Geschichte: Clouds Verlust

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Diese Geschichte, welche von dem Spielerin Marcus für die Wochenaufgabe "Tod eines Geliebten" (Runde 9, Wochenaufgabe 9) erstellt worden war, befasst sich mit den jungen Jahren des Soldiers Cloud Strife. Die Geschichte spielt auf Midgard im Jahr 2000 und im September 2006 und zeigt einen großen persönlichen Verlust Clouds, welcher ihn wohl für sein Leben prägte.


Inhaltsverzeichnis

Aufgabenstellung

"Schreibt eine Geschichte, wie die Große Liebe eures Charakters (ja, auch Bösewichte verlieben sich) stirbt und weshalb. Das besondere dabei: Der Charakter muss sie auf dem Gewissen haben, d.h. entweder hat er sie getötet (dann will ich aber einen verdammt guten Grund dafür haben^^) oder sie ist durch seine Schuld gestorben.... oder von mir aus hat sich die Person auch wegen dem Charakter umgebracht, mir egal^^ Wichtig ist halt nur: die beiden müssen unsterblich ineinander verliebt gewesen sein."


Aufgetretene Personen


Zusammenfassung

Cloud war ein junger Mann, der auf Midgard im Dorf Nibelheim aufgewachsen war, jedoch schon immer als Außenseiter galt. Allein mit den Mädchen Lorina und Tifa war er besser befreundet und verbrachte viel Zeit mit ihnen. Zu den Asgard Soldiern aufsehend, hatte er es sich zum Ziel gesetzt, selbst Teil der Krieger ihrer Götter zu werden und verließ mit 16 seine Heimat, Loria zurücklassend, für die er sehr viel Empfand. Erst Jahre später kehrte er nach seiner fertigen Ausbildung mit 21 zurück nach Midgard als Teil einer Soldier-Eingreiftruppe, die herausfinden sollte, warum ein Reaktorkomplex nahe Nibelheim nichts mehr von sich hören ließ, welcher inmitten eines Gebirges stand. Als einzige Einheimische, die sich gut in dem Gebirge auskannte, meldete sich Lorina dazu, die Militäreinheit zu führen. Obwohl es Cloude nicht gefiel, hatte er keine bessere Alternative, als sie mitzunehmen.
Ein Scheinbar missglücktes Experiment mit Genmanipulationen und künstlichem Leben war außer Kontrolle geraten und hatte allen Wissenschaftlern das Leben gekostet. Als Clouds Soldier auf veränderte, entstellte Kreaturen menschlichen Ursprungs stießen, sowie einem Androiden, wurden in den Kämpfen alle seine Krieger getötet und Lorina tragischer Weise, auch wenn der Sieg schon sicher schien, von dem Androiden tödlich verwundet. Nachdem Cloud das künstliche Geschöpf ausschaltete, stirbt die schwer Verletzte in den Armen des Soldiers.


Clouds Verlust

Kapitel 1

Es war warm und sonnig. Einer der vielen, nicht gerade abwechslungsreichen Tage in einem kleinen Dorf namens Nibelheim, direkt am Nibelgebirge. Tifa war natürlich wieder mit ihren Jungs unterwegs, doch das war nichts für Lorina. Lieber saß die gleichaltrige Schwester von Tifa träumerisch auf dem Brunnen im Zentrum Nibelheims und lies sich den Wind durch ihre langen, schwarzen Haare wehen. Es war Sommer. Ein schöner Sommer sogar. Die Vögel zwitscherten fröhlich ihre Lieder und die Wolken liefen ihre Bahnen. Es war warm, aber nicht heiß.
Von weiter hinten hörte Lorina, wie jemand angerannt kam.

"Lorina, hey!" Sie drehte sich um.
"Cloud, hi wie geht's?", begrüßt sie den blonden Jungen mit seiner zackigen Frisur und seinen schönen, blauen Augen. Er schnaufte ein wenig und stieg hoch zum Brunnen.
"Och, wie immer eigentlich. Mir ist langweilig, da hab ich dich da oben sitzen sehen und dachte mir, ich schau mal vorbei."
Als er hochgeklettert war, setzte er sich neben sie und schaute in ihr, wie meist, lächelndes Gesicht: "Bist du nicht mit den anderen unterwegs?"
"Nö, keine Lust. Tifa ist mit Eddie, Felix und Joshi Richtung Nibelgebirge losgezogen"
"Sicher? Das ist aber nicht gerade ungefährlich!", sagte Cloud erschrocken, doch ehe er sich Sorgen machen konnte, beruhigte ihn Lorina: "Keine Sorge, sie hatten mir versichert, dass sie nur in die Nähe kommen, aber den Berg wollen sie nicht besteigen, das ist ihnen dann doch viel zu gefählich."
Das Nibelgebirge war der gefürchteste Ort in der Region. Man sagte, es sei noch nie jemand lebend herausgekommen. Der graue, steinige, kahle Ort war auch nicht der ideale Platz, um dort Kinder spielen zu lassen. Vielleicht hatten die Eltern das auch nur erzählt, um die Kleinen von dem Gebirge fern zu halten.
Lorina lachte:
"Du glaubst doch nicht wirklich, ich lasse meine Schwester dahin ziehen. Bei den ganzen Monstern!"
Cloud schaute nun sichtlich erleichtert drein.

Ein leichter Wind wehte. Die Sonnenstrahlen erwärmten die Umgebung nach der kühlen Nacht sehr schnell. Lorina genoss, wie sie ihre helle Haut erwärmten. Sie und Cloud saßen einige Zeit still da, bis der junge Mann, der gerne Soldier werden wollte, fragte: "Was machst du sonst noch so heute?"
Lorina verzog keine Miene, sah nachdenklich aus. Sie schaute hoch in den Himmel und seufzte: "Keine Ahnung."
Die Wolken spiegelten sich in ihren grün-türkisen Augen. Cloud war fasziniert von ihren schönen Augen.
"Spielst du mir was auf deinem Klavier vor? Bitte, du kannst so schön spielen", bettelte Cloud und fügte lächelnd dazu: "besser als ich."
Sie lachte: "Ja, da hast du Recht!"
Cloud begann zu schmollen und warf einen gespielten, traurigen Blick auf Lorina.
"Nicht traurig sein, Cloud. Ich bringe es dir doch schon bei. Ok, wenn du willst, gehen wir zu mir und üben noch ein wenig".
Keiner wusste, woher Lorina so gut Klavier spielen konnte. Es hatte ihr nie jemand beigebracht. "Ich spiel nach Gefühl", war auch immer das Einzige, was sie dazu sagte. Eines Tages hatte sie sich einfach an das schöne, aus braunem Holz bestehende Klavier gesetzt, das bei Tifa und ihr im Zimmer stand. Das sie einfach so spielen konnte, ärgerte Tifa, diese hatte schließlich jahrelang Unterricht dafür genommen.

Als Cloud und Lorina im Zimmer waren, machte sie erst einmal die Fenster zum Lüften auf. Das Zimmer war nicht groß. Die Möbel bestanden aus braunem Eichenholz und waren auch schon etwas älter. Sie sind auch seit Generationen in der Familie Lockheart, aber trotzdem noch sehr gut erhalten. Der Glanz des Holzes ging nicht verloren.
Das Klavier stand direkt gegenüber von Lorinas Bett. Auf diesem lagen zwei riesen Kuschelkissen und ein kleiner, brauner Teddy mit einer blauen Schleife.
Cloud setzte sich an das Klavier und berührt zimperlich die Tasten.

"Do. Re. Mi...."
Lorina setzte sich neben ihn. "Gut machst du das!"
"Es ist wirklich nicht leicht. Ich kann mir das kaum merken. Alle Tasten sehen gleich aus!", verzweifelte Cloud bei dem Versuch, das einzige Lied zu spielen, das er gelernt hatte. Lorina beruhigte ihn: "Ja, kann ich verstehen. Üb' nur weiter, irgendwann wirst sogar du das schaffen!"
Cloud seufzte: "Ja... irgendwann. Bin eben kein Naturtalent. Das muss man berücksichtigen."
Sie übten fleißig weiter. Nach einer Weile schneite Tifa in das Zimmer herein: "Hi Leute. Na Cloud, wieder am Lernen?"
Cloud stand auf und setzte sich auf Lorinas Bett.
"Jetzt nicht mehr", sagte er mit dem Blick auf das Klavier. Tifa setzte sich auf ihr Bett, das direkt neben Lorinas stand, ebenfalls gegenüber des Klaviers.
"So Lorina, wir warten auf ein Konzert!", rief sie erwartungsvoll.

Ohne sich umzudrehen, begann Lorina mit ihrem ersten Lied. Sie spielte es mit geschlossenen Augen und sah dabei nicht einmal auf die Tasten. Ihre Lieder waren schnell, nur manche langsam und vor allem fröhlich. Cloud und Tifa hörten verträumt zu. Wenn Tifa die Augen schloss, schossen ihr automatisch Bilder von fernen Ländern, Wiesen und Bächen in den Kopf. Von tanzenden Mäusen und wilden Blumen. In ihr kam ein Gefühl von Freude auf. Sie hörte gerne Lorinas Liedern zu. Stundenlang könnte sie nur dasitzen und träumen, während Lorina mit ihren zierlichen, blassen Fingern über die Tasten glitt. Ähnlich ging es Cloud. Endlich mal aus der Realität entfliehen, in selbst erschaffene Träume.
Lorina spielte gern und viel. Sie spielte fast täglich und immer andere Lieder. Es war ein Phänomen, wie gut sie die verschiedensten Lieder spielen konnte. Keines von den Liedern war weder Tifa, noch Cloud, ihrem Vater oder sonst wem bekannt. Es schien so, als ob sie sich diese in dem Moment, als sie die Lieder spielte, ausdachte.

"Du könntest später mal ganz groß rauskommen, mein Kind", hatte einmal ihr Vater zu Lorina gesagt. Ab dem Moment hatte sie den Traum, Pianistin zu werden.

Nachdem sie sechs Lieder gespielt hatte, hörte sie auf, legte zum Schutz ein Tuch über die Tasten und setzte sich neben Cloud auf ihr Bett.
"Och schade, dass es schon vorbei ist", trauerte Cloud.
Indem Moment kam ihr Vater herein:
"So Mädels, das Essen wäre angerichtet. Ihr könnt runter in die Küche kommen." Tifa sprang auf und rannte in den Flur, von da aus die Treppe hinunter in das Erdgeschoss, wo sich neben der Treppe der Eingang zu einer kleinen Küche befand. Während sie rausstürmte rief sie: "Endlich, ich bin am verhungern!!"
Ihr Vater lachte: "Das ist meine, Tifa! Komm, Lorina. Hast du auch Hunger, Cloud?"
Cloud sah Lorina an, dann sah er zu ihrem Vater rüber, während er aufstand: "Nein, ich geh jetzt besser auch Heim. Sonst macht sich meine Mutter noch Sorgen."
Clouds Mutter war eine sehr führsorgliche Person. Sie war zwar sehr, sehr nett, hatte sich aber immer gleich Sorgen um ihren Sohn gemacht. "Tschüss Lorina!", und winkte. Ihr Vater hatte sich in der Zwischenzeit auch schon in Richtung Küche bewegt. Lorina stand langsam auf ging dann ebenfalls nach unten.

In der Küche roch es schon lecker. Tifa saß bereits am Tisch, als Lorina in die Küche kam. "Was gibt es denn Feines?", fragte Lorina.
"Leckere Pasta mit Tomatensauce", antwortete ihr Vater.
Seit seine Frau gestorben war, hatte sich Herr Lockheart stets bemüht, einigermaßen leckeres Essen zu kochen. Extravagante Sachen gab es seitdem nicht mehr, aber das Essen wurde mit der Zeit auch etwas schmackhafter, als am Anfang. Andererseits hatte nach Frau Lockhearts Tod sowieso keiner von ihnen einen sonderlich großen Appetit auf etwas zu Essen gehabt.

Nachdem der Tisch von Lorinas und Tifas Vater gedeckt wurde, setzte er sich hin und sie begannen mit dem Essen.
"Und was habt ihr heute so gemacht?", schmatzte er in die Runde.
"Nicht viel. Ich bin ein bisschen mit den Jungs etwas um die Häuser gezogen", schmatzte Tifa zurück.
Lorina schluckte erst mal runter:
"Ich hing auch so rum. Später kam Cloud und wir unterhielten uns. Dann sind wir ins Haus und wir haben Klavierspielen geübt."
"Das habe ich gehört", lächelte Herr Lockheart.
"Naja, nichts besonderes eben."
"Hmmm... Cloud scheint sich mit Eddie, Felix und Joshi nicht so zu verstehen, oder?", fragte Herr Lockheart Lorina, die darauf meinte: "Naja, ich hab mit denen auch nicht so viel zu tun. Cloud findet die außerdem kindisch."
Tifa mischte sich ein: "Die sind doch nicht kindisch. Hey, wir sind 15, wir können auch kindisch sein. Das ist aber doch nicht so schlimm, oder?"
Lorina trank einen Schluck Wasser und sagte zu Tifa: " Ja, das ist nicht schlimm. Aber Cloud ist nicht so, wie die. Er ist so erwachsen für sein Alter, er versteht mich."
In Gedanken fing sie an, von ihm zu träumen und zu schwärmen. Sie stellte sich vor, wie sie am Klavier spielte und er neben ihr stehen würde. Seine wunderschönen blauen Augen sahen in die ihrigen und ein Windhauch wehte sein blondes Haar in ihr schwarzes. Seine Stimme kuschelte sich in ihre Ohren und sang wunderbare Dinge. Doch dann wurde Lorina plötzlich von Tifa aus diesem wunderbaren Traum gerissen, sie war in solchen Momenten immer eifersüchtig auf ihre kleine Schwester...


Kapitel 2

Cloud war in Nibelheim eher der Außenseiter. Keiner wollte sonderlich viel mit ihm zu tun haben. Tifa fragte ab und zu, ob er mit ihr und den Jungs um die Häuser ziehen wollte, aber ihm war selten danach. Die Jungs mochten ihn auch nicht so sehr. Vielleicht lag es an seiner Art oder daran, dass er erwachsen sein wollte. Doch Lorina mochte Cloud, egal was die anderen über ihn sagten. Manchmal machte sie sich Sorgen um ihn. Immer allein zu sein, war ja auch nichts, was auf Dauer schön ist, dachte Lorina immer. Er verbrachte immer viel Zeit vor dem Fenster von ihr und ihrer Schwester und sah oft hinauf. Früher hatte sie auch nicht so viel mit ihm zu tun. Doch vor einiger Zeit hatte sie ihren gesamten Mut zusammengenommen und ihn angesprochen. Es war verwundernswert, wie gut sie sich auf Anhieb verstanden. Seitdem waren Lorina und Cloud unzertrennliche Freunde.

Die Zeit verstrich und die Tage wurden kürzer. Es wurde kälter und der Winter war schon im Anmarsch. Tifa hatte sich vorgenommen, nicht mehr so schwächlich sein zu wollen. Sie wollte kämpfen lernen und hatte die Überlegung, einen Kurs zu machen, sobald es wieder wärmer wird. Lorina übte weiter fleißig Klavier mit Cloud. Er hatte in der Zwischenzeit ganz schöne Fortschritte gemacht. Dafür, dass er absolut kein Talent zu haben schien, konnte er jetzt wenigsten ein Lied gut spielen. Und das spielte er auch rauf und runter. Sehr zu Leiden von Herrn Lockhearts Ohren. An einem Winterabend, als die Nacht schon angebrochen war, ging Tifa aus dem Zimmer. Lorina war verwundert darüber, dass sie mitten in der Nacht einfach weggehen wollte. Sie lag schon in Nachthemd in ihrem Bett und wollte eigentlich schlafen gehen.
"Tifa, wo gehst du hin?"
"Ich mach nur einen kleinen Spaziergang", log Tifa.
Lorina merkte zwar, dass da was nicht stimmte, hatte allerdings weder die Lust, noch die Kraft dazu, nachzufragen.

"Ok", sagte sie müde und drehte sich in ihrem gemütlichen Bett um, sich in ihre Kissen kuschelnd.

Tifa drehte sich um und ging aus dem Haus. Cloud hatte sie darum gebeten, sich mit ihr am Brunnen zu treffen, er habe etwas mit ihr zu besprechen, wovon Lorina nichts wissen sollte. Sie war schon gespannt, was da auf sie zukommen und ob sie in der Lage sein würde, Lorina nichts davon zu erzählen. Schließlich erzählten sich die Schwestern doch sonst immer alles.
Sie ging Richtung Brunnen, war allerdings etwas spät dran. Der arme Cloud friert bestimmt schon, dachte sie, als sie zu ihm lief. Als sie am Brunnen ankam, schaute sie hoch. Cloud saß oben auf diesem mit verschränkten Armen. Tifa wurde es ein wenig kalt, sie bereute es, keine Jacke mitgenommen zu haben, es war jedoch schon zu spät, wieder Nachhause zu rennen und sich eine Jacke zu schnappen.

"Hi Cloud", rief sie hoch und begann mit dem Aufstieg.
Cloud schaute hinab zu ihr:
"Du bist aber spät dran."
Als Tifa oben ankam, setzte sie sich neben ihn. Sie sah hoch in den Himmel: "Die Sterne sehen schön aus."
Die Sterne schienen wirklich schön, man konnte jeden Einzelnen gut sehen. Man könnte fast glauben, sie würden von oben auf die beiden hinunter blicken. Auch der Mond schien hell. Es war Vollmond, der die ganze Umgebung erhellte. In Nibelheim gab es weder Laternen, noch andere Lichtquellen. Doch in dieser Nacht war es nicht düster.

Cloud sprang auf: "Ich muss dir etwas sagen. Aber sag Lorina bitte nichts, ich will es ihr selbst sagen."
Tifa warf einen neugierigen Blick auf ihn.
Cloud fuhr fort:
"Ich verlasse die Stadt, sobald es Frühling wird."
Tifa schien nicht überrascht. Sie blickte nun nach unten.
"Ich will ein Soldier werden." Seine Miene sah ernst aus. "...damit ich Lorina beschützen kann. Ich will ein starker Krieger werden, genau wie Sephiroth!"
Tifa saß stumm da, nach einer Weile murmelte sie: "Sephiroth... der legendäre Sephiroth..."
Sephiroth war ihr ein Begriff. Er war schon zu einer richtigen Legende geworden, obwohl er noch lebte. Er war für seine unfassbare Stärke bekannt und für sein Talent, spielend mit seinem Schwert umgehen zu können, das sonst niemand so führen konnte.

"Was hältst du davon?", fragte Cloud.
Sie machte eine traurige Miene:
"Alle Jungen verlassen die Stadt."
Cloud kletterte höher, bis an die Spitze des Brunnens. Der kalte Wind wehte durch die Nacht. Doch die Kälte schien ihn nicht zu stören. Tifa fror ein wenig, doch das merkte sie nicht mehr. Das war aber auch kein Wunder, bei dem kurzen, dünnen Kleidchen, das sie trug. Die Farbe war türkies-blau und es stand ihr sehr gut.
Tifa saß immer noch regungslos da und schwang ab und zu ihre dünnen Beine hoch und runter.
Als Cloud oben ankam, meinte er entschlossen:
"Ich bin aber nicht wie 'alle Jungs'. Ich hab ein Ziel, ich bin fest entschlossen. Ich möchte der beste Soldier werden!"
Tifa hob ihr Knie und umfasste es mit ihren Armen. Gleichzeitig schaute sie hoch zu ihm: "Na ob das Lorina gefallen wird?"
"Ich werde wiederkommen. Das verspreche ich."
Einige Zeit des stillen Schweigens verging, bis Tifa nachdenklich fragte: "Wenn du ein Soldier bist. Und du wirklich gut bist, kommst du dann in die Zeitung?"
Cloud sah auf Tifa etwas verwundert hinab: "Ja, das werde ich sicherlich."
Tifa lächelte, doch das hatte Cloud nicht gesehen. Nach einigen Überlegungen sagte sie leise: " Warum geben wir kein Versprechen ab? Wenn ich mal in der Klemme sitze und du ein guter Soldier bist, dann kommst du und hilfst mir, ok?"
Cloud schien leicht verwundert, innerlich hatte er keine Ahnung, wieso Tifa dies fragte, schließlich unternahmen sie nie gemeinsam irgendwelche Dinge: "Hä?!", fragte er laut.
"Wenn du mal ein Soldier bist und ich in der Patsche sitze, kommt mein Held und befreit mich, ok?"
"Was?!", Cloud war komplett verwirrt, was ging nur in Tifa vor, fragte er sich.
"Komm schon, versprich es mir"
Cloud gab auf und nickte: "Ok, ich versprechs. Aber bitte sag Lorina noch nichts."
"Warum?", fragte sie in der Hoffnung, es vielleicht doch erzählen zu dürfen.
"Weil... ich mich noch nicht traue. Ich habe lang überlegt, ob ich gehen soll oder nicht. Aber ich tu's. Ich will es ihr aber lieber sagen, wenn es soweit ist. Bis dahin möchte ich noch eine schöne Zeit mit ihr verbringen."
Tifa blickte wieder in den Himmel und ein unschönes Gefühl blitze ihr durch das Herz, als sie Lorina und Cloud zusammen in ihrem Kopf sah. Sie versuchte es zu ignorieren.
"Ok, ich werde nichts erzählen. Du, ich gehe jetzt schlafen, ich bin müde."
Ohne sich umzudrehen, stand sie auf und sprang von dem Brunnen runter. Cloud sah ihr nach, wie sie wieder ins Haus ging. Im Zimmer der Schwestern war es dunkel und es blieb auch so. Tifa ging sofort ins Bett, ohne ein Licht anzumachen, da sie Lorina nicht wecken wollte.
Am nächsten Tag fragte Lorina auch gar nicht nach, was ihre Schwester draußen im Dunkeln gemacht hatte. Und der Alltag nahm seinen Lauf. Cloud war ihr gegenüber auch nicht anders als sonst. Er schien nur manchmal etwas betrübt, doch wenn sie nachfragte, meinte er immer, es sei nichts.


Kapitel 3

Die Tage verstrichen und der Frühling war schon bald gekommen. Eines Abends saß Lorina am Fenster. Sie war allein im Zimmer, doch dann kam Tifa hinzu. Sie hatte einen kleinen Minirock an, der ziemlich eng anlag. Bei ihrer schlanken Figur sah das aber ziemlich gut aus. Die Farbe des Rockes war dunkelbraun, passend zu ihren dunkelbraunen, langen Haaren und ihren braunen Augen. Dazu trug sie ein weißes, bauchfreies Shirt.
Lorina könnte so was auch tragen. Sie war zwar nicht so groß, wie Tifa, aber ansonsten von der Figur her ihr schon ziemlich ähnlich. Doch ihr Kleidergeschmack war doch etwas konservativer. Sie trug lieber schöne, lange Kleider in hellen Farben. Auch an diesem Tag trug sie ein helles, pfirsichfarbenes Kleid.

"Na, was machst du so?", fragte Tifa sichtlich gut gelaunt.
"Nichts, ich sitze nur rum."
Tifa setzte sich auf Lorinas Bett.
"Ich habe schon einen Lehrer gefunden, der mir das Kämpf ein wenig beibringen will. Die Zeiten werden immer härter, vielleicht ist es das Beste."
"Meinst du?"
"Ja schon, Zagan heißt er. Ich freue mich schon!"
Lorina schaute runter in den Hof von Nibelheim. Plötzlich sah sie Cloud in die Richtung ihres Hauses rennen. Er hatte sie sofort bemerkt.
"Hey Lorina! Komm mal runter!"

Da das Fenster glücklicher Weise offen stand, konnten die beiden Schwestern Clouds Rufe hören.
Tifa erinnerte sich an das Gespräch am Brunnen, das im Winter stattgefunden hatte. In dem Moment merkte sie, dass es bald soweit sein könnte. Vielleicht schon sehr bald? Ein großes Gefühl von Trauer überkam sie.
"Was ist los?", fragte Lorina besorgt.
"Nichts, geh. Cloud wartet."
Sie ging runter, doch Cloud machte eine traurige Miene. Irgendwie hatte er auf einmal das starke Bedürfnis, Lorina so fest, wie er nur konnte, zu umarmen, was er jedoch ließ. In der letzten Zeit hatte er viel nachgedacht. Er wollte irgendwie nicht, dass er sie solange nicht sehen würde. Schon allein bei dem Gedanken, sie nicht mehr lächeln zu sehen und nicht mehr ihre Lieder zu hören, überkam ihn eine große Trauer. Doch die Zeit war reif. Er hatte sich ja schließlich schon bei den Soldiern angemeldet, jetzt gab es kein Zurück mehr. Der Traum, so zu werden wie Sephiroth, wurde von Tag zu Tag größer.

Als Lorina bei ihm ankam, wurde das Bedürfnis, sie zu umarmen oder sogar zu küssen stärker. Dieses ignorierte er erfolgreich.
"Du, ich muss mir dir reden. Wollen wir eine Runde spazieren gehen?", fragte er sie mit dem Blick auf den Boden gerichtet.
"Ja sicher, wenn du willst."
Sie gingen zusammen los, doch beide schwiegen. Nach einer Runde um Nibelheim herum war immer noch kein Wort gesagt. Endlich brach Cloud jedoch sein Schweigen: "Ich gehe weg."
Lorina blieb stehen. Stumm starrte sie ihn an. Der Schreck saß tief. Sie hatte das Gefühl, ihr Herz bliebe für eine Sekunde stehen.
"Ich werde ein Soldier. Das habe ich beschlossen."
Lorina sagte kein einziges Wort. Sie war mit dem Realisieren dessen beschäftigt, was ihr gerade gesagt worden war...
"Ich habe mich die ganze Zeit nicht getraut, es dir zu sagen."
"Warum? Warum gehst du weg? Warum lässt du mich allein??", fragte Lorina mit den Tränen kämpfend, jedoch wieder wegschauend.
Cloud schaute sie ebenfalls nicht an.

"Ich will so werden wie Sephiroth.", sagte er leise.
"Seit wann? Davon hast du mir nie was erzählt."

Auf einmal plagten Cloud Schuldgefühle, hätte er es ihr vielleicht doch früher sagen sollen? Hätte sie dann anders reagiert? Jetzt war es zu spät.
"Schon seit längerem. Ich habe mich dort angemeldet und bin aufgenommen worden. Morgen früh kommt ein Fahrzeug der Götter, sie holen mich ab."
Ein kalter Schauer kroch über Lorinas Rücken und Schultern, obwohl es mittlerweile schon gar nicht mehr kalt war.
"Dann heißt es wohl, Abschied nehmen?", meinte Lorina ruhig, doch ihr Herzen rang damit, ihn so schnell wie möglich umzustimmen.
"Es tut mir Leid. Aber ich verspreche dir, wiederzukommen. Wir werden uns eine Weile nicht sehen, aber ich komme wieder.", sagte Cloud entschlossen.
Eine riesen Welle von Traurigkeit überkam Lorina bei seinen Worten. Sie fühlte sich alleingelassen. So allein, ganz plötzlich. Sie konnte sich ein Leben ohne ihn kaum vorstellen. 'Was tun ohne ihn? Wer lacht mit mir? Wer philosophiert mit mir? Wem soll ich nun meine Lieder beibringen?', dachte sie. An Tifa richtete sie im Moment keinen Gedanken. Es war, als falle sie in ein riesiges, tiefes Loch, aus dem es kein Entkommen schien. Sie merkte, wie ihr die Tränen die Wangen herunter flossen. In dem Moment drehte sie sich Richtung Zuhause und rannte los.

"Hey Lorina!!", rief Cloud ihr hinterher, doch er wollte sie nicht verfolgen. Es war anscheinend ein Fehler gewesen, solange zu warten.
Lorina rannte auf ihr Zimmer und lies sich in ihr Bett fallen.

"Was ist los???", rief Tifa.
"Er geht weg."
"Tut mir so Leid...", sagte ihre Schwester tröstend, während sie zum Bett ging und sie in den Arm nahm.
"Hast du's gewusst?"
Tifa schwieg.
"Tifa?", fragte sie nochmal und sah, wie ihre Schwester wegguckte.
"Du hast es gewusst!", rief sie zornig.
Daraufhin stand Tifa auf, mit dem Blick auf den Schreibtisch, neben dem Klavier auf der anderen Seite, gerichtet. Nach einer kleinen Denkpause sagte sie: "Ja, ich habs gewusst."
"Warum hast du es mir nicht gesagt, seit wann weißt du es?"
Tifa drehte sich zu ihr, die Hände schützend vor sich haltend: "Ich weiß es seit dem Winter. Doch ich habe ihm versprochen, nichts zu sagen. Er wollte es dir selbst sagen."
Lorina drückte ihren Kopf ins Kissen. Nach einer Zeit sagte sie schluchzend: "Er ist morgen weg."
"Morgen schon?"
Tifa setzte sich zu ihr an die Bettkante und legte ihre Hand auf den Hinterkopf ihrer Schwester. "Er wird wiederkommen.", tröstete sie sie...

In der Nacht konnte Lorina nicht schlafen. Ständig wälzte sie sich hin und her. Nach dem frühen Morgengrauen stand sie auf und zog sich so leise an, dass sie Tifa nicht aufweckte. Sie rannte aus dem Haus, Richtung Ortseingang. Es war grau und noch recht dunkel. Es regnete ein wenig. Je näher sie dem Ortseingang kam, desto eher erkannte sie Cloud. Sie kam gerade noch rechtzeitig an. Cloud war schon damit beschäftigt, seine Sachen in das Fahrzeug zu packen. Dann sah er Lorina.
"Oh mein Gott, Lorina!", rief er sichtlich erleichtert.
Lorina rannte auf ihn los, er fing sie in seinen Armen ein.

"Es tut mir Leid...", flüsterte er ihr ins Ohr.
Sie drückte ihn ganz fest:
"Geh nicht, bitte Cloud!"
Er lies sie los, hielt sie aber mit den Händen an ihren Wangen, sodass er ihr direkt ins Gesicht schaute: "Ich komme wieder. Wir werden uns wiedersehen, hörst du?"
Hinter ihnen meckerten die Soldaten, er solle langsam kommen.
"Pass auf dich auf, ich werde dann auf dich aufpassen, wenn ich wiederkomme."
Lorina kullerten kleine Tränen über die Wange, die sofort von Clouds Daumen aufgewischt wurden.
"Machs gut, Cloud. Ich werde immer an dich denken.", sagte Lorina leise.
"Hey beweg dich, Cloud. Wir wollen los!", riefen schon die drei Soldier, die ihn abholten, ungeduldig.

"Ich muss los", sagte Cloud und drückte Lorina noch mal an sich, so fest er nur konnte. Doch je fester er sie drückte, desto schlimmer fühlte es sich für Lorina an. Cloud hatte sie noch nie umarmt. Sie hatte noch nie großen Körperkontakt mit ihm gehabt, auch wenn sie sich ihn immer gewünscht hatte. Trotz der Tatsache, dass Cloud weg musste, flogen kleine Schmetterlinge in Lorinas Magengegend herum und ein Glücksgefühl kam in ihr hoch. Dieser Moment sollte niemals Enden. Doch die Realität holte sie bald ein. Cloud schaute Lorina traurig an. Für ihn gab es kein Zurück mehr.
Er küsste ihre Wange zärtlich und rannte zu dem Fahrzeug. Lorina schaute ihm nach. Sie betrachtete Cloud noch, wie er winkte, doch Lorina war wie benebelt. 'Was war das für ein Gefühl eben?', dachte sie sich leise. 'So ein schönes Gefühl hatte ich noch nie.'
Sie sehnte sich nach mehr Gefühlen von dieser Art und winkte gleichzeitig zurück, bis er nicht mehr zu sehen war.
Einige Zeit stand sie noch da, in der Hoffnung, Cloud springe aus dem Gefährt, würde zu ihr rennen und sie in den Arm nehmen, doch sie wartete vergeblich. Sie weinte noch viele Tage lang.

Auch Tifa war betrübt, selbst wenn sie nicht so viel mit Cloud zu tun hatte, wie Lorina. Jeden Tag verbrachte Lorina damit, sich zurückzuziehen und in Gedanken zu Cloud zu schweifen. Klavier spielte sie nicht mehr. Sie wurde immer stiller. Tifa machte sich Sorgen um sie, doch was sollte sie da tun?


Kapitel 4

Es vergingen Tage, Wochen, Monate und Jahre... Cloud hatte es geschafft, er war ein Soldier geworden und war schon auf mehreren Einsätzen gewesen. Doch dieser Einsatz bereitete ihm Kopfschmerzen, musste er doch in sein altes Heimatdorf, Nibelheim.
Er fragte sich wie es den Bewohnern wohl gehen würde. Er wusste, dass seine Mutter gestorben war, doch wie ging es den anderen...vor allem, wie ging es Lorina. Seid beginn seiner Ausbildung, hatte er den Kontakt zu ihr abgebrochen, war es Kadetten doch verboten, jegliche Art von Kontakt zur Außenwelt herzustellen.
'Ich hätte sie mit bestehen der Prüfung aufsuchen sollen,' dachte er sich. Aber er hatte zuviel Angst gehabt, sie würde ihn nicht mehr mögen, wäre weggezogen oder ... oder ... oder. Es gab tausende Möglichkeiten, doch nur eine davon war positiv. Das Schicksal hatte ihn allerdings nun wieder hierher geschickt und davor konnte er nicht weglaufen.

Als das Gefährt seiner Einheit vor dem Eingangstor des Dorfes landete, atmete Cloud tief ein und stieg dann aus. Sein erster Blick ging zum Haus, wo Lorina früher wohnte. Es sah noch genauso aus, wie früher. In Gedanken schweifte er in die Vergangenheit, was er alles in dem Haus erlebt hatte...
"Hey Cloud, hilf uns mal die Sachen abzuladen."
Cloud schüttelte den Kopf, um den Gedanken abzustreifen: "Ok."
Er packte sich eine Kiste und schleppte sie in die Herberge, in der die Soldier ihre Zimmer hatten. Als er wieder hinausging, erschrak er richtig, weil Lorina vor ihm stand, mit Tränen in Gesicht und ihn anstarrte.
"Bist du es wirklich?" Ihre großen Augen sahen ihn an und eine Träne rollte ihre Wange herunter.
"J..Ja. Ich habe doch versprochen, dass ich zurückkommen werde."
Über Lorinas Gesicht ging ein lächeln, sie ließ sich in seinen Arm fallen und drückte ihn so fest sie konnte. "Du Blödmann... lass mich nie wieder so lange allein, hörst du."
"Das verspreche ich dir."
Die beiden hatten sich soviel zu erzählen und wollten auch beide so gerne den anderen die verschiedensten Dinge fragen, doch sie standen einfach nur da, hielten sich in den Armen und sahen sich in die Augen...

Cloud hatte bei Lorina im Gästezimmer übernachtet. Während der Nacht hatten die beiden aber kaum geschlafen, sie hatten fast die ganze Nacht über die vergangene Zeit geredet. So erfuhr Cloud vom Tod von Lorinas Vater und davon, dass Tifa in eine größere Stadt in Midgard gezogen war. 'Lorina war also die ganze Zeit alleine hier,' dachte sich Cloud, der hauptsächlich über seine Ausbildung erzählte.
Am nächsten morgen wachten die beiden nebeneinander auf der Couch auf. Sie waren wohl doch müder gewesen, als sie dachten. Cloud strich langsam über Lorinas Haar, es war viel schöner, als er es in Erinnerung hatte. Etwas in ihm sagte, dass er jeden Morgen neben ihr aufwachen wollte und dieser Gedanke gefiel ihm sehr.

"Also... ich fand die Nacht sehr schön..."
"Ich auch, schade das sie schon vorbei ist."
"Ja... ich habe mir überlegt, ich könnte auch einen Posten hier in der Stadt beim Sicherheitspersonal annehmen." Neugierig blickten seine Augen zu Lorina. Ein Lächeln auf ihrem Gesicht wurde immer größer und ihre Augen funkelten ihn freudig an.
"Das würdest du tun?"
"...Ich habe während der Ausbildung etwas herausgefunden... du fehlst mir... und ich will, so oft es geht, bei dir sein."
Lorina wusste gar nicht, was sie darauf sagen sollte und strahlte Cloud einfach nur an, während sie nach den richtigen Worten suchte. Die beiden sahen sich einfach nur an und blickten sich in die Augen, irgendwie wussten sie, was der andere sagen wollte. Sie kamen sich immer näher, bis sie den Atem des anderen spüren konnten...

"Cloud bist du da? Wir müssen los!"
Der junge Mann sah wütend zu Tür, doch als sein Blick zu der Person schweifte, die neben ihm lag, hellte sich sein Gesicht sofort wieder auf und er lächelte.
"Bleib ruhig liegen, ich komme schon bald wieder."
Dann verließ Cloud den Raum und machte hinter sich die Tür zu. "Ich komme schon!" Auf dem Weg schlüpfte er in frische Kleidung und öffnete dann die Eingansgstür. Ein Soldier blickte in etwas skeptisch an.
"Die Planung fängt an, ich denke, du solltest dabei sein."
"Gut, lass uns zu den anderen gehen."
In der Mission ging es um den Reaktor, der sich im Nibelgebirge befand. Die Soldier sollten ihn überprüfen, da niemand mehr Kontakt zu den Personal, dass sich dort aufhielt, herstellen konnte. Während der Missionsbesprechung stellte sich jedoch raus, dass die Soldier noch Hilfe von jemandem benötigten, der sie durch das Gebirge zum Reaktor führen würde. Cloud beauftragte einen der Krieger, sich unten nach einer geeigneten Person zu erkundigen und diese dann herzubringen. Währenddessen diskutierten die anderen Soldier, wie sie genau zu dem Reaktor vordringen wollten.
Der Plan war gerade beschlossen, als es an der Tür klopfte und diese sich öffnete. Als Lorina neben dem Soldier stand, der einen Führer suchen sollte, starrten Cloud sie an und konnte es nicht glauben...

"Ich habe gehört, ihr benötigt eine Führerin durch das Nibelgebirge."
"Ja...schon...aber ist das für... eine Frau nicht zu gefährlich?"
"Nun, zufällig bin ich die beste Führerin in diesem Dorf und auch die einzige, die genug Mut hat, euch zum Reaktor zu führen."
Cloud schüttelte den Kopf, er konnte hier doch keine Szene machen.
"Also gut, in einer Stunde brechen wir vom Dorfplatzplatz zur Mission auf."

Als sich die Gruppe nach und nach auf dem Platz versammelte, befand sich Cloud bereits dort. Er hatte versucht Lorina noch umzustimmen... doch vergeblich.
Endlich waren alle anwesend, aber bevor die Mission losging, hatte Lorina noch eine Bitte.

"Kann ich noch ein Foto machen, bevor wir losgehen?"
Die Soldier wollten diese Bitte einer hübschen Frau natürlich nicht abschlagen, so machten sie ein gemeinsames Foto und brachen dann zum Reaktor auf.

Der Fußmarsch durch die Berge verlief für die Gruppe zunächst ohne Probleme, ihre Führerin hatte einen den Umständen entsprechend sicheren Weg gewählt. Doch als dieser Pfad endete, mussten sie den Weg auf Geröll und rutschigen Steinen fortsetzen.
Nach der Überquerung einer baufälligen Brücke, hatten sie nur noch einen kurzen Weg vor sich, den sie ebenfalls ohne Vorkommnisse bewältigten.
Dann sahen sie auch schon das Reaktorgebäude und die Unterkünfte des Personals darum herum. Die Gebäude waren alle in einem normalen Zustand, allerdings war kein Lebewesen zu sehen.

"Also gut, wir werden, wie im Plan besprochen, vorgehen...Lorina... du bleibst bei mir."
Lorina nickte nur, danach teilte sich der Trupp in vier kleinere Gruppen auf und ging von unterschiedlichen Richtungen aus in das Reaktorgebäude hinein.
Clouds Trupp hatte die Aufgabe, durch das Dach des Komplexes einzusteigen. Sie suchten sich zunächst einen erhöhten Punkt am Gebäude. Von dort aus kletterten sie an Seilen vom Dach herab. Es gab keinerlei Fenster, daher konnte sie auch niemand von innen heraus sehen und sie gelangten ohne Probleme bis nach oben. Die anderen Gruppen sollten vom Haupteingang, unterirdisch und durch den Notausgang in das Gebäude eindringen.

"Bleib immer in meiner Nähe", meinte Cloud noch zu Lorina. Dann öffnete er eine kleine Luke, die für eine Notfallevakuierung gedacht war und betrat das Gebäude.

Durch einen schmalen grauen Gang, der an einen Lüftungsschacht erinnerte, kroch Cloud vorwärts in das innere des Reaktors. Am Ende des Ganges befand sich ein großer Raum, indem eines der Forschungslabore war. Cloud zog leise sein Energieschwert und sprang dann nach unten. Reflexartig drehte er sich in alle Richtungen, doch der Raum war leer.
"Ihr könnt kommen", meinte Cloud eher zu Lorina als zu den Soldiern, die wussten, wie sie sich verhalten sollten.
"Gut, wir gehen weiter hinein, irgendwo muss es einen Hinweis geben."
Langsam gingen die Männer und die Frau weiter, an jeder Ecke und vor jedem Raum blieben sie stehen und überprüften die Lage, doch sie fanden nichts. Als sie das obere Geschoss komplett durchsucht hatten, griff Cloud nach seinen Kommunikator.
"Ich hoffe die anderen hatten mehr Glück."
"Hier ist Cloud, wie ist die Lage bei euch?"
"Hier ist Drave, wir konnten im 1. Geschoss nichts finden."
"Habt ihr etwas von Biggs und Wedge gehört?"
"Nein..."
"Gut, bleibt, wo ihr seid, wir kommen runter."
Die Soldier im Hintergrund schwiegen, Lorina sah Cloud an: "Was könnte da passiert sein?"
"Ich weiß es nicht, aber wir werden es herausfinden...also los."

Nachdem sich die acht zusammengetan hatten, gingen sie alle mit gezückten Waffen in das 1. Geschoss, Lorina hatte von Cloud ebenfalls eine Waffe erhalten. Der Soldier hätte sie aber am liebsten irgendwo in Sicherheit gebracht, wussten sie doch nicht, womit sie es zu tun hatten, also schien jeder Winkel gefährlich.
Als sie die Treppenstufen hinter sich gelassen hatten, entdeckten sie das Team von Wedge, es bot sich ihnen ein schauriger Anblick:
Die Menschen waren mit scharfen Dingen aufgerissen worden, überall war Blut und abgetrennte Körperteile lagen wild verteilt herum. Den Soldiern verschlug es die Sprache, Cloud signalisierte ihnen, eine Verteidigungsformation einzunehmen und weiterzugehen. Schritt für Schritt ging es vorwärts... die Gänge waren leer, doch sie mussten noch die Räume untersuchen...ebenfalls leer...

"Die Leute müssen sich in dem Kern des Komplexes, unter der Erde befinden, also weiter."
Die Soldier folgten dem Befehl ohne zu zögern und betraten die untere Ebene des Gebäudes.
"Sei vorsichtig", raunte Cloud Lorina noch einmal zu. "Aber vergiss nicht, ich werde dich immer beschützen."

In der unteren Ebene war es Stockdunkel, eine Blutspur befand sich am Treppenboden und führte in nördliche Richtung. Die Gruppe ging weiter, schon bald darauf entdeckten sie die Übereste von Wedges Team. Sie waren noch schlimmer zugerichtet, als die anderen. Widerlich war vor allem, dass anscheinend Körperteile angefressen waren. Plötzlich hörten sie ein knurren, sowie ein Lachen. Es kam aus einem Raum kurz vor ihnen. Langsam ging Cloud zu dem Fenster, was er dort sah, traute er seinen Augen nicht. Umringt von merkwürdigen Wesen, die wie halb Mensch halb Monster aussahen, stand ein Mann in einer Wissenschaftlichen Tracht und redete zu ihnen. Cloud konnte nicht genau verstehen, was er sagte, doch im Raum verteilt lagen menschliche Überreste. Das musste das Personal gewesen sein. Er erklärte den anderen, was los war und eines war klar, sie mussten diese Gefahr beseitigen.
"Lorina, du wartest hier, wir werden das erledigen", dabei zog Cloud seinen Bolter.
"Aber Cloud..ich will nicht."
Cloud fasste ihr auf die Schulter. "In diesem Raum wird es für dich gleich zu gefährlich sein...bitte warte hier."
Dann drehte sich Cloud um und befahl den Angriff...

Die Soldier traten die Tür auf und drangen blitzschnell in den Raum ein. Sofort eröffneten sie das Feuer und ein Großteil der Kreaturen viel grölend zu Boden. Doch als diese bemerkten, was los war, griffen die Restlichen sofort die Soldier an. Es waren noch immer Unmengen von ihnen, die nun auf sieben Soldier losstürmten, doch jede Sekunde fanden viele von ihnen ein Ende. Auf der anderen Seite rückten mit jedem Toten Ungeheuer weitere nach, ein Nahkampf war unvermeidlich. Die Soldier warfen ihre Bolter weg und zogen jeweils ihre Nahkampfwaffen.
Cloud stürmte mit seinen Energieschwert auf die brüllende Meute vor ihm zu. Für alle Geschehnisse, die nicht in seiner direkten Umgebung waren, verlor er den Blick. Von allen Seiten drangen Gegner auf ihn ein, doch sie waren zum Glück sehr langsam und nur durch ihre Masse gefährlich. Cloud streckte einen nach dem anderen nieder, ein Ende war aber nicht in Sicht, er versuchte die anderen zu entdecken, doch er sah nur Kreaturen...

"Rückzug!"
Cloud schlug sich zurück zum Eingang des Raumes durch, er wurde dabei am Arm und am Bein von den langen Krallen der Geschöpfe verletzt, doch kämpfte er verbissen weiter.
Er sah, dass noch drei weitere Soldier zum Eingang zurückkehrten.

"Sobald wir am Eingang sind, werft eure Granaten hinein!"
Es gelang den Soldiern durch ihre Schnelligkeit zum Eingang zu kommen und die Granaten hineinzuwerfen. Sofort schlossen sie die Tür, Cloud sprang zu der verwirrten Lorina und warf sich auf sie, um sie von der Tür weg zu bringen. Die Tür wurde durch die Wucht der Explosion aufgesprengt und rauschte direkt auf die gegenüberliegende Wand zu, in die sie sich hineinbohrte. Ein unbeschreibbares Geschrei drang aus dem Raum hinaus und nachdem es erstickt war, roch es nach verbranntem Fleisch. Cloud sprang sofort wieder auf, doch er kahm ins Schleudern, die Wunden waren schlimmer, als er gedacht hatte. Lorina, die dies sofort bemerkte, stützte ihn sofort.
"Was ist passiert?"
Cloud signalisierte ihr still zu sein, er wusste schließlich nicht, ob es nun zu Ende war. Zwei Soldier hatten Teile von der Tür abbekommen, die in ihren Oberkörpern und ihren Hälsen steckten...Blut quoll aus den Wunden hervor...
Langsam ging Cloud mit Lorina und dem letzten Soldier zur Tür des Raumes. Der Gestank wurde bei jeder Annäherung schlimmer. Dann bot sich ihnen ein abartiger Anblick, die Kreaturen waren alle durch die Explosion verbrannt und lagen in den unterschiedlichsten Posen vor ihnen... die menschlichen Züge machten den Anblick noch unerträglicher.
Was keiner von den dreien mitbekam, war, dass sich unter zwei verschmorten Leichen etwas bewegte...
Plötzlich ertönte ein Gelächter und die beiden Kadaver flogen in die Luft. Der Wissenschaftler von vorhin stand vor ihnen. Er hatte die Explosion überlebt, doch nur aus einem Grund, es war ein Roboter... in seiner Hand hielt er ein merkwürdiges Gerät, mit dem er auf die drei zielte... und schoss.
Der Soldier wurde als erstes von einer grünen Materie im Kopf getroffen, die diesen sofort tötete. Dann zielte er auf Cloud, der sich kaum bewegen konnte und drückte ab. Das Geschoss flog mit einer riesigen Geschwindigkeit auf ihn zu...
Cloud der noch gar nicht reagiert hatte, hörte nur einen lauten Schrei von Lorina...

"....Clooooooooooooooooouuuuud...."
Sie schob sich zwischen ihn und die Kugel, die in ihren Oberkörper eindrang...
"Looooooooooorinaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa."
Die junge Frau riss ihre Augen weit auf und sackte zu Boden...
In Cloud staute sich blitzartig eine Wut auf, er fühlte die Kraft in ihm nur so fließen. Mit einer Leichtigkeit hob er das Schwert mit einer Hand und stürmte auf den Roboter zu...
Dieser Schoss zwei weitere Geschosse ab, eines flog an Cloud vorbei, dass zweite traf ihm am linken Arm und dämpfte seinen Ansturm etwas, doch stürmte er mit zusammengebissenen Zähnen weiter voran...

Der Roboter schoss ein weiteres mal auf ihn, doch Cloud konnte ausweichen, mit seiner ganzen Wut schlug er nun mit seinem Schwert auf die künstliche Intelligenz vor sich ein... bis er in tausend Stücken vor ihm lag. Dann ließ er das Schwert fallen, drehte sich um und ging zu Lorina.
Cloud hält die sterbende Lorina in den Armen
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Cloud hält die sterbende Lorina in den Armen

"Lorina, ....Lorina." Mit traurigen Augen sah er sie an.
Sie öffnete die Augen:
"C..loud..."
"Ja, Lorina, ich bin hier." Er kniete sich neben sie und hob sie in seinen Arm.
"Schön, dich zu sehen..."
"Wir werden uns noch oft sehen.. hörst du." Die Tränen stiegen Cloud in die Augen, als er auf die Wunde von Lorina blickte.
"Ich sehe es in deinen Augen..."
"Lorina...wieso hast du das getan....?"
"Ich konnte doch nicht zulassen... dass du stirbst..."
Cloud sah in ihre Augen... sie sahen so aus wie immer... sie sahen glücklich aus. Dann fielen sie zu und blieben geschlossen.
"Neeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeein......."


Artikel erstellt von Basti. Kontrolliert von Silfides am 22.07.2011.

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