gesagt hat. "Es mag zwar sein, dass ihr durch den Kontakt zu anderen Völkern auch technologisch weit gekommen seid, das muss man schon anerkennen. Aber es ist offensichtlich, dass ihr noch sehr jung seid. Mit großer Macht kommt auch große Verantwortung und ich glaube nicht, dass ihr für diese Verantwortung schon bereit seid. Immerhin weiß der größte Teil eures Volkes nichts von den Geschehnissen im All und es gibt viele Kräfte, auch in eurer eigenen Regierung, die jegliche neue Technologie ohne mit der Wimper zu zucken missbrauchen würden! Und ihr könnt das in den meisten Fällen nicht verhindern, ja meistens wisst ihr noch nicht einmal davon! Und wie ich euch einschätze wollt ihr sowieso nur Waffen haben und das kann ich einfach nicht verantworten. Tut mir leid."
DarkAngel redete sich immer weiter in Rage. "Und was die Adresse meiner Heimatwelt angeht: die kann ich euch nicht so einfach geben. Ich würde zumindest ne Menge Ärger kriegen, wenn nicht schlimmeres. Wir Antiker legen extrem viel Wert auf unsere Privatsphäre. Und selbst wenn ihr die Adresse kennen würdet: die würde euch nicht sehr viel nützen, das könnt ihr mir glauben! Das einzige was ich tun kann, ist, mit dem hohen Rat der Antiker zu sprechen, dass sie einen Abgesandten zu euch schicken, mit dem ihr dann über Verträge und Handelsmöglichkeiten sprechen könnt. Ich werde auch zu euren Gunsten sprechen und votieren aber mehr kann ich nicht versprechen."
DarkAngel setzt sich nach der langen Rede wieder an den Tisch. "Ach ja, was diesen Daniel Jackson angeht: Ich habe leider keine Ahnung wer das ist. Aber wenn er so mächtige Freunde hat und selbst ein Antiker ist, weshalb fragt ihr ihn nicht einmal, ob er euch eure geliebte Technologie oder Kontakte im Antiker-Rat verschafft, hmmm?"
RD22 schaute stolz auf seinen Schützling. Solch eine weise und verantwortungsbewusste Rede hätte er nicht von ihr erwartet. Sie schien endlich die wesentlichen Grundregeln der Diplomatie begriffen zu haben.
Alia lauschte dem Ganzen gespannt und überhörte ein paar Ausrutscher von DarkAngel absichtlich. Es brachte nichts, jetzt wieder einen neuen Streit zu beginnen. "Ja, aber wenn du so störrisch uns gegenüber bist und wir nichts von dir erwarten können, warum um alles in der Welt sollten wir dann das Risiko eingehen, dich in unsere Basis mitzunehmen und durchs Stargate gehen lassen? Und was Doktor Jackson angeht: Er hat gegen ein paar Regeln verstoßen und ist deshalb kein Antiker mehr und kann sich auch an seine Zeit als Antiker kaum erinnern. Er hat einige Visionen, aber Colonel O'Neill wurde schon 2 mal das Wissen der Antiker ins Gehirn gepflanzt und er hat sogar Antiker Technologie benutzt. Also kannst du nicht sagen, dass wir komplett unwissend sind!
Einem Kind, das in die Pubertät kommt, muss man den Freiraum lassen um sich zu entwickeln. Ständige Vorschriften von den 'Eltern' hindern es nur daran, eigene Erfahrungen zu machen und manchmal ist es auch von Nöten, dass es auf die Schnauze fällt ... Also was ich damit sagen will: Nur weil ein anderes, minderfortschrittliches Volk als ihr, mit eurer Technologie nicht richtig umgehen konnte, heißt das nicht, dass wir es genauso machen!" Alia sah DarkAngel direkt in die Augen, um zu sehen, ob sie verstand was sie ihr damit sagen wollte.
DarkAngel hielt Alias Blick ohne mit der Wimper zu zucken stand. "Ich bin also störrisch, hmm? Wie ihr meint. Die Frage ist doch: könnt ihr es euch wirklich leisten mich NICHT durch das Stargate gehen zu lassen!" DarkAngel hob abwehrend die Hand und sprach weiter, bevor sich einer dazu äußern konnte. "Sagen wir es mal so: beide Seiten haben gute Argumente für ihre Standpunkte und ich glaube schon, dass ihr in der letzten Zeit einiges dazu gelernt habt. Die Frage ist, ob es genug ist. Wir könnten noch stundenlang darüber diskutieren, aber ehrlich gesagt habe ich keine Lust dazu. Deshalb mache ich euch einen Vorschlag: Ich stelle euch drei Aufgaben, die jeweils einer eures Teams lösen muss. Löst ihr alle drei, bekommt ihr eine Technologie MEINER Wahl. Wenn nicht, tja, dann dumm gelaufen. Aber egal was passiert: ich darf in jedem Fall das Tor passieren." DarkAngel ging einen Schritt auf Alia zu und sah sie scharf an. "Das ist mein einziges und letztes Angebot. Nehmt es an oder lasst es bleiben. Mir ist es egal. Zwar kann ich, wie ihr euch vielleicht denken könnt, den Planet nicht aus eigener Kraft verlassen. Aber das heißt nicht, dass ich hier nicht für ein paar Jährchen meine Spaß haben könnte." Bei den letzten Worten setzt DarkAngel ein fieses Grinsen auf, dass allerdings nicht ihre Augen erreicht. Ru'Dee hatte sich wieder einmischen wollen, aber diesmal hatte sie es nicht zugelassen. Ohne die Augen von Alia abzuwenden hatte sie ihn mit einer Energiewelle aus ihrer Hand weggeschubst.
Ryan hatte der Antikerin skeptisch zugehört und sprang ein wenig zur Seite, als Ru'Dee durch den Energiestoß an ihm vorbei gegen eine Wand flog. "Tja, an sich hab ich ja nichts gegen ein paar Herausforderungen und ich wäre damit einverstanden. Allerdings muss ich wissen, ob jemand aus meinem Team verletzt werden könnte ... obwohl ... du hast uns ja schon einmal geheilt ... Würdest du es wieder tun? Ich weiß ja nicht an was für Aufgaben du gedacht hast, Darky." Er grinste ein wenig, blieb dabei aber ernst. "Ich trage die Verantwortung und wenn jemand sterben sollte, dann mach ich dir die Hölle heiß!"
"Na das möchte ich sehen, wie der versucht, die Hölle heiß zumachen", murmelte DarkAngel sarkastisch. Etwas lauter fügte sie an: "Wie ich euch schon versprochen habe, wird euch auf Atlantis nichts geschehen. Warum muss ich mich eigentlich immer wiederholen?" Die Antikerin seufzte. "Also nochmal: Ich gebe euch mein Wort, dass ihr Atlantis ohne jegliche Verletzung verlassen werdet. Solltet ihr unerwarteter Weise doch körperlichen Schaden erleiden, dann werde ich das wieder, wie vorhin, heilen. Reicht Dir das oder willst Du das noch schriftlich?" DarkAngel war sichtlich genervt. Die Abkürzung ihres Namens ignorierte sie diesmal, in der Hoffnung, dass die Menschen es in Zukunft unterlassen würden. "Also, wer wird als erstes den Test absolvieren? Wie wäre es mit Dir, Ryan?"
"Bei euch Aliens weiß man ja nie, was noch im Kleingedruckten steht." meinte Ryan ebenfalls sarkastisch zurück. "Ich fühl mich dabei gar nicht wohl, aber es muss wohl sein. Dann bis nachher Leute!"
DarkAngel sah Ryan prüfend an und nickte dann. "Also gut, dann lasst uns beginnen."
Ryans Test
In der Zwischenzeit hatte sich RD22 wieder aufgerafft und ging zu DarkAngel. "Bist Du sicher, dass Du das tun willst?", fragte er.
"Hast Du einen besseren Vorschlag?"
Der Roboter dachte einige Sekunden nach und schüttelte dann den Kopf.
"Dann verzieh dich und lass mich endlich in Ruhe."
Der Roboter seufzte, beugte sich aber DarkAngels Wunsch und verließ den Kontrollraum.
Zufrieden wandte sich die Antikerin an Ryan. "Setz dich auf einen der Stühle, lehne dich zurück und entspanne dich." DarkAngel ging zum Kontrollstuhl in der Mitte des Raumes und gab ein paar Befehle ein. Sie stellte einen der Stühle in die Nähe der Monitore, auf den sich Ryan zögernd nieder ließ. Der Colonel war etwas nervös, was er aber der Antikerin niemals zeigen würde. Das wäre ja gelacht...
Dann nahm sie von einem kleinen Regal ein kleines, rundes Stück Technologie und ging auf Ryan zu. "Keine Angst, dieses Gerät wird dein Gehirn analysieren. Der Computer hat dadurch die Möglichkeit, einen fairen Test zu konzipieren, der genau auf dich, das heißt deine Persönlichkeit, dein Wissen und deine Fähigkeiten abgestimmt ist.", erklärte DarkAngel. Bevor sie das Gerät mitten auf der Stirn von Ryan befestigen konnte hielt sie inne und fragte: "Bist Du bereit oder brauchst Du noch etwas Zeit zur Vorbereitung?"
"Fang einfach an, damit wir das hinter uns kriegen." antwortete er nur mit fester Stimme.
DarkAngel nickte und befestigte vorsichtig das Gerät an der Stirn von Ryan. "Gut, dann lehn Dich jetzt zurück und schließ die Augen." Zögernd kam Ryan der Aufforderung nach. DarkAngel schaltete das Gerät an und schaute zum Monitor, den sie vorhin auf die Frequenz des Gerätes eingestellt hatte. Dort konnte man nun den Aufbau von Ryans Gehirn sehen. Ein senkrechter Strich ging einige Sekunden von der einen Seite durch bis zur anderen Seite, dann war der Scann abgeschlossen.
"Interessant", murmelte DarkAngel und aktivierte eine weitere Funktion des Gerätes an Ryans Kopf. Dieses begann nun seine Form zu verändern und innerhalb weniger Augenblicke wurde ein Teil des Kopfes von dem Gerät verdeckt, wie durch eine dünne Krone aus Metall. Es begannen heftige Augenbewegungen, die denen des Traumes stark ähnelten.
"Was soll das werden?" fragte Alia nervös.
DarkAngel drückte einige weitere Tasten und erklärte dabei den Menschen, die sich ihr genähert hatten: "Keine Angst, es wird ihm nichts geschehen. Der Computer hat nun für ihn einen Test konzipiert. Er wird auf eine andere Art durchgeführt als ich gedacht habe, aber diese Form ist nicht besonders ungewöhnlich, wurde nur, soweit ich weiß schon lange nicht mehr praktiziert."
Auf DarkAngels Befehl hin veränderte sich das Bild auf dem Monitor. Noch war es neblig, man konnte nichts erkennen. "Der Computer hat entschieden, dass Ryans Unterbewusstsein den Test durchführen soll. Das bedeutet, dass er nicht wissen wird, dass es ein Test ist und er das Ergebnis somit auch nicht bewusst beeinflussen kann. Ihr werdet am Monitor gleich das sehen, was er in seinem Unterbewusstsein erlebt. Und bevor ihr fragt: ich habe auch keine Ahnung, was für eine Situation der Computer ausgewählt hat. Das soll gewährleisten, dass der Test für beide Seiten fair ist und keiner etwas daran auszusetzen hat. Niemand kann von nun an das Szenario beeinflussen, der Computer hat die Parameter schon im vornherein festgelegt."
Die Szene auf dem Monitor veränderte sich. Der Nebel lichtete sich langsam und man konnte Ryan deutlich sehen. Um ihn herum tauchten ein paar Menschen in blauer Uniform auf und man konnte erkennen, dass sie sich in einem Kontrollraum befanden. Als Ryan sich umdrehte, kam ein Fenster in Sicht, das den Blick auf den Weltraum frei gab. Er befand sich wohl auf der Brücke eines Raumschiffes.
An der Seite des Beobachtungsmonitors erschienen einige Schriftzeichen, die DarkAngel durch einen Befehl in Englisch umwandelte. "Dieser Text hier an der Seite beschreibt die Situation, in der sich Ryan befindet", erklärte DarkAngel. Dadurch würden auch die Menschen das Szenario komplett mitverfolgen können.
Mike sah sich das ganze sehr interessiert an. "Ähm, wann kommt die Aufgabe? Oder nein: wenn Ryan das nur im Unterbewusstsein erlebt, woher kennt er dann die Aufgabenstellung? Es wird doch nicht etwa ein Quizmaster aus dem Nichts erscheinen oder?"
DarkAngel antwortete ohne sich umzudrehen: "Das ist doch der Punkt. Ryan wird nichts von einem Test wissen. Die Situation in der er sich befindet und seine Reaktionen darauf - das ist die Aufgabe an der er gemessen wird. Dadurch können wir sehen, wie er sich im normalen Leben verhalten würde."
"Könnten wir so einen Computer bekommen? Wäre sicher gut bei psychologischen Gutachten..." meinte Mike etwas grinsend.
DarkAngel ignorierte den Kommentar und konzentrierte sich auf die Geschehnisse auf dem Monitor.
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Ryan befand sich auf der Prometheus, dem einzigen Raumschiff der Erde. Er war der Kommandant und befand sich auf seiner letzten Mission vor einem ausgedehnten, lang ersehnten Urlaub. Seine Frau war hochschwanger und er hatte vor einer Stunde die Nachricht erhalten, dass sie in den Wehen lag. Bald würde er endlich Vater sein. Darauf freute er sich schon extrem. Er konnte es kaum noch erwarten, endlich auf die Erde zurückzukehren und seine Frau und das (dann wahrscheinlich schon geborene) Kind in den Armen zu halten. Nur schade, dass er wohl nicht bei der Geburt dabei sein konnte. Dummerweise hatten sich die Verhandlungen mit den Antikern auf deren Heimatplaneten etwas in die Länge gezogen, aber es hatte sich wirklich gelohnt. Sie waren auf dem Rückweg von Antika und würden bald die Erde erreichen. Um den Flug zu beschleunigen wählte Ryan eine Abkürzung durch noch unerforschten Raum. Plötzlich wurde Ryan aus seinen Gedanken gerissen.
"Sir, es nähert sich uns ein Schiff unbekannter Bauart mit großer Geschwindigkeit", sagte einer der Soldaten.
Ohne zu zögern antwortete Ryan: "Senken Sie die Geschwindigkeit und senden Sie ihnen einen Gruß."
Der Steuermann rief besorgt dazwischen: "Sir, das fremde Schiff hat seine Schilde ausgefahren und nach den Energiesignaturen zu urteilen wurden die Waffen aktiviert!"
'Na toll', dachte sich Ryan, 'das war ja soo klar!' und rief: "Aktivieren Sie ebenfalls die Schilde und versuchen Sie weiterhin, sie zu rufen. Steuermann, fliegen Sie ein Ausweich..." Weiter kam er nicht. Die Schilde waren glücklicherweise gerade aktiviert worden, da traf sie auch schon der erste Schuss. Das ganze Schiff wurde erschüttert und die Schildenergie wurde um 20% vermindert. Einem zweiten Schuss konnte gerade noch ausgewichen werden.
Ryan überlegte blitzschnell und wägte alle Optionen ab. Ein weiterer Schuss traf sie. Als Ryan die Schadensmeldungen hörte, wusste er, dass sie nicht mehr viel Zeit hatten. Sie hatten mit ihren eigenen Waffen keine Chance gegen das fremde Schiff, da es ihnen haushoch überlegen war und es antwortete nicht auf ihre Rufe. Da kam ihm plötzlich ihre Errungenschaft von den Antikern in den Sinn. Das Gerät war vor dem Abflug gerade noch in die Schiffssysteme zu Testzwecken installiert worden. Es hatte drei verschiedene Modi: Angriff, Flucht und Verteidigung.
Im Angriffsmodus wurden die Schiffswaffen um ein 100faches verstärkt, und so gut wie jeder Schild konnte durchbrochen werden. Im Fluchtmodus wurden die Antriebsmaschinen verbessert, dass sich die Geschwindigkeit extrem erhöhte und man so enorme Strecken in minimaler Zeit hinter sich bringen konnte. Der Verteidigungsmodus schließlich verstärkte die Schildgeneratoren um mehr als 1000% und verbesserte die Kommunikation. Doch welchen Modus sollte er wählen? Ein Techniker hatte ihm gerade mitgeteilt, dass im Moment nur Energie für einen einzigen Modus zur Verfügung stand. Ryan hatte nur wenige Sekunden, um zu entscheiden.
"Schalten Sie in den Verteidigungsmodus! Sofort!" befahl Ryan spontan. Mit den neuen Verteidigungsoptionen hatten sie bessere Chancen länger zu überleben und herauszufinden wer sie beschoss und warum. Die Schilde wurden verstärkt und die Salven des fremden Schiffes verursachten keine Schäden mehr.
"Öffnen Sie eine Funkverbindung! Und finden Sie heraus WER uns da angreift." Der Techniker versuchte es sofort. "Hier spricht Colonel Ryan Alexis, Kommandant der Prometheus. Stellen Sie das Feuer ein und identifizieren Sie sich!" Er wartete auf eine Reaktion, aber es kam keine. "Wir sind friedliche Forscher vom Planeten Erde, Tau'ri, Mitgard, wenn ihr wollt. Warum greifen Sie uns an?"
Ryan Alexis konnte nicht wissen, dass die Wesen, die Sikansi, auf dem Schiff ihn nicht hören konnten. Es waren Wesen, die sich in ihrem eigenen Volk durch Telepathie und mit anderen Völkern durch Lichtsignale verständigten. Sie hatten die Signale von dem Schiff der Tau'ri zwar erhalten, konnten sie aber nicht entziffern. Die Sikansi verfügten erst seit kurzer Zeit über die Raumfahrt, dafür waren Waffen- und Schildtechnologie sehr weit entwickelt. Zwar hatten raumfahrende Rassen wie die Asgard oder Furlinger sie schon vor langer Zeit besucht, aber diese hatten durch Beobachtungen in Erfahrung gebracht, dass man mit ihnen nur durch Licht und Farben kommunizieren konnte. Somit waren sie bis zu diesem Zeitpunkt nie auf eine Rasse getroffen, die mit Schallwellen kommunizierten.
Das Schiff der Tau'ri leuchtete durch die vielen beleuchteten Fenster und den Energieschild wie ein Weihnachtsbaum. Der Kommandant der Sikansi dachte, dass der Energieschild ebenso wie bei ihm nicht nur zur Verteidigung, sondern auch für Kommunikation vorhanden war. Er hatte ihnen einen freundlichen Gruß gesandt, aber in dem Energieschild der Tau'ri eine offene Drohung gelesen, die der Kommandant nicht ignorieren konnte. Zur Prävention fing er an zu schießen. Einer der wissenschaftlichen Offiziere fing zwar die Funksignale der Menschen auf, konnte aber nichts mit ihnen anfangen. Da die Situation kritisch war, speicherte er sie zu einer späteren Analyse ab und widmete sich wieder dem Scannen des Schiffes.
Der Kommandant hatte sich wieder einigermaßen gefangen und wollte den Beschuss einstellen und einen weiteren Versuch der Kommunikation starten. Doch als das Gerät der Antiker eingeschaltet wurde, änderten sich die Farben des Schiffes wieder und die Sikansi empfingen nun eine schlimme Beleidigung gegen die Mutter des Kommandanten...
"Was zum Henker machen die da? Verstehen die uns nicht, oder wollen die uns nicht verstehen?" Ryan sah ratlos zu seiner Kommunikationszentrale. "Irgendwelche Vorschläge?" fragte er in die Runde, doch niemand schien eine Lösung zu haben. Er tippte nervös mit den Fingern auf der Armlehne herum. Was sollte er jetzt tun? Sein Gehirn arbeitete auf Hochtouren, doch er konnte keinen Lösungsansatz finden. "Senden Sie nochmal - in allen uns bekannte Sprachen und Frequenzen. Irgendwas müssen sie doch verstehen!"
Mütter wurden bei den Sikansi stark verehrt, weshalb der Kommandant vor Wut ausrastete, als er die Beleidigung gegen die Seine im Schild der Prometheus sah. Er befahl, mit allem auf das Raumschiff der Tau'ri zu feuern, was sie hatten, bis der Schutzschild und damit auch die Beleidigung verschwunden war. Ohne zu zögern führten seine Männer den Befehl aus. Salve um Salve traf die Prometheus, da halfen auch die verzweifelten Ausweichmanöver nichts mehr. Ryan sah sich gezwungen, ebenfalls das Feuer zu eröffnen. Doch der Beschuss zeigte keine Wirkung, der Schild der Sikansi konnte nicht durchbrochen werden. Im Gegenteil: die Sikansi erhöhten ihre Anstrengungen und mit jedem Schuss verlor der Schutzschild an Energie. Es kam, wie es kommen musste: der Schild brach zusammen und die Schüsse schlugen nun ungehindert in das Schiff ein.
Der Kommandant kam schließlich wieder zu Sinnen und befahl, das Feuer einzustellen. Aber es war schon zu spät. Der letzte Schuss der Sikansi traf direkt den Hyperraumantrieb der Prometheus und löste eine Kettenreaktion aus. Als das Schiff anfing zu explodieren und auseinander zu brechen, konnte Ryan gerade noch 'Julie, es tut mir...' denken, dann wurde der Bildschirm gelblich weiß, der Nebel kehrte zurück - und der Colonel erwachte.
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Ryan sah sich hektisch um. Sein Herz hämmerte wie wild und er dachte wirklich, er sei gerade gestorben. Er atmete schnell und wusste gar nicht so recht wo er sich gerade befand. "Julie?!" rief er aufgeregt und sprang von dem Stuhl herunter. Erst da erkannte er wieder wo er war und was sich gerade abgespielt hatte. Am liebsten hätte er DarkAngel in den Hintern getreten, als er erkannte, dass es nur ein 'Traum' gewesen war. "Was sollte denn das?", fragte er immer noch aufgelöst. Hatte er die Aufgabe bestanden? Hatte er richtig gehandelt? Hätte er es verhindern können?
"Hey Ryan! Alles OK?" Alia sah böse zu DarkAngel. "Musste das sein? Läuft das immer so ab?"
DarkAngel zuckte bei Alias Ausbruch ungerührt mit den Achseln. "Woher soll ich das bitteschön wissen? Ich war bei so einem Test noch nie dabei. Aber was regt ihr euch auf? Ryan lebt doch noch! Tests sind nun mal schwierig, was habt ihr denn erwartet?" Dann wandte sie sich an den Computer. "Computer, hat der Mensch den Test bestanden? Und: was ihn sicher auch brennend interessieren wird: hätte er irgendwie überleben können?" Man konnte den Sarkasmus in DarkAngels Stimme deutlich hören.
"Ryan Alexis hat den Test bestanden. Nach meiner Analyse der menschlichen Technologie, Ryans mentalen Fähigkeiten und unseren Erfahrungen sowohl mit den Menschen als auch den Sikansi gab es in allen drei Fällen eine 0%ige Überlebenswahrscheinlichkeit.
Hätte die Prometheus das Sikansi-Schiff mit der überlegenen Waffe der Antiker vernichtet, dann wären sofort zehn weitere aufgetaucht, die die Prometheus zerstört und den Heimatplaneten der Menschen gesucht und angegriffen hätten.
Bei einer Flucht wäre der Pilot in eine Sonne gerast, da er die Prometheus bei einer solch extremen Geschwindigkeitserhöhung, wie es in dieser Situation das Antikergerät ausgelöst hätte, unmöglich kontrollieren konnte. Hättet ihr diese Lösung gewählt, wäre der Test weder gewonnen, noch verloren worden, sondern ich hätte einen zweiten Test gestartet."
"Typisch außerirdische Technologie: gib dem Colonel doch wenigstens ne Chance das Szenario erfolgreich zu meistern. Es gibt in solchen Situationen nicht nur negative Ergebnisse!", meinte Mike und wunderte sich, dass das Programm so pessimistische Szenarien aufstellte.
Ryan wurde richtig wütend, als er die Ausführungen des Computers hörte. "Ich konnte also gar nichts ändern und gestorben wäre ich in jedem Fall?! Wie kann ich den Test denn bestanden haben, wenn die gesamte Mannschaft der Prometheus getötet wurde?"
"Bei diesem Test ging es nicht um das Überleben der Prometheus und ihrer Crew, sondern die Interaktion mit anderen Rassen und den Umgang mit der Technologie der Antiker.", antwortete der Computer ungerührt. "Ryan hat gezeigt, dass nicht alle Menschen zuerst schießen und dann Fragen stellen, sondern er hat weise die Schildtechnologie gewählt und versucht zu kommunizieren. Bei einem weiteren Verlauf des Szenarios hätten die Sikansi die Kommunikationsversuche der Prometheus analysiert und herausgefunden, was für einen furchtbaren Fehler sie begangen haben. Aufgrund des Verhaltens von Ryan bei der Schlacht hätten sie Friedensverhandlungen mit dem Heimatplaneten der Tau'ri aufgenommen, die mit einer Wahrscheinlichkeit von 94% zu einem dauerhaften Frieden und blühenden Handelsbeziehungen geführt hätten.
Bei solche einem Test wird IMMER ein Szenario gewählt, wie es sich auch in der Realität abspielen könnte. Die Menschen erforschen seit kurzem den Weltraum und werden zwangsläufig auf die verschiedensten Rassen, u.a. auch die Sikansi, stoßen. Aufgrund der teilweise extremen Unterschiedlichkeit der Kulturen und Sichtweisen kommt es durchaus zu solch bedauerlichen Zwischenfällen. Auch die Antiker haben in der Anfangszeit ihrer Expansion solche Verluste erleiden müssen."
DarkAngel ließ sich von den bösen Blicken der Menschen nicht beeindrucken. Sie zuckte nur mit den Schultern und schaute unschuldig als ob sie sagen wollte 'Hey, was schaut ihr mich an? Der Computer ist schuld, ich hab mit der ganzen Sache nichts zu tun'.
In Ryan brodelte es immer noch und durch die Story die ihm aufgetischt wurde, verbesserte sich seine Laune auch nicht gerade. "Wer bitteschön denkt sich diese dämlichen Tests aus? Wäre doch mal lustig wenn DU dich auf den Stuhl hier setzen würdest!" meinte er an DarkAngel gewandt.
Der wurde es langsam zu bunt. Was fiel diesem niederen Wesen ein, ihre seit Jahrtausenden bewährten Methoden zu kritisieren!? "Diese Tests wurden von sehr fähigen Antikern konzipiert und haben sich seit Jahrtausenden bewährt. Wenn sie dir nicht gefallen, dann könnt ihr es ja sein lassen. Es zwingt euch keiner, euch euren Ängsten zu stellen. Und was mich angeht: warum sollte ich bitteschön an dem Test teilnehmen. Ich will ja keine weit fortgeschrittene Technologie haben.", antwortete die Antikerin dem Menschen. Man konnte erkennen, dass sie sich nur mit Mühe zurückhielt, um nicht laut zu werden und es waren schon fast die Dampfwolken aus ihren Ohren zu erkennen.
Alia sah zwischen den Beiden hin und her und merkte, dass sie sich bald an die Gurgel gehen würden, wenn nicht jemand dazwischen ging. Sie stellte sich zwischen die beiden Streitenden und machte sich wieder 'groß'. "Hey! Jetzt beruhigt euch mal beide! Ryan natürlich war es nicht in Ordnung, dass du bei dem Test keine Chance hattest. Aber es war immerhin nur ein Test. Und DarkAngel: du hast versprochen, dass wir hier unversehrt rauskommen, also halt dein Versprechen. Lasst uns weiter machen, Leute und nicht so kindisch streiten!"
DarkAngel warf ihre Arme in die Luft und wandte sich ab. Sie hatte nicht wirklich Lust, sich zu streiten (ausnahmsweise) und versuchte sich wieder zu beruhigen. "Wie oft soll ich es euch noch sagen: ich habe euch das Versprechen gegeben, dass ihr die Station unversehrt verlassen werdet und EIN ANTIKER HÄLT IMMER SEIN VERSPRECHEN! ... Selbst wenn er provoziert wird." DarkAngel seufzte und sagte in einem gemäßigteren Ton. "Also: wer ist der nächste?"
Die Antikerin ließ ihren Blick durch den Raum schweifen und blieb dann bei Nora Wright hängen. Diese hatte sich die ganze Zeit im Hintergrund gehalten und war dadurch der perfekte Kandidat."Wie wäre es mit ihr?" fragte die Antikerin und zeigte auf Nora. "Tut mir leid, ich habe deinen Namen vergessen, wie heißt Du nochmal?" Ohne eine Antwort abzuwarten fuhr sie fort: "Sie wäre doch eine gute Kandidatin, denn da sie sich bis jetzt noch nicht zu Wort gemeldet hat, könnt ihr mir nicht irgendwelche Aversionen gegen sie vorwerfen."
Schweigen macht einen nun also auch schon zum Versuchskaninchen. "Captain Nora Wright ... Nora ...", warf der Captain ein und sah etwas stirnrunzelnd von Alia zu Colonel Alexis.
Alia war zwar froh, dass sich die Situation zwischen Ryan und DarkAngel entspannt hatte, jedoch gefiel es ihr nicht, dass Nora nun das Angriffsziel war. "Immer mit der Ruhe Darky! Du kannst das nicht über ihren Kopf hinweg entscheiden, schließlich haben wir gesehen, mit welchen emotionalen Hürden und Entscheidungen diese Tests verbunden sind. Das muss sie ganz für sich alleine entscheiden." Sie ging zu Nora und sagte so, dass nur sie und Ryan es hören konnten. "Nora, du musst das nicht machen. Ich hab euch die Suppe eingebröckelt, also sollte ich die nächsten beiden Tests machen. Wer weiß, was sonst noch kommt ... DarkAngel hat zwar versprochen, dass uns körperlich nichts passiert, aber wer weiß was mit dem seelischen ist." Alia sah besorgt zwischen Nora und Ryan hin und her.
"Sie hat Recht, Captain. Wenn Sie sich der Prozedur nicht unterziehen wollen, dann müssen Sie es nicht." Ryan machte Nora mit einem Blick klar, dass er jede Entscheidung von ihr respektieren würde.
"Nein, Sir. Schon in Ordnung, Sir. Ich werde den nächsten Test machen.", antwortete Wright mit festem, leicht militärischem Ton.
"Gut. Wenn Du bereit bist, dann setzte Dich bitte auf den Stuhl und entspanne Dich", sagte DarkAngel.
Nora tat wie geheißen und setzte sich dorthin, wo vorhin Ryan gesessen hatte. Etwas zögernd schloss sie die Augen und lehnte sich zurück. DarkAngel wiederholte die ganze Prozedur wie beim ersten Mal. Auch bei Nora entschied sich der Computer für einen virtuellen Test in ihrem Unterbewusstsein. Allerdings verzichtete er darauf, Geschehnisse und Personen aus der Vergangenheit zu benutzen. Die Menschen schauten gebannt auf den vernebelten Bildschirm, während DarkAngel sich eine Banane holte und anfing, sie zu schälen. Dann begann sich der Nebel zu lichten.
Noras Test
Als der Nebel sich lichtete, konnte man langsam Nora erkennen. Ihre Kleidung war zerrissen und sie war blutig. Nora und ihr Team hatten einen Planeten erkunden wollen, waren aber von Jaffa überrascht und angegriffen worden. Ihr Team konnte gerade noch durch das Stargate entkommen, aber Nora schaffte es nicht mehr. Sie wurde nach kurzer Gegenwehr gefangen genommen und auf ein Schiff geschafft. Dieses Schiff brachte sie nach einigen Stunden auf einen fremden Planeten. Sie hatte keine Ahnung wo sie war und was die Jaffa alles mit ihr anstellen würden, geschweige denn welchem Goa'uld dienten.
Die Jaffa rührten sie allerdings nicht an, sondern warfen sie nur in eine Gefängniszelle. Dort schlief sie erst einmal einige Stunden, bevor sie unsanft geweckt wurde. Der Primus von dem Goa'uld Ba'al brachte Nora zu seinem Herrn. Fast schon zivilisiert wurde sie ausgefragt. Nora gab natürlich keine Antworten, aber daraufhin lachte Ba'al nur schallend. "Du wirst mir alles sagen, was ich wissen will, keine Sorge. Ich lasse gerade eine nette Droge herbringen, die extra für euch störrische Menschen hergestellt wurde. Morgen wird sie hier sein, und sei versichert: dann wirst Du mir alles sagen, was ich wissen will und noch viel, viel mehr. Nichts wirst Du mir verheimlichen können. Gar nichts. Nicht mal die intimsten Geheimnisse Deiner Jugend, an denen ich mich eine Weile ergötzen werde.", sagte Ba'al und fing wieder an zu lachen. Dann ließ er sie wieder in die Zelle werfen. An ihr würde er seine Freude haben. Psychologische Folter war manchmal doch besser als die körperliche.
Nora ging in ihrer Zelle auf und ab. Sie musste unbedingt entkommen, sonst würde sie die Erde verraten. Sie zweifelte nicht an Ba'als Worten, dafür war er sich einfach zu sicher gewesen. Sie dachte einige Stunden über einen Fluchtweg nach, konnte aber nichts tun, da man ihr alles bis auf ein Leinengewandt abgenommen hatte und die Zelle ganz kahl war. Doch da kam ihr der Zufall zur Hilfe. In der Nähe der Hauptgeneratoren gab es einen kleinen Unfall, durch den einiges zerstörte wurde. Dadurch wurde auch die Energiezufuhr zu dem Teil des Gefangenentrakts unterbrochen, in dem sie sich befand. Der Energieschild fiel aus – und Nora konnte fliehen. Durch viel Glück und überlegtes Vorgehen konnte sie den Wachen ausweichen und fand ein kleines Kontrollzentrum, das unbewacht war. Nora wollte sich in den Computer einhacken, doch dies war sehr schwierig, da alle Zugänge mehrfach mathematisch verschlüsselt waren.
Nach einiger Zeit hatte sie es jedoch geschafft, Zugriff auf die meisten Dateien des Computers zu erlangen. Einer Eingebung zufolge schnappte sie sich einen Datenkristall, der zufällig neben der Konsole war und begann, die Daten des Computers zu speichern. Währenddessen sah sie sich nach einem Fluchtweg um. Es gab mehrere Möglichkeiten, aber nach kurzem Überlegen wählte sie den strategisch günstigsten durch unterirdische Höhlen aus, die anscheinend zur Folter und Befragung anderer Wesen gedacht waren. Was für Wesen konnte Nora auf die Schnelle nicht herausfinden. Sie löschte alle Daten über sich selbst und machte sich dann auf in die Höhlen.
Es war ein beschwerlicher und gefährlicher Weg, doch sie kam gut voran. Den wenigen Wachen, die dort waren konnte sie unter Schwierigkeiten ausweichen. Schließlich ging sie einen langen Gang hinunter, wo an den Seiten viele Türen waren. Sie wagte es nicht auch nur eine zu öffnen. Aber manchmal hörte man grauenhafte Laute heraus.
Plötzlich erweiterte sich der Gang und sie kam in eine große, unterirdische Höhle. Ein schmaler Pfad führte an einem tiefen See vorbei zu einem weiteren Ausgang. Mitten in dem See befand sich eine kleine Insel. Auf der Insel war ein großer Pfahl, an den jemand gefesselt war. Nora konnte die Figur nicht richtig ausmachen, denn sie wechselte ständig von der festen, menschenähnlichen Form zu einer halb energetischen und wieder zurück. Nora kam es vor, als versuche ein Antiker aufzusteigen, würde aber immer wieder zurückgerissen. Der Antiker gab gequälte laute von sich und Nora konnte ein leises "Oh mein Gott!" nicht zurückhalten. Doch sie war nicht leise genug. Der Antiker hörte sie und hob den Kopf. Nun konnte sie für wenige Sekunden ein Gesicht erkennen. Es war Auron, der stolze Krieger, den sie vor wenigen Wochen auf Antika bei Verhandlungen kennen gelernt hatte.
"Hilf mir", stöhnte Auron.
"Wie?", fragte Nora.
"Ich habe äußerst wichtige Informationen für Nexus, unseren Führer. Sie dürfen nicht verloren gehen. Versprich mir, dass du das, was ich dir jetzt sage, an mein Volk weiter leiten wirst.", antwortete der Antiker schwach.
Nora war erstaunt: "Sollte ich dich nicht besser befreien?" fragte sie, obwohl es ihr nicht behagte, sich auch nur vorzustellen, durch den See schwimmen zu müssen, da sie nun sehen konnte, dass die Strömung ziemlich stark war.
"Das kann ich nicht von dir verlangen. Diese Ketten verhindern, dass ich aufsteigen kann und sie haben mich dermaßen geschwächt, dass ich wahrscheinlich nicht mal ein paar Schritte machen könnte, selbst wenn du die Ketten öffnen könntest. Nein, der einzig richtige Weg ist es, die Informationen anzunehmen, mich hier zurückzulassen und zu fliehen. Ich wäre nur ein Hindernis für dich."
Plötzlich ertönte ein sehr lauter Ton und einige Lichter fingen an rot zu blinken. Eine Stimme sagte aus einem Lautsprecher etwas, was Nora nicht verstehen konnte. "Sie haben deine Flucht und die Manipulation des Computers entdeckt. Du hast nicht viel Zeit!", drängte Auron.
Nora schwenkte ihren Blick über die Landschaft und wog die Möglichkeiten noch einmal ab, obwohl sie bereits in einem Bruchteil einer Sekunde entschieden hatte, was zu tun war. Sie zeriss einen Ärmel ihrer Leinenkleidung entgültig und verwendete den Stoffstreifen dazu, den Daten-Kristall an sich festzubinden.
Nora hatte Angst vor dem Wasser. Schon als Kind hatte sie panische Angst vor dem Ertrinken gehabt. Es kostete sie sehr, sehr viel Überwindung, doch sie musste es einfach versuchen. Sie atmete tief durch und watete ins Wasser, bis sie spürte, dass die Strömung zu stark und der See zu tief wurde, um weiterzugehen. Zudem vernahm sie hinter sich die ersten Stimmen eines Jaffatrupps, der offenbar bereits auf der Suche nach ihr war. Sie holte tief Luft, überwand ihre Angst und tauchte dann völlig in das kalte Wasser ein.
Wenige Momente später erreichte sie die Insel, kam aber nur kurz an die Oberfläche um erneut Luft zu holen. Sie wollte von hinten die Insel betreten um von den Wachen möglichst lange unbemerkt zu bleiben. Von Wasser triefend stand sie nun verborgen hinter dem Pfahl an dem Auron angebunden war und redete auf diesen ein. "Auron, ich werde jetzt versuchen deine Fesseln zu lösen. Währenddessen kannst du mir eure Geheimnisse anvertrauen, doch zuvor will ich dich warnen. Sollte ich erneut gefangen genommen werden, wird mir der Goa'uld vermutlich auch dieses Wissen entreißen können. Sobald ich die Fesseln gelöst habe, bitte ich dich, zu versuchen, aufzusteigen. Sollte es dir gelingen, stelle ich als Bedingung, dass du für mich einen Kristall den Tau're übergibst."
Sie wartete die Antwort des Kriegers nicht ab, sondern begann sogleich sich an seinen Fesseln zu schaffen zu machen. Sollte er bereit sein auch auf diese Gefahr hin ihr seine Geheimnisse anzuvertrauen, konnte er damit beginnen. Falls nicht, würde sie versuchen, sich mit ihm durch das Stargate zu kämpfen und wenn sie ihn den ganzen Weg bis zum Tor schleifen würde müssen. Ein Soldat ließ niemals einen Mann zurück! Mittlerweile sah sie am Flussufer die ersten Jaffa Patrouillen, die mit Stabwaffen bestückt den Weg entlang marschierten, den sie soeben verlassen hatte. Doch noch schien keiner von ihnen Notiz zu nehmen.
"Einverstanden", sagte Auron. "Aber keine Sorge, das was ich Dir sage wird keiner verstehen, der es nicht verstehen soll. Du brauchst es Dir noch nicht mal besonders zu merken, hör einfach nur zu. Nexus wird wissen, wie er Dir dieses Wissen entreißen kann. Sag ihm einfach nur, dass es um Titus geht, und die Furlinger all die Jahrtausende Recht hatten!" Aurons Stimme wurde immer schwächer. Während Nora ihn befreite flüsterte er ihr etwas in einer fremden Sprache, die keiner ähnelte, die sie je gehört hatte, ins Ohr.
Die Jaffa hatten mittlerweile die Höhle grob abgesucht und nichts ungewöhnliches entdeckt. Dann verließen sie die Höhle fürs erste, aber man hörte sie weiterhin. Mitten im letzten Wort wurde Auron ohnmächtig. Nora konnte die Fesseln schließlich öffnen und Auron fiel zu Boden. Die Stimmen der Jaffa entfernten sich, aber es blieb trotzdem nicht viel Zeit zu entscheiden, was sie mit dem Antiker machen sollte.
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Währenddessen auf Atlantis:
DarkAngel hatte nicht wirklich auf den Monitor geachtet, ihr war es mittlerweile egal wie die Tests ausgingen. Sie widmete sich ruhig ihrem Essen - bis sie Aurons Stimme vernahm. Ungläubig ließ sie ihre Hand sinken, die gerade einen Apfel zum Mund führen wollte. "Auron?!" flüsterte sie fast unhörbar. Sollte er noch leben? Für den Bruchteil einer Sekunde schlich sich ein fast sehnsüchtiger Ausdruck auf ihr Gesicht, dann verschwand er sofort wieder hinter ihrer hochmütigen Maske.
Mike hatte dieses leise Flüstern des Namens 'Auron' vernommen. Es war fast wie ein leichter Lufthauch gewesen, von dem er sich nicht sicher war, dass er ihn wirklich gespürt hatte. Trotzdem fragte er: "Ist er nicht nur vom Computer erfunden? Gibt es diesen Auron wirklich?"
DarkAngel konnte ihren Blick nicht vom Bildschirm lösen, an dem sie ihren Auron sah. "Auron war der Leibwächter meines Vaters...", sagte die Antikerin leise und unbewusst.
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Nora nahm sich Aurons an und zog ihn mit sich. Er war fast zu schwer und es kostete sie viel Anstrengung, ihn bis zum Wasser zu schleifen. Danach erleichterte zwar der Auftrieb des Wassers sein Gewicht, doch Nora hatte trotzdem schwer damit zu tun, mit dem zusätzlichen Gewicht gegen die Strömung anzukämpfen. Sie hatte kaum noch Kraft und spürte wie sie verkrampfte. Dazu beschlich sie das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen ... eine Panikattacke ... Gerade noch konnte sie sich mit Auron an das Ufer retten. Sie hustete und lag einige Sekunden flach auf dem Rücken um sich zu beruhigen. Dann erinnerte sie sich daran, dass es auf der Insel nur so von Jaffa wimmelte, die sie hier schnell entdecken würden.
Der Captain zog Auron mit letzter Kraft hinter einen Stein und versuchte ihn zu wecken. "Auron ... hör mir zu ... Ich habe keine Kraft mehr, dich bis zum Tor zu tragen. Ich muss dich hier lassen, es tut mir leid... Ich werde versuchen dir jemanden zu Hilfe zu schicken und dein Volk informieren. Sammle deine Kräfte, vielleicht gelingt es dir aufzusteigen..." Sie war zwiegespalten. Einerseits sträubte sich alles in ihr, ihn zurückzulassen. Andererseits wusste sie, dass sie ihn auf keine Fall bis zum Tor schleppen konnte. Nora hörte erneut die Stimmen einer Jaffa Truppe nahen, drehte sich noch einmal um und lief dann ohne ein Wort, flink den Weg entlang. Kurz vor dem Stargate versteckte sie sich und beobachtete die Lage. Das Tor wurde von zwei Jaffa bewacht, etwa 10 weitere schienen das übrige Gebiet zu kontrollieren - und - sie sah sich um - hinter ihr schien die Wachablösung für die zwei anderen Wachen zu kommen.
Das war ihre Gelegenheit: sie bewegte einen der Jaffa dazu, auf sie zu schießen, konnte sich aber im letzten Moment noch ducken, sodass der andere Jaffa tödlich getroffen zu Boden sank. Dann schnappte sie sich eine Zat und erledigte auch die anderen Jaffa. Nora schaffte es das Tor anzuwählen, während die restlichen Krieger auf sie zu schießen begannen und stolperte durch das Stargate.
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Als DarkAngel bemerkte, dass Nora, wenn auch schweren Herzens, die einzig richtige Entscheidung traf und Auron zurückließ, verhärtete sich für den Bruchteil einer Sekunde, ohne dass es die Menschen sahen, ihr Gesicht. Wie konnte dieses zurückgebliebene Wesen es nur wagen, ihren Auron, ihren über alles Geliebten aus der alten Zeit, dem sicheren Tod und der Folter zu überlassen. Das konnte sie nicht ungestraft durchgehen lassen...
Indem sie das Sternentor durchschritt, beendete Nora den Test. Der Bildschirm wurde wieder durch den Nebel verschleiert und die Soldatin erwachte ein paar Sekunden später. DarkAngel ging zu ihr und nahm ihr ohne große Vorsicht das Gerät von der Stirn.
"Auch Norah Wright hat den Test bestanden", sagte der Computer unaufgefordert. "Sie hat einen akzeptablen Stand an Intelligenz bewiesen und eine durchschnittliche Menge der strategischen sowie mathematischen Parts in einer zufriedenstellenden Zeit gelöst. Auch das Zurücklassen von Auron ist eine akzeptable, wenn auch nicht ganz wünschenswerte Entscheidung. In diesem Szenario hätte er wohl zu einer 50%igen Wahrscheinlichkeit überlebt und wäre nach Hause zurückgekehrt."
Mike trat aus dem Hintergrund vor und sah zu Colonel Alexis. "Sir, ich biete mich an, den dritten Test zu übernehmen.", sagte er in einem militärischen Ton.
Ryan hatte alle gebannt auf dem Computer verfolgt und immer wieder zu DarkAngel gesehen. Man sollte Fremde nie aus den Augen lassen und er war sich noch nicht darüber im Klaren, ob sie nun Feind oder Freund war. Noch konnte er sich nicht festlegen und sie machte ihm die Entscheidung nicht gerade leicht. Als Norah die Mission erfolgreich beendet hatte, ging er zu der Antikerin und bat die Anderen einen Moment zu warten. Er schätzte Connors Enthusiasmus, aber die Tests gingen ihm zu weit. "Darky ich finde es reicht jetzt. Wir haben beide Tests bestanden und sie waren nicht gerade fair. Mir ist nicht wohl dabei, noch jemanden zu testen ...", er sah sie prüfend an. "... zumal du wegen diesem mysteriösen Auron ziemlich mitgenommen wirkst."
"Es geht mir sehr gut, danke der Nachfrage. Um mich musst Du Dir keine Sorgen machen", sagte DarkAngel kühl. Dann wurde ihre Stimme wieder lauter. "Aber wie kannst Du sagen, dass die Tests unfair waren? Hmm? Und außerdem habt ihr beide Male bestanden, also was beklagst Du dich eigentlich? Und könntest Du BITTE aufhören mich Darky zu nenne! ICH HEISSE DARKANGEL!" Die letzten Worte schrie sie fast schon. "Wenn ihr unbedingt einen Teil unserer Technologie haben wollt, dann haltet euch an unsere Vereinbarung. Daher BESTEHE ich auf den letzten Test. Punkt. Aus!" DarkAngel schlug mit ihrer Faust so stark auf den Tisch, dass das Geschirr klirrte und eines der Gläser zersprang.
"Wow wow wow, du brauchst ja nicht gleich ausfallend zu werden." meinte Ryan verärgert. So langsam aber sicher reichte es ihm mit ihr. "Du bist ja schlimmer als ein fünfjähriges Kind, dem man den Lolli weggenommen hat! Jetzt komm mal wieder runter!" Er funkelte sie wütend an und war kurz davor ihr den Hals umzudrehen. Seine Körperhaltung war angespannt und man konnte deutlich erkennen, dass ihm dieses Ganze hin und her zu weit ging. "Ich habe noch nie so einen Snobanktiker wie dich getroffen, DARKY! Die Anderen waren eigentlich immer sehr umgänglich, im Gegensatz zu gewissen anderen Personen!"
DarkAngel brodelte. Sie konnte sich kaum mehr unter Kontrolle halten und die Energie, die sie ausstieß, konnte man förmlich fühlen. Frustriert warf sie die Arme in die Höhe. "Weißt Du was? Das war's, ich hab keine Lust mehr. Der Deal ist geplatzt, macht doch was ihr wollt. Dann bleib ich eben hier und mach mir auf der Erde ein paar Jahrzehnte ein schönes Leben. Ist mir egal. Immer noch besser als mich mit euch auch nur eine Minute länger abgeben zu müssen. Verschwindet sofort von meiner Station. RD22 wird euch wenn nötig den Weg weisen." DarkAngel wandte sich ab und murmelte: "Das muss ich mir NICHT bieten lassen!!"
"Bitte, wenn das so ist: Der Deal war ohne hin unter diesen Bedingungen nicht fair. Du hast dich doch nur mit diesem Computerprogramm amüsiert! Noch dazu mit den unfairen Spielregeln. Wir sind zwar nicht so hoch entwickelt, aber immerhin fair!" Ryan kochte vor Wut. "Leute, packt eure Sachen, wir gehen. Ich lass mich doch von so einem Snobdarky nicht beleidigen!" rief er ihr gut hörbar hinterher.
Alia verdrehte nur die Augen und konnte nicht fassen in welchem Kindergarten sie hier war. Sie funkelte Ryan böse an. "NEIN! Warte!" Die Archäologin lief zu DarkAngel und stellte sich vor sie. "Hey, nein komm schon ... Wir sind doch beides zivilisierte, intelligente Völker. Wir müssten doch in der Lage sein, miteinander vernünftig zu reden." Sie reagierte nicht. "Hey DarkAngel, ich weiß dass du mich nicht besonders magst. Schließlich hast du es mir zu verdanken, dass wir hier sind. Also würde ich mich für den dritten Test anbieten. Du siehst, wie ich mich schön blamiere, hast etwas Spaß und wir bekommen im Gegenzug die Technologie?" Alia sah DarkAngel fragend an. "Deal?"
Ryan war insgeheim froh, dass Alia sich für Darky einsetzte und lehnte sich gereizt an eine Wand. Sollte sie es doch versuchen, aber DarkAngel würde er trotzdem nicht so schnell sympathisch finden. Er erwiderte Allys Blick mit einem 'was denn? Ich hab doch gar nichts gemacht'-Blick und wartete ab wann dieses Frauengespräch endlich beendet war. Was gab es denn da großartiges zu bereden?
DarkAngel seufzte. "Wie kommt ihr eigentlich zu der Annahme, dass ich an diesen Tests meinen Spaß habe? Beim ersten wusste ich noch nicht mal, wie der bei euch aussieht und beim zweiten hab ich den emotionalen Level extra um die Hälfte heruntergedreht!"
Die Antikerin sah Alia direkt an. "Mir ist es im Prinzip egal, ob überhaupt einer und wenn, dann wer den Test macht. Aber ich muss mich nun mal an gewisse Regeln halten. Wenn du es wegen der Technologie machen willst, bitte. Da vorne ist das Gerät, einer eurer Leute kann es Dir sicher anlegen und den Test starten wenn ihr unbedingt wollt. Ich will damit nichts mehr zu tun haben, ihr gebt mir doch nur die Schuld für alles und jedes, egal was passiert." DarkAngel klang plötzlich sehr müde als sie sich auf einen Stuhl setzte und den Kopf auf einen Arm stützte, denn sie musste unwillkürlich wieder an die kurze und kostbare Zeit mit Auron denken.
Alia war etwas überrascht von DarkAngels plötzlichem Gefühlsausbruch. Sie merkte, dass dieser Auron sie ganz aus dem Konzept gebracht hat und für DarkAngel nicht nur ein Antiker Kollege, sondern mehr war. Alia wusste leider nur zu gut wie sie sich fühlen musste. Die Archäologin setzte sich neben DarkAngel und redete so leise mit ihr, dass es die Anderen nicht hören konnten. "OK, ich bin nicht gut in solchen Sachen. Aber es kann dir doch nicht egal sein, ob du hier weg kommst oder nicht. Ewigkeiten alleine – OK - fast alleine, hier unten zu verbringen, muss doch erstens mega langweilig sein und zweitens für die Seele tödlich! Jeder Mensch ... und sicher auch jeder Antiker braucht Gesellschaft und ich habe auch gemerkt, dass dir dieser Auron nicht egal ist, auch wenn du versucht hast, es zu verbergen. Das klingt jetzt vielleicht blöd, aber ich weiß, wie du dich fühlst und allein zu sein, ist das Schlechteste was du machen kannst!
Also komm…lass uns jetzt diesen letzten Test machen und dann von hier verschwinden. Ich hab im SGC ein paar Sachen die ich dir zeigen will. Ach, und bitte ... tu mir den Gefallen und schließ du dieses Gerät an. Ich will nämlich nicht, dass jemand einen falschen Knopf drückt und ich mein gesamtes Wissen verliere, oder so was und dann noch mehr unverständliches Zeug brabble." Alia lächelte DarkAngel freundlich an und hoffte, dass ihr Aufmunterungsversuch etwas brachte.
DarkAngel brachte bei Alias Versuch witzig zu sein ein winziges, dankbares Lächeln zustande, was aber sofort wieder verschwand. "Es ist doch noch nicht einmal gesagt, dass es ein Zuhause gibt, zu dem ich zurückkehren kann! Seien wir doch realistisch: gäbe es noch ein Volk der Antiker, dann wäre schon längst einer in einem Radius von über 100 Lichtjahren aufgetaucht und hätte mich abgeholt. Nein. Wahrscheinlich sind fast alle die ich kannte schon seit Jahrtausenden tot. Da wird es im Endeffekt egal sein, wo ich die nächste Zeit verbringe." sagte DarkAngel bitter. "Aber wenn Du den Test machen willst, soll es mir recht sein, wenn Du Ryan dahinten überreden kannst. Ich habe keine Lust mehr, mich mit ihm zu streiten." Langsam gewann DarkAngel wieder ihre Fassung zurück.
"Sollte das stimmen und dein Volk existiert nicht mehr ... dann ..." Alia überlegte nochmal kurz um sie es wirklich sagen sollte: "... die Erde ist groß genug, da wäre immer ein Platz für dich." Sie wusste, dass sie sich mit diesem Vorschlag sehr weit aus dem Fenster lehnte, aber warum nicht? Für die Erde wäre es eine Bereicherung, jedoch hoffte sie viel mehr, dass DarkAngel nach Antika zurückkehren konnte.
Sie sah zurück zu Ryan und dann wieder zu Darky. "Sei nicht böse auf Ryan. Er ist nur besorgt um sein Team. Jeder geht mit neuen Situationen anders um und Militärs reagieren halt meist mit Wut und Aggression, weil ihnen in jahrelangem Training eingetrichtert wird, dass andere Emotionen schädlich für sie und ihr Team sind. Ich brauche ihn nicht zu überzeugen. Er ist hier wegen der Technologie, mir hätte es schon gereicht, etwas über dein Leben und deine Kultur zu erfahren, alleine das ist für mich faszinierend genug.
Jedoch sehe ich auch ein, dass wir eine Waffe im Kampf gegen die Goa'uld brauchen. Wir sind die erste Welt: von uns geht alles Menschliche im Universum aus. Wir dürfen einfach nicht vernichtet werden, denn auch wenn du es uns nicht zutraust: in uns steckt viel Potential und wer weiß, vielleicht werden wir eines Tages so fortschrittlich wie die Antiker und die Asgard. Wir sind auf dem besten Wege und ich appelliere an dich, uns dabei zu helfen! Das ist der Grund warum ich diesen Test mache - auch wenn ich um ehrlich zu sein verdammt Schiss davor hab. Ich hab's nämlich nicht so mit Computern, die sich mit meinem Gehirn koppeln. Also lass uns die Sache hinter uns bringen, OK?" Alia stand demonstrativ schwungvoll auf und sah fordernd zu DarkAngel.
DarkAngel schaute Alia etwas schief an. "Danke für das großzügige Angebot, aber ich glaube kaum, dass das wirklich gut gehen würde. Bei meinem Temperament würde ich wohl auf kurz oder lang hier ne Menge kaputt machen." Dann schlich wieder ein kleiner, spöttischer Funke in ihre Augen, als sie auf die Aussage über die Wichtigkeit der Menschheit einging. "Aber eins ist faszinierend: ihr Menschen denkt also wirklich, ihr seid der Mittelpunkt des Universums."
Sie schüttelte ungläubig den Kopf. "Es mag ja stimmen, dass die Erde die Ursprungswelt vieler menschlichen Rassen in dieser Galaxie ist, aber das gilt bestimmt nicht für die abertausenden anderen Galaxien dieses Universums. - Nur mal so als kleiner Hinweis. Aber ich gebe zu, ein gewisses Potential kann man bei euch nicht abstreiten. Das ist ja auch der einzige Grund, dass ich diesen Mist hier überhaupt mitmache und nicht einfach still und leise des Nachts heimlich durch euer Sternentor abhaue." DarkAngel stand langsam auf. "Aber Du hast recht. Bringen wir die Sache endlich hinter uns..." DarkAngel machte eine auffordernde Geste an Alia, sich auf den entsprechenden Stuhl zu setzen.
Alia konnte sich kurz bevor sie protestieren wollte selbst bremsen. Jetzt weiter zu diskutieren würde möglicherweise in einem neuen Streit enden und letztendlich sowieso nichts bringen. Und im gewissen Maße hatte DarkAngel auch Recht. Darum beließ sie es bei einem Nicken und wand sich noch einmal kurz an Colonel Alexis. "Ryan, ich werde jetzt noch diesen Test machen, dann war das Ganze hier auch militärisch ein Erfolg. Danach können wir abhauen." Sie setzte sich auf den Stuhl und sah noch mal zu ihm. "Und egal was passiert: es ist NICHT DarkAngel's Schuld!" Sie sah zu der Antikerin, bevor Ryan etwas antworten konnte und nickte ihr zu, dass sie den Test starten konnte.
Alias Test
Der Nebel am Monitor lichtete sich und Alia fand sich auf dem Markt in ihrem Heimatdorf in Texas wieder. Als Kind hatte sie viel Zeit hier verbracht, und dabei die Menschen beobachtet oder sich mit Bekannten unterhalten. Sie war schon immer die Einzelgängerin gewesen, die sich gern von der Gruppe absetzte, um alles aus einem weiteren Winkel betrachten zu können. Sie kam an ein kleines Geschäft, das schmerzliche Erinnerungen in ihr hervorrief. Sie sah sich das Geschäft von außen an. Es handelte sich um eine kleine Trafik und auf dem Holzschild über der Tür stand in Großbuchstaben J.G. Elliot. Alia zögerte, bevor sie den Laden betrat. Drinnen fand sie alles so vor, wie sie es in ihrer Erinnerung hatte: die kleinen Holzregale, der Geruch nach Tabak ... Ein großer, schmerzender Klos saß in ihrer Hals.
Hinter der Vitrine stand ein alter, grauhaariger Mann, der sie mit bösem Blick ansah und zu kennen schien. "Was willst du hier?"
Alia sah zu dem Mann auf und antwortete leise: "Ich weiß es nicht..."
Der Mann legte seinen Kopf etwas schief und maulte mit tiefer, brummiger Stimme: "Du lässt dich 4 Jahre nicht blicken, schneist dann einfach ohne Vorankündigung hier rein und weißt nicht warum du hier bist?" Seine Augen kniffen sich zu kleinen Schlitzen zusammen und die Stimme wurde etwas lauter. "Das ist so typisch für dich Alia! Brandon hat immer unter deinem verdammten Egoismus gelitten, doch er hat dich abgöttisch geliebt. Er wäre gestorben für dich ... und ist es auch. Selbst da warst du nicht da, als er dich brauchte ... Bis heute gebe ich dir die Schuld für seinen Tod! Du hattest doch dabei sicher deine Finger im Spiel, wie immer, wenn er sich in Gefahr brachte."
Alia musste mit den Tränen kämpfen, doch die Wut in ihrem Bauch verhinderte, dass sie in selbige ausbrach. "DAS IST NICHT WAHR!!!", <i>schrie sie ihm entgegen und er schrie mit gleicher Lautstärke zurück: "DANN SAG MIR WAS PASSIERT IST! EIN VATER HAT ZUM TEUFEL NOCHMAL DAS RECHT ZU ERFAHREN, WIE SEIN SOHN GESTORBEN IST UND WOBEI!"
Alia drehte ihm den Rücken zu, sie konnte dem Blickkontakt nicht mehr standhalten und sagte nun wieder mit leiser bedrückter Stimme: "Du weißt, dass ich das nicht darf. Das ist geheim!" Irgendwie schaffte sie es wieder sich umzudrehen und sah dem Mann vor ihr in die Augen.
Beiden flossen die Tränen, welchen sie mittlerweile freien Lauf gelassen hatten, übers Gesicht. "Alia! Brandon war mein einziger Sohn. Ich habe ihn so geliebt und es hat mir schier das Herz zerrissen, als ich die Nachricht von seinem Tod erhallten habe ... Seine Mutter Marie hatte danach drei Schlaganfälle! Sie war ein Pflegefall, bevor sie vor einem Jahr gestorben ist. Sie hat seinen Verlust einfach nicht verkraftet ... Wir hätten dich gebraucht, Ally ... ICH hätte dich gebraucht. Ich war allein mit meinem Schmerz und meiner pflegebedürftigen Frau, während du dich auf irgendeiner geheimen Militärbasis herumgetrieben hast, um deine blöden Steinchen zu suchen." sagte der Mann leise und eindringlich zu ihr.
Alia fühlte sich schlecht, sie wusste, dass es damals das Richtige gewesen war, nicht hier her zu kommen. Sie hätten sich nur gegenseitig in ihren Schmerz getrieben, denn Alia war damals nicht stark genug, um Brandons Familie Halt zu geben - sie schaffte es nicht einmal für sich selbst. Dennoch machte sie sich Vorwürfe, schon seit Brandon vor 4 Jahren gestorben war. Alles was sie, nun so in Beschlag genommen vom Blick dieses alten gebrochenen Mannes, aussprechen konnte, war ein leise gehauchtes: "Es tut mir leid..."
Die Gesichtszüge des Mannes lichteten sich etwas und er sah sie weiter eindringlich an. "Und du glaubst, damit ist alles vergeben und vergessen?"
Sie fand wieder eine klaren Gedanken und entgegnete: "Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte und alles ungeschehen machen, dann würde ich es tun, selbst wenn ich dafür sterben müsste. - Doch ich kann es nicht!"
Die Stimme des Mannes erhob sich wieder, doch diesmal klang sie nicht wütend, sondern flehend. "Dann sag mir, was meinem Jungen passiert ist! Bitte Alia ... sag es mir! ... bitte ..."
Alia stand da und sah dem alten Mann in die Augen. Sie überlegte angestrengt, ob sie wirklich alle Regeln brechen und dem Mann vom Stargate-Programm erzählen sollte...
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Ryan hatte sich schon gedacht, dass so etwas geschehen würde, das war echt typisch. Die Militärs erreichten gar nichts und die Wissenschaftler retteten ihnen den Hintern. Solange es funktionierte war es okay und Ryan war froh darüber, Ally in seinem Team zu haben. Egal was andere Militärs von 'wissenschaftlichem Anhängsel' hielten. Er stieß sich mit einem Ruck von der Wand ab und ging zu dem Monitor, um sich anzusehen was Alias Aufgabe war. Die Gegend in der sie war, kam ihm nicht bekannt vor. Er war nie dort gewesen. Es musste mit Alias Vergangenheit zu tun haben, aber sie sprach nie wirklich darüber. Der Tod ihres Mannes hatte sie sehr verletzt.
Alexis verfolgte das Gespräch des älteren Herren und runzelte die Stirn. Er wollte wissen wie sein Sohn, Alias Ehemann, gestorben war? 'Nun Dad er wurde von Außerirdischen gegrillt.' wie hört sich das an? Sie konnte ihm nichts sagen ... sie durfte nicht, aber er konnte den alten Mann verstehen. Was würde Julie wohl tun wenn er während eines Einsatzes starb? Sie hatten darüber geredet, sonst hätte es niemals funktioniert, aber den wahren Grund würde sie nie erfahren. Killed in action ... mehr nicht. Als Mensch könnte er verstehen, wenn Alia Brandons Vater alles erzählte, aber als Soldat müsste er sie vor Ort erschießen, um die Informationen geheim zu halten.
DarkAngel dagegen bekam ein schlechtes Gewissen, als sie sah, was sich auf dem Bildschirm abspielte. Sie wusste ein wenig wie Alia sich fühlen musste und das wünschte sie nicht mal ihrem größten Feind.
Plötzlich bebte die Erde extrem stark. Wieder kam Staub und Gemäuer von der Decke. Dann fingen die Bildschirme an zu flackern und der Computer fror das Szenario zur Sicherheit von Alia ein. "Achtung: es wurden zwei Energiegeneratoren beschädigt. Bei einem weiteren Beben und dem aktuellen Energieverbrauch kann die Integrität des Schildes mit einer 90%igen Wahrscheinlichkeit nicht aufrechterhalten werden. Daher werden in 5 Minuten alle nicht benötigten Systeme abgeschaltet. Bitte verlasst zu eurer Sicherheit die Station." ließ der Computer verlauten.
DarkAngel fällte innerhalb von Sekunden eine Entscheidung. Die Menschen konnten nicht hier bleiben, es war einfach zu gefährlich. Der Energieschild konnte jederzeit ausfallen und das Meerwasser in die Station hereinlassen. Womöglich wurde der Vulkan in der Nähe von Atlantis langsam wieder aktiv, so dass selbst die fortschrittlichen Maschinen der Antiker die Beben nicht mehr ausgleichen und kontrollieren konnten. DarkAngel gab eiligst einige Befehle in den Computer ein, so dass Alias Gedächtnis vorübergehend blockiert wurde und trennte sie dann vom Computer. Das Gerät ließ sie noch an Alias Stirn.
Als Alia erwachte, konnte sie sich an nichts von dem Test erinnern. Sie war verwirrt und merkte, dass Tränen auf ihren Wangen waren, die sie hastig wegwischte. DarkAngel sprach schnell auf die Archäologin und die anderen Menschen ein. "Alia, hör mir zu. Es gab ein weiteres Erdbeben, das ganz Atlantis gefährdet. Wir müssen sofort von hier verschwinden. Deshalb musste ich auch den Test abbrechen. Fürs erste habe ich Deine Erinnerungen daran blockiert." Sie schaute etwas verlegen auf den Boden während sie weiter sprach. "Ich kann Deine Erinnerungen jederzeit wieder herstellen, aber ich weiß nicht genau, ob ich das tun soll... wie soll ich es ausdrücken... sie sind nicht gerade angenehm... "
Alia hatte zwar keine Ahnung was geschehen war, aber an DarkAngels Blick konnte sie ablesen, dass es wohl nichts gutes war. Sie wollte es wissen, aber erst wenn alle in Sicherheit waren. Daher nahm sie das Gerät von ihrer Stirn und sprang von dem Sessel. Sie ging zu DarkAngel und legte ihre Hand auf deren Arm, weil sie merkte, dass die Antikerin ein unheimlich schlechtes Gewissen hatte. "Hey, wie gesagt: was immer in dieser Erinnerung passiert ist, es ist nicht deine Schuld! Ich hoffe du kannst sie ohne diesen Computer wieder deblockieren. Denn auch wenn sie vielleicht unangenehm war, so ist sie doch ein Teil von mir und vielleicht kann ich daraus etwas lernen. Aber..." eine weitere Eruption ließ die ganze Station erzittern und Alia musste sich festhalten, um nicht umzufallen. "...wir sollten hier schleunigst abhauen!"
In der Zwischenzeit hatte RD22 den Kontrollraum wieder betreten. "Ru'Dee, bring die Menschen so schnell wie möglich wieder zu ihrem Fahrzeug!" </i>sagte DarkAngel zu dem Roboter. Dann wandte sie sich an die Menschen.</i> "Geht schon einmal vor, ich komme gleich nach. Hab noch etwas zu erledigen. Und: Beeilt euch! Wenn es noch weitere Beben gibt wird der Schild unweigerlich zusammenbrechen." DarkAngel sah, dass einer der Menschen protestieren wollten, aber sie winkte ab. "Ihr wollt doch unbedingt eure Technologie haben, oder? Aber ohne einen Download geht das schlecht. Ihr erwartet doch sicher nicht von mir, dass ich mir irgendwelche Baupläne oder so was merke, oder?"<i>, sagte sie mit einem Augenzwinkern, wurde aber schnell wieder ernst. "Keine Sorge, mir passiert schon nichts. Ich kann ganz gut auf mich selbst aufpassen...GEHT endlich!"
Die Eruption riss Ryan aus den Gedanken und er lief zu dem Rest seines Teams. "Sachen packen und raus hier!" befahl er und schnappte sich seinen Rucksack. "Ally, wenn sie meint sie schafft es, glaub ich ihr das...raus hier! Und keine Widerrede!"
Alia wollte protestieren, ließ sich aber von den beiden davon abbringen. "Okok...ich geh ja schon!" antwortete die Archäologin und packte in aller Eile ihre Sachen zusammen.
Während die Menschen ihre Sachen zusammensuchten und mit RD22 den Kontrollraum verließen, schnappte sich DarkAngel ein paar Kristalle und begann, große Mengen an Daten herunter zu laden. Dann öffnete sie die Tür im Schild. Gleichzeitig replizierte sie einige Geräte und einen Rucksack, in den sie die Geräte lagerte. Einige Kristalle waren schon beschrieben, als die ersten Monitore und Lichter auszufallen begannen. Doch das kümmerte DarkAngel wenig. Sie wartete auf die Meldung von RD22, dass Menschen die Stelle am Schutzschild erreichten, wo sie ihre Waffen zurückgelassen hatten. Je mehr Daten sie hatte, desto besser, vor allem falls von ihrem Volk wirklich kaum noch Mitglieder existieren sollten.
Am U-Boot angekommen, nahmen die Menschen wieder ihre Waffen an sich und warteten auf DarkAngel. Ryan sah Alia besorgt an und legte eine Hand auf ihre Schulter. "Alles klar bei dir?"
"Ja, ja Ryan, mit mir ist alles in Ordnung ... glaub ich zumindest." antwortete Alia.
Als DarkAngel endlich die Meldung erhielt, dass die Menschen am U-Boot angekommen waren, hatte sie schon eine sehr große Menge an Daten heruntergeladen und auf den Kristallen gespeichert. Die mussten einfach reichen, denn die Zeit wurde langsam knapp. Sie schnappte sich ihre Sachen, gab noch ein paar letzte Befehle in den Computer ein, stieg auf und eilte in Sekunden zu den Menschen. Dort nahm sie wieder ihre menschliche Gestalt an. "OK, Leute, verschwinden wir.", <i>sagte DarkAngel und wandte sich an RD22. "Ru'Dee, Du bleibst hier und bewachst die Station, bis ich Dich abhole. Überwache die Reparaturarbeiten." Ru'Dee nickte ergeben. Jetzt war eindeutig keine Zeit für lange Diskussionen. Er wandte sich wieder dem Kontrollraum zu, während DarkAngel den Menschen ins U-Boot folgte. Hinter ihr schloss sich die 'Tür' wieder und der Schild nahm wieder komplett seine gelbe Farbe an. In Atlantis selbst waren die letzten Lichter ausgegangen und die Kraftfelder, die die einzelnen Biotope abgrenzten, hatten sich abgeschaltet. Die Stadt der Antiker lag wie tot da, nur der Schutzschild leuchtete noch kräftig.
Zurück im SGC
SG-3 betrat das U-Boot und Ryan lief sofort auf die Brücke, um dem Captain Bescheid zu sagen, dass sie hier wegmussten. Dann ging er zurück an die Eingangsluke zu seinem Team. "Wir werden ablegen sobald Darky an Bord ist", sagte er und wie aufs Stichwort kam DarkAngel durch die Luke.
"Ist Ru'Dee wasserdicht? Du lässt ihn einfach hier?" fragt er, dachte sich aber, dass er nicht mehr kommen würde. DarkAngel schüttelte den Kopf. "Okay. Segeln setzen und ab geht's!", teilte er dem Captain per funk mit und das U-Boot legte ab. Schon bald hatten sie Atlantis hinter sich gelassen.
DarkAngel schaute sich neugierig um. Alles sah irgendwie ... abgenutzt ... verkommen ... und einfach nur primitiv aus. "Wie lange wird es dauern, bis wir unser Ziel erreicht haben? Und vor allem: wo geht es überhaupt hin? Ich kann mir nicht vorstellen, dass ihr mit dem Ding sehr weit kommt..." sagte sie ziemlich skeptisch. Ryan würdigte sie indes kein Wort. Sie war immer noch ziemlich stinkig auf ihn, und durch das ständige 'Darky' verbesserte sich ihre Laune nicht wirklich.
<i>Alia holte eine Weltkarte aus ihrem Rucksack und legte diese auf einen Tisch. Sie zeigte mit dem Finger, wo sie waren und wo sie hin mussten. "Keine Sorge, das dauert nicht lange: wir fahren jetzt 6 Stunden mit dem U-Boot zu diesem Hafen und fliegen danach noch 4 Stunden mit dem Helikopter, bis wir im Colorado Springs sind, danach 30 Minuten mit dem LKW ins SGC und schon sind wir zu Haus, bzw. beim Stargate." Alia drehte den Kopf zu DarkAngel, um sich zu vergewissern, dass sie ihr folgen konnte.
DarkAngel schaute Alia ungläubig an. "Das kann doch nicht euer ernst sein! 10,5 Stunden für so eine lächerliche Entfernung? Und was machen wir die ganze Zeit? Däumchen drehen?"
Ryan verdrehte genervt die Augen. "Hey, du kannst auch ein Taxi nehmen, Darky ... oder beam dich gleich hin. Bei uns dauert es halt länger. Wir haben da schon geeignete Methoden die Zeit tot zu schlagen. Wie wär's mit Schachspielen? Eine nette Unterhaltung? Wir sind da sehr flexibel. Stell dich mal nicht so an!"
"Das ist ausnahmsweise mal eine gute Idee, MENSCH.", antwortete DarkAngel kryptisch. Sie ging zum Bullauge, das immer noch Atlantis zeigte und nahm unauffällig einen kleinen Taschencomputer aus der Tasche, um Kontakt mit dem Hauptcomputer in Atlantis aufzunehmen. Sie gab einige Befehle ein und drehte sich dann zu Ryan um. "Denn ich habe ehrlich gesagt keine Lust, so lange zu warten." Dann drückte sie einen Knopf auf dem kleinen Computer - und die Ereignisse überschlugen sich. Ein Strahl von Atlantis erfasste das U-Boot, hüllte es in eine energetische Blase ein und versetzte es für Sekundenbruchteile in eine andere Dimension. Als das U-Boot wieder auftauchte, war es knapp unter der Oberfläche, 1 Meile vor der Küste Amerikas, genau dort, wo Alia ihr den Hafen auf der Karte hingezeigt hatte, kein anderes Schiff oder U-Boot war in der Nähe.
Währenddessen hatte ein zweiter Strahl SG-3 und DarkAngel erfasst und beamte das Team nach Colorado Springs direkt vor die Basis an den Zaun, mitten im Wald. Es war niemand zugegen, der ihre Ankunft beobachten konnte. Trotz der Schnelligkeit konnten alle Menschen im U-Boot noch ein weiteres Ereignis beobachten. Im Herzen von Atlantis erstrahlte eine riesige Explosion, die über die Hälfte der Fläche verschlang. Der zusammenbrechende Schild war das letzte was SG-3 sah und DarkAngel gefälliges Grinsen das erste, nachdem sie wieder materialisierten. Als DarkAngel die geschockten Gesichter von SG-3 bemerkte, sagte sie nur. "Ihr habt doch nicht etwa geglaubt, dass ich euch Atlantis auf dem Präsentierteller einfach so überlasse, oder? Und: warten war noch nie meine Stärke..."
Ryan sah sich verwundert und auch ein wenig geschockt um. "Na das nenn ich einen Billigflug ... Aber du hättest ja nicht gleich alles in die Luft sprengen brauchen. Und den armen Ru'Dee hast du auch einfach zerstört ... er war ein Wunderwerk der Technik, das kannst du doch nicht einfach so ... einfach zerstören!" schimpfte er und grummelte weiter: "aber nein: immer gleich drauf. Wahrscheinlich warst du das mit der Krake auch..."
DarkAngel schaute ganz unschuldig. "Ach her je, den ARMEN Ru'Dee hatte ich ja ganz vergessen!" Sie seufzte gespielt, was ihr natürlich niemand abnahm. "Das tut mir ja sooo leid... Aber was Octavio angeht: ich habe ihn zwar gebeten euch zu vertreiben, aber er hat es aus freien Stücken getan. Immerhin hat er mit den Menschen ein ziemlich großes Hünchen zu rupfen, so wie ihr die Meere vergiftet und seine Artgenossen tötet. Seid froh, dass er eine so gutmütige Kreatur ist und beklag dich nicht andauernd, ihr lebt ja noch!" Was DarkAngel nicht bemerkte war, dass hinter ihr RD22 materialisierte und sie sehr streng ansah...
Ryan blieb abrupt stehen und sah DarkAngel für einen Moment fassungslos an. "ICH HABS GEWUSST!" stieß er laut aus und drehte mit seinen Händen der Luft demonstrativ den Hals um. "Waah!" Die Antikerin ging jedoch unbekümmert weiter.
Alia war überrascht über die schnelle Form der Fortbewegung, doch die Zerstörung von Atlantis gefiel ihr gar nicht. So viel Wunder der Geschichte mit einem Schlag vernichtet. Sie hätte Darky den Hals umdrehen können. Die Archäologin schluckte jedoch ihren Ärger darüber runter und ließ Ryan und DarkAngel vorangehen. Sie hatte etwas anderes vor, etwas, worauf sie sich schon seit Stunden freute. Ja genau! Sie wollte sich eine Zigarette anzünden! Alia spuckte den ausgelutschten Nikotinkaugummi aus und nahm ihr Päckchen Camel Filter ... Sie zelebrierte förmlich den Vorgang des Herausnehmens, Anzündens und ziehen an der Zigarette. "Ja Baby! Dich hab ich jetzt gebraucht!"
i>Sie ließ sich nicht von der 'zivilisierten Diskussion' zwischen Ryan und DarkAngel ablenken, doch das plötzliche Erscheinen von Ru'Dee weckte dann doch ihre Aufmerksamkeit. Sie grinste etwas über den starrköpfigen, nicht tot zu bekommenden Roboter und rief demonstrativ laut:</i> "Ru'Dee! Du lebst?"
Ryan war stinksauer weiter vor gegangen. Erst als er ein überraschtes 'Rudee!' hörte, drehte er sich um und sah zu Alia und die Person neben ihr. "Du lebst?", fragte er ebenfalls.
"Nun ja: Leben ist immer eine Definitionssache und eigentlich lebe ich nicht wirklich. Aber ja, meine Existenz wurde noch nicht beendet, was ich aber nicht DarkAngel zu verdanken habe.", sagte Ru'Dee ruhig.
Bei seinen Worten wirbelte DarkAngel herum und starrte den Roboter ungläubig an. "Wie kommst Du denn hierher? Sag mal: was muss ich denn noch tun, um Dich endlich los zu werden?" DarkAngel warf über die Maßen frustriert die Arme in die Luft. "Kannst Du mich nicht endlich mal in Ruhe lassen und verschwinden?"
"Dein Vater hat mir den Ausdrücklichen Befehl gegeben, immer an deiner Seite zu bleiben und dich zu beraten und daran werde ich mich halten.", sagte der Roboter.
"Und was wenn mein Vater tot ist, diesen Befehl nicht rückgängig machen kann und ich dich einfach nicht mehr brauche?"
Der Roboter dachte eine Sekunde lang nach. "Für Diesen Fall gibt mir meine Programmierung keine extra Anweisungen, daher werde ich dich auch dann auf deinem Weg weiter begleiten."
"Aaarrggggg!!" stöhnte DarkAngel auf und stürmte einige Meter davon. RD22 sah die Menschen an und zuckte nur mit den Schultern. Was hatte die Antikerin nur gegen ihn?
Alia beobachtete die ganze Situation amüsiert und grinste Ryan zu bevor sie zu DarkAngel aufschloss. "Komm Dark(y) ... *räusper*... DarkAngel! Lass uns erst mal zum General gehen." Die kleine Gruppe betrat nach einer Ausweiskontrolle am Eingang den Militärkomplex und stiegen in den Lift, der sie viele Stockwerke hinunter, tief in den Berg hineinführte.
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SG-3, DarkAngel und Ru'Dee gingen einen Gang entlang und waren auf dem Weg zum Büro des Generals. Ryan grinste seit einiger Zeit nur und sah DarkAngel amüsiert an. "Den Aufpasser wirst du einfach nicht los wie?" kommentierte er und lachte leise.
"Nein, leider nicht!" grummelte DarkAngel verstimmt. "Aber wie heißt es bei euch so schön: noch ist nicht aller Tage Abend..." Sie schaute sich um. "Übrigens: es mag euch ja vielleicht Spaß machen, den ganzen Tag graue Gänge rauf und runter zu marschieren, aber darf ich vielleicht erfahren, wo wir hingehen?"
Alia drehte sich, währen sie weiter gingen, zu DarkAngel um. "Wir werden uns jetzt beim General zurückmelden und ihm dein Anliegen unterbreiten. Mal sehen was er sagt." Da sie ihren Blick nicht nach vorne gerichtet hatte, sah sie nicht, dass vor ihr eine Tür aufging und sie mit voller Wucht dagegen zu laufen drohte.
"Genau: ohne den Papierkram läuft hier gar nichts." sagte Ryan lässig. "Ähm, Ally, ich will ja nichts sagen, aber..." Er grinste leicht und deutete mit einem Finger hinter Alia. Diese drehte sich verwundert um. Ryan sprang einen Schritt nach vorne und bekam die Tür zwei Zentimeter vor Alias Nase zum Stoppen. "Augen auf, Ally!"
Alia schaffte es wirklich ganz knapp vor der Tür zum stehen zu kommen und grinste Ryan erleichtert an. "Boa ... ja ... danke Ryan, das was knapp!" Sie sah den Soldaten der hinter der Türe stand böse an und ging daran vorbei.
"Papierkram scheint es wohl überall im Universum zu geben. Ich habe festgestellt, dass Beamte und Verwalter zu den gefährlichsten Spezies im Universum gehören." sagte DarkAngel grinsend und hob nur leicht die Augenbraue, als Ryan Alia vor der Tür rettete. "Aber weshalb muss ich unbedingt mit diesem General sprechen?" fragte sie dann etwas genervt. "Für meinen Geschmack hatte ich schon genug Kontakt mit Menschen, das reicht für eine ganze Dekade, vielen Dank."
"Da kommen wir leider nicht drum rum, DarkAngel. Er ist der Chef hier: ohne seine Zustimmung kommt niemand durchs Stargate!", antwortete die Archäologin.
"Na dann wollen wir mal hoffen, dass er meinem 'Anliegen' zustimmt, nicht wahr?" kommentierte DarkAngel trocken. Im Gang kamen ihnen mehrere Soldaten entgegen, die DarkAngel etwas komisch ansahen. Diese bemerkte, dass es wohl an ihrer etwas exotischen Kleidung liegen musste.
Ein leises Grinsen schlich sich wieder auf ihr Gesicht. Ohne lange darüber nachzudenken schnippte sie mit den Fingern und ihre Kleidung verschwand. Im selben Augenblick hatte sie eine normale blaue BDU an.
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Währenddessen in einem Freizeitraum auf der obersten Ebene vom SGC:
Airman Nicki Grace spielte gerade mit ihren Kollegen Karten. Es war eine sehr lustige Runde mit alkoholfreiem Bier. Plötzlich, ohne dass sie es merkte, saß sie in ihrer Unterwäsche da. Sie konzentrierte sich auf ihre Karten, deshalb sah sie die seltsamen Blicke der Männer nicht. Erst als sie aufsah, kam ihr etwas seltsam vor und sie fragte "Was?".
Einer der Soldaten zeigte wortlos auf sie und fing erst unverschämt an zu grinsen und dann lachte er. Einige der anderen fielen in das Lachen ein. Nur Michael sah die anderen böse an. Sie sah an sich herunter, schrie auf - und rannte beschämt aus dem Raum.
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Ryan sah verwundert zu DarkAngel, als diese plötzlich in Militäruniform vor ihnen stand. Zuerst dachte er sich nichts dabei, aber als er aus Gewohnheit das Namensschild las runzelte er die Stirn. "Airman Nicki Grace?" Er sah zu der Antikerin. "Darky?", fragte er herausfordernd. "Was soll das?"
DarkAngel sah Ryan halb gespielt unschuldig, halb verwundert an. "Wovon redest Du Ray?"
"Wovon ich rede? Von der gestohlenen Uniform! Und nenn mich nicht so, SNOBBY!" meinte er aufgebracht. Ryan war normalerweise nicht so leicht zu reizen, aber diese Person - dieser Snobantiker - schaffte es immer wieder.
"So lange Du mich Darky nennst oder mir andere Schimpfnahmen an den Kopf wirfst, nenne ich Dich wie es mir beliebt, RAY! Und die Uniform hab ich mir nur geborgt, also reg Dich ab.", erwiderte DarkAngel erregt.
Alia sah genervt abwechselnd von Ryan zu DarkAngel, bis sie es nicht mehr aushielt. "Könntet ihr Kinder euch mal beruhigen, bitte!? DarkAngel: steht doch einfach mal ein bisschen über den Dingen. Wenn ich jedes Mal ausflippen würde, wenn mich jemand auf den Arm nimmt ... hoi, dann hätt ich viel zu tun ... und Ryan: die Uniform ist nicht geklaut! Und so lange Airman ..." sie sah auf das Schild "...Grace Unterwäsche an hatte ..." sie grinste frech "...wo ist das Problem?"
DarkAngel verschränkte defensiv die Arme. "Ich hab nicht damit angefangen", maulte sie, hielt sich aber sonst zurück. Als Alia Airman Grace erwähnte kapierte DarkAngel endlich, was Ryan gemeint hatte und schaute etwas verlegen auf den Boden.
"So fortschrittlich und trotzdem so eine lange Leitung..." meinte Ryan grinsend und ging weiter. "Wir sind da." sagte er einige Sekunden später und klopfte an die Tür von General O'Donalds Büro.
Besprechung mit dem General
"Herein", war die schlichte Antwort von General O'Donald, der gerade einige Akten durchlas.
Ryan öffnete die Tür, trat ein und nahm sofort Haltung an. Salutierend berichtete er die vergangenen Ereignisse. "General, Sir, SG-3 meldet sich erfolgreich zurück. Wir haben Atlantis gefunden. Allerdings wurde es zerstört und wir haben den letzten Überlebenden – eine Antikerfrau – mitgebracht. Sie versprach uns Technologie und im Gegenzug darf sie durch das Stargate nach Hause gehen... Sir."
DarkAngel betrat nun den kleinen Raum und schaute sich halbwegs interessiert um. Als ihr Blick auf den General fiel, senkte sie fast unmerklich den Kopf zum Gruße. Immerhin was das eine Art Führer, der zumindest etwas Respekt verlangte. Auch RD22 und der Rest von SG-3 hatte das Büro betreten und es wurde etwas eng.
"Sie haben ein Alien einfach so auf meine Basis gebracht, ohne mir vorher Bescheid zu sagen?" O'Donald gefiel so etwas gar nicht. Er sah jedoch die Antikerin lächelnd an, denn sie war ja keiner seiner Soldaten und hatte diesen Fehler nicht gemacht. "Was hat es mit diesem Austausch auf sich?"
Ryan hatte mit dieser Reaktion gerechnet. "Sir, sie wollte durch das Stargate. DarkAngel sitzt seit tausenden von Jahren auf der Erde fest und sie hat uns ein Angebot gemacht: Technologie gegen den Weg nach Hause. – Wir hatten nicht wirklich eine Wahl, Sir. Atlantis flog uns nur so um die Ohren und wir konnten sie nicht dort sterben lassen. Außerdem ist es enorm wichtig Kontakte zu knüpfen und sie ist eventuell einer der letzten lebenden Antiker. Sollten wir diese Chance nicht nutzen? Sie hätte uns einfach töten können, das hat sie uns unmissverständlich bewiesen..." Er warf einen vielsagenden Blick zu DarkAngel. "...aber sie tat es nicht und machte keinen feindlichen Eindruck, General, Sir."
DarkAngel sah Ryan etwas verblüfft an, was man allerdings nur an einer hochgezogenen Augenbraue erkennen konnte. Er hatte ja schon fast richtig nett über sie gesprochen!
"Trotzdem werden Sie mich das nächste Mal unterrichten, wenn Sie einen Alien auf meine Basis bringen. Jeder Korridor sollte gesichert und alle Sicherheitsleute auf den Beinen sein. Nicht sie müssen sich vor dem Pentagon verantworten..." Der General legte eine unmissverständliche Miene auf. "Was genau bekommen wir im Gegenzug dafür, dass Sie unser Stargate benutzen dürfen?" fragte er die Antikerin direkt.
Sie kramte in ihrem Beutel und holte zwei Gegenstände heraus. "Bei euch auf der Erde gibt es viele Krankheiten, hervorgerufen durch Viren, die ihr nicht heilen könnt. Dieses Gerät vernichtet alle Viren im menschlichen Körper." DarkAngel streckte dem General das Gerät hin.
Als dieser es in die Hand nehmen wollte, zog sie es nochmal zurück. "Noch eine Sache: Ich weiß, dass es auf eurem Planeten üblich ist, Krankheiten nur für eine gewisse Geldleistung zu heilen. Viele Menschen können sich das aber nicht leisten. Wenn ich euch dieses Gerät überlasse, dann erwarte ich, dass ihre es jedem Menschen auf der Erde zugänglich macht." Sie sah O'Donald ernst an und gab ihm schließlich das Gerät. "Sollte ich eines Tages zurückkehren und merke, dass einigen Menschen diese Heilungsmethode vorenthalten wird, dann wird es sehr ungemütlich. Haben wir uns verstanden?"
"Sie wollen mir drohen?", hauchte General O'Donald ihr entgegen. "Ich werde Ihr 'Anliegen' weiterleiten, mehr aber auch nicht..."
'Meine Güte sind die Menschen empfindlich,' dachte DarkAngel und rollte genervt mit den Augen. Drohungen hatte sie doch nun wirklich nicht nötig. Die Antikerin wollte schon etwas heftiges erwidern, als sich RD22 einschaltete.
"Ihr müsst DarkAngel verzeihen. Sie ist jung, mit einem heftigen Gemüt sowie einer scharfen Zunge, hat aber im Prinzip ein gutes Herz." Der Roboter sah DarkAngel scharf an und wandte sich wieder zum General. "DarkAngel ist nur besorgt, dass dieses Gerät in falsche Hände, wie den berüchtigten NID, gerät und dann nicht den Hilfsbedürftigen, sondern nur den Reichen auf eurer Welt zugute kommt. Und das möchte sie eben verhindern." Der Roboter lächelte O'Donald freundlich an und hieb DarkAngel den Ellenbogen solange in die Rippen, bis sie ebenfalls ein etwas gezwungenes Lächeln aufsetze.
"Ich kann diese Sorge teilen, aber es steht nicht in meinem Ermessen. Jedoch bin ich mir sicher, dass dieses Gerät irgendwann auch der allgemeinen Öffentlichkeit helfen wird, wenn unsere Forscher wissen wie es funktioniert und zu vervielfältigen ist. Dies dauert jedoch. Und nicht zu vergessen ist, dass wir nicht einfach in der Öffentlichkeit mit Alien-Technologie wedeln können.", antwortete der General.
Alia drängte sich an den Leuten die vor ihr standen vorbei, um den General sehen zu können. Ihr gingen die Beschuldigungen gegen Ryan und das hin und her wegen der Technologie auf den Keks. "General, wenn ich kurz unterbrechen darf! Ryan war von Anfang an skeptisch, was das mitbringen von DarkAngel angeht. Wenn es jemandem in die Schuhe zu schieben ist, dass DarkAngel hier ist, dann bin ich es! Und wegen der Technologie: wir sollten froh sein, dass wir sie bekommen haben und hier nicht lange herumstreiten über das was wie und warum. Ich denke, wir werden schon einen Weg finden, sie für unsere Zwecke nutzen zu können, ohne das Stargate öffentlich zu machen."
"Und was die Funktionsfähigkeit und Vervielfältigung angeht: Hier drauf sind die Konstruktionspläne und eine Betriebsanleitung. Übersetzt in eure Sprache und an eure beschränkte Technologie angepasst. Das sollte den Prozess drastisch verkürzen, meinst du nicht auch? Allerdings nur unter der Voraussetzung, dass ihr die Informationen aus dem Kristall extrahieren könnt", fügte DarkAngel spöttisch grinsend an, während sie den General ansah. Ohne sich umzusehen warf sie Alia einen kleinen Informationskristall zu, den diese mit Mühe und Not auffangen konnte.
"Wir haben Mittel und Wege Informationskristalle zu lesen. Aber bei uns im Center heißt es immer noch 'Sie', 'General' oder 'Sir'.", antwortete O'Donald in einem tadelndem Tonfall, wie es sich bei einem etwas verärgerten Großvater zu seiner Enkelin anhören würde. "Also gut, dann bringen wir das doch hinter uns. Wir brauchen nur die Symbole des Planeten, dann können wir ihn anwählen."
"Ähm General, bei allem Respekt: DarkAngel ist kein Militär. Sie hat nicht die Verpflichtung Sie 'Sir' zu nennen... Sir.", warf Ryan grinsend ein, wurde aber sofort wieder ernst, als er sich an die Archäologin wandte. "Und Elliot: Es IST meine Schuld. Ich habe die Verantwortung über das Team und es war auch meine Entscheidung..."
"Besonders von Zivilisten ERWARTE ich auf meiner Basis einen gewissen Respekt, Colonel!" <i>sagte O'Donald streng.
"Das ist mir durchaus klar, aber sie ist kein Zivilist. Sie ist ein Alien und woher soll sie denn unsere Umgangsformen kennen, Sir?", hakte Ryan nach.
"Die habe ich ihr doch eben beigebracht, oder?", antwortete der General schmunzelnd. "Noch etwas zu diesem Thema?"
Colonel Alexis grinste leicht. "Na ja, Sie können es ja versuchen. Aber ... ich fürchte sie wird sich nicht daran halten."
DarkAngel hatte die 'Diskussion' zwischen Ryan und dem General amüsiert verfolgt. "Schön, dass damit alles geklärt ist, General. Aber du brauchst das Stargate nicht für mich anzuwählen. Gewähre mir nur Zugang zu dem Sternentor und der Rest erledigt sich von selbst." Ein Antiker konnte intuitiv alle Stargates im Universum anwählen, indem er nur an den Zielort dachte. DarkAngel wollte nicht zugeben, dass sie die Adresse ihres Heimatplaneten nie wirklich gekannt hatte, sondern immer nur intuitiv gewählt hatte.
"Einverstanden ... mein Fräulein", antwortete der General mit einem aufgesetzten Grinsen. "Colonel Alexis: führen Sie unseren Gast bitte in den Stargate-Raum. Ich werde derweil in den Kontrollraum gehen."
Alia ging die Sache jetzt etwas zu schnell. Sie räusperte sich auffällig, auch um von dem 'Fräulein' des Generals etwas abzulenken und machte sich wieder so groß wie sie konnte. Sie hasste es so klein zu sein, dass sie nie beachtet wurde! "Ähm General! Ich hätte da noch eine Frage bzw. Bitte. Ich würde DarkAngel gerne in meinem Büro zeigen, was wir Menschen bisher über die Antiker wissen, was unsere Theorien sind usw. Vielleicht erfahren wir ja etwas Neues und diese Chance bietet uns wahrscheinlich nie wieder, Sir!?" Die Archäologin sah General O'Donald mit einem Dackelblick an, der ihn eigentlich nicht nein sagen lassen konnte. In Wirklichkeit ging es ihr nicht nur um die Geschichte der Antiker, sondern um ihre Erinnerungen bei dem Test. Sie wollte unbedingt wissen, was sie emotional so berührt hatte.
"Klar, warum nicht, hab ja sonst nichts besseres vor..." murmelte DarkAngel. Sie ahnte, warum Alia sie noch etwas länger hier haben wollte.
"In Ordnung, wenn sich unser Gast an die Regeln hält..." Der General nahm sein Telefon und drückte eine Taste. "Sergeant Gellar und Durman bitte in mein Büro." <i>Wenige Augenblicke standen zwei Soldaten im Türrahmen. "Sie beide werden Dr. Elliot und unseren Gast begleiten."
Ryan nickte Alia kurz zu. Es ging ihm ebenfalls etwas zu schnell, auch wenn er DarkAngel nicht wirklich leiden konnte. "Dann frag Du Darky noch ein wenig aus." Er wandte sich wieder dem General zu. "Haben Sie sonst noch irgendwelche Anliegen, Sir? Sonst würden wir gerne wegtreten und uns erst mal frisch machen.", sagte der Colonel todernst, aber die anderen wussten ja, wie er es meinte.
"Nein, Sie können wegtreten.", antwortete O'Donald.
"Danke Sir." Ryan verließ mit Mike und Nora ohne weiteren Kommentar das Büro.
Alia lächelte glücklich, was ihr allerdings schnell wieder verging, als sie hörte, dass DarkAngel und sie eine Eskorte bekommen würden. Inzwischen kannte sie den General jedoch lange genug um zu wissen, dass man darüber mit ihm nicht diskutieren konnte. "OK, dann Abmarsch Jungs, wir wollen in mein Büro." Gefolgt von Ru'Dee und den beiden Soldante verließen Alia und DarkAngel das Büro des Generals.
Vergangenheit und Gegenwart
"So meine Herren, ich möchte mich mit unserem Gast gerne unter vier Augen unterhalten. Entschuldigen sie uns bitte.", sagte Alia, als die kleine Gruppe ihr Büro erreichte. Die Soldaten nickten und bezogen Stellung neben der Tür, während Alia sie aufschloss und den Raum betrat.
"Du bleibst gefälligst auch hier draußen, verstanden?", befahl DarkAngel ihrem Roboter. "Von mir aus kannst du dich ja mit den beiden Statuen hier unterhalten, aber wenn ich Glück habe, nimmt dich einer der Wissenschaftler hier auseinander und vergisst, dich wieder zusammenzusetzen." Dann betrat sie hinter Alia den Raum und schaute sich interessiert um. Es war etwas unaufgeräumt – nein, das war untertrieben: Es herrschte das totale Chaos! – Und: es stank nach Zigarrenrauch. "OK. Lass mich raten: ich soll deine Erinnerungen wieder herstellen. Hab ich recht?", fragte die Antikerin.
Alia räumte hektisch ein paar Sachen weg, damit Darky Platz zum sitzen fand. "Entschuldige bitte die Unordnung. Hab nicht wirklich mit Besuch gerechnet." Die Archäologin lächelte etwas verlegen zu DarkAngel. Sie war ungewöhnlich nervös ... fummelte an ihren Händen rum, schnappte sich einen Stuhl und setzte sich gegenüber von DarkAngel hin. Schließlich klemmte sie ihre Hände zwischen die Knie und sah ihren Gegenüber an. "Ähm ... jaü ... genau. Was muss ich dafür tun? Müssen wir erst ein Gerät bauen?"
DarkAngel sah, dass Alia tierisch nervös war und versuchte sie zu beruhigen. "Nein, das ist nicht notwendig. Es ist ein einfacher Block auf den Nervenbahnen, den ich ohne Probleme selbst entfernen kann. – Wenn du mir vertraust. – Um es vereinfacht auszudrücken: Ich werde im Prinzip nur in deinen Kopf 'hineingreifen' und den Block entfernen. Das ist völlig schmerzfrei, nur etwas unangenehm." DarkAngel blickte sie ernst an. "Bist du dir auch völlig sicher, dass du das durchziehen willst?"
Die andere Frau atmete och mal durch, schlug die Hände auf die Oberschenkel und antwortete mit Elan: "Ja, ich bin sicher. Und ich vertrau dir! Fang an."
DarkAngel seufzte. "Also gut, dann lehne dich zurück, schließ die Augen und versuch dich zu entspannen."
Alia tat wie ihr geheißen. Die Antikerin zögerte nicht weiter. Ihre rechte Hand fing an zu glühen, wurde zu reiner Energie, behielt aber weiterhin ihre Form. Sie schob die Hand vorsichtig ein winziges Stück in die linke Schläfe hinein, bis sie die gewünschte Stelle erreichte. Die Archäologin zuckte beim Kontakt mit der Energie kurz zusammen, verhielt sich aber sonst ganz ruhig. Vorsichtig entfernte DarkAngel den Block auf den Nervenbahnen. Sie konnte allerdings nicht verhindern, dass die Erinnerungen alle auf einmal auf Alia niederprasselten und diese schier überwältigten. Als der Block vollständig entfernt war, zog sich DarkAngel wieder aus Alias Kopf zurück und rematerialisierte ihre Hand. Dann setzte sie sich auf einen Stuhl und wartete.
"Oh Gott..." Alia konnte nicht verhindern, dass sich ihre Augen mit Tränen füllten. Sie sprang vom Stuhl auf und drehte DarkAngel den Rücken zu. Ihr war es peinlich, so die Kontrolle zu verlieren. "Entschuldige bitte!"
<i>Als DarkAngel Alia weinen sah, fühlte sie etwas, was völlig untypisch für sie war: Der Mensch tat ihr unendlich leid. Sie stand auf und näherte sich Alia. DarkAngel hatte keine Ahnung, wie sie sie trösten sollte, konnte sich aber gut vorstellen, wie sie sich fühlte. "Nicht doch, du brauchst dich deiner Tränen nicht zu schämen." Die Antikerin stand hinter Alia und streckte die Hand aus, um sie auf deren Schulter zu legen und ihr dadurch etwas Halt zu geben. Doch im letzten Augenblick zögerte sie einige Sekunden und zog die Hand dann zurück. Sie hatte das der Archäologin angetan und dadurch nicht das Recht, ihr Trost zu spenden. "Es tut mir so leid. Ich hätte dir das niemals antun dürfen..."
Alia wischte sich die Tränen weg, drehte sich zu DarkAngel um und schüttelte leicht den Kopf. "Das ist nicht deine Schuld. Du kannst nicht wissen, was sich in meinem Unterbewusstsein befindet. Und es stimmt: ich habe nach Brandons Tod nie mit seinem Vater geredet. Keine Ahnung warum... Vermutlich war und bin ich zu feige oder habe Angst, dann den ganzen Schmerz wieder auf ein Neues durchmachen zu müssen... Nein, ich bin dir sogar dankbar. So weiß ich vielleicht, was mich mit dem Ganzen nicht abschließen lässt..."
Sie sah kurz zu Boden. "Es ist jetzt vier Jahre her und ich liebe ihn bis heute. Auch wenn ich aus Erzählungen seiner Teamkameraden weiß, dass er tot ist, so denke ich doch bei jeder unplanmäßigen Aktivierung des Stargates, dass er durch den Ereignishorizont kommt, mich mit seinen 1.90, frechem Blick und Grinsen ansieht und fragt: 'Na? Wie ist die Luft da unten, Ally?' und mich dann anschließend küsst." <i>Ihr liefen wieder Tränen über die Wange, aber sie lächelte bei dem Gedanken. "...ich wäre ihm nicht einmal böse..." Ally war einige Augenblicke still, wischte sich die Tränen vom Gesicht und sah DarkAngel an. "Du als weiser Antiker: kannst du mir sagen, ob das jemals aufhören wird?"
DarkAngels Mundwinkel zuckten leicht amüsiert, als Alia auf den Größenunterschied zwischen sich und Brandon zu sprechen kam. Aber sie wurde auch gleich wieder wehmütig, da sie unwillkürlich an Auron denken musste. "Ich kann dich gut verstehen. Seit ich in Atlantis erwacht bin, stelle ich mir vor, dass Auron in der nächsten Sekunde neben mir auftaucht, mich in seine starken Arme nimmt und mich dann nach Hause bringt." Sie lachte bitter auf. "Wie heißt es bei euch so schön: die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber ich denke, langsam muss ich den Tatsachen ins Auge sehen, dass ich ihn nie wieder sehen werde..."
DarkAngel seufzte und wandte sich von ihren eigenen Problemen ab, um sich mit Alias Frage zu beschäftigen. "Aber ob 'es' je aufhören wird? Das ist eine gute und sehr schwer zu beantwortende Frage ... Eines kann ich dir auf jeden Fall versprechen: der Schmerz wird allmählich nachlassen und man lernt mit dem Verlust zu leben, ja eventuell kann man sich neu verlieben. Aber ganz aufhören? – Das wird es wohl nie... Aber vielleicht ist das auch gut so..." Die Antikerin sah Alia etwas verlegen an und zuckte mit den Schulten. "Aber ich muss zugeben, sooo viel Erfahrung habe ich auf diesem Gebiet auch nicht wirklich."
Alia hatte DarkAngel während des ganzen Gesprächs aufmerksam zugehört. Ihr lagen ein paar Fragen auf der Zunge, doch hier war die Atmosphäre einfach zu schlecht. Und sie hatte tierischen Hunger, weil sie seit Missionsbeginn nichts mehr gegessen hatte. "Das ist sehr schwer vorzustellen, zumal du ja etliche hundert Jahre älter bist als ich. Aber dieser Auron: Du scheinst ja auch stark an seinem Verlust zu kauen. Das habe ich schon gemerkt, als die ihn in Noras Vision wieder gesehen hast." Sie lächelte DarkAngel freundlich und aufmunternd an und meinte dann etwas unsicher: "Ich möchte mir nicht anmaßen zu behaupten, dein Vertrauen zu haben. Aber wenn du möchtest ... ich würde gerne mehr von Auron erfahren. Vielleicht haben wir ja irgendwelche Aufzeichnungen von ihm." Sie sah kurz im Raum umher und dann wieder zu der Antikerin. "Aber nicht hier. Ich muss zugeben, ich habe einen mords Hunger. Wenn ich nicht gleich was bekomme, kann ich für nichts garantieren." Sie lächelte freundlich. "Darf ich dich in unsere Kantine einladen?"
"Das ist eine gute Idee, Alia. Ich komme schon fast um vor Hunger. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass ich nach Ewigkeiten gerade mal etwas Obst gegessen habe.", antwortete DarkAngel mit einem Augenzwinkern und stand auf. "Aber ich mache dir einen Vorschlag: Wenn du mir etwas mehr über Brandon erzählst, verrate ich dir etwas über Auron."
Alia nickte lächelnd. "OK, das geht klar. Lass uns gehen." Die Archäologin schnappte sich ihre Schlüssel, verließ mit DarkAngel das Büro und schloss ab.
Die beiden Frauen wandten sich in Richtung Kantine und die beiden Wachen und der Roboter folgten ihnen auf dem Fuße. "Na toll, meine Babysitter werden wir hier wohl auch nicht los", grummelte DarkAngel und verzog das Gesicht.
In der Kantine
Die Physiotherapeutin Melissa Becket betrat die Kantine. Sie war ziemlich geladen. Nicht nur, dass ihr heute Morgen einer der Soldaten einen Kratzer in ihr schönes Auto gefahren hatte ... Oh nein, da hatte der Tag ja gerade erst angefangen. Sie wäre beinahe an einer nassen Stelle auf dem Fußboden ausgerutscht, einer der Airmans hatte ihr die Tür ins Gesicht gerammt und deswegen hatte sie jetzt auch tierische Kopfschmerzen. Auch ihre Kunden schienen sie heute auf dem Kieker zu haben. Sie hatte sich heute sehr zurückhalten müssen, um die Leute nicht einfach so anzuschreien. Wenn ihr jetzt auch noch die Küchenhilfe über den Weg lief, dann war alles verloren. Murrend, weil kein Salat mehr da war, nahm sie sich einen Cappuccino und setzte sich in eine Ecke.
Frisch geduscht kam Ryan in die Kantine und war sehr gut gelaunt. Er schnappte sich ein Tablett, füllte es mit einem Teller Pfannkuchen und einem Glas Orangensaft. Dann drehte er sich auf dem Absatz mit einer eleganten Drehung und ging zu einem freien Tisch.
Kurze Zeit später kam auch Mike Conners in die Kantine und bemerkte sofort Colonel Alexis. Er hatte gehofft diesen hier anzutreffen. Mike ging an der Theke vorbei und nahm sich nur eine Dose Cola. Als er am Tisch des Colonels ankam, fragte er, ob er sich hinsetzen durfte und setzte sich, ohne eine Antwort abzuwarten gleich hin. "Sir, ich habe da eine Frage zur letzten Mission: Wieso haben sie mich den Test nicht machen lassen?" Mike war sehr engagiert, zu engagiert manchmal und konnte in diesem Fall nicht verstehen, wieso er den Test nicht hatte machen dürfen. Er hatte sich so in die Sache hineingesteigert, dass er die Strapazen, die dieser Test der Testperson bereitete, ganz verdrängt hatte.
"Ah, Sergeant Conners. Setzen Sie sich." sagte Ryan noch grinsend, als Mike schon lange saß. "Nun ja, viele Auswahlmöglichkeiten hatten wir ja nicht. Ich habe den Test als Teamleader zuerst angetreten, der zweite Test wurde Wright aufs Auge gedrückt und ich hätte Sie den Test machen lassen, aber in dieser Situation war es klüger Alia den Vortritt zu lassen. Sie hat die beste Beziehung zu unserem Snobantiker und die Mission war, irgendetwas Brauchbares aus Atlantis mitzubringen. Darky hätte den Test fast abgebrochen." Ryan sah Mike weiter an. "Sergeant, ich weiß Ihr Engagement zu schätzen und den Test hätte ich Ihnen zugetraut, das steht außer Frage. Aber die Situation ließ es nicht anders zu. Machen Sie sich nicht so viel Gedanken darüber. Sie haben oft genug bewiesen, dass Sie eine Bereicherung für SG-3 sind."
Mike sah den Colonel verdutzt an. Er hatte vermutet, dass Ryan das Thema meiden würde und die Mission nicht mehr ansprechen wollte. So wusste er nicht genau was er sagen sollte und entschloss sich, zuerst einmal einen Schluck zu trinken. Danach brachte er ein kurzes: "Ähhm, ja Sir ... ich verstehe." heraus, nahm dann wieder einen Schluck und stand dann auf. "Danke für diese kleine Aussprache."
"Kein Problem. Wenn Sie nochmal eine Frage haben: immer raus damit, ich beiße nicht ... na ja, jedenfalls nicht oft." Ryan grinste und trank einen Schluck O-Saft. "Was halten Sie eigentlich von unserem Snobantiker?"
Mike setzte sich doch nochmal an den Tisch. "Ähm, sie war für mich am Anfang sehr 'wild'. Ich hatte das Gefühl, dass wir nur deshalb so lange dableiben konnten, weil wir ihr Taxi zum Stargate waren."
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Melissa Becket stand von ihrem Frühstück auf. Den Cappuccino hatte sie nicht angerührt, irgendwie hatte sie heute keine Lust darauf. Schon vorhin hatte sie ja tierisch schlechte Laune gehabt, aber dann war da so ein unverschämter Airman gewesen, der sie auch noch blöd angemacht hatte. Heute war nicht wirklich ihr Tag. Sie hatte sich sehr zurücknehmen müssen, um nicht laut zu werden. "Aber ich schwöre: der nächste kriegt ne deftige Standpauke", murmelte die Physiotherapeutin. Sie nahm ihr Tablett hoch, um es zurückzugeben. Auf dem Weg zur Theke, wo sie es loswerden konnte, kam sie an der Tür vorbei. Dabei schaute sie nur eine Sekunde auf den Boden, weil ihr Fuß dort ein Stück weggeworfenes Papier berührte. Doch das reichte schon, denn plötzlich öffnete sich schwungvoll die Tür und DarkAngel mit Alia und Anhang, die sich unterhielten, betraten die Kantine.
Das heißt: wollten die Kantine betreten. Denn die sich öffnende Tür traf ausgerechnet das Tablett von Melissa. Der sich darauf befindende Becher kippte um und ergoss seinen gesamten Inhalt auf die neue Bluse von Melissa. "Hey, was soll denn das? Können Sie nicht aufpassen? Sehen Sie was sie angerichtet haben..." sagte Melissa aufgebracht zu DarkAngel. Die sah den Menschen gelangweilt an.
"Das war nicht meine Absicht." antwortete die Antikerin ruhig und wollte weitergehen.
Doch Melissa wollte dies nicht noch einmal durchgehen lassen. Sie hielt DarkAngel auf, indem sie sie grob am Arm packte. "Hey Lady, so geht das aber nicht. Haben Sie denn überhaupt keine Manieren? Wie wär's mit einer Entschuldigung? Das ist doch das Mindeste!" DarkAngel kniff die Augen zusammen und sah die Frau mit einem gefährlichen Blick an. Wie konnte diese es wagen sie anzufassen! Mit einem eiskalten Blick streifte DarkAngel die Hand von ihrer Schulter, wollte sich aber trotzdem entschuldigen, wie es hier der Brauch war. Sie öffnete den Mund um etwas zu sagen, aber Melissa ließ die Antikerin nicht zu Wort kommen.
"Was glauben Sie eigentlich, wer Sie sind. Hä? Stürmen einfach hier rein und verschmutzen mein neues Gucci-Hemd. Haben es denn heute ALLE auf mich abgesehen? Also: was ist jetzt mit der Entschuldigung? Ich sage Ihnen eines..." Melissa hatte sich in ihre Wut hineingeredet. Ausgerechnet an DarkAngel ließ sie heute ihren angestauten Frust heraus. Die Schimpftirade schien nicht zu stoppen zu sein. Dabei merkte die Physiotherapeutin gar nicht, was um sie herum geschah. Allerdings muss man Melissa zugute halten, dass sie ja nicht wissen konnte, dass sich unter der normalen Uniform eine Außerirdische befand.
DarkAngel wurde nämlich stink sauer. Das musste sie sich nicht auch noch bieten lassen! Schon gar nicht von einem niederen Menschen! Sie hielt sich extra noch zurück. Sagte kein einziges Wort. Aber man konnte an ihrem Gesichtsausdruck sehen, wie unerfreut sie war, von dieser Frau angemotzt zu werden. Man konnte in der Luft schon die freiwerdende Energie fühlen, die DarkAngel förmlich ausstrahlte und auch die Lichter in der Kantine begannen zu flackern. Aber das bemerkte Melissa gar nicht. Sie schimpfte fröhlich weiter wie ein wild gewordener Rohrspatz...
Alia blieb ganz cool und sah zwischen Melissa und DarkAngel hin und her. Sie versuchte einen Blickkontakt zu Becket herzustellen, doch diese beachtete sie gar nicht und schimpfte hysterisch drauf los. Die Archäologin ahnte, dass die flackernden Lichter in der Kantine nur etwas mit dem Gemütszustand von DarkAngel zu tun haben konnten. Alia fast Darky von hinten an den Arm, um sie etwas von ihrer Wut abzulenken und ging danach zu einem Tisch, wo ein paar Wachmänner sich bei alkoholfreien Getränken vergnügten. Sie ging auf den ersten von hinten zu, beuge sich über seine Schulter zum Tisch und nahm die Cola des Mannes. "Entschuldigen Sie, ich muss die mal schnell beschlagnahmen. Gebe Ihren nachher eine aus!" Sie zwinkerte ihm zu und drehte sich wieder zu Melissa und DarkAngel um. Melissa schimpfe immer noch ohne Unterbrechung und Ally sah nur einen Weg sie zu stoppen. Ohne Skrupel schüttete Alia der Physiotherapeutin den gesamten 0,5 Liter Inhalt des Glases zielsicher ins Gesicht ... Das stellte sie fürs Erste ruhig.
Alia nahm das leere Glas und stellte es ganz langsam auf den Tisch, dann sah sie Melissa an.<i> "Entschuldigen Sie bitte, dass ich das machen musste, aber sie sollten etwas wissen: das hier" <i>sie zeigte auf DarkAngel, "...ist DarkAngel. Letzte Überlebende des Antiker Außenpostens Atlantis. Mein Name ist Dr. Alia Elliot, Archäologin in SG-3, und wer sind Sie?"
DarkAngel ließ sich tatsächlich von Alia für eine Sekunde ablenken. Trotzdem begannen schon die ersten Lampen zu zerspringen. Das registrierend presste sie die Zähne zusammen, um ja nicht auszurasten. Schließlich wollte sie ja durch das Stargate und der General wäre sicherlich nicht erfreut, wenn sie in seiner Kantine ein Chaos anrichten und den Menschen vor sich verletzen würde.
Melissa wurde von Alias Aktion dermaßen überrumpelt, dass sie erst gar nicht die Cola in ihrem Gesicht registrierte. "Ähh, ich bin Melissa Becket, die neue Physiotherapeutin." Dann sah sie DarkAngel von oben bis unten an. "Soso, ne Ausserirdische ... Cool ... sieht gar nicht so fremdartig aus..." Sie zuckte mit den Schultern und wollte fortfahren, als sie bemerkte, was Alia getan hatte. Melissa fuhr sich zur Bestätigung noch einmal über das nasse Gesicht und wandte sich an Alia. "Sagen Sie mal: was sollte denn das bitteschön? Sind denn hier heute alle verrückt geworden?" Kopfschüttelnd stürmte sie aufgebracht aus der Kantine, wobei sie ein paar unbeteiligte Soldaten anrempelte. "Das reinste Irrenhaus...", konnte man noch leise hören.
DarkAngel hatte sich wieder einigermaßen unter Kontrolle. "Ihr Menschen seit doch wirklich eigenartig.", stellte sie fest.
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Ryan hatte sich umgedreht, als er hinter sich eine Auseinandersetzung zwischen zwei Frauen hörte. "Was ist denn jetzt wieder los?" fragte er leicht angenervt und drehte sich um. Er verdrehte die Augen und sagte lauter, so dass DarkAngel es hören mussten: "Aahh, unser Snobantiker! Was verschafft uns die Ehre solch hohen Besuches in unserer bescheidenen Kantine?" Ryan stand grinsend auf und ging auf sie zu. "Darf ich mich zu euch gesellen?" Er war besonders gut gelaunt und wieder einmal auf einem Necktrip.
Alia wollte der Antikerin gerade einen Stuhl anbieten, als Ryan mit seine Sticheleien anfing. Sie griff schnell zu einem weiteren vollen Cola Glas, das sich auf dem Tisch vor ihr befand. "Mach nur weiter Ryan!" Sie lächelte ihn breit und etwas herausfordernd an.
DarkAngel hatte keine Lust, sich auch von Ryan provozieren zu lassen, deshalb ignorierte sie seinen Kommentar. Allerdings konnte sie sich nicht verkneifen, ihm einen kleinen elektrischen Schock in den Hintern zu verpassen, in dem sie kurz mit der Hand zuckte. "Tut mir leid Ray, aber das ist eine Privatparty. Dienstboten sind nicht zugelassen." Dabei grinste DarkAngel richtig unverschämt.
Ryan hüpfte kurz in die Luft, als er den Elektroschock in den Hintern verpasst bekam. "Aua ... Hey, so rumsnobben brauchst du ja auch nicht. Ich geh ja schon wieder ... aber das hättest du auch einfach sagen können. Bring ihr mal Manieren bei, Ally." meinte er leicht beleidigt und ging wieder auf seien Platz zurück.
'Oh Mein Gott'. dachte sich Mike Conners nur, der das ganze Schauspiel stumm verfolgt hatte. Aber er gab keinen Kommentar ab, sondern trank nur von seiner Cola und tat so, als wäre nichts passiert. Nebenbei grinste er flüchtig, da am Nebentisch einige Soldaten aufgeregt an die Decke schauten und sich fragten, wieso es zu einer Überlastung kam.
"Also ich muss zugeben, dass Darky bei Becket ausnahmsweise ziemlich cool geblieben ist."<i>, meinte Ryan und trank einen weiteren Schluck. "Aber kaum tauch ich da auf, dreht sie wieder durch....tz."
"Bei allem Respekt, Sir, Sie wirken auf unseren Gast wahrscheinlich ein bisschen sturköpfig und vorlaut. Dasselbe ist sie natürlich auch, aber in diesem Fall gesellt sich gleich und gleich nicht gerne." antwortete Mike lächelnd.
Ryan warf Sergeant Conners einen mahnenden Blick zu, musste aber trotzdem schmunzeln. "Da haben Sie wohl Recht ... auch wenn es mir nicht gefällt."
DarkAngel schaute sich die Speisen in der Auslage kritisch an. Das sah nicht wirklich appetitlich aus, eher nach ein paar lieblos hingeklatschten Aufläufen. Auch hatte sie nicht wirklich große Lust, sich unter der Aufsicht von all diesen Soldaten und Ru'Dee mit Alia zu unterhalten und auch die Anwesenheit von Ryan trug nicht gerade zu ihrer guten Laune bei. Da erinnerte sie sich plötzlich an etwas. Als sie die Basis betreten hatte und auf dem Weg zum General war, hatte sie ein paar Soldaten über ein beliebtes Lokal in der Stadt reden hören. Einer der Soldaten hatte zufälligerweise eine Wegbeschreibung geliefert, als sie vorbei kam. War sicher nicht schwer zu finden. Sie fing an zu grinsen. "Weißt Du was?", sagte DarkAngel zu Alia. "Hier ist es mir zu voll. Ich hab ne bessere Idee. Keine Angst." Sie zwinkerte spitzbübisch und fasste Alia an der Schulter an. Bevor diese reagieren konnte, begann DarkAngel auch schon aufzusteigen und Alia ebenfalls in Energieform zu verwandeln.
"Oh nein, nicht schon wieder", stöhnte RD22. "DarkAngel, lass den Unsinn. Komm sofort zurück!" rief er, aber es war zwecklos. Die Antikerin hörte gar nicht auf ihn. Währenddessen hatten viele Soldaten, unter anderem auch Ryan Alexis, die Transformation bemerkt und waren aufgeregt aufgesprungen. DarkAngel war mit Alia schon an der Decke angekommen, da nahm ihr Gesicht nochmals Form an. "Keine Sorge, wir sind bald wieder da. Bis später, Jungs und viel Spaß beim suchen!" rief DarkAngel Ryan zu – und streckte ihm grinsend die Zunge raus. Dann verschwand sie durch die Decke.
Ryan sah DarkAngel genervt zu und streckte ihr ebenfalls die Zunge raus. "Ja ja, immer diese Antiker." Als die beiden Frauen plötzlich verschwanden, war er kurz verwirrt und stand nach einiger Zeit auf. Wo waren sie hin? Alia würde nichts passieren, da war er sich sicher, aber trotzdem wüsste er gerne wo sie sich aufhielten. "Entschuldigen Sie mich, Sergeant." Ryan verließ die Kantine, doch vorher schaltete er den Alarm ein.
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Colonel Alexis lief durch die Gänge, als plötzlich eine Tür vor ihm aufging. Sie krachte direkt vor seine Stirn, Ryan taumelte rückwärts, aber der Soldat, der heraustreten wollte, bekam die Tür ebenfalls ab und landete auf dem Boden.
"Hey Colonel, seit wann haben Sie einen Bruder?" fragte der Sergeant am Boden.
"Sie haben aber auch mehr als einen Bruder, Sergeant!" meinte Ryan und rieb sich die Stirn.
"Erinnern Sie mich bloß nicht an meinen Bruder, Sir!" grummelte der Soldat vor sich hin.
"Was machen Sie eigentlich da unten?" fragte Ryan ihn breit grinsend und reichte ihm die Hand.
"Ich suche meine Würde..." grummelte der Soldat und stand durch Ryans Hilfe auf.
"Ich glaube, die habe ich zwei Stockwerke tiefer irgendwo zwischen den alten Socken von Mayborne und meinem verschwundenen IQ gesehen.", antwortete Ryan grinsend.
"HA HA!!" lachte der Soldat ironisch. "Wie witzig wir doch heute wieder sind!"
"Ja nicht?" schmunzelte Ryan. "Ich würde mich ja gerne noch weiter mit ihnen unterhalten, aber ich muss weiter!" Mit diesen Worten verabschiedete sich Ryan und ging weiter zum Büro des Generals.
Die Geschichte meines Lebens
DarkAngel und Alia kamen wenige Minuten, nachdem sie das SGC verlassen hatten, im O'Malleys an. Aber da DarkAngel die Menschen nicht wirklich in Schwierigkeiten bringen wollte, materialisierte sie, als gerade niemand da war, auf der Toilette des Lokals. Alia war von dem Transport noch etwas verwirrt. "Hmmm", brummte DarkAngel, "so können wir da aber nicht auftauchen ... warte mal eine Sekunde..." Die Antikerin fuhr mit ihrer Hand von unten nach oben über ihre Kleidung. Diese begann sich zu verändern, bis sie in einer blauen Jeans und einer beigen Bluse dastand. Dasselbe tat sie dann für Alia. Ihr verpasste sie eine schwarze Jeans und ein kurzes, weinrotes Top. "Perfekt. So können wir uns unter die Leute wagen. Bereit?" fragte DarkAngel lächelnd.
Alia war verwirrt aber auch gleichzeitig fasziniert. Sie wollte protestieren, sie wollte etwas von 'Das geht doch nicht' sagen, bekam aber nur zwei stockende "Aah" und "Uhh" heraus. Als sie dann doch zum sprechen ansetzen wollte, unterbrach sie DarkAngel mit der Kleiderwechsel Aktion. Alia sah an sich herunter, wie schnell sich die Kleidung änderte und blickte dann zu DarkAngel verblüfft hoch. "Cool! Aber über die Hose müssen wir nochmal reden..." sie fummelte an der engen Hose herum und versuchte sie irgendwie zu lockern. "... das Teil kneift an Stellen, die möchtest du dir gar nicht vorstellen. Wie hältst du so was aus?" Die Archäologin grinste verlegen, rückte ihren Hut, der hervorragend zu dem Outfit passte, zureckt und sah DarkAngel keck an.
"Na ja, es hat schon Vorteile, wen man seinen Körper ganz nach belieben formen kann, dann passt die Kleidung auch wie angegossen." antwortete DarkAngel augenzwinkernd. Dann schnippte sie nochmals mit den Fingern (einzig und allein wegen des Effekts) und die Hose wurde etwas weiter und angenehmer für Alia.
Alia atmete demonstrativ aus und grinste freudig als die Hose weiter wurde. "Ich danke dir! - OK, dann lass uns eins von den besten Steaks auf Erden essen. Aber so leid es mir tut, den Spielverderber machen zu müssen: ich muss im SGC bescheid sagen, sonst starten die bald eine Großfahndung nach uns ... und DAS dürfte ziemlich unangenehm werden." Alia nahm ihr Mobiltelefon aus der Tasche, wartete aber erst noch auf DarkAngels Reaktion. Sie wollte die Antikerin auf keinen Fall verärgern.
Als DarkAngel sah, wie Alia ihr Mobiltelefon hervorholte, zog sie ne Schnute. "Müssen wir wirklich?" fragte die Antikerin weinerlich und schaute sie mit einem Dackelblick an. Aber DarkAngel sah ein, dass es nötig war, deshalb fügte sie gespielt schmollend an: "Na schön, wenn's unbedingt sein muss..." und seufzte dabei theatralisch.
Alia setzte denselben Dackelblick auf und meinte: "Ja müssen wir leider, sonst verliere ich meinen Job oder komme in den Knast - und das wollen wir doch nicht..." Sie tippte auf ihrem Handy herum, bis sie die Nummer fand und anrief. Sie hielt es ans Ohr, bis eine Verbindung zu Stande kam.
"Hier spricht Dr. Alia Elliot. Ich möchte gerne General O'Donald sprechen ... ich danke Ihnen..." Sie wurde in die Warteschleife verwiesen und machte das typischen 'Ich hasse es in der Warteschleife zu hängen' Gesicht zu DarkAngel. Nach der 3. Schleife von 'Glory Glory Halleluja' war Alia kurz davor, das Telefon in die nächste Ecke zu schleudern, als plötzlich der General in der Leitung war und so drauf los brüllt, dass sie das Telefon eine Armlänge vom Ohr weg halten musste, um nicht einen dauerhaften Hörschaden davonzutragen.
Sie äffte ihn nach, bis es ihr zu viel wurde und sie ins Telefon sagte: "General! ... Sir?? ... STOPP!! ... Ich habe alles unter Kontrolle, Sir! Wir sind im O'Melleys. Das Essen in der Kantine war DarkAngel nicht zuzumuten. ... Ja so ist das ... Sie müssen ja nie hier essen, Sir! ... Darum geht es jetzt nicht! ... Auf jeden Fall, es besteht kein Grund zu Besorgnis. ... Ich habe alles unter Kontrolle. ... Ja, Sir! ... Nein, General. ... Zirka 2 Stunden, Sir! ... Verstanden! ... OK ... Ja danke, Ihnen auch!" Alia steckte das Handy wieder ein und atmete erleichtert auf. Dann sah sie zu DarkAngel und grinste breit. "Wir haben grünes Licht! Lass uns gehen!" Sie bewegte sich zur Tür, wandte sich aber kurz bevor sie den Griff packte, noch einmal um und runzelte die Stirn. "Woher kennst du eigentlich das O'Malleys?"
"Ich bin eben allwissend." antwortete DarkAngel hochtrabend, aber Alia konnte den Schalk in ihren Augen hervorblitzen sehen. "Nein, ich hab vorhin, als wir auf dem Weg zum General waren, ein paar Soldaten darüber unterhalten hören ... und das habe ich mir ausnahmsweise mal gemerkt. Muss wohl am Essen liegen." Mit diesen Worten öffnete DarkAngel die Tür, und betrat das Restaurant.
"Ja, das wird es wohl sein." Die Archäologin grinste DarkAngel an und folgte ihr. Die beiden setzten sich an einem ruhigen Tisch an dem sie alleine und ungestört reden konnten. Ein Kellner brachte zwei Speisekarten, doch Alia lies ihn gleich merken, dass sie bestellen wollte. Sie sah von der Karte zu DarkAngel. "Wie schon gesagt: die Steaks hier sind göttlich ... kann ich dir nur empfehlen."
DarkAngel schaute die Speisekarte nicht einmal an. "Bestell am besten für uns beide. Aber Steak hört sich gut an."
"OK..." Alia sah zum Kellner. "...2 Steaks und zwei Cola, bitte."
"Natürlich Ma'am." Der Kellner entfernte sich und kam kurz darauf mit den Getränken wieder.
Alia fixierte ihr Cola Glas und drehte es, um sich irgendwie zu beschäftigen. "Wie lange kennst du Auron schon?" Sie sah erst jetzt von dem Glas auf und musterte DarkAngel. Sie wollte eigentlich nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen, aber ihre Neugier siegte.
DarkAngel nahm einen Schluck von dem unbekannten Getränk. "Hmm", sagte sie mit hochgezogener Augenbraue, " das schmeckt ... interessant." Sie nahm einen weiteren großen Schluck - und musste unwillkürlich rülpsen. "Ups", sagte sie verlegen und nuschelte eine Entschuldigung. Dann wurde sie ernst. "Auron? Ich glaube ich kenne ihn schon fast mein ganzes Leben. Er war schon in meiner Kindheit, als junger Mann, an der Seite meines Vaters. Er war ihm ein guter Freund und treuer Leibwächter." Sie schwieg und versank einige Sekunden in der Vergangenheit.
"Wie könnte Auron auf der Erde in Erscheinung getreten sein?" Alia ließ von ihrem Glas ab, stützte ihren Ellenbogen auf den Tisch und lächelte, als sie noch einen Nachsatz hinzufügte. "Was ich damit meine: wie war er und welche Aufgaben hatte er?"
"Nun ja, irgendwie bezweifle ich stark, dass Auron je auf der Erde gewesen ist. So lange er sich in den Diensten meines Vaters befand, stand Auron treu an dessen Seite. Ging immer dorthin, wohin ihn mein Vater führte, ohne zu hinterfragen. Auron war die treueste Seele, die mir je begegnet ist. Er wäre meinem Vater bereitwillig in den Tod gefolgt oder hätte sich für unsere Familie freudig geopfert, wäre dies erforderlich gewesen." DarkAngel geriet sichtlich ins schwärmen.
"Auron war - nein ist - ein wundervoller Mann. Stark, verdammt gutaussehend und ein hervorragender Kämpfer. Und er hat mich immer zum Lachen bringen können." Sie lächelte als sie sich an einige Szenen aus der Vergangenheit erinnerte. "Wo war ich? Ach ja: wie ich schon sagte, wird Auron kaum auf der Erde gewesen sein, solange er sich in den Diensten meines Vaters befunden hat. Denn mein Vater war als der Vorsitzende des hohen Rates ein vielbeschäftigter Mann. Und die Erde war damals ein zu unwichtiger Planet in der Politik der Aufgestiegenen, als dass dieser die Zeit meines Vaters würdig gewesen wäre." Sie hob entschuldigend die Schultern. "Sorry ... Wie haben Du und Brandon euch eigentlich kennengelernt? Durch das Stargate-Center?" fragte DarkAngel, ebenfalls ein wenig neugierig.
Alia sah DarkAngel die Ausdrucksweise ausnahmsweise nochmal nach. Ihre Haltung verkrampfte sich wieder etwas als die Antikerin Brandon erwähnte. Sie war noch lange nicht über seinen Tod hinweg und nur an ihn zu denken versetzte ihr einen stechenden Schmerz direkt im Herz und einen festen Knoten in der Brust. Sie nahm nun einen Bierdeckel in die Hand und spielte damit. Sie fixierte ihren Blick darauf und begann zu erzählen. Alia wusste, dass es unhöflich war, aber sie wusste auch, dass sie dem Blickkontakt mit DarkAngel während des Sprechens nicht standhalten konnte, ohne weinen zu müssen. "Nein! Nicht durchs SGC! Brandons und meine Familie waren Nachbarn, wir sind in demselben Dorf geboren, nur er 3 Jahre früher als ich. Trotzdem verstanden wir uns sehr gut und wurden zu den dicksten Freunden.
Ich hatte nie wirklich Draht zu gleichaltrigen Mädchen. Mit ihrem Hang zu Klamotten und Make-Up konnte ich nichts anfangen. Da habe ich lieber mit den Jungs Fußball oder Basketball gespielt, manchmal bin ich auch Rodeo geritten. Aber das war Brandon immer zu gefährlich. Er ist immer tausend Tode gestorben während ich am Gaul saß." Sie lächelte bei dem Gedanken daran, und sah Darky kurz an. "Er war überhaupt immer sehr besorgt um mein Wohl und hat mich beschützt wo er nur konnte. Besonders wenn mich die Jungs oder Mädchen aus anderen Klassen wegen meiner Größe aufgezogen haben. Er hätte sich mehr als einmal fast deshalb mit einer Horde Jungs, die doppelt so groß und schwer wie er waren, geprügelt. Zum Glück konnte ich ihn immer davon abhalten."
Sie lächelte weiter, wurde dann in dem Moment der Pause ernster. "Wir hätten uns damals nie vorstellen können, uns in einander zu verlieben. Es lief einfach alles klasse. Er war wie ein großer Bruder für mich... Entsprechend schwer ist uns dann auch die Trennung gefallen, als er zur Army ging und ich mit meinem Studium begonnen habe und dafür nach Kalifornien musste. Wir versprachen uns jedoch fest, uns wieder zu sehen und wenn es erst dann dazu kommt, wenn wir alt und grau sind und die Dritten anstatt eines Biers teilen, nach dem Motto 'Kann ich jetzt die Zähne haben, ich will auch endlich Frühstücken!'..." Sie verstellte ihre Stimme bei dem letzten Satz, um wie eine Alte Frau zu klingen und lachte danach kurz auf. Sie erinnerte sich, wie sie beide damals bei dieser Vorstellung vor Lachen von der Parkbank gefallen sind.
Alia überspielte ernste Themen gerne mit Humor. So war es für sie leichter die Dinge nicht zu stark an sich herankommen zu lassen und für ihre Umwelt auch ... dachte sie jedenfalls. "Na ja, wir haben unser Versprechen gehalten, wenn auch unter anderen Umständen als wir es uns gewünscht hätten." Sie senkte ihren Blick und bekam eine leicht zittrige Stimme. "Brandon und ich sahen uns auf der Beerdigung meiner Eltern wieder. Sie waren bei einem Flugzeugabsturz '96 ums Leben gekommen und er hatte davon in der Zeitung gelesen. Er hat keinen Moment gezögert und hat sogar eine Strafe vom seinem Vorgesetzten bekommen, weil er die Basis ohne Erlaubnis, während einer ABC Übung verlassen hatte. Dafür bin ich ihm heute noch dankbar. Denn ohne ihn wäre ich in dieser Zeit verloren gewesen. Ich stand kurz vor meinen Dissertationen und den Abschlussprüfungen und er stand mir immer zur Seite."
Nun konnte Alia nicht mehr vermeiden, dass ihr ein paar leise Tränen über die Wange liefen. Doch sie wischte sie gleich weg, sah Dark Angel an und lächelte fast verlegen. "Aber hey! In dieser Zeit hat es zwischen uns beiden gefunkt. Wir kamen uns näher, wurden ein Paar und 1999 hat Brandon mir einen romantischen Heiratsantrag gemacht, den ich natürlich nicht ablehnen wollte. Wir haben schnell darauf geheiratet, weil für ihn die Stelle im SGC immer aussichtsreicher wurde. Er wollte, dass ich mich auch bewerbe, dass ich mitkomme, aber ich hielt nichts vom Militär und Geheimprogrammen. Außerdem konnte ich mir nicht vorstellen, wozu die eine Archäologin gebrauchen konnten. Um alte Nazi Waffensysteme, irgendwo in Berlin auszugraben?
Jedenfalls wurde er angenommen. Wer hätte es bezweifelt? Ich nicht. Er übernahm sogar die Führung eines 6 Mann Trupps. Die Zeit, wo er zuhause war, wurde immer weniger, er war oft wochenlang weg, ohne sich zu melden. Er wollte mich immer dazu überreden, mich doch zu bewerben. Meinte, er würde mir so gerne sagen, was er in diesem Berg macht, darf aber nicht. Heute weiß ich, was er da gemacht hat. Aber damals habe ich mich aufgeführt wie ein zickiges Hausmütterchen und ihn beschimpft, weil er nie nach Hause kam und sich nie meldete, ihm seine Arbeit wichtiger wäre als ich … Gott, ich war so stur!" Man hörte in ihrer Stimme dass sie sich heute noch Vorwürfe deshalb machte. "Eines Tages, den 28.11.2000, 3 Tage vor unserem 1. Hochzeitstag, kam die Nachricht, er wäre bei einem Einsatz ums Leben gekommen. Seine Leiche konnte nicht geborgen werden, da sich sein Team unter feindlichem Feuer zurückziehen musste. - Von wegen: wir lassen niemanden zurück - Für mich brach eine Welt zusammen. Ich konnte nicht schlafen, nicht essen, nicht denken ... nichts ... einfach Leere, unendliche Leere."
Alia machte kurz eine Pause und entschied dann, wieder zu einem erfreulicherem Thema zu kommen. "Bis mich General O'Donald aus meiner einsamen Welt riss und mich, mit Hilfe der Teamkameraden von Brandon, dazu überredete, ins SGC zu kommen. Ich stimmte zu. Jedoch nur unter der Bedingung, nicht durch Stargate gehen zu müssen, was ich bis heute gehalten habe. Erst Ryan redete so lange auf mich ein, bis ich zustimmte in sein Team zu kommen und ihn prompt mit der Mission nach Atlantis, welche meine erste ist, in Schwierigkeiten zu bringen. Tja ..." sie grinste DarkAngel an, "...und jetzt bin ich hier."
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Auron, der gerade versuchte dem jungen Tidus einen Rekard-Hieb beizubringen, spürte etwas. Es war etwas sehr vertrautes, aber er konnte es nicht zuordnen. Schwingungen von Erinnerungen und Gedanken erreichten seinen Verstand. Ein Moment der Schwäche überkam ihn. Er verlor das Bild der Realität vor Augen und seine Gedanken begannen sich zu einer Erinnerung zu formen. Eine Erinnerung, die so weit in seinem Geist verborgen gewesen war, dass das er sie beinahe vergessen hatte.
Er musste an die Zeit denken, als er zum ersten Mal in die Dienste seines Herren trat, um den Schwur seiner Ahnen zu erfüllen. Er war zu diesem Zeitpunkt erst 16 Jahre alt. Jedoch hatte der zu frühe Tod seines Vaters Bardock ihn dazu verpflichtet, sich das Schwert seiner Väter zu nehmen, um seinen Pflichten nachzukommen. Auron war und ist ein Einzelkind. Seine Mutter, möge ihre Seele Frieden finden, starb kurz nach seiner Geburt - durch einen Feind seines Vaters umgebracht. Es war pures Glück, dass Auron in jener Nacht unbemerkt geblieben war. Weil Bardock mittellos war und zu stolz, um Almosen von anderen anzunehmen, brachte er seinen Sohn fort auf einen anderen, sehr primitiven Planeten und gab ihn in die Obhut eines Waffenschmiedes. Der Waffenschmied nahm Auron zwar auf, doch behandelte er den Antiker wie den letzten Dreck.
Der Schmied brachte ihm sein Handwerk bei und zeigte ihm, wie man die Waffen zu führen hatte. Aber bei dem geringen Fehler schlug und trat er Auron. Dieser wurde zwar dadurch sehr diszipliniert, doch seine Seele hatte sehr darunter gelitten. Der unendliche Hass auf den Schmied machte ihn stark. Bereits im Alter von 10 Jahren hatte er eine unglaubliche Stärke. Zweihandwaffen vermochte er mit nur einer Hand zu führen. Der Schmied hatte bereits in den ersten sechs Lebensjahren von Auron bemerkt, dass dieser ein riesiges Kämpferpotential hatte. Der Schmied spürte stets die starke Essenz, die den Antiker umgab. Damals war Auron nicht bewusst, dass der Schmied es nur gut meinte, wenn er ihn so stark ran nahm. Erst viel später erkannte er die wahre Absicht des Schmieds, ihn auf sein hartes Leben vorzubereiten. Heute würde er ihm dafür danken, doch er hatte ihn seit dieser Zeit nie wieder gesehen oder was von ihm gehört.
In all denn Jahren beim Schmied hat er seinen Vater nur dreimal gesehen und das auch nur immer sehr kurz. Jedes Mal erzählte Bardock seinem Sohn, was die Pflichten eines Kriegers waren. Er sprach von Ehre, Stolz und vom Schwur seine Ahnen. Aber nie hatte er seinen eigenen Sohn in die Arme genommen, wie man es von einem Vater erwarten würde. Als Auron zwölf Jahre alt war, kam sein Vater wieder auf den Planeten, diesmal um ihn mitzunehmen. Er wollte die Ausbildung seines Sohnes zum Krieger auf eine neue Ebene führen. Bardock führte seinen Sohn durch das Cha'apai. Auron kam auf seinem Heimatplaneten alles fremd vor, so riesen groß. Aber er spürte, dass es seine wahre Heimat war.
Nach einem kurzen Fußmarsch standen sie vor einem großen Anwesen. Auron musste an die Hütte des Schmieds denken und wie er gefroren hatte, wenn der Winter kam. Er musste grinsen und fragte sich, wieso man so ein großes Anwesen brauchte... Ein großes Tor öffnete sich wie durch Magie und die Beiden traten ein. Auron folgte seinem Vater, wie ein Hund seinem Herrchen und schaute sich um. Er hatte noch nie so schöne Sachen gesehen und überlegte, was man alles dafür tauschen könnte. Sie durchquerten einen langen Gang und kamen in einen sehr großen Raum voller Bücher, Pergamente und Maschinen. Auron hatte zuvor nur einmal ein Buch gesehen. Er konnte nicht mal lesen und schreiben und hoffte, dass er hier die Möglichkeit bekäme, es zu lernen. Bardock bewegte sich in Richtung eines großen, gut aussehenden Mannes. 'Das muss der Herr sein', dachte sich Auron. Der Mann unterhielt sich gerade mit liebevoller Stimme mit einem jungen Mädchen, das nicht älter als 6 oder 7 Jahre alt zu sein schien. Auron vernahm nur die Worte: "Nun geh zu deiner Mutter DarkAngel, sie sucht dich seit einer geschlagenen halben Stunde."
Etwa 10 Schritte vor dem Mann blieb Bardock stehen und neigte sein Haupt. Auron tat dasselbe und richtete seinen Blick auf dem Boden. Die junge DarkAngel drehte sich um und wollte gerade los laufen. Doch sie beim Anblick von Bardock und dem fremden Jungen blieb sie noch stehen. Auron konnte nicht widerstehen und hob den Kopf ein wenig, um sich das Mädchen anzusehen. Sie war sehr hübsch, hatte lange, dunkelbraune Haare und ein schönes Lächeln. Kaum hatte er sie zwei Sekunden angesehen, hob Bardock die Hand und schlug seinem Sohn so fest auf den Hinterkopf, dass dieser beinahe zusammenbrach. "Du bist ihres Blickes nicht würdig, Auron!" schrie er. Auron war es gewohnt vom Schmied geschlagen zu werden, jedoch hatte es der Schlag von seinem Vater in sich. Er unterdrückte seinen Schmerz und fasste sich wieder.
"Ah ... Bardock", sprach der Mann, "schon wieder da? Das ist also dein Sohn Auron, ja?" Die Stimme des Mannes war sehr sanft, doch er spürte eine starke Persönlichkeit darin. Dieser Mann musste es gewohnt sein, das man ihm zuhörte. Bardock, der seinen Kopf hob um ihm zu antworten antwortete: "Ja Herr, das ist mein Sohn Auron." Auron, der noch immer auf den Boden starrte, wurde noch nervöser.
"Wie geht es dir Auron?" fragte der Mann. Auron hob ein wenig seinen Kopf und sah zu seinem Vater, weil er nicht sicher war, ob er das Richtige tat, wenn er den Mann ansah. Doch Bardock erwiderte seinen Blick nicht. Auron hob schließlich seinen Kopf ganz und sah dem Mann ins Gesicht. Er versuchte etwas zu antworten, doch er brachte nur einzelne Buchstaben über seine Lippen.
"Antworte dem Herrn, wenn er dich etwas fragt!" rief sein Vater.
"Bardock hör auf, siehst du nicht das er sehr nervös ist?"
Die Worte des Mannes schenkten ihm Mut und Kraft, so dass er mit deutlicher Stimme sagte: "Mein Herr, es geht mir gut. Danke der Nachfrage."
Das Mädchen begann zu kichern. Sie sah Auron noch einmal an und rannte aus dem Raum.
"Freut mich das zu hören kleiner Mann. Fühle dich wie zu Hause, Auron. Ich bin überzeugt, dass wir und gut verstehen werden. Wenn es dir nichts ausmacht, würde ich mich gerne noch mit deinem Vater etwas unterhalten.", sagte der Mann freundlich.
Auron nickte langsam und sprach: "Ja Herr, ich werde auf dem Gang warten." Der Mann lächelte und Auron verließ den Raum. Dies war Aurons erste Begegnung mit DarkAngel und Lokutus, seinem neuen Herrn.
Wie aus der Ferne hörte Auron die Stimme von Tidus: "Hee Auron. Auron! Aufwachen!" Aurons Gedanken begannen sich von der Erinnerung zu lösen und er konnte Tidus erkennen, wie er vor ihm herum tänzelte und tobte. "Was ist mit dem Training?", fragte Tidus ungeduldig.
Auron blickte ihn an und ließ einen Moment verstreichen, bevor er antwortete: "Wir machen ein anders Mal weiter." Ohne ein weiteres Wort zu sagen, drehte sich Tidus um und ging einfach davon. Nun erinnerte Auron sich wieder. Er erinnerte sich an das Gefühl das ihn überkam. Sie war es. Sie musste es sein: DarkAngel. Nach all dieser Zeit des Wartens war sie wieder aufgetaucht. Er spürte ihre Essenz. Doch wo mochte sie sein?. Er konzentrierte sich, schloss die Augen und rief sie ihn seinem Geiste. "Wo bist du?", rief er und wiederholte den Ruf einige Male. Er war sich nicht sicher, ob sie ihn gehört hatte, aber er hoffte es.
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"So: jetzt kennst du meine halbe Lebenstory und stirbst bestimmt fast vor Hunger. Wo bleibt denn unser Essen?" Alia sah sich nach dem Kellner um.
"Tja, vielleicht muss er das Tier erst noch schlachten", sagte DarkAngel mit einem Anflug von Humor. "Du hast ja einiges durchmachen müssen. MannOmannOmann, wenn das Schicksal zuschlägt, dann aber richtig..." DarkAngel seufzte. "Ich denke, es wird noch einige Zeit dauern, bis ich akzeptieren kann, dass Auron nicht mehr da ist ... Ich fühle manchmal noch seine Gegenwart, sogar gerade jetzt, in diesem Moment. - Und wenn ich daran denke, dass vielleicht nicht nur er sondern so gut wie mein ganzes Volk nicht mehr existiert, dann wird mir ganz schlecht. Was soll ich nur machen?" DarkAngel hörte sich fast schon etwas verzweifelt an, riss sich aber wieder zusammen. Sie hatte den Ruf Aurons gehört, ihn aber als Wunschdenken und wilde Phantasie abgetan.
"Ich habe mich oft gegen meinen Vater aufgelehnt und mich vor meiner Abreise im Streit von ihm getrennt. Ich wünschte, ich könnte mich noch von ihm verabschieden ... Versteh mich nicht falsch: Er war zwar ein guter und gerechter Mann und ich denke schon, dass er mich geliebt hat. Aber mit der Zeit wurde aus dem liebenden Vater ein harter Lehrmeister, der nichts durchgehen ließ und von mir mehr abverlangte als von allen Anderen." Die Antikerin spielte mit dem Glas in der Hand, das sie mittlerweile ausgetrunken hatte.
"Niemals hätte ich ihm von meiner Beziehung mit Auron berichten können, und erst recht nicht meiner Mutter! Hätten sie je davon erfahren, wäre Auron ausgepeitscht worden und in Schande davon gejagt, wenn nicht gar in den tiefsten Kerker geworfen worden. Und mich hätten sie in eine Einrichtung gesteckt, die euren Klostern sehr ähnlich ist oder mich buchstäblich für alle Ewigkeiten an die Kette gelegt. Ich, von höchstem Rang, ein Mitglied einer der angesehensten Familien, mit einem Sohn eines Mittellosen, aufgewachsen bei einem Handwerker und nur ein Leibwächter. Die Schande wäre meiner Mutter viel zu groß gewesen, als dass sie es je geduldet hätte. Dabei hätte ich meinen Eltern und Freunden so gerne erzählt, wie glücklich ich mit meinem Auron war." DarkAngel war den Tränen nahe. Äußerlich ließ sie sich es nicht anmerken, doch ihre Gefühle waren in Aufruhr. Draußen änderte sich rasend schnell das Wetter. Wo vor wenigen Minuten noch der schönste Sonnenschein geherrscht hatte, zogen innerhalb von Sekunden Wolken auf und es begann ein heftiger Regen. Einige Gäste begannen zu fluchen. Der Wetterbericht hatte nichts von einem Wolkenbruch erwähnt!
DarkAngel erzählte Alia von der ersten Begegnung mit Auron. "Ich mochte ihn schon vom ersten Moment an", fügte sie an. "Aber in den ersten Jahren sahen wir uns nur sehr selten. Mein Vater ließ ihn erst einmal auf eine Intensiv-Schule gehen, um ihn zu weiterzubilden und ihm das Lesen und Schreiben etc. beizubringen. Er hatte gleich erkannt, welches Potential in dem Jungen steckte und er wollte sich nicht nur einen Leibwächter, sondern auch einen Berater und Freund heranziehen. Erst in meinem sechzehnten Lebensjahr kehrte er wieder zurück und von diesem Zeitpunkt wich er nur von der Seite meines Vaters, wenn dieser ihn nicht brauchte. Und dann verbrachte er die meiste Zeit mit mir oder zum Schutze meiner Familie. Unter anderem sollte er mir das Kämpfen beibringen."
DarkAngel lächelte bei dem Gedanken an die nun folgenden, glücklichen Jahre und daraufhin wurde das Wetter draußen auch wieder besser, es nieselte nur noch leicht. "Wir tänzelten noch ein paar Monate um einander herum: ich glaubte nicht wirklich, dass er auch etwas für mich empfand, er wagte nicht mich auf unsere Gefühle anzusprechen, weil er wusste, dass es verboten war. Doch eines Abends, es war eine wunderschöne Sommernacht und wir lachten sehr viel – da fasste er all seinen Mut zusammen und gestand mir seine Liebe. Er war unbeholfen aber das machte es umso süßer. Diesen Abend werde ich mein Leben lang nicht vergessen. Tja, und seit diesem Moment waren wir zusammen. Ich hatte seit diesem Zeitpunkt keinen Mann, welcher Spezies auch immer auch nur angesehen..."
Alia hatte der Antikerin aufmerksam zugehört und an manchen Stellen selbst die Tränen zurückhalten müssen. Sie erkannte dass die Wetterumschwünge mit DarkAngels Stimmung zusammenhängen mussten und hoffte, dass sich die Antikerin nicht weiter aufregte. "Dein Leben ist aber auch nicht gerade einfach verlaufen. Ich drück dir die Daumen, dass du Auron wieder siehst." In diesem Moment wurde das Essen gebracht und die beiden unterbrachen ihr Gespräch. "Oh, na endlich ... Ich wünsche dir einen guten Appetit, DarkAngel!" Alia bereitete ihr Besteck vor, wartete kurz bis DarkAngel auch so weit war und begann dann zu essen.
Neue Erkenntnisse
Auron wurde immer wütender, sowohl auf sich als auch auf seine Misserfolge, denn es gelang ihm nicht, Kontakt zu DarkAngel herzustellen. Je öfter er es versuchte, desto frustrierter wurde er. War sie soweit weg? Hatte sie ihn vergessen? In Auron wurde dieser Gedanke immer mehr zu einer Qual in seinem einsamen Herzen. Seine Lungenflügel verengten sich und er begann schwer zu atmen. Tausend Gedanken und Erinnerungen schossen ihm durch seinen Verstand. Sein Kopf fühlte sich so an, als würde er gleich platzen. Immer wieder rief er sie. Doch nichts geschah. Schweißperlen liefen ihm von der Stirn, an den Backen entlang nach unten. Ein Moment der Schwäche überkam ihn und er musste an den Schmied und seinen Vater denken. Sein Verstand zeigte ihm Bilder von den Beiden, wie sie ihn beschimpften, verspotteten und auslachten.
Da verlor Auron vollkommen die Beherrschung. Unbewusst hatte er sein Schwert gezogen und eine der verbotenen Schwert-Techniken angewandt. Drei tiefe Spalte waren im Boden zu sehen und im Umkreis von hundert Schritten stand kein Baum, Strauch oder sonstiges mehr. Doch er erinnerte sich an eines. Er hatte so laut ihren Namen geschrieen, dass er das Gefühl hatte, jegliche Kraftreserven eingesetzt zu haben. Vollkommen kraftlos stützte er sich auf seinem Schwert ab, dessen Klinge tief im Boden steckte und starrte auf den schön verzierten Griff. Doch all das hatte jetzt keine Bedeutung oder Wert mehr für ihn.
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Die Antikerin hatte eine weitere Cola bestellt, als der Kellner endlich die beiden Steaks gebracht hatte und dann dankbar angefangen zu essen. Mittlerweile war sie richtig hungrig. Auch das machte ihr etwas Sorgen, da sie normalerweise nicht so schnell hungrig oder durstig wurde. "Hmm", sagte sie, "das schmeckt wirklich sehr gut!" Einige Augenblicke später bekam sie das gewünschte Getränkt.
Alia aß genüsslich ihr Steak. "Sag ich doch, die Steaks im O'Malleys schmecken so gut, da lässt man alles liegen, stehen und fallen dafür!"
DarkAngel hob ihr Glas und wollte zum Sprechen ansetzten, als sie plötzlich den verzweifelten Ruf von Auron vernahm, der sie bis ins Mark erschütterte. Das Glas entglitt ihren Händen, fiel zu Boden und zersprang. Doch DarkAngel bemerkte es nicht einmal, auch nicht, dass sich die halbe Cola über sie ergoss.
"Auron!?" flüsterte sie ungläubig. Die anderen Gäste des Restaurants schauten nur kurz neugierig zu ihnen, widmeten sich dann aber wieder deren Essen, während der Kellner zu ihnen eilte, um die Sauerei wegzuräumen und ihr ein anderes Glas zu bringen. Doch von all dem bekam die Antikerin nichts mit. Sie versuchte krampfhaft Auron zu erreichen und ihm eine Nachricht zu übermitteln. Doch zu ihrer großen Frustration gelang es ihr nicht, eine stabile Verbindung zu ihm aufzunehmen. Das einzige, was sie ihm schicken konnte, war ein "Auron, Geliebter ... ich lebe...!" und einige ihrer Gefühle, dann brach die Verbindung komplett zusammen, es hatte sie zu sehr geschwächt.
"Okeey ... das war eigentlich eine Metapher, also nicht ernst gemeint!" sagte Alia verwundert, als sie das Glas aus DarkAngels Hand fallen sah und lächelte die Antikerin an, doch diese reagierte gar nicht. Sie sagte nur einen Namen, den die junge Archäologin verwirrt wiederholte: "Auron? ... Ist alles OK mit Dir, DarkAngel?"
DarkAngel sah auf und versuchte, sich ihren geschwächten Zustand nicht anmerken zu lassen. Trotzdem sah Alia, dass die Antikerin etwas verwirrt war. "Auron, ich habe seinen Ruf gerade vernommen." <i>sagte sie verstört. "Ich habe versucht zu antworten ... doch ich bin mir nicht sicher ... ob ich durchgedrungen bin ... er mich gehört hat. Irgendetwas stimmt mit mir nicht ... Es scheint schlimmer zu sein, als ich dachte." DarkAngel war der Appetit gehörig vergangen. Sie stocherte nur noch in ihrem Essen herum.
Alia fiel fast die Gabel aus der Hand. "Auron lebt?"
"Scheint so", murmelte DarkAngel.
"Dann sollten wir schnell zurück ins SGC!" Alia winkte den Kellner heran und bezahlte.
"Hat es nicht geschmeckt, Ma'am?", fragte der Kellner.
"Doch, doch! Nur haben wir's grad sehr eilig."
"Natürlich, Ma'am."
Alia wand sich an Dark Angel. "Wollen wir?"
Die Antikerin stand nickend auf, verabschiedete sich vom Kellner, indem sie stumm den Kopf senkte und die beiden Frauen verließen das Restaurant. Sie gingen in den Hinterhof des Lokals und schauten sich um. Als DarkAngel sicher war, dass niemand zugegen war, wandte sie sich an Alia. "OK, wir nehmen wieder die Abkürzung, das geht schneller." Sie berührte Alia an der Schulter und beide stiegen auf.
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Ganz verwirrt über den höllischen Lärm suchten Wakka und Tidus, die beiden Schüler von Auron, nach der Quelle dafür. Doch instinktiv wussten sie beide, dass in dieser Gegend nur Einer dazu in der Lage war, einen solchen Lärm zu erzeugen. Tidus packte Wakka am Arm und beide eilten wie ein geölter Blitz zu Auron. Voller Entsetzung und Bewunderung, begutachteten sie die Verwüstung ihres Lehrers.
Tidus begann zu lachen und lief zu Auron. Er klopfte ihm auf die Schulter und sprach: "Auron du verdammter Hund! Wann wolltest du uns das beibringen? Wenn ich alt und grau bin? Zeig mir was du gemacht hasst. Bring's mir bei, Auron!"
Auch Wakka kam zu Auron, sagte jedoch kein Wort. Wakka sah nachdenklich auf Auron und sein Schwert. Was hatte ihn dazu verleitet das zu tun? Wakka bekam eine Gänsehaut bei dem Gedanken was passiert wäre, wenn Auron diese Technik jemals gegen seine Gegner anwandte... Sicher hundert Tote bei nur einem Angriff. 'Es muss sich um eine der Verbotenen Techniken handeln,' dachte er sich und fragte: "Was hat dich dazu gebracht, Auron?"
Doch Auron antwortete nicht, sondern stand rasch auf und blickte sich um. Tidus und Wakka sahen sich an. Noch nie hatte sie erlebt, dass Auron verwirrt war oder sich seltsam benahm. Auron stützte sich noch immer auf sein Schwert, als er bemerkte, wie sich Tidus und Wakka näherten. Was solle er ihnen sagen? Sollte er ihnen überhaut was sagen?
Tidus kam noch näher. 'Jetzt klopft er mir bestimmt gleich auf die Schulter und ich muss mir sein Gejammer anhören', überlegte Auron. Und so geschah es auch. 'Wenn ich nicht so müde wäre, würde ich ihm eine Tracht Prügel verpassen. Kann noch nicht mal eine Rekard-Hieb richtig anwenden und will eine Verbotene von mir erlernen. So jung und unerfahren...' dachte er sich. Dann kam auch Wakka dazu. Dessen bedrücktes Gesicht sprach mehr als tausend Worte. Was sollte er den beiden sagen? Doch als Wakka ihm seine Frage stellte, geschah es. Auron hatte gar nicht mehr damit gerechnet.
Es war ein sehr schwaches Signal. Doch er wusste, dass sie es war. Die Essenz von DarkAngel selbst schien ebenfalls schwächer geworden zu sein. Oder war es seine Müdigkeit? Doch die verflog bei dem Gedanken, dass sie zurück war. Er drehte sich zu Tidus und sprach: "Hol mir etwas Wasser, schell!" Wortlos machte sich Tidus auf den Weg. Auron drehte sich zu dem verbliebenen Schüler: "Schmerz Wakka, der hat mich dazu gebracht..." sagte er zu ihm. "Hol Deine Waffe und die von Tidus und komm wieder her, denn wir werden diesen Planeten sofort verlassen!"
Wakka sah seinen Lehrmeister mit einer blassen Mine an. Auch wenn er gewollt hätte, so wäre ihm kein Wort über die Lippen gekommen. Wakka folgte dem Befehl und machte sich auf den Weg. 'Wo soll ich mit der Suche beginnen?' fragte sich Auron. 'Ich werde die ganze Galaxis auf den Kopf stellen um sie zu finden und nichts wird mich davon abhalten!' Er zog sein Schwert aus dem Boden und sah sein Spiegelbild auf der Klinge an. Danach richtete sich sein Blick auf die Verwüstung vor sich. 'Koste es was es wolle!'
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Einer der vielen Gänge im SGC: Er war gerade leer, doch plötzlich wurde es extrem hell. Ein gleißendes Licht kam aus der Decke und senkte sich zu Boden. Dort materialisierten DarkAngel und Alia Elliot. DarkAngel schwankte und musste sich für eine Sekunde an der Wand abstützen. Der kurze Transport hatte sie sehr geschwächt. Sie schüttelte den Kopf, stieß sich von der Wand ab und nahm wieder einen leicht hochmütigen und gelangweilten Gesichtsausdruck an. Sie hoffte, dass Alia ihren Schwächeanfall nicht bemerkt hatte und wollte ihre Schwäche hinter diesem Gesicht verbergen... "So, da sind wir wieder. Zumindest irgendwo in einem Gang im Stargate Center. Dass die alle gleich aussehen müssen..", maulte DarkAngel.
Alia sah sich kurz um und wusste sofort, wo sie sich im Stützpunkt befanden. Natürlich bemerkte sie sofort DarkAngels Schwächeanfall. Die Archäologin runzelte die Stirn und sah DarkAngel fragend an. "Ist alles OK mit dir?"
"Wieso? Mir ging es nie besser", log DarkAngel und zum Beweis änderte sie die Kleidung der beiden wieder in die Standard-Uniformen ab.
Alia war nicht ganz überzeugt von ihrer Antwort, beließ es aber bei einem Blick, der DarkAngel mitteilte, dass sie eine schlechte Lügnerin war. Sie sah an sich hinunter und war sichtlich erleichtert, wieder in gewohnter und bequemerer Kleidung zu sein. "An diese Art des Kleiderwechsels, könnte ich mich gewöhnen!", sagte sie lächelnd.
"Das glaub ich Dir aufs Wort. Dummerweise kann ich Dir dafür nicht Tag und Nacht zur Verfügung stehen", bemerkte DarkAngel grinsend. Sie schaute nach links, dann nach rechts, konnte keinen Unterschied entdecken, zuckte mit den Schultern und ging nach rechts, ohne auf Alia zu warten. Sie war noch keine fünf Schritte gelaufen, da wurde ihr von einer Millisekunde auf die andere Schwarz vor Augen - und sie fiel in Ohnmacht. Alia war nicht schnell genug zur Stelle, um die Antikerin aufzufangen. DarkAngel lag nun in ihrem menschlichen Körper ohnmächtig am Boden. Ab und zu gingen Energie-Blitze über ihren Leib.
Ryan kam pfeifend durch einen der Gänge gelaufen. Seine Laune befand sich gerade auf dem Höhepunkt. Er hatte nochmal mit Julie telefoniert und auch mit Lucy gesprochen - eigentlich war alles perfekt. In ein paar Tagen würde er wieder nach Hause fahren. Ryan schlenderte also die Gänge entlang, als er plötzlich Alia vor sich sah.
"Nanu, ... hey Ally, ich dachte ihr hättet euch verflüchtigt? Ihr seit schon wieder da?" Er trat näher an sie heran und sah dann DarkAngel auf dem Boden liegen. "Wow, was ist denn hier passiert?" Der Colonel kniete sich neben DarkAngel. "Darky, aufwachen! Ally, was ist passiert?"
"Ich weiß es nicht. Sie hat uns hier her teleportiert und ist plötzlich umgekippt..." Alia kniete sich ebenfalls neben DarkAngel, berührte sie aber nicht, da ihr die Energieblitze irgendwie nicht geheuer vorkamen. Nach einer kurzen und oberflächlichen Musterung entschloss sie sich, an das Alarmtelefon zu gehen und in der Krankenstation Hilfe anzufordern. "Hier spricht Doktor Elliot, wir haben einen medizinischen Notfall in den Gängen auf Level 13. Patientin ist bewusstlos zusammen gebrochen, B.A.K unklar!"
"Verstanden, Dr. Fraiser ist gleich bei Ihnen, Ma'am!", antwortete eine Schwester.
"Vielleicht sollten wir sie in die KS tragen. Bis Janet hier ist, dauert es sicher etwas. Wir könnten ihr entgegen gehen.", schlug Ryan vor. Er wollte DarkAngel hochheben, wurde aber schon vorzeitig gestoppt. Ein blauer Blitz entlud sich direkt, als er sie an den Schultern berührte und schleuderte ihn einige Meter weit gegen die Wand. Unsanft krachte er gegen den kalten Beton und rutschte benommen herab.
Genau in diesem Augenblick kam Dr. Janet Fraiser mit zwei Arzthelfern um die Ecke gerannt. Vor Schreck blieb sie kurz stehen, als sie sah, wie Ryan quer durch den Gang geschleudert wurde. "Ich glaube wir brauchen noch eine weitere Trage!", sagte sie zu einem der Helfer, als sie auch DarkAngel am Boden liegen sah. Dieser drehte sich sofort auf dem Absatz um und lief zurück zum Aufzug. Janet befahl dem zweiten Helfer, sich um Ryan zu kümmern. Sie selbst ging zu DarkAngel und Alia hinüber und kniete sich neben die Antikerin. Sie wollte nach deren Puls fühlen, doch in dem Moment erschien wieder einer dieser Blitze und fuhr über DarkAngel, so dass Janet schnell ihre Hand zurückzog. "Was ist passiert?"
"Also, DarkAngel hier - eine Antikerin - hat mich und sich selbst eben gerade vom O'Malleys hier her teleportiert. Danach merkte ich das es ihr nicht gut ging, doch sie beteuerte, dass alles in Ordnung sei, als ich mich nach ihrem Zustand erkundigte. Na ja: bis sie dann ein paar Schritte gegangen ist und plötzlich zusammenbrach. Colonel Alexis wollte sie auf die Krankenstation tragen und wurde dabei von einem dieser Blitze getroffen. Den Rest kennen Sie ja, Doc!", antwortete Alia ruhig, mit den Händen in die Hüften gestützt. Die Archäologin sah von DarkAngel zu Ryan und schließlich wieder zu Doktor Fraiser. Sie war etwas verwirrt und besorgt um die Beiden, ließ sich aber nichts davon anmerken.
Janet hörte Alia aufmerksam zu. 'Eine Antikerin also,' dachte sie. Daraufhin betrachtete sie DarkAngel eingehender. "Wir müssen sie unbedingt auf die Krankenstation bringen.", meinte Janet, fügte aber in ihren Gedanken noch hinzu: 'Die Frage ist nur wie...' "Was können Sie mir über diese Stromschläge sagen? Treten sie in regelmäßigen Abständen auf?"<i>, wollte die Ärztin weiter wissen. Die Arzthelfer hatten sich inzwischen um Ryan gekümmert und waren gerade dabei, ihn auf eine der beiden Tragen zu legen, um ihn zur Krankenstation zu bringen.
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DarkAngel war noch immer ohnmächtig. Doch in ihrem Unterbewusstsein bemerkte sie, dass die natürliche Abwehrreaktion der Antiker ein Helfen durch die Menschen verhinderte. Also fuhr ihr Unterbewusstsein die Produktion der Blitze auf ein Minimum zurück, so dass die Menschen nur einen schmerzhaften Schlag bekamen und nicht mehr durch die Luft geschleudert wurden. Außerdem wurde die Frequenz extrem verlangsamt, so dass die Menschen sie wenigstens auf die Liege legen konnten. Mehr konnte das Unterbewusstsein nicht tun, ohne sich selbst zu schaden. Die Blitze, die DarkAngel umgaben, verloren an Kraft und Helligkeit, bis nur noch alle 15 Sekunden einer erschien...
Nach kurzer Bewusstlosigkeit durch den Aufprall wachte Ryan auf einer Trage wieder auf. Alles um ihn herum war etwas schwammig, aber er wusste noch was passiert war. Wenn sie nicht ohnmächtig wäre hätte Ryan schwören können, dass DarkAngel das mit Absicht getan hatte. "Isolierte Gummihandschuhe ... in jedem Lagerraum gibt es die ... für Notfälle mit der Elektrizität.", brachte Ryan gerade so heraus. Das war die sicherste Maßnahme. So würden sie DarkAngel vielleicht auf die Krankenstation transportieren können.
"Stimmt, daran hatte ich gar nicht gedacht", antwortete Janet auf Ryans Vorschlag hin. "Donovan, Minetti, bringen Sie den Colonel schnell auf die Krankenstation und kommen Sie im Anschluss wieder her. Ich bin sofort zurück." Janet rannte los zum nächsten Lagerraum, der auch grade mal zwei Gänge entfernt war und holte mehrere Paare Gummihandschuhe. Als sie wieder bei Alia und DarkAngel ankam, drückte sie Alia auch gleich ein Paar in die Hände. "Sie müssen mir kurz helfen, bis die anderen zwei zurückkommen." Der Doktor zog sich die Gummihandschuhe über und legte die Trage schon mal neben DarkAngel, damit sie sie gleich drauf heben konnten.
Alia fühlte sich etwas überrumpelt, als Janet ihr die Handschuhe in die Hand drückte. Die Archäologin hatte immer gedacht, sie sei taff. Ginge es um eine Person, die ihr fremd war, hätte sie auch kein Problem damit Janet zu helfen. Doch in diesem Moment stand sie wie angewurzelt da und starrte auf DarkAngel. Sie hatte Angst, wieder einen Menschen zu verlieren der ihr ans Herz gewachsen war. Alle Gedanken und Gefühle, die sie empfand nachdem sie von Brandons Tod erfahren hatte, schwappten in diesem Moment in Alia wieder hoch.
"Ist mit Ihnen alles in Ordnung?", wollte Janet besorgt wissen, als Alia auf ihre Frage nicht reagierte. Alia machte ganz den Eindruck, als stände sie unter einem leichten Schock. Janet ging einen Schritt auf sie zu und sagte mit beruhigender und sanfter Stimme: "Hören Sie, ich weiß, so eine Situation ist nicht einfach für jemanden, der es nicht gewöhnt ist. Aber es ist wichtig, dass Sie sich jetzt zusammenreisen und mir helfen. Meinen Sie, Sie schaffen das?"
Die Archäologin wurde fast aus einer Art Trance gerissen und sah die Ärztin an. Allerdings brauchte sie einige Sekunden, um wieder klar denken zu können. Sie merkte plötzlich, wie dumm sie wohl gerade reagiert hatte und das war ihr ziemlich peinlich. Alia sah Doktor Fraiser so an, als wüsste sie nicht was diese meinte und zog sich die Handschuhe über. "Natürlich schaffe ich das! Wieso denn nicht?" Sie sah die Ärztin voller Tatendrang an. "Was muss ich tun?"
Janet nickte lächelnd als sie sah, dass Alia sich wieder gefangen hatte. "Also: wir müssen sie jetzt hochheben und auf die Trage legen. Nehmen Sie sie an den Beinen.", ordnete Janet an, während sie sich neben DarkAngels Kopf hockte. "Sagen Sie Bescheid, wenn Sie bereit sind."
Alia ging zu DarkAngels Füßen und hob diese leicht an. Dass sie keinen Stromschlag bekam, wertete sie als gutes Zeichen. "OK, ich bin bereit! Wann immer Sie sagen, Doc!"
"Gut, auf drei. Eins..... Zwei..... Drei!!" Bei 'Drei' hoben die Beiden DarkAngel auf die Trage. Kurz nachdem sie die Antikerin abgelegt hatten, zischte wieder ein Blitz über ihren Körper. "Na, das war perfektes Timing.", bemerkte Fraiser. In diesem Moment kehrten Donovan und Minetti zurück. Janet wies die Beiden an DarkAngel sofort auf die Krankenstation zu tragen. Die Zwei machten sich sofort auf den Weg und Janet wandte sich noch einmal an Alia. "Vielen Dank. Wollen Sie mit zur Krankenstation kommen?"
Alia zog die Handschuhe aus. "Gern geschehen, Doktor! - Natürlich will ich mit auf die Krankenstation. Gehen wir!"
Auf der Krankenstation
Als die Doktoren Fraiser und Elliot die Krankenstation betraten waren die Pfleger gerade dabei, DarkAngel auf eines der Betten zu legen. Janet ging sofort zu der Antikerin und fühlte nach ihrem Puls. "Ich brauche sofort ein komplettes Blutbild, außerdem 5 mg Epi! Aber seid vorsichtig, sie gibt des öfteren Stromschläge ab! Sie darf daher auch an keine elektrischen Geräte angeschlossen werden.", ordnete Janet an. Anschließend ging sie hinüber zu Colonel Alexis, der etwas entfernt ebenfalls in einem Krankenbett lag. Ein Hilfsarzt hatte sich bereits etwas um ihn gekümmert und drückte Janet einen Bericht mit seinen bisherigen Notizen in die Hand. "Wie geht es Ihnen, Colonel?", wollte Fraiser wissen.
"Och, mal abgesehen von den Kopfschmerzen ganz gut. Mir ist etwas schwummerig." Ryan setzte sich etwas auf. "Das letzte Mal hab ich mich so gefühlt, als ich in der Ausbildung einen saftigen Stromschlag abbekommen habe. Wie geht es DarkAngel? Wissen Sie schon, warum sie zusammengebrochen ist?"
"Was ihre Kopfschmerzen angeht: Sie sind mit unglaublicher Wucht gegen die Wand geprallt. Es sieht ganz danach aus, als hätten Sie eine leichte Gehirnerschütterung davongetragen. Ich würde es daher vorziehen, wenn Sie diese Nacht noch hier bleiben würden. Nur zur Sicherheit. Ihr Kreislauf wurde durch den Stromschlag auch beeinträchtigt und diese Daten hier zeigen, dass Anfangs ihre Herzfrequenz recht unregelmäßig war. Nun, das hat sich wieder stabilisiert und ist nichts Ernstes. Wenn Morgen alle Ihre Werte normal sind, können Sie wieder gehen." erklärte Janet, während sie in den Aufzeichnungen blätterte. "Was diese DarkAngel angeht, kann ich Ihnen leider noch nichts Genaueres sagen. Wir werden alle Untersuchungen durchführen, die wir machen können. Allerdings wird das ganze nicht einfach, wenn sie weiterhin Stromstöße abgibt. Mir ist mittlerweile klar, dass sie eine Außerirdische ist. Können Sie mir mehr über ihre Rasse sagen? Sachen, die wichtig sein könnten?"
"Na wunderbar", grummelte Ryan vor sich hin und ließ sich in die Kissen zurückfallen, "dann bleib ich eben hier."
Alia kam ein Gedanken und sie fragte den Colonel: "Ru'Dee! ... Wo ist Ru'Dee, Ryan? Er kann DarkAngel mit Sicherheit helfen!"
Ryan Alexis hatte Ru'Dee ja ganz vergessen! "Hat er euch nicht begleitet? Keine Ahnung wo der steckt..."
"Und diese Person kann ihr helfen? Nun, dann sollten Sie ihn bald herholen. Ich kann hier nicht viel machen, solange DarkAngel mit Blitzen um sich wirft." meinte Janet.
Alia überlegte kurz. "Jap, vermutlich. Aber das ist keine Person, Doc!" Sie ging zu einem Lautsprecheranlagen und drückte den Knopf, um in die gesamte Basis einen Durchsage zu senden. "Der Außerirdische Ru'Dee bitte in die Krankenstation! Ich wiederhole: Der Außerirdische Ru'Dee bitte DRINGEND in die Krankenstation!" Sie ging zurück zu den Anderen. "Jetzt bleibt uns nix anderes als zu warten. Ich geb ihm 10 Minuten, ansonsten lass ich die ganze Basis nach ihm absuchen!"
Langsam aber sicher kehrten die Kräfte von DarkAngel zurück. Sie kämpfte sich wieder an die Oberfläche des Bewusstseins. Noch war die Zeit ihres Erwachens nicht gekommen, das würde noch einige Minuten dauern. Aber nun glich der Status ihrer Bewusstlosigkeit einem normalen Schlaf und die elektrischen Entladungen begannen noch schwächer zu werden, bis sie schließlich endgültig ausblieben.
Janet war wieder ans Krankenbett von DarkAngel zurückgekehrt und war gerade dabei, deren Puls zu überprüfen. Sie hatte zuvor die Zeit zwischen den einzelnen Blitzen mitgezählt. Die 15 Sekunden, die ihr blieben waren fast um, also nahm sie schnell wieder etwas Abstand. Doch diesmal geschah nichts, der Blitzschlag blieb aus. Janet horchte den Herzrhythmus ab. Er hatte sich stabilisiert und auch die Pulsfrequenz war wieder annähernd normal. "Doktor Elliot, ich glaube Ihre Freundin wird bald aufwachen."
Alia wand sich überrascht von Ryan ab und ging zu der Antikerin, die genau in diesem Moment zu blinzeln begann. "Hey! Willkommen im Reich der Leute bei Bewusstsein", sagte sie mit sanfter Stimme. "Du hast uns einen schönen Schrecken eingejagt ... und nicht nur das." Sie schielte grinsend zu Ryan.
"Sehr witzig, Ally!", grummelte Ryan vor sich hin und drehte sich auf die Seite, um besser zu sehen was passierte. "Ich lach mich schief."
"Tja, da siehste mal, was Humor ist", gab Alia verschmitzt grinsend zurück und wandte sich dann an DarkAngel, um sie zu fragen, wie es ihr ging.
"Mir geht's gut", antwortete DarkAngel automatisch, als sie die Augen öffnete und wollte sich aufsetzten. Doch weit kam sie nicht. Plötzlich wurde ihr schwindelig, sie bekam Kopfschmerzen und sie musste sich sofort wieder stöhnend hinlegen. "Ahhh ... was ist überhaupt passiert?"
"Du solltest dich noch etwas ausruhen ... Ich hab keinen Schimmer was passiert ist, das wollte ich dich gerade fragen."
"Ich hab ehrlich gesagt überhaupt keine Ahnung. Ich weiß nur, dass mir vorhin ein bisschen schwindlig wurde, nichts ernstes und dann plötzlich wurde mir schwarz vor Augen - und wachte dann hier auf. Im Prinzip wisst ihr also mehr als ich..." entgegnete DarkAngel nachdenklich.
Eine Krankenschwester rief Janet zu sich. "Doktor, die Berichte der Blutanalyse sind gerade eingetroffen." sagte die Frau und hielt ihr eine Mappe entgegen.
"Danke." Janet nahm die Mappe entgegen und schlug sie auf. "Was sagt Doktor Easton dazu?"
"Ich soll Ihnen von ihr ausrichten, dass sie auf Seite 7 blättern sollen."
Janet tat dies und sah die Werte durch. An einer Stelle stockte sie. "Ach du meine Güte..."
"Ja, Ma'am"
"Danke, Sie können jetzt wieder gehen." wies Janet die Krankenschwester an, und kehrte mit der Mappe zu DarkAngel und Alia zurück. "Ich habe die Werte der Blutanalyse bekommen und es gibt leider eine schlechte Nachricht: Durch irgendeinen Auslöser muss bei Ihnen eine Zelldegeneration stattgefunden haben. Diese hat zur Folge, dass ein ständiger Zellverfall stattfindet. Das ganze scheint sich noch in einer Art Anfangsstadium zu befinden, aber der Zellverfall wird definitiv weiter fortschreiten..."
DarkAngel war zum ersten Mal in ihrem Leben richtig geschockt, was man ihr auch ansah! "Zellverfall? Bist Du sicher?" Die Ärztin nickte. "Aber wie ist das nur möglich? - Hmmm, dass muss bei der Not-Einfrierung passiert sein, als ich halb aufgestiegen war. Das ist die einzig logische Erklärung.", sagte die Antikerin nachdenklich und mehr zu sich selbst. DarkAngel hatte noch nie davon gehört, dass ein Antiker je an Zellverfall gelitten hätte. Sie merkte, dass sie in Panik zu geraten drohte und versuchte die Fassung zurückzugewinnen, was ihr für den Moment einigermaßen gelang. "Was wird Deiner Meinung passieren, wenn der Verfall nicht aufgehalten werden kann?" fragte DarkAngel besorgt. Sie fragte erst gar nicht, ob die Menschen ihr helfen konnte, weil sie sich das nicht einmal im entferntesten vorstellen konnte. Immerhin war deren Medizin um Jahrtausende hinter der der Antiker.
"Nun, das Ganze geht über verschiedene Stadien. Die Folgen hängen davon ab, wie es sich ausbreitet. Am Anfang wird es sich in Form von Schwächeanfällen bemerkbar machen. Eine generelle Folge ist, dass die Zellen schneller altern. Dadurch können verschiedenen Defekte auftreten, wie Nieren- Lungen- und Herzversagen. Ohne Behandlung führt das ganze letztendlich zum Tod." erklärte Janet. "Aber wir können den Zellverfall eventuell stoppen. Ich weiß nicht, wie Sie als Antiker darauf reagieren, aber bei Menschen funktioniert es. Dafür ist eine intensive Behandlung mit einem starken Medikament erforderlich. Im Anschluss können wir versuchen, das bereits geschädigte Gewebe teilweise wiederherzustellen, aber darüber können wir später noch sprechen. Das Stoppen des Zellverfalls ist jetzt erst einmal am wichtigsten."
Alia konnte nicht glauben, was sie da hörte. DarkAngel ging es doch die ganze Zeit so gut, wie konnte das also sein? Sie sah Fraiser geschockt an. Der Archäologin brannte eine Frage auf den Lippen, die sie eigentlich gar nicht so genau wissen wollte, aber dennoch fragte: "Wie stehen ihre Chancen, Doc?"
"Nun, wie gesagt: Der Zellverfall befindet sich in einem Anfangsstadium. Die Chancen, dass wir den Zerfall aufhalten, stehen gut, vorausgesetzt sie reagiert auf das Medikament wie wir. Nur inwieweit wir die bereits bestehenden Schäden wieder reparieren können, ist nicht sicher." antwortete Janet ernst. "Das Medikament kann allerdings Nebenwirkungen hervorrufen, wie Übelkeit, Schwindel und auch starke Müdigkeit. Während der Behandlung sollte sich DarkAngel nicht überanstrengen." Janet wandte ihren Blick von Alia zu DarkAngel. "Ich kann doch davon ausgehen, dass Sie der Behandlung zustimmen?"
DarkAngel dachte einen Moment lang nach, dann nickte sie zögerlich. "Da ich nicht weiß, wie lange es dauert, bis ich Kontakt zu den Antikern oder anderen Völkern, die mir helfen können, aufnehmen kann, bin ich einverstanden. Zumindest, was die Medikamente angeht. Wir Antiker haben in unserer stofflichen Form einen den Menschen sehr ähnlichen Körper, da dürfte es eigentlich keine Probleme geben. - Hoffe ich..." Sie legte sich zurück und schloss resignierend die Augen. "Über die Wiederherstellung des geschädigten Gewebes können wir dann immer noch sprechen." DarkAngel traute der Medizin der Menschen nicht sehr weit, aber im Moment hatte sie wohl keine andere Wahl, als ihnen zu vertrauen. Sie fühlte förmlich, wie sie immer schwächer wurde und Stück für Stück ihre Kräfte verlor.
"Gut, dann fangen wir am besten gleich mit der Behandlung an." Janet ging zu einer Schwester und wechselte ein paar Worte mit ihr. Diese verließ eilig die Krankenstation, während Janet zu DarkAngel und den anderen zurückkehrte. "Wir werden Ihnen das Medikament über eine Spritze verabreichen. Allerdings wird es nicht direkt eingespritzt. Zuvor wird ein klein wenig Blut in die Spritze gesogen, damit sich das Medikament besser vermischt. Währenddessen werden Sie einen leichten Druck spüren. Anschließend wird es normal in eine Hauptvene injiziert. Diese Prozedur müssen wir 2mal täglich durchführen."
DarkAngel öffnete abrupt die Augen. "2 mal täglich eine Spritze? Was glaubst Du denn, wie lange ich hier sein werde?" fragte sie aufgebracht, fasste sich aber und sagte in einem einigermaßen höflichen Ton: "Ich bin ja dankbar, dass Du versuchst mir zu helfen, aber Du sagst ja selbst, dass eure Medikamente auf mich vielleicht nicht wirken. Deshalb wäre es wohl besser, wenn Du mir ein bis zwei Spritzen gibst und ich dann durch das Stargate verschwinde, um einen richtigen Arzt zu suchen."
"Bei allem Respekt, Lady! Solange Sie auf diesem Planeten sind, werden Sie sich 2 mal täglich diese Spritzen abholen! Anders kann das Medikament nicht wirken. Und ob es wirklich seinen Zweck erfüllt, kann man nach drei Tagen Behandlung am Blutbild feststellen. Natürlich können Sie versuchen mit ihrem Volk Kontakt aufzunehmen. Wenn sich auf einem anderen Planeten eine bessere Behandlung bietet, können sie auch umgehend abreisen, aber wie gesagt: solange Sie hier sind, holen Sie sich entweder die Spritzen hier ab oder ich werde sie zu Ihnen bringen!" meinte Janet daraufhin in einem ziemlich strengen Ton und verschränkte ihre Arme. "Hören Sie, ich will Ihnen auch nur helfen. Und ich kann Ihnen auch helfen. Sie müssen es nur zulassen." fügte Janet dann wieder in ihrem gewöhnlichen, sanften Tonfall hinzu.
DarkAngel hatte keine Lust sich zu streiten, sie fühlte sich einfach viel zu schwach dafür. Aber man konnte sehen, dass es sie anstrengte, sich zurückzuhalten. "Ich glaube Dir, dass Du nur helfen willst und dass ich die Behandlung brauche, sonst wäre ich schon längst weg ... Gib mir einfach Deine Spritzen. Sobald ich mich ein wenig besser fühle, werde ich abreisen. Ach übrigens - ich bezweifle stark, dass Du mich davon abhalten kannst und wirst, wenn ich gehen möchte."
"Vielleicht nicht, aber ich würde es zumindest versuchen." antwortete Janet lächelnd.
Alia hatte sich mittlerweile wieder gefasst. "Und zur Not bin ich ja auch noch da und zerre dich zu deinen Untersuchungen!" Sie grinste DarkAngel frech an, sagte dann aber ernst: "Doktor Fraiser ist eine ausgezeichnete Ärztin, DarkAngel! Sie wäre nicht hier, wenn sie nicht Weltklasse in dem wäre, was sie tut. Mir ist klar, dass du uns als nicht so hoch entwickelt siehst, wie ihr es seid und damit hast du auch Recht. Unsere Freunde, die Asgard schätzten aber genau das an uns. Weil durch unsere einfache Denkweise kommen wir oft auf Sachen, an die so hoch entwickelte Rassen wie ihr gar keinen Gedanken mehr verschwenden! Also gib uns eine Chance, nein: gib DIR eine Chance - vielleicht können wir Dir mehr helfen als du denkst..." Sie sah Darky eindringlich an und hoffte, dass ihre Worte wenigstens ein bisschen Wirkung zeigten.
Da kam eine Schwester zu Janet. Sie hielt eine noch steril verpackte Spritze und ein kleines Fläschchen aus Glas mit einem gelben Etikett in der Hand. Sie gab die Sachen Doktor Fraiser. "Hier haben wir das Medikament. Ich werde Ihnen gleich jetzt die erste Spritze geben. Tun Sie mir den Gefallen und warten die drei Tage, damit wir wissen, ob es wirkt." bat Janet, während sie die Spritze auspackte und sie zu einem drittel mit dem Medikament füllte. "Das gibt einen kleinen Piekser, aber weiter dürften Sie nichts spüren." Janet sprühte etwas Desinfektionsmittel auf DarkAngels Arm, tupfte es mit einem Wattebausch ab und setzte die Spritze an.
"Ja ja, schon gut. Steckt mir nur eure Folterinstrumente in den Arm", brummte die Antikerin verdrießlich, "als ob ich denn im Moment eine Wahl hätte..... AAUUUUUuu".
Als Doktor Fraiser ihr die Spritze in den Arm steckte, kam ein kleiner wehleidiger Schrei von DarkAngel und sie sah Janet empört an. Diese ignorierte DarkAngel komplett und beendete ihre Arbeit mit dem aufkleben eines kleinen Pflasters. "So, das war's schon. Sie sehen also, das geht ganz schnell."
"Und was geschieht nun? Muss ich mich die nächsten 3 Tage hier im Bett langweilen oder darf ich auch aufstehen, oh weiser und gnädiger Doktor?" DarkAngels Stimme triefte vor Sarkasmus.
"Sie müssen unbedingt liegen bleiben, oh todkranke Patientin." erwiderte Janet mit genau soviel Sarkasmus und einem breiten Grinsen. "Nein, im Ernst, Sie können natürlich aufstehen und auch hingehen, wo Sie wollen. Wichtig ist halt nur, dass sie Morgens und Abends hierher kommen, um sich die Spritze abzuholen. Ich rate Ihnen nur, sich nicht zu überanstrengen. Wie ich bereits erklärt habe, kann das Medikament zu Müdigkeit und Schwindel führen. Es wäre vielleicht auch gut, wenn Sie keine großen Ausflüge alleine unternehmen. Aber ich kann Ihnen da nur Ratschläge geben. Solange Sie sich gut fühlen, können Sie tun, was Sie wollen."
Alia beobachtete die Beiden schmunzelnd. Fraiser waren solche Men ... ähm ... Personen wie DarkAngel anscheinend nicht neu. Sie schaffte es sehr gut der Antikerin Paroli zu bieten, was Alia beeindruckte.
DarkAngel konnte sich gerade noch zurückhalten, Janet die Zunge herauszustrecken. "Danke, zu gütig von Dir, Frau Doktor.", entgegnete DarkAngel und stand auf, während sie sich den schmerzenden Arm rieb. Anscheinend konnte sie auch Schmerzen nicht mehr so leicht unterdrücken. Seltsam ... Sie schaute Alia erwartungsvoll an, wie um zu sagen: und was machen wir nun? Mir ist schon jetzt stinklangweilig.
"So, ich muss mich jetzt noch um ein paar andere Patienten kümmern. Wir sehen uns." verabschiedete sich Janet von Alia und DarkAngel. Sie ging dann noch an Ryans Bett vorbei. "Sie, Colonel, ruhen sich bitte etwas aus. Dann lasse ich Sie vielleicht auch etwas früher gehen." Janet lächelte Ryan zu, dann drehte sie sich um und verschwand hinter einem Vorhang, der sich um ein Krankenbett am anderen Ende des Raumes zog.
Als sich Janet entfernt hatte sah Alia DarkAngels fordernden Blick und überlegte, was sie jetzt mit ihr anstellen sollte. "Komm, ich zeig Dir jetzt erst einmal Dein Zimmer für die nächsten Tage!" Bevor die beiden Frauen die Krankenstation verließen, verabschiedete sich Alia noch von Ryan. "Machs gut Ryan! Und lass die Schwestern zufrieden, sonst verrat ich alles Julie!" Sie zwinkerte ihm frech zu und ging hinaus.
Freundschaftsbande sind zerbrechlich
Alia betrat zusammen mit DarkAngel eines der Gästequartiere und wandte sich an die Wachsoldatin an der Tür. "Bringen Sie bitte Standard-Kleidung Größe L, sowie Zahnbürste, Becher und alles andere, was Frau morgens so braucht!"
"Verstanden, Ma'am!" Die Soldatin lächelte Alia an, drehte auf dem Absatz und machte sich auf den Weg.
"Das ist leider alles was wir haben. Es ist nicht so luxuriös wie ein Hotel, aber der Zimmerservice reagiert aufs Wort!" sagte Alia schmunzelnd zu der Antikerin.
"Ach, für eine Weile werde ich das schon aushalten", meinte DarkAngel spöttisch.
"Hast du Hunger? Soll ich dir etwas aus der Kantine holen?"
"Ich hab zwar kaum was von diesem tollen Steak gegessen, aber ich bin irgendwie nicht hungrig. Wir können ja später was Essen...", beantwortete DarkAngel Alias Frage. Sie setzte sich aufs Bett und stellte den Rucksack daneben. Für ein paar Minuten breitete sich ein etwas unangenehmes Schweigen aus, während Alia kontrollierte, ob alles in Ordnung war und DarkAngel auf ihre Fingernägel schaute. 'Die muss ich mal wieder schneiden', dachte die sie.
Alia wollte endlich zum sprechen ansetzten, da klopfte es an der Tür und die Soldatin kam mit den bestellten Sachen herein. "Danke Soldat." sagte die Archäologin zu ihr und legte die Sachen auf den Tisch. Diese nickte nur stumm und verließ wieder den Raum.
"Du musst nicht unbedingt den Babysitter für mich spielen, Alia, dafür habe ich schon RD22." <i>sagte DarkAngel und lächelte leicht. Plötzlich erinnerte sich DarkAngel an etwas und griff in ihren Rucksack: "Moment, da fällt mir grad was ein. Du interessierst Dich doch für alte Geschichte ... Ich hab auf diesen Kristall einen großen Teil der Geschichte der Antiker und einige andere wichtige Ereignisse dieser Galaxie heruntergeladen. Das wird Dich sicher einige Jahre beschäftigen. Viel Spaß dabei." DarkAngel legte den Kristall auf den Tisch, setzte sich, etwas unsicher was weiter geschehen würde, wieder auf das Bett und verschränkte die Hände.
Alia nahm den Kristall ganz vorsichtig in die Hand, als wäre er der größte Schatz auf der Welt. - Für sie war er das auch! Sie war sprachlos, doch in ihren Augen konnte man ein Funkeln wie bei einem Kind zu Weihnachten sehen. Am liebsten wäre sie DarkAngel um den Hals gefallen. Das würde jedoch ihre coole Fassade zu sehr ins Schwanken bringen. "Ähm ... wow! ... Danke! Und da ist wirklich das drauf was du gerade gesagt hast?" Die Archäologin war perplex. DarkAngel nickte nur, worauf Alia ein unheimlich freudiges Grinsen aufsetzte und vom Bett aufsprang, um schnell sprechend durch den Raum zu tigern. "Oh Mann! ... Das ist einfach der Hammer! Das wird die Ergebnisse unserer Jahrhunderte langen Forschung in null Komma nix voran treiben ... Ohohoh, wer weiß, was das für unsere Zukunft heißt!" <i>Sie hielt plötzlich inne und sah skeptisch zu Darky "OK! ...Wo ist der Haken, DarkAngel?"
DarkAngel schaute belustigt zu, wie sich Alia wie ein kleines Kind über den Kristall freute. Dann verdunkelte sich allerdings ihr Gesicht. "Einen Haken? Warum muss bei euch Menschen alles einen Haken haben? Vertraut ihr euch gegenseitig so wenig? Seid ihr immer nur so sehr auf euren eigenen Vorteil bedacht, dass ihr nichts verschenkt, ohne einen Hintergedanken zu haben oder Bedingungen an die Geschenke zu knüpfen?"
DarkAngel stand verärgert auf. Diesmal war sie es, die durch den Raum tigerte und sich nicht unterbrechen ließ. "Wenn Du mir nicht traust, dann kannst Du den Kristall gerne zerbrechen. Tu Dir keinen Zwang an. Aber lass Dir eines gesagt sein: Das war ein Geschenk an Dich, nicht an Deine geliebte Menschheit ... Warum? Keine Ahnung. Vielleicht, weil es mir leid tut, was ich Dir angetan habe oder auch weil ich Dich gern hab. Ist doch egal. Da es sich nicht um Technologie handelt, kann ich es Dir, ohne gegen die Regeln meines Volkes zu verstoßen, schenken."
DarkAngel hatte sich richtig in Rage geredet. Ihre schon immer sehr knappe Geduld hatte durch die Strapazen der letzten Stunden sehr gelitten und sie wollte eigentlich nur noch nach Hause. "Kein Wunder, dass die Menschheit so rückständig ist, da scheint die Dummheit in den Genen zu liegen..."
Während die Antikerin so daherschimpfte, sah ihr Alia einfach nur zu und schüttelte manchmal ungläubig den Kopf. Sie wollte ab und zu etwas erwidern, kam aber nicht dazu, weil Darky voll in Rage war. Sie legte den Kristall zurück auf den Nachttisch und hörte weiter zu. Der letzte Satz der Antikerin traf Alia tief. "Ähm..." die Archäologin räusperte sich kurz und sagte mit ruhiger Stimme, die aber verriet, dass sie verletzt war "... ich lass dich jetzt besser alleine." Sie drehte sich zur Tür um. "Wenn du was brauchst, die Soldatin wird vor der Tür bleiben ... Machs gut!" Alia verließ ohne ein weiteres Wort abzuwarten den Raum in Richtung ihres Büros.
DarkAngel warf sich - immer noch wütend - auf das Bett. 'Wer nicht will, der hat schon', dachte sie bei sich. Einige Minuten vergingen und es begannen sich Schuldgefühle in ihre Gedanken einzuschleichen. DarkAngel versuchte sie zu verdrängen, doch es war sinnlos. Sie begann sich immer wieder dieselbe Frage stellen: War sie zu weit gegangen? Und jedes Mal kam sie zu der gleichen Antwort. DarkAngel musste sich eingestehen, dass sie sich nicht nur bei Alia entschuldigen musste, sondern dass sie sich sogar entschuldigen wollte! (Was nicht sehr häufig bei ihr vorkam). Seufzend stand DarkAngel auf, schnappte sich den Kristall und verließ den Raum auf der Suche nach Alia.
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Nach einigem Suchen hatte DarkAngel endlich das Büro gefunden, in der sie die Archäologin vermutete. Sie öffnete etwas zögerlich die Tür und trat ein. Alia hob einen Moment den Kopf. "Was willst Du?" sagte sie in einem neutralen Ton, aus dem man trotzdem noch ihre Verletztheit heraushören konnte und widmete sich wieder den Faxen.
DarkAngel spielte unwillkürlich mit dem Kristall herum. "Alia..." Die Archäologin reagierte nicht. 'Reiß Dich zusammen' dachte DarkAngel und setzte erneut leise zum sprechen an: "Alia", wiederholte sie, "es tut mir leid. Das war nicht fair ... Ich hab es nicht so gemeint, bitte glaub mir..." Einen endlosen Moment war es totenstill in dem Büro. Als Alia keinerlei Reaktion zeigte, nickte DarkAngel geschlagen. "OK, verstehe". Die Antikerin legte den Kristall ohne ein weiteres Wort auf den Tisch, drehte sich wieder zur Tür und legte die Hand auf die Klinke...
Alia sah wieder auf und meinte mit ruhiger und diesmal freundlicherer Stimme: "Warte!"
DarkAngel drehte sich um und sah Alia an.
"Mir tut es auch leid. Ich hätte nicht zweifeln sollen! Die letzten Tage waren nicht einfach für uns zwei, aber wie ich dir schon einmal sagte: Du brauchst Dir keine Vorwürfe machen, weil ich diese 'Vision' von Brandons Vater hatte. DU kannst nichts dafür! Ich hoffe für dich, dass Du Dein Volk wieder siehst und wir werden alles daran setzten, Deine Krankheit zu bessern! Du musst uns nur ein bisschen Vertrauen!" Sie sah nun auf den Kristall und dann wieder lächelnd zu DarkAngel. "Und danke nochmal für den Kristall. Ich weiß dieses Geschenk wirklich zu schätzen."
DarkAngel nickte Alia nochmals wissend lächelnd zu und verließ dann den Raum. Sie war ziemlich müde und ging daher in ihr Quartier um sich schlafen zu legen.
Die nächsten drei Tage verliefen eigentlich so ziemlich gleich: DarkAngel stand relativ spät auf und holte sich etwas widerwillig in der Krankenstation ihre Spritze ab. Nach einem kleinen Frühstück besuchte sie Alia in ihrem Büro, die natürlich schon seit Stunden den Inhalt des Kristalls studierte. Den Rest des Tages diskutierte sie mit Alia die verschiedenen geschichtlichen Ereignisse. Dabei machten sie oft Spaziergänge in der Umgebung und unterbrachen nur für das Mittagessen. Abends holte sich DarkAngel eine weitere Spritze ab und dann führte Alia die Antikerin in einige der seltsamen Gebräuche der Menschen ein. Dabei konnte DarkAngel es meistens vermeiden, Ryan über den Weg zu laufen.
Ab in eine ungewisse Zukunft
DarkAngel und Alia kamen gerade von der letzten Injektion zurück. "Gut, dass die Therapie den Zellverfall wenigstens stoppen konnte. Ich hoffe für dich, dass Deine Leute die Schäden an Deinem Körper heilen können." Die Archäologin machte eine kurze Pause, in der bedrückende Stille herrschte. Heute war der Tag, an dem DarkAngel abreisen wollte. Alia trat von einem Bein auf das Andere, sah zu Boden und dann wieder zu Darky, als sie plötzlich und unvermutet bat: "Kannst du nicht noch ein paar Tage bleiben? Der ... der Kristall ist noch gar nicht richtig ausgewertet, das schaffe ich nie ohne Dich und Fraiser hat vielleicht auch eine Möglichkeit, deinen Zellschaden wieder herzustellen. Du müsstest nur der Stammzellen Therapie zustimmen."
Das waren nicht alle Gründe, warum Alia gerne wollte, dass DarkAngel blieb. Sie hatte keinen Menschen, mit dem sie sich so gut verstand wie mit der Antikerin und wenn diese jetzt wegging, wäre Alia wieder alleine. Nicht alleine im Sinne, dass keine Leute um sie wären. Sondern alleine in dem Sinne, dass die Leute um sie herum nur sich selbst im Sinn hatten und nie wirklich merkten, wenn es ihr nicht gut ging, weil sie ein Talent dafür hatte dies zu verbergen. Doch DarkAngel nahm es immer wahr. Alia wusste jedoch genau das Darky zurück nach Hause wollte. Sie fühlte sich nicht wohl hier, das merkte man und das ließ Alia den Abschied auch etwas leichter ertragen. Denn sie hoffte für DarkAngel, dass in ihrem Leben alles wieder in Ordnung kämen würde. Die Archäologin ahnte nicht, dass sich auch ihr Leben bald grundlegend ändern würde...
DarkAngel fühlte sich schon um einiges besser. Die Antikerin war erfreut, dass Alia sie bat, noch länger zu bleiben, aber sie schüttelte trotzdem verneinend den Kopf. "Es tut mir leid, Alia, aber ich MUSS gehen. Der Kristall wird Dir keine Probleme bereiten. Aber wenn ich noch länger bleibe, kann vielleicht nicht mehr rückgängig gemacht werden, was mir der Zellverfall angetan hat. Und seinen wir doch mal ehrlich: ich gehöre nicht wirklich hierher..." DarkAngel lächelte: "Aber wenn Du willst komme ich eines Tages zurück."
"Ja ich verstehe das. Ein Besuch von Dir würde uns sehr freuen!" Alia sah sich kurz um und bemerkte etwas - besser gesagt, sie bemerkte etwas nicht! "DarkAngel? Wo ist eigentlich Ru'Dee?"
"Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung!" antwortete DarkAngel überrascht. "Aber jetzt fällt es mir auch auf, dass ich ihn schon seit Tagen nicht mehr gesehen habe." Sie zuckte mit den Schultern. "Nicht dass ich ihn wirklich vermisst hätte, aber vielleicht sollten wir ihn ja mal suchen."
"Hallo!" Mit einem fröhlichen Grinsen betrat Ryan mit Ru'Dee im Schlepptau das Quartier. "Na wie geht's meiner Lieblingsantikerin Darky? Hast du mich vermisst?" Colonel Alexis grinste bis über beide Ohren und warf sich schwungvoll auf das Bett neben ihr.
"Ah, da ist er ja, wie praktisch, dann brauch ich ja nicht suchen", kommentierte DarkAngel das punktgenaue Erscheinen von RD22. Als sich Ryan auf ihr Bett schmiss, grinste sie herausfordernd zurück und antwortete: "Aber immer doch, du bist doch meine bevorzugte Zielscheibe! Ohne Dich kann ich mir doch mein Leben gar nicht mehr vorstellen."
Ryan feixte selbstgefällig und meinte dann total ernst: "Hach, weißt du was? Vor ein paar Tagen hatte mein Leben noch keinen Sinn, aber jetzt hab ich einen neuen Lebensinhalt: Dich ärgern." Er schmunzelte und verschränkte die Arme hinter dem Kopf.
Alia suchte seit Ryan den Raum betreten hatte nach einer Chance zu Wort zu kommen. DarkAngel wollte sich gerade für einen Gegenangriff sammeln, da ergriff die Archäologin die Gelegenheit und klatschte laut in die Hände: "Hey Ru'Dee, schön dich wieder zu sehen! - Nachdem wir uns jetzt gegenseitig so schön gesagt haben, wie sehr wir uns mögen und lieben, sollten wir uns vielleicht auf den Weg zum Stargate machen. DarkAngels Abreise soll in 4 Minuten stattfinden. Also... ? Bitte nach euch!" Alia deutete zur Tür. Sie hoffte, dass sich die Beiden bis sie am Stargate waren am leben ließen.
"Sie reist schon ab? Wie schade...", meinte Ryan und dieses Mal klang es wirklich ehrlich. Er stand auf und ging auf Alia und DarkAngel zu. "Tja, aber du kommst uns doch sicher besuchen oder? Sonst hab ich ja niemanden mehr zum ärgern..."
DarkAngel nickte ein wenig traurig. "Ja, ich muss leider wirklich gehen. Aber ich habe Alia schon versprochen, dass ich zurückkehren werde. Kannst Deinen Hintern ja schon mal drauf einstellen." sagte sie augenzwinkernd und verließ dann das Quartier in Richtung Stargate.
Ryans Gesicht hellte sich wieder ein wenig auf. Auch wenn er es niemals zugeben würde, hatte er DarkAngel doch ins Herz geschlossen. Aber das musste ja niemand wissen. "Mein Hintern freut sich jetzt schon auf ein Wiedersehen." rief er ironisch hinterher.
Alia sah zwischen den Beiden hin und her und schüttelte nur den Kopf. "Oh Gott ... ich muss raus hier!" Sie drängte sich vor Ryan durch die Tür und folgte DarkAngel.
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Ryan Alexis, Alia Elliot, Ru'Dee und DarkAngel betraten den Stargate-Raum. Da die Antikerin ganz intuitiv jeden gewünschten Planeten anwählen konnte, musste der Anwahlcomputer nicht benutzt werden. Langsam näherte sich DarkAngel dem Stargate und blieb kurz vor der Rampe stehen.
Plötzlich ging der Alarm los und aus den Lautsprechern schallte es: "Unplanmäßige Aktivierung von Außen! Iris wird geschlossen! Security Teams 1 und 2 in den Stargateraum!" Wie auf Kommando versammelten sich mehrere Soldaten um die Rampe und zielten auf das Stargate.
Ryan war über die unplanmäßige Aktivierung des Stargates genauso überrascht wie der Rest. Er nahm von einem der bewaffneten Soldaten eine P90 entgegen, um nicht völlig ohne Schutz dazustehen. RuDee, DarkAngel und Alia begaben sich hinter die Soldaten in Deckung und warteten ab, was weiter geschah.
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"AURON!!! Auron Verdammt! Seit drei gottlosen und verfluchten Tagen treibst du uns von Planet zu Planet. Ohne einmal eine Pause oder eine Rast zu machen. Selbst ein Antiker braucht ab und zu eine kleine Rast. Doch du bist wie eine durchgedrehte Kampfmaschine. Auron du ... du hasst gerade drei Duzend Jaffa regelrecht hingerichtet, weil sie deine Suche beleidigt haben. Verdammt Auron, du machst mir Angst. Bitte sag uns doch nur eines: Wieso?! Wieso das alles?" In Tidus zittriger Stimme lag Angst. Angst und Verzweiflung.
Auron blickte auf Tidus und Wakka. Sie sahen total kaputt und erschöpft aus. Doch er konnte jetzt, jetzt, wo sein Ziel so nah war, nicht aufhören. Nein, er konnte auf die Beiden keine Rücksicht nehmen. "Wisst ihr beide was es bedeutet zu lieben? Kennt ihr die Ausmaße einer Liebe? Wisst ihr wie das ist, wenn man seine Liebe seit tausend Jahre sucht? Seit mehr als tausend Jahren! Verlangt von mir nicht, dass ich so kurz vor dem Ziel stehen bleibe, nur weil ihr ne Pause braucht." In Aurons Stimme war große Trauer zu hören. Trauer und Einsamkeit.
Wakka sah Auron an und antwortete: "Du hast recht Auron, wir müssen weiter. Selbst ich spüre sie jetzt. Sie muss ganz in der Nähe sein. Ich werde dich begleiten Auron, wohin dich dein Weg auch führt."
"Ich natürlich auch!" warf Tidus ein.
"Mehr wollte ich ja gar nicht wissen. Lasst uns gehen."
Sie stellten sich vor das Sternentor und Auron aktivierte es. Das Tor öffnete sich und mit Hilfe des Wurmlochs erreichten sie den nächsten Planeten. Doch was war das? Eine Wand aus Titan? Wie ein Messer, das durch weiche Butter schneidet, drangen die drei Antiker hindurch. Vor ihnen standen etwa zwei Duzend bewaffnete Tau'ri. Auron blickte zu Tidus und der sprang los. Wie ein Blitz bewegte er sich auf die Tau'ri zu, entwaffnete sie und stellte sich dann wieder neben Auron. Er hatte alle Waffen bis auf eine weggeworfen. Er schaute auf diese und richtete sie auf einen Tau'ri.<(i> "Primitiv, aber dennoch interessant. Mal sehen, wie sie funktioniert."
"Halt!" <i>rief Auron und warf ihm einen bösen Blick zu.
"Ach komm Auron, lass mir doch den Spaß. Du hattest grade drei duzende Jaffa und ich darf nicht mal mit meinem neuen Spielzeug spielen?"
"Ruhe, sagte i..." Plötzlich verschlug es Auron die Sprache. Da war sie. Sie stand wirklich da, gleich hinter den Tau'ri. Er traute seinen Augen nicht und fragte sehr zögerlich: "Bist du es DarkAngel?"
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Ziemlich verblüfft starrte Ryan auf das Tor, als drei Gestalten ohne Probleme durch die Iris gingen und sich vor ihnen aufbauten. Die Soldaten hatten sie genau im Visier und jeder hätte die Fremden mit einem gezielten Schuss töten können. "Wer seid ihr und was wollt ihr hier?" wollte Colonel Alexis wissen, doch noch bevor er den Satz beendet hatte, war seine Waffe verschwunden. "Was zur Hölle?!" Ryan sah auf seine leeren Hände und dann wütend zu den drei Gestalten.
"Du kennst diesen Typen?" fragte Alia überrascht, als einer der drei Eindringlinge DarkAngel direkt ansprach.
DarkAngel war über die unplanmäßige Aktivierung des Stargates eher genervt und dieser laute Alarm machte sie fast wahnsinnig. Doch plötzlich war alles vergessen. Ihr Geliebter stand nur wenige Meter von ihr entfernt! "Auron?" flüsterte sie. "Oh Auron, bist Du es wirklich?" Sie ging erst langsam und dann immer schneller auf ihn zu, bis sie direkt vor ihm stand.
"Ich habe Dich so sehr vermisst, DarkAngel." antwortete Auron leise. Er konnte kaum glauben, dass er sie endlich gefunden hatte. Zögernd hob er die Hand und berührte sie an der Wange. DarkAngel schloss für einen Moment die Augen und genoss den Augenblick. Als sie sie wieder öffnete, sah sie Tränen Aurons Wangen herab kullern. "Ich dachte, ich hätte Dich für immer verloren." fügte er stockend an.
"Oh Geliebter", seufzte DarkAngel und warf sich endgültig in Aurons Arme. Die beiden Antiker vergaßen alles um sich herum und nahmen nur noch den jeweils Anderen war. Im Stargateraum wurde es heller, als die beiden Körper sich in Energie verwandelten. Bald konnte man die Beiden nicht mehr auseinander halten, es war eine einzige reine Energieform.
Alia runzelte die Stirn, als DarkAngel auf den Fremden zuging. Sie erinnerte sich an den Namen den Darky flüsterte und wiederholte leise fragend: "Auron, ist das möglich?" Sie bewegte sich langsam aus ihrer Deckung auf die Beiden zu, blieb aber in sicherem Abstand. Das Licht war ihr doch etwas suspekt.
"Du kennst diesen Typen?" fragte Ryan die Archäologin verwirrt. Er sah wieder zu DarkAngel und Auron. Als das Licht greller wurde, bedeckte er vorsichtshalber mit den Händen seine Augen. "Wow, was für eine Light-Show ... Also Mord im Dunkeln können wir dann wohl vergessen."
Alia entging der Kommentar von Ryan natürlich nicht. Sie drehte sich kurz zu ihm um und schickte ihm einen vernichtenden Blick zu. "Du bist unmöglich!" <i>Dann sah sie wieder auf das Licht vor ihnen und war langsam etwas genervt darüber, dass DarkAngel sie einfach so stehen ließ. "Ähm, ich will ja nur ungern stören ... aber ... DarkAngel?"
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DarkAngel hatte Auron innerhalb weniger Sekunden telepathisch mitgeteilt, was seit ihrer Abreise von Antika passiert war und von ihrer Krankheit erzählt. Sie genossen noch einige Zeit die Gegenwart ihres Liebsten, bemerkten dann aber schließlich die Ungeduld und Irritation der Menschen. Die beiden Antiker wurden wieder körperlich und trennten sich widerstrebend voneinander. DarkAngel nahm Auron an der Hand und ging mit ihm auf Alia zu. "Alia, ich möchte Dir meinen Auron vorstellen. Auron, das ist Alia Elliot und da hinten, die Nervensäge ist Ryan Alexis. Die Menschen haben mir geholfen, den Zellverfall wenigstens zu stoppen."
Alia lächelte die Beiden freudig an und musste auch leicht fies schmunzeln, als DarkAngel Colonel Alexis vorstellte. Sie deutet mit einem Kopfnicken eine kurze Verneigung vor Auron an. "Ach, im Grunde war das Doktor Fraiser, ohne sie sähe die Sache anders aus! Aber ... Es ist mir eine Freude Dich kennen zu lernen Auron. Hab schon viel von Dir gehört." Sie drehte sich zu DarkAngel. "Na wie du siehst, entwickelt sich das Ganze ja doch nicht so schlecht, wie du dachtest."
Auron nickte Alia und Ryan stumm zu.
"Apropos Doktor Fraiser:" DarkAngel zog ein kleines Päckchen aus ihrem Rucksack und überreichte es Alia. "Bitte gib ihr das als Zeichen meiner Dankbarkeit. Es ist nichts hochtechnologisches, aber sie wird es sicher gut gebrauchen können."
Alia nahm das Geschenk für Fraiser entgegen: "Danke! Ich werde es weiter geben und Doc Fraiser wird sich mit Sicherheit darüber sehr freuen!"
Die Antikerin holte einen weiteren Gegenstand aus der Tasche und streckte es ebenfalls Alia hin. Es waren beste kubanische Zigarren, direkt her gezappt aus einem Laden in Kuba. "Auch für Dich habe ich noch etwas, das Dir sicher gefallen wird. Zum Glück bin ich nicht in der Nähe, wenn Du das benutzt." sagte sie augenzwinkernd.
Als Alia die Zigarren sah, musste sie sich sehr zurückhalten, um nicht auszuflippen. "Oh WOW! Das ist der Hammer, DarkAngel! Das sind die besten Zigarren die es gibt, da kommt normal nur die kubanische Mafia dran. Ich danke dir." Sie umarmte DarkAngel freundschaftlich zum Abschied und ging dann wieder etwas in Richtung Ryan davon. Sie drehte sich allerdings nochmal um, damit sie die Antiker beobachten konnte, wenn sie durch den Ereignishorizont schritten.
DarkAngel schmunzelte, als sich Alia so sehr über die Zigarren freute. Sie erwiderte die Umarmung und hatte dabei eine leise Ahnung, dass die Archäologin bald einen weit besseren Grund zur Freude hatte. Doch der Gedanke entglitt ihr ebenso schnell, wie er gekommen war. DarkAngel wandte sich an Ryan und grinste fies. "Ach ja, für Dich hab ich ja auch noch was, sonst fühlt der arme Ray sich so ausgeschlossen." Sie warf ihm einen Gegenstand zu, den Alia nicht erkennen konnte und den er mühelos auffangen konnte. "Wird Dir sicher gefallen, heheheee."
DarkAngel drehte sich zu Auron. "Wollen wir?" Dieser nickte und ging mit ihr auf das Stargate zu. Kurz davor blieben sie stehen. Auron erzeugte ein Wurmloch und DarkAngel drehte sich ein letztes Mal zu den Menschen. Sie schaute einen Moment zu Ryan und Alia, die sich nebeneinander gestellt hatten. Irgendwie brachte sie kein Wort heraus und daher nickte sie den Beiden nur noch stumm zu, drehte sich dann energisch zum Tor um und verließ die Erde mit Auron, RD22 und den anderen beiden Antikern durch das Sternentor in eine ungewisse Zukunft...
Epilog
Alia sah den Beiden nach und meinte in Gedanken versunken: "Macht's gut!" Sie freute sich für DarkAngel, doch war sie auch etwas neidisch. DarkAngel konnte ihren Liebsten wieder in die Arme schließen, für sie war das niemals mehr möglich. Die Archäologin riss sich selbst aus ihren Gedanken und sah zu Ryan. "Na? Was hast du bekommen?"
"Ich habe keine Ahnung." antwortete Ryan skeptisch und betrachtete den Gegenstand. "Ist alles okay mit dir?" Ryan sah Alia ernst an. Sie wusste doch, dass er immer für sie da war. "Hast du Lust, einen Kaffee mit mir zu trinken? Dann finde ich vielleicht auch heraus, was das hier ist." Er lächelte ihr aufmunternd zu.
Alia zögerte und sah auf die Zigarrenschachtel in ihren Händen und dann wieder zu Ryan. Dies wiederholte sie einige Male. Sie wusste, dass die besten Zigarren der Welt warten müssten, wenn sie jetzt mit Ryan in die Kantine ging. Doch schließlich steckte sie die Zigarren grinsend in die Hosentaschen. "Kaffee?? Immer doch!" Sie bewegte sich in Richtung Ausgang und fügte an: "Ich wette, irgendwann wird das Teil aktiv und versetzt Dir einen Stromschlag in den Hintern!"
"Ja, damit könntest du sogar Recht haben!" Ryan grinste und sah ihr andererseits ein wenig traurig nach. "Weißt du eigentlich, dass du immer ausweichst, wenn dich jemand nach deinem Befinden befragt?"
THE END
Und falls ihr euch fragt, was mit Ru'Dee in den letzten Tagen passiert ist: Der schusselige Doktor Felger hat ihn in die Finger bekommen und auseinander genommen. Aber das ist eine andere Geschichte...
Weiterführende Links:
- Legende: Das Geheimnis um das neunte Chevron - Eine obskure Legende der Furlinger.
- Kampagne: Odins Auge 2 - Volute - Fortsetzung der Geschichte um DarkAngel und das SGC.
Zusammengestellt von Sigi.
