Geschichte: It's a Hard Life

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Diese Geschichte spielt im Juli des Jahres 2004 auf einer primitiven Welt Xagobah (tatsächlich wurde die Geschichte zwischen April und August 2004 gespielt). Die Erzählung beschreibt das einfache und harte Leben der Menschen dieser Welt, die einst von den Antikern bewohnt war, die aber seit Äonen von ihnen und anderen Mächten in Ruhe gelassen wurde. Ebenso erhält man eine Beschreibung des Planeten und mancher Bewohner, die dort leben.
Die Geschichte beschreibt die Zeit, kurz bevor der Winter über die Welt Xagobah einbrechen würde und wie die Menschen sich darauf vorbereiteten.


Inhaltsverzeichnis

Aufgetretene Personen


Zusammenfassung

Auf der Welt Xagobah, deren Festland zu einem großen Teil aus einem Sumpfgebiet, dem Ödland und einem Gebirge dazwischen bestand, lebten einst die Antiker und hatten dort eine große Stadt.
Ewigkeiten, nachdem sie den Planeten verlassen hatten, wurde die Welt von einem primitiven Menschenvolk besiedelt. Zum Großteil waren es Wanderer, die mit ihrem Familien durch die Landschaft zogen, doch in den letzten Generationen hatten sich immer mehr Gruppen sesshaft niedergelassen und kleine Siedlungen gegründet. Nun, da die schwerste Jahreszeit, der Winter, anstand, versuchten die Sammler, welche zurückgelassene Gegenstände und Materialien der Antiker im Sumpf suchten und verkauften, ihre Waren möglichst gewinnbringend an den Mann zu bringen.
Sehr erfolgreich in ihren Verkäufen waren zwei Brüder in der Siedlung Katonas.

Andere Menschen, so die Brüder Daron und Irim, die Adoptivsöhne des alten Wanderers Peekes, hatten ihre eigenen Dörfer im Norden gegründet, welche durch ihren Erfolg auf der ganzen Welt bekannt waren. Als Musterbeispiel der wachsenden Siedlungen half Daron und einige Männer seines Dorfes seinem Bruder, vor dem Winter neue Gebäude für seine Siedlung zu bauen - denn eine weitere Großfamilie der Wandervölker wollte sich in Irims Gemeinschaft niederlassen.
Mit einem anderen Dorf aus dem Süden, welches unbedingt Nahrungsmittel brauchte, handelte Irim Getreide gegen Metall, etwas, was die Menschen von Xagobah selbst nicht herstellen konnten. Doch Sammler des Dorfes hatten ein Antikershuttle gefunden, dessen Materialien sie nun auseinander nahmen und als Baumaterial verkaufen konnten.


It's a Hard Life

Der Planet

Die Sümpfe lagen hinter der Bergkette und waren vom Stargate aus nur durch die Bergpfade erreichbar.
Die Wege, die durch das Sumpfgebiet führten, waren verzweigt und nur wenige der Einheimischen kannten sie auswendig. Viele der Wandervölker suchten hier nach Gegenständen, die sich zum Handeln eigneten.
Anscheind gab es hier vorher schon einmal ein sehr viel weiter entwickeltes Volk.

Östlich der großen Sümpfe stand eine verlassene Stadt. Es war die Hauptstadt des alten Volkes, dieser Welt, der Antiker, bevor es diesen Planeten verlassen hatte. Damals hieß sie Conatai. Keiner der neuen Bewohner dieses Planeten kämpfte sich bis hierhin durch....
Dieser Teil des Sumpfes beherbergte die einzigen Häuser, die noch übrig waren. In den südlichen und westlichen Regionen fanden Wanderer nur Einzelteile der Gerätschaften, die die uralte Zivilisation zurücklassen musste.
Ein Gebäude mitten in der Stadt war die Bibliothek, die Kuppel war mit Moos bedeckt und leicht zerstört.
In der Bibliothek standen noch die Computer der Datenbank, die teilweise noch intakt waren, da einige der Energiegeneratoren noch nicht von der Zeit zerstört worden waren.

Das Stargate dieser Welt stand auf einem kleinen Hügel, in dem Steintreppen eingehauen waren.
Um das Stargate herum erstreckte sich eine weite Ödlandschaft. Diese Landstriche waren äußerst gefährlich, durchpflügt von Stürmen und wilden Raubtieren.
Die Ebene Dunai wurde von den Menschen Xagobahs "die weite Fläche hinter dem Tor genannt". Der Name Dunai tauchte oft den Aufzeichnungen auf, die noch heute in der Bibliothek der verlassenen Stadt des alten Volkes lagern.
Auf dieser Ebene hatten sie einst große wissenschaftliche Errungenschaften getestet, zum Beispiel den Start eines neuen Schiffes...

Ein Pfad, welcher mitten durch das öde Land zum Fuß der Berge führte, begann am Sternentor. Die Berge waren mindestens einen Tagesmarsch entfernt. War man bei den Bergen angekommen, so führte ein Pfad zu kleineren Höhlen, die am Fuß des Gebirges im Gestein eingelassen worden waren.
Ein bisschen weiter in den Felsen gab es noch größere Höhlen, die durch die gesamte Bergkette ein verwirrendes Netzwerk von Stollen und anderen Gängen bildeten.

In und um die unteren Höhlen herum hatten sich kleine Wandervölker kurzzeitig angesiedelt, die untereinander mit gefundenen Gegenständen aus der Sumpfregion handelten. Nur wenige Gruppen waren wirklich sesshaft.
Im Norden, dem eigentlich fruchtbareren Gebiet, hatten sich erst wenige Gruppen nieder gelassen, während es im Süden vier sehr bedeutende Siedlungen gab:
Katonas, Gerano, Hatama und Pearos. Alle vier Siedlungen beinhielten im Namen den Vornamen des Gründers.
Diese Siedlungen lebten zum Großteil von den Gegenständen, die sie im Sumpf fanden. Sie waren viel Wert und durch so einen Tausch konnten sie meist monatelang leben.
Nicht nur die nördlichen Siedlungen dienen als Tauschpartner, auch untereinander wird hier sehr gerne gehandelt...

Wieder einmal kam eine kleine Gruppe auf den Marktplatz von Katonas, mit sich brachten sie viele kleine Gegenstände. Ein paar von ihnen Leuchten von alleine, ohne jedes zutun - ohne Feuer. Sie würden sicher einiges einbringen.

Sie gingen damit direkt zu einem Händler, der es ihnen hoffentlich zu einem guten Preis abkaufen würde und für noch mehr dann selbst weiterverkaufte.


Der Händler

Der dicke Händler sah schon von weitem die kleine Gruppe auf ihn zukommen. Er kannte sie und wurde schon mal von ihnen beschissen, er nahm sich aber vor, diesmal hart zu bleiben und den Preis kräftig zu drücken...
Außerdem hatte er nicht mehr soviel, das er als Gegenleistung anbieten könnte und Aufgeben wollte er seinen 'Job' auch nicht.

"Guten Tag", sagte er knapp als die Gruppe an seinem Stand ankamen.
"...Tag", antwortete einer, ein zweiter nickte. Sie sahen beide fast gleich aus, eindeutig Brüder. Zwei weitere Personen hielten sich, unter langen Mänteln und Kapuzen bedeckt, im Hintergrund auf.
"...wir haben ein paar Sachen im Sumpf gefunden..."
Er streckte ihm zuerst die Dinge entgegen, die weniger wert zu sein schienen. Wenn sie dafür einen guten Preis bekommen würden, würden die Wertvollen noch viel mehr einbringen.
Also zeigte er ihm eine kleine Kugel, die, wenn man sie wo hinlegte, anfing zu vibrieren und ab und zu ein paar Zentimeter in die Höhe hüpfte oder kurz flog.

Der Händler staunte nicht schlecht, als die Kugel von selbst schwebte, doch er zeigte nach Außen keine Reaktion. Es sollte nicht so aussehen, als würde er beim erstbesten Gegenstand, den er sah, gleich ausflippen.

"Schönes Teil... ich glaube aber nicht, dass ich dafür Verwendung finden könnte... da müsst ihr mir schon was anderes bieten", sagte er kühl und hoffte, dass sie ein tolles Angebot machen oder einen anderen Gegenstand zeigen würde, der sich lohnt zu kaufen.
"...aber ich denke, für Kinder wäre es ein schönes Spielzeug", meinte der andere Bruder etwas erstaunt über die Ablehnung.

Der dicke Händler gab schnell nach. Er war doch nicht so ein guter Feilscher, wie er es sich vorgenommen hatte: "Was fordert ihr dafür?"
"...ein Vierte..."
"...einen halben Sack Getreide, für fünf der Dinger", unterbrach ihn sein größerer Bruder.

Der dicke Mann fing an zu lachen.
"Ein halben Sack für fünf Stück? Ihr wisst wohl nicht ganz, wieviel ein halber Sack wert ist."

Der Händler fing an zu grübeln, die Gruppe wusste, dass sie den Händler am Haken hatten und er sich das Geschäft nicht entgehen lassen wollte.
"Habt ihr mehr von den Teilen? Für sieben bekommt ihr euren halben Sack."

"...wir haben sechs... also sechs für einen halben Sack... weiter runter gehen wir nicht", antwortete der kleinere Bruder.
"sechs Stück...mmmhhhh?" überlegte der Händler nachdenklich und fuhr mit seiner Hand über seinen recht kahlen Kopf.
"Abgemacht, ein halber Sack Getreide für sechs Kugeln, doch vorher will ich sehen, dass alle Kugeln schweben können."
Die Brüder lächelten sich für einen Bruchteil einer Sekunde an, legten fünf weitere Kugeln hin und siehe da - sie schwebten ebenfalls, vibrierten und surrten. "...na??"

Der Händler grinste kurz und wurde dann wieder so mürrisch wie vorher.

"Dort. Den könnt ihr nehmen", sagte er und deutete auf den halben Sack Getreide, der neben seiner Karre stand.

"...gut, jetzt, da wir ins Geschäft gekommen sind, können wir die etwas absolut atemberaubendes anbieten... jeder wird sich darum reißen, es dir abkaufen zu dürfen", meinte der größere der beiden Brüder. Das Interesse des Käufers war nun geweckt, er sah die Gruppe fragend an: "Worum geht es denn und was ist der Preis?"
Der jüngere der Brüder zog ein faustgroßes, ovales 'Ei' aus der Tasche, fuhr mir der Hand kurz darüber und wartete dann.
"...etwas, das ohne Feuer leuchtet und unbegrenzt lange... jeder der im Sumpf nach Dingen sucht, wird es gerne haben..."

Der Händler begutachtete das Ei, dem langsam ein immer heller werdendes Glimmen entfuhr, welches so hell wurde, dass es einen großen Raum hätte erleuchten können. Er versuchte ganz locker zu wirken.
"Das ist ziemlich interessant, das es unbegrenzt lange leuchtet, glaube ich euch jetzt erstmal, da ich nicht ewig Zeit habe, um es zu testen, aber wie viel wollt ihr dafür?"
"...das Kinderspielzeug ist nichts dagegen... deswegen wollen wir zwei Hühner... dieses Ding wird Sammlern viel Freude bereiten!"
"Ihr wollt zwei Hühner? Diesen Preis kann ich unmöglich wieder rausholen..."
"...ok... zwei ist vielleicht übertrieben, aber eines ist es schon wert... sieh doch, ganz ohne Feuer macht es die Nacht zum Tage... und das sogar noch viel heller..."
"Ihr bekommt eure zwei Hühner.... Mich Interessieren eure Funde sehr", sagte der Händler und holte einen hölzernen Käfig mit zwei Hühnern unter seinem Stand hervor und stellte in auf den Tisch.
"..ausgezeichnet!" Die beiden Brüder grinsten sich an. "...dann kommen wir zum Besten..."
Sie traten zur Seite und machten Platz für die zwei Personen, die in langen Mänteln hinter ihnen standen.
"...zeigt es ihm..."
Die beiden ließen die Mäntel fallen, darunter waren glänzende, silberne 'Rüstungen' voller Technologie, die für die Menschen Xagobahs wie Magie wirken musste.
"...was hältst du davon?"

Der Händler sah sich die Sachen an, irgendwie gefielen sie ihm nicht... aber er brauchte nicht lange überlegen, da er sowieso nichts mehr hatte, was er anbieten könnte.
"Tut mir leid Jungs, ich hab nichts mehr zum Handeln. Ich muss erstmal euer Zeugs unter die Leute bringen, vielleicht habe ich in den nächsten Tagen wieder was zum Tauschen."
"...tja, es gibt noch andere Händler hier", meinte einer der Brüder und sah den Weg durch das Dorf entlang, an dem sich viele Stände befanden.
"...genau, dann suchen wir unser Glück woanders", sagte der andere der Brüder.
"Genau versucht es am besten bei dem jungen Herren da vorne", der Händler, ein klein wenig eingeschnappt, deutete auf einen jungen Händler, der nervös bei seinem Wagen stand. Der dicke Mann war nicht sehr froh darüber, dass die Brüder woanders ihre Ware verkaufen wollten, aber das würden sie so oder so und solange er sich ihnen gegenüber gut verhielt, würden sie mit ihrer guten Ware auch wieder zu ihm kommen.
"Es sollte einfach sein, bei ihm einen guten Preis rauszuholen."
Die Brüder sagten nichts weiter und ihre Begleiter zogen die Umhänge wieder über die Rüstungen. Dann gingen sie zu dem jungen Händler.
"...Lust ein gutes Geschäft zu machen?"
"...wir haben interessante Ware für dich..."
"Ähm handeln? Mit mir, ach ja Händler, ich, ja klar", stotterte dieser unverständig und sagte dann deutlicher, "Guten Tag, was bietet ihr denn an?"


Der Expeditionstrupp

Vor kurzem war hier, im Sumpf, ein großes 'Etwas' entdeckt worden. Es hatte eine Stromlinien-Form und vorn große Fenster.

Ein kleiner Expeditionstrupp von fünf Mann streifte durch den Sumpf. Sie kamen aus den südlich gelegenen Dörfern, aus den Bergen und sie waren auf den Weg zu einer neuen Entdeckung, die sie vor vielen Tage gemacht hatten. Sie hatten sie markiert und wollen sie heute wieder aufsuchen. Es waren Teile eines Raumschiffes, doch das konnten sie ja nicht wissen. Sie benutzen nur das Metall, wenn sie etwas fanden, um ihre Häuser zu verstärken, denn sie kannten dieses Material anders nicht und konnten es nicht selbst herstellen. Metall war unter den Siedlungen nicht oft im Umlauf und das Wrack würde wahrscheinlich viel Wert sein.
Nach mehreren Stunden kamen sie an der Stelle an und sie rasteten erst, bevor sie sich an die Arbeit machten, einige Teile auf einen Karren zu laden.

Nach der langen Pause rafften sich die Männer auf und machten sich an die Arbeit. Einige Stunden später hatten sie den Karren mit so vielen Teilen beladen, wie es ging und machten sich auf den Weg zurück zu ihrem Dorf, um die Teile zu säubern und einen hohen Preis dafür zu verlangen.
Damit finanzierten sie sich ein paar Ochsen, um den Rest des Schiffes vollständig zu bergen.
Die Leute, die es gefunden hatten, zogen es mit mehren Ochsen, nachdem sie wieder zu ihrem Fundort gegangen waren. auf dem Sumpf - dass es sich dabei um ein kleines Ein-Mann-Shuttle der Antiker handelte, konnten die 'primitiven' Menschen des Planeten nicht wissen.

Sie zogen das 'Etwas' in Richtung einer Siedlung am Fuß des Gebirges, um es dort möglichst teuer zu verkaufen. Doch leider hatten sie keinen so guten Preis dafür bekommen, wie sie erwarteten, denn wer mochte ein Ein-Mann-Shuttel, das man für nichts gebrauchen konnte, weil man nicht wusste, was es war?

Also gingen die Sammler wenige Tage später wieder in dem Sumpf, um bei größtem Risiko neue Schätze zu suchen...


Selmar Ernte

Die harte Jahreszeit stand bevor und die Menschen der Dörfer brachten eilig die letzten Ernten ein.

Eine Gruppe des Wandervolkes (Menschen, die sich nicht wie die Selmar niedergelassen hatten) halfen für etwas Getreide, Feuersteine und Werkzeug, bei der Ernte.

"...hoffentlich wird es dieses Jahr nicht so kalt wie in denen davor", meinte ein alter Greis der Selmar, der neben dem Feld saß.
Er musste nicht helfen.

"....ja... das hoffe ich auch", antwortete eine junge Frau, die neben ihm einige grüne Früchte aus dem Boden riss.
Zwei starke Männer kamen herbei und sprachen zu dem alten Mann.

"Keine Sorge Vater, wir werden es rechtzeitig schaffen und können dann auf die schönen Tage blicken", danach gingen sie zu den anderen aufs Feld und halfen, wo sie nur konnten, ohne eine Pause einzulegen.

Der alte Greis folgte ihnen zum anderen Feld, sein Rücken war gekrümmt. Er ging langsam, die junge Frau stützte ihn, es war seine Tochter, während die Männer schon wieder an die Arbeit gingen.

"...ich wünschte, du hättest den Jungen aus dem nördlichen Dorf geheiratet, dort ginge es dir um einiges besser als hier..."
Die junge Frau machte ein trauriges Gesicht und ging weiter. Sie wollte das Thema nicht noch mal aufwühlen.... denn sie wollte nicht irgendeinen heiraten, nur damit sie genug zu essen hatte.

Als die Nacht hereinbrach und einige der Arbeiter zurück zur Siedlung gingen, arbeiteten noch manche weiter, doch nach 30 Minuten war es zu dunkel und sie waren zu erschöpft, sodass auch der letzte Arbeiter die Arbeit ruhen lies.

Die Selmar gingen zurück in ihr Dorf - zu ihren Familien. Wie es üblich war, aßen sie gemeinsam am Tisch - wahrscheinlich gab es bei den meisten etwas Brot, ein Schälchen Suppe und vielleicht sogar etwas Fleisch oder Wurst.

Am nächsten Tag würden die Feldarbeiten wieder weitergehen.
Nach einigen Wochen war die Ernte eingebracht und die Selmar so gut wie möglich auf den strengen Winter vorbereitet, der bald über Xagobah kommen würde.
Einzelne Gestalten liefen durch die Siedlung, viele der Bewohner waren zu Hause und warteten auf die kalten Tage. Zu tun gabt es nicht mehr viel, daher war seit zwei Monaten zum ersten mal kein Betrieb auf den Feldern und den Scheunen, die das Angebaute lagern...

In einer kleinen 'Taverne' (oder etwas, was dem ähnelte) trafen sich die Arbeiter, um die Ernte zu feiern.
Doch diesmal war die Freude nicht so groß, wie in den letzten Jahren, als die Ernten noch größer ausgefallen waren.

"...es wird hart - besonders hart - dieses Jahr", meinte ein Mann, der einen Schluck aus seinem Met Krug nahm.
"...zwei unserer Hühner sind Krank und können keine Eier legen, jedenfalls nicht für die nächsten Tage..."

Ein anderer Mann nickte und setzte eine finstere Mine auf: "Auch welche von unseren Tieren sind erkrankt, es ist schrecklich, ich habe so was noch nie erlebt..."
"...und so sollen wir den Winter überstehen... ich glaube, es war noch nie so eng wie jetzt", sagte der Wirt, der gerade einen der Holzkrüge abtrocknete.

Ein älterer Mann, der sich das ganze Gespräch nur angehört hatte, haute den leeren Krug auf den Tisch und erhob sich.
"Ich kann es nicht mehr hören... wir haben es bis jetzt immer geschafft und so wird es auch dieses mal wieder sein."
Darauf ging er nach draußen und schlug die Tür zu. Auf dem Weg zu seiner Hütte grübelt er über ein mögliches Tauschgeschäft nach, um sich selber bei Laune zu halten...

Einige Männer in der Taverne sahen sich etwas verwirrt an, führten dann aber ihre Gespräche gelassen oder auch weniger gelassen (wenn es um den kommenden Winter ging) weiter fort.
"Nehmt euch seine Worte nicht zu Herzen, er weiß nicht, was er erzählt, wenn er viel getrunken hat", sagte der Wirt lachend und schank noch einige Krüge aus.
"...na dann lasst uns Feiern, solange bis wir seinen Optimismus noch teilweise haben", meinte ein Gast lachend, der etwas weiter hinten an einem kleinen Tisch saß.

Viele der Anwesenden lachten laut auf und haben ihre Krüge zum Trost. Sie nahmen einen kräftigen Schluck....
Nach weiteren Krügen war das Ereignis schnell vergessen und die Stimmung stieg bei jedem Krug (ja, der Alkohol wirkte auf dieser Welt, wie auf jeder anderen).
Manche der Anwesenden gingen, andere blieben und feierten weiter mit ihren Freunden oder Fremden, die ein bisschen später kamen.

Die Fremden waren von den Wandervölkern, eine kleine Familie. Nur zwei Männer kamen in die Schenke, es war ein Mann im besten Alter und ein grauhaariger Älterer. Sie sagten, dass die Kinder des Mannes und dessen Frau bereits in kleinen Zelten hinter dem Dorf schliefen und sie nun gerne mitfeiern würden.
"...können wir bitte ein Krug Bier haben?" Fragte der jüngere der beiden und gerne wurden sie in der Runde der Selmar willkommen geheißen.


Geschichten und Märchen

Ein grauhaariger Mann wanderte schon seid vielen Jahren durch diese Gegend. Er wurde von den anderen nur 'Peekes' genannt, was ein Slang in der Sprache dieser Welt für 'Alter Mann' war. Doch Peekes war sehr beliebt, erzählte er doch gerne jedem, der sie hören wollte, spannende Geschichten.

Der alte Mann machte sich, auf seinen Wanderstock gestützt, auf den Weg zur nächsten Siedlung. Alles was er besaß, hatte er bei sich in seinem Rucksack.
Als Peekes schließlich in das Dorf kam, sprangen die Kinder schon freudig kreischend auf ihn zu, die Leute von Selmar mochten ihn, erst recht die Kinder und er mochte sie.
Wie die anderen Menschen des Planeten handelte es sich um Sammler und Händler. Jedoch hatten sie sich fest niedergelassen und lebten neben ihren Tieren und kleinen Gärten großteils vom Tausch-Handel mit den herumziehenden Wandervölkern.

Als sich Peekes an den Dorfbrunnen setzte, der das Zentrum der Siedlung bildete, wuchs um ihn herum eine kleine Menschenmenge an. Eine der Frauen brachte ihm eine Suppe, es war schon fast ein normaler Ablauf der Dinge. Peekes besuchte das Dorf, bekam Bewirtung, und dafür gab er den Leuten oft etwas, das er in der Ferne getauscht hatte oder erzählte von seinen Abenteuern.
Die kleinen hatten sich bereits gespannt in einem Halbkreis um Peekes gesetzt.

"...wisst ihr Kinder", so begann Peekes immer, "...ich war vor 50 Gestirnen weeeeiiiit draußen im Ödland..."
Die Kinder sahen ihn immer gespannter an.
"...und kein Mensch außer mir weit und breit. Es gab nur das karge Land und mich... und dann plötzlich stieß ich auf einen steinernen Weg... wir hatten in nicht erbaut... aber vielleicht......"

Er erzählte noch lange weiter, von Zwergen und kleinen Wundertieren... und vielen zauberhaften Dingen mehr... die Kinder waren entzückt, und auch die Erwachsenen hörten seine Geschichten gerne.


"...nun ist es aber genug..."
Ein enttäuschtes Stöhnen ging durch die Reihen der Zuhörer, doch nach drei Stunden Geschichten erzählen, brauchte der alte Peekes ein wenig Ruhe. Schwerfällig stütze er sich auf seinen Stock und stand auf.

Er konnte im Haus einer der Familien schlafen, die ihn zum Abendessen ein Spiegelei und etwas Brot angeboten hatten. Als Dank gab er ihnen einen in Regenbogen-Farben schimmernden Stein, in den ein Vogel gehauen war - Sammeln und Tauschen, wie es in dieser Welt seit Jahrhunderten üblich war.


Mehrere kleine Kinder spielten vor der Hütte, in der Peekes die Nacht verbracht hatte. Sie waren schon früh aufgestanden in der Hoffnung, dass sie noch einige Geschichten von Peekes hören könnten, bevor er wieder nach Norden aufbrach.
Richtung Norden ging Peekes immer am liebsten, da Irim und Daron, seine Ziehsöhne, ihm sehr lieb geworden waren.

"Wenn ich älter bin, will ich wie Peekes die Berge durchstreifen", sagte ein kleiner Junge, der von den anderen daraufhin ausgelacht wurde.
"Du würdest dich doch in deinem eigenen Zimmer verlaufen", spotteten die anderen und einer der größten sagte: "Ich werde später eine Siedlung aufbauen, die erste im Osten."
Er prahlte noch weiter und lies sich auf einem Stein nieder...


Peekes war gerade dabei gewesen, zu gehen, hatte sich bei der Familie schon verabschiedet und die Tür ein wenig geöffnet. Er hörte das Gespräch der Kinder und ging dann schmunzelnd aus dem Haus. Leider hatte er keine Zeit, noch länger zu bleiben, wollte er in den nächsten beiden Tagen doch das Dorf von Daron erreichen.

Dennoch ging auf den Jungen zu, der ihm nacheifern wollte, strich ihm mit seinen alten, knorrigen und zittrigen Händen über das Haar und gab ihm eine kleine Holzfigur, ein Hoschas-Pferd, die wilden, kräftigen Pferde, die in den weiten Sumpf-Ebenen im Osten lebten.

Danach machte er sich auf den Weg, langsam und auf seinen Stock gestützt, doch er hatte nie Hilfe gebraucht, um irgendwo hin zu kommen.
Er verabschiedete sich von den Leuten, die er auf dem Weg traf oder die gerade im Morgennebel in ihren Gärten arbeiteten. Bald hatte er das Dorf hinter sich gelassen und verschwand Richtung Daronas.


Die nördlichen Siedlungen

Daronas und Irimis wurden die beiden jüngsten Siedlungen von den ältesten dieser Welt genannt.

Die beiden Dörfer waren von den Brüdern Daron und Irim gegründet worden. Es waren die Söhne von Grandoa, der jedoch früh gestorben war und daher hatte sie Peekes, einem guten Freund von Grandoa, von klein auf aufgezogen, wie sein eigen Fleisch und Blut.

Da Peekes sehr weise war, hatte er den beiden viel beigebracht und sie waren heute genau so schlau, wie Peekes, wenn nicht sogar noch mehr - doch es fehlt ihnen an Geduld.

Daron kam mit mehreren starken Männern nach Irimis. Er hatte seinen Bruder versprochen, bei dem Bau von Häusern zu helfen, denn sie mussten die letzten Jahre einige der Familien in den Höhlen schlafen lassen, weil es an Gebäuden fehlte.

"Sei gegrüßt Bruder, was gibt es Neues?" Fragte Daron, als sie sich trafen. "Ich bin, wie versprochen, mit meinen besten Handwerkern aufgebrochen, um beim Aufbau deiner Siedlung zu helfen..."

Irim begrüßte seinen Bruder mit einem Schlag auf die Schulter: "Sei gegrüßt Daron, es freut mich, dass du meiner Bitte folge leistes. Es ist nicht viel neues passiert, seit deinem letzten Besuch, aber wollt ihr euch nicht stärken, bevor wir anfangen, zu arbeiten?"

Die Männer und auch Daron stimmten diesem Angebot gerne zu und sie gingen in eines der größten Häuser der Siedlung, welches Irim bewohnte, um vor der Arbeit etwas zu essen.
Der Tisch, an dem sie sich nieder ließen, war lang genug, dass alle Männer Platz fanden.

Die Frauen des Hauses brachten für jeden einen Teller Suppe mit etwas Brot und ein (wenn auch kleines, da es langsam zur Neige ging) Bier, schließlich sollen ja alle später gut zupacken können.

Ein weiterer Mann kam unerwartet in die Räume. Er sah aus, als hätte er mehrere Tagesmärsche hinter sich und hatte dabei nur sehr wenig Rast. Er ging zu Irim: "Irim, ich komme mit einem Hilferuf aus meinen Heimatdorf im Süden, unsere Nahrungsmittel gehen zu neige"
Irim erhob sich und ging auf den Boten zu: "Unsere Nahrung ist selbst begrenzt, wie sollen wir euch dann was abgeben?"
Der Botschafter hatte auf seinem langen Weg einen Plan entwickelt und erhob erneut die Stimme.
"Ihr sollt es uns nicht schenken, wir wollen tauschen. Wir bieten euch Material an.... es ist härter als Holz und Stein."

Damit hatte der Botschafter voll ins Schwarze getroffen und Irim wurde schwach. Natürlich waren seine Ressourcen sehr knapp, doch für einen Handel konnte er sie noch ein bisschen reduzieren.
"Höre mein Angebot", sprach der Gründer dieser Siedlung. "Wir haben nicht die Männer, um euch Nahrung zu schicken. Du bekommst einen Wagen, den beladen wir und du reist mit ihm zurück zu deinem Dorf.... später bringen eure Männer mir das Material."
Irim wusste, dass er so länger auf das Material, welches härter als Holz und Stein sein sollte, warten musste, aber er konnte den Bau der Häuser nicht verschieben und entschied sich für diese Variante. Auf die Anweisungen Irims hin wurde dem Botschafter ein Karren und Nahrung gegeben, woraufhin sich sich dieser auf den Weg zu seiner Heimat machte.

Die anderen Männer im Haus hatte sich in der Zeit gestärkt und waren nun für die Arbeit bereit. Irim und Daron sammelten alle Arbeiter an den Plätzen, wo die Häuser errichtet werden sollten und sie begannen zu graben und zu bauen.

"...die harte Jahreszeit kommt doch erst, warum bereiten sich deren Leute nicht so darauf vor, wie wir?" Meinte schließlich einer der Männer während der Arbeit, als er eine hölzerne Schubkarre mit Erde und Steinen wegkippte. Einige anderen Arbeiter stimmten murrend zu: "Wir haben auch unsere Probleme, wer wird uns helfen?"

Daron legte seine Schaufel zur Seite und ging zu den sich beschwerenden Arbeitern:
"Die Zeiten sind hart und alle haben Probleme, das wissen wir. Doch wir müssen uns gegenseitig helfen. Wir sind doch alle ein Volk und vielleicht geht es ihnen mal besser, wenn es uns schlechter geht, dann können sie uns helfen."

"...oder wir sind alle bis dahin verhungert", sagte ein Mann und rammte die Spitzhacke nochmal in den Boden.
"Peekes sagt doch immer, vor 40 Sonnengestirnen wäre es den Leuten viel besser gegangen."

Irim, der jetzt versuchte, Daron zu unterstützen, die Arbeiter ein bisschen zu beruhigen, denn keiner wollte einen Streit, nur weil Irim den Brüdern und Schwestern anderer Dörfer geholfen hatte:
"Es gibt immer gute und schlechte Zeiten, doch lasst uns unsere Kraft nicht mit murren vergeuden, sondern helft, dass wir wieder bessere Zeiten erleben."

Bei dieser Antwort waren sich ziemlich alle einig, obwohl zwei weiterhin etwas schlecht gelaunt drein sahen, als sie weiter arbeiteten.


Daronas und Irimis

Peekes kam nach etwa zwei Tagen von dem Selmar Dorf zu Darons Siedlung. Einige Leute verließen sogleich ihre Häuser, gingen auf ihn zu und begrüßten ihn.
"....wo ist mein Sohn Daron?" Fragte der alte Mann. Zwar war Daron, wie auch Irim, nicht sein leiblicher Sohn, aber er hatte sie aufgezogen, wie seine eigenen und betrachtet sie auch wie seine Familie.
Darons Frau kam aus ihrem Haus und begrüßte Peekes ebenfalls herzlichst, bevor sie ihm erklärte, dass Daron nicht anwesend war:

"Sei gegrüßt Peekes, er ist in Irimis bei seinem Bruder. Sie helfen beim Ausbau der Siedlung."

"...oh", kam es aus Peekes Mund. Bis Irimis waren es mindestens ein sechs Stunden Marsch, für ihn neun bis zehn, und es war bereits Nachmittag.
"Könnte ich heute bei euch übernachten, bevor ich morgen dann weiter ziehe?"

Das Gesicht der Frau zierte ein Grinsen und einige Kinder, die es gehört hatten, freuten sich innerlich, dass Peekes in Daronas übernachtet.
"Gewiss Peekes, du kannst in unserem Haus übernachten. Daron hat einen schönen Gästeraum eingerichtet."
Die Frau geleitete den alten Mann ins Haus und zeigte ihm den Raum, in dem er die Nacht verbringen konnte. Nach einem guten Essen, langen gesprächen und einer angenehmen Nachtruhe war es schnell der nächste Morgen und Peekes machte sich auf den Weg nach Irimis, der anderen Siedlung seiner 'Söhne', wo er nach vielen Stunden endlich ankam.

Peekes traf einen Mann, der auf einem hölzernen Karren Holzbretter und Seile hinter sich herzog.
"...Hallo..wo kann ich meine Söhne finden?"

Der Mann sah Peekes erst komisch an und grinste dann freundlich, als er ihn erkannte:
"Hallo Peekes, schön dich mal wieder Willkommen zu heißen. Daron und Irim sind dort vorne, folge mir einfach."
Der Mann deutete auf die Stelle, an der die Siedlung erweitert wurde und zog seinen Karren weiter hinter sich her.

Als Peekes und der Mann an der Baustelle ankamen, wo seine Söhne und einige andere gerade ein neues Haus errichtete, ging der alte Mann lächelnd und auf seinen Stock gestützt auf sie zu, und als die beiden Brüder ihn sahen, ließen sie ihre Werkzeuge liegen und kamen ihm freudig entgegen.

"Peekes, endlich bist du mal wieder hier und besuchst uns, wie geht es dir?" Fragte Daron.
"Ich freue mich auch dich zu sehen, wir hatten dich schon vor mehreren Tagen erwartet", ergänzte sein Bruder.

Die Arbeiter hörten auf zu arbeiten, ließen ihre Werkzeuge fallen und gingen alle zu Peekes, um ihn herzlichst zu begrüßen, denn jeder mochte Peekes und kein anderer auf Xagobah war so weise und beliebt wie er...

"Wo kommst du gerade her? Was hast du gesehen? Hast du was neues gefunden?"
So kam es ihm von den Arbeitern entgegen, ohne dass er auch nur dazu kam, eine Frage zu beantworten...

Der alte Mann lächelte die Leute an, ging aber erst auf seine Söhne zu und umarmte sie. "...es ist schön, wieder hier zu sein."
Dann wandte er sich an die Arbeiter, ihre erwartungsvollen Blicke schienen nicht zu bändigen: "...ich war fast ein halbes Jahr in den Sümpfen und eine Woche im Ödland... da sieht man so einiges..."

Ein raunen ging durch die Menge, es waren schon viele Leute im Sumpf gewesen, auch über mehrere Wochen, aber keiner hatte sich auch nur für mehrere Tage ins Ödland getraut, da es keinen Schutz vor Stürmen oder wilden Tieren gab.

"Erzähle uns von diesen Dingen", drängte ihn die Menge, doch Irim und Daron boten Peekes erst einmal einen Platz auf einer Art Bank an und baten ihn, sich von der langen Reise auszuruhen.

"...naja... ich fand zum Beispiel im Sumpf einige Kristalle, die im Dunkeln leuchten... für einen dieser Kristalle bekam ich in einem Dorf, etwa drei Wochen von hier entfernt, ein wundervolles Messer..."
Er zog eine Klinge aus seinem Gürtel. Es war ein gut geschmiedetes Jagdmesser, in das ein großes Tier graviert war - ein Gurschy-Hirsch. Man muss ihn sich wie ein Hirsch vorstellen, der eine Schulterhöhe von 2 Metern hatte, sein Rücken mit Knorpel-Platten gepanzert und mit seinem riesigen Geweih war er ein königliches Tier.
"...später dann fand ich einige Statuen im Ödland, aus glänzendem Metall, bestimmt nicht von uns oder den anderen Wandervölkern geschaffen... aber nun denn.. was habt ihr dieser Tage so schwer zu arbeiten?"

Einige der Arbeiter setzen sich auf den Boden und ruhten sich einen Moment aus, andere tranken etwas. Daron und Irim erklären Peekes währenddessen, woran sie arbeiten: "Unsere Siedlungen wachsen, doch in Irimis fehlen einige Häuser und bevor die kalten Tage kommen, wollen wir sie hier gebaut haben."

"...wie steht es mit euren Vorräten? Der Oberste eines reichen Dorfes im Süden schuldet mir noch einen Gefallen, wenn es um eure Vorräte schlecht steht, könnte er seine Schuld bei mir sicher mit einigen Säcken Getreide bereinigen..."

Irim sah Peekes erst überlegend an, sprach dann aber voller stolz: "Unsere Kammern sind voll, wir haben noch vor einigen Tagen den südlichen Siedlungen gegen einen Fund aus dem Sumpf eine ganze Karrenladung abgegeben und wir könnten immer noch eine dritte Siedlung ernähren."
Daron stimmte dem zu und fragte Peekes, ob er etwas von neuen Funden der südlichen Siedlungen im Sumpf gehört hätte...

"...gut so, gut so... da sieht man, dass meine Söhne aus dem richtigen Holz geschnitzt sind... immer vorbereitet", meinte ihr Ziehvater lobend und antwortete dann auf die Frage über den Fund.
"...nur von einem großen Ding mit großen Fenstern, das aussehen soll, wie ein Pfeil... doch sie wollten es nicht zeigen... einer der Bewohner des Dorfes sagte mir jedoch, dass es bestimmt von mächtigen Geistern geschaffen wurde..."

"Uns wurde ein Teil dieses Fundes versprochen, doch sollten sie es bringen, das war Teil der Abmachung. Wir brauchen hier jeden Mann, um die Häuser zu bauen", sprach Irim und sah dabei zu Daron, der über die Beschreibung des Fundes gestaunt hatte.

"Doch nun solltest du dich eine Weile ausruhen, während wir die Arbeit fortsetzen", meinte Daron nach einer kurzen Zeit und begleitete einige Arbeiter zurück zu den Werkzeugen. Er teilte ihnen neue arbeiten auf. Wenn sie in diesem Tempo weiterarbeiten würden, wären sie in wenigen Tagen fertig und könnten das neue Haus einweihen, wie es in den nördlichen Siedlungen zum Brauch geworden war.

Der alte Peekes übernachtete an diesem Tag im Hause Irims. Sein Sohn hatte eine Frau und mehrere Kinder.
Die Männer des Dorfes arbeiteten aber noch bis Tief in die Nacht.

Am nächsten Morgen standen alle Arbeiter vor dem ersten Sonnenstrahl auf, gingen zu den Häusern, die sie noch in der Nacht fertig gestellt hatten und sahen sich ihr Werk an.
Als Daron und Irim dazu kamen, hatten die Sonnenstrahlen auch schon die anderen Bewohner der Siedlung geweckt und auch sie kamen zu den Häusern.
Alle freuten sich auf die Einweihung, die am heutigen Abend vollzogen werden sollte.
Daron ging zurück zu Irims Haus und weckte Peekes. Er fragte ihn, ob er heute Abend die Weihe vollziehen könnte, denn dies wäre der Wunsch der kompletten Siedlung.
Peekes sagte natürlich zu:
"...sehr gerne, Mein Sohn..." Und klopfte Daron dabei auf die Schulter.
"...wie habt ihr es nur geschafft, beide, solch schöne Dörfer aufzubauen?"

"O Peekes, alles was wir wissen, kommt von dir. Um ein so schönes Dorf aufzubauen, mussten wir was riskieren, gleichzeitig zusammenhalten und uns in allen Lebenslagen unterstüzen", antwortete Daron und lächelte dabei zufrieden.
"So wie du es uns immer gelehrt hast!" Fügte er hinzu.

Als sie alle drei wieder zusammen waren, sagte er Mann zu seinen Söhnen:
"...ich bin wirklich stolz auf euch, meine Söhne... ich wünschte ich wäre kein alter Mann und das mir mehr Zeit mit euch vergönnt bliebe..."
Es war ein wenig Niedergeschlagenheit in der Stimme von Peekes. Die beiden versuchten, ihn aufzumuntern und lächelten ihm zu.

"Wir werden noch viele Tage zusammen verbringen können, aber heute Abend feiern wir die Hausweihe...."

Beide halfen ihm auf und gingen mit ihm zu den neugebauten Gebäuden.

"...das hoffe ich", meinte ihr Vater nachdenklich, doch als er von der Feier gehört hatte, war wieder ein Lächeln über sein Gesicht gekommen. "...wie viele Häuser sind denn noch geplant?"

"Die Siedlung soll nach den kalten Monat um weitere 20 Häuser erweitert werden, du hast richtig gehört 20 Häuser!" Irim fügte den letzten Satz hinzu, da er wusste, das Peekes ihm das nicht sofort glauben würde.
Wenn alle Häuser fertig gebaut sind, würde Irimis die größte Siedlung auf Xagobah sein... und darauf war er sehr stolz.

"An Material fehlt es uns nicht und die zukünftigen Bewohner haben wir auch schon gefunden, doch wollen wir nicht bauen, wenn der Schnee fällt oder die Winde durch die Berge ziehen..."
"...Bewohner gefunden? Wohl wieder eine der Wandererfamilien, die sich niederlassen wollen... bald gibt es wohl keine Leute mehr, die wie früher und wie ich es noch mache, umherziehen."
Peekes sagte dies mit einem leichten lächeln. Er machte den Leuten keine Vorwürfe, die sich niederlassen wollten, um ein besseres oder anderes Leben zu führen.

"Ach Peekes", meinte Daron, während sich sein Vater wieder auf die Bank setzte, wo er sich am vorherigen Tag bereits ausgeruht hatte. "Wir wissen, wie gerne du durch die Landschaft ziehst, aber die Winter werden immer kälter und länger... Wir müssen uns etwas überlegen, unsere Siedlungen haben genug Vorräte, doch was ist mit den anderen. Notfalls müssen wir sie unterstützen. Es sind unsere Brüder und Schwestern, wie du es immer gesagt hast", sprach er, als sie gerade an den Häusern ankamen.
"So da sind sie..."

Peekes stand auf und sah zu den Ankommenden. Einige Karren, Planwagen, gezogen von Tieren, die aussahen wie eine Mischung aus Pferd und Bison, mit Geweihen wie ein stolzer Rot-Hirsch, standen mitten im Dorf. Es waren mindestens 15 Familien.
Irim stellte sich neben Peekes und blickte ebenfalls in die Richtung der Neuankömmlinge.

"Sie werden ab heute in unserer Siedlung wohnen... Sie werden drei Jahre für mich arbeiten, nur damit sie hier wohnen dürfen."
"...na da hast du ja genug Leute für die Felder... oder den eigenen Garten", antwortete Peekes zwinkernd.
Irim lächelte, aber sagte danach ernst:
"Ich will mich nicht bereichern, nur der Siedlung helfen."
Danach ging er auf die Familien zu und begrüßte die gerade Angekommenen. Er zeigte auf das Haus, vor dem Peekes neben der Bank noch stand und erklärte ihnen, dass sie es nach der Weihe beziehen könnten und dann in wenigen Tagen mit der Arbeit beginnen sollten.

Nachdem es dunkel geworden war, kamen mehrere Männer mit Fackeln und zündeten kleine Feuer, um das Haus herum an. Die Weihe konnte nun beginnen. Es war eine sehr wichtige Zeremonie bei den Xagobahnern geworden, die noch nicht lange Sesshaft lebten und vor dieser Weihe durfte das Haus nicht bewohnt werden....
Peekes beobachtete das ganze entzückt, er mochte Feiern und das Drumherum.
Frauen kamen mit einer Flasche, in dem selbstgebrannter Schnaps herum schwappte. Davon wurde ein kleiner Becher voll ins Feuer geschüttet und alle sahen zu Peekes, denn er sollte die Weihe abhalten. Eigentlich muss er nur mit den Erbauern anstoßen, doch die Xagobahnern zogen das Wort Weihe vor.
Nachdem also die Frauen den Becher Selbstgebrannten in das Feuer geschüttet hatten, füllten sie drei weitere für Daron, Irim und Peekes und gaben jedem einen.

Der alte Mann kippte das Zeug schnell herunter. Diesen Schnaps konnte man kaum genüsslich und langsam trinken, denn in der Kehle brannte er noch mehr, als das Feuer, das er anheizte.
Auch Daron und Irim kippten das Zeug schnell weg und alle Umherstehenden jubelten und klatschten... Die Weihe war vollzogen und nun spielten Leute aus den Wandererfamilien auf ihren Instrumenten. Das war die Spezialität und die Leidenschaft der Wandererfamilien.
Viele tanzten dazu und feierten...

Peekes setzte sich an das große Feuer und begann damit den Kindern des Dorfes und den Neuankömmlingen einige seiner spannenden Geschichten zu erzählen.
Irim ging zu der Großfamilie, die ab heute zur Siedlung gehörte und unterhielt sich ein bisschen mit dem Mann, der sie anführte.
Nach einiger Zeit stellte sich raus, dass sie früher schon mal ansässig gewesen waren... Bevor sie loszogen, wohnten sie in den südlichen Siedlungen, denen es nicht so gut ging, wie den Dörfern hier im Norden.

Auch Peekes unterhielt sich währenddessen zufällig mit einem etwas älteren Mann der Wanderfamilie über das gleiche Thema: "...warum habt ihr eure alte Siedlung verlassen, wenn ihr mal ansässig gewesen seid?"
"Der Handel, der unseren Reichtum ausgemacht hatte, ist nicht mehr so effektiv. Der Anbau, der hier oben im Norden möglich ist, wird die Zukunft unserer Siedlungen ausmachen."
"...wie viel Zeit wart ihr wieder Wanderer, seit ihr eure Siedlung verlassen habt?"
"Zehn mal nahm der Mond zu und wieder ab, als wir durch die Berge unserer schönen Welt gezogen sind. Oft haben wir daran gedacht, ständig durch die Landschaft zu ziehen, doch der Wille, sich irgendwo anzusiedeln war zu groß und so kamen wir hierher."
"...und wie seid ihr auf meine Söhne gekommen, sie um Hilfe zu bitten? Ich meine, im Norden ist es nicht gerade so viel einfacher, wie im Süden", fragte der alte Peekes.
"Es wird viel geredet in den Siedlungen, doch wenn es um Reichtum geht, sind immer die Namen Daron und Irim im Gespräch... alle wissen, was sie hier auf die Beine gestellt haben."
Peekes lächelte, er war sehr stolz auf seine Adoptivsöhne. "...ja, meine beiden Söhne haben mit ihren Siedlungen schon einiges erreicht!"
"Ja, das ist allen unserer Welt bekannt", sagte der Älteste der reisenden Gruppe und lauschte dann der Musik.
Nach einigen Stunden war das wunderschöne Fest vorbei und das Haus war bezogen.
Daron und Pekees bekamen ein Gästezimmer in Irims Haus, in dem sie ihre Nachtruhe genießen sollten.

Peekes ließ sich auf das Bett fallen und schlief kurz darauf ein. Wahrscheinlich war es seine letzte Nacht hier, denn lange hielt es ihn nicht an einem Ort - in ihm floss noch das alte Blut der Wandervölker.
Als Peekes am nächsten Morgen aufstand, war er einer der ersten, die wach geworden war. Er ging in das Zimmer, in dem der große Tisch stand - Irims Frau deckte ihn gerade für das Frühstück - außer ihr war sonst noch keiner wach.

"...gut Geschlafen?" , fragte Peekes, als er sich setzte.
"Ja und Ihr?" Fragte sie höflich zurück, während sie die letzten Sachen auf den Tisch stellte und dann ein Metallkästchen berührte, was sofort anfing zu piepen. Es war ein Gegenstand aus dem Sumpf, das in diesem Haushalt dafür benutzt wurde, die anderen zum Essen zu rufen.


Hintergrundinformationen

  • Diese Geschichte wurde benannt nach dem Lied "It's a Hard Life" von der Musikgruppe Queen.


Artikel erstellt von Basti. Kontrolliert von Silfides am 20.07.2011.

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