Geschichte: Perfect Opening Line
Aus Stargate Rollenspiel - Wiki
Diese Geschichte fand Mitte Februar des Jahres 2010 statt auf der Erde.
Inhaltsverzeichnis |
Aufgetretene Personen
- Daniel Jackson - Spielerin Paris
- Ross Shepherd - Spieler Basti
- Timothy Welling - Spieler Basti und Paris
Zusammenfassung
Perfect Opening Line
Memoria
Tagebucheintrag General Ross Shepherd, 15. Februar 2010
In der gesamten Geschichte der Menschheit gab es keine Militärmacht, die der unseren gleich kam. Die Schlacht, die wir nicht gewinnen können, der Krieg, der durch uns nicht entschieden wird, würde auch von niemandem sonst an unserer Stelle entschieden werden. Irak, Bosnien, Afghanistan, wieder Irak. Was irgendwo auf der Welt passiert, spielt auch für uns eine Rolle. Jedes Spiel das wir verpassen, ist ein verlorenes Spiel. Jedes Spiel an dem wir teilnehmen, wird zum Heimspiel. Die Kunst der modernen Kriegsführung macht unser Militär zum Platzhirsch auf jedem Kontinent. Ihre Wüste wird zu unserer Wüste, ihr Dschungel wird zu unserem Dschungel. Wir haben die Technik, und wir haben das Personal. Ein Ranger wird mit einer alten Winchester zum tödlichen Sniper, ein unterqualifizierter Rekrut aus dem Nahen-Osten bleibt auch mit einer M4A1 ein unterqualifizierter Rekrut.
Der Kalte Krieg war zu Ende, lang lebte der Krieg gegen den Terror. Und lang lebe unser neuer Krieg, mein neuer Krieg.
Gestern waren wir die mächtigste Militärmacht der Geschichte, gestern war jeder Kampf unser Kampf. In einem Tag kann sich viel ändern und viele Tatsachen können sich wandeln. Wäre vor einer Woche ein Air Force General namens O'Donald nicht im Dienst einem Attentat zum Opfer gefallen, hätten die Joint Chiefs niemals meine Weltanschauung auf den Kopf gestellt. Akten, Bildmaterial, Videos, ein Major Davis als Augenzeuge, und ich glaubte den Versicherungen des Chief of Staff of the Army trotzdem kein Wort.
Nun bin ich hier, umgeben von ein paar Fliegerassen, und auf jeden einzelnen unserer Soldaten in dieser Basis, jedem Stützpunkt des Landes, in Übersee und jeden einzelnen Kämpfer unserer Verbündeten kommen hunderttausend Kämpfer, die Teilweise im Krieg ausgebildet wurden bevor der erste Flaum ihre Oberlippen zierte. Die schiere Masse des Feindes ist überwältigend, sein technischer Vorsprung erdrückend. Der Gegner kontrolliert Ressourcen mit denen wir nicht ansatzweise mithalten können, und eine einzige seiner Waffen reicht aus, um unsere Zivilisation in die Steinzeit zurück zu bomben.
Dies ist eine Zeit für Helden. Eine Zeit für Legenden. Geschichte wird von den Siegern geschrieben. Es ist Zeit an die Arbeit zu gehen.
Tagebucheintrag General Ross Shepherd, 16. Februar 2010
Durch die Sprache des Feindes kann man verstehen lernen, wie er denkt. Ich hatte nie die beste Ader für Sprachen, etwas Russisch hier während des Kalten Krieges, ein paar Brocken Vietnamesisch dort. Aber ich war mir immer bewusst wie wichtig es war, einen Dolmetscher an meiner Seite zu haben. Ob ich mit den Rangern ein vietnamesisches Dorf betrat oder im Irak in einer Sieldung war - Entscheidend war in fremden Gefilden immer, jemanden in der Einheit zu haben, der die Sprache des Gegners oder auch der jeweiligen Zivilbevölkerung konnte.
Goa'uld, alles was die Bilder der Sprachzeichen in den Akten für mich sind, sind Hieroglyphen. Ich habe die Beschreibungen überflogen, zu mehr blieb mir bisher keine Zeit. Anscheinend war Goa'uld die Basis für die ägyptischen Zeichen, auch wenn diese später kaum noch etwas gemeinsam hatten. In Ausdruck und den Begriffen ist Goa'uld anscheinend eine Mischung aus Verschiedenstem, als hätte diese Spezies mit ihrer gleichnamigen Sprache andere Sprachen begründet, und als sich diese wiederum über Jahrtausende weiterentwickelten, kamen die Goa'uld zurück und stahlen daraus, was sie brauchen konnten. Mittlerweile soll es dutzende Dialekte geben, und die Goa'uld kennen durch ihr genetisches Gedächtnis zumeist den Großteil davon.
Entsprechend mischt sich die Sprache und spiegelt ihr Wesen wieder: Sie stehlen sich zusammen, was sie brauchen und übernehmen es.
Um die Goa'uld zu bekämpfen ist es unerlässlich ihre Denkweise zu verstehen. Die Akten sprechen von Arroganz und Selbstüberschätzung, gleichzeitig von höchster Intelligenz und Brillianz im Krieg. Seit mehreren zehntausend Jahren sind diese so genannten Systemlords unbesiegt und wie mir die Joint Chiefs versicherten, ruhen die Augen dieser Aliens nun besonders auf der Erde.
Immer mehr scheint mir, dass wir keine andere Wahl haben, als das Spiel dieser Außerirdischen mit zu spielen.
Wie denkt ein Gegner, der mit dem genetischen Wissen von Äonen geboren wurde und selbst die Erfahrung von Jahrtausenden besitzt?
Neuer Anfang
Der zweite Tag von Shepherds Kommandoübernahme erforderte den üblichen Schritt, den diese Art von Wechsel mit sich brachten. Erstens: Er musste sich mit der neuen, veränderten Lage auseinandersetzen und bekannt machen. Zweitens: Er musste seinen eigenen Stab formen.
Um beides einzuleiten hatte er Timothy Welling zu sich gerufen. Der Major war der alte Ajeutant des ehemaligen Kommandeurs O'Donald. Der Air Force Offizier hatte sich immer vorbildlich gezeigt und General O'Donald ausgezeichnete Dienste geleistet, doch für Shepherd war es wichtig, seinen eigenen Stab zu wählen, aus Männern, die er kannte und auf die er sich verlassen konnte. Entsprechend sorgte er für Wellings Versetzung, auf die humanste Art, die das Militär zur Verfügung stellte. Shepherd sorgte für Wellings Fall nach oben.
"Herein", sagte Ross in einem schnittigen Ton. Der Lieutenant General saß auf dem bequemen Sessel, den solange der fähige General Sean O'Donald besetzt hatte. Die Tür ging auf und Major Welling trat ein. Er salutierte vor Shepherd.
"Sir, Sie ließen nach mir rufen?"
"Ja Major. Ich habe zwei Aufgaben für Sie: Lassen Sie Doktor Jackson in mein Büro rufen, und hier", der General reichte Welling einige Papiere, "sind Ihre Marschbefehle."
Welling sah Shepherd irritiert an, zögerte erst und griff dann nach den Papieren. "Sir, ich verstehe nicht recht?"
Ross lächelte leicht, verfiel jedoch schnell in seine eiserne Mine zurück. Er war sich bewusst, dass der Soldat vor ihm das schlimmste annahm. Wer neue Marschbefehle erhielt, dachte oft an das Klischee einer Versetzung zu einem Stützpunkt irgendwo in Alaska.
"Diese Marschbefehle sind vorerst die letzte Aufgabe, die Sie von mir direkt erhalten werden Major. Sie haben diesem Projekt ausgezeichnete Dienste geleistet. Fortan werden Sie ihre eigene Abteilung leiten unter General Vidrine... zur Aufsicht der Produktion und Weiterentwicklung der BC-304."
Der Major nickte. Ein gewisses Bedauern konnte er nicht verbergen, er war gerne Teil des Stargate Centers und hatte vor gehabt dem neuen General genauso gute Dienste zu leisten wie O'Donald, doch andererseits musste sich Welling eingestehen, dass er die Chance ein eigenes, wenn auch zweifelsohne kleines, Kommando zu haben, einen großen Charme hatte.
Der Major salutierte, wandte sich zackig um und verließ das Büro. Er ließ die Türe leise uns Schloss einrasten und machte sich daran, Daniel Jackson zu suchen. Wahrscheinlich war er in seinem Büro oder seinem Quartier.
Während der General auf Daniel Jackson wartete, griff er nach seinem roten Telefon, klemmte sich den Hörer zwischen Ohr und linke Schulter und aktivierte dann seinen PDA, der vor ihm auf dem Schreibtisch lag. Er suchte sich eine Telefonnummer heraus. Anschließend huschten seine Finger schnell über die Tasten des roten Geräts.
Shepherd wartete kurz ab, bis sich auf der anderen Seite jemand meldete.
"Peter?" Fragte der Kommandeur. "Ja, mir geht es gut. Ich hoffe Sie haben es sich in West Point nicht zu gemütlich gemacht ... Ich habe eine neue Aufgabe für Sie, Peter ... Ja, es dürfte wieder spannend werden ... Ich werde Ihnen alles wichtige persönlich sagen, sehen Sie zu, dass Sie mit dem nächst möglichen Transport nach Colorado Springs kommen ... Nein, weder mit Afghanistan, noch Irak ... Damit hat das auch nichts zu tun ... Major, sehen Sie einfach zu, dass Sie schnell zum Cheyenne Mountain gelangen ... Oh ja, bei den Flieger-Boys ... Ihr Kommandeur hat bereits seine Instruktionen ... Guten Flug ... Danke, Ihnen auch Peter."
Nach diesem kurzen Gespräch legte Shepherd den Hörer wieder zurück auf das Telefon.
Tatsächlich trieb Major Welling Daniel in seinem Büro auf. Der Archäologe hatte sich dort allerdings noch nicht lange aufgehalten, sondern war gerade von einer kleinen Besprechung mit Doktor Friederson aus der biologischen Abteilung dorthin zurückgekehrt. Sie hatten einige Zeit damit zu gehabt, das Alter und die Art des Bewuchses auf einem außerirdischen Artefakt zu bestimmen, und das nur anhand von Fotos und einigen Proben, denn das Artefakt selbst war bereits nach Area 51 gebracht worden. Sie hatten ihre Arbeit noch nicht abgeschlossen, waren aber heute doch ein deutliches Stück weiter gekommen. Daniel wollte sich jetzt wieder einer Übersetzung widmen, die er unbedingt fertig bekommen wollte.
Doch damit sollte er nicht weit kommen, Daniel blickte auf, als er feststellte, dass jemand in seiner, wie immer, offenen Türe stand. Er erkannte Major Welling und fragte sich natürlich sofort, ob er irgendeinen Termin verpasst hatte, aber selbst dann wäre es ungewöhnlich, wenn Welling persönlich bei ihm vorbei schaute. "General Shepherd erwartet Sie in seinem Büro, Doktor Jackson", teilte der Major ihm in seiner üblichen knappen Form mit. Daniel nickte, wenn auch leicht überrascht: "In Ordnung. Danke Major." Natürlich fragte sich Daniel, warum der neue Befehlshaber des Stargate Programms ihn sehen wollte, und doch war er auch gespannt, wie der Umgang des Neuen mit Zivilisten wohl sein würde. Daniel hatte in seiner Zeit hier diesbezüglich schon einiges erlebt, ihn konnte wohl so schnell nichts überraschen. Noch hatte er die Ereignisse um General O'Donald nicht so ganz verdaut, er war gut ausgekommen mit dem bisherigen Kommandanten, hatte ihn auch menschlich sehr geschätzt, daher schockierte Daniel, was O'Donald zugestoßen war.
Noch in seine Gedanken versunken verließ er sein Büro und machte sich auf dem Weg zum Büro des Generals. Er klopfte an die geschlossene Türe und öffnete diese auf die Aufforderung hin, trat in den Türrahmen: "General, Sie haben mich rufen lassen?"
Shepherd nickte Daniel beim Eintreten zu. "Doktor Jackson, gut, dass Sie so schnell gekommen sind", sagte der General. "Setzen Sie sich bitte."
Shepherd wartete, bis der Wissenschaftler ihm gegenüber Platz genommen hatte. Wenn er von jemandem etwas über die Psyche der Goa'uld lernen konnte, dann von dem, der als erster moderner Mensch dem Goa'uld Ra begegnete, die Sprache des Feindes sprach und einige Zeit auf einem fremden Planeten gelebt hatte.
"Ich brauche Ihre Expertise um die Systemlords einschätzen zu können. Der Präsident hat mir diese Position gegeben, weil ich Erfahrung gesammelt habe in den neuesten Kriegen der USA. Aber Goa'uld scheinen mir sehr viel anders zu sein als Saddams Garde oder Taliban in afghanischen Bergen", begann Shepherd. "Erzählen Sie mit von den Goa'uld. Ihre Charaktereigenschaften, wie sie denken und planen."
Daniel war sich noch nicht sicher, wie er General Shepherd einschätzen konnte, schließlich hatte er ihn bisher allenfalls mal im Vorbeigehen gesehen, aber noch nicht die Gelegenheit gehabt, ein Gespräch mit ihm zu führen. Denn der Wissenschaftler war durchaus interessiert daran, herauszufinden, wie der neue Kommandant mit Zivilisten umgehen würde. Er selbst hatte da weniger Sorgen für sich, er hielt sich durchaus für anpassungsfähig, aber interessant war es trotzdem, mehr zu erfahren.
"Danke", erwiderte Daniel, betrat das Büro, schloss die Türe hinter sich und steuerte einen der Stühle vor dem Schreibtisch des Generals an, wo er Platz nahm. Nun, die Informationen, die Shepherd von ihm haben wollte, auf diesem Gebiet fühlte Daniel sich in seinem Element. Er überlegte einen Moment, um seine Gedanken zu sortieren und versuchte, die Frage zu beantworten, ohne allzu weit auszuschweifen: "Nun, es gibt durchaus Gemeinsamkeiten zwischen den Tyrannen auf dieser Welt und den Systemlords. Gemeinsam dürfte ihnen die Gier nach Macht und eine gewisse Gewissenlosigkeit sein, wobei gegen einige Systemlords die Diktatoren auf der Erde doch eher zahm wirken, denn Skrupel kennen die Goa'uld in der Regel nicht, sie opfern auch ohne Probleme ihre eigenen Jaffa, wenn es ihnen von Nutzen ist. Die meisten Goa'uld treten sehr arrogant und von sich selbst überzeugt auf. Diese Haltung hat sich über Jahrhunderte hinweg entwickelt, wird an neue Goa'uld über das genetische Gedächtnis weitergegeben. Es gab immer wenige, die sich den Goa'uld entgegen gestellt haben, und noch weniger, die tatsächlich etwas bewirken konnte, Siege gegen sie erringen konnten, das lässt die Goa'uld natürlich sehr überzeugt von sich sein. Einem Goa'uld kann man nicht trauen, er wird immer auf seinen eigenen Vorteil bedacht sein, wenn sie Bündnisse oder gar Koalitionen untereinander oder mit anderen gehen, stehen die meisten auf wackeligen Füssen und die Bedingungen werden nur so lange eingehalten, wie man die Partner braucht. Darauf muss man jederzeit vorbereitet sein."
"Ja, in den Zusammenfassungen mancher Berichten habe ich gelesen, dass diese Einrichtung bereits einige Male auch mit diesen Wesen arbeitete", antwortete Shepherd und fügte hinzu: "Nicht immer zu unserem Besten anscheinend."
General Shepherd hatte mit der HECU eine schlagkräftige Kampftruppe hinter sich. Dass ein Army-General mittlerweile das Programm leitete, zudem ein Mitglied des 75th Ranger Regiment, war kein Zufall. Shepherd kannte sich ausgezeichnet mit den Deltas aus, die den Großteil der HECU bildeten. Nachdem die Menschen seit Ende 2007 zwei Mutterschiffe gegen die Goa'uld verloren hatten, der Präsident beinahe durch einen der Parasiten getötet worden wäre oder sich ganze Sekten von Goa'uld-Anhängern auf der Erde tummelten, hatte ein gewisses Umdenken in der Regierung und dem Generalsstab des Präsidenten stattgefunden.
Niemand wollte die Forschung als wichtiges Standbein des Centers für obsolet erklären, doch der Präsident hatte gefordert, alle nötigen Schritte in die Wege zu leiten, um das SGC in die Lage zu versetzen, die Erde zu verteidigen.
"Doktor Jackson, ich bin hier, weil der Präsident der Ansicht ist, dass keine Form der Diplomatie mit den Goa'uld zu etwas führen wird. Die Joint Chiefs haben ihn davon überzeugt, dass es gegen die Systemlords nur einen militärischen Sieg geben kann", erklärte Shepherd und blickte dem Wissenschaftler direkt in die Augen. Der General wirkte weder freundlich noch abweisend, sein Blick war streng, ohne, dass er dies anscheinend auf Daniel Jackson bezog. Strenge schien eine Grundeigenschaft seines Charakters zu sein.
"Um diese Befehle ausführen zu können, muss ich wissen, wie ich den Goa'uld begegnen soll", fuhr Shepherd fort, "besonders, wie man sie am besten herausfordert. Was weckt den Zorn eines selbsternannten Gottes, der Menschen sonst nur als Insekten betrachtet?"
Das stimmte natürlich schon, immer wenn sie mit den Goa'uld eine eher wackelige Kooperation, mehr war es zwischen der Erde und den Goa'uld wohl nie gewesen, eingegangen waren, hatte sie sich nie sicher sein können, wie lange die auch tatsächlich Bestand haben würde, wann die Goa'uld beginnen würden, sie zu hintergehen. In jedem Fall hatten sie doch immer auf der Hut sein müssen. Daniel registrierte interessiert, dass General Shepherd sich trotz der kurzen Zeit in seiner neuen Aufgabe schon mit Berichten ihrer Missionen vertraut gemacht hatte obwohl er mit Sicherheit sehr viele Neuigkeiten über das Programm verarbeiten musste. Wobei Daniel schon immer die Meinung vertrat, dass es auf die Einstellung jedes einzelnen ankam, wie er ihre Berichte tatsächlich bewertete.
Daniel teilte die Ansicht der obersten Militärs nicht unbedingt vollständig, er war sich nicht sicher, ob es wirklich die richtige Entscheidung war, nicht mehr auf Diplomatie zu setzen, sondern rein eine militärische Lösung zu suchen. Das hatten immerhin früher schon einige andere Völker versucht, allerdings nicht den gewünschten Erfolg gehabt, denn diese Versuche hatten in der Regel eher zu Teilerfolgen geführt, wenn überhaupt etwas möglich gewesen war. Sicherlich, Daniel hatte auch kein Problem, Goa'uld zu töten, wenn es eben nötig war oder kein anderer Weg bestand, und doch setzte er doch immer noch eher auf Diplomatie. Doch seine Meinung diesbezüglich war nicht gefragt, von daher würde er sich auf eine Diskussion dazu auch gar nicht einlassen. Daniel erwiderte schließlich: "Es ist gar nicht so schwer, einen Goa'uld zu reizen. Wie schon erwähnt, sind sie ziemlich arrogant und von sich selbst überzeugt. Wenn man ihnen jetzt entgegen tritt, sie herausfordert, insbesondere dann, wenn sie der Meinung sind, dass der Provokateur ohnehin keine Chance hätte, dann brauchen sie nicht lange, um ihre Stärke demonstrieren zu wollen. Aber General, Sie sollten auch bedenken, dass schon so einige Völker versucht haben, den Goa'uld militärisch entgegen zu treten, aber so richtig treffen konnte sie niemand. Die Asgard könnten es vielleicht, aber deren Politik ist nicht darauf ausgerichtet." Daniel hielt es für seine Pflicht, auch auf diese Risiken hinzuweisen.
"Asgard?" Fragte Shepherd und begann in den Zusammenfassungen zu kramen, die man für ihn vorbereitet hatte. 'Verdammte Informationsflut', dachte der General, 'Es wird Zeit, dass Peter Kingsley hier aufkreuzt.'
Major Kingsley, Peter nannte ihn Shepherd nur unter vier Augen, hatte mit dem General bereits zusammen gearbeitet, als er erst ein Brigadier General war. Kingsley war sein Adjutant in Afghanistan und im Irak gewesen, und Kingsley war ein verdammt guter Soldat. Shepherd war selbst ein Führer, der die Operationen gerne vor Ort verfolgte. Auch im Stargate Commando würde er sich nicht zurückhalten lassen, selbst durch das Gate zu schreiten. Die Joint Chiefs und der Präsident hatten ihn schließlich nicht auf diesen Posten befohlen, weil sie mit seiner bisherigen Vorgehensweise unzufrieden waren. Kingsley war dabei der Mann, der alles konnte. Er gab Shepherds Befehle weiter, sodass sie effizient ihre Ziele erreichten, Kingsley präsentierte dem General alle wichtigen Informationen in kürzestem Zeitraffer ... und Peter stand im Freien Feld immer in der Nähe von Ross, um ihm Deckung zu geben.
Einen Augenblick später, nachdem er zu suchen begonnen hatte, erwischte Ross Shepherd das richtige Blatt Papier in den Unterlagen: "Ahja.. Asgard. Verbündete. Ja, habe ich überflogen. Im Krieg mit einem Volk namens Replikanten? Wie wir auch?"
Daran hatte Daniel gar nicht unbedingt gedacht, es war ungewohnt, bei dem neuen Befehlshaber noch nicht das Wissen über alle Völker, Techniken und ähnliches voraussetzen zu können. Sie hatten ja in den vergangenen Jahren auch so einiges angesammelt an Wissen, das konnte man sich nicht einfach in wenigen Tagen aneignen, selbst wenn man sich rund um die Uhr nur dem Lesen widmen konnte, was sich Daniel bei Shepherd beim besten Willen nicht vorstellen konnte. Der hatte ja nebenbei noch seinen Posten hier antreten müssen und Daniel war eigentlich recht froh, dass er selbst von dem ganzen Papierkram verschont blieb.
Natürlich hätte Daniel dem General sofort einen Vortrag über die Asgard halten können, aber er wollte ihn von seiner Suche in den Papieren nicht abhalten. Er erwiderte auf die Frage hin: "Replikatoren. Als Replikanten werden eigentlich nur die Replikatoren in Menschenform bezeichnet. Ja, die Asgard befinden sich im Krieg mit den Replikatoren und haben damit ganz schön zu tun, da sich die Replikatoren laufend anpassten. Sie haben es vor allem auf hoch entwickelte Techniken abgesehen, da sie ständig neues Wissen und Technologie aufnehmen wollen. Wir sind ihnen da, gelinde gesagt General, etwas zu primitiv und nicht weit genug entwickelt, wir sind nicht unbedingt ein primäres Ziel, was nicht bedeutet, dass sie uns in Ruhe lassen, wenn wir zufällig auf sie treffen. Und die Replikatoren können ziemlich lästig sein." Das hatten sie mehr als einmal erfahren müssen, diese kleinen Biester standen definitiv nicht ganz oben auf Daniels Hitliste, soviel stand auf alle Fälle schon mal fest.
Er fuhr fort: "Ganz abgesehen von der grundsätzlichen Haltung der Asgard sind sie des öfteren mit ihrem Krieg gegen die Replikatoren recht gut ausgelastet." Insgesamt gab es das Problem ja bei allen höher entwickelten Völkern, auch die Tollaner hatten sich damals geweigert, ihre Technologie mit der Erde zu teilen, das musste man natürlich akzeptieren, aber es half ihnen im Kampf gegen die Goa'uld nicht sonderlich viel.
"Soweit ich das bisher richtig einschätzen kann, sind die Replikatoren gefährlich, die Goa'uld sind gefährlich, und unter zehn Missionsberichten scheint mir immer einer zu sein, bei dem wir etwas begegnen, das irgendeine neue und große Bedrohung sein könnte", sagte Ross Shepherd.
"Was ist das positive Fazit, dass Sie mir bei dieser Lage geben können, Doktor Jackson?"
Also Daniel zog für sich eindeutig ein überwiegend positives Fazit, aus dem, was sie bisher durch das Stargate erlebt hatte. Sicherlich, der Tod seiner Frau zählte nicht zu den positiven Dingen, das war etwas, was er am liebsten ungeschehen machen würde, dafür würde er alles geben, was ihm möglich war, und auch der Tod einiger guter Kollegen und Freunde war nicht auf der positiven Seite zu verbuchen. Aber Daniel hatte durch das Stargate die Möglichkeiten, einige seiner Theorien zumindest für sich selbst zu beweisen, die ansonsten wohl weiterhin nur abgeschmettert worden wären. Allen voran natürlich die Hypothese, die ihm im Kreise seiner Kollegen so viel Häme und Unverständnis eingebracht hatte, nämlich die, dass die Pyramiden nicht von den Ägyptern, sondern von Außerirdischen erbaut worden waren. Er konnte zwar mit niemandem außerhalb des Stargate Centers über seine Beweise sprechen, aber ihm gab das doch eine gewissen Genugtuung und Beruhigung, dass er Recht behalten hatte.
So lautete Daniels Antwort an den General dann auch: "Ich weiß, dass es sich so anhören muss, als hätten wir es nur mit übermächtigen Gegnern zu tun, dass die Situation ausweglos sein muss. Aber wir haben in der Vergangenheit bisher immer einen Weg gefunden, den Gefahren zu begegnen oder einen Ausweg zu finden. Nicht zu vergessen die Tatsache, dass wir ohne das Stargate vielleicht gar nicht mehr existieren würden, vielleicht hätten die Goa'uld oder jemand anders da draußen die Erde schon längst zerstört, ohne dass wir überhaupt gewusst hätten, woher der Angriff kommt. Wir haben es geschafft, neue Technologien zu erlangen, wir haben neue Verbündete gewonnen, allen voran die Asgard und die Tokra." An der Stelle hielt Daniel inne, er wusste nicht, ob Shepherd bereits von den Tokra wusste, wenn dies nicht der Fall war, konnte Daniel ihn auch darüber informieren. Was ihre technischen Errungenschaften anbelangte, da sollte der General sich wohl besser bei Gelegenheit mal mit den Leuten unterhalten, die mehr technisches Verständnis als er selbst aufwiesen, das war nicht unbedingt Daniels Stärke.
"Tok'ra?" Fragte Ross Shepherd, griff wieder in einen Stapel Akten, wollte eine davon gerade aufschlagen, doch ließ sie dann mit einem Seufzer zugeklappt. Der General sah keinen Sinn darin ein Gespräch zu führen und nach 30 Sekunden reden erst einmal fünf Minuten mit Lesen zu verbringen. Vielleicht sollte er Jackson zu seinem Assistenten machen und Kingsley durch den Alienring schicken, schoss es Shepherd für einen Augenblick durch den Kopf, ohne, dass er die Idee wirklich als Sinnvoll in Betracht zog.
"Ok Doktor Jackson, Asgard sind kleine, graue Roswell-Außerirdische. Tun wir einfach mal so, als ob ich keine Ahnung hätte, was die Tok'ra sind", meinte der General schließlich nach einem Moment Stille in seinem Büro, "also Doktor, wer oder was sind die Tok'ra, wieso sind wir mit ihnen verbündet und was sind ihre Stärken und ihre Schwächen? Auch uns gegenüber!"
Es war, wie Daniel sich das gedacht hatte, der General wusste noch nichts von den Tok'ra, hatte sich zumindest noch nicht näher eingelesen, und genau deswegen hatte Daniel ja vorher nicht weiter gesprochen. Er war gerne bereit, dem General einen kurzen Überblick über die Tok'ra zu geben, damit der Kommandant sich das Nachlesen sparte, der würde ohnehin noch genügend zu lesen haben.
Ein Schmunzeln zeigte sich auf Daniels Lippen, die Asgard würden sich vermutlich schön bedanken, als Roswell-Außerirdische bezeichnet zu werden, beziehungsweise würden bei dieser Bezeichnung sich wohl wieder nur ihre Gedanken über die doch recht seltsamen Denkweisen der Menschen machen. Manchmal würde Daniel doch nur zu gerne wissen, was die Asgard wirklich über so einige Verhaltensweisen der Menschen dachten. "Die Tok'ra tragen ebenso wie die Goa'uld Symbionten, aber damit sind die Gemeinsamkeiten auch schon fast vorbei. Denn im Gegensatz zu den Goa'uld leben die Wirte und die Symbionten in Symbiose, ein Tok'ra würde sich nicht mit einem Wirt gegen dessen Willen verbünden. Sowohl der Wirt als auch der Symbiont kann die Kontrolle über den Körper übernehmen. Sie bekämpfen die Goa'uld ebenso wie wir, und das schon seit Jahrhunderten. Ihre Spezialität ist dabei der Kampf von innen heraus, sie arbeiten verdeckt, soll heißen, die Tok'ra schleusen sich bei den Goa'uld ein, spionieren dort, sabotieren, soweit möglich", fasste Daniel das wichtigste über die Tok'ra zusammen, so kurz, wie ihm nur möglich war, und fuhr dann fort: "Durch die Tok'ra haben natürlich auch wir Zugriff auf deren Informationen, falls sie, und das ist nicht immer der Fall, beschließen, uns an ihren Erkenntnissen zu beteiligen. Man muss das verstehen, die Tok'ra arbeiten schon so lange im Verborgenen, sie sind es nicht unbedingt gewöhnt, sich mit anderen zu verbünden, daher tun sie sich auch schwer, uns gegenüber alles offen zu legen. Wobei sie uns auch schon oft mit Rat und Tat zur Seite gestanden sind, sie haben ein großes Wissen und durch ihre Spione ein weites Netzwerk."
"Das soll aber auch heißen, dass die Tok'ra durchaus wichtige Dinge und Informationen zurückhalten?", fragte der General und sah Jackson eindringlich an. Er wollte keine Antwort, die lange um den heißen Brei herumschlenderte. "Kann man diesen Außerirdischen trauen?", konkretisierte er das, was ihn interessierte. Für den eingefleischten Elite-Soldaten und Offizier hatten die Ausführungen des Doktors geklungen, als wollte der Archäologe ihm die Zusammenarbeit mit einem ausländischen Geheimdienst schmackhaft machen, obwohl dabei immer klar war, dass das Essen, egal wie sättigend, meist doch Fad oder Übersalzen auf dem Tisch landete. Ganz zu schweigen von kalt - und die tatsächliche Rechnung erhielt man immer erst am Schluss.
Geheimdienste waren in Shepherds Augen zumeist gleich, egal welchem Staat angehörend und wie man versuchte, sie zu kontrollieren. Es blieben schlicht und ergreifend überproportional viele Informationen nur einem extrem kleinen Kreis von Menschen zugänglich, weit in Extreme hinein, die selbst die Geheimhaltung in Militärkreisen nicht erreichte. Shepherd nahm seine geliebte Army oder die anderen Streitkräfte der Staaten davon nicht aus, doch da er sich selbst als ranghoher Offizier inmitten der dort gesponnenen Pfade bewegte, erschien ihm die Geheimhaltung der Militärs anders gestrickt als die der Geheimdienste - mehr auf das Allgemeinwohl bedacht, weniger politisch, weniger den eigenen Einfluss und die eigene Macht im Sinn, sondern nur den Einfluss und die Macht des Vaterlandes. Der General sah bei Geheimdiensten die Gefahr, dass die Grenzen zwischen Legislative und Exekutive zu sehr verschwammen.
Daniel war ja nun bekannt dafür, dass immer versuchte, Verständnis für andere Völker aufzubringen, für deren Gewohnheiten, Verhaltensregeln und Wünsche. Schließlich wusste man oft nicht genau, unter welchen Umständen Regelungen entstanden waren, die auf sie, die sie von der Erde kamen, vielleicht sonderbar wirken mochten. Man konnte ja nicht von den gleichen Voraussetzungen ausgehen, wie sie auf der Erde vorherrschten oder früher vorgeherrscht hatten. Und bei den Tok'ra wussten sie ja nun genau, warum sich das Volk so schwer damit tat, anderen Völkern wirklich vollständig zu vertrauen, auch wenn die Tau'ri ihre Loyalität und Bündnistreue mehrere Male unter Beweis gestellt hatten. Man durfte dabei aber nicht vergessen, dass die Tok'ra so oft schon auch mit auch schon mit Spionen der Goa'uld in den eigenen Reihen zu kämpfen gehabt hatten, dass sie wahrscheinlich schon von Natur aus immer ein gewisses Grundmisstrauen mitbrachten.
"Dinge und Informationen, die für unsere Zusammenarbeit nicht so wichtig erscheinen oder es vielleicht tatsächlich auch nicht sind. So würde ich das eher formulieren, General", formulierte Daniel seine Antwort eher vorsichtig. Es war vielleicht schwierig, das unter dem Gesichtspunkt, den Hintergrund der Tok'ra dazu nicht zu kennen, zu verstehen oder die Verhaltensweisen der Untergrundkämpfer anzuerkennen. Daniel konnte es schwer einschätzen, wie es sich bei dem neuen Kommandaten des Stargate Centers verhielt. "Ja, ich würde sagen, ja, man kann ihnen trauen", beantwortete Daniel die zweite Frage des Generals konkret, denn er war davon überzeugt, wusste aber natürlich, dass sich andere Personen vielleicht noch mehr Informationen von den Tok'ra wünschten. "Wenn wir Hilfe oder Unterstützung gebraucht haben, so waren sie immer bereit, sie uns zu geben, sofern es ihnen möglich war, mehrmals haben wir auch direkt mit Tok'ra Agenten zusammen gearbeitet", fügte der Wissenschaftler noch hinzu. Es mochte durchaus sein, dass Jacob Carter und andere menschliche Wirte die Beziehungen gefestigt hatten, aber genau das war ja auch der Sinn der Übereinkunft gewesen, auch wenn Daniel sich nach wie vor nicht vorstellen konnte, selbst einen Tok'ra-Symbionten in sich zu tragen.
"Wie steht es mit den Jaffa-Rebellen?", fragte der General. Nach dem, was er bisher herausgefunden hatte, gab es in der Galaxie genau drei große, gute Parteien, welche die Goa'uld bekämpften. Die Asgard, die Tok'ra und das Stargate Center. Die Jaffa-Rebellen könnten sich zu einem vierten Faktor entwickeln, doch nach dem, was er über sie gelesen hatte, waren diese abtrünnigen Goa'uld-Krieger noch weit davon entfernt, eine tatsächliche Bedrohung zu sein. Sie waren in verschiedene Gruppierungen geteilt, untereinander sogar oftmals zerstritten, mussten ständig flüchten, weil die Goa'uld sie gnadenlos jagten und zu allem Überfluss hatten die Rebellen in den vergangenen Jahren mehr gelitten, als dass sie Erfolge erzielt hätten.
"Wodurch schätzen Sie, können die Rebellen zu einer schlagkräftigen Gefahr für die Goa'uld gemacht werden? Wie können wir diesen Jaffa helfen, damit sie für unsere Sache widerum einen entscheidenden Kriegsfaktor darstellen?", konkretisierte Shepherd, was er wissen wollte. Für ihn war vor allem anderen bei diesem Punkt wichtig, wie man die Rebellen schnell und effizient zu einer Armee machen könnte, die in einem ausgeklügelten Strategischen Plan zusammen mit den Menschen und deren andere Verbündete operieren kann.
Die Jaffa-Rebellen waren so eine Sache. Daniel hatte mit vielen von ihnen, auch einigen ihrer Anführer, in den letzten Jahren zu tun gehabt, die Motive, sich gegen die Goa'uld aufzulehnen waren durchaus verschieden und nicht bei allen rein dem Wunsch nach Freiheit geschuldet. Einfach war es auf alle Fälle nicht immer und hätten sie nicht Leute wie Teal'c oder Bratac auf ihrer Seite, dann wäre so manche Situation der Vergangenheit doch ganz anders ausgegangen, auch wenn die beiden manchmal ebenfalls ihre liebe Mühe und Not hatten, mit ihren Ansichten wirklich gehört zu werden. Daniel wusste nur nicht, ob er General Shepherd wirklich eine geeignete Strategie liefern konnte, denn genau so etwas schien der neue Kommandant zu erwarten.
"Es ist in jedem Fall ein Art Gratwanderung, General", setzte Daniel nach kurzem Überlegen an, "sehen Sie, bei vielen Jaffa, die sich der Rebellion angeschlossen haben, herrscht der Wunsch nach Freiheit vor, allerdings gibt es auch einige Anführer, denen es eher um ihre persönliche Freiheit geht als um die ihrer Anhänger. Diese wechseln dann von einer Abhängigkeit in die nächste, viele vielleicht auch deswegen, weil sie es gar nicht anders kennen. Wir sollten uns in jedem Fall auf diejenigen konzentrieren, die es ernst meinen mit der Befreiung der Jaffa, zum Glück haben wir da ja sehr gute Kontakte. Dennoch ist es aus meiner Sicht fraglich, ob sich schnell ein Erfolg erzielen lässt, ich denke, es wird eher auf Teilerfolge hinauslaufen. Diese Jaffa lebten so lange in Abhängigkeit und Unterdrückung, sie sind jetzt bestrebt, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen und wenn wir uns da zu sehr einmischen, und sei es nur über Unterstützungsangebote, dann besteht die Gefahr, dass sie abblocken, denn nicht wenige haben natürlich auch gegenüber uns noch ein gewisses Misstrauen, weil sie sich über unsere Ziele nicht so ganz im klaren sind. Ich denke, mit den richtigen Leuten ist eine Zusammenarbeit möglich, diese können ihre Leute mitziehen und auch Überzeugungsarbeit bei denen leisten, die vielleicht jetzt noch nicht so ganz überzeugt sind, aber wir werden es wohl nicht schaffen, alle Jaffa-Rebellen derzeit zu vereinen."
Shepherd überlegte kurz. "Sie rechnen also nicht damit, dass wir in den Rebellen in der nächsten Zeit eine schlagkräftige Armee mit ein paar hunderttausend Kämpfern haben werden?", fragte der General.
Das Center hatte kein gigantisches Heer zur Verfügung, die Tok'ra hatten keine Armee und auch die Soldier der Asgard, von denen Shepherd gelesen hatte, waren nicht so zahlreich wie die Jaffa und immer im Kampf mit den Replikatoren. Umso mehr Jaffa sich von den Goa'uld lossagten, umso größer würde nicht nur die Schlagkraft der Guten, sondern gleichzeitig würde es auch die ihrer Feinde ausdünnen. Doch so blieb es bei den Kräften der Galaxie, welche auf Guerilla-Taktiken zurückgriffen, um den übermächtigen Systemlords bei zu kommen.
Dass auf die Jaffa Rebellen kein Verlass war, machte die Aufgabe des Generals nicht gerade einfacher, aber Shepherd hatte auch nicht damit gerechnet, einen einfachen Auftrag zu erhalten. Er würde andere Wege finden, den Goa'uld bei zu kommen.
Natürlich wäre es ein gewaltiger strategischer Vorteil, wenn sie es schaffen würden, alle Jaffa, die sich entschlossen, sich der Rebellion anzuschließen, wirklich zu vereinen, sie davon zu überzeugen, sich gegen die Goa'uld zu stellen und dieses Problem ein für allemal zu lösen, doch das würde nicht funktionieren. Sie hatten in Vergangenheit einige Ansätze versucht, und doch waren sie nur teilweise erfolgreich gewesen, vieles hing natürlich auch von der Einstellung der jeweiligen Anführer ab, daran orientierten sich auch die Jaffa-Rebellen.
Daniel musste daher den Kopf schütteln und erwiderte: "Ich befürchte, nein, General. Meiner Ansicht nach würde vielleicht ein Anführer, der von allen akzeptiert wird, dieses Prozess beschleunigen, dann hätten wir vielleicht eine schlagkräftige Armee, die uns zur Seite steht, aber noch gibt es meines Wissens nach keine Person, die von allen genügend respektiert wird, um in der Lage zu sein, sie zu vereinigen. Ich denke allerdings schon, dass es uns gelingen kann, mit einigen Gruppen zusammen zu arbeiten, die Goa'uld damit an einigen empfindlichen Punkten zu treffen. Im Grunde war uns bisher auch nichts anderes möglich, als so vorzugehen, unseren Feinden einige Niederlagen beizubringen."
Auch das Stargate Center brachte keine große Armee mit, genauso wie auch bei ihren Verbündeten der Fall war, diese setzten wie die Asgard entweder auf technische Überlegenheit und Verträge, oder wie die Tok'ra auf die Arbeit im Untergrund. Daniel vermochte den neuen Kommandanten bislang noch nicht richtig einzuschätzen, wie er sich das weitere Vorgehen vorstellte.
"Ok", meinte der General und sprach schließlich zu Jackson: "Der Präsident hätte mich auch nicht hergeschickt, wenn jeder diesen Kampf führen könnte."
Die Erde war dank der Antikerplattform und ihrer mächtigen Waffen gegen einen offenen Angriff sicher und Shepherd würde alles daran setzten, dass auch durch das Sternentor keine Feinde ihren Weg auf den Planeten finden würden. Die HECU und der Ausbau der Flotte waren ein guter Schritt. Ross Shepherd würde davon Gebrauch machen können. Es galt das feindliche Imperium zu Destabilisieren, so gut sie konnten, und daraus Profit zu ziehen, bis eine endgültige Lösung für das Goa'uld Problem gefunden wäre.
"Ich verstehe, dass die Goa'uld Herrschaftsschicht extrem instabil ist. Ich denke, es ist an der Zeit, für mehr Verfall zu sorgen. Ich danke Ihnen Doktor für das Gespräch", sagte Shepherd, erhob sich und streckte Jackson zur Verabschiedung die Hand entgegen.
Leicht war die Aufgabe von General Shepherd mit Sicherheit nicht und Daniel wollte nicht wirklich mit ihm tauschen, da war ihm seine Aufgabe als Wissenschaftler schon sehr viel lieber, da hatte er zwar auch jede Menge zu tun, aber es war sein Metier und so viele interessante Untersuchungen, wie er hier durchführen konnte, war für ihn ohnehin manchmal noch unglaublich.
Wie vorher schon erwähnt, war es auch aus Daniels Sicht nur sinnvoll, die teilweise sehr schwachen Bindungen zwischen den einzelnen Systemlords auszunutzen und ihnen damit durchaus empfindliche Schläge beizubringen. Andere Möglichkeiten hatten sie momentan wohl noch nicht, denn sie hatten zwar auch einige technischen Fortschritte gemacht in den letzten Jahren, das reichte aber immer noch nicht zu dem ultimativen Schlag aus. "Gern geschehen, General, und wenn Sie weitere Fragen haben, jederzeit", Daniel erhob sich von seinem Platz und gab Shepherd die Hand, der würde ja wissen, wo er ihn finden würde, sollte er noch weitere Fragen an ihn haben. Schließlich wandte der Wissenschaftler sich der Türe zu und verließ den Raum.
Nachdem der Doktor gegangen war, erhob sich Shepherd aus seinem bequemen Sessel und seine Kaffeemaschine ein. Blubbernd erwachte das Gerät zum Leben, in welches er bereits vor dem Gespräch mit Jackson Wasser und frisch gemahlene Kaffeebohnen getan hatte. Schnell erfüllte der Duft von frisch gebrühtem, schwarzen Gold sein Büro.
Während die Maschine an seinem Heißgetränk arbeitete, ging Shepherd zurück zu seinem Schreibtisch. Aus einem sich darunter befindlichen Fach holte er seinen Laptop hervor, startete diesen und gab sein Passwort ein.
In seinen persönlichen Dateien öffnete er das Tagebuch, in welches er regelmäßig Eintragungen machte.
Tagebucheintrag General Ross Shepherd, 16. Februar 2010
Mit dem Rücken zur Wand und nichts zu verlieren. Es wäre übertrieben zu sagen, dass wir nichts zu verlieren hätten, aber wir stehen mit dem Rücken zur Wand da. Wie Sundance Kid und Butch Cassidy sind wir von der bolivianischen Polizei umstellt und es gibt keine Verstärkung. Die Asgard sind geschwächt, die Tok'ra seit Jahrtausenden an einem Krieg, den sie augenscheinlich nicht beenden konnten und die Jaffa Rebellen sind eine Stütze, mit der wir nicht rechnen dürfen. Der Weg die Goa'uld zu bezwingen ist sie dazu zu bringen, sich gegenseitig zu zerfleischen und lange genug selbst am Leben zu bleiben, bis wir ihnen im offenen Kampf begegnen und den Gar ausmachen können.
Hintergrundinformationen
- Diese Geschichte wurde benannt nach dem Lied "Perfect Opening Line" von der Band The Frames. Der erste Tagebucheintrag vom 15. Februar 2010 ist inspiriert durch einen Monolog des General Shepherd aus dem PC-Spiel Call of Duty: Modern Warfare 2.
Artikel erstellt von Basti.
