Geschichte: Mea est ultio – Mein ist die Rache
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Diese Geschichte fand ungefähr 1000 v. Chr. in der Milchstraße und Kains Galaxie statt. Sie war als Teil der Wochenaufgabe "Tod eines Geliebten" (Runde 9, Wochenaufgabe 9) vom Spieler Basti für das Volk Sekers abgegeben worden. Die Geschichte zeigt, dass ausschlaggebende Ereignis, welches Systemlord Kain dazu brachte, sich in die tiefen Abgründe des Geistes seines Wirtes zu flüchten, was ihn nachhaltig noch weiter in einen gewaltätigen psychischen Abgrund stürzte. Ebenso sieht man direkt aus der Sicht eines Goa'ulds, wie der Kainiten-Wirt ihn beeinflusste und veränderte.
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Aufgabenstellung
"Schreibt eine Geschichte, wie die Große Liebe eures Charakters (ja, auch Bösewichte verlieben sich) stirbt und weshalb. Das besondere dabei: Der Charakter muss sie auf dem Gewissen haben, d.h. entweder hat er sie getötet (dann will ich aber einen verdammt guten Grund dafür haben^^) oder sie ist durch seine Schuld gestorben.... oder von mir aus hat sich die Person auch wegen dem Charakter umgebracht, mir egal^^ Wichtig ist halt nur: die beiden müssen unsterblich ineinander verliebt gewesen sein."
Aufgetretene Personen
Zusammenfassung
Während des großen Krieges zwischen Kain und dem Goa'uld Imperium unter Supreme Systemlord Ra in der Milchstraße wartete der Vampirgott auf seiner Heimatwelt Henoch (in Kains Galaxis) auf eine Nachricht von der Schlacht um Abydos. Im Jahr 1000 v. Chr. war dort seine Gemahlin Lilith auf Kains Flaggschiff zusammen mit einer großen Flotte verschwunden. So versuchte Kain das System und den Planeten von Ra sofort nach dieser Hiobsbotschaft zu erobern und heraus zu finden, was mit Lilith geschehen war.
Während Kain wartete, versank er vor Trauer immer tiefer in selbstzerstörenden Hass, aufgrund dessen er seine Truppen in der Milchstraße vernichtend in den Kampf schickte. In melancholischen Reflexionen erinnerte sich Kain daran, wie er Abel und seinen Vater vernichtete und wie er dabei seinen Sohn Henoch verlor. Als schließlich von seinem Primus Olo'Dur die schreckliche Nachricht übermittelt wurde, dass Kains Armada zwar das Abydos-Sonnensystem eingenommen hatte, aber von Liliths Flotte nichts mehr als Trümmer ausfindig zu machen waren, verfiel Kain dem Blutrausch. Erstes Opfer wurde sein damaliger Primus, gefolgt von einem Blutbad in der Hauptstadt.
Mea est ultio – Mein ist die Rache
1000 Jahre vor Christus
Er wirkte alt und zerbrechlich. Nicht, dass man es an seinem Äußeren erkannt hätte. Seine langen weißen Haare hingen ihm über die Schulter und der bloße, muskulöse Oberkörper ließ den Blick frei auf die bleiche Haut. Der Herrscher der Dunklen Saat war heute in seinem 'menschlich' wirkenden Wirt. Seine Züge waren kalt und emotionslos, aber die Augen spiegelten seinen Schmerz wieder. Den Kopf in der Hand gebettet, auf die Lehnen seines hölzernen Thrones gelehnt, starrte der Systemlord auf die großen Tore seines Thronsaals.
"Lass die alte Galaxis anwählen!", sprach er zu seinem Primus. Der Jaffa trug eine eiserne Rüstung, die an einen mittelalterlichen Ritter erinnerte, an seiner linken Seite baumelte ein Schwert, in seinen Händen hielt er eine Hellebarde.
"Mein Lord, wir haben erst vor 10 Minuten...", Kain schnitt ihm das Wort ab. Der Goa'uld mit dem Kainiten-Wirt war mit solch einer Geschwindigkeit vor ihm aufgetaucht, dass es kaum mit rechten Dingen zugehen konnte. Seine Hand ruhte auf dem Hals des Primus, welcher nun über dem Boden hing und nach Luft jappste. "...die alte Galaxis angewählt, ich weiß, ich weiß.", vollendete der Dämon den Satz seines Kriegers. "Olo'Dur, mein treuer Olo'Dur.", sein Blick hatte ein Glänzen, dass der Jaffa nur zu Gut kannte, ein Glänzen, das Tod voraussagte. "...es geht um mein Herz. Willst du, dass mir mein letztes bisschen Herz genommen wird?"
Kain ließ los und der Krieger viel hart zu Boden, die Rüstung krachte laut auf den Stein. Röchelnd und kaum verständlich bat der Jaffa um Vergebung für sein Zögern und verließ den Saal nach weiteren Anweisungen seines Gebieters sofort. Der Systemlord blieb allein zurück, als sich die Tore wieder schlossen und damit die Welt dort draußen für ihn verschwand. Jeder Schritt zurück zu seinem Thron fiel ihm schwer – die Kraft, die ihm der kurze Zorn gegeben hatte, war wieder verschwunden und hatte der dunklen Depression Platz gemacht. Er setzte sich wie von unsichtbaren Gewichten nach unten gezogen und vergrub das Gesicht in seinen Händen. Keine Worte fielen ihm ein, die beschreiben könnten, was er empfand. Um seiner Trauer mit Tränen Platz zu machen, war er zu stark und um seine Gefühle durch Wut und Zorn zu befreien, hatte er jetzt nicht die Kraft. Jetzt, da sein Primus Olo'Dur gegangen war – und er ihm aufgetragen hatte, ihn einige Zeit in Ruhe zu lassen – war Kain zurückgeblieben mit einem kaum zu verkraftenden Schmerz. Er musste vor niemandem mehr Haltung bewahren. Neben ihm kauerten seine beiden Wölfe und sahen winselnd zu ihrem leidenden Herrn empor. Zögerlich streckte er seine Hand nach einem der Tiere aus, strich ihm durch das Fell und zog sie wieder zurück, als hätte er sich verbrannt. Zärtlichkeit war das letzte, was er jetzt geben konnte... Trost konnte ihm nun niemand spenden.
bedeckte den Altar,
und roch süß
als es brannte.
Aber mein Vater sprach:
"Verflucht seiest Du, Kain,
der du deinen Bruder erschlugst
Wie ich ausgestoßen ward,
so sollst auch du
ausgestoßen sein!"
Er dachte zurück in eine Zeit, als das Land Nod noch nicht ihm gehörte. Eine andere Galaxis, unweit des Ursprungsortes der Goa'uld und dennoch eine eigene Galaxis. Er dachte an seine Familie, der alle Sonnensysteme darin gehörten, an seinen Bruder, den er vernichtete und damit den Zorn seines Vaters auf sich zog. Aber war es nicht ein Beweis der Macht gewesen? Hatte Abel nicht alles bekommen, was er wollte ohne etwas dafür zu leisten? Hatte Kain ihrem Vater dadurch nicht seinen Wert bewiesen, indem er den Bruder bezwang, der soviel mehr Systeme, Schiffe und Krieger verwaltete? Nein.. der Schöpfer hatte ihn bekriegt und vertrieben. Kain musste sich zurückziehen und fand in ihrer Galaxis das Land der ewigen Dunkelheit – das Land Nod. Es war ein mehrere Sektoren umfassendes Gebiet, welches von einem dichten schwarzen Nebel umgeben war, in dem gefährliche Asteroidengürtel lauerten. Hier baute Kain seine neue Basis auf und verteidigte sie gegen die immer wieder anrückenden Wellen seines Vaters. Dort traf er sie... dort sollte sich seine Zukunft in vieler Hinsicht begründen. Plötzlich schreckte er hoch, als die Tore zum Saal aufgestoßen wurden. Sein Primus kehrte zurück, kniete nieder, küsste seine Füße und bat ihn, sein Leben zu verschonen, doch die Nachrichten aus der alten Galaxis erschien als zu wichtig, sie nicht sofort zu überbringen.
"Die Schlacht um Abydos hält an. Die Flotte kämpft immer noch erbittert gegen die Schiffe des Ra. Sie konnte noch nicht weiter in das System eindringen, um herauszufinden, was passiert ist. An den anderen Fronten läuft es beängstigend – wir haben 100.000 Mann auf Dush'Ul und drei Millionen auf Horatex verloren. Die Invasion von Zahan und Troso schlugen fehl, zwei Millionen Krieger auf Dom'Kep sind auf dem Rückzug... und das sind nur Beispiele. Ra und seine Vasallen verzeichnen Sieg um Sieg..."
Kain schüttele nur den Kopf und war in Gedanken schon wieder in der Vergangenheit. "Sie sollen kämpfen bis zum letzten Mann... und ich will, dass alle verfügbaren Schiffe die Schlacht im Abydos System zu unseren Gunsten beenden, ich will wissen, was passiert ist... lass mich jetzt allein!"
Sein Primus widersprach nicht. Auch wenn es die eigenen Truppen betraf, so schickte Kain seine Krieger häufig in Schlachten, die nur in einem Massaker endeten. Als der Jaffa den Saal noch nicht ganz durchquert hatte, war Kain schon wieder den Narben der Vergangenheit verfallen. Im Lande Nod hatte er sie gefunden – eine Lady mit solcher Ausstrahlung, dass er sie haben musste. Lilith wurde seine Gemahlin. Mit ihr ergründete er ein kleines Reich innerhalb der finsteren Nebel, wo er auch die Rasse der Lamia entdeckte, aus welchen Kain sich die Kainiten Züchtete – die ersten Überwirte der Geschichte. Ihre raubtierhafte Persönlichkeit zu unterdrücken war schwer, gelang jedoch schlussendlich und brachte ihm mächtige Kriegsinstrumente. Die Geburt seines Sohnes Henoch, nachdem er seine Heimatwelt benannte, machte sein Glück komplett. Henoch war herangereift und erfüllte seinen Vater als Stratege und Führer mit stolz. Die Reihen seiner Jaffa und Menschenkrieger wuchsen und viel schlimmer waren die tausenden Kainiten – Goa'uld in bestialischen Wirten, deren wilden Instinkte sie kaum Herr waren. Es war die Zeit, da Kain die Nebel des Landes Nod verlassen sollte, um dem Schöpfer entgegen zu treten.
Die Schiffe Kains waren technologisch hoch entwickelt und zwangen die Armada seines einst unbesiegbar erscheinenden Vaters in die Knie. Wie die Pest fiel die Dunkle Saat über ihre Feinde her. Ein unvorstellbares Gemetzel an der Bevölkerung begann, da die Jaffa, die sich den Kainiten in den Weg stellten, schnell ausgemerzt waren.
Am vorletzten Tag des Krieges jedoch geriet ein Mutterschiff mit Lord Henoch an Bord in einen Hinterhalt - Henoch starb bei dem Angriff und Kain versank in abgrundtiefen Hass:
Es hieß, er sei alleine durch die Reihen der Jaffa vor dem Palast seines Vaters gewandelt - er hätte sie durchpflügt wie ein Sturm und nur schrecklich entstellte Kadaver hinterlassen. Seinen Vater hätte er gepackt und aus dem Palast gezerrt, um ihm anschließend bei einem Fest für seine Goa'uld Krieger mit bloßen Händen den Kopf von den Schultern zu reisen und sein Blut zu schlürfen.
In Wirklichkeit war es viel schrecklicher gewesen:
Die Stadt war eingenommen worden, doch der Palast verschont. Die Truppen des Schöpfers, was davon übrig war, hatten dort ihre letzten Stellungen, während Kains Heer die Stadt verwüstete. Kain persönlich hatte seinen Jaffa und Kainiten in einer Ansprache befohlen, die jungen Männer zu verbrennen, die Frauen zu schänden, die Kinder lebendig zu zerfetzen und den alten und schwachen die Knochen zu brechen, Stück für Stück bis sie daran krepieren würden. Einen Tag später war die Stadt ein Meer von Leichen und die letzten Überlebenden waren Männer und Väter, zum Schutz des Palastes abkommandiert, die alles auf schrecklichste Art und Weise verloren hatten - Kains Vater war dabei keine Ausnahme. Erst dann schlachtete sich der Herr der Dunklen Saat durch die Jaffa des Schöpfers wie ein Sturm der Vergeltung. Er gab sich teilweise der bestialischen Seite seines Wirtes preis und tötete Männer auf Arten, auf die nie zuvor Krieger niedergemetzelt wurden. All das sollte ihm den geliebten Sohn nicht zurückbringen, aber ein Teil seiner selbst war auf Ewig dem Wahnsinn seines Wirtes verfallen. Kain blieb keine Zeit, sich von dem Schock zu erholen. Die Armee aus Überwirten verfiel der Dunklen Seite ihrer Wirte immer mehr und so musste er die meisten dieser Krieger jagen und zur Strecke bringen lassen. Seinen einzigen Trost fand er in seiner Geliebten Lilith, die ihm in dieser Zeit beistand. Viele Jahrtausende zogen ins Land, nachdem Kain der Plage Herr geworden war und sich sein erschlossenes Reich zu großer Blüte empor schwang. Sein Heer wuchs und seine Schiffstechnologie war mit nichts vergleichbar, was andere Goa'uld damals besaßen. Doch es nutzte ihm nichts – in seiner Galaxis gab es keine Feinde und so zog er vor ungefähr 5.500 Jahren aus, um die alten Reiche zu unterwerfen. Während seine Invasion durch die Sternentore sofort möglich war, brauchte die Flotte mehrere Monate, um den freien Raum zwischen den Galaxien zu durchqueren. Kleinere Lords fielen schnell und bald stellte er sich dem Supreme Systemlord Ra und dessen Vasallen. Jedoch wuchs das große Gebiet, das Kain in einem Blitzkrieg erschlossen hatte, in den nächsten 2.500 Jahren kaum merklich; zu stark war die Gegenwehr der anderen Herrscher.
Die Gedanken Kains schwirren um diese Zeit herum und fanden keine Ruhe. 3.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung konstruierte der Vampirgott ein Flaggschiff von solcher Durchschlagskraft, dass nichts aus dieser Zeit sich damit zu messen vermochte. Mit ihm und einer Flotte weiterer Schiffe sandte er seine Gemahlin aus, um Ra zu bezwingen. 3.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung saß Kain nun auf seinem Thron und verfiel immer mehr der Trauer und dem Schmerz. Hilflos konnte er nichts als warten und die Stunden zogen sich wie Jahre, in denen er schwächer und schwächer wurde. Er fühlte sich zerrissen und Hilflos. Siegessicher hatte er seine Gemahlin mit dem Auftrag entsandt, die alte Galaxis zu erobern.
Und dann kehrte die Kraft mit einer unnatürlichen Woge zurück.
Es öffnete seine Augen und sah die Wände in wirren Rottönen erscheinend, organisch und pochend. Die Kontrolle entschwand ihm ein weiteres mal und das Blut floss von den Wänden. Die Stimmen, die er vernahm, waren unverständlich, aber was sein Wirt wollte, war klar – reißen, zerfetzen, vernichten, töten... Er sollte sich wieder zur Vernunft bringen, doch es war so einfach, sich dem Willen des raubtierhaften Wirtes hinzugeben, so viel einfacher, als den Schmerz zu ertragen und die Ungewissheit, ob er das letzte Leben, welches ihm etwas bedeutete, in den Tod geschickt hatte. Er spürte das Pochen seines Herzens und die Wände gaben es tausendfach wieder, während vor seinem geistigen Auge nichts als Blut floss, Knochen barsten und Opfer vor Qual und Schmerz schrien.
Als die Tore des Thronsaales sich öffneten und sein Primus eintrat, vernahm er dessen Worte kaum. Der Mund des Jaffa bewegte sich, ohne dass die Laute zu den Ohren Kains drangen – stattdessen betrachtete dieser nur gebannt die pulsierende Halsschlagader des Kriegers. Was dieser berichtete, wusste Kain bereits tief in sich. Die Flotte hatte Ra's Schiffe zurückgedrängt und den Ort erreicht, an dem Tags zuvor Lilith mit seinem Flaggschiff war. Außer Trümmern von dutzenden Schiffen schwebte dort nichts im Raum. Auch, dass sich die Heere überall in der alten Galaxis vergeblich niederschlachten ließen und sie Stück für Stück vertrieben wurden, wusste Kain bereits.
Er hatte mit all diesen schlechten Nachrichten gerechnet und doch schenkte er ihnen keine Beachtung. So viel einfacher war es, dem Zorn und der Aggression seines Wirtes freien Lauf zu lassen. Sollte der Wahnsinn seinen Geist beflecken, sollte er ihn infizieren oder gar vollständig einnehmen – es war dem Fürsten der Dunklen Saat gleich.
Langsam erhob sich der Systemlord von seinem Thron und schritt auf den Jaffa zu. Seine starken Hände brachen dem Mann das Genick, als wäre er ein Hase, den es zuzubereiten galt. Er trank nur wenig Blut aus dem Krieger, nachdem er seine Zähne in sein Fleisch schlug. Stattdessen ging er aus dem Thronsaal hinaus, verließ den Palast und machte sich auf in die Straßen seiner Stadt – eines Tages würde seine Rache in die alte Galaxis getragen werden, um Ra und jedem seiner Vasallen das Leben zu entreißen, doch für Heute, sollte dem Vampirgott die Stadt reichen... wahrscheinlich würde es bis zum nächsten Sonnenaufgang dauern, bis seine Wut nachlassen würde... bis sich die Leichen hoch genug gestapelt hätten. Doch bis dahin würde ihm das Töten wenigstens die Trauer um Lilith ersparen oder die Erinnerung an seinen Sohn...
Als er in die kühle Nachtluft trat, blähten sich seine Lungen weit. Die Welt war rot und alles, was sein Geist noch sah, war Blut und das Ziel zu zerstören... die Nacht würde für die Menschen unter seiner Herrschaft lang werden...
Artikel erstellt von Basti. Kontrolliert von Silfides am 21.07.2011.
