Geschichte: Devils Blacklist - The Undertaker

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Diese Geschichte fand etwa um 11.600 v. Chr. auf einer kleinen Welt statt, wo sich Hestia vor Sokars Zugriff versteckte. Es ist die erste Episode der 'Devils Blacklist'-Reihe rund um Sokars Anschlagserie auf Mitglieder seiner Familie, welche in der GNN Ausgabe vom März 2009 erschien.


Inhaltsverzeichnis

Aufgetretene Personen


Zusammenfassung

Nachdem seine Geschwister Zeus, Demeter, Hestia, Hera und Poseidon nach dem verlorenen Krieg gegen Sokar 12.100 v. Chr. geflohen waren, spürte der Supreme Systemlord Hestia nach 500 Jahren auf einer kleinen Welt außerhalb des Goa'uld Imperiums auf.
Er schickte ein kleines Einsatzkommando von Attentätern auf die Welt, in der sich Hestia verbarg und während die Göttin in ihrem Sarkophag lag, versiegelten die Attentäter das Gerät und schafften die Goa'uld-Königin fort. Wie Sokar ihnen befohlen hatte, ließen die Attentäter einer Säure durch einen Schlitz im Sarkophag laufen, die den Unaswirt und schlussendlich auch den Symbionten zu zerfressen begann - die Folter und der schlussendliche Tod zogen sich jedoch weit in die Länge, da der Sarkophag weiterhin seine heilende Wirkung ausübte, sogut er konnte.


Devils Blacklist - The Undertaker

Familieneintracht war nicht mehr nur ein Euphemismus, es war der Inbegriff purer Ironie, wenn man das Verhältnis zwischen Hades und seinen Geschwistern betrachtete.
Hestia erging es nicht anders als Zeus, Poseidon, Hera oder Demeter. Die Göttin der Familieneintracht kauerte nun seit 500 Jahren auf einer kleinen Welt außerhalb des Goa'uld Imperiums. Auf dem Antlitz der Galaxis war es ein Loch, eine Höhle, ein Versteck, so weit weg und so unscheinbar, wie es nur ging. Sie hatte ihre Heimatwelt gerade noch mit einem Schiff verlassen können, im Grunde nur Minuten vor der Invasion durch Hades Flotte, der sich in den Wochen davor bereits die verbliebenen Reste ihres Besitzes angeeignet hatte.

Eintracht war das letzte, was die Goa'uld Königin empfand. Sie war verletzt, in ihrem Stolz wie auch in ihrem Selbstbewusstsein. Sie hatte alles verloren, alles was ihr etwas bedeutet hatte, was sie selbst errichtet und geformt hatte. Ihre Macht als Systemlady war zerbrochen, zerstört durch den Hunger eines Totengottes, der nicht genug Macht haben konnte und niemals satt geworden war. Und dabei war es immer noch nicht zu Ende gewesen. Ihr Bruder hatte ihr nicht alles genommen, eine einzige Sache hatte sie ihm entziehen können - Ihren Kopf in seiner Schlinge. Ihren Leib in den Pranken seines Wirts. Aber er war dort draußen, es war kaum zu fassen, was er ihr angetan und dabei gewonnen hatte. Keine schicksalhafte Wendung, keine Strafe. Hades hatte alles gewonnen, jeden Widerstand der Systemlords niedergerungen. Ra, Apophis, Kronos, alle hatten sie sich ihm unterworfen. Jeder, der Systemlord war, jeder, der Macht besaß, besaß sie, weil er ihm diente.

Nicht, dass Hestia aus noblen Gefühlen ihrer Rasse gegenüber ein Feind ihres Bruders war. Sie wäre vor ihm auf die Füße gefallen, gekrochen, sie hätte jede nur erdenkliche Pflicht übernommen, um in seinen Diensten ihre Macht als Göttin innerhalb der hohen Hierarchie beizubehalten, doch Hades hatte ihr diese Möglichkeit niemals gegeben. Er wollte sie tot sehen, sie vernichten. Er hatte ihre Reiche annektiert und anders als Kronos, ihr aller Vater, der noch ein bedeutender Machtfaktor im Imperium war, waren seine Geschwister kein politisches Gewicht mehr.
Das sich ihr Bruder mittlerweile Sokar nannte, machte für sie einen Unterschied. Hades - Sokar. Es war nun endlich so, dass er als Hades seine Maske abgelegt und als Sokar seine wahre, machtbesessene Fratze gezeigt hatte. Niemals zuvor in der Geschichte der Goa'uld waren so viele Herrscher gestürzt worden, aus minderen, fadenscheinigen Gründen entmachtet, wie unter seiner Herrschaft. Wer nicht von Nutzen oder Sokar nicht hörig genug war, der wurde ausgeschaltet und seine Reichtümer gingen an den Herrn der Finsternis. Nicht, dass es die anderen Großmächte interessiert hätte, noch nicht, nicht, da sie nicht selbst auf der Abschussliste standen, denn sie hatten selbst die Chance ihre Krümel vom Kuchen abzubekommen.
'Das würde sich ändern', dachte Hestia ihr geistiges Selbstgespräch zu Ende, als sie vom Fenster ihres Schlafgemaches in die untergehende Abendsonne blickte. 'Aber dann wäre es für sie wahrscheinlich zu spät.'

500 Jahre des Exils hatten aus ihrem Zufluchtsort eine kleine, bewohnte Welt gemacht. 500 Jahre hatten die wenigen hundert Unas, die sie in ihrem Schiff mitgebracht hatte, zu einem kleinen Volk werden lassen. Es gab hier kaum Naquadah, vor allem aber nicht genug, um das Goa'uld Imperium auf dieses Randsystem aufmerksam zu machen.
'Vielleicht erlebe ich ja, wie sich die Kriecher doch noch erheben und vielleicht kann ich Beiwohnen, wenn sie meinen Bruder auslöschen', ihre Stimme klang in ihrem Kopf verbittert und zornig. Aber sie war eine Goa'uld-Königin, es lag in ihrer Natur und ihr Hass konnte Jahrtausende überdauern, genauso wie ihre Rachepläne.

Sie wandte sich vom Fenster ab, die letzten Sonnenstrahlen fielen wärmend auf die Wände ihres Tempels und auch in die Gemächer. Der sanfte Wind spielte mit den Vorhängen und die Göttin begab sich zurück zu ihrem Sarkophag. Die mächtige Maschine öffnete sich und sie glitt langsam hinein. Auch wenn ihr Unaswirt jahrtausende ohne dieses Gerät überstand, es war ein erhebendes Gefühl, nach einer Nacht in dieser Maschine zu erwachen und die Welt mit vollkommen anderen, mächtigen Gefühlen zu erfassen... noch allmächtiger als sich die Götter ohnehin verstanden.

Sie ruhte nur ein paar Stunden, bevor eine Erschütterung sie aufschrecken ließ. Sie wartete, doch der Sarkophag öffnete sich nicht. Lauschend versuchte sie einen Grund für die Erschütterung auszumachen. Dann spürte sie genau, wie der Sarkophag mit ihr darin angehoben und bewegt wurde. Hestia brüllte und tobte. Sie schlug auf die Wände ein, ohne, dass ihr kräftiger Unaskörper etwas damit erreichen konnte. Sollte sie ihre Handspange einsetzen? Das würde ohne Zweifel die Schockwelle bei dem engen Raum auch auf ihren Leib übertragen und selbst wenn sie das überleben sollte, würde der Sarkophag womöglich überladen und sie wäre tot.
Also brülle sie weiter, gebot den Fremden, ihre Göttin sofort heraus zu lassen. Sie drohte mit hohlen Worten, warnte vor göttlicher Strafe, schwor Folter, Qualen und Tod.

Sie wurde lange Zeit getragen, wie lange wusste sie nicht und sie merkte auch nicht, dass sie irgendwann beim Sternentor angekommen waren. Als man den Sarkophag unsanft abstellte, hielt die Göttin den Atem an. Sie zweifelte nicht daran, dass ihre eigenen Unas-Jaffa hinter dieser Sache steckten. Es hatte keinen Kampflärm gegeben, niemand war in ihren Tempel eingedrungen. Es waren Verräter gewesen, mussten Verräter gewesen sein, anders hätte dies nicht von Statten gehen können.
Plötzlich schwangen die Flügel der Abdeckplatte langsam nur einen handbreiten Spalt auf. Hestia sog die einströmende Nachtluft tief ein, füllte ihre Lungen und nahm dabei die Witterung auf. Die gestählten Sinne ihres Wirtes nahmen die Essenz von mehreren anderen Unas auf, Jaffa und ihre Larven. Larven, die sie selbst gezeugt hatte und die ihre Diener ihr verdienten, ihr allein. 'Diese undankbaren Bastarde, sie werden bezahlen', dachte sich die Königin und brüllte erneut, dass man sie sofort freilassen solle.

"Nicht doch", erklang eine Goa'uld Stimme in der Jahrtausende alten Sprache ihrer Spezies. Sie kannte die Stimme nicht, noch mehr beunruhigte sie aber, dass es außer ihr keine adulten Goa'uld auf ihrer Welt gab. Jeder Symbiont wurde sofort getötet, wenn er sein Reifestadium erreicht hatte. Es gab schlicht nicht die Möglichkeit, von den wenigen zehntausenden, die ihr Volk maß, Wirte für eine ganze Population von Symbionten abzuzweigen. Noch weniger hatte Hestia Freude bei dem Gedanken, sich in ihrem Versteck irgendwann Machtspielchen mit einem aufmüpfigen Sprössling leisten zu müssen.
"Du fragst dich sicher... ziemlich viel, würde ich annehmen", fuhr die Stimme fort. Ihr Klang war höhnisch. "Das, was jetzt mit dir geschieht, wird absolut Qualvoll sein, du wirst dir wünschen, deine eigene Haut vom Leib reißen zu können. Oh, du wirst es können, aber es wird das Ganze nicht im Mindesten angenehmer gestalten. Aber es wird langsam gehen, im Moment kannst du dir noch nicht vorstellen, wie schmerzvoll dein Ende sein wird, aber bald, bald wirst du es können... und zuvor werden wir dich von dieser Welt bringen, damit ein anderer sich an deinen Schreien belustigen kann."
Eine Art von Flüssigkeit tropfte erst durch den Schlitz in den Sarkophag, dann wurde sie in Massen hinein gegossen. Wo sie die Haut berührte, brannte es sofort, als würden Flammen den schuppigen Leib umzüngeln und schnell lag der gesamte Körper der Göttin in einem Bad aus dieser Giftlauge. Sie wälzte sich und schrie, schlug um sich, brüllte vor Qualen und die Lauge fraß weiter an ihrem Wirtskörper, drang durch die Kleidung, löste diese auf und schlug ihre Reißzähne aus Schmerzen tief in das Fleisch. Der Sarkophag wurde wieder geschlossen, doch Hestia merkte nicht mehr, wie man ihn anhob und durch das Sternentor trug, zu sehr war sie mit ihrer eigenen Agonie abgelenkt. Die lebensverlängernde Maschine selbst wurde nicht angegriffen, gewünscht hätte es sich die Göttin, denn das Gerät heilte ihren Körper. Nicht schnell genug, um sie zu retten, es waren bereits nur noch Stummel von ihren Fingern und Zehen übrig, doch der Sarkophag heilte schnell genug, um ihr Leiden noch um Stunden hinaus zu zögern, bis die Lauge den Symbionten erreicht hätte. Sie waren längst in den dunklen Gängen eines Palastes, auch wenn Hestia dies ebenso wenig mitbekommen hatte, wie die Strecke davor. Doch was sie zwischen ihren eigenen Schreien hörte, waren die Worte des Goa'uld, der laut auflachte. "Sokar wird hocherfreut sein", sagte er laut. "Er wird definitiv hocherfreut sein."


Hintergrundinformationen

  • Diese Geschichte wurde benannt nach dem Lied "The Undertaker" von Puscifer.


Artikel erstellt von Basti. Kontrolliert von Silfides am 21.07.2011.

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