Geschichte: Devils Blacklist - Enter Sandman
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Diese Geschichte fand etwa um 9.802 v. Chr. auf einer frisch von Poseidon eroberten Welt und einem unbelebten Wüstenplaneten statt, zu dem Poseidon ungewollt ging und dort starb, weil Sokar das Wahlgerät eines Sternentores manipulieren ließ. Basti schrieb die Geschichte im April 2009. Es ist die zweite Episode der 'Devils Blacklist'-Reihe rund um Sokars Anschlagserie auf Mitglieder seiner Familie, welche in der GNN Ausgabe vom XXX 2010 erschien.
Inhaltsverzeichnis |
Aufgetretene Personen
Zusammenfassung
Der Goa'uld und ehemalige Systemlord Poseidon war seit etwa 12.100 v. Chr. auf der Flucht vor Supreme Systemlord Sokar und hatte sich gekonnt 2.200 Jahre vor ihm verborgen. Nachdem Sokar seine Geschwister besiegt hatte, waren diese ins Exil geflohen - der Teufel seinerseits versuchte sie einen nach dem anderen aufzuspüren.
Poseidon hatte sich, wie seine gejagten Verwandten, im Verborgenen gehalten. Er hatte sich auf einer Welt ohne nennenswerten Wert versteckt und konnte so die lange Periode unentdeckt bleiben. Jedoch wurde sein Machtdrang zu stark und nach 2.100 Jahren im Exil begann er mit der Expansion seines Einflusses. Unter falscher Identität unterwarf der fähige Herrscher drei weitere Goa'uld-Welten kleinerer Gebieter. Beim Angriff auf einen weiteren Planeten im Jahr 9.802 v. Chr. unterwarf sich auch der dortige Lord, ließ jedoch Sokar von der Attacke unterrichten und dieser fand heraus, dass es sich bei dem Eroberer um Poseidon handelte.
Als Poseidon auf den Planeten ging, um sich von seinem neuen Vasall und dessen Volk die Treue schwören zu lassen, manipulierten Diener Sokars das Sternentor des Planeten. Als Poseidon schließlich zurück zu seinem Planeten wollte, verband das Wahlgerät ihn mit einem falschen Stargate.
Poseidon und seine Leibwächter landeten auf einer unbewohnten Wüstenwelt. Ein dort platziertes Aufzeichnungsgerät spielte automatisch eine Nachricht Sokars ab, als Poseidon dort landete. Die Stimme Sokars erklärte, dass er das Wahlgerät des toten Planeten ebenfalls hatte sabotieren lassen, weswegen es für Poseidon kein Entkommen gab. Kurz darauf zog ein Sandsturm mit enormen Geschwindigkeiten auf, der den Meeresgott und seine Begleiter schließlich tötete, wie es der Satan geplant hatte.
Devils Blacklist - Enter Sandman
Es gibt keine späte Rache, es gibt nur Rache allein. Das Gefühl der Satisfaktion, die Genugtuung, ein anderes Wesen zur Befriedigung der eigenen Gelüste leiden zu lassen. Es ist erhebend, berauschend, einer anderen Kreatur Schmerz zu verursachen und sich daran zu laben, dienend der... Befriedigung. Das einzig passende Wort. Befriedigung der Rachegelüste.
Nichts ist natürlicher, nichts mehr erstrebsamer, als das Gefühl die eigenen Bedürfnisse auszugleichen, egal mit welchen Mitteln, welchen Zielen und zu welchem Zweck.
Sokar gehörte schon immer zu den Goa'uld, die für Rache über Leichen gingen. Nun, er war ein Goa'uld dessen Pfade von Leichen nur so gepflastert waren, aber Rache war definitiv etwas, das Sokar am Laufen hielt und das er so schnell nicht aufgab.
Rund 2.200 Jahre hatte sich jemand seinem Zugriff entziehen können. Die Galaxie war groß. Aber dennoch von den Goa'uld dominiert, sie war gigantisch. Eine Person konnte mit einem kleinen Gefolge durchaus gekonnt untertauchen, wenn sie ihren Weg gut verschleierte und dann kein großes Aufsehen erregte. Doch gerade ein ehemaliger Systemlord, auch wenn dessen Leben mehr als nur bedroht war, tat sich schwer darin, ewig im Schatten und in Dreck zu leben, metaphorisch gesehen.
Poseidon hatte sich, wie seine Geschwister, vor Hades versteckt und eben dieser, der sich schließlich den Namen Sokar gegeben hatte, tat widerum alles drum, seiner Brüder und Schwestern habhaft zu werden. Poseidon war mit einem kleinen Teil der Bevölkerung seiner Hauptstadt geflüchtet, während er seine letzten Schiffe geopfert hatte, um ihm eine ausreichende Atempause zu gewähren, als Sokars Flotte auf die letzten Reste seiner Domäne zumarschierte.
Der Meeresgott hatte sich abgesetzt, auf einer kleinen Welt, am Rande der Galaxis, weit entfernt von den großen Reichen der Systemlords. Einer Welt ohne nennenswerte Naquadahvorkommen, ohne Bevölkerung, ohne strategische Bedeutung. Er hatte die Hoffnung, hier den Sturm überstehen zu können. Doch er hatte sich in einer Sache geirrt: Nach einigen Jahrhunderten war der Planet stark von Unas bevölkert, das wenige Naquadah war dennoch zu einer angemessenen Menge an Waffen verarbeitet worden.... und mit diesem Hintergund war es Poseidon kaum mehr möglich, dem Drang zu widerstehen, seine Macht erneut auszubauen. Nur ein wenig. Und dann noch ein bisschen. Unter falschem Namen. Mit einer anderen Identität. Nur kleine, andere Goa'uld, um die niemand trauern würde. Völker, Fremde, die die Systemlords nicht interessierten. Nach 2.100 Jahren im Exil begann Poseidon mit einer erneuten Expansion. Nach wenigen Dekaden hatte er bereits die Kontrolle über drei weitere Welten, zwei davon hatte er anderen, kleinen Goa'uld abgenommen - unter falscher Identität.
Er hatte sich damit sein eigenes Grab geschaufelt. Es war 9.802 Jahre vor der Zeitrechnung der Menschen, als ein weiterer Goa'uld Planet von Poseidon angegriffen wurde. Der dort regierende Lord unterwarf sich dem Pseudnym des Wassergottes, doch tatsächlich hatte dieser Goa'uld mit Sokar Kontakt aufgenommen.
Poseidon schritt durch das Tor zu seiner neuesten Eroberung. Er würde sich im Palast des Goa'ulds, den er unterworfen hatte, zum neuen Herrscher dieser Welt ausrufen und den alten als Stadthalter vor ihm knien lassen. Die blauen Roben am Leib des Unaswirtes waren fein und verziert mit schwarzen Stickereien. Sie vermissten die typischen Zeichen Poseidons, wie den von Hippokampen gezogenen Streitwagen oder einen Dreizack, denn schließlich war er unter falschem Namen unterwegs, um nicht in die Hände des Teufels zu geraten.
Sein neuer Untergebener kniete vor ihm und schwor dem Wassergott seine Treue. Das Volk, Unassklaven und Unasjaffa, war anwesend und kniete ebenfalls vor ihrem neuen Herrscher.
Es wurde anschließend ein großes Fest gefeiert, Poseidon ließ seine Macht demonstrieren, indem er vor dem Volk 100 in den vorausgegangenen Eroberungskämpfen gefangene Krieger hinrichten ließ. Er wusste nicht, dass sein neuer Stadthalter mittlerweile einige Diener Sokars empfangen hatte, noch weniger, dass Sokar wusste, um wen es sich bei dem Eroberer wirklich handelte. Doch der selbsternannte Satan hatte keine Expedition geschickt, um den gefallenen Planeten und seinen vorherigen Besitzer zu entsetzen. Vielmehr ließ der Teufel seinem Bruder eine Falle hinrichten - einen, so plante es Sokar, passenden Tod.
Als Poseidon mit seiner Garde zurückging, um durch das Sternentor seinen neuen Planeten zu verlassen und zu seinem eigenen Stützpunkt zurückzukehren, wusste er nicht, dass die Agenten Sokars am Wahlgerät einiges manipuliert hatten. Poseidon selbst schritt zu dem alten Antikerartefakt und gab die Koordinaten seiner Welt ein, langsam drehte sich der Ring des Sternentores und rastete nach und nach, Chevron für Chevron ein. Als sich das Wurmloch etablierte, erleuchtete der blaue Ereignishorizont die nächtliche Stargateumgebung, sie ansonsten nur von Fackeln mit einem rotgelblichen Schimmer versehen war.
"Kree Una", sprach der Gott zu seinen Kriegern und sie schritten durch das Wurmloch.
Er traute seinen Augen nicht, als er rematerialisiert aus dem Sternentor trat. Wahrscheinlich hatte noch nie jemanden einen Goa'uld mit solch einem erstaunten Gesichtsausdruck gesehen - vor allem, da die Mimik der Unaswirte bei weitem anders war, als die der Menschen, welche erst in über 1.000 Jahren von den Goa'uld entdeckt werden sollten.
"Kel Shak?", sagte er zu sich selbst, beachtete seine Jaffa gar nicht, die genauso ungläubig wie er dastanden und auf die Worte, irgendeine Erklärung, ihres Gottes hofften.
Aber bevor er überhaupt dazu kam, weitere Worte auszusprechen, erklang eine ihm wohl bekannte Stimme, die seines Bruders Sokar. Es war eine Aufzeichnung, die automatisch abgespielt und über die unendlichen Dünen getragen wurde, die sie umgaben. Sie klang wie das Grollen eines gigantischen Sturms. Ein seltsamer Vorgeschmack.
"Kel Sha Onak Poseidon", grüßte die Aufzeichnung Sokars ihren Bruder. "Kal Kek M'al Gonach?"
Sokar sprach weiter in Goa'uld, erklärte seinem Bruder, dass er ihn auf eine tote Welt geschickt hatte, auf der Poseidon selbst bald sterben würde. Die Hitze in der Wüste war bereits kaum erträglich, aber Unas waren Kreaturen großer Widerstandskraft und zusammen mit einem Symbionten würde Poseidon die ansteigenden Temperaturen lange überstehen. Das Wahlgerät hatte Sokar sabotieren lassen, erklärte die Aufzeichnung und erst in diesem Moment flog die Starre von Poseidon ab und er begriff, dass er ja eigentlich flüchten konnte. Er hörte nicht auf die Worte der Aufzeichnung und stolperte durch den Sand nach vorn, blickte auf das Wahlgerät und drückte die Symbole seiner Heimatwelt. Nichts geschah. Die Unasjaffa wurden unruhig, jedes Wort Sokars und jede Unsicherheit, die ihr Gott zeigte, ließ sie an seiner Allmacht zweifeln.
Doch die Hitze wird dich nicht umbringen, erklärte die Stimme Sokars weiter. Er klang befriedigt, genüsslich. Auch wenn es eine Aufzeichnung war, zu einem Zeitpunkt gemacht, an dem Poseidon noch sicher und behütet war, Sokar hatte alles genauestens geplant und sich bereits während des Aufzeichnens seiner Worte gefühlt, als würde er Poseidon bei seinem Sterben zusehen.
"Rin nok", flehte Poseidon mehr, als er befahl, doch die Stimme seines Bruders verstummte nicht. Stattdessen erklärte sie, dass jeden Tag, um dieselbe Zeit, grausame Stürme diesen Landstrich heimsuchen würden. Stürme, denen kein Wesen widerstehen konnte. Stürme, wie es sie auf kaum einem bewohnten Planeten gab, weil sie schlicht kein Leben zulassen würden.
Es schien an der Zeit, denn ein Heulen wurde in der Ferne laut und der Himmel, aus dem die Sonne gerade noch brannte, wurde aus der Richtung hinter dem Sternentor dunkel, als würde eine Wand aufziehen. Poseidon konnte von Sokar noch die Worte ausmachen, dass der Sandsturm ihm das Fleisch vom Körper reiben würde, Hautschicht um Hautschicht, Millimeterweise, bis nichts mehr von ihm übrig wäre.
"Poseidon Tao Qua", war das letzte, was der Meeresgott von der Aufzeichnung vernahm, als er auf die Knie herabsank und das Gesicht in den Pranken seines Wirtes vergrub. Während die Jaffa um ihn herum so geschockt und eingefroren von dem Verhalten ihres angeblichen Gottes waren, hatte Poseidon die Starre längst abgeworfen und war zu zitternder Verzweiflung übergegangen. Er wendete sich nicht um, sondern kniete im Sand, den Rücken der Wand zugewendet, die jetzt nur noch einen Augenblick von ihm entfernt war und mit brachialer Endgültigkeit auf ihn zurollte.
Hintergrundinformationen
- Diese Geschichte wurde benannt nach dem Lied "Enter Sandman" von Metallica.
Artikel erstellt von Basti. Kontrolliert von Silfides am 21.07.2011.
