Bewerbung: Ein Willkommen auf New Sheoth

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Diese Geschichte fand im Januar des Jahres 2007 auf New Sheoth statt (tatsächlich wurde die Geschichte im April 2007 gespielt). Als kurze Episode gibt sie Einblick in den irren Verstand des Gottes Sheogorath, zeigt aber auch seine Offenheit Fremden gegenüber und die 'unendlichen Möglichkeiten', die sein Reich bietet.

Inhaltsverzeichnis

Aufgetretene Personen


Zusammenfassung

Der Daedra Lord Sheogorath empfing einen Söldner namens Kravigon, welcher die Heimatwelt des Systemlords besuchte und auf einen Auftrag hoffte. Der Gott des Wahnsinns konnte ihm einen solchen auch direkt bieten. So verlangte Sheogorath von dem Söldner im Norden Dementias Bauern und Händler zu überfallen - denn die zwei dort ansässigen Banditenbanden überfielen sich nur gegenseitig und der Systemlord fürchtete um die Ordnung und dass sich die Händler langweilen könnten. Kravigon sollte diesen Umstand beheben und dafür mit Gold belohnt werden. Schlussendlich nahm der Söldner den Auftrag an und plünderte im Norden Dementias einige Bauernhöfe und fahrende Händler. In Anbetracht der geraubten Reichtümer hielt Sheogorath jedoch seine versprochene Belohnung zurück und gab Kravigon nur den Rat, den Planeten eine Weile zu verlassen, mit der Andeutung, er würde sonst selbst ein Teil dieser geistesgestörten Welt werden. Ohne ein Risiko eingehen zu wollen, tat der Söldner augenblicklich wie geheißen.


Ein Willkommen auf New Sheoth

Warmes Licht durchflutete den Thronsaal des Sheogorath, draußen musste ein wundervoll sommerlicher Tag sein. Der Gott des Wahnsinns saß gemütlich auf seinem Thron, während er sich etwas Tee einschenkte. Entlang des langen Saals standen dutzende Säulen und zwischen diesen Krieger in schimmernden Metallrüstungen, mit langen Speeren und schweren Schilden. Langsam erhob er sich mit seiner Tasse und ging zu einer der Wachen, hielt dem Krieger die Tasse entgegen und dieser nahm sie. "…ich habe die Kräuter dafür selbst gesammelt, also … was fehlt?" Der Krieger nippte kurz und sprach dann frei heraus: "…Gebäck, oh Sheogorath." Der Gott lächelte und nickte in Richtung der großen und schweren Tore des Saals. "…dann beeil dich und bring mir welches aus der Stadt… und bring den anderen Wachen auch etwas mit…"

Der Krieger nickte und wollte gerade losrennen, als ihn Sheogorath am Arm packte und fest hielt.. "…halt, nur für ihn nicht … er steht an der neunten Säule… ich mag die neunte Säule nicht... außer abends…"

Als sei dies für den Wächter vollkommen nachvollziehbar nickte er wieder und verschwand dann aus dem Saal. Sheogorath sah ihm hinterher und wie sein Wächter so durch die großen Tore schritt, kam gleichzeitig eine andere Gestalt herein. Er trug einen modifizierten Goa'uld-TLS an seinem Gürtel, sowie eine Zat auf der anderen Seite und eine Rüstung, die jedoch nicht die eines Jaffa war. Es war wahrscheinlich ein Söldner, ein Fremder – die Wachen im Saal standen weiter still da, wie Statuen und Sheogorath dachte so bei sich, dass es draußen womöglich regnete und der Mann einfach nur auf der Suche nach einem trockenen Unterschlupf war, um eine warme Suppe zu essen und den Hund des Hausbesitzers zu streicheln… Vielleicht aber auch um dessen Tee zu trinken und dessen Gebäck zu essen… dieser Gedanke weckte Sheogoraths Misstrauen. "Willkommen Fremder, wie ist das Wetter vor den Toren meines Palastes?"

Kravigon ging mit langsamen Schritten auf den Thron zu, seine Augen lagen auf den Mann, der dort saß. Von ihm hatte er schon soviel gehört und nun sah er ihn endlich mit seinen eigenen Augen. Ein mulmiges Gefühl machte sich aber dennoch in ihm breit, denn er hatte neben der Macht vom diesem Gott auch von dessen Verhalten gehört. Doch als er vor ihm stand und seine Stimme hörte warf er seine ganze Furcht von sich ab und folgte seinem Blick. "Das Wetter ist einfach herrlich Prinz des Wahnsinns. Während sich die Bewohner anderer Planeten beklagen, erfreuen sich die Bewohner von New Sheoth und verkünden nur gutes über euch. Aber ich möchte mich erst einmal vorstellen. Mein Name ist Kravigon, ich bin ein Söldner vom Planeten Griwon und gekommen um euch meine Dienste anzubieten." Kravigon wusste, dass seine Zukunft sich mit dieser Entscheidung vollkommen verändern würde, doch er hatte seine Wahl getroffen und hoffte nun auf eine positive Reaktion von Sheogorath.

Sheogorath musterte den Neuankömmling von unten bis oben. Dieser Söldner war sehr höflich, womöglich hat ihm das seine Cousine dritten Grades beigebracht, überlegte der Gott. "...das Wetter ist hier genau so, wie ich es möchte. Ich habe mal ein Loch in die Wolken gebissen, um es regnen zu lassen... es hat nicht bitter geschmeckt... sondern... hmmm... wie Clowns... Clowns schmecken nicht schlecht... wie Butter und Tränen.", antwortete der Gott und winkte dann den Söldner näher zu sich. Als dieser womöglich gerade seine Muskeln anspannte um seine Füße zu bewegen hob Sheogorath die Hand. "...Stop, das ist nahe genug. Pudding gibt es nur für Sterbliche die ich mag. Du willst hier also arbeiten... was sind denn deine Fähigkeiten? Ich bräuchte einen Bäcker, der nicht so weit weg ist. Kennst du diese kleinen runden Kekse mit den Sträußeln darauf?" Bei diesen Worten kam die Wache zurück und ging auf Sheogorath zu. Sie verneigte sich vor ihm und überreichte ihm ein Tablett mit getrockneten Früchten. Sein Gott sah ihn kurz streng an und fing dann an zu lachen... nach ein paar atemlosen Augenblicken versuchte er es dem Söldner zu erklären. "Mein Wächter hier hat ein sehr schlechtes Gedächtnis, aber er ist zwanghaft bemüht, das auszugleichen... ich mag Früchte, ich glaube, ich brauche doch keinen weiteren Bäcker in der Stadt. Und Söldner, was kannst du noch, außer leckeren Erdbeerkuchen backen?"

Kravigon machte ein erstauntes Gesicht, als er die Worte von Sheogorath vernahm. Es war für ihn unerklärlich, wie jemand in den Himmel beißen konnte... er wusste nicht, ob er ihm diese Geschichte glauben konnte, aber er würde ja sicherlich die Macht von ihm erkennen, wenn er einige Zeit hier bleiben würde. Als der Systemlord jedoch über das Backen redete, merkte der Söldner, dass er schon wieder fast abhauen wollte und die Worte 'Was für ein verrückter...' in seinen Gedanken waren. Doch blieb er ruhig und besonnen, er brauchte Verpflegung, ein Dach über dem Kopf und Geld, ansonsten würde er nicht mehr lange leben. "Ich besitze ein breites Sortiment an Fähigkeiten im Kampf, der Jagd, sowie vielen weiteren Dingen, die das Leben in der Wildnis bedürfen. Ich denke es wird auf jeden Fall etwas darunter sein, womit ich euch helfen kann."

Der Söldner blickte Sheogorath wieder an, er fragte sich, ob er den Mann vor sich irgendwann einmal verstehen würde und wie die Menschen, die hier bei ihm lebten, mit diesen Mann auskamen, aber der Wächter schien jedes Wort genau zu verstehen. Aber er verhielt sich auch schon etwas eigenartig im Vergleich zu den Menschen, die er sonst von Amune und anderen Planeten kannte. Aber wieso waren hier alle so anders?

Sheogorath lächelte. "...Kampf.. natürlich!" Der Gott nahm sich eine der Früchte von dem silbernen Tablett. "...im Norden von Dementia gibt es zwei Dörfer. In beiden wohnen Banditen... und seit Jahren haben die dort nichts anderes zu tun, als sich gegenseitig auszurauben. Sie überfallen keine Händler oder Wanderer, sondern immer das andere Dorf, um denen das zu stehlen, was diese ihnen kurz zuvor genommen haben." Sheogorath schüttelte darüber den Kopf und fing plötzlich an irgendeine Melodie zu summen. Nach ein paar Sekunden stockte er. "..oh.. wo waren wir stehen geblieben? Aja... die Händler. Ich will, dass du dorthin gehst und wenigstens ein paar der Händler, Wanderer und Bauern in dem Gebiet überfällst und ihre Güter nieder brennst. Denen ist mit Sicherheit schon total langweilig weil nie etwas passiert.."

Kravigons Augen leuchteten freudig auf, als er hörte, dass es um sein Spezialgebiet Kampf gehen würde und der Systemlord klare Gedanken zu haben schien. Doch dann kam wieder sein anderes fragwürdiges Ich durch ... meinte er diesen Auftrag wirklich ernst? Als Söldner hatte er allerdings schon viele merkwürdige Aufträge erhalten und sein Motto war nicht fragen, sondern möglichst effizient zu sein ... und soviel wie möglich für sich rausholen. "My Lord erlaubt mir einen Vorschlag zu unterbreiten: wenn ich eines der Dörfer auslösche... dann ist das andere gezwungen die Händler, Bauern und Wanderer zu überfallen die ihnen begegnen." In Gedanken machte sich der Söldner schon die Beute aus, ein paar Händler waren vielleicht auch mit guter Beute bestückt, doch ein Dorf, damit wäre sicherlich ein wesentlich besseres Ergebnis zu erlangen.

"...wer steckt schon Katzen in Säcke? Katzen hassen Säcke..." entgegnete Sheogorath streng und sah den Söldner böse an. "...Ich bin der Herr der vollkommen Gesunden und Banditen sind dafür da, Überfälle zu machen. Aber Händler, die nicht überfallen werden... das ist nicht richtig, das ist Chaos. Ich will, dass du die Händler dort überfällst und die Ordnung wieder herstellst." Die Miene des Gottes wurde wieder ruhiger. "..du sollst Gold bekommen Sterblicher, wenn du erfolgreich bist. Aber vergiss nicht... bring mir Gebäck mit!" Mit diesen Worten lehnte er sich in seinem Thron zurück, reckte und streckte seine Arme und Beine.

Der Söldner, erneut verwirrt über die Worte des Goa'uld, ließ die Standpauke über sich ergehen, wie ein kleines Kind, das ohne zu fragen einen Lutscher genommen hatte und von den Eltern erwischt wurde. Doch als Sheogorath sich wieder beruhigte konnte Kravigon auch wieder reagieren, vielleicht hatte das Wort 'Gold' auch nur wieder seine Sinne geweckt. "Wie ihr wünscht mein Lord. Ich werde schon bald zurückkehren... mitsamt Gebäck" schob der Söldner noch schnell hinterher, um den Systemlord nicht noch einmal zu erzürnen. Dann drehte sich Kravigon um und machte sich auf den Weg.


Epilog

Kravigon war erfolgreich gewesen. Innerhalb weniger Tage hatte dieser mehrere dutzend Gehöfe von im Norden Dementias lebenden Bauern überfallen und manche niedergebrannt, wertvolle Gegenstände, denen er habhaft werden konnte, nahm der Söldner kurzerhand mit sich. Auch den Händlern war es nicht besser ergangen, denn wie es der Wunsch des wahnsinnigen Gottes Sheogorath war, hatte Kravigon auch diese überfallen. Komischer Weise hatten sich tatsächlich manche der Überfallenen über das unerwartete, gar überfällige, Ereignis gefreut und Kravigon freiwillig ihre Habe überlassen.

Als der Söldner schließlich zum Palast des Herrschers zurückkehrte, hatte Sheogorath ihn längst vergessen. Erst eine dargebrachte Opfergabe in Form von süßem Gebäck half dem Goa'uld wieder auf die Sprünge - doch anstatt mit Gold beschenkte der Geisteskranke den Söldner nur mit einem guten Rat, denn der Gott hatte gesehen, dass sich Kravigon zur Genüge bereichert hatte. "Verlasse meine Welt, Sterblicher.." sprach der Gott und kicherte schadenfroh. "Du hast dir genug genommen und solltest damit bis auf weiteres zufrieden sein. Von mir bekommst du zwei Dinge... einen weiteren Auftrag, wenn du wieder kommen solltest... und einen gut gemeinten Rat. In einer Welt voll fliegendem Pudding sollte man nicht zu lange verweilen, da man sonst selbst zu fliegendem Pudding wird... kehre wieder, wenn du dich an einem anderen Ort ausgeruht hast..."

Der Söldner musste nicht lange über die Worte nachdenken. Jedem, dem er auf dieser Welt begegnet war, hatte eine große Spur von Verstand gefehlt. Es war nicht der Gebieter dieses Planeten allein, der wahnsinnig erschien. Jeder Mensch, selbst jedes Tier und sogar manche Pflanzen schienen nicht normal zu sein. Kravigon wusste nicht woran es lag und Sheogorath hatte keine Anstalten gemacht, ihn weiter in dieses Geheimnis einzuweihen. Doch der Söldner wollte nicht herausfinden, wie schnell die schädliche Wirkung dieser Welt auch seinen Verstand verwüsten würde, weswegen er sich schnell auf machte, New Sheoth durch das Stargate zu verlassen.



Artikel erstellt von Basti. Überprüft von Sigi am 24.09.2008.

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