Geschichte: Die verbotene Liebe

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Diese Geschichte ist die Abgabe der Spieler Sothis und Anomandaris zur Wochenaufgabe "Tod eines Geliebten" (Runde 9, Wochenaufgabe 9). Sie handelt von Te'la'nec, einem Jaffa und Primus, der sich in eine Liebessklavin seines Gebieters verliebt. Die verbotene Verbindung zwischen den beiden Sterblichen wird von ihrem Gott entdeckt und die Sklavin gefoltert und gefangen genommen. Te'la'nec ist gezwungen, sie zu töten, um sie von ihren Qualen zu erlösen und nimmt danach Rache an seinem Systemlord. Das tragische Ende der Geschichte fand im Oktober 2006 auf Vermidias statt, woraufhin Shar Dakhan die Gebiete des ermordeten Systemlords für sich einfordern konnte.


Inhaltsverzeichnis

Aufgabenstellung

"Schreibt eine Geschichte, wie die Große Liebe eures Charakters (ja, auch Bösewichte verlieben sich), stirbt und weshalb. Das besondere dabei: Der Charakter muss sie auf dem Gewissen haben, d.h. entweder hat er sie getötet (dann will ich aber einen verdammt guten Grund dafür haben^^) oder sie ist durch seine Schuld gestorben.... oder von mir aus hat sich die Person auch wegen dem Charakter umgebracht, mir egal^^ Wichtig ist halt nur: die beiden müssen unsterblich ineinander verliebt gewesen sein."


Aufgetretene Personen


Zusammenfassung

Te'la'nec, Primus eines kleinen Systemlords (Vermido), sah auf der Heimatwelt seines Gebieters, dem Planeten Vermidias, die bildhübsche Sklavin Shy'ra. Erst nach mehreren Anläufen traute er sich, die Frau anzusprechen, um kurz darauf erfahren zu müssen, dass sie eine Liebessklavin seines Herrschers war. In Zukunft musste Te'la'nec sie oftmals zu Vermido bringen, wenn es dem Goa'uld nach ihren Diensten gelüstete. Im Geheimen bahnte sich eine intime Beziehung zwischen dem Primus und der Sklavin an, welche jedoch von dem Systemlord entdeckt wurde. Vermido ließ Shy'ra gefangen nehmen und sie vor den Augen seines Primus foltern. Te'la'nec ereilte dasselbe Schicksal nur für drei Tage - sein Herrscher 'vergab' ihm und nahm ihn zurück in seine Dienste, im Grunde jedoch nur, um den Jaffa leiden zu sehen. Nachdem die Sklavin über lange Zeit gefoltert, getötet und immer wieder durch einen Sarkophag zum Leben erweckt worden, entschloss sich der Primus ihre Leiden zu beenden, zu ihrer Zelle zu schleichen und sie zu töten, da an eine erfolgreiche Flucht nicht zu denken war. Anschließend ging Te'la'nec zum Palast seines Gebieters, welcher sich im Moment mit einer anderen Sklavin vergnügen wollte und tötet diesen, woraufhin sich der Primus dann selbst das Leben nimmt.

Die verbotene Liebe

Das Wasser spiegelte leicht die aufgehende Sonne wieder. Auf Vermidias war dies ein besonders schöner Anblick, doch man musste sehr früh aufstehen, um diesen besonderen Moment auszukosten. Viele kamen hierher, um diesen Ausblick zu genießen.
So wie er.
Er stand dort, sah auf den See vor sich, wie dieser sich durch hohe Berge einer silbernen Schlange gleich schlängelte. In der Mitte des großen Sees befand sich eine Insel, die in dem Schatten der Berge, unberührt vom Licht der Sonne, fast unheimlich wirkte.
Er stand auf einer Veranda aus dunklem Marmor, welche an eine traumhafte Villa grenzte.
Das Sonnenlicht bahnte sich weiter seinen Weg durch die Berge, auf die Insel im See zu. Es war strahlender Sonnenschein, welcher selbst den dunkelsten Winkel in hellstes Licht tauchte und doch ein Schatten zog sich über einen einzigen Fleck.
Der Himmel war klar, wolkenlos und blau, fast von unsäglicher Schönheit, doch für einen spielte dies keine Rolle, sein Schmerz vernebelte ihm die Sinne.
Te'la'nec schaute auf das Wasser, folgte den kleinen Wellen, die sich am Ufer brachen. Eine einzige Träne lief an seiner rechten Wange herunter - und tropfte auf den Boden...
Sein Blick jedoch verriet nicht, warum die eine Träne den Boden berührte. Er hasste es Schwäche zu zeigen, er hatte gelernt dies zu verstecken und selbst jetzt, in einem Moment in dem er mit sich selbst alleine war, traute er sich nicht seine Emotionen frei zu lassen. Er starrte förmlich auf den See, so wie er es während seiner Ausbildung gelernt hatte.


Schönheit

Te'la'nec hielt seine Stabwaffe fest in der Hand, als sein Trainingsgegner die Seine auf ihn niederprasseln ließ. Er hatte Mühe dem Druck standzuhalten, doch er ließ es sich nicht anmerken.
Und dann sah er sie. Sie war wunderschön, mit ihren langen dunklen Haaren, die ihr bis kurz über das Gesäß reichten. Sein Gegner nutzte die Gelegenheit und verpasste ihm einen Tritt gegen die Knie, sodass Te'la'nec augenblicklich zu Boden ging. Er hatte seine Deckung völlig vernachlässigt, etwas was wirklich selten vorkam, doch in diesem Moment ... war es ihm völlig egal.
Er drehte sich sofort wieder in die Richtung, in der er sie gesehen hatte, doch sie war verschwunden, der Trainingskampf war ebenfalls vorbei. Sie verbeugten sich und er beschloss in die Richtung zu gehen, in der sie verschwunden war.
Kaum einer kümmerte sich darum, warum er etwas hastig den langen Gang entlang lief und das war auch gut so. Er wollte wissen, wer sie war, wollte sie kennen lernen, wollte sie ganz für sich allein ... und nun hatte er sie voll und ganz verloren.
Wer war sie gewesen? Er hatte sie noch nie zuvor hier gesehen. War sie neu? Vielleicht war sie eine von denen gewesen, die sie zuvor auf das Schiff gebracht hatten, genau, das konnte sein. Er beschloss die Liste durchzugehen, doch es fand sich kein einziger weiblicher Passagier oder Sklave, sie musste wohl anders hierher gekommen sein.

Einige Tage verstrichen, in denen er fast ruhelos in seinem Bett lag und an ihr Gesicht dachte. Es war so wunderschön gewesen, einfach makellos, einer Göttin ebenwürdig. Er hatte noch nie so eine schöne Frau gesehen, nicht einmal unter den Göttern, denen er so bedingungslos diente und ewige Treue geschworen hatte. Sie war in seinen Augen einfach perfekt.
In dem einen Moment, in dem er nicht an sie dachte, sah er sie erneut. Er war grade auf dem Weg zu einem Jaffa gewesen, als sie seinen Weg kreuzte. Sein Atmen blieb fast stehen, so anmutig und elegant ging sie vor ihm entlang. Er spürte, wie sich sein Herz bei ihrem Anblick verkrampfte, zusammenzog, er hatte mit allem gerechnet, aber nicht mit ihr. Sie schaute zu ihm herüber, lächelte etwas verlegen. Ihre Blicke trafen sich - und dann ging sie weiter.
Was sollte er nun tun? Immerhin kannte er sie nicht. Sollte er ihr hinterher gehen? Was wäre, wenn jemand ihn beobachten würde? Was wäre, wenn sie verheiratet ist? Er verwarf den Gedanken wieder schnell, wollte ihn nicht wahrhaben, stattdessen überlegte er weiter angestrengt nach.
Ein Goa'uld der liebte? Nein!
Er blieb stehen, weil sein Verstand es ihm sagte. Doch er spürte, dass sein Körper etwas ganz anderes wollte: Nämlich ihr folgen.
Und er tat es.
Te'la'nec hörte nicht auf seinen Verstand - und auf das, was er gelernt hatte. Er hatte aufgehört zu denken, folgte nur noch seiner inneren Stimme, welche ihn förmlich zwang, ihr zu folgen. Er drehte sich nach rechts und ging ihr nach, der Gang war lang und somit konnte er sie noch sehen, als sie grade einen Gang nach links nahm. Er schritt etwas schneller, um sie nicht wieder aus den Augen zu verlieren und dann kam der Moment; da war sie.
Sie bewegte sich wie eine Göttin. Sie hatte lange Beine, dass konnte man deutlich sehen. Sie war so wunderschön, es war beinahe eine Sünde, sie überhaupt nur anzusehen und er wollte sie nur für sich. Langsam jedoch schlich sich ein neuer Gedanke in seine Gedankenwelt ein. Warum verhielt er sich so? Warum spielte sein Körper seit ein paar Tagen verrückt? Was hatte diese Frau in ihm ausgelöst? Noch nie war er so sehr an einer Frau interessiert gewesen. Für ihn war immer nur eins wichtig gewesen: Sein Lord, die Götter und sein Volk. Und so musste es eigentlich bleiben, für nichts anderes hatten ihn die Götter auserwählt.

Er nahm ebenfalls den Gang nach links und dort stand sie, mit dem Rücken zu ihm gewand. Merkte sie, dass er sie verfolgt hatte? Dachte sie, er würde ihr nachstellen? Seine Gedanken rasten.
Sie drehte sich um, es war keine Spur von Angst oder etwas ähnlichem zu erkennen. Sie schaute ihm direkt in die Augen. Dies war die erste Situation in seinem Leben, in der er nicht wusste, was er sagen sollte.
Sie schaute ihn fragend an und verbeugte sich.

"Kann ich euch helfen, Herr?", fragte sie in einem Ton, der eindeutig darauf schließen lies, das sie einen unteren Rang bekleidete.
Er wusste nicht, was er sagen sollte und so versuchte er sich irgendetwas aus den Finger zu saugen.

"Nun ja... ich äh....", begann er mehr zu stammeln, als wirklich etwas vernünftiges zu sagen.
"Ich habe dich gesehen und möchte wissen, wem du dienst.", sagte er dann ernst weiter - und wirkte nun gefasster. In seinem Kopf jedoch hätte er sich selbst schlagen können. Was war das für eine dumme Frage, die er da stellte?
"Ich diene dem selben wie ihr, mein Herr.", sagte sie demütig, den Kopf immer noch ein wenig gesenkt. 'Natürlich dient sie demselben Herren wie du, Dummkopf...', dachte sich Te'la'nec.
"Seit wann bist du hier?", wollte er wissen, den Kopf etwas angehoben um sie weiter von oben betrachten zu können.
Warum sprach er so mit ihr? Er war so fasziniert von ihr und musste doch, um den äußeren Anschein zu waren, mit ihr umgehen wie er mit jeder Sklavin umging. Dabei verbrannte ihm jedoch förmlich das Herz, jedes Wort welches er so abneigend in den Mund nahm, hätte er am liebsten Wiederrufen.

"Seit ein paar Tagen. Ich wurde von einem unwichtigen Planeten hier her gebracht, mein Herr."
"Du kannst weiter machen.", sagte er.
Sie verbeugte sich und ging.
Und er musste sie unbedingt kennen lernen.


Reflexionen

Das Sonnenlicht war weiter gewandert, die Insel erstrahlte nun hell in der Morgensonne. Einige Vögel flogen über seinem Kopf hinweg, auf die Insel zu. Alles war ruhig, alles harmonierte miteinander, doch in seinem Inneren tobte ein Sturm der Gefühle. Seine Gedanken tobten, seine Gefühle rasten, ließen ihm keine Ruhe mehr.

Ein Hass, den er noch nie zuvor gespürt hatte, nährte sein Innerstes. Es brannte in ihm, drohte ihn beinahe aufzufressen und blind zu machen.
Hass... Hass war das einzige Gefühl, welches in jeder Sekunde in ihm aufkeimte.
Jede Sekunde zerfraß es seinen Körper, als sei dieses Gefühl ein Virus, der langsam seine Zellen angriff und zerstörte. Wut loderte in seinem Herzen auf, seine Hände ballten sich zu Fäusten und die spitzen Nägel bohrten sich in seine Haut. Wie konnte passieren, was passiert war? Er hatte sich selbst verraten. Er hatte sein Volk verraten, seinen Herren, doch was viel schlimmer war, er hatte SIE verraten.


Enttäuschung

Es ging nun schon einige Tage so, dass Te'la'nec nicht wusste, was er tun sollte. Jedes mal, wenn er sie sah, begann sein Herz wie wild zu schlagen, dabei kannte er sie gar nicht richtig, hatte erst ein paar zaghafte Worte mit ihr gesprochen, verdammt, er wusste noch nicht einmal ihren Namen...
Doch etwas machte ihm zu schaffen.
Er war der Primus des herrschenden Systemlords und dieser nahm sich weibliche Sklaven so wie er sie wollte - und dieser nahm sich auch sie. Ihr Name war Shy'ra, wie er kurz darauf erfuhr, es brach ihm das Herz, wenn sein Herr ihn nach ihr ausschickte, um sie zu holen. Er war bei einer Audienz der neuen Sklaven dabei, sein Herr wollte sich die neuen "Spielzeuge" ansehen und wählte dabei genau diejenige, die sein Herz zum schmelzen brachte, diejenige die ihm seinen Verstand raubte. Wie konnte er nur? Als er die Wahl seines Herrn sah, rauschte ihm das Blut in den Ohren, er wollte es einfach nicht wahrhaben, wollte es verhindern, doch er wusste, er konnte gegen einen Gott nicht gewinnen und doch ... er wollte sie, mehr als alles, er musste sie irgendwie aus seinen Fängen befreien.

Er wartete jedes mal vor der Tür, bis sein Herr mit ihr fertig war. Er liebte Geschlechtverkehr, vor allem mit so schönen Frauen wie es Shy'ra eine war. Dennoch zeigte Te'la'nec keine Gefühlsregung in Gegenwart von anderen, während in seinem Inneren ein Kampf der Gefühle tobte. Der Hass, der Zorn, alle zusammen kämpften einen inneren Krieg. Er ging zu ihr, nahm sie mit und brachte sie zu seinem Herren. Wartete vor seiner Tür. Sein Herr öffnete die Tür, fasste sie grob an ihren Armen und warf sie praktisch zu Te'la'nec, wenn er fertig war, der jedes Mal vor Wut hätte schreien können.
Am liebsten hätte er seinen Dolch genommen und es dem Herrn in die Eingeweide gerammt, den Dolch langsam in seinem Bauch umgedreht, ihn gequält. Er hätte sie am liebsten gerächt.
Doch er durfte nicht.
Niemals.
Es war sein Herr, sein Gott und sein Volk, dem er diente, es war eine Liebe, die nicht sein sollte.
Und sie wusste es. Shy'ra sah es jedes Mal in seinen Augen, wenn er sie holte. Sie sah, wie er jedes mal innerlich starb, wie die Wut in ihm zerrte.
Doch sie verriet ihn nicht.

Te'la'nec wusste, dass ihn sein Gott wieder ausschicken würde. So ging er zeitig zu seinem Herrn und fragte ihn, wann er nach seiner Sklavin verlangen würde. Dieser sagte, er würde sie in drei Stunden bei sich haben wollen.
Es blieb genug Zeit.
Te'la'nec machte sich auf den Weg zu Shy'ra, denn er wusste, dass sie für ihn genauso empfand wie er für sie.
Er klopfte an die Tür, sie öffnete und er trat herein - etwas, was er sonst nie tat.
Er schloss die Tür und schaute ihr in die Augen. Sein Herz schlug so stark, dass er das Gefühl hatte, es würde den Brustkorb sprengen.
Er hatte sich einige Tage lang gefragt, was er tun sollte um ihr das Leben zu erleichtern. Er liebte sie, dass wusste er nun. Sie liebte ihn, ohne das sie es jemals gesagt hatte. Er spürte es einfach.
Sobald die Tür ins Schloss fiel drückte er sie leicht gegen die Wand. Er beugte sich vor, er spürte ihr Atem auf seiner Haut. Es war der schönste Atem, den er jemals gerochen hatte. Sie legte ihre Hand auf seinen Nacken, sofort bekam er eine Gänsehaut davon.
Dann berührten sich ihre Lippen ganz langsam, er schien innerlich zu explodieren.


Reflexionen

Hätte er damals gewusst, welches Unheil er über sie hereinbrachte, er hätte es ihr erspart, er hätte weiterhin Stillschweigen bewahrt. Die Verdammnis, die er über sie gebracht hatte, war unverzeihlich, er war ihr Todesurteil und nur sein Herr hätte etwas dagegen tun können, doch er tat nichts dagegen, im Gegenteil, er war einer der Gründe für ihren Tod, ein Grund wieso er ihn so sehr hasste. Er spürte den Schmerz, den man erfährt, wenn man jemanden bedeutsamen verliert, ein grausames Gefühl, besonders wenn man diese Person liebte.
Wenn er in der Lage gewesen wäre, die Zeit zurück zu drehen, dann hätte er es getan. Nicht einmal, um sich selbst den Schmerz zu ersparen, sondern für sie. Nun aber konnte er nichts mehr Rückgängig machen. Es war geschehen. Und er musste dafür büßen. Und er würde sich ewig quälen...


Ekstase und Schmerz

Te'la'nec war wie elektrisiert, als sich ihre Lippen voneinander lösten und sich gleich wieder berührten. Stundenlang. Bis zu dem Zeitpunkt, als beiden klar wurde, dass sie etwas verbotenes taten - und zu Shy'ra ihrem Systemlord musste.
Es brach ihm das Herz, als er sie wieder dort abliefern sollte. Sein Lord trat ihm freudig entgegen, bedankte sich bei ihm, dass er sie so pünktlich abgeliefert hatte. Dann packte er sie und zog sie hinein.
Te'la'nec hätte am liebsten vor Wut aufgeschrieen, die Tür aufgemacht und wäre hinein gestürzt, hätte den Lord sofort getötet.
Doch er tat es nicht.
Er tat es nie.
Nicht heute. Nicht morgen. Und auch nicht in den nächsten Wochen, in denen Hass und Wut sein Herz mehr und mehr auffraßen.
Er hatte jedes mal ihr Gesicht vor Augen. Ihr trauerndes Gesicht, gezeichnet von Angst. Jedes Mal, wenn sie zu ihm musste, um erneut ihren Körper dem Gott zu geben, der sie wie ein Spielzeug behandelte.
Ihm war nicht bewusst gewesen, dass er jemals so fühlen konnte, doch sie hatte ihm die Augen geöffnet. Er wusste nun, dass es etwas so schönes wie die Liebe gab. Und alleine das war ein Verbrechen an sich. Er musste doch seinem Gott und seinem Volk dienen....

Dieser Sturm der Gefühle sollte noch Monate lang so weiter gehen. Tag für Tag, Woche für Woche, in denen sie sich sahen, sich liebten und nicht voneinander lassen konnten. Bis zu dem Tag, an dem Te'la'nec fortgeschickt wurde, auf eine Außenmission.
Er konnte sich nicht einmal von ihr verabschieden, da keine Zeit blieb und die Mission äußerst wichtig war.
Sein Systemlord entsandte ihn und weitere Jaffa und Goa'uld auf einen weit entfernten Planeten, auf dem sie das Chaa'pai unter ihre Kontrolle bringen sollten. Dort aber gerieten sie in einen Hinterhalt und wurden gefangen genommen und gefoltert. Einzig sein Wille, Shy'ra wieder zu sehen, erhielt ihm am Leben. Es gelang ihm die Flucht, nachdem alle anderen bereits getötet worden waren. Nach 2 ½ Monaten hatte er es geschafft zurück zu kehren und seinem Lord alles zu berichten, was er wusste.
Anschließend begab er sich sofort zu Shy'ra, die allerdings nirgends auf zu finden war. 'Wo war sie nur?', fragte er sich. Seine Hoffnung schwand dahin, als er alles abgesucht hatte und sie nirgends fand. Ihm blieb nur eine Möglichkeit, seinen Lord zu fragen. Er ging zu ihm, und fragte ihn, wo sie wäre.
Der Lord wusste selbstverständlich bescheid, was bei den beiden gelaufen war. Deswegen hatte er Te'la'nec auf die Mission geschickt - lies sich jedoch nichts anmerken.

"Sie steht unter Arrest!" Sagte der Systemlord, mit seiner tiefen und dunklen Stimme, die in jedem Angst auslöste - nur nicht in Te'la'nec. Er wurde wütend.
"Wieso mein Lord? Was hat sie getan?"
"Warum interessiert es dich, was diese wertlose Sklavin getan hat?"
Keine Antwort.
"Sie ist eine Spionin und stand im Dienste Hathors. Sie wird den Tod finden!", sagte der Lord trocken und mit einem leichten Lächeln.
Die Wut entbrannte in Te'la'nec wie ein Vulkan, der kurz vor dem Ausbruch stand und tausende von Wesen vernichten würde.

Reflexionen

Damals hatte er das Ausmaß der Katastrophe gar nicht realisiert, er hatte nicht geahnt, dass Shy'ra vom Systemlord geschwängert wurde. Es war nicht akzeptabel, so etwas durfte niemals an die Öffentlichkeit gelangen, sodass der Systemlord beschlossen hatte, sie als Spionin hinzustellen und sie zu töten. Te'la'nec's Magen drehte sich immer wieder um, als er an die Folter dachte, die ihm zuteil wurde. Die Schmerzen die ihn gequält hatten, waren jedoch kein Vergleich zu dem Schmerz, den er fühlte, wenn er daran dachte, sie nie wieder zu sehen. Te'la'nec ging ins Innere des Hauses, betrachtete im Spiegel die Narbe, die sich quer über sein Gesicht zog.


Blut für die Liebe

Mit jedem Schlag der neunschwänzigen Peitsche wurde der einst so schöne Rücken Shy'ras zerkratzt und zerfetzt. Mit jedem Schlag der neunschwänzigen Peitsche wurde nicht nur Shy'ras Leiden größer, nein, auch Te'la'necs Seele stand in Flammen. Der Systemlord hatte ihm vergeben, doch erst nach dreitägiger Folter. Er war wieder der Primus seines Meisters, erneut musste er ihm die Treue schwören. Er tat dies nur um eines Tages Shy'ra zu rächen. Der Lord jedoch wollte ihn noch ein wenig Leiden lassen und sehen, was passieren würde, wenn man zu einem Shol'va werden würde. Er musste der gesamten Folter Shy'ras beiwohnen, musste ihr gesamtes Leiden ertragen. Jedes Mal, wenn sie starb, wurde sie wieder auferweckt, jedes Mal vergrößerte sich ihr Leiden. Sein Herr war sehr phantasievoll, was Qualen anging.
Erneut ein Schlag mit der neunschwänzigen Peitsche.
Die ganze Zeit dachte er darüber nach, wie er ihre Schmerzen beenden könnte, er wollte sie nicht mehr Leiden sehen, wollte, dass sie endlich Frieden finden würde.

Der Foltermeister lies von ihr ab, nahm sie von den Ketten und fesselte sie nun an einen Stuhl. Er nahm ihre matten Arme und legte den jeweiligen Arm in eine Befestigung, sodass sie sich nicht befreien könnte. "Sieh es dir an, Te'la'nec, das passiert mit Shol'va, das passiert mit jenen, die im Namen eines falschen Gottes, einem Richtigen schaden wollen." Der Systemlord gab dem Foltermeister ein Zeichen, ein Zeichen welches nur noch mehr Schmerz bedeutete.
Der Foltermeister nahm eine Zange und fing an jeden Fingernagel einzeln auszureißen. Shy'ra verlor das Bewusstsein als sie den Fingernagel des Ringfingers verlor, sodass der Foltermeister ihr nun einfach das Genick brach, und sie mittels des Sarkophags wieder belebte. Zwei Jaffa brachten sie erneut und der Foltermeister nahm einen großen Hammer. Shy'ra legte man auf eine Liege und bearbeitete sie nicht nur mit dem Hammer, sondern auch mit einer Handspange.

Ihr Brustkorb war zertrümmert und ihre Lungen füllten sich mit Blut. Jeder einzelne Knochen wurde von dem Foltermeister zertrümmert. Aber der Peiniger ließ nicht ab. Mittels eines Assistenten, welcher ein Heilmodul verwendete, hielt er Shy'ra am Leben, um sie weiter in ihren Schmerz schmoren zu lassen. Shy'ra wandte sich in Qual, es fühlte sich an, als ob ihre Schädeldecke platzen würde, um ihr endlich die letzte Ruhe zu gewähren, was sie jedoch nicht tat. Mittlerweile war Shy'ra ein lebendes Wrack. Jeder Knochen zertrümmert, die inneren Organe tödlich verletzt, ihr Herz förmlich verbrannt. Shy'ras Gefühlswelt war nur noch ein Meer aus Schmerz und Pein. Der Foltermeister ließ weiterhin nicht von ihr ab, beinahe so, als hätte er auf diesen Moment so lange gewartet. Ihre Augen schmerzerfüllt, die Zunge trocken, den Rachen verstopft durch den Schmerz, den sie ertragen musste, die Brust gepresst, das Blut gefroren, das Fleisch verfallen, das Herz durchbohrt.
Erneut der Einsatz des Sarkophags.
Mehrere Stunden war Shy'ra diesen infernalischen Leiden ausgesetzt, bis sie langsam erneut fühlte, wie sich ihre Seele von ihrem Körper löste. Ein leichtes Flimmern ging von ihren Körper ab, bis Shy'ra einen letzten markerschütternden Schrei losließ, bevor sie seufzend, als ob sie damit ihre Seele aushauchen würde, zusammensank. Sie schloss die Augen und alles wurde dunkel um sie herum.

Der Systemlord langweilte sich mittlerweile, sodass er befahl, sie erneut wiederzuerwecken und danach zurück ins Verlies zu bringen. Te'la'nec ging aus dem Raum hinaus, ging zurück in sein Quartier und setzte sich aufs Bett. Bisher hatte er versucht all das zu verdrängen, versuchte es nicht an sich heran zu lassen, doch zu sehen, wie Shy'ra gefoltert wurde, war zuviel für ihn. Die heißen Tränen die er vergoss, waren Tränen des Schmerzes gewesen, Tränen die nach Rache sinnten.
Sein Plan war einfach und doch bedeutete er erneut Verrat. Er wollte sie von ihren Schmerzen befreien, doch dies ging nicht, die Sicherheitsbestimmungen waren klar, würde er sie retten wollen, würde ihn der Tod oder noch schlimmeres erwarten. Er nahm seine Stabwaffe, sich seines Zieles klar bewusst und dennoch, seine Hand zitterte nur bei dem Gedanken an seine Aufgabe.

Er verließ sein Haus und ging zum Palast des Systemlords. Te'la'nec wusste, er würde sich sein ganzes Leben lang dafür hassen, er wusste, die Dämonen würden nicht von ihm ablassen, würden ihn sein ganzes Leben lang quälen, doch es musste geschehen, er erkannte, dass es nicht anders ging.
Als er den Palast erreicht hatte, begab er sich sofort in die Katakomben, wo Shy'ras Verlies war. Schnellen Schrittes erreichte er ihre Zelle, doch was er sah, raubte ihm den Atem. Obwohl sie mehrmals mittels des Sarkophags wiedererweckt worden war, war ihr Körper aufgezehrt. Sie war schwach, erkannte ihn nicht einmal, verlor das Bewusstsein, war ein körperliches Wrack. Als er sie ansah, wusste er, dass sein Lord dafür büßen würde. Er ging in die Zelle, sie waren allein, nur die beiden. Dem Wärter hatte er das Genick gebrochen, er hasste es, seine eigenen Männer zu verletzten, doch es musste sein.

Er umfasste seine Stabwaffe fest und aktivierte sie. Sofort schoss die Spitze auf, mit dem gewohnten orangenen Flimmern. Er wusste, er musste es tun, konnte es jedoch zuerst nicht. Erneut musste er mit sich ringen, um nicht in Tränen auszubrechen, selten hatte ihn jemand so gesehen, selten hatte er sich selbst so erlebt und doch, er musste es tun, es führte kein Weg daran vorbei. Te'la'nec zielte genau, er musste so schießen, dass der Kopf vom Körper getrennt wurde. Eine kopflose Leiche konnte niemand wiedererwecken. Er umfasste erneut seine Stabwaffe fest und vollbrachte sein Werk. Nie war ihm etwas so schwer gefallen wie das. Bei jedem Schuss verbrannte seine Seele, mit jedem Treffer wurde sein Schmerz größer. Nachdem sein Werk getan war, war die Leiche Shy'ras so verstümmelt, dass es unmöglich war sie erneut wiederzuerwecken. Er ging zurück in sein Haus und sah sich den Sonnenaufgang an.

Reflexionen

Das Gesicht welches er erblickte, konnte unmöglich seins sein, so eine hassverzerrte, Zornerfüllte Mimik hatte er bei sich noch nie erblickt. In seinen Gedanken bildete sich ein neues Szenario, er würde Shy'ra rächen, ihr Tod sollte nicht umsonst gewesen sein, er würde ein Gottesmörder werden. Er machte sich erneut auf den Weg in den Palast...


Vergeltung

Der Systemlord hatte bereits ein neues Opfer gefunden, wusste noch nichts vom Tod Shy'ras, längst hatte er eine neue Sklavin. Er führte sie den Korridor entlang zu seinem Zimmer. Nachdem er die Tür geöffnet hatte, zog er sie hinein. Sie gab sich ihm hin, das wusste er, das musste sie tun. Doch als er drinnen war, bemerkte er, dass noch jemand anderes hier sein musste, den er spürte. Er fragte mit fester Stimme in den Raum: "Ist da wer? Wer wagt es, einen Gott zu belästigen?" Die Dunkelheit welche sie umgab, war trügerisch, der Lord bildete sich ein, dass die Temperatur im Raum soeben um zehn Grad gesunken sei. "Euer schlimmster Albtraum", kam es leise aus der Richtung seines Bettes. Die Stimme kam ihm bekannt vor, doch konnte er es wirklich sein? Wieso? Er machte das Licht an. Der Systemlord hielt inne und wandte sich dem Bett zu.

"Was willst du hier? Verschwinde!" Der Goa'uld merkte, wie sich die Sklavin an ihm schmiegte und ihn fragte, wieso der Jaffa hier sei. Als der Systemlord noch einmal hinschaute, wurde er noch blasser als er schon war und sein Gesicht fing leicht an zu zucken.

"Kel Sha Dis'tra..." Te'la'nec saß auf einem Stuhl, die Füße auf einen Tisch gelegt, völlig ruhig und bequem. Doch der Schein trog. In seinem Inneren rumorte es, es war, als würde ein Vulkan kurz vor seinem Ausbruch stehen. Er wusste, bald würde er den Höhepunkt seines Zorns erreichen, den Zenit seines Hasses, Te'la'nec würde sich seinen Emotionen völlig hingeben. Er hob seine Beine von dem Tisch und stand auf zu seiner vollen Größe und stellte sich vor den Tisch. "Ein neues Opfer? Bedeutete Euch Shy'ra nichts? Die Wachen zu rufen wird Euch nichts bringen, sie stehen zu mir." Te'la'nec sah, wie sein Herr nach Worten rang, sah wie er sich bereits eine Ausrede ausdachte. Es wunderte ihn, denn sonst brauchte der Systemlord für keine seiner Handlungen eine Ausrede. Die Luft stank beinahe schon nach seinen Lügen, er spürte, wie er die nächste bereits in seinem Kopf vorbereitete. "Hattest niemanden mehr zum schikanieren, niemanden mehr den du wie den letzten Dreck behandeln konntest...", sprach Te'la'nec nun direkt. Bei diesen Worten ging er kurz vor dem Systemlord auf und ab, drehte ihm den Rücken zu, ging wieder zu dem Tisch und schaute aus dem Fenster des Raumes. Die Sonne, welche im Begriff war unterzugehen, umgab Te'la'nec aus dem Blickwinkel des Goa'uld eine feurig rote Korona. Te'la'nec schloss kurz die Augen, jetzt war es an der Zeit. Er spürte es, wie eine Explosion ihn umgab, er spürte den Hass in sich explodieren, spürte den Zorn der sich mit seinem Blut vermischte und durch seine Venen jagte.

"Ich...", wollte sein Herr beginnen, doch plötzlich drehte sich Te'la'nec wieder zu ihm hin und öffnete seine Augen. "Schweig!" Te'la'nec brauchte nicht zu schreien, seine Stimme hatte einen so eisigen Hauch von Tod und Verderbnis, dass der Systemlord auch ohne jede weitere Silbe schwieg. Er war sprachlos, so sprachlos, dass er selbst seinem Primus gehorchte, ein recht eigenartiges Bild. Te'la'nec machte der Sklavin mit einer Handbewegung klar, dass sie gefälligst verschwinden sollte und obwohl die Sklavin nicht wusste, wieso sie es tat, tat sie es. Der Goa'uld hätte normalerweise sie für einen solchen Frevel bezahlen lassen, niemand kommandiert seine Sklaven herum, doch er war viel zu gelähmt von Te'la'nec's Erscheinung. Nachdem die Sklavin verschwunden war, fixierte ihn Te'la'nec mit seinem Blick. Es schien dem Primus so, als würde sein Blick ihn verbrennen, er wusste, er würde diesen Raum nicht mehr lebend verlassen. "Du wirst es nicht wagen einen Gott zu töten..." Sein Wortschwall wurde erneut unterbrochen, Te'la'nec trat ihm mit aller Kraft ins Gesicht, sodass sein Herr zur Seite fiel. Der Systemlord rappelte sich auf und hielt sich seine blutende Nase. "Es ist aus. Bete dafür, dass du da, wo du jetzt hinkommst, Vergebung erwarten kannst.", mit diesen Worten zog Te'la'nec einen Dolch hervor um diesen mit voller Wucht in das Herz des Lords zu rammen. Te'la'nec riss die Klinge zurück und sah wie der Lord mit dem Tode rang. Er lies ihn auf dem Boden sterben und wusste, dass sein Werk hier getan war. Die Genugtuung durchströmte seinen Körper wie ein Glücksgefühl. Shy'ra hatte ihre Rache erhalten. Er wusste, es gab nun nur noch eine Person, die gerichtet werden musste, er selbst, für seine Tat an seiner Geliebten. Er rammte sich die Hand in die Bauchtasche und riss sich mit einem kräftigen Ruck den Symbionten heraus. Der Schmerz, dem er zum Opfer fiel, brachte ihn zu Boden, lies ihn in die Knie gehen. Der Schmerz raubte ihm die Besinnung, sodass er nicht mehr bemerkte, wie sich seine Seele von seinem Körper löste und er endlich wieder eins mit Shy'ra wurde.


Artikel erstellt von Basti. Korrigiert von Silfides am 27.06.2011.

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